Das war die Woche, die war

Tod eines Trainer-Giganten

Für mich hat Cesar Luis Menotti vielleicht als erster nicht-deutscher Trainer bleibenden Eindruck hinterlassen. 1978 war das, als er Argentinien in seinem Land, in dem die Militär-Junta furchtbare Verbrechen beging an kritischen Geistern, zum WM-Titel führte. Den Aufschrei gegen dieses Regime habe ich nicht mitbekommen, wollte ich vielleicht nicht mitbekommen. Und so drückte ich den Argentiniern die Daumen, die grandiose Atmosphäre in den Stadien, wo vor der Partien das Unmengen von Papierschnitzeln in die Höhe warf, die nur notdürftig vom Spielfeld geräumt wurden. Ein Brauch, der in den folgenden Jahren auch in der Bundesliga und anderen europäischen Ländern gepflegt wurde

Auf der argentinischen Bank saß ein kettenrauchender, schlanker, ja dünner Mann. El Flacco, der Dünne, wurde er genannt. Er ließ mitreißenden Fußball spielen. Im Endspiel gegen Holland verhinderte nur der Pfosten in der schlussminute Rob Rensenbrinks Siegtreffer für Oranje.

Später fiel er mir durch extrem intelligente Interviews auf, die weit über den Fußball hinausgingen. Er liebte nicht nur seine Zigaretten, sondern auch den Tango, den Wein, die argentinische Lebensart, von der er auch in seine europäischen Stationen nicht lassen wollte. In Barcelona verlegte er das Training extra auf den späteren Abend.

Jetzt ist die Stimme, die so viel Kluges über Fußball, Gott und die Welt zu erzählen wusste, für immer verstummt. Es war erstaunlicherweise nicht so sehr die Lunge, die sein Leben im Alter von 85 Jahren beendete, sondern ein Sturz in seinem Haus und folgende Blutarmut. Nach Maradona ist er für mich der wichtigste Argentinier im Fußball.

Deutsches Finale winkt

Borussia Dortmund reist mit einem 1:0 zum Halbfinalrückspiel nach Paris, Bayern München war ein mindestens ebenbürtiger Gegner von Real Madrid. Am Mittwoch in der spanischen Hauptstadt geht es nach dem 2:2 wieder bei Null los, weil die Auswärtstorregel vor ein paar Jahren gekappt wurde. Alles ist in der Champions League also möglich. Ein rein deutsches Finale in Wembley wie 2013, aber auch eines ohne Beteiligung aus Germany.
Praktisch sicher im Finale der Europa League steht Bayer Leverkusen nach dem 2:0 in Rom. Das anvisierte Triple wird zunehmend konkret.

Köln am Abgrund

Da an der Tabellenspitze praktisch alles entschieden ist, konzentriert sich das Interesse auf den Abstiegskampf. Nach dem sicheren Abstieg von Darmstadt 98 sieht es auch für den 1. FC Köln sehr düster aus. 5 Punkte beträgt der Rückstand auf Platz 16, gar 6 auf Platz 15. Eine allerletzte Chance gibt es nächsten Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Union. Die Berliner ihrerseits kommen mit einem neuen Trainer. Nach dem 3:4 gegen VfL Bochum feuerten sie Nenad Bjelica, den sie erst im November als Nachfolger des glücklosen Urs Fischer geholt hatten. Bjelica hatte anfangs durchaus Erfolg, Union schien schon gerettet, aber eine zuletzt schwarze Serie mit nur 2 Punkten in 6 Spielen brachte Union in allerhöchste Gefahr. Und da man sich von Bjelica ohnehin zum Saisonende trennen wollte, zogen die Verantwortlichen halt ein paar Wochen vorher ie Notbremse.

Kiel und Pauli praktisch am Ziel

Nur noch theoretisch können diese beiden Teams von den ersten (direkten Aufstiegs)plätzen verdrängt werden. Zumindest verhinderte der HSV im Hamburger Derby am Freitag mit dem 1:0, dass die Paulianer im Volksparstadion den Aufstieg auch rechnerisch perfekt machen konnten. Pauli half aber mit einer seltsam lustlosen Leistung. Der HSV selbst liegt 4 Punkte und 13 Tore hinter Fortuna Düsseldorf und Platz 3. Nur Fantasten träumen da noch von der Relegation.

Turnier der Maladen

Zumindest das Endspiel des Tennis-Masters der Männer konnte zu Ende gespielt werden. In einem mitreißenden Dreisatz-Krimi gewann der Russe Andrej Rublew gegen den Felix Auger-Alliasime. Der Kanadier kam auch deshalb  ins Endspiel, weil gleich drei seiner Gegner entweder gar nicht erst antreten konnten (Jannik Sinner) oder die Partie aufgaben (die beiden Tschechen Jakub Mensik und Jiri Lehecka).
Auch Daniil Medwedew musste w.o. geben, wie die Österreicher die Aufgabe so charmant nennen (steht für walkover). Und die Spanier Rafael Nadal (wahrscheinlich bei seinem letzten Auftritt in Madrid) und Carlos Alcaraz waren von ihrer Bestform noch entfernt.

Das spektakulärere Tennis boten die oft im Schatten stehenden Frauen. Die Weißrussin Aryna Sabalenka erwies sich als besonders widerstandsfähig und sicherte sich den Turniersieg. Dabei gelang ihr das Kunststück, sowohl im Halbfinale gegen Lena Rybakina als auch im Finale gegen Iga Swiatek im Tiebreak des 3. Satzes zu gewinnen (gegen Swiatek wehrte sie gar einen Matchball ab.

Erstaunliche Endspielpaarung im Snooker

Jak Jones gegen Kyren Wilson – auf dieses Duell wäre ich, aber wahrscheinlich die meisten Experten, nicht als letztes Duell 24 im Crucible Theatre gekommen. Noch heute Abend gibt es also einen neuen Weltmeister. Vor dem letzten Abschnitt führt Wilson mit 15:10, braucht also noch 3 Siege

Bayern ist doch noch Meister

Nämlich die Fußball-Frauen. Es passt zu den Kuriositäten des Sports, dass die Münchnerinnen den Titel ausgerechnet mit einem Sieg bei Bayer Leverkusen fixierten. Schon gibt es Spötter (?), die Erfolgstrainer wörle zu den Männern befördern (im doppelten Wortsinn) wollen. Denn die kassieren auf der Suche nach einem Tuchel-Nachfolger Korb für Korb. Apropos Körbe. Auch die Basketballer sind klar auf Titelkurs: Nach einem deutlichen Sieg gegen Dauerrivale Alba Berlin werden sie die Saison als Erster beenden. Den Titel müssen sie dann allerdings in den Play-offs holen.Und sonst?

