von Münchner Löwe | Dez. 19, 2025 | NFL, ski alpin
2 Ereignisse, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen ein unfassbares Football-Match, zum anderen einen Überraschungs-Sieger beim Super-G in Gröden, den nur diese Strecke und dieser Ort kreiern kann
Seattle Seahawks – Los Angeles Rams 38:37 (OT)
Von diesem Spiel werden sie noch lange reden, in seattle wie LA und wahrscheinlich in der gesamten NFL-Blase weltweit.
Schon vor der Partie war die Erwartungshaltung groß, trafen doch die beiden besten Teams der NFC aufeinander, beide in der Division West: Es ging also auch um einiges: den Divisonstitel, der gleichzeitig auch den Platz 1 der gesamten Konferenz und somit Freilos in der ersten Play-off-Runde bedeuten könnte.
Drei Viertel war es ein durchaus unterhaltsames Spiel mit einem glänzend aufgelegten Rams-Quarterback Matthew Stafford, aber auch ein paar schönen Spielzügen von den Seahawks in ihrem regnerischen Seattle. Doch als Darmold Anfang des 4. Viertels beim Stand von 14:30 den Ballin die Hände eines gegnerischen Verteidigers warf (2. Interception der Partie), schien die Messe gesungen. Wer von den Seahawks-Fans enttäuscht den Fernseher ausgemacht hat, wird sich bis an sein Lebensende darüber ärgern.
Denn es folgte ein unfassbares Comeback: Punt-Return-Touchdown plus 2-Point-Conversion zum 22:30. In der nächsten Angriffsserie der Seahawks ein fabulöser Touchdown-Pass von Darmold auf Barner zum 28:30. Es folgte ein erneuter Versuch einer 2-Point-Conversion und einer der absurdesten Spielzüge, die ich (und sehr viele Football-Fans) gesehen habe. Darmold passte, ein Rams-Verteidiger wurde getroffen, und der Ball fiel auf den Boden und rollte in die Endzone. Seahawks-Spieler Chgarbonnet klaubte das Lederei eher pflichtschuldig auf, und übergab es an die Schiris. Plötzlich Aufregung, denn Darmold hatte den Ball ja nach hinten gepasst, so dass er nach den Football-Regeln „frei“ war. Quasi ohne es zu wollen, hatte Charbonnet, der ausgezeichnete Running Back, die Conversion verwertet, und die Seahawks glichen aus.
Kurze Zeit später Overtime, und diese wird erst seit dieser nach einer abermals veränderten Regel gespielt. Kurz gesagt: Jedes Team ist wenigstens einmal im Ballbesitz; früher war es so, dass das erste Score, seit paar Jahren: der erste Touchdown schon das Endergebnis darstellte, ohne dass die verteidigende Mannschaft die Möglichkeit einer Antwort gehabt hätte. Wie gesagt das ist jetzt anders. Und sollte irgendein Traditionalist den Sinn dieser Regel bezweifeln, möge er an dieses Spiel erinnert werden.
Der brillante Rams-Receiver Nacua (wahrscheinlich der beste der Liga) verwertete einen 41-Yard-Pass von Stafford zum Touchdown – 37:30 für die Rams. Also brauchten die Seahawks in ihrer Angriffsserie ebenfalls einen Touchdown. Und der Routinier Darmold agierte wie ein ganz Großer, führte die Seahawks übers gesamte Feld: In der Endzone fand er den ebenfalls fantastischen Wide Receiver Smith-Njigba (wahrscheinlich de zweitbeste der Liga) zum Touchdown – 3:13 Minuten vor Ablauf der Overtime.
Was also tun?, war nun die Überlegung der Seahawks-Trainer. Ein Extra-Kick würde die Partie nur ausgleichen, und die Rams mit ihrer tollen Offensive hätten noch genug Zeit, in einer weiteren Angriffsserie zu punkten, jetzt würde sogar ein Field Goal reichen. Also eine erneute Conversion, weitaus unsicherer als ein Extra-Kick. Aber mit dem Riesenvorteil, dass ein Gelingen auch den Sieg bedeuten würde. Die Coaches entschieden auf Risiko, beide Teams verzögerten mit Auszeiten die Ausführung, doch dann war es soweit: der auf jeden Fall letzte Spielzug der Partie, erfolgsversprechend, aber nicht erfolgsgarantiert, das gibt es relativ selten im Football. Darmold nahm Maß feuerte das Ei mit Schmackes knapp an Freund und Feind vorbei in Richtung Mitspieler Saubert, der es auch zum Sieg festhielt. Riesenjubel im Seattle Stadion.
Der Erfolg der Seahawks bedeutet jetzt einen klaren Vorteil im Kampf um den Divisonssieg. Doch auch für die Rams ist der Kampf um die Super-Bowl-Teilnahme noch längst nicht vorbei, denn mindestens über die Wild Cards haben sie ebenfalls schon die Play-offs erreicht. Nicht wundern würde mich, wenn beide Teams das Conference Finale spielen würden, in dem der Superbowl-Teilnehmer der NFC ermittelt wird (der nach jetziger Lage der Dinge gegen den AFC-Kandidaten auch klar favorisiert wäre.
Super-G der Männer in Gröden
Wie ich schon in meiner Vorschau geschrieben habe, ist die „Saslong“ ein echter Klassiker, seit Jahrzehnten fester Bestandsteil im Rennkalender immer kurz vor Weihnachten. Mauer, Kamel, Chaslat-Wiesen – jeder Skifan kennt diese herrlich anzusehenden Passagen. Und jeder Skifan weiß auch, dass das Ergebnis gerade bei strahlendem Sonnenschein wie amheutigen Freitag auch weit nach den besten Fahrern noch kippen kann: Wenn nämlich die Sonne über den Langkofel herauskriecht, einen Teil der Strecke in plötzlich gleißendes Licht taucht und überdies den Schnee auch schneller macht (nicht fragen, glauben …).
