von Münchner Löwe | Juni 29, 2025 | Fußball, Radsport, Tennis, Wochenvorschau
Anfang Juli, das heißt es wird Zeit für zwei Weltereignisse des Sports: die Tour de France und Wimbledon, die klaren Aushängeschilder des Radsports und Tennis. Wer dann immer noch nicht genug hat, dem bleibt ja die Club-WM …
Pogacar unschlagbar – oder vielleicht doch nicht?
Glaub man den Auguren, müssen die Fahrer die 3.000 Kilometer rund durch Frankreich ab Samstag in Lille gar nicht erst in Angriff nehmen. Denn klarer Favorit ist erneut Tadej Pogacar. Nach einem grandiosen Frühjahr mit Siegen un ter anderem bei den Monumenten Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich ersparte er sich sogar die Strapazen des Giros. Offenbar ist der Slowene in Top-Form.
Gefährlich werden kann ihm wohl allenfalls Jonas Vingegaard. Der Däne ließ wie gehabt die Frühjahrsklassiker aus und konzentriert sich allein auf die Tour. Dass er dort mit Pogacar wenigstens einigermaßen mithalten konnte, zeigte er beim beim Criterium Dauphiné, die er hinter Pogacar als Zweiter beendete und in den Bergen fast ebenbürtig war.
Beim Criterium zeigte auch ein Deutscher auf. Florian Lipowitz wurde hinter Pogacar und Vingegaard Dritter und ließ sogar Hollands Hoffnung Doppelolympiasieger Remco Evenepoel, hinter sich. Dennoch wird er in seinem Bora-Team nicht als Kapitän in die Tour gehen. Diese Rolle hat der 36-jährige Primoz Roglic inne. Ein starker Rundfahrer, gewiss, aber immer wieder für kräfteraubende Stürze gut. Kurios: Sowohl Roglic (Skispringen) als auch Lipowitz (Biathlon) begannen ihre Karriere als Wintersportler, bevor sie umsattelten.
Die Entscheidung wird wie immer in den Bergen fallen. Ins Auge fallen die Bergankünfte am Mont Ventoux (16. Etappe/22. Juli), Superbagneres (14./19.Juli) und das Dach der Tour in Col de la Loz (2320 m Seehöhe/18./24. Juli).
2 Einzelzeitfahren wird es geben: Rund um Caen (flach 33 km/5. Etappe/9. Juli) und das Bergzeitfahren hoch nach Peyragudesüber 10,9 Kilometer und der 16-prozentigen Rampe am Flughafen.
Nach dem olympia-bedingten Schlussakkord 2024 in Nizza wird die Tour wie immer auf dem Camps Elysee enden, und zwar am 27. Juli.
Alles spricht für Alcáraz – oder widerwpricht etwa ein Fritz (Sinner)?
Schon am Montag gebührt Alcáraz als Titelverteidiger die Ehre, auf dem Center Court von Wimbledon das Turnier zu eröffnen. Paolo Fognini dürfte zwar unterhaltsame Elemente einbringen, letztlich aber chancenlos sein. Wie Pogacar gilt auch Alcáraz bei fast allen Experten als mehr oder weniger klarer Fvorit auf den Einzeltitel, es wäre sein dritter in Folge auf dem heiligen Rasen. Nicht nur gewann er das epische French-Open-Finale vor knapp einem Monat in Paris gegen Jannik Sinner, sondern zwei Wochen danach auch die Generalprobe in Queens, praktisch ohne Eingewöhnung auf Rasen.
Zumindest nominell geht Jannik Sinner als Nummer 1 ins Rennen. Trotz leichter Rasenschwächedürfte der Italiener wieder weit kommen, ob es zum Finale oder sogar mehr reicht, bleicbt indes abzuwarten.
Als Best of the Rest hat sich Taylor Fritz empfohlen, der die Rasen-Turniere in Halle/Westfalen und zuletzt auch Eastbourne (dort allerdings gegen eher zweitklassige Konkurrenz) für sich entschied.
Fritz wäre ein möglicher Viertelfinal-Gegner von Deutschlands einzig seriöser Titelhoffnung (naja) Alexander Zverev. Der hat absurderweise in Wimbledon allerdings noch nie die Runde der besten Acht erreicht.
