Das wird Molympico, Donnerstag

Kein Skifahren mehr, noch nicht mal  Skispringen, und Biathlon pausiert. Dennoch lockt einiges

 

Pflichtprogramm

 

10/14:00: Nordische Kombination, Team

 

Es gibt Zweiermannschaften, die schöne und so oft so wunderbar dramatische Vierer-Staffel wurde abgeschafft, ganz großer Seufzer.
Jeder absolviert einen Sprung von der Großen Schanze, dann beginnt der Langlauf-Sprint mit den addierten Zeitabständen aus dem Springen. Jeder Athlet 7,5 Kilometer laufen. Jede Nation darf nur ein Team stellen.
Favoriten sind ganz klar die Norweger mit Jonas Öftebro vor Österreich (Lamparter, Stefan Rettenegger oder doch sein Bruder Thomas?).. Normalerweise gehören auch die Deutschen dazu, doch Johannes Rydzek und VincenzGeiger kamen mit der Schanze im Einzel nicht nach Wunsch zurecht. Sehr gut dagegen schnitten die Finnen Eero Hirvonen und Ilkka Herola ab, die sich völlig überraschend in den beiden Einzeldisziplinen (Kleine und Große Schanze) je eine Bronzemedaille schnappten.

 

19:10: Eishockey, Finale der Frauen

 

USA gegen Kanada, mehr geht nicht. Die ewige Final-Paarung der Frauen bei Olympia. Dieses jahr scheinen die Rollen sehr klar verteilt. Während die US-Girls die Konkurrenz in Grund und Boden spielte, hatte Kanada gegen die Schweiz schon erhebliche Mühe, dass sie das Endspiel erreichten. Das (relativ bedeutungslose) Vorrundenspiel der beiden Teams gegeneinander dominierten die USA und gewannen klar mit 5:0. Alles Herberger-Taktik der Ahornblätterinnen?
Zuvor (14:30) bestreiten die Schweiz und Schweden die Partie um Bronze. Die Eidgenössinnnen sind für mich Favorit.

 

Wird sicher spannend

 

13:55: Skibergsteigen, Finale Frauen und Männer

 

Die neue Olympia-Sportart. Mir praktisch unbekannt. In einen Weltcup habe ich reingelugt, überzeugend fand ichs nicht, aber erwähnen will ich es einfach, hab ich 2024 in Paris mit Breaking (desaströs) auch gemacht ….
Ohne Gewähr läuft es folgendermaßen ab: Ein dreigeteilter Lauf, zuerst wird ein noch relativ flaches Stück mit Skiern hochgelaufen. Es folgt ein steilerer Abschnitt, in dem die AthletInnen die Skier abschnallen und in einem umgeschnallten Rucksack verstauen müssen. Im dritten Sektor geht es dann in einem abgesteckten Kurs bergab, selbstverständlich wieder mit Skiern. Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen.
Ds Ganze hat mit einer langen Skitour rein gar nichts zu tun, zumindest nicht die Olympische Disziplin „Sprint“.
Das Finale bestreiten wie so oft je 4 LäuferInnen, die sich am selben Tag zuvor in Vorläufen und Halbfinali qualfizieren.

 

16:30: Eisschnelllauf, 1500 Meter der Männer

 

Meine Lieblingsstrecke, zumindest bei den Einzelstarts. Das Mittelding zwischen Sprint und Langstrecke. Die einen gehen sehr schnell an und hoffen, dass sie sich irgendwie ins ziel retten, die anderen eher langsam, dafür verlassen sie sich auf den Endspurt.
Großer Favorit bei den Männern ist natürlich wieder Jordan Stolz. Das US-Ausnahmeläufer hat schon Gold über 500 und 1000 Meter gewonnen, die 1500 sind sogar seine Spezialstrecke. Natürlich kämpfen auch die Holländer um Edelmetall.
Diese Saison schaffte der Deutsche Finn Sonnekalb den Durchbruch zur absoluten Weltelite. Der 20-Jährige gitl als Ausnahmetalent, doch ob er schon reif für olympisches Edelmetall ist, bleibt abzuwarten. Zumal er kurz nach der Eröffnung gesundheitliche probleme hatte, die sich schon nachteilig auf seinen 1000-Meter-Lauf auswirkten. Beim deutschen Medaillen-Glück der vergangenen Tage wirds wahrscheinlich mal wieder ein vierter Platz, aber seine Karriere startet erst durch.

 

19:05: Curling, Halbfinale Männer

 

Auf zwei Bahnen gleichzeitig werden die 2 Halbfinali ausgetragen. Die Paarungen stehen noch nicht fest, diese ergeben sich erst nach der letzten Runde am Vormittag. Entgegen ersten Meldungen hat das deutsche Team noch theoretische Chancen, die Runde der besten 4 zu erreichen, ein Sieg gegean China am Vormittag vorausgesetzt und andere Unwahrscheinlichkeiten. Hat zumindest ein Dr.Math oder so errechnet, ich erspars mir und Euch.

 

Und sonst?

 

  • Kür der Frauen: Nach dem Kurzprogramm zu schließen, kämpfen 3 Japanerinnen gegen die US-Amerikanerin Alysa Liu um Gold. Die entscheidenden Küren (Kürs?, ich sag Programme!)  dürften ab etwa 21:30 laufen. Wie immer kommt die Beste aus dem Kurzprogramm Ami Nakai als Letzte der insgesamt 24 Starterinnen.
  • Aerials, Finale Männer: Wie der Name schon sagt, gehen Skifahrer in die Luft und drehen sich. Der Unterschied zu Big Air? Die Schanze scheint kleiner. Und die Aerials waren zuerst da …

 

 

Molympico Giorno

Nach einem Tag selbst auferlegter Olympia-Pause (na ja fast) gibt es einiges aufzuarbeiten.