Und doch – als der überragende Marco Odermatt eine fantastische Bestzeit hinlegte, die auch nach den sehenswerten Fahrten von Guiseppe Franzoni aus Italien und Nils Allegre aus Frankreich Bestand hatte, da schien der nächste Triumph des Schweizers besiegelt. Bis Jan Zabystran die Saslong in Angriff nahm: Der 27-jährige Tscheche ist einer der vielen mutigen gungen Männer, die sich Jahr für Jahr auf die schwierigsten Abfahrten wagen, ohne ans Siegerpodest auch nur zu schnuppern. Zabistran hatte gleich tolle Zwischen-Zeiten, im Ziel verstummten die Interviews mit dem vermeintlichen Sieger und Platzierten, und alle starrten auf die Piste respektive Riesenmonitore. Als der Tscheche auch ohne erkennbaren Fehler die Chaslat-Wiesen passierte, war die Sensation zum Greifen nah, und tatsächlich hatte Zabystran im Ziel satte 22 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Odermatt. Als er auf die Anzeigentafel guckte, schien er zunächst gar nicht zu begreifen, was diese grün leuchtende „1“ bedeutete, erst mit Verspätung setzte (immer noch ungläubiger) Jubel ein. „Ein verrückter Tag. Ich hatte noch nie grünes Licht, wenn ich im Ziel war“ bekannte der Tscheche
Und tatsächlich reichte es zum Sieg, obwohl noch weitere Läufer mit Startnummer weit jenseits der 40 noch glänzend unterwegs waren. Die Gratulation von Odermatt schien ehrlich: Schlussendlich hat jeder, der seine Chance nutzt, es auch verdient. Deshalb Gratulation an Jan. Aber klar fuchst es einen ein bisschen.“
Odermatt weiß selbst, wie wichtig die vemeintlichen Statisten fürs große Ganze sind, die aus so einem Skirennen erst ein Spektakel werden lassen. Und auch wenn der Tscheche (wahrscheinlich) bessere Verhältnisse vorgefunden hat, nutzen musste er die Chance, und das tat er beeindruckend und eben viel besser als die Läufer mit ähnlich guten Bedingungen.
Odermatt, der gestrige Sieger der Kurz-Abfahrt, wird es verschmerzen. Im Gesamtweltcup liegt er schon 383 (!) Punkte vor dem Zweiten Hendrik Kristoffersen, die nächste Große Kristallkugel scheint ihm jetzt schon sicher. Auch in den Spezialwertungen Abfahrt, Super-G und Riesenslalom hat er bereits die Nase vorn. Und morgen kann er auf der ihm wie auf den Leib geschneiderten Salsong den nächsten Sieg einfahren, oder kommt ihm dann erneut ein Fahrer mit Startnummer 30 oder später zuvor?
von Münchner Löwe | Dez. 15, 2025 | Handball, NFL, ski alpin, WM
WM-Silber glänzt wie Gold
Zum Titel reichte es letztlich zwar nicht, dennoch dürften die deutschen Handballerinnen den Titelkampf in Stuttgart, Dortmund und Rotterdam als klaren Erfolg verbuchen. Als einziges Team überhaupt kitzelte man sogar die absolute Frauenhandball-Macht Norwegen. Erst als deren brillante Rückraumspielerin Henny Reistad das Heft des Handelns in die Hand nahm, war auch die bis dato überragende deutsche Deckung und Torhüterin Katharina Filter überfordert. Es müsste schon mit dem Teufel zu tun haben (oder einer gewissen Langweile der abstimmenden Journalisten), wenn die 26-jährige Reistad nicht auch 2025 zur besten Handballerin der Welt gewählt werden würde. Auf der anderen Seite bestätigte die 45-Jährige (!) Schlussfrau Katrine Lunde ihre Ausnahmestellung auf dieser Position, an der die deutschen Spielerinnen allzu häufig scheiterten. Handball ist in Norwegen Frauensportart Nummer 1, zumindest für all jene Mädchen, die es aus irgendeinen Grund nicht auf die Langlaufloipe. Skipiste oder Sprungschanze lockt. 5 Titel seit 2020 sammelte Norge, nur bei der WM 2023 musste man Frankreich den Votritt lassen.
Doch es besteht für die Deutschinnen wirklich kein Grund zur Traurigkeit nach einem phänomenalen Turnier erst zu Hause in Stuttgart und Dortmund, dann in Rotterdam. Mit acht zum Teil sehr klaren Erfolgen war die Truppe von Traine Matthias Gaugisch geradezu ins Finale spaziert, der 29:23-Halbfinalsieg gegen Titelverteidiger Frankriech war wahrscheinlich das beste Spiel einer deutschen Mannschaft seit dem WM-Gewinn 1993. Und sie sind noch alle sehr jung, viele haben ihre besten Jahre noch vor sich. Wie die 21-jährige Viola Leuchter (wie 2023 zur besten Jungspielerin gekürt). Wie Nieke Kühne. Allein die Kapitänin Antje Döll (37) und Emily Vogel (geb. Bölk) sind schon länger dabei, sie wurden ins Allstar-Team gewählt.
Mehr als 5 Millionen Zuschauer haben das Endspiel im Schnitt in der ARD gesehen, obwohl es erst am Freitag (nach dem erfolgreichen Halbfinale) ins Programm gerutscht war und gleichzeitig die Bayern spielten bei DAZN. Nur Böswillige werden behaupten, dass die Leute eigentlich Skispringen sehen wollten oder den Bericht aus Berlin. Das sind zum Beispiel mehr als die Basketballer bei ihrem WM-Endspiel 2023 und EM-Finale dieses Jahr.
Wäre halt schön, wenn die Truppe die Aufmerksamkeit mitnehmen könnte. Doch Frauenliga-Sport, das ist in Deutschland eine mühselige Sache, wie auch schon die Fußballerinnen nach erfolgreichen Turnieren feststellen mussten. Auch hier ist ja fast völlige Leere, wenn es um deutsche Handballerinnen geht oder Frauenhandball überhaupt. Hab künftig einen Blick drauf, Löwe!
Aicher top, Aicher ein bisschen flop
Die 23-jährige setzte das zweite große Ausrufezeichen des Wocenendes aus deutscher Sport-Sicht. Emma Aicher raste am Samstag auf der so schwierigen Corviglia-Strecke zum Sieg und ließ die am Vortag so überragende Lindsey Vonn und die Abfahrtsherrscherin der vergangenen Jahre, Sofia Goggia, hinter sich. Ein fast perfekter Lauf war ihr gelungen bei erneut strahlendem Wetter und besten Bedingungen. Da bestätigte sie all den Vorschusslorbeer und all die deutschen Ski-Hoffnungen, die sie mittlerweile fast alleine trägt neben Routinier Kira Weidle-Winkelmann und Slalom-Spezialistin Lena Dürr.