Nicht nur mein Dark horse ist Alexander Bublik. Der Kasache brillierte in Halle und hat das perfekte Rasenspiel. Und natürlich immer der ewige Novak Djokovic, der Finalist 2023 und 2024 und 24-malige Grand-Slam-Triumphator.
So klar die Sache bei den Männern scheint, so offen ist das Feld bei den Frauen. Wimbledon war zuletzt ein (H)ort der Überraschungen. Zuletzt siegten dort die Tschechinnen Barbora Krejcikova (2024), Marketa Vondrousova (2023) und Lena Rybakina aus Weißrussland (2022). Alles tolle Spielerinnen, gewiss aber auch aufgrund von Verletzungen keineswegs dominierend in der Tour. Dagegen sind die Top-Frauen Aryna Sabalenka, Iga Swiatek und Coco Gauff bisher nicht mal in die Nähe eines Turniersieges in Wimbledon gekommen. Schon in der 3. Runde könnte es zum Knaller Vondrousova vs Sabalenka kommen. Ich persönlich bin auch sehr auf das Abschneiden von Australian-Open-Siegerin Madison Keys gespannt, die grundsätzlich alles für ein gutes Rasenspiel mitbringt, es aber bisher nie auf den Rasen brachte.
Und Tatjana Maria? Der Queens-Siegerin (und gleich zur Königin gekürte) Schwäbin ist alles zuzutrauen, nach oben und unten. Nach einer machbar klingenden Erstrundenaufgabe gegen Katie Volynets wartet allerdings wahrscheinlich Jessica Pegula, gerade die Siegerin von Bad Homburg geworden.
Übertragen wird das Ganze bei Amazon Prime. Mir hat das im vergangenen Jahr hervorragend gefallen mit ihrem Studio vor Ort und auch den Reportern vor Ort. Das ist einfach was anderes, als wenn sich die Eurosport-Crew fast ausschließlich aus ihrem Studio in München meldet. Schaum wir mal, ob es wieder so gut wird.
Deutschinnen voller Hoffnung
Die Fußball-EM der Frauen in der Schweiz beginnt am Freitag. 16 Mannschaften haben sich qualifiziert. Das deutsche Team rechnet sich durchaus Chancen aus, die Gruppe mit Polen, Dänemark und Schweden ist allerdingsh kein Selbstgänger, auch wenn gerade die Däninnen ihre wirklich gute Zeit hinter sich haben.
Ich kann tatsächlich zum Team wenig sagen, prägende Spielerinnen wie Torhüterin Almuth Schult und Stürmerin Alexandra Popp sind nicht mehr dabei, dafür hat sich Giulia Gwinn, so etwas wie das Postergirl, in den Vordergrund gespielt. Christian Wück ist der Bundestrainer, der in dieversen Jugendnationalmannschaften schon gezeigt hat, dass er mit frauen arbeiten kann.
Als große Favoritinnen schätze ich England und Spanien ein. Die Engländerinnen profitieren von der in allen Belangenbesten Liga zumindest in Europa, die Spanierinnen von ihren glänzenden Einzelspielerinnen, wobei ihre beste Akteurin, Aitana Bonmati mit einer Meningitis ins Krankenhaus musste. Wann sie ins Turnier eingreifen kann, ist derzeit noch unklar. Wenn allerdings eine Mannschaft einen solchen Verlust kompensieren kann, dann die Weltmeisterinnen von 2023.
Und sonst
- Die Fußball-Club-WM: Nach der ewigen Vorrunde werden gerade die Achtelfinali gespielt und dann am Freitag und Samstag die Viertelfinali. Wers braucht …
- Diamond League in Eugene: Mal sehen, welche Leichtathleten sich den Trip zur US-Westküste antun.
- Formel 1 in Silverstone: Das Heimrennen für Lando Norris (McLaren), George Russell (Mercedes) und Lewis Hamilton (Ferrari). Obs was hilft gegen WM-Leader Oscar Piastri (McLaren) und Weltmeister Max Verstappen (Red Bull)?