 

Ein Slalom, sehr viel Ärger

 

Kurz zu den Fakten: Der Schweizer Loic Meillard triumphierte und bestätigte seinen WM-Titel aus dem vergangenen Jahr. Das gelang bisher nur dem großen Ingemar Stenmark und Benni Raich, also zwei Skilegenden. Zweiter wurde Fabio Gstrein, die die Ehre der Österreicher rettete mit der ersten Einzel-Medaille bei den Alpinen, vor dem norwegischen Altmeister Henrik Kristoffersen.

Geredet wurde aber über 2 andere Sportler

 

Atle McGrath – der Unglücksrabe

 

Mit klarer Bestzeit hatte der Norweger den 1. Durchgang absolviert. Doch ihn ereilte im 2. Lauf das Slalom-Schicksal, das alle fürchten und alle schon getroffen hat: den berühmt-berüchtigten Einfädler. McGrath erwischte es an einem vermeintlich ganz einfachen Tor, Chance aufs Gold weggeschmissen. Wie die Stöcke, die er wutentbrannt in die Gegend schleuderte. Danach machte sich McGrath auf, überwand einen Zaun und stapfte in Richtung Wald. Dort legte er sich in den Schnee, Leib und Seele brauchten Abkühlung. Es passt zur so unpersönlichen Organisation, dass sich alsbald ein Offizieller aufmachte und Meillard bedeutete, dass er dort nicht liegen bleiben dürfe. Anstatt ihn dort einfach in Ruhe (sich abkühlen) zu lassen.
In der Pk am Abend war McGrath schon wieder gefasst. Er erzählte von schrecklichen Wochen, weil kurz vor den Spielen sein geliebter Großvater gestorben sei. Nur der Gold-Triumph seines besten Skikumpels Lucas Braathen im Riesenslalom sei ein kleiner Silberstreif in den dunklen Tagen gewesen. Am Freitag ist die Besetzung in der norwegischen Heimat, extra für McGrath und „seinen“ Slalom wurde sie verschoben.

 

Die Wut des Ski-Löwen

 

In dürren Fakten: Linus Straßer beendete den Slalom als Neunter, nicht schlecht, aber doch weit weg von den ersehnten Medaillenrängen. Noch während das Rennen lief, ließ der Fahrer des TSV 1860 München, deshalb Ski-Löwe, Dampf ab und kein gutes Haar an Olympia allgemein und dem Austragungsort Bormio im Besonderen. „Zu steril, keine Emotionen, zu teure Karten, die Zuschauer zu weit weg“, schimpfte er. So wie er würden viele denken.
Natürlich schwang da viel Frust übers Verpassen der Medaille mit, aber es steckte auch viel Wahrheit drin. Der Slalomhang im Schlussteil der Stelvio war viel zu flach, absolut unwürdig fürs wichtigste Rennen des Jahres. Die Olympia-Organisatoren wollten Bormio unbedingt als Olympia-Ort präsentieren – mit dem Ergebnis, dass die alpinen Männer dort die einzigen Olympioniken waren; also kein Austausch mit anderen Sportlern. Ja nicht einmal mit den alpinen Frauen, denn die starteten in Cortina, wo es im übrigen auch Männer-taugliche Strecken (und für Slalom und Riesenslalom viel bessere!) gegeben hätte.
Bormio ist das Sinnbild dieser furchtbar zerstückelten Spiele. Wo es für normalsterbliche Fans (also diejenigen ohne Privat-Hubschrauber, Herr Skipräsident Eliasch!) unmöglich ist, mehrere Sportarten zu besuchen: was aber genau den Charme von Olympischen Spielen ausmacht.
In einem anderen Blog habe ich Straßer für seine beinharte Kritik kritisiert. Ich meinte vor allem den Umstand, dass er dies getan hat, während das Rennen noch lief, also seine Slalom-Gefährten noch um Medaillen kämpften (und er selbst wie ein schlechter Verlierer daherkam). Dazu stehe ich weiterhin, aber in der Sache gebe ich ihm völlig Recht (wobei ich die fehlende Stimmung im Ziel natürlich nicht wirklich vom Fernsehgerät beurteilen kann).

Was ich ja immer wieder betont habe, manifestiert sich: Für uns Zuschauer mag Olympia das Größte sein. Für die Aktiven und objektiv viel wertvoller ist ein Triumph im Gesamtweltcup, weil dieser den sportlichen Erfolg einer gesamten Saison und nicht nur eines Rennens honoriert. Zufalls-Olympiasieger (ein böses Wort) hats schon viele gegeben, aber noch nie einen zufälligen Weltcupsieger.

 

Ein Abbruch, viel Ärger und einige offene Fragen

 

Apropos Wut. Diese entlud sich vor allem seitens der deutschen Skispringer über die Organisatoren des Super-Team-Wettbewerbs. Gerade hatte Philipp Raimund mit einem tollen Sprung die Führung übernommen (mit Andi Wellinger), da setzte recht plötzlich heftigster Scheefall ein. Die Organisatoren warteten zu, ließen sogar noch den bedauernswerten wie chancenlosen Kacper Tomasiak vom Bakken, der weit hinter Raimund blieb und mit Polen vermeintlich alle Chancen auf eine Medaille verlor. Drei Athleten warteten noch oben, doch es war klar, dass bei diesen Verhältnissen kaum jemand Raimund und seinen Teamkollegen Wellinger würden einholen können. Denn sehr viel Schnee bedeutet: die Anlaufsspur wird erheblich langsamer, der Springer wird dadurch komplett chancenlos.
Die Jury hatte ein Einsehen und brach nach Minuten des Überlegens und Diskutierens den Wettbewerb ab. Gewertet wurden also nur zwei anstatt der drei vorgesehenen Durchgänge, und da lagen die Deutschen 0,3 Punkte hinter den bronzenen Norwegern und klar hinter den siegreichen Ösis und silbernen Polen. Also sprachen die Verantwortlichen von „Skandal!“ und „geraubter Medaille“.