Aufgrund ihrer Vielseitigkeit (Aicher ist zurzeit die einzige im Skizirkus, die alle 4 Disziplinen mit Punkteaussichten bestreitet) gilt sie ja als Mit-Favoritin für den Gesamtweltcup. Dass sie dafür nicht haushohe Favoritin ist, bestätigte sie eindrucksvoll am Sonntag. Beim Super-G auf nahezu gleicher Strecke stürzte sie nach einem läppischen Fehler bei einer der harmloseren Passagen und schied aus (wenigstens ohne größeren Schaden zu erleiden). Diese Leixhtfertigkeiten und dämliches Ausscheiden hatte sie schon in den vergangenen Jahren gehabt, sind also nicht völlig verschwunden. Trotzdem wirklich ärgerlich, wie sie selbst befand: „Dumm einfach. Das pisst mich an.“ Den Sieg holte sich auf dem recht engen Kurs Riesenslalom-Spezialistin Alice Robinson aus Neuseeland, für die der Super-G allerdings die zweite ganz starke Disziplin werden dürfte: Sie verwies die überraschende Romaine Miradoli aus Frankreich und Goggia auf die Plätze 2 und 3.
Lindsey Vonn wurde im Super-GVierte, nicht mal 4 Zehntelsekunden hinter der Siegerin. Was für ein Wochenende für die 41-Jährige! Ich schätze gerade den 2. Abfahrtsplatz am Samstag mindestens genauso hoch ein wie den Triumph einen Tag zuvor.
https://blickueberdenteich.de/lindsey-vonn-beschaemt-alle-kritiker/
wegen all des Trubels, den sie danach erdulden musste und äußerst gerne bestritt. Aber der Konzentration ist so etwas doch abträglich, und nicht einmal einer Vonn gelingt jedes Mal so ein absoluter Traumlauf im zweiten Teil. Mit der Amerikanerin ist fortan in jedem Speedrennen zu rechnen, vor allem auch in Hinblick auf Olympia, wo Abfahrt und Super-G auf einem ihrer Lieblingshänge die Tofana hinunter stattfinden.
Die Männer bestritten Riesenslalom und Slalom in Val d’Isere. Dabei siegte Loic Meillard im RTL vor den Schweizer Landsleuten Lucas Aerni und Marco Odermatt. Im Slalom wurde der Schweizer Zweiter hinter dem Norweger Timon Haugan, der angeblich trotz Bandscheibenvorfalls fuhr. Die Formkrise des Slalom-Weltmeisters nach bisher sehr enttäuschenden Ergebnissen kann also getrost zu den Akten gelegt werden.
Chiefs-Ära endet
Es war zu erwarten, für die Fans zu befürchten: Die Kansas City Chiefs werden in den NFL-Playoffs nicht dabei sein, erstmals seit 2014. Dias verletzungsgeplagte Team um Patrick Mahomes verlor zu Hause in einer bestürzend fahrigen Partie mit 16:19 gegen die Los Angeles Chargers und haben nun nicht mal mehr theoretische Chancen auf die K.o.Runde. Das Ende war sinnbildlich für die durch und durch verkorkste Saison. Superstar Patrick Mahomes erlitt bei einem schweren Tackle einen Kreuzbandriss, sein Vertreter Minshaw warf dann die spielentscheidende Interception. Aufgrund der schweren Verletzung von Mahomes und dem fortgeschrittenen Alter von Leistungsträgern wie Travis Kelce (ich schreibs noch mal zur Sicherheit: der Verlobte von Taylor Swift) schaut es auch für die kommende Saison sehr finster aus.
Vor allem die vergangenen 6 Spielzeiten waren Chiefs-geprägt, eine enorm langer Zeit in der auf Abwechslung getrimmten NFL. Fünfmal standen sie als bestes AFC-Team im Super Bowl, dreimal triumphierten sie dort. Immer angeführt von Magier Mahomes, der auch in den verworrensten Situationen Mitspieler fand: sehr oft seinen Tight End Kelce (der jetzt sogar das Karriere-Ende erwägt).
Eine spektakuläre Partie gewannen die Buffalo Bills bei den New England Patriots. Sie lagen schon mit 0:21 zurück, konnten sich aber enorm steigern und siegten nach einem am Ende wüsten Schlagabtausch (auch mit Nickligkeiten dneben dem Spielfeld) mit 35:31. Auch LA Rams (vs Detroit Lions), Houston Texans (Cleveland Browns) und Seattle Seahawks (Indianapolis Colts) erragen wertvolle Siege. Für die Colts schaffte der 45-jährige Quarterback Philip Rivers einen Touchdownpass, den einzigen der Partie. Dennoch siegten die Seahawks, weil ihr Kicker bei 6 Versuchen maekallos blieb.
Und sonst?
- Bundesliga: Den zweiten Punktverlust der Saison musste der FC Bayern ausgerechnet zu Hause gegen den Letzten Mainz hinnehmen. Beim 2:2 rettete gar ein umstrittener Elfmeter den einen Punkt des souveränen Tabellenführers und verhindete den vollen Erfolg des neutrainers Urs Fischer. Einen Trikotzupfer nutze Harry Kane zum spektakulären Fall (so viel zum Thema, dass Engländer nie Elfer schinden, ha ha!). Und der Gefoulte (ich zögere, ob ich nicht Anführungsstriche setzen soll, aber eine Schwalbe wars halt doch nicht) verwandelte eiskalt wie bisher immer bei nunmehr 17 Bundesliga-Elfmetern.
Keiner der Verfolger wusste den Patzer zu nutzen. Nicht RB Leipzig (0:1 beim 1. FC Union), nicht Borussia Dortmund (1:1 in Freiburg). Der Vorsprung auf Platz 2 beträgt also immer noch stolze 9 Zähler. Immerhin gewann Bayer Leverkusen 2:0 gegen Köln dank eines Skorpions vom Terrier: Hä??? Skorpion nennen die Fußballer, wenn der Ball von hinten mit der Hacke nach vorn geschaufelt wird. Terrier heißt der Franzose, dem dieses Kunststück gegen den 1. FC Köln gelang. Noch schöner einst Rene Higuita
https://www.youtube.com/watch?v=yCxe4r6SjH0
- 2. Bundesliga: Schon am 16. Spieltag sicherte sich Schalke 04 die „Herbstmeisterschaft“. Mit ihrem Standard-Ergebnis 1:0 gewannen die Königsblauen gegen den 1. FC Nürnberg. Das erstaunliche Torverhältnis lautet 21:8, also insgesamt nicht mal 2 Tore pro Partie. Funfact: Der Tabellenletzte Dynamo Dresden hat 23 Tore erzeilt, aber halt auch 32 hingenommen (mehr als 4 Tore pro Spiel und offenbar sehr viel unterhaltsamer als die Dauernull im besten Huub-Stevens-Sinn, der vom Himmel aus beglückt zuschaut.