- Golf: BMW Open in München Eichenried. Die ganz großen Namen suche ich vergeblich, vielleicht Sergio Garcia und Matthew Fitzpatrick. Am Schlag ist immerhin die deutschen Top-Spieler Stephan Jäger und Matti Schmid wowie auch Martin Kaymer.
von Münchner Löwe | Juni 24, 2025 | basketball, Fußball, Tennis, Wochenrückschau
Bubliks Rasenzauber
Publikumsliebling bei allen Turnieren ist Alexander Bublik schon lange. Er spielt ein extrem attraktives abwechslungsreiches Tennis. Nie vorhersehbar, was er als nächstes macht; ein Stop hier, eine unterschnittene Vorhand dort. Überschäumende Spielfreude von einem, der wahrscheinlich selbst nicht weiß, was er als Nächstes tun wird. Wenn er denn will, denn der Kasache gilt nicht als Trainingsweltmeister, der sein ganzes Leben dem Tennis unterordnet, sondern lieber Zeit mit der Familie verbringt. Work life balance at its best, der auch noch mit 50 einen gesunden Körper samt wachen Geist haben will. Und so gibt es auch viele Turniere, wo er keine Lust hat und die Matches abschenkt. Nur noch nach Hause will er dann.
Zurzeit allerdings läuft es wie geschnitten Brot bei Bublik. Schon der Einzug ins Viertelfinale bei den French Open war aufsehenerregend, und jetzt (auf seinem Lieblingsbelag Rasen) legte er in Halle/Westfalen nach und holte sich zum zweiten Mal nach 2023 die Siegestrophäe. Auf dem Weg dorthin begeisterte er durch sein wunderbares Tennis, besiegte unter anderem Jannik Sinner und Daniil Medwedew. Wir dürfen mehr als gespannt sein auf sein Abschneiden in Wimbledon ab nächster Woche. Sein Turniersieg spülte ihn noch auf Platz 30 der Weltrangliste, er wird also gesetzt sein (wahrscheinlich werden die Top-Spieler darüber ziemlich aufatmen).
In Halle endete Alexander Zverevs nächster Versuch, ein Rasenturnier zu gewinnen, im Halbfinale. Dort verlor er gegen „Angstgegner“ Daniil Medwedew in knapp drei Stunden. Jener Russe, der in diesem Jahr bisher extrem wenig erfolgreich war, doch jetzt zu alter Form zurückzukommen scheint. Trotz der Niederlage schaut Zverev einigermaßen zuversichtlich nach Wimbledon.
Die Top-Elite der Frauen traf sich in Wimbledon. Von den Top Ten fehlte in der Meldeliste nur Iga Swiatek. Umso erstaunlicher, dass sich im Finale Marketa Vondrousova aus Tschechien und die Chinesin Wang trafen. Vondrousova immerhin hat auf Gras ihre Stärke mit dem Wimbledonsieg 2022 eindrücklich hinterlegt und spielte eine Woche lang großartiges Tennis mit Siegen unter anderem gegen Madison Keys in der 1. Runde und Aryna Sabalenka (Halbfinale). Im Endspiel brauchte sie dann 3 Sätze, um sich gegen die unverwüstliche Qualifikantin Wang durchzusetzen. Sie wird wie ihre Final-Konkurrentin für Wimbledon nicht gesetzt sein. Apropos: Wer für Wimbledon einen validen Turniersiegerinnen-Tipp hat: herzlichen Glückwunsch. Ich hab nicht die leiseste Ahn ung, wr in gut 2 Wochen die Trophäein die Luft stemmt. Eine „ova“ (also eine Tschechin) scheint wahrscheinlich, aber welche?
Auf den Spuren der Weltmeister 2014?
In einem jetzt schon legendären EM-Viertelfinale (naja vielleicht doch etwas aufgebauscht) setzten sich die Deutschen U-21-Männer gegen Italien durch. Nach dem 0:1 drehten Woltemade und Weiper die Partie. Die Italiener verloren die Nerven und 2 Spieler durch Platzverweise. Zu neunt gelang ihnen durch einen Freistoß in allerletzter Minute (hach haarsträubenden Abwehrfehler) der Ausgleich. Die Verlängerung war ein ewiges Anrennen 11:9 (meinetwegen 10:8), eher systemlos, aber mirt viel Leidenschaft gegen ebenso leidenschaftlich verteidigende Azzurri. Merlin Röhl erlöste die Deutschen mit seinem knallharten Schuss zum 3:2 und bewahrte sie vorm Elfmeterschießen und der möglichen Pleite in Überzahl.