Dazu ein paar Anmerkungen: Natürlich war es extrem unglücklich, dass das Springen abgebrochen wurde, zumal sich das Wetter recht schnell besserte. Die richtige Entscheidung wäre wahrscheinlich gewesen: zumindest alle zweiten Springer der acht verbliebenen Nationen den 3. Durchgang noch mal absolvieren zu lassen. Dies hat die Jury unterlassen mit der für mich schwer nachvollziehbaren Begründung, das sei auch Wunsch der Fernsehanstalten gewesen. Als ob es in der Olympischen Geschichte noch nie längere Unterbrechungen gegeben hätte. Noch besser wäre gewesen, den Wettbewerb angesichts des drohenden Schneefalls schneller ablaufen zu lassen …
Zum Punkt „geraubte Medaille“:  Zur Wahrheit gehört allerdings, dass die Deutschen vor dem entscheidenden Durchgang von Raimund schon sehr viel Rückstand hatten, der unter normalen Umständen kaum aufzuholen gewesen wäre. Die Deutschen trauern also einer (Gold)Medaille nach, die sie höchstens den Verhältnissen zu verdanken gehabt hätten (was es schon oft gegeben hat). Sportlich fair klingt anders, vor allem der Auftritt von Sportdirektor Horst Hüttel stieß bei mir sauer auf, der mehr oder weniger unverblümt sagte: sollen die anderen doch schauen, wie sie mit Drecksverhältnissen zurechtkommen, Hauptsache wir bekommen die Medaille.

Am verdienten Gold der Österreicher Jan Hörl und Stefan Embacher gab es eh nie den geringsten Zweifel. Sie erlösten das Springer-Team Austria, über dessen „Versager“ nach den bis dato medaillenlosen Spielen schon der Stab  gebrochen wurde.

 

Eine Kür zum Träumen

 

Ich meine den wundeschönen Lauf des japanischen Paares Riku Miura und Kihara Ryuichi. 4 Minuten voller Poesie, voller Höchstschwierigkeiten, vielleicht das Beste, was die Eiskunstlauf-Welt je gesehen hat in dieser traditionsreichen Disziplin (sagt der Münchner Löwe, der Eiskunstlauf-Super-Auskenner …). Die Punktrichter jedenfalls sahen das Außergewöhnliche, vergaben so viele Punkte wie noch nie für eine Kür. Ausgemerzt war die verpatzte Kurzkür, die das Weltmeisterpaar auf Platz 5 noch recht glimpflich beendete (jaja, die Punktrichter …).
Schon bevor die Führenden Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin als Letzte zur Kür schritten, war klar: Nur ein absolut fehlerloser Lauf würde den Deutschen zu Gold reichen – wenn überhaupt. Doch schon beim dreifachen Salchow patzte Hase, sprang nur einfach, damit war der Goldtraum dahin. Es reichte letztlich zu Bronze, und nach einer ersten kleinen Enttäuschung waren beide auch hochzufrieden mit der Medaille.
Grotesk empfand ich die Überschriften all überall in den Online-Medien: „Gold verpasst“ anstatt „Bronze gewonnen“. Warum kann man nicht einfach eine großartige Leistung von anderen würdigen?  Zumal Medaillengewinner für detsche AthletInnen höchst rar gesät sind, außer …

 

Danke, lieber Eiskanal

 

Die Röhre in Cortina wurde ja gerade noch rechtzeitig fertig, zur Ver- und Bewunderung fast aller Beobachter. Aus deutscher Sicht kann man nur sagen: Gott sei Dank. Denn während in anderen Sportarten die hiesigen AthletInnen allzu oft  mehr oder weniger weit weg von der Spitze vorbeifahren und -springen, sammeln sie in Cortina Edelmetall im Überfluss.
Vorläufiger Höhepunkt der Erfolgsstory war der Zweierbob der Männer. Johannes Lochner siegte vor seinem Erzrivalen Francesco Friedrich und Adam Ammour (I love that name). Deutscher Dreifach-Erfolg, das hatten bei diesen Spielen nur die schwedischen Langlauf-Sprinterinnen geschafft. Nach der Silbermedaille von Laura Nolte im Monobob und den reich bedachten Rodlern und Skeletoni also der Meaillen-Sweep. Ein Sonderlob gebührt den Technikern vor allem denen des FES (Institut für Forschung und Entwicklung), das maßgeschneiderte Gefährte und Kufen gezimmert haben. Berliner Wertarbeit, wer in der Hauptstadt kann das noch von sich behaupten?
20 Medaillen hatten die deutschen SportlerInnen bis Dienstagabend gesammelt, 15 (!) davon im Eiskanal. Nough said zu diesem ungesunden Verhältnis, außer: Es stehen im Bob noch der Frauen-Zweier und Vierer-Männer an …

 

Und sonst?