– kein Sieg für Max Verstappen: In Miami wurde der Holländer tatsächlich mal auf der Strecke besiegt. Lando Norris im McLaren fuhr zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg, profitierte von einer für ihn optimalen Safety-Car-Phase. Nach der Siegerehrung lobpreiste er den in der Box auftauchenden Donald Trump. So kann man es sich mit mir verderben.
– aber ein Sieg für Luke Littler: Der Vizeweltmeister gewann den Premier-League-Abend in Aberdeen
-Sturm Graz vorm Triumph: Selbst kamen die Steirer zwar nicht über ein Remis in Hartberg hinaus. Stunden später durften sie ausgelassen jubeln, weil der einzige Verfolger RB Salzburg mit 0:2 bei Rapid verlor.
– Meister auf dem Sofa: Dort saßen die Spieler von Real Madrid, als der FC Barcelona mit 2:4 beim FC Girona verlor. Zum ersten Mal seit Langem dürfte Barca damit nicht al mehr kataloniens bestes Team sein. Irgendwann werden sie schon mal hinter Espanyol platziert gewesen sein.

 

 

Das war die Woche, die war

Vorbemerkung: NBA und NHL mache ich in einem gesonderten Text. Sonst wird es uferlos.

Klage der Woche

Die hat Toni Polster angestrengt. Es geht um 3 Länderspieltore, mit der er seine Bilanz von jetzt 44 aufstocken will. Das Problem ist, dass er diese bei nicht offiziellen Länderspielen erzielte 2 gegen Liechtenstein, eines gegen Tunesien, so etwas gab es zu seinen Zeiten nicht nur in Österreich. Das will Toni Doppelpack nicht auf sich sitzen lassen, 47 klingt halt besser als 44, mit denen er übrigens bereits Österreichs Rekordtorschütze ist und mittelfristig auch bleiben dürfte (darauf kommt es ihm angeblich nicht an). Klagegegner ist übrigens der Österreichische Fußball-Verband, der sich wiederum auf FIFA-Regeln beruft, die in einem ähnlichen Fall schon mal gegen eine Spieler (Romelu Lukaku) entschied.. Und zumindest die Liechtensteinpartie auf einen besseren Kartoffelacker bei Vaduz war eher ein Kraut-und-Rüben-Spiel als ein Ländermatch. So wurde unter anderem ein Spieler erst aus- und dann wieder eingewechselt, was sämlichen Regeln wiederspricht.
Das ficht die Anwälte nicht an, no na, ist ja auch nicht ihr Geld, das verpulvert wird, im Gegenteil. Die Herren Anwälte sagen, es würde doch Spaß machen, „ein bissl Rechtsgeschichte“ zu schreiben.
Am Freitag war der erste Verhandlungstag, mindestens ein weiterer ist für Mai anberaumt. Toni, hierzulande auch bekannt als Sänger mit den Thekenschlampen („Toni lass es polstern“) ist übrigens gerade 60 Jahre alt geworden und hat eine ziemlich ernste Krankheit überwunden. Manche leben danach bewusster, manche verbringen eben die Zeit im Gericht, obwohl es ihm dort überhaupt nicht gefällt. Wie es ausgeht: Hier in diesem Kino. Und ein vergnüglicher Text aus dem österreichischen Kicker vom Januar

https://www.kicker.at/die-seltsame-drei-tore-klage-des-toni-polster-987152/artikel

Erfolgreich in Europa

Besser hätten die Europacup-Spiele für die deutschen Vertreter kaum laufen können. Dortmund und Bayern setzten sich in der Champions League gegen Atlético Madrid und ein wirklich auf der ganzen Linie enttäuschenden FC Arsenal durch und stehen im Halbfinale. Dort treffen die Dortmunder auf Paris St. Germain und Bayern auf Real Madrid. Die Hinspiele sind nächste Woche jeweils in Deutschland. Gerade die Dortmunder werden es sehr bedauern, dass sie nicht zuerst auswärts spielen dürfen, denn das Westfalenstadion ist in einem Rückspiel für mindestens ein Tor gut. Siehe die Partie gegen die Madrilenen, als sie den Schock eines schnellen Ausgleichs nach der Pause gut wegsteckten und angefeuert von einem jetzt endlich nicht mehr ziemlich lethargischen Publikum die Spanier förmlich überrannten.
In der Europa League kam Leverkusen zu einem 1:1 bei West Ham mit einiger Mühe weiter. Mal wieder erzielte der Werkclub ein spätes Tor. Jetzt bekommen sie es mit der AS Rom zu tun, die Wiederholung des Halbfinals vom Vorjahr. Auf Roms Trainerbank sitzt allerdings nicht mehr José Mourinho. Es ist also mit Danilo de Rossi ein weitaus offensiveres Rom zu erwarten als die Maurertruppe vom Vorjahr.
Die internationalen Erfolge bringen es mit sich, dass Platz 2 in der Nationen-Jahreswertung greifbar nahe ist und somit ein weiterer Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte Dortmund die Champions League gewinnen und nicht unter die besten 4 kommen, würden nächstes Jahr gar sechs deutsche Mannschaften an der reformierten Königsklasse teilnehmen. Das wäre des Guten aber schon arg viel.