Ein aufregendes Spiel, und schon werden Erinnerungen wach an diesen unfassbar starken 2009er-Jahrgang, als die Deutschen gar Europameister wurden. Und mit Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng und Mesut Özil in der Stammelf hatten, die 2014 Korsettstangen im Weltmeisterteam waren. Ob den heurigen Spielern Ähnliches gelingt, bleibt abzuwarten, aber einem Woltemade und Torwart abotube wird eine große Zukunft prophezeit.
Die Deutschen qualifizierten sich als einzige Gruppensieger fürs Halbfinale, in dem sie am Mittwoch (21:00) auf Frankreich treffen. Zuvor (18:00) ermitteln England und Holland den anderen Finalisten. Ausgeschieden sind dagegen die hochgehandelten Spanier und Portugiesen.
Und sonst?
- Tennis-Turniersiege feierten auch McCartney (wer zum Teufel nennt sein Mädchen so?) Kessler (in Nottingham) Carlos Alcáraz (in Queens). Das Doppel in Halle sicherten sich Kevin Krawitz/Tim Pütz, eine gelungene Generalprobe des besten deutschen Paars für Wimbledon.
- Motorrad: Die Marquez-Festspiele in der MotoGP gehen weiter. In Mugello gewann Marc sowohl Sprint als auch Hauptrennen, jeweils vor seinem jüngeren Bruder Alexis. Allein diese beiden kommen noch für den WM-Titel in Frage.
- Basketball: Die deutschen Frauen haben sich in der „Hamburger Gruppe“ mit 2 Siegen gegen Schweden und Großbritannien (und einer Niederlage gegen Spanien) fürs Viertelfinale qualifiziert. Dort treffen sie am Mittwoch in Piräus auf den Turnierfavoriten Belgien. Eine fast nicht zu stemmende Aufgabe.
- US Sport: Die Florida Panthers verteidigten gegen die Edmonton Oilers den NHL-Titel. Erstmals feierte das Team der Oklahoma City Thunder über eine NBA-Meisterschaft. Mehr in aller Ausführlichkeit in gesonderten Texten.
Einen Mega-Transfer gab es schon vor dem offiziellen Start. Kevin Durant, trotz seiner 36 Jahre immer noch einer der besten Spieler der NBA, wechselt von den Phoenix Suns zu den Houston Rockets. Dafür erhält das Team aus Arizona Jalen Green, Dillon Brooks, den diesjährigen Nummer-10-Pick der Draft am Mittwoch. Die Meinungen, ob das genug Kompensation ist, sind geteilt. Ich glaube sehr viel mehr, war nicht rauszuschlagen, weil klar war, dass die Suns Durant unter allen Umständen loswerden wollten. Ob dieser den Rockets wirklich entscheidend weiterhilft, ist die große Frage. Ich persönlich habe da so meine Zweifel.
- Leichtathletik: Gina Lückenkemper stellte mit 10,93 Sekunden ihre persönliche Bestzeit über 100 Meter ein. Leider wird die Zeit offiziell nicht gewertet, weil der Wind mit 2,5 m/s etwas zu stark von hinten anschob. Trotzdem: Sie scheint in Form zu sein.
von Münchner Löwe | Juni 14, 2025 | Fußball
Anmerkung in eigener Sache: In der Nacht zu Sonntag beginnt die Club-WM in den USA mit dem Kracher Inter Miami (mit Lionel Messi) gegen Al Ahly. Ich werde dieses Turnier hier wenn überhaupt nur marginal begleiten. Für mich ist es ein Muster ohne jeden sportlichen Wert und eine reine Geldmacherei; für die FIFA und die beteiligten Clubs, vor allem die aus Europa. Es wird hier also zumindest in der Vorrunde keine Spielberichte und Ähnliches geben und eben auch keine Vorberichterstattung, in der ich irgendwelche Chancen für die Teams einschätze (auch weil ich bei den außereuropäischen Clubs keinen echten Einblick habe. Stand heute werde ich wenig bis nichts gucken, vielleicht hier und da eine Zusammenfassung. Und natürlich wird schon interessant zu sehen, wie das klappt mit Fußball in den USA, der Zuschauer-Begeisterung, noch dazu mit Donald-Präsident (weswegen sich zum Beispiel viele Latinos gar nicht in die Stadien trauen. Mal sehen, wie sichs entwickelt, und spätestens in der K.-o.-Runde wird das Ignorieren dann schon schwer, so wie ich mich kenne, seufz.