 

  • Biathlon: Die 3 dominierenden Nationen machten die Männer-Staffel unter sich aus. Frankreich siegte trotz der Strafrunde für Startläufer Fabien Claude vor Norwegen und Schweden. Das deutsche Quartett wurde Vierter – immerhin Best of the Rest. Obs die Frauen am Mittwoch besser machen? Ich hab meine Zweifel.
  • Eisschnelllauf: Wieder was gelernt: Im Mannschaftswettbwerb gibt es keine Führungswechsel mehr. Eine fährt die gesamten 3000 Meter voran, die anderen beiden eng hinterher, zum Teil mit (erlaubter) Berührung. Führungswechsel, so die neueste Erkenntnis, würden zu viel Zeit kosten und wären zudem zu fehleranfällig. Es siegten die kanadischen Frauen und die italienischen Männer.
  • Ski Freestyle: Wer kann, möge sich in der Mediathek das Männer-Finale im Big Air anschauen. Schon beim Zuschauen wirds einem angesichts der Drehungen und Windungen (bis zu sechsfach!) schwindlig. Gewonnen hat ein allen Experten bis dato fast unbekannter Norweger namens Tormod Frostad vor dem US Boy Mac Forehand (wieso spielt der nicht Tennis, hihi?) und Matej Svancer aus Österreich.

Das wird Molympico, Mittwoch

Pflichtprogramm

 

10/13:30: Slalom der Frauen

 

Normalerweise müsste ich über die Top-Favoritin nicht eine Sekunde nachdenken. Doch Mikaela Shiffrin und Olympia, das ist sei Peking 2022 eine fast verstörende Unerfolgsgeschichte. Dort blieb sie in 6 Starts ohne Medaille, und auch in Cortina will nichts funktionieren. Im Team-Wettbwerb verbremste sie komplett ihren Slalom und fiel noch auf Platz 4 zurück, machdem ihre Partnerin Breezy Johnson mit der besten Abfahrt Gold eigentlich pfannenfertig serviert hatte.
Mittleweile scheint Olympia ein Trauma für Shiffrin, und die große Frage ist, ob sie in ihrer Lieblingsdisziplin Slalom (8 von 9 Rennen diese Saison hat sie gewonnenden Schalter einfach wieder umlegen kann.
Die Konkurrenz wartet nur auf Fehler: Allen voran Camille Rast: Die Schweizerin ist die Einzige, die Shiffrin diese Saison besiegt hat. Auch ihre Landsfrau Wendy Holdener, Lara Colturi aus Albanien (die Mutter Daniela Ceccharelli holte 1998 Super-G-Gold für Italien) und Shiffrins Landsfrau Paula Moltzan rechnen sich gute Chancen aus, wie Katharina Truppe aus Österreich, selbstbewusst Gold aus dem Teamwettbewerb .
Auch  Deutschinnen haben sehr gute Chancen: Emma Aicher hat schon 2 Silber-Medaillen im Gepäck, der Slalomhang liegt ihr. Lena Dürr befindet sich in glänzender Form, wie ihr erster Riesen-Slalodruchgang bewies. Ihr hauptproblem: 2 gleichgute Läufe in den Schnee zu zaubern. Erinnert sei noch einmal an Peking, als sie im ersten Lauf Bestzeit fuhr und im 2. Durchgang auf Rang 4 zurückfiel.

 

14:45: Biathlon, Staffel Frauen

 

Die Frauen müssen nur 6 Kilometer bewältigen. Wie die Männer gehts für jede Läuferin einmal zum Liegend- und einmal zum Stehendschießen, wie gehabt bei Staffeln mit je 3 nachladern.
Für mich recht klare Favoritinnen sind die Französinnen. Lou Jeanmonnot und Julia Simon haben ihre Goldmedaillen schon sicher aus der Mixed-Staffel, Simon siegte außerdem im Einzel, Jeanmonnot holte 2 weitere Medaillen in Einzel und Sprint. Ein kleines Fragezeichen setze ich hinter Justine Braisaz-Bouchet, die am Schießstand hinter den Erwartungen bleibt.
Die Norwegerinnen dürften die schärfsten Konkurrentinnen sein. Wenn sie ihre Schlussläuferin Maren Kirkeeide in Schlagdistanz ins Rennen schicken, ist alles möglich, die Sprint-Olympisiegerin und Vefolgungs-Zweite ist Meisterin des Endspurts.
Die Deutschinnen um Franziska Preuß haben allenfalls Außenseiter-Chancen, gespannt bin ich auf die Schwedinnen, gerade die Öberg-Schwestern Hanna und Elvira können mit den Spielen nicht zufrieden sein.

 

12:10: Eishockey, Deutschland – Slowakei

 

Angesichts der anderen Kaliber (Kanada, USA) sind die Slowaken noch ein „angenehmer“ Gegner. Schwer genug wirds trotzdem, diese tradtionelle Eishockey-Mannschaft zu bezwingen, die immerhin die stark eingeschätzten Finnen zu Beginn des Turniers gleich 4:1 wegschossen. Mannschaftlich präsentieren sich die Slowaken sehr gut, aufzupassen gilt es auf ihren Top-Scorer Juraj Slavkovsy von den Montreal Canadians.
Die Deutschen nahmen die Zwischenrunden-Hürde Frankreich recht souverän mit 5:1, eine Steigerung wird allerdings dringend nötig sein.

Im Laufe des Tages die 3 weiteren Viertelfinali: Kanada – Tschechien (16:40), Finnland – Schweiz (18:10) und USA – Schweden/Lettland (21:10).