Bayern auf Trainersuche

Und die wird noch sehr luschtig. Ein Kandidat nach der Absage des alllgemeinen Lieblings Xabi Alonso war auch Julian Nagelsmann, doch der ist  nicht mehr auf dem Markt (wenn er es denn je war). Der erst im März 2023  von den Münchnern gefeuerte Trainer hat offenbar großen Gefallen an seinem Job als Bundestrainer gefallen und wird diesen Job zumindest bis 2026 und die WM in Amerika ausüben. Angeblich gibt es für den DFB eine Klausel, bei einem Vorrunden-Aus bei der Heim-EM den verlängerten Vertrag ohne große Abfindungen einzukassieren. Die jetzt am höchsten gehandelten Kandidaten sind offenbar in England tätig. Roberto de Zerbi, mit Lob unter anderem von Pep Guardiola überhäufter Coach von Brighton und Unai Emery, der Aston Villa vielleicht sogar in die Champions League führt und mit dem Team auch noch im Halbfinale der Conference League steht. De Zerbi gilt als höchst innovativ, hat allerdings noch keinen großen Club in einer Top-Liga gecoacht, nichts für ungut Schachjor Donezk. Unai Emery hat bereits internationale Meriten, holte mit dem FC Sevilla dreimal die Europa League und schaltete mit dem FC Villarreal 2022 die Bayern im CL-Viertelfinale aus. Allerdings scheiterte er beim FC Arsenal. Wenn ich tippen müsste, würde ich bei ihm landen obwohl Bayern nicht in der Europa, sondern in der Champions League spielt. Sonstige mehr oder weniger seriös gehandelte Kandidaten: Zinedine Zidane (wäre extrem charmant und spannend, aber die Sprache …), Ralf Rangnick (eigentlich bei Österreichs Nationalteam unter Vertrag und im Wort), Hansi Flick (will angeblich nicht mehr in Deutschland trainieren), Roger Schmidt von Benfica und neuerdings sogar Lucien Favre, der ja mit dem neuen Sportvorstand Max Eberl in Gladbach bestens und lange zusammenarbeitete (kann ich mir kaum vorstellen).

Vorentscheidung im Abstiegskampf …
Nach der auch rechnerisch fixen Meisterschaft für Bayer ist im Abstiegskampf mehr als eine Vorentscheiung gefallen. Der 1. FC Köln verlor am Samstag zu Hause gegen den Letzten Darmstadt 98 und hat mittlerweile 5 Punkte auf Platz 16. Die wohl allerletzte Chance gibt es nächste Woche beim Duell mit dem 15. Mainz 05. Im rheinischen Karnevalsduell spricht aber so gut wie alles für die formstarken Mainzer.
Die können sogar auf die direkte Rettung hoffen. Sie sind punktgleich, aber 9Tore vor dem 16. Bochum und sind klar in der besseren Form. In der Verlosung ist vor allem noch der 1. FC Union, gerade mal 2 Punkte vor Mainz/Bochum. Der Rest dürfte einigermaßen gesichert sein.

… Und im Aufstiegsrennen der 2. Liga
Holstein Kiel (beim HSV) und St. Pauli (bei Hannover) gewannen ganz wichtige Auswärtsspiele. Ihr Vorsprung auf den Dritten Fortuna Düsseldorf beträgt 6 bzw 5 Punkte bei noch 4 Spieltagen. Die Fortuna selbst kann für die Relegation planen angesichts von 6 Punkten Vorsprung und dem klar besseren Torverhältnis auf den HSV. Der hat mit einer erneut schwachen Rückrunde jetzt höchstwahrscheinlich schon zum 6. Mal trotz des höchsten Budgets den Wiederaufstieg verpasst. Nächstes Jahr also das 7. Jahr, verflixt oder doch erfolgreich?, Zweitliga-Dino halt. Mal sehen wann sie die Uhr anschmeißen.
Im Abstiegskampf der 2. Liga ist der VfL Osnabrück nicht mehr zu retten. Kaiserslautern, Rostock, Wehen-Wiesbaden und vielleicht noch Braunschweig machen die Plätze 14 bis 17 unter sich aus, wobei Braunschweig gerade mit Abstand die beste Form zeigt.

Endlich Struffs Turniersieg

Mehr als 10 Jahre hat Jan-Lennard Struff auf einen Turniersieg auf der ATP-Tour warten müssen, im eiskalten und regnerischen München schaffte er ihn endlich mit durchwegs überzeugenden Leistungen. Am Samstag gegen Holger Rune spielte er vielleicht so gut wie noch nie in seinem Leben. Sascha Zverev kam mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht und schied bereits im Viertelfinale ziemlich sang- und klanglos aus gegen die Nummer 92 Cristian Garin.
Ebenfalls ein Premierensieg gelang Christian Ruud. Der Norweger gewann das Finale von Barcelona und sicherte sich erstmals ein 500er-Turnier. Im Endspielk revancierte er sich gegen Stefanos Tsitsipas für die Finalniederlage eine Woche zuvor in Monte Carlo. Diese beiden sind bisher in der Sandplatzsaison dominant.
Beim grandios besetzten Turnier in Stuttgart (von den Top Ten fehlte nur Maria Sakkari) gewann Lena Rybakina gegen die Überraschungsfinalistin Marta Kostyuk. Trotz der Niederlage: grandios, was die Ukrainerin in diesen für ihr Land so furchtbaren Zeiten leistet.

Scottie Scheffler weiter überragend

Nur der einsetzende Regen verhinderte schon gestern den nächsten Turniersieg des amerikanischen Golfprofis in Hilton Head Island, Den holte vollendete er dann aber am Montag. Die gerade im Golf unfassbare Bilanz seiner letzten 5 Turniere:: 4 Siege, 1 zweiter Platz hinter Stephan Jaeger. Vor einer Woche hat er ja auch das Masters überlegen gewonnen. Das Turnier-Doppel Augusta/Hilton Head schaffte 1985 ein gewisser Bernhard Langer … Jaeger kam diesmal auf den geteilten 18. Platz, der Österreicher Sepp Straka schaffte mit Platz 5 sein bestes Ergebnis des Jahres.

Eisbären auf Titelkurs

Die Berliner gewannen gestern das dritte Spiel der DEL-Finalserie bei den Fischtown Bremerhaven und führen in der Serie mit 2:1. Das entscheidende Tor erzielte Veilleux nach 37:54 in der 2. Overtime, also nach fast 100 Minuten Spielzeit. Morgen in Berlin dann Spiel 4.

Titelverteidiger schon draußen

Seit Samstag läuft die Snooker-WM in Sheffield, die ich in meiner vergangenen Wochenvorschau schmählicherweise unterschlagen habe. Titelverteidiger Luca Brecel aus Belgien ist schon raus, er verlor mit 9:10 gegen Gilbert. Da auch der hochgewettete Chinese Zhang schon gescheitert ist, ist das Ganze eine fast komplett britische Angelegenheit. Ronnie O´Sullivan kann den 8. Titel gewonnen. Er machte sich vor dem Turnier sehr beliebt in Sheffield, als er das Cruicible Theatre als nicht mehr zeitgemäß für eine derart große Sportveranstaltung kritisierte. Das kann man ja durchaus so sehen, aber die vorgesehene Alternative Saudi-Arabien oder Katar stößt nicht nur Traditionalisten sehr sauer auf.