von Münchner Löwe | Juni 10, 2025 | Formel 1, Fußball, Golf, Leichtathletik, Tennis, Wochenvorschau
US Open im Golf, Formel 1 in Montreal, die Sportwelt schaut nach Amerika. Wo ja auch noch ein Fußball-Turnier stattfindet, das mich bisher allerdings überhaupt nicht interessiert
McIlroy? Scheffler? – oder ein Dritter Mann?
Das 3. Major-Turnier der Golfer startet ab Donnerstag. Gespielt wird auf dem extrem schwierigen Platz in Oakmont Country/Pennsylvania, und wer die Organisatoren der Open kennt, weiß, dass niedrige Scores nur sehr schwer zu erreichen sein werden. Als Favorit sehe ich Scottie Scheffle, zuletzt in bestechender Form und zwei großen Siegen in den USA, darunter die PGA Championshhips.Imme zu nennen ist auch Masters-Triumphator Rory McIlroy, seitdem allerdings nicht mehr groß in Erscheinung getreten. Diese beiden bekommen es mit gut zwei Dutzend seriöser Sieganwärter zu tun – wie immer beim Golf und erst recht bei den US Open.
Auch Phil Mickelsen ist dabei, dem die Open noch in seiner reichen Siegerssammlung fehlen als einziges Major. Vielleicht zum letzten Mal, denn seine automatische Teilnahmeberechtigung läuft aus. Allerdings wird der 55-Jährige schon froh sein, wenn er den Cut schafft.
Apropos US Open. Zu miener Schande und dem größten Bedauern habe ich das Frauen-Turnier vorvegangene Woche (!)völlig verschwitzt. Nachträglich sei wenigstens die Siegerin genannt: Es gewann die Schwedin Maja Stark, die ihren ersten Major-Triumph landete und dafür immerhin 2,4 Millionen Dollar kassierte. Unter Ausschluss zumindest der deutschen Sport-Öffentlichkeit (ich habs echt nicht mitbekommen). Die sich dann aufregt, wenn die Tennis-Frauen nicht zur besten Zeit gezeigt werden und am Abend auf dem Center Court spielen dürfen. Da darf ich mir auch gerne selbst an die Nase fassen.
McLarens wieder die Gejagten
Die Formel 1 macht wieder in Montreal Station, mein allerliebstes Rennen im Kalender, zumal es auch noch zur besten europäischen Sendezeit läuft (Start, Sonntag 20 Uhr). Nicht nur, aber schon auch wegen der berühmten „Wall of Champions“, jener Mauer, die nach einer verzwickten Kurvenkombination lauert und die schon die absoluten Weltklassefahrer wie auch ein Michael Schumacher schon geküsst haben.
Favoriten sind natürlich wieder die McLarens, das mit Abstand beste Auto im Feld. Der junge Australier fährt in dieser Saison bisher praktisch fehlerlos und ist noch stäker einzuschätzen als Teamkollege Lando Norris. Die Konkurrenz kann eigentlich nur hoffen, dass sie sich gegenseitig ins Gehege kommen, was bisher aledings ausblieb.
Die sagenumwobene Club-WM
Startet in der Nacht zu Sonntag mit dem Knaller Inter Miami (mit Lionel Messi und nur deshalb überhaupt dabei) gegen Al Ahly. Stand heute werde ich das geldige Turnier nicht besonders verfolgen. Wenn überhaupt etwas reizvoll sein könnte, dann die Vergleiche der südamerikanischen und europäischen Teams. Aus Deutschland dabei sind Bayern München und Borussia Dortmund, die mindestens 50 Millionen Euro kassieren, wenn es nur einigermaßen läuft. Der Teufel und der Haufen, ihr wisst schon …
Und sonst?