 

Wird sicher spannend

 

11:45/12:15: Skilanglauf, Teamsprint Finale Frauen und Männer

 

Gelaufen wird in der Freien Technik, also Skating. Im Finale treffen die 8 besten Zweierteams aufeinander. Insgesamt sind 6 Runden zu bewältigen, jeweils abwechselnd.
Es gibt jeweils einen klaren Favoriten: Schweden bei den Frauen, Norwegen bei den Männern, wo Johannes Klaebo seinen 10. Olympiasieg anpeilt. Härteste Gegner sind die Norwegerinnen und Franzosen, vielleicht auch ItalienerInnen.
2022 gewann übrigens ein deutsches Duo sensationell bei den Frauen: Victoria Carl und Katharina Hennig siegten im Klassischen Stil. Carl fehlt allerdings wegen eines positiven Dopingbefunds (ein Bundeswehr arzt hatte ein falsches Erkältungsmittel gegeben, Carl nicht aufgepasst). Für Deutschland werden somit Laura Gimmler und Carina Rydzek an den Start gehen. Schon de Finaleinzug wäre eine positive Überraschung.

 

21:00: Shorttrack, Staffel 3000 Meter Frauen

 

Südkorea, Kanada, Holland und Italien haben sich fürs A-Finale qualfiziert. 4 Frauen bilden ein Team. Eine ist im Wettkampfmodus auf der Bahn, die anderen halten sich im Innenraum bereit und können jedezeit durch Anschieben abgelöst werden. Das perfekte Durcheinander, Stürze und Behinderungen sind programmiert. Fantastisch zum Anschaun auch ohne jede Ahnung. Im Zweifel gewinnt dann eh Holland, oder?

 

Molympico Giorno

Skandal um den Ukrainer Heraskewytsch

 

Das IOC hat den Skeletoni tatsächlich disqualifitziert. Wegen des beanstandeten Helmes, auf dem Bilder von rund 20 der insgesamt 100 ukrainischen Sportler geklebt waren, die im Krieg von Kugeln oder Bomben getötet wurden. Das IOC sah hierin eine – verbotene – politische Botschaft, Verteidiger von Wladislaw Heraskewytsch sprechen von einer – nicht verbotenen – Erinnerung an gute Freunde.
Schon nach den Trainingsläufen mit diesen Helm kündigte das IOC die Disqualifikation an, sollte er diesen auch im Wettkampf benutzen. Hweraskewytsch blieb dabei. Er habe nicht provozieren wollen, sondern nur erinnern, sagte er. Und verwies unter anderem auf den „goldenen“ deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, der bei der Siegerehrung in Peking das Foto seiner verstorbenen Ehefrau in die Kameras hielt (ohne Sanktion, warum auch?).

Zwar sprach offiziell der Skeleton-Verband die Disqualifikion aus, aber sicher nach Absprache mit dem IOC. Insofern war der Auftritt von Kirsty Coventry pure Heuchelei, als sie beim ZDF in Tränen ausbrach. Wenn denn jemand die Disqualifikation hätte verhindern können, dann wohl die IOC-Chefin. Sich hinter angebliche Regeln zu verschanzen – das ist erbärmlich.

Falls Heraskewitsch provozieren und die wieder zunehmende Russland-Freundlichkeit des IOC und der Verbände anprangern wollte, hat er sein Ziel erreicht. Kaum ein akkreditiertes Medium, das jetzt nicht groß berichtete. Wäre er ohne von vornherein ohne Beanstandungen gefahren, hätten die wenigsten die Aktion überhaupt mitbekommen, so weiß die ganze (Sport)Welt davon. Streisand-Effekt at its best.

https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt

Emma Aicher tappt in die Kursfalle

 

Dass der Super-G extrem anspruchsvoll, ja fast bösartig gesetzt war, zeichnete sich schon bei den ersten Läuferinnen ab. Reihenweise fuhren die besten Skiläuferinnen mit zu hohem Tempo in die tricky gesetzten Tor-Kombinationen und schieden aus.

Hirn anschalten war also angesagt, und allein das Podium zeigt, dass Erfahrung extrem nützlich war. Es siegte die Italienerin Federica Brignone (35) vor der Französin Romaine Miradoli (31) und Conni Hütter (33) aus Österreich. Die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann schied ebenso aus wie Emma Aicher, die zwar die erste Klippe gut nahm, an der zweiten aber grandios scheiterte. Sie wirds verkraften nach zwei Silbermedaillen, und ob es für eine Medaille oder gar den Sieg gereicht hätte, wage ich anhand der Zwischenzeiten eher zu berzweifeln. Auch die anderen Abfahrts-Medaillengewinnerinnen Breezy Johnson und Sofia Goggia sahen das Ziel nicht. Goggia schied gar mit der klar besten Zwischenzeit auf, ein typischer Lauf der risikobereiten Italienerin, der letztlich nicht gut gehen konnte.

So gab es tatsächlich das Happy End für Brignone, das kaum jemand für möglich gehalten hatte. Im April hatte sie sich bei einem Sturz bei den nationalen Meisterschaften so ziemlich alles am linken Bein verletzt, was man sich verletzen kann. Schien- und Wadenbeinbruch, dazu Kreuzbandriss. Doch die Italienerin hatte dieses eine Ziel: Heim-Olympia in Cortina, dafür nahm sie alle Qualen und bis zuletzt enorme Schmerzen in Kauf. Noch vor ein paar Tagen lag ihr Start in den Sternen, weil sie zu große Schmerzen hatte, die Ersatzfahrerin stand schon bereit.