Unruhe bei der DFL

Gerade werden die Fernsehrechte für 4 Jahre ab 2025 versteigert. Beziehungsweise sollen versteigert werden. Denn nachdem DAZN das Verfahren hart kritisierte und sich benachteiligt fühlt, angeblich hat die DFL viel zu kurzfristig eine Bankgarantie verlangt, stoppte die DFL das Verfahren. Wie es weitergeht, steht in den Sternen.

Und sonst?

– Der SC Magdeburg vor dem Handballtitel: Das Team siegte beim Dritten SG Flensburg-Handewitt und nahm damit die schwierigste Hürde zum titel. Die Bördestädter sind punktgeleich mit den Füchsen Berlin (Unentschieden gegen THW Kiel), haben aber eine Partie weniger bestritten und haben auch den direkten Vergleich mit den Füchsen. Ich sehe angesichts des Restprogramms niemmanden, der ihnen noch entscheidende Punkte abknöpfen kann.
– auch im Volleyball kämpft eine Berliner Mannschaft um den Titel. In der Finalserie liegen die Volleys für mich völlig überraschend mit 1:2 gegen den VfB Friedrichshafen zurück, die sich im Halbfinale ja nur ganz knapp gegen Giesen durchgesetzt hatten und  besten Tage doch eigentlich hinter sich haben. Den ersten Matchball haben die Volleys am Samstag zu Hause abgewehrt. Jetzt müssen sie morgen bei den Häflern antreten.
– Pogacars Soloritt: Der Slowene sicherte sich im Alleingang den Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, das vierte sogenannte Monument und der letzte Frühjahrsklassiker und bestätigte seine Favoritenstellung mit fast 2 Minuten Vorsprung. Die Vorentscheiung fiel, als sein härtester Konkurrent Matthew van der Poel stürzte. Der Holländer, zuvor Sieger bei den Monumenten Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix kam zwar noch mal ans Hauptfeld ran, doch als dann Pogacar antrat, hatten er und sein Team kräftemäßig nichts mehr zuzusetzen. Pogacar peilt ja dieses Jahr das Doppel Giro und Tour an. Die Chancen dazu hat er allemal, auch weil niemand wirklich weiß in, welchem Gesundheitszustand die vermeintlich härtesten Konkurrenten für die Tour, Jonas Vingegaard und Remko Evenepoel, nach ihren schweren Stürzen vor zwei Wochen zurückkommen, wenn sie die Tour überhaupt in Angriff nehmen
– Manchester-Finale im FA Cup. Während City sich mehr recht und schlecht gegen den Pokalspezielisten Chelsea mit 1:0 durchsetzte, kam es bei United gegen den Zweitligisten Coventry zu einem unerwarteten Spektakel. 3:0 führte United bis eine Viertelstunde vor Schluss, dann brach das Team völlig auseinander und kassierte noch 3 Tore. Ein viertes von Coventry in der Nachspielzeit wurde vom VAR wegen einer Millimeter-Entscheidung (wirklich abseits?) zurückgenommen. Letztlich entschied das Elferschießen für United, und die Hoffnung aufs internationale Geschäft auch nächstes Jahr (vielleicht mit einem Trainer Thomas Tuchel?) lebt.

Ärger der Woche I

Clasico in Madrid gegen Barca, und Real siegte durch ein mal wieder sehr spätes Bellingham-Tor mit 3:2. Barcas Ärger entlud sich auf den Schiri besser gesagt, auf das System. Denn nach einem Barca-Schuss deutete viel darauf hin, dass der Ball hinter der Linie war. Klarer Fall für die Torlinientechnik, doch – Überraschung, Überraschung: Die gibt es nicht in der so reichen Primera Division – und wahrscheinlich nicht nur ich will das kaum glauben. Die „normalen“ Fernsehbilder brachten kein endgültiges Ergebnis, sodass die ursprüngliche Entscheidung Nicht-Tor weiter Bestand hatte. Damit ist das Meisterrennen in Spanien zugunsten von Real entschieden. Und das Sensationsteam Girona dürfte sicher einen CL-Platz haben, allergrößten Respekt.

Ärger der Woche II

Zu enge Trikots: Als gäbe es in den USA keine Sexismus-Debatte, stattete Nike das US-Olympia-Team der Frauenmit besonders aufreizender Kleidung aus. Sehr zum Missfallen der Sportlerinnen, die sich vor allem an dem besonders hohen Beinausschnitt stoßen. Nike verteidigt sich, dass dieses Outfit nur eines von vielen Möglichkeiten sei, aber die Frage bleibt halt, warum so etwas überhaupt entworfen wird. Man mache sich sein eigenes Bild.
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/us-nike-outfit-athletinnen-sexismus-leichtathletik-kritik-olympia-paris-100.html

Die Wochenvorschau und NBA folgen

Nagelsmann bleibt beim DFB

Nachdem Experten wie Didi Hamann und die Bild sich „ganz sicher“ waren und „viele Anzeichen“ sahen, dass Julian Nagelsmann der neue Trainer beim FC Bayern wird, kam Gott sei Dank jetzt schon die Klarstellung. Nagelsmann bleibt Coach beim DFB, der Vertrag wird bis 2026 verlängert. Soweit kommuniziert ohne Ausstiegsklausel oder ein vorzeitiges Kündigungsrecht des DFB im Falle eines frühen Ausscheidens bei der Heim-EM.

Für mich ist das die einzig logische Entscheidung. Nagelsmann ist ja erst seit September Bundestrainer. Und nach einem nur dreiviertel Jahr freiwillig wieder zu gehen, wäre arg früh. Vor allem, weil die Entwicklung des Teams noch nicht abgeschlossen ist. Vor allem die Jungen Florian Wirtz und Jamal Musiala kommen erst noch ins beste Fußballer-Alter, können ihre ohnehin schon fast einzigartige Klasse weiter ausbauen. Und auch sonst gibt es gerade Talente zu Hauf gepaart mit einigen Etablierten. Beim DFB kennt er jetzt alle Abläufe, er hat nach dem tollen Spielen in Frankreich und gegen Holland ein großartiges Standing.

Und die Alternative? In Deutschland wäre das wohl nur der FC Bayern gewesen und ganz vielleicht auch Borussia Dortmund. Bleiben wir bei Bayern: Das wäre für beide Seiten ein extremes Wagnis. Zum einen ist es schon mal schiefgelaufen, und auch wenn die damaligen Hauptakteure des Rauswurfs Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic nicht mehr dabei sind: Niemand kann mir erzählen, dass die Granden Hoeneß und Rummenigge nicht ihren Segen zu diesem Schritt gegeben haben.