- Internationaler Fußball, England: Arsenal in der Krise? Zwar gewannen die Londoner, doch gegen den abgeschlagnenen Tabellenletzten Wolverhampton Wanderers benötigten sie 2 (!) Eigentore für den 2:1-Erfolg. Die Leichtigkeit des Seins ist für die Arteta-Truppe dahin. 2 Punkte dahinter lauert Manchester City (3:0 bei Crystal Palace/2 Haaland-Treffer), es folgt das weiter erstaunliche Aston Villa (3:2 bei West Ham United).
Spanien: Mal wieder ein Liga-Sieg für Real, nämlich das mühsame 2:1 bei Alaves. Der Rückstand in der PD auf Barca (2:0 vs Osasuna) beträgt allerdings weiter 4 Punkte.
Italien: Führungswechsel in der Serie A: Inter gewann 2:1 bei CFC Genua und verdrängte die SSC Neapel (0:1 bei Udinese) von der Spitze. Dahinter lauert Lokalrivale Milan, das mit einem 2:2 zu hause gegen Sassuolo seinerseits Rang 1 verpasste.
- Wintersport: Allüberall Weltcup. Ich beschränke mich auf Biathlon in Hochfilzen, wo meinem Namensvetter Philipp Horn im Sprint als Dritter der erste deutsche Podestplatz dieser Saison gelang. Die Frauenstaffel zog am Samstag als Dritte hinter Schweden und Norwegen nach. Ein großartiger Comeback-Sieg gelang der Italienerin Lisa Vitozzi in der Verfolgung, die ein ganzes Jahr verletzt zusehen musste. Ihr Landsmann Tommasso Giacomel wurde Zweiter in der Verfolgung, nachdem er den Sprint gewonnen hat. Schwedinnen und Norweger waren in der Staffel nicht zu bezwingen.
Bei den Skispringern ist derzeit Domen Prevc eine Klasse für sich. Er gewann beiden Wettbewerbe in Klingenthal mit riesigem Abstand. FAst ein schelchtes Omen allerdings für die 4-Schanzentournee zur Jahreswende, weil die Dezember-Triumphatoren fast regelmäßig eher schlecht über die Weihnachtstage kommen. Aber derzeit gibt es am Slowenen kein Vobeikommen, gerade die Österreicher suchen noch die Form der vergangenen Saison (die alledings so unfassbar gut war auch in de Breite, dass das kaum gelingen wird). Die deutschen fahnen halten Phillipp Raimund und auch Felix Hoffmann hoch. Schauederhaft die Auftritte von Andreas Wellinger, der sich erzürnt über sich sich erst mal aus dem Weltcup nahm, um zu trainieren. Wenns hilft …
- Basketball: Der FC Bayern verliert in der Euroleague weiter, diesmal in Dubai. Dort kassieten sie 0,6 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Korb, nachdem sie zu Beginn des letzten Viertels noch mit 12 Punkten geführt hatten. Die K.o.Runde ist schon in weite Ferne gerückt.
Besser läuft es national: In Oldeng´burg siegten die Münchner mit 87:79 und verteidigten die Tabellenspitze vor Sensations-Aufsteiger Trier.
- Handball: Der SC Magdeburg zieht weiter einsam seine Kreise. Auch die schwere Hürde in Gummesbach nahmen die Bördestädter und gewannen mit einiger Mühe mit 32:31. Der Vorsprung auf den zweiten SG Flensburg-Handewitt beträgt 6 Minuspunkte – das ist mehr als eine Vorentscheidung.
von Münchner Löwe | Dez. 13, 2025 | NFL
Blick über den Teich, NFL
AFC
Wirklich von Stuhl haut mich kein Team. Egal wer letztlich in den Super Bowl kommt: Dort würde ich das NFC-Team auf jeden Fall favorisieren. Aber einer muss ja …
East
Für mich sind die New England Patriots klar die größte positive Überraschung der gesamten Liga. Eigentlich wähnten alle das Team aus Boston noch in der Aufbauphase nach den glorreichen jahren um Tom Brady. Doch der junge Quarterback Drake Maye legt nach mediokren 1:2-Start mittlerweile unglaubliche Zahlen auf. 10 Siege in Folge sind dann absolut kein Zufall mehr, auch wenn der Spielplan recht gnädig war, aber es steht eben auch der wahrscheinlich divisions-entscheidende Auswärtssieg bei den Buffalo Bill zu Buche
Ob es zum Divisionssieg reicht? Wenn das Heimspiel am Sonntag gegen die Bills gewonnen wird, ist dieser schon fix. Doch sogar bei einer Niederlage stehen die Chancen nicht schlecht.
Die Bills selbst galten (und gelten immer noch) für viele sogar als Favorit für den Super Bowl. Doch die Leistungen entsprachen nicht immer jeden Erwartungen. Zuletzt gegen die Dincinnati Bengals benötigten sie am Ende die gütige Mithilfe von Bengals-Quarterback Joe Burrow, der in der Schlussphase nach zuvor starker Leistung zwei abstruse Bälle in die Hände de Bills-Verteidiger löffelte. Andererseits kann die Offense um Josh Allen jeden Gegner aus den Schuhen spielen.
🧠 Patriots
North
Unfassbar: Die Pittsburgh Steelers sind drauf und dran erneut in die Play-offs einzuziehen, nämlich als Divisionssieger Nord. Das ist (neben der schauderhaft schwachen Division) vor allem Verdienst der knallharten Verteidigung, weniger des Alt-Quarterbacks Aaron Rodgers, der zwar einige sehr hübschen Pässe an den Mann bringt, andererseits mit seinen 41 jahren in etwa so beweglich ist wie eine schlecht geölte Bahnschranke. Macht offenbar nichts, auch weil die Nord-Konkurrenz aus Baltimore (Lamar Jackson) und Cincinnati (Joe Burrow) lange auf ihre Top-Quarterbacks verzichten musste.
Noch sind die Ravens in Schlagdistanz, wenn das so bleibt, würde das direkte Duell am letzten Spieltag zu Hause gegen Baltimore entscheiden. Dass der Zweite über die Wild Cards weiterkommt, ist eher unwahrscheinlich.