Und dann diese Fahrt, maßvoll, wo es nötig war, mit Tempo, wo es der Kurs zuließ. Das ist ja grundsätzlich der Reiz des Super-Gs, der schnell gesteckt ist und ohne Trainingslauf bewältigt werden muss. Doch meines Erachtens hatte es der norwegische Kurssetzer übertrieben. Gerade beim Olympischen Lauf eine Falle nach der anderen aufzustellen (mit für Super-G ungewohnt kurzen Torabständen), kann nicht der Sinn der Sache sein. Schön anzusehen ist es auch nicht, wenn die besten Skifahrerinnen der Welt wie Anfängerinnen die Tore verpassen (in die Garage fahren, wie es so unschön heißt).

 

Das letzte Schießen – eine Qual

 

Dreimal hatte Franziska Preuß beim Einzel fehlerlos je fünf Scheiben abgeräumt, als sie zum letzten Stehendanschlag fuhr. Klar war: Würden erneut alle Scheiben fallen, wäre eine Medaille sicher. Doch die Weltcup-Gesamtsiegerin 2025 zeigte Nerven (oder dachte sie zu viel nach?), sie ist ganz bestimmt nicht die erste, der dieses Malheur passierte. Zwei Strafminuten handelte sie sich ein, Medaillenchance dahin, auch weil sie in der Loipe nicht mehr in der Galaform der vergangenen Saison ist, einige Erkältungen kosteten zu viel Tribut.

So war der Weg frei für Julia Simon. Noch vor Olympia hatte sie Rennen sausen lassen, weil die Laufform überhaupt nicht da war. Die Allerschnellste war sie zwar immer noch nicht in der Loipe, aber was Madame am Schießstand abliefert, ist außergewöhnlich. So schnell wie sie feuert keine Frau die Schüsse ab – und auch nur ganz wenige Männer, wenn überhaupt. Wenn sie dann noch von 20 Versuchen 19 ins Ziel bringt, ist sie schwer zu schlagen. Noch nicht einmal von ihrer überragenden Landsfrau Lou Jeanmonnot, die trotz zweier Fehlschüsse immerhin noch zu Silber lief.

Die Sensation schlechthin lieferte allerdings Lara Hristova. Die Bulgarin eroberte ohne Schießfehler die Bronzemedaille. Sogar Franziska Preuß fragte ungläubig nach, wer zum Teufel diese 22-jährige junge Frau war, die perfekt schoss und auch in der Loipe recht gut zurecht kam. Besser zum Beispiel als die unglückliche Vanessa Voigt, die bei ebenfalls fehlerfreier Darbietung 13 Sekunden langsamer war und „nur“ Vierte wurde. Platz 4 wäre im Weltcup eine fantastische Platzierung gewesen, bei Olympia gibts nur die symbolische Blech(Holz-)Medaille.

 

Drama um Wennemars

 

Sportlich vielleicht bisher sogar der größte Aufreger der Spiele, für die Eisschnelllauf-Nation Holland sogar ganz bestimmt. In aller Kürze: Joop Wennemars ist über 1000 Meter klar auf Medaillenkurs, doch beim letzten Seitenwechsel übersieht sein Laufpartner Ziwen Lian aus China klar die Vorfahrt und schneidet Wennemars den Weg ab. Der muss abbremsen, verliert bei dem Manöver mindestens eine halbe Sekunde (eher mehr) und der Medaillentraum ist geplatzt. Im Ziel ist der Holländer drauf und dran, dass er Ziwen an die Gurgel gehen  will, der so tut, als sei nichts gewesen. Später wird der Chinese wegen seines klar sportwidrigen Verhaltens disqualfiziert, doch davon kann sich Wennemars natürlich nichts kaufen
Im nächsten Lauf fährt ausgerechnet Ziwens Landsmann Zhongyang Ning zu Bronze mit einer Zeit, die Wennemars ohne Behndeung mit Sicheheit klar unterboten hätte. Nach seinem Protest darf er zwar noch einmal starten, doch nur eine halbe Stunde nach dem ersten Lauf fehlt ihm natürlich die Kraft und er kann die zweit nicht unterbieten. Hinterher beschwerte er sich bitter, dass die Pause viel zu kurz gewesen sei.
Der eine Chinese verhilft dem Landsmann mit einem klar sportwidrigen Verhalten zu Bronze, ich bin tatsächlich geneigt, dass das absichtlich war (leide traue ich mittleweile fast jedem Sportler fast alles zu für einen Vorteil). Das lässt sich natürlich nicht beweisen, ich erinnere aber ungerne an den Formel-1-Fahrer Nelson Piquet jr., der mit voller Absicht einen Unfall verursachte, damit Teamkollege Fernando Alonso das Rennen gewann. Hätte vorher auch niemand geglaubt, dass so etwas möglich ist.
Zumindest am Sieg des überragenden Jordan Stolz gab es nicht die geringsten Zweifel. De Amerikaner siegte mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Holländer Jening de Boo. In dessen Zeitbereich wäre Wennemars ohne Behinderung wohl gefahren.