- BBL: Am Dienstag die 4. Spiele im Halbfinale: Würzburg erzwang gerade mit einem Sieg gerade Ulm ein 5. Spiel, gerade spielt Heidelberg gegen München und muss gewinnen, um nicht auszuscheiden. Die 5. Spiel(e) finden am Freitag statt.
- Tennis: Die Rasensaison beginnt mit Männer-Turnieren in Stuttgart (Zverev, Engel, Struff), ´s Hertogenbosch (Medwedew, Humbert). Dort sind auch die Frauen am Start (Samsonowa, Alexandrowa), die erstmals seit 1974 auch wieder in London (nicht Wimbledon ist gemeint) antreten (Qinwen Zheng, Keys).
- US Sport: Die Finalserien in NBA und NHL gehen langsam in die entscheidende Phase. Florida Panthers führen 2:1 vs Edmonton, das nächste Spiel in der Nacht zu Freitag in Florida). Die Serie zwischen den Oklahoma City Thunder und Indiana Pacers steht 1:1 (Nacht zu Donnerstag in Indianapolis).
- Leichtathletik: Bislet Games in Oslo, eines der schönsten Meetings im Rahmen der Diamond League am Donnerstag. In Deutschland nur gegen Aufgeld zu sehen. Sucht lieber per VPN einen britischen (BBC4), italienischen ode sonstigen Sender.
von Münchner Löwe | Juni 9, 2025 | Fußball, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Portugal gewinnt die Nations League, Coco Gauff in Paris, und die Füchse Berlin sind deutscher Handball-Meister.
Anmerkung: Zum Männer-Einzel https://blickueberdenteich.de/alcaraz-gewinnt-den-super-thriller/
und den NBA Finals https://blickueberdenteich.de/thunder-gleichen-aus/
gibt es gesonderte Texte
Unerwarteter Freudentaumel
Etwas überraschend, dafür umso verdienter hat sich Portugal die Nations League gesichert. In einem teilweise hochklassigen Finale setzten sich die Portugiesen im „Iberico“ gegen den großen Nachbarn Spanien nach Elfmeterschießen durch. Zweimal war Espana in Führung gegangen, zweimal glichen die Lusitanier aus. Unter den Torschützen war auch Cristiano Ronaldo, der zum 2:2 traf, kurz vor der Verlängerung allerdings wegen einer Muskel-Verletzung das Spielfeld verlassen musste.
Umso ergriffener war er nach dem letzten Elfer. während die Mitspieler in einem wahren Freudenknäuel versanken, vergoss er Tränen der Freude. Auch ich hab hier ja oft bemäkelt, CR7 schade diesem Team mehr als dass er nutze. Aber zum einen hat er immer noch den genialen Torriecher, zum anderen ist er absolut unangefochtener Volksheld, der hymnisch verehrt wird auch von seinen Mitspielern. Er muss schon von sich selbst sagen, dass es nicht mehr geht, und zurzeit geht es noch sehr gut..
Jedenfalls haben die Portugiesen eine wirklich aufregende Truppe zusammen ohne echte Schwachstelle, dafür mit Mittelfeldmotor Vitinha und Nuno Mendez überragende Einzelkönner, die zumindest am Sonntag auch den spanischen Jungstar Lamine Yamal deutlich in den Schatten stellten. Der hatte einen schwachen Tag und machte einen extrem lustlosen Eindruck.
Im Halbfinale hatten die Portugiesen ebenfalls in München die Deutschen bezwungen, völlig verdient am Ende, auch weil Bundestrainer Julian Nagelsmann mit seinen Wechseln danebengriff. Wie er etwa auf die Idee kommt, dass ein Niclas Füllkrug ohne jede Spielpraxis ein Gewinn wäre. Oder der völlig formlose Serge Gnabry. Klar, einige sehr wichtige Spieler fehlten (Musiala, Rüdiger, Kleindienst), aber der 2. Anzug passt noch gar nicht. Und zumindest Stand heute würde ich das Team nicht zu den engeren WM-Favoriten zählen, zumal das Turnier in Amerika stattfindet.