🧠 Steelers
South
Lange schienen die Indianapolis Colts unaufhaltsam, doch zuletzt 3 Niederlagen in Folge haben die Stimmung arg gedämpft. Noch mehr allerdings die schwere Verletzung des vor allem zu Saisonbeginn so starken Quarterbacks Daniel Jones. Da auch der Ersatz und der Ersatz des Ersatzes malade ist, haben die Colts in ihrer Verzweiflung gar beim 44-Jährigen (!) Philip Rivers nachgefragt. Und ja, er will (und wird tatsächlich am Sonntag gegen die Seattle Seahawks als Stgarting Quarterback auflaufen, wie das Team gerade bestätigte.
Plötzlich in der Vorderhand sind die Jacksonville Jaguars mit ihrem außergewöhnlichen Spielmacher Trevor Lawrence (wenn er es nicht übertreibt, wie so gerne). Und auch die Houston Texans mit CJ Strout sind weiter in der Verlosung.
🧠 Jaguars
West
Zumindest eines steht rechnerisch fest: Die Kansas City Chiefs werden diese Saison ihre Division nicht gewinnen. 5 Siege Rückstand bei noch 4 Spielen, das kann nicht einmal Houdini-Quarterback Patrick Mahomes aufholen, der ansonsten so viele Unmöglichkeiten schafft.
Vielmehr dürften am Ende die Denver Broncos die Nase vorn haben, die erst 2 ihrer 13 Partien verloren haben (ernsthaft!?). Nicht mit Champagner-Football (falls es so etwas gibt), sondern mit einer allenfalls soliden Offensive, dafür einer umso zupackenderen Defensive.
Rechnerisch abgefangen können sie noch von den Los Angeles Chargers, die mit Justin Herbert einen der aufregenderen und wurfstärksten Quarterbacks der Liga haben (zurzeit etwas angeschlagen). Allerdings haben sie ein ziemlich heftiges Restprogramm mit 3 Auswärtsspielen, darunter in Denver und Kansas City
🧠 Broncos
Wild Card
Schaue ich gerade auf die Tabelle der AFC, sind es hinter den 4 Divisionssiegern 4 weitere Teams, die sich um 3 freie Plätze sammeln. Mit 9:4 Siegen jeweils die Bills und Chargers, ein Sieg dahinter die Texans und Colts. Die mit Abstand schlechtesten Karten haben die Colts: wegen des Negativ-Trends und der nicht zufriedenstellend geklärten Quarterback-Situation (ein 44-Jähriger? Seriously??).
Und die Chiefs? Die ewigen Play-off-Kandidaten seit einem Jahrzehnt? Die Chancen sind minimal, aber in der Theorie noch vorhanden. Mindest-Voraussetzung: Sie gewinnen ALLE 4 ausstehenden Spiele, als da sind:
Chargers (H), Titans (A), Broncos (H), Raiders (A). Wie gesagt: Es ist Houdini Mahomes, von dem wir hier reden …
Dennoch 🧠: Bills, Chargers, Texans
von Münchner Löwe | Nov. 7, 2025 | NFL
Blick über den Teich
Die Indianapolis Colts gegen die Atlanta Falcon im Olympiastadion. Auf diesen Leckerbissen können sich die gut 70.000 Live-Zuschauer erfreuen und via RTL oder DAZN auch alle Football-Freunde schon an einem Sonntagnachmittag via TV (Kick-off (15:30 Uhr).
Erstmals gastiert die NFL in der Hauptstadt nach den Deutschland-Spielen in den vergangenen Jahren in Frankfurt/Main und München. Es gibt aber durchaus eine Football-Historie in Berlin, einerseits mit dem NFL-Europe-Teame Thunder anfangs der Nuller-Jahre. Zum anderen gab es schon in 90ern das eine oder andere Testspiel vor der regulären Saison.
Erstaunlicherweise gibt es für die als „Berlin Game“ angepriesene Partie noch reguläre Karten: wer also 250 Euronen (für billige Plätze) oder 375 (gehoben) oder gar 800 (Luxus) übrig hat plus Zeit für einen Hauptstadt-Trip, bitte sehr. „Erstaunlich“ deshalb, weil in den Jahren zuvor die Partien in Deutschland völlig überzeichnet waren; beim ersten Munich Game waren es angeblich 3 Millionen Karten-Wünsche (inklusive meiner erfolgloser einer). Naja, de Reiz des Neuen, Football in Europa ist etwas dahin.
Ich bin eh zwiegespalten, wass die Europe Games (außerdem jedes Jahr bis zu 4 in London in den verschiedenen Fußball-Arenen) betrifft. Einerseits natürlich toll für die Europäer, andererseits ist die Reise über den Teich schon eine enorme Zusatzbelelastung für die Spieler und den gesamten Staff, auch wenn sie äußest luxuriös per Privatflugzeug reisen.
Vor allem aber werden die NFL Games (und auch die der NBA) in Europa von den Fußball-Vereinen immer gerne als Beispiel genommen, wenn sie ihre Ligaspiele in Miami oder Perth austragen wollen. Die gleichen Fans, die begeistert die NFL-Reisen gutheißen, rümpfen die Nase, wenn die Fußball-Clubs genau das gleiche vorhaben. Das passt vorne und hinten nicht zusammen. Letztlich ist nämlich der Grund derselbe: neue Märkte, also noch mehr Geld zu generieren.
Colts – Falcons
Die Berliner haben Glück, denn mit den Colts kommt eines der absoluten Überraschungsteams der Liga an die Spree, die erst 2 Niederlagen, dafür gleich 7 zum Teil überzeugende Siege auf dem Konto haben. Damit gehören sie zu den besten Mannschaften der AFC. Sie sind der klare Favorit gegen die Falcons, die bisher nicht wirklich überzeugen konnten, durchaus aber zu Überraschungen in der Lage sind (3:5).
Eine erstaunliche Wandlung hat vor allem Colts-Quarterback Daniel Jones, der nach bitter enttäuschenden Jahren bei den New York Giants plötzlich aufdreht. 14 Td-Pässen stehen nur 6 Interceptions gegenüber, insgesamt brachte er in den 9 Partien Pässe für mehr als 2400 Yards an den eigenen Mann.