Viel entscheidender ist jedoch, dass die Bayern laut eigener Aussage einen Umbruch starten wollen, mit offenbar radikalen Änderungen im Kader. Da wäre es schon extrem hilfreich, den künftigen Trainer bei der Kaderplanung mit einzubeziehen. Doch Nagelsmann hat dieser Tage hoffentlich den Kopf voll mit der EM-Vorbereitung, und spätestens nach Saisonschluss gibt es für ihn sowieso kein anderes Thema. Und wie man sich verzetteln kann, wenn zu viele Themen auf einen einprasseln, durften wir ja bei der WM bewundern, wo es so viele Nebenkriegsschauplätze gab, die je nach dem, wen man fragt, mindestens eine Rolle wenn nicht gar der vielleicht entscheidende Grund am Vorrundenaus war, so hehr die Gedanken auch waren.
Es wird ohnehin mehr als genug auf Nagelsmann einprasseln, da kann er Fragen zum neuen Verein absolut nicht brauchen und ergäben nur eine zweite Angriffsfläche. Außerdem endet die EM erst Mitte Juli, also lange nach Beginn der Vorbereitung der Clubs. Und ein normaler Mensch braucht nach dieser enormen vor allem auch psychischen Anspannung mindestens zwei Wochen komülett fußballfreien Urlaub.
Sollte die EM dagegen schieflaufen, käme Nagelsmann schon angezählt zu den Bayern.

Natürlich wäre auch das Verhältnis Nagelsmann/Medien/DFB belastet, wenn es ein frühes EM-Aus gibt und der Fußball nicht den Erwartungen entspricht. Aber dann können sich die Verantwortlichen in Ruhe zusammensetzen und analysieren, was schiefgelaufen ist. Und ich finde es auch komplett richtig, dass es jetzt kein wie auch immer formuliertes WM-Ziel gibt als Voraussetzung für eine Weiterbeschäftigung. Das haben die Handballer ja gerade praktiziert, als sie mit Gislason verlängert haben, diese Verlängerung aber hinfällig gewesen wäre, wenn die Olympia-Qualifikation nicht geschafft worden wäre. Das hat allen Beteiligten nicht gut getan und noch zusätzlichen Druck aufgebaut, der auch spürbar war.

Nagelsmanns jetzige Entscheidung ist auch gut für die Bayern, die Nagelsmann wie Alonso und Rangnick (kleines Fragmichzeichen) als Trainer-Kandidat streichen müssen. Einfach wird die Suche allerdings nicht. Mir würde die Variante Zidane/Ribéry am besten gefallen. Die Sprache sollte nicht das große Problem sein. Die Frage ist natürlich, ob Zizou das überhaupt in Betracht zieht und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Juve ist für ihn natürlich eher der Herzensverein. Ansonsten wünsche ich den Verantwortlichen viel Glück bei der Suche. Wird schwer genug.

Das war die Woche, die war

Vorbemerkung: I mittlerweile exch war diese Woche auf der wirklich wunderschönen Insel Lanzarote. Absolute Reiseemphehlung, gerade der Nordwesten. Deshalb habe ich wenig gesehen, aber mich doch über das Geschehen auf dem Laufenden gehalten. Und manche Dinge konnte ich via Wlan und diverse Streams auch verfolgen., notfalls relive.

Bayer praktisch Meister

Bayer gewinnt, Bayern verliert. Jetzt sind es also 16 Punkte Vorsprung bei och 6 Spielen. Leverkusen kann also am Sonntag mit einem Sieg gegen Bremen bereits auch rechnerisch Meister werden. Vielleicht sind sie es aber schon tags zuvor auf der Couch geworden, wenn nämlich die Münchner zuhause gegen den 1. FC Köln verlieren. Das ist für mich gar nicht sooo abwegig, denn die Partie ist genau zwischen den beiden Champions-League-Spielen des FCB gegen Arsenal. Und die Unlust in der Liga ist mittlerweile mehr als deutlich, siehe das 2:3 am Samstag in Heidenheim nach 2:0-Führung. Tatsächlich muss man sich in München mehr um Platz 4 und die sichere CL-Teilnahme in der nächsten Saison sorgen. Den einen oder anderen Sieg werden sie schon noch benötigen.

Und der FC kommt mit bester Laune nach München. Am Samstag war der Club gefühlt bereits abgestiegen, als er kurz vor Schluss mit 0:1 gegen den VfL Bochum zurücklag und wirklich nichts auf eine Wende hindeutete. Doch die beiden eingewechselten Stürmer Stefan Tigges und Lucas Waldschmidt schafften die nicht mehr für möglich gehaltene Wende. Jetzt ist sogar der direkte Nichtabstieg nicht mehr völlig illusorisch bei nur 4 Punkten Abstand auf den taumelnden VfL und Platz 15. Einen Punkt Vorsprung auf die Kölner haben noch die Mainzer nach dem deutlichen Sieg gegen Darmstadt. Für die ist der Abstieg praktisch besiegelt.

Seltenes Doppel für Matthew van der Pool

Der Holländer gewann auch den Radklassiker aller Radklassiker Paris-Roubaix. Er verteidigte damit nicht nur seinen Titel als erster Profi nach Tom Boonen 2008/09, sondern auch das Doppel Roubaix-Flander-Rundfahrt in einem Jahr, was zuletzt Fabian Cancallara 2013 glungen ist. Wieder gewann er mit einem beeindruckenden Soloritt, und in dieser Form dürfte er auch bei den anstehenden Klassikern Lüttich-Bastogne-Lüttich und Amstel Gold Race klar favorisiert sein, zumal potenzielle Konkurrenten wie Wout van Aert und Primoz Roglic verletzungsbedingt passen müssen. Nach der Sturzserie in den vergangenen Wochen ging die Fahrt über die gefürchteten Pflastersteine offenbar glimpflich für alle Beteiligten aus. Nils Pollit wurde diesmal Vierter, eine weitere Top-Platzierung nach dem 3. Rang in Flandern.

Caitlin Clarks Niederlage zum Abschied

Die College-Basketballerin ist ja so etwas wie der heißeste Scheiß zurzeit im (Frauen)-Sport. Dabei spielt sie „nur“ College-Basketball, aber das halt so erfolgreich wie bisher noch niemand, mit zahllosen Statistik-Rekorden, egal ob Männlein oder Weiblein. Plötzlich haben alle mitbekommen, dass auch die Studentinnen ihre March-Madness haben. Deren Finale war also gestern, in ihr Team aus Iowa musste sich trotz einer Glanzleistung von Clark (30 Punkte) dem favorisierten Team aus South Carolina geschlagen geben. Jetzt wechselt sie in die WNBA, und das Interesse an ihr wird der gesamten Liga einen enormen Schub geben. Mal sehen, wo das endet.
Heute Nacht dann das Finale bei den Männern, wie immer Pausiert deshalb an diesem Tag die NBA.