Gauff triumphiert auf der roten Asche
Sicher ist Sand nicht der Lieblingsbelag der Amerikanerin. Doch nachdem sie sich irgendwie ins Finale von Roland Garros gespielt hatte mit Erfolgen unter anderem gegen Australian-Open-Siegerin Madison Keys , zeigte sie nach einem Fehlstart gegen Aryna Sabalenka eine hervorragende Leistung. Sie drang vor allem in den Kopf der Weißrussin hinein, die vor allem über ihre eigenen Fehler mehr und mehr verzweifelte. Sympathien bei mir hat sie leider eh wenige: Ihre unerträgliche (!) Schreierei auf dem Platz und ihre Egomanie auf (der entnervte Blick zu ihren Leuten) und neben dem Platz sind nur schwer erträglich. Hinterher moserte sie fast ausschließlich über ihr Spiel. Was für eine Unsportlichkeit gegenüber Gauff, der sie den Eindruck vermittelte, die Amerikanerin habe nur wegen Sabalenkas Gnaden gewonnen, was natürlich reiner Blödsinn ist.
Die immer noch erst 21-jährige Gauff hat nun nach den US Open 2023 das 2. Grand-Slam-Turnier gewonnen, ihr Tief im vergangenen Jahr ist überwunden. Attraktives Tennis spielt sie eh, wir werden sehen, wie weit sie das noch führt.
Schöne Erfolge gab es für die deutschsprachigen Juniorinnen und Junioren. Die 17-jährige Österreicherin Lilli Tagger gewann die Mädchen-Konkurrenz. Faszinierend: Sie spielt mit einer einhändigen Rückhand, eine absolute Seltenheit bei den Frauen. Die 1,85 Meter helfen ihr zudem natürlich beim Aufschlag.
Ein rein deutsches Finale gab es bei den jungen Männern: Niels McDonald gewann gegen seinen guten Freund Max Schönhaus. Mehr als ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft, zumal die ebenfalls noch ganz jungen Justin Engel und Diego Dedura am Nachwuchsturnier gar nicht teilnahmen.
Berlin endlich Handball-Meister
Im letzten Spiel machten es die Füchse noch mal spannend. 3 Tore lagen sie kurz nach der Pause bei den Rhein-Neckar Löwen zurück, der für den Titel notwendige Punkt schien gefährdet. Doch dann rissen sich die Berliner zusammen, und angeführt von Welthandballer Mathias Gidsel siegten sie letztlich ungefährdet mit 38:33. So retteten sie einen Zähler Vorsprung gegenüber Titelverteidiger SC Magdeburg ins Ziel und holten die erste für die Hauptstadt nach der Wende (und die erste für den Westteil der Stadt überhaupt). Gidsel ist natürlich ein absoluter Glücksfall für die Füchse und die Bundesliga. Er hätte weit lukrativere Angebote in Spanien und Frankreich, zieht aber die ihn stets fordernde Bundesliga vor und genießt das für ihn recht ruhige Leben in de Hauptstadt. Und Jahr für Jahr zeigt er dann noch mit den Dänen, dass er der beste Handballer der Welt ist.
Am Ziel der Träume ist auch Bob Hanning, der vor 20 Jahren das Projekt Füchse-Handball in der Hauptstadt begann. Immer streitbar, aber oft mit erstklassigen Ideen. Die von ihm geförderte Jugendarbeit trägt Früchte und bringt viele Klassespieler heraus wie jetzt Fabian Wiede. Erinnert sei auch an den hochbegabten Paul Drux, der leider allzu früh wegen anhaltender Verletzungen seine Karriere beenden musste.
Die Füchse und Magdeburg sehen sich schon dieses Wochenende in Köln wieder, wenn die Champions League ihr Final Four austrägt. Der SCM trifft am Samstag im Halbfinale auf den FC Barcelona, Berlin auf Nantes, Handballfeste sind wahrscheinlich.
OIlers kassieren Heimpleite
Nach den ersten beiden Spielen in Edmonton steht die Finalserie zwischen den heimischen Oilers und Titelverteidiger Florida Panthers 1:1. Auch die 2. Partie ging in die Overtime, in der diesmal Florida das bessere Ende für sich hatte. Marchmant nutzte einen Konter, lief alleine auf Torwart Scottie Skinner zu und überwand diesen mit etwas Glück und viel Mühe.
Leon Draisaitl hatte für seine Oilers erneut ein Tor geschossen, nach brillanter Vorarbeit von Conor McDavid. In de Nacht zu Dienstag findet Spiel 3 in Florida statt
Und sonst?