Lokal-Matador: ein waschechter Österreicher
Dass es für Jones so gut läuft, leigt auch an der starken Offensive Line, die ihm den Rücken freihält. Und hier tur sich mit Bernhard Raimann als Left Tackle besonders hervor. Der im burgenländischen Steinbrunn geborene Österreicher gehört mittlerweile zu den besten Männern auf der anspruchsvollen Position des Left Tackles, der den Quarterback auf dessen schwachen Seite beschützt. Dies gelingt dem 28-Jährigen in seiner 4. Saison immer besser, die 25 Millionen Dollar per annum, die er kassiert scheinen eine gute Investition zu sein.
Ob es allerdings für die Colts in ihrer Cinderella-Season zum großen Wurf Super-Bowl-Teilnahme reicht, wage ich zu bezweifeln angesichts der mächtigen AFC-Konkurrenz aus Buffalo, Kansas City und auch Denver und tatsächlich wieder New England.
Fazit zur Saison-Hälfte
Mittlerweile haben die Teams 8 repektive 9 Spiele ihrer insgesamt 17 absolviert, es ist also genau Saison-Halbzeit: höchste Zeit für ein Fazit der von mir bisher recht vernachlässigten NFL. Ich gebe zu: echte Begeisterung kann bei mir gerade nicht aufkommen, zu sehr beeinflussen Verletzungen von ganz wichtigen Spielern das Geschehen.
AFC
Für mich den besten Eindruck machen die Buffalo Bills mit ihrem Quarterback Josh Allen. Zuletzt überzeugten sie gegen das AFC-Team der vergangenern Jahre schlechthin, Kansas City Chiefs, dem sie beim 28:21 wenig Chancen ließen und am Ende doch froh sein mussten, dass Chiefs-Houdini Patrick Mahomes nicht noch ein Zauberwurf gelang. Damit habe sie immerhin 2 Siege Vorsprung auf KC (plus den direkten Vergleich), der ihnen in einem Play-off-Aufeinandertreffen den Heimvorteil geben würde.
Allerdings müssen sie sich in ihrer Division East hartnäckiger Konkurrenz erwehren. denn nach 4 Jahren Schaffenspause (Neustrukturierung) sind die New England Patriots wieder ein ernstzunehmender Gegner. Also die Pats, die bis vor 4 jahren mit Trainer-Guru Bill Belichek und QB-Legende Tom Brady unüberwindbar für die Bills waren.
In der AFC North sind tatsächlich die Pittsburgh Steelers ganz vorn. Ob jetzt trotz oder wegen Alt-Quarterback Aaron Rodgers, das ist die große Frage. Immerhin macht die Packers-Legende sehr wenige Fehler und trifft mit seinen Pässen sehr gut die eigenen Leute (den starken Arm hat er jedenfalls noch). Andererseits leben die Steelers vor allem (traditionsgemäß) von ihrer außerordentlichen Defense. Und in ihrer Division haben sie das Glück, dass die Konkurrenten Baltimore Ravens (Lamar Jackson) und Cincinnati Bengals (Joe Burrow) auf der Quarterback-Position nicht zu kompensierende Ausfälle hatten bzw. haben.
Auf dem besten Weg zum Diviosions-Sieg sind außerdem die Indinapolis Colts (South) und Denbver Broncos (West), wobei ich hier die Chiefs noch längst nicht abschreiben würde.
NFC
East
Planen für die Play-offs können die Philadelphia Eagles (6:2), die bereits einen Respektabstand vor den Dallas Cowboys (3:5) haben. Acuh wenn noch nicht alles nach Wunsch läuft, Ausnahmespieler wie Jalen Hurts, Shaqin Barklay und Devonta Smith machen den Offensiv-Unterschied, und die Defense ist eh eine Bank.
North
Für alle 4 Teams ist noch alles drin. Zuletzt überzeugten die Minnesota Vikings (4:4) mit ihrem Sieg über die Detroit Lions (5:3). An der Spitze die Green Bay Packers (5-2-1), und auch die Chicago Bears (5:3) mischen noch munter mit. Bei den Packers wechsln sich übezeugende Siege (zB 35:25 vs Steelers) mit erschütternden Niederlagen (10:13 vs Panthers) ab. Am Ende könnte der Heimvorteil im eiskalten Lambeau Field die notwendigen Siege einbringen.
South
An der Spitze die überzeugenden Tampa Bay Buccaneers (6:2), vor den erstaunlichen Caronia Panthers, n den vergangenen Jahren die Lachnummer der gesamten Liga. Doch das Team überrascht immer wieder, so dass gar nichts mehr überraschen sollte, nicht mal eine Play-off-Teilnahme (naja).
Sehr durchschnittlich die Falcons (3:5), ein Fall für den Psychater sind die inferioren New Orleans Saints (1:8).
West
Ein hübscher Dreikampf an der Spitze zwischen Seattle Seahawks (6:2), LA Rams (6:2 mit dem unverwüstiglec hen Quarterback Matthew Stafford und den verletzungsgeplagten San Francisco 49ers (6:3). Ich wage null Prognose, zumal mit den Arizona Cardinals auch noch ein gefährlicher Divisons-Gegner jederzeit für eine Überraschung gut ist.
von Münchner Löwe | Okt. 17, 2025 | MLB, NFL
Blick über den Teich, MLB
Gleich 2 Partien der Conference Series gab es in der Nacht zu Freitag. Während die Dodgers in der National League unaufhaltsam in Richtung World Series streben, ist in der American League nach dem 4. Auswärtssieg der Serie zwischen Toronto und Seattle wieder alles offen
AMERICAN LEAGUE
Seattle Mariners – Toronto Blue Jays 2:8 (2:2)
Eigentlich ein absolut ungleiches Starting-Pitcherduell: Bei den Mariners der junge Luis Castillo im Zenith seines Könnens, das Ass im Kader. Dort der schon 41-jährige Max Scherzer, seit 2008 in der Liga und zwar mit allem dekoriert, was ein Profi in der MLB so erreichen kann inklusive zweier World-Series-Trophäen. Aber er hat ein eher grausames Jahr mit zum Teil desaströsen Auftritten hinter sich und stand zuletzt vor 3 Wochen auf dem Mound.
