Das war die Woche, die war

Trainer-Rauswurf in Wolfsburg, Aicher-Blackout im Fassa-Tal, Mercedes-Triumph in Australien.

 

Den Wölfen bleibt nur Heulen und Zähneklappern

 

Der fast unaufhaltsame Abstieg des VfL Wolfsburg geht weiter. Nach dem eher erbärmlichen 1:2 gegen den Hambuger SV zogen die VW-Verantwortlichen (naja in Wirklichkeit sinds hoffentlich doch noch die Club-Oberen) erneut die Notbremse und feuerten Trainer Daniel Bauer. Außerdem schic kten sie den komplett überforderten Peter Christensen in die Wüste – ein Schritt, den Wohlmeinende mit dem Club (die gibts tatsächlich) schon viel früher getan hätten. Wenn nämlich jemand den durch und durch missratenen Kader (trotz der VW-Fantastilliarden) zu verantworten hat, dann der Sportdirektor.
Jetzt soll ein guter Bekannter helfen: Dieter Hecking, der erklärte Feuerwehrmann der Liga. Den VfL führte er 2015 zum Pokalsieg, ich war damals live vor Ort im Berliner Olympiastadion und später bei der Pk, als er stolz die „King“-Kappe aufsetzte, die seine Kinder für ihn gebastelt/gekauft hatten. Die Kinder sind jetzt junge Erwachsene, und die Situation beim VfL nicht mehr annähernd fröhlich-heiter, sondern vielleicht so bedrohlich wie noch nie in mittlerweile 29 Jahren Bundesliga-Zeit. Ich gönne ja niemanden den Abstieg (als leidgeprüfter Löwen-Fan weiß ich, wie weh dann noch Häme tut), aber wenn der VfL nicht mehr in der Bundesliga wäre, ihr würde wenig bis nix fehlen.
4 Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf den Relegationsplatz 16, das Unterfangen wird extrem knackig.

 

Aicher top – Aicher nachlässig

 

3 Speedrennen waren fürs Wochenende im Val d Fassa angesetzt. Für Emma Aicher begann es fast perfekt, als sie sie in der 1. Abfahrt Zweite wurde, nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen von der Italienerin Laura Pirovano, die ihren ersten Weltcupsieg überhaupt landete.
Doch Aichers Aufhol- und Punktejagd wurde jäh aufgehalten, vielmehr stoppte sie selbst. Nämlich durch einen eklatanten Fehler in der 2 Abfahrt, durch den sie nur Rang 12 belegte. Noch ärger erging es ihr im Super-G am Sonntag. Ein Tor offenbar hatte sie (mal wieder) offenbar völlig falsch besichtigt, und die 22-Jährige schied aus. Ein typischer Aicher-Fehler. So nonchalant-lässig und trotzdem schnell sie die Pisten herunterfährt, als würde sie einen besseren Trainingslauf absolvieren, so täppisch wirken ihre Torfehler. In drei Super-Gs ereilte sie in diesem Jahr dieses Schicksal; Dreimal dachte ich: Das kann doch gar nicht wahr sein, hier rauszufliegen.
Die durchaus vorhandenen Chancen auf den Gesamtweltcup haben sich damit so gut wie zerschlagen. Niemand wird darob glücklicher sein als Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin war schon sichtlich nervös geworden, traute sich mit zittrigen Knien auf die Super-G-Strecke