 

Wenn nur die Kunst zählt

 

Eistanzen ist nicht so meines, obwohl Torvill/Dean natürlich unvegessen sind: Was am Mittwoch aber  die beste Paare aufs Eis zauberten, hat mich dann doch gefesselt, vor allem die US-Amerikaner und die Franzosen. Zunächst Madison Chock und Matthew Bates. Zu „Paint it Black“ tanzten sie einen Torero, in Schwarz gekleidet und roten Tuch. Schnell und ambitioniert wirkte es und ziemlich frisch. Den Gegensatz dazu lieferten Laurence Fornier Beaudry und Guiilaume Cizeron. Sie malten ein Gesamtkunstwerk aufs Eis, nicht ganz so spritzig wie die Amerikaner, aber mit vollendeter Harmonie (was ich aufgrund des klaren Urteils der Jury erst beim zweiten Mal anschauen wirklich zu würdigen weiß, denn ich hätte die Amis vorne gesehen). So ging Gold an Frankreich, und Ceizeron gelang Historisches. Noch nie hat ein Eistänzer Olympiagold mit zwei Partnerinnen gewonnen. 2022 hatte er mit Gabriella Papadakis triumphiert

Wer die Franzosen bewundern will (die Amis sucht ihr bei Youtube)

https://www.eurosport.de/eiskunstlauf/olympia-mailand-cortina/2026/laurence-fournier-beaudry-und-guillaume-cizeron-gewinnen-goldmedaille-gesamtkunstwerk_vid60055020/video.shtml

 

Und sonst?

 

  • Rodeln: Die Doppelsitzer bei Frauen und Männern wurden zu einer italienischen Angelegenheit, die beide Wettbewerbe für sich entscheiden. Bei den Frauen siegten Voetter/Oberhofer vor den deutschen Eitberger/Matschina und Egle/Kipp aus Österreich, bei den Männern Rieder/Kainzwaldn vor den Österreichern Steu/Kindl und den Deutschen Wendl/Arlt. Medaillenvielfalt à la Rodeln. Wenn die von Olympia ausgeschlossenen Kombinierinnen diese einseitigen Konkurrenzen (gerade 11 Frauenpaare waren dabei) gesehen haben, müssen sie sich komplett verschaukelt fühlen. Denn genau die mangelnde Quantität ist eines der Hauptgründe, warum sich Olympia den Kombinierinnen verschließt.
  • Ski Freestyle: Die Australierin Jakara Anthony ist die klar beste Buckelpistenfahrerin der Welt. Im Olympiafinale geriet sie aus dem Rhythmus und musste die Fahrt abbrechen. Den Sieg erbte Elizabeth Lemley, gerade 20 Jahre jung.

Das wird molympico, Samstag

Anmerkung: So lang wie diesmal wird es nicht mehr werden können, wenn Ski und Rodel erst mal gut, sprich los  sind. Trotzdem noch mal der Hinweis: Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Das gilt vor allem auch für meine FavoritInnen.

 

Pflichtprogramm

 

11:30: Abfahrt der Männer (ARD und Eurosport) 

 

Paukenschlag mit der 1. Entscheidung überhaupt, oder: Das Beste kommt zuerst. Die Abfahrt gilt als Königsdisziplin der Alpinen, und für Österreicher wie Schweizer ist das vielleicht sogar der wichtigste Wettbewerb der gesamten Spiele. Hier ein Triumph, und die Bilanz ist schon mal gerettet. Wie 1976 in Innsbruck, als ebenfalls die Männer-Abfahrt der erste olympische Wettbewerb war. Alle Last lag auf Franz Klammer, der gewinnen MUSSTE! Tagelang gab es kein anderes Thema als seine Skier, ob er mit einem Lochmodell starten würde oder nicht (er tat es nicht). Irgendwie behielt der Kärntner die Nerven beisammen, stürzte sich verwegen den Patscherkofel hinunter und fing mit Startnummer 15 den führenden Bernhard Russi noch ab. Österreich jubelte, die Spiele waren gerettet!
Ganz so viel Seelenheil werden die Italiener hoffentlich nicht in ihre 4 Abfahrer legen, aber das Quartett gilt auf der schwierigen, wenngleich diesmal nicht ganz so eisigen Stelvio nach Bormio hinunter mit Sicherheit zu den Favoriten. Ob Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni, der 2-Meter-Riese Dominik Paris und die jederzeit zu beachtenden Mattia Cassia und Florian Schieder. Die Trainingszeiten sind zwar mit Vorsicht zu genießen, aber gerade Franzoni und Cassia trumpften mit Bestzeiten in den ersten beiden Läufen.
Und doch: Gold geht wohl nur über die Schweizer Franjo van Allmen und Marco Odermatt. Mich hat van Allmen zuletzt bei der Abfahrt in Crans Montana schwer beeindruckt, als er die Konkurrenz förmlich deklassierte, über Odermatts Ausnahmetalent auf (Abfahrts)-Skiern brauche ich hier nicht zu diskutieren.
Echte Außenseiter haben auf der anspruchsvollen Stelvio erfahrungsgemäß nichts zu melden, aber natürlich gilt es bei Großereignissen, immer auch die Nordamerikaner zu beachten, egal ob aus den USA (Ryan Cochran Siegle) oder Kanada (James Crawford, Cameron Alexander).
Und die Österreicher? Wandelt einer auf den Spuren vom Klammer Franz? Wenn überhaupt, dann Vincenz Kriechmayr, aber schon eine Medaille wäre ein Riesenerfolg.
Wer hier Deutsche vermisst: Ich such‘ auch noch … Luis Vogt ist ja nicht dabei (Platz 8 in Kitz war zu spät und zu wenig, grummel).