Wie der Sport so spielt, ward es schnell ungleich. Während Scherzer geradezu stoisch Inning für Inning absolvierte und sich auch von einem frühen Homerun von Josh Naylor nicht aus der Ruhe bringen ließ, wackelte Castillo schnell und sehr bedenklich. Im 3. Inning kassierte er zunächst ein Double von Isiah Kifer-Falefa und unmittelbar danach den 2-Run-Homer von Andres Giménez, der schon gestern in Spiel 3 einen 3-Run-Homer fabriziert hatte. Das muntere“Scheibenschießen ging mit zwei weiteren Singeles von Nathan Lukes und Vladimir Guerrero sowie einen Walk von Alejandro Kirk weiter, ehe Teammanager Dan Wilson ihn erlöste und durch Gabe Speier erlöste. Der zweitkürzeste Auftritt als Starting Pitcher, für Castillo in seiner Karriere. Speier aber ließ im Inning nur noch einen Run durch einen Walk bei gelandenen Bases zu, doch trotz der Schadensbegrenzung lagen die Mariners mit 1:3 hinten.
Dabei blieb es, weil Scherzer auf dem Mound überdurchschnittliche Arbeit verrichtete. Obwohl sein Fastball längst nicht mehr so schnell ist (wie im College, ätzte mlb.com. Es reichte für die Mariners-Lineup, und die Jays legten im 4. Inning durch ein Single und einen Wild Pitch auf 5:1 nach.
Die Szene des Spiels dann im unteren 5. Inning, die längst ein viraler Schlager ist. John Schneider wollte den 41-Jährigen vom Mound nehmen, doch der dachte nicht daran und machte dies mit heftigen Worten und Gesten deutlich – Kopf an Kopf mit dem gerade mal 4 Jahre älteren Blue-Jays-Manager.
https://www.reddit.com/r/sports/comments/1o8pg9q/max_scherzer_makes_his_case_to_john_schneider_to/
Noch Fragen warum Scherzer den Spitznamen „Mad Max trägt? Schneider fügte sich – wohlwissend, dass Scherzer liefern würde. Und er lieferte, beendete das 5. Inning ohne weiteren Run und machte auch noch im 6. Inning Seattles Top-Schlagmänner Cal Raleigh und Julio Rodriguez aus, bevor er sich tatsächlich auswechseln ließ – unter dem Jubel der mitgereisten Fans. Die starke Bilanz: 5.2 Innings, 3 zugelassene Hits, 2 Earned Runs, 4 Walks, aber auch 5 Strike outs.
Danach war die Partie entschieden, trotz eines Singles von Eugrenio Suárez zum 5:2. Vlad Guerrero drosch den Ball wie schon gestern über den Zaun (6:2), und Gimenez durfte mit einem Single 2 weitere RBIs verbuchen (8:2).
Ausblick
Schon heute Nacht findet in Seattle das 5. Spiel statt. Für Seattle wird der im 1. Spiel so starke Bryce Miller auf dem Mound stehen, für Toronto der ebenfalls famose Kevin Gausmann. Nach dem 4. Auswärtssieg in Folge ist klar, dass die Serie noch mal nach Kanada zurückkehrt. Zumindest in einer 7. Partie in der Nacht zu Dienstag könnte dann sogar wieder Mad Max Scherzer als (müde?) helping hand benötigt werden.
NATIONAL LEAGUE
Los Angeles Dodgers – Milwaukee Brewers 3:1 (3:0)
Wieder konnten sich die Dodgers auf ihre famosen Werfer verlassen, und dieses Mal überzeugten auch die Einwechsel-Pitcher gegen Milwaukee Brewers, die an der Effizienz schier verzweifeln.
Dodgers starting Pitcher Tyler Glasnow hatte 5.2 starke Innings, in denen er nur einen Run und 3 Hits zuließ. Fast noch beeindruckender war auf der anderen Seite Rookie-Pitcher Jaco Misiorowski. De kam schon nach 0.1 Innings zum Einsatz, weil zuvor Aaron Ashby kein Land gegen die Dodgers-Schlagmänner sah und ein Triple von Shohei Ohtani, ein Double von Mookie Betts und einen Walk von Freddie Freeman zuließ. Misiorowski, mit einem Fastball von bis zu 102 Meilen/Stunde ausgestattet (also zB satte 8 mehr als Max Scherzer), spielte sich fast mit den Dodgers-Kontrahenten. Er feuerte 9 Strike-outs (Rookie-Rekord für die Play-offs), und ließ nur 3 Mann auf Base. Aber vielleicht beließ ihn sein Team-Manager eben diesen einen Schlagmann zu viel auf den Mound, denn es war Tommy Edman, der mit seinem Hit und 2 Mann auf Base den entscheidenden Run herbeiführte.
Die Brewers hatte einen weiteren extrem unglücklichen Tag. Erstazwerfer Abner Uribe verfehlte mit einem Allerwelt-Pick die 1. Base und ließ damit den an der 3. Base wartenden Freddie Freeman ins Ziel zum 1:3. Und fast grotesk war es, wie unfähig ohne jedes Ergebnis sich die Brewers-Schlagmänner gegen die Dodgers-Einwechselwerfer anstellten, fast als hättens sie zu viel von ihrem Namens-gebenden Erzeugnis genascht. Die Horror-Bilanz gegen den als Schwachstelle ausgemachten Bullpen: 3.1 Innings, 1 Hit (Lead-off-Double Carlos Dubin im 7. Inning). Desaströs, und die Krone setzte der sonst so starke Jackson Chourio, der sich bei einem Schlagversuch slebst verletzte und ausgewechselt werden musste. So blieb es beim 3:1-Erfolg der Dodgers, de sie statistisch fast sicher ins Finale bringen sollte.
Ausblick
3:0 führen die Dodgers in der Serie, und nur ein einziges Mal in der MLB-Geschichte reichte dieser Vorsprung nicht zum Weiterkommen (unvergessen 2004 den Yankees vs den Red Sox). Spannend wird sein, ob Dodgers-Manager Dave Roberts im 4. Spiel tatsächlich wie angekündigt Shohei Ohtani als Starting Pitcher aufbietet. Der Japaner enttäuscht bisher in den Play-offs als Schlagmann mit einem Durchschnitt von 0.158. Den Brewers hilft nur ein Wunder. Vielleicht reicht auch erst mal, dass sie die Bälle einigermaßen treffen wie bis dato in der Saison.