Und sonst?

– ein elektrisierender Titeldreikampf in der Premier League. Da der bisherige Spitzenreiter FC Livepool trotz klaren Chancenplus beim Erzrivalen Manchester United über ein 2:2 nicht hinauskam, musste er Platz 1 an den FC Arsenal aufgrund der um 9 Tore schlechteren Tordifferenz abgeben. Einen Punkt dahinter lauert Manchester City. 7 Spieltage sind es noch.
– Vorentscheidungen im DEL-Halbfinale. Sowohl Bremerhaven gegen München als auch die Eisbären gegen Straubing gehen mit einer 3:1-Führung in das morgige 5. Spiel der Best-of-7-Serien jeweils zu Hause. Die Endspielserie kann also morgen eingetütet sein. Allerdings sind die Partien bisher alle ziemlich knapp, sodass Spannung auf jeden Fall gewährleistet ist.
– Handball-Spitze im Gleichmarsch: Sowohl die Füchse Berlin (in Göppingen) und der SC Magdeburg (gegen Stuttgart)gewannen ihre Schwaben-Spiele. Eine Vorentscheidung könntenächstes Wochenende fallen. Da muss der SC beim Dritten Flensburg-Handewitt antreten und die Füchse zuhause gegen den THW Kiel. Sollten die Magdeburger auch diese Hürde siegreich bestehen, ist das höchste Hindernis aus dem Weg geräumt.
Verstappen wieder in der Erfolgsspur: Der Holländer gewann in Suzuka klar vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Sergio Perez und Carlos Sainz und führt in de WM-Wertung.
– Deutsche Eishacklerinnen im WM-Viertelfinale. In der Gruppe B steht schon vor ihren beiden letzten Spielen fest, dass sie als eine der drei besten Teams die nächste Runde erreichen. Es geht also nur noch um die Platzierung und den Gegner dort. Der Gruppensieg würde ihnen im Viertelfinale USA oder Kanada ersparen und damit das fast sichere Ausscheiden. Die anderen Teams Finnland, Tschechien und Schweiz erscheinen an einem guten Tag nicht völlig außer Reichweite.
– Auch die Fußball-Frauen haben ein Erfolgserlebnis. Am Freitag gewannen sie zum Auftakt der EM-Qualifikation in Österreich mit 3:2 taten sich aber schwerer als erwartet, als sie schon mit 0:2 zurücklagen. Morgen geht es zuhause gegen Island.
– Beginn der Sandplatzsaison: Turniersiege gingen an Hubert Hurkacz (Estoril), Bryan Shelton (Houston) und Matteo Berrettini (Marakesch) sowie Camila Osorio (Bogota) und Danielle Collins (Charleston), die damit nach Miami vor einer Woche gleich ihr nächstes Turnier gewann. Was für ein Lauf für die Amerikanerin.

 

 

 

 

 

Das war die Woche, die war

Des Jägers Trophäe

Ganz am Ende dieser Sportwoche gab es dann noch eine aus deutscher Sicht erfreuliche Überraschung. Golfprofi Stephan Jäger gewann das Turnier in Houston und landete seinen ersten Turniersieg auf der PGA-Tour. De Triumph wurde nicht nur mit einer Trophäe und gut 1,5 Millionen Dollar Preisgeld versüßt, sondern auch mit einer Last-Minute-Einladung zum Masters diese Woche in Augusta, immer noch der Heilige Gral der Golfer. Dort ist er dann der einzige deutsche Starter, weil Bernahrd Langer auf sein persönliches Startrecht wegen eines Achillssehnenrisses verzichten muss.
Der Sieg war hochdramatisch. Nachdem er selbst auf dem letzten Loch den Siegputt knapp verfehlt hatte, hatte Scottie Sheffler seinerseits die Chance aufs Stechen. Doch er schob einen 1,5-Meter-Putt – für ihn eigentlich nur eine lästige Pflichtübung – daneben und verpasste somit die Chance auf seinen dritten Turnier-Erfolg in Serie, was es seit sieben Jahren nicht mehr gegeben hat. Dennoch muss er mit seiner Glanzform als Favorit für das Masters gelten. Jäger darf mindestens zwei Runden genießen ohne jeden Druck.

Sinners Demonstration

der Italiener gewann das Masters-Turnier in Miami und zeigte dabei grandioses Tennis. Vor allem im Halbfinale und Finale, als der Daniiel Medwedew und den dato sostarken Grigor Dmitrow dominierte. Bisher ist Sinner in diesem Jahr das Maß, hat 3 Turniererfolge auf dem Konot, davor Melbourne und Rotterdam, und überhaupt nur eine Niederlage in Indian Wells gegen Carlos Alcaraz kassiert. Mein Spieler des Turniers ist dennoch Dmitrow, der im Viertelfinale gegen Alcaraz nahe der Perfektion spielte (ein sehr großes Wort, ich weiß, und auch im Halbfinale gegen Sascha Zverev Herr auf dem Court ist. Die einhändige rückhand ist einfach eine Augenweide, wenn sie so funktioniert.
Jetzt beginnt die Sandplatzsaison. da werden die Karten neu gemischt, aber Sinner muss erst mal geschlagen werden. Und die echten Sandplatzwühler gibt es in dieser Form eh nicht mehr. Mal schauen, was noch von Novakl Djokovic kommt, nominell noch die Nummer 1, aber von seiner Bestform laut eigener Auskunft weit entfernt. Und der große Sandplatzspezialist war er auch nicht.

Eine Geschichte fürs Herz
schrieb das Turnier bei den Frauen. Es siegte Danielle Collins bei ihrem Heimturnier in Florida. Die Amerikanerin hat ihren Rücktritt zum Saisonende angekündigt. Sie hat eine große Leidenszeit hinter sich. Ein tennisball-großer Tumor musste vor knapp zwei Jahren aus ihrer Gebärmutter entfernt werden, muss Medikamente nehmen. Da verschieben sich die Perspektiven. Sie will noch eigene Kinder bekommen, doch die ohnehin nicht sehr große wahrscheinlichkeit sinkt von Jahr zu Jahr. Befreit von Druck, umso mehr angefeuert zeigte sie eine tolle Turnierleistung, in dem sie in 7 Partien nur einen Satz abgab

Bayers Meisterstück

Kurz durften die Bayern am Samstagnachmittag auf einen Ausrutscher der Leverkusener hoffen und damit vielleicht wieder so eine Art Meisterschaftskampf. 0:1 lag die Werkself gegen Hoffenheim zurück. Doch niemand geriet in Panik. Unermüdlich lanciewrte die Mannshaft einen Angriff nach dem anderen. Keine Heiktik, keine verzweifelt hohen Bälle mit der Hoffnung auf den Lucky Punch. Und so verwunderte weder der späte Ausgleich noch das noch spätere Führungstor von Patrik Schick. Offenbar ein großer Schlag für die Münchner, die danach ihr Heimspiel gegen Borussia Dortmund letztlich sang- und klanglos verloren. Ohne Esprit, aber auch ohne den letzten Willen; man sehe sich jeweils die Schlussphase der beiden Partien an und derkenne den Unterschied. Die Dortmunder selbst können die Punkte im Kampf um den 4. Champions-League-Platz bestens gebrauchen, zumal RB Leipzig überraschend über ein 0:0 gegen Mainz nicht hinauskam. Mats Hiummels zeigte eine großartige Verteidigerleistung, doch ihm kam halt auch zupass, dass er hinten auf die Angriffe warten konnte, sodass sein Schnelligkeits-Defizit nicht zum Tragen kam. Allerdings: Wenn er in den letzten Spielen, vor allem auch in der Champions League gegen Atlético, so gute Leistungen zeigt, ist er für die Nationalmannschaft veilleicht doch noch ein Thema.

Apropos Nationalmannschaft: Das Team bestätigte am Dienstag durch eine weitere gute Leistung die Gala in Frankreich. Wie sie den frühen Rückstand wegsteckte, war schon beeindruckend. ebenso, dass sie am Ende fast schon bedingungslos auf das Siegestor drängte. Dass dieses fiel, es lebe die Torlinientechnik, war der verdiente Lohn. Auf jeden Fall haben die beiden Auftritte bei allen Fans endlich Appetit auf die EM im eigenen Land gemacht. Forderungen eines Lothar Matthäus, jetzt „müsse“ der Titel her, sind allerdings wenig dienlich. Fränkische Folklore hat: deutsche Demut, was ist denn das?

DEL-Halbfinale komplett

Die Straubing Tigers lösten das letzte Halbfinal-Ticket durch einen 3:2-Erfolg gegen die Wild Wings aus Schwenningen. In den 7 Spielen gab es nicht einen einzigen Führungswechsel oder gar nur ein Ausgleichstor. Selten hat der Spruch, wer 1:0 führt verliert, weniger gepasst. Zuvor hatten sich die Bremerhaven Pinguins, Red Bull München und die Eisbären Berlin für die Runde der besten 4 qualifiziert.

Ab heute treffen jeweils in Best-of-7-Serien Bremerhaven auf München und Belin auf Straubing.

Blick über den Teich

  •  In der NHL haben die Edmonton Oilers Platz 4 in der Western Conference übernommen. Damit hättedie Play-off-Plätze sind im Westen praktisch vergeben, im Osten gibt es einen Dreikampfn sie in der 1. Play-off-Runde Heimrecht. Das war nach dem Katastrophen-Saisonstart wirklich nicht zu erwarten. Im Westen sind die Play-off-Plätze praktisch vergeben, im Osten gibt es einen dreikampf zwischen den Washington Capitals, Philadelphia Flyers und den detroit redwings um die Plätze 7 und 8.
  •  Die MLB hat ihr Opening Weekend absolviert. Titelverteidiger Houston Astros musste zu Hause gleich 4 Niederlagen gegen die New York Yankees hinnhemen. Außerdem noch ohne Niederlage sind die Detroit Tigers, Pittwsburgh Pirates und Milwaukee Brewers. Der einzige deutsche Profis fehlte zuletzt bei den Twins in der Aufstellung, nachdem er zum Auftakt bei den KC Royals bei 4 At Bats keinen Hit landete. Ihn plagt auch eine Beinverletzung, weswegen er mindestens bis morgen ausfällt.
  • Auch in der NBA stehen die P.ay-offs (und davor die Play-Ins) bald an (noch rund 8 Spiele für die Teams). Jeweils die ersten 6 Teams haben sich ein bisschen abgesetzt und wären sicher in den Play-offs. Im Westen haben die Hoston Rockets nach 11 Siegen in Folge gegen die Dallas Mavericks wieder verloren (Mavs Luka Doncic allein im ersten Viertel mit 22 Punkten) und jetzt 2 Siege Rückstand auf den 10. und letzten Platz der Play-Ins, den gerade die GS Warriors innehaben. Bei den Platzierungen kann es aber noch zu vielleicht sogar gravierenden Änderungen kommen.

Und sonst?

– Eine beeindurckende Leistung zeigte Mathieu van der Pool. Der holländische Radprofi siegte im Alleingang bei der Flndern-Rundfahrt, dem 2. Monument der Klassiker nach Mailand-San Remo. Es war sein dritter Sieg dort bei strömenden Regen, das gehört bei „Flanderns Schönster“ irgendwie dazu, und damit Rekordsieger neben 6 anderen Fahrern.Nils Pollit belegte den hervorragenden dritten Platz
– Ein zweiter Platz für das Beach-Volleyball-Duo Laura Ludwig und Louisa Lippmann in Brasilien. Damit verbesserte Karten im Kampf um ein Olympia-Ticket. Je Land und Geschlecht gibt es nur zwei Startplätze
– Vorentscheidung in Österreich: Die Fußballer von RB Salzburg gewannen das Spitzenspiel bei Zweiten Sturm Graz mit 1:0 und hat jetzt 5 Punkte Vorsprung auf die Steirer
– Torloses Spitzenspiel: Die Partie zwischen ManCity und dem FC Arsenal war zwar temporeich, aber ohne große Höhepunkte und Chancen. In der Premier League tobt weiter der Dreikampf zwischen dem FC Liverpool (2:1 vs Brighton/67 Punkte), Arsenal (65) und City (64). Direkte Vergleiche gibt es jetzt nicht mehr.