 

18:40, Skispringen Frauen, Normalschanze

 

Es gibt eine klare Favoritin. Nika Prevc aus Slowenien kann sich übertrieben gesagt nur selbst schlagen, was ihr in dieser Saison allerdings höchst selten gelungen ist. Die erst 20-Jährige aus der Prevc-Dynastie (ihr jüngster älterer Bruder Domen ist diese Saison bei den Männern das Um und Auf) dominiert auf kleinen und großen Schanzen die Konkurrenz nach Belieben. Aber gerade bei Olympia hat man schon die tollsten Überraschungen gesehen, man denke nur an den Sensationspoloen Woyzech Fortuna (sic!), der 1972 vom Winde begünstigt den heimischen und klar favorisierten Japanern auf und davon flog, eine Bö hatte ihn davongetragen.
MIt neuem Reglement (Windkorridor und Handicap-Punkten) versuchen Regelhüter seit ein paar Jahren zu verhindern, dass es eine komplette Windlotteri gibt, doch schiebt es von hinten, dann hat eben auch eine Nika Prevc keine Chance, wenns bei der anderen von vorn trägt.
Und dann? Dürfen sich auch Deutsche Hoffnungen machen. Wie Carola Vogt, die bei der Frauen-Premiere 2014 n Sotschi triumphierte. Jetzt rechnen sich vor allem Katharina Schmid und Selina Freitag Medaillenchancen aus. Schmid hat allerdings schon am Tag zuvor eine nicht zu unterschätzende Belastung vor sich. Sie trägt nämlich bei de Eröffnung die deutsche Fahne, hoch oben in Predazzo im bergigen Anteil dieser Eröffnungsfeier. Eine tolle Ehre, gewiss, aber eben auch eine Ehre, die Kräfte und Konzentration nimmt (vielleicht aber auch beflügelt?). Die Japanerinnen habe ich auf dem Zettel und auch die Österreicherin Lisa Eder

Gesprungen wird auf der ungebauten WM-Schanze von Predazzo. Dieser Umbau sorgt für erheblichen Unmut, weil im Sommer beim ersten herantasten mehrere Springerinnen stürzten, manche dbei so schwer, dass sie wegen Kreuzbandrissen die Saison beenden mussten (nicht jede ist eine Lindsey Vonn). Jetzt hat man nachgebessert, und tatsächlich verliefen die Trainings jetzt weitgehend störungsfrei.

 

Wird sicher spannend

 

13:00: Skiathlon der Frauen

 

Ein noch relativ neuer Langlauf-Wettbewerb. Die Nordischen Skisportler sind sehr tradtionsverbunden. Deshalb ist der Diagonalschritt noch nicht verschwunden, obwohl das Skaten, also die Freie Technik viel schneller ist (keiner käme allerdings auch auf die Idee, das Brustschwimmen abzuschaffen, weil Kraulen schneller ist). Skiathlon verbindet die beiden Techniken Los geht es im Massenstart im sog. Klassischen Stil (Diagonal), nach 10 Kilometern dann der Wechsel zur Freien Technik (Skating). Weil man hier andere Skier braucht als dort (anderes Wachs, andere Länge, anderer Schliff), gibt es einen Ski- und Stöckewechsel in einer klar festgelegten Zone: immer hübsch anzusehen, aber schon manche Hoffnung ist an einem total missglückten „Boxenstopp“ zerschellt.

Klare Favoritin ist Jonna Sundling (wie wahrscheinlich in allen Langlaufwettbewerben). Die Schwedin hat bei der letzten WM in Trondheim mächtig abgeräumt, und das im „feindlichen“ Norwegen. In dieser Saison hat sie sich allerdings nicht sehr oft sehen lassen, fehlte etwa bei der Tour de Ski. Dort triumphierte Jessie Diggins, die Amerikanerin gilt im Skiathlon als einige seriöse Kontrahentin. Dahinter kämpfen die restlichen Schwedinnen (Ebba Andersen?), natürlich die Norwegerinnen um die Medaillen. Sehr zu beachten ist die Österreicherin Theresa Stadlober, die vor 4 jahren in dieser Disziplin Bronze holte (die große Frage hier: was macht Mama Roswitha Stadlober, für die als ÖSV-Präsidentin eigentlich die Männer-Abfahrt Pflicht ist?).

 

19:30: Big Air Männer

 

Spannung bedeutet hier weniger Fingernägelkauen, wer gewinnt (mir wurscht, welcher Aussie), sondern ob wie alle Athleten ihre artistischen Sprünge landen können. Ein visuelles Highlight der Spiele, in dem die Australier (!) und Nordamerikaner den Ton angeben.
Mit dem Snowboard fahren sie (in wenig sportlich aussehende Pluderhosen gewandet, man ist ja locker) ein gutes Stück bergab, eine Schanze wirft sie hoch in die Luft, und dann beginnen sie zu saltieren und schraubeln, dass es eine wahre Lust ist. Der Reporter behauptet mitzuzählen und brüllt „1080“ oder mittlerweile auch „1440“ in den Äther. Uns Zuschauern wird schon beim Zuschauen schwindlig, doch die Sportler finden sich (meist) gut in den Lüften zurecht und landen mehr oder weniger sicher im Schnee. Danach unbedingt lächeln, wie beim Eiskunstlauf, denn hier wie dort entscheiden Kampfrichter und verteilen Noten, die dann mit dem Schweirigkeitsgrad (je höher, desto besser) verrechnet werden.
Eine Besonderheit: Alle Wettbewerber haben sich ganz doll lieb und klatschen, wenn dem Kontrahenten mal was ganz Dolles gelungen ist. Eine große, glückliche Sport-Familie.

 

Und sonst?

 

  • Die Eishockey-Frauen sind schon mitten im Turnier. Deutschland hat das erste Spiel gegen Schweden verloren, jetzt (12:10) steht die Partie gegen Japan an.
  • Erste Entscheidung im Eisschnelllauf: Die Frauen bestreiten die 3000 Meter. Im Zweifel wird Oranje (Niederlande) bowen sein.