Ansetzungen
Sa., 00:08: Mariners – Blue Jays (2:2)
Sa., 02:38: Dodgers – Brewers (3:0)
So., 02:08: Dodgers – Brewers (falls notwendig)
Mo., 02:08: Blue Jays – Mariners (Spiel 6)
Einen hab ich noch:
Der übertragende US-Sender Fox erkor den Abend zum Tag der alten Männer. Weil gleichzeitig im Thursday Night Football sich bei der Partie Cincinnati Bengals vs Pittsburgh Steelers der 40-jährige Quarterback Joe Flacco (Bengals) mit dem gar 41-Jährigen Pendant Aaron Rodgers duellierte. Flacco mit 3 Touchdown-Pässen, Rodgers gar mit 4 (aber auch 2 Interceptions). Beide aber mit einem Rating von 100+, also klar überdurchschnittlich. Der jüngere Flacco, gerade von Cleveland nach Cinci gewechselt, gewann dann durch ein Fieldgoal praktisch in letzter Sekunde mit 33:31. Wie es sich für die NFL gehört: eine faustdicke Überraschung.
von Münchner Löwe | Sep. 9, 2025 | NFL
Blick über den Teich, NFL
Aus meiner großspurig angekündigten ist nichts geworden, ich nutze also die Erkenntnisse des 1. Spieltags für meine Betrachtungen. Wobei ich das Ganze noch nicht zu hoch hängen will, dafür waren die Auftritte allzu vieler Teams noch arg rostig.
AFC
Höhepunkt des 1. Spieltags war ganz klar der AFC-Schlager zwischen den Buffalo Bills und Baltimore Ravens, das mit 41:40 für die Gastgeber endete, weil Kicker Matt Prater bei auslaufender Uhr die Nerven behielt und das Fieldgoal aus 32 Yards verwandelte. 41:40 – das ist ein sogenanntes Scorigami, also ein Ergebnis, das es zuvor noch nie in der Liga gegeben hat. Laut NFL ist es das 1092. verschiedene Endergebnis der Geschichte, ich will das schlicht einmal glaube ohne Nachprüfung. Interessieren würde mich allerdings, welche Ergebnisse zwischen 0 und 40 Punkten noch „frei“ sind. (1 Punkt ist aufgrund der Zählung unmöglich).
Die Bills lagen schon fast uneinholbar mit 15 Punkten hinten, als Quarterback Josh Allen so richtig aufwachte und die Ravens-Defense auseinandernahm. Und doch wäre all seine Offensivkunst vergeblich gewesen, wenn nicht Balimores großartiger Running Back Derrick Hendry kurz vor dem Ende nicht einer seiner ganz seltenen Ballverluste passiert wäre. Eines scheint klar: Sowohl die Bills als auch die Ravens (mit dem überragenden QB Lamar Jackson) dürften in der AFC eine gewichtige Rolle spielen.
Ob das auch für die Kansas City Chiefs gilt, den ewigen Super-Bowl Teilnehmer der AFC? Warten wir es ab, die Niederlage bei den LA Chargers kam jedenfalls überraschend. Sollte sie ein Hinweis sein, dass eine Ära zu Ende geht? Diese Schlussfolgerung ist mir viel zu früh, weil Quarterback Patrick Mahomes immer noch einer der besten der Zunft ist, weil sich das Angrffsspiel warscheinlich noch findet. Obs dann für Bills und/oder Ravens recht, steht auf einem anderen Blatt. Mich würde e jedenfalls nicht stören, wenn die Chiefs mal nicht die erste Geige spielen würden.
Erstaunliches von „meinen“ Cincinnati Bengals. Die gewannen ihre Partie im Ohio-Klassiker bei den Cleveland Browns mit 17:16. Ein Sieg der Defense also, wer hätte das noch für möglich gehalten? Joe Burrow reichten 118 erworfene Yards zum Sieg, 2024 schaffte er oft mehr als 300, die nicht genug waren.
Und dann war noch die grandiose Wiedergeburt von Aaron Rodgers. Nach 2 verlorenen Jahren bei den New York Jets trumpfte der 41 Jahre alte Quarterback für sein neues Team Pittsburgh Steelers auf wie (fast?) zu seinen besten Zeiten. Ausgerechnet bei den Jets führte er die Steelers mit 4 Touchdown-Pässen zu einen 34:32-Erfolg. Katerstimmung schon jetzt in New York, zumal auch die Giants (in der NFC) mit einer Niederlage bei den Washington Commanders (noch nennen sie sich so trotz des Trump-Befehls „Redskins“). Das könnte für beide Teams aus Big Apple eine trostlose Saison werden.
NFC
Einen wackligen, aber erfolgreichen Start schafften die Philadelphia Eagles. Der Titelverteidiger siegte zu Hause gegen den ewigen Divisions-Rivalen Dallas Cowboys mit 24:20. Hauptsache gewonnen, werden sie in Philly sagen, aber da ist noch viel Luft nach oben für das erneut sehr hoch gehandelte Teams aus Pennsylvania.
Einen Fehlstart erlebten die Detroit Lions. Das Team um den deutsch-amerikanischen Wide Receiver Amon-Ra St. Brown blieb beim 13:27 bei den Green Bay packers so ziemlich alles schuldig.Gerade das Laufspiel funktionierte gar nicht, St. Brown blieb mit 4 gefangenen Bällen weit unter seinen Vorstellungen. Wie gesagt: nicht überbewerten, aber sind das schon Anzeichen, dass die vergangenen beiden Spielzeiten schon der Peak waren, wie einige Experten schon (ab)schreiben.
Und sonst?
- Dolphins-Desaster: Gleich mit 8:33 ging Miami bei den Indianapolis Colts unter. Gnädige Punkte zum Ende der Partievehinderten gar den Nuller der vermeintlichen Offensivstars Tua Taigovalua und Tyreek Hill.
- Vikings-Aufholjagd: Im Divisions-Klassiker bei den Chicago Bears lag Minnesota schon mit 6:17 zurück, ehe sie mit 3 Touchdowns im 4. Viertel die Partie noch zu ihren gunsten drehten. Nach schwachen Beginn zeigte J.J. McCartey bei seinem NFL-Debüt seine Klasse unter anderem mit 2 Td-Pässen. Der hochtalentierte Quarterback hatte das gesamte vergangene Jahr wegen einer Verletzung aussetzen müssen.
- Schlager 2. Spieltag: Chiefs vs Eagles (So., 22:25), die Neuaulage des Super Bowls.
- Nachtspiele 2. Spieltag: Fr., 02:15: Packers – Commanders
Mo., 02:20: Vikings – Falcons
Di., 01:00: Texans – Buccaneers
Di., 02:30: Raiders – Chargers
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