 

Das war die Woche, die war

Unaufhaltsam Richtung Meisterschaft

Auch wenn die Bayern ihre Form offenbar wiedergefunden  haben (ist das 8:1 gegen Mainz allerdings ein Maßstab?), Bayer Leverkusen lässt sich nicht beirren und nahm auch die Hürde VfL Wolfsburg beim ungefährdeten 2:0 souverän. Spektakulär ist es nicht, was Bayer da grade spielt, aber halt sehr erfolgreich.

Großen Spaß macht weiter der VfB: Die Schwaben spielen einfach tollen Fußball, und es drängen sich einige Spieler für die Nationalmannschaft auf – allen voran Denis Undav und Waldemar Anton, aber auch Chris Führich und Mittelstädt. Bin gespannt, wie das der Bundestrainer zu lösen gedenkt.

Unten im Keller bleibt es beim Schneckenrennen zwischen Köln, Mainz und Darmstadt. Ein Team von denen kommt in die Relegation: Und egal wer in der 2. Liga Dritter wird, etwa der HSV?, ist mit Sicherheit nicht chancenlos. St. Pauli kann schon für die 1. Liga planen, und alles spricht auch dafür, dass Holstein Kiel als erstes Team aus Schleswig Holstein ins Oberhaus kommt.

Letzte Zuckungen im (Kunst)schnee

Es ist Mitte März, und ganz langsam neigt sich die Wintersportsaison dem Ende entgegen. Mein Highlight war die fulminante Rückkehr von Mikaela Shiffrin. Nach sechs Wochen Pause bestritt sie in Are wieder einen Slalom und gewann ihn mit standesgemäßen 1,24 Sekunden Vorsprung auf die Zweite Ljutic und Michelle Gisin.Lena Dürr verfehlte das Stockerl um eine Hundertstelsekunde, Emma Aicher wurde glänzende Siebte.
Zum Nichtstun verurteilt waren mal wieder die Männer. Riesenslalom und Slalom in Kransjska Gora fielen einem Wärmeeinbruch samt Dauerregen zum Opfer. Somit hat Linus Straßer in der Slalomwertung auch seine theoretischen Chancen auf die kleine Kristallkugel verloren. Die holt sich völlig vedient der Österreicher Manuel Feller.

Vorbild Raw Air

Was ist das für ein,  Rumgeeiere, ob und wie sich die 4-Schanzentournee auch den Frauen öffnet, was wirklich an der Zeit wäre. Das noerwegische Gegenstück ist die Raw Air in Norwegen mit drei Stationen unter anderem am Holmenkollen und das Skifliegen in Vikersund. Die Frauen sind voll dabei. Die gleichen Wettbewerbe, und auch von der Flugschanze dürfen sie sich wagen. Und sie erhalten für ihre Darbietungen das gleiche Preisgeld. beschämend, dass das vor allem die Österreicher nicht hinbekommen, obwohl ihre Frauen nicht minder erfolgreich sind als die Männer. Das Besondere an der Raw Air: Hier fließen auch die Qualifikationssprünge in die Gesamtwertung ein. Bei den Frauen führt die Norwegerin Eirin Maria Kvandal vor Katharina Schmid und Eva Pinkelnig, bei den Männer Stefan Kraft vor Ryoyo Kobayashi und Jan Hörl.

Vorentscheidung für Magdeburg?

Am Sonntag trafen in der Handball-Bundesliga der Zweite SC Magdeburg und der Erste Füchse Berlin aufeinander. Am Ende hatten die Magdeburger die Nase vorn und gehen jetzt als Tabellenführer und Favorit in die letzten Spieltage. Hier gibt es ja keine Play-offs, anders als etwa im Basketball und Eishockey. Ich plane mal ein pro und contra Play-offs, was ja auch für die Fußballer immer wieder als Thema aufploppt.
In der Champions League der Männer haben der THW Kiel und Magdeburg direkt das Viertelfinale erreicht.

Angie rockt Indian Wells

Nach ihrer Babypause und dem doch zurückhaltenden Comeback in Australien kommt die Tennisspielerin immer besser in Fahrt. In Indian Wells erreichte sie als ungesetzte Spielerin das Achtelfinale und eliminierte dabei die weit höher  eingestuften Jelena Ostapenko und Veronika Kudemertova. Jetzt kommt es zum Duell der befreundeten Mamas gegen Caroline Wozniacki, die wie die Kerberin polnische Wurzeln hat. Bei den Männern ist Sascha Zverev noch im Wettbewerb. Jan-Lennard Struff musste sich erwartungsgemäß Jannik Sinner geschlagen geben.

Apropos Tennis: Die von Verletzungspech so gebeutelte Sabine Lisicki hatte endlich mal eine gute Nachricht parat. Sie erwartet ein Kind. Offenbar war das nicht geplant, aber die Freude ist groß. Ich wünsche alles Gute für eine Tennisspielerin, die ohne ihre vermaledeiten Verletzungen bestimmt viel mehr erreicht hätte als „nur“ ein Wimbledonfinale.

Und sonst?

– Wer die Premier League und Pool vs City vermisst, den verweise ich auf den vorigen Beitrag. Grandioses Spiel
– die Biathleten traten in Soldier Hollow an. Die ARD übertrug Freitag und Samstag zur Primetime. Für Sportfans eine feine Sache, aber schon sehr bedenklich für ein angebliches Vollprogramm. Aus deutscher Sicht herausragend war die Frauenstaffel mit dem zweiten Platz hinter Norwegen – und das mit den ganz jungen Hüfperinnen Selina Grotian und Julia Kink, die kurzfristig als Schlussläuferin einspringen musste und ihre Sache glänzend machte.
– Zwei Langlaufklassiker am Holmenkollen über 50 Kilometer. Die Frauen dürfen diese Strecke jetzt auch in Angriff nehmen. Katharina Hennig belegte hinter den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Anderson den 3. Platz. Bi den Männern gab es einen norwegischen Fünffacherfolg. Ein gar nicht so kleiner Wermutstropfen für die Puristen: Die Wettbewerbe fanden im Massenstart und nicht im Intervallstart statt.
– bei den Kombinierern war Jarl-Magnus Riiber einmal mehr eine Klasse für sich und siegte zweimal jeweils vor dem Österreicher Johannes Lamparter.
– Ein erst 19-jähriger Amerikaner setzt im Eisschnelllauf neue Maßstäbe. Nach seinen drei Titeln bei der Einzelstrecken-WM in Calgary sicherte er sich am Wochenende in Inzell den Vierkampf – mit neuem Weltrekord. Die Eislaufnation Holland hielt sich bei den Frauen mit einem Dreifacherfolg schadlos.

Die Wochenvorschau folgt