- BBL: Die Favoriten haben nach dem jeweils dritten Halbfinalspiel die Nase vorn. Der FC Bayern führt gegen Heidelberg genauso mit 2:1 wie ratiopharm Ulm gegen Würzuburg. Die jeweils vierten Partien finden am Dienstag in Würzburg (18:30) und Heidelberg (20:00) statt.
- Motorrad: Marquez-Festspiele in Aragon. Im Sprint und Hauptrennen gewann jeweils Marc Marquez vor dem jüngeren Bruder Alexis. In der WM-Wertung führt Marc vor Alexis, der Dritte Francisco Bagnaia hat schon großen Rückstand.
- Rallye: In Sardinien war der französische Altmeister Sebastien Ogier mal wieder eine Klasse für sich. Der achtmalige Weltmeister siegte vor Odd Tanak aus Estland und dem Finnen Kalle Rovenpera.
- Schwimmen: Einen unglaublichen Weltrekord stellte die dreifache Olympiasiegerin Summer Mcintosh auf. Die Kanadierin siegte bei den nationalen WM-Ausscheidung über 400 Meter in 3:54,18 Minuten und blieb mehr als eine Sekunde unter der alten Bestleistung von Ariane Titmus.
- Leichtathletik: Einen Uraltrekord verbesserte der deutsche 1500-Meter-Läufer Robert Farken beim Diamond-League-Meeting in Rom. Er lief als Zweiter 3:30,80 und blieb 76 Hundertstel unter der Leistung von Thomas Wessinghage. Der war 3:31,56 im Jahr 1980 (!) in Koblenz gelaufen.
von Münchner Löwe | Juni 6, 2025 | Fußball
Ich versuche mit das gerade vorzustellen. 100+ Euro für die Partie Spanien gegen Frankreich in der Nations League zu bezahlen, um dieses live vor Ort im Stuttgarter Neckarstadion zu sehen. Okay, das kann man machen, es wurde ja aein ganz nettes Spiel …. Aber dann: Habe ich nichts Besseres zu tun, als Marc Cucurella auszupfeifen. Jenen Spanier, der im vergangenen Jahr im EM-Viertelfinale (im Neckarstadion!) jenes ominöse, allerdings vom Unparteiischen-Team nicht geahndete Handspiel beging, das „uns“ Deutschen. den Titel kostete. Sagt ja auch bis heute der Bundestrainer, der geniale Julian Nagelsmann.
So geschehen gestern beim am Ende grandiosen 5:4 der Spanier gegen Frankreich. Doch sehr viele höchstwahrscheinlich deutsche Zuschauer wollten dieses Spektakel nicht einfach nur genießen, sondern pfiffen den lockenköpfigen Spanier bei jeder Ballberührung aus. Nicht nur die ersten 3 oder 5 Minuten, um den immer noch schwärenden Unmut zu äußern, sondern tatsächlich das gesamte Spiel über, also auch dann, als die Partie zu einem epischen Drama wurde. Mitten in die französische Aufholjagd nach dem 1:5 zum 2:5 und 3:5 und 4:5, immer noch die schwachsinnigen, geistesgestörten Pfiffe gegen Cucurella. Die waren schon im vergangenen Jahr schwachsinnig und geistesgestört, als er in Halbfinale und Finale ebenfalls schon gellend nach dem Deutschland-Aus ausgepfiffen wurde (obwohl er ja absolut nichts dafür konnte, dass der Elferpfiff ausblieb). Jetzt, fast ein Jahr später nach der „Untat“, waren sie einfach nur eine einzige Peinlichkeit, die mal wieder zeigten, dass Fußballfans hirnloise Deppen sind, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Kann ich aus erster hand sagen, weil ich lange ebenfalls recht verbohrt war, wenn es um meine Löwen ging … Jetzt bin ich natürlich alt und weise 🦁
Ach ja: man kann dem Ganzen natürlich auch so begegnen.
https://www.11freunde.de/international/erneute-pfiffe-gegen-marc-cucurella-uefa-erklaert-deutschland-nachtraeglich-zum-europameister-2024-a-e932644e-cddf-4bfe-aff8-9e5884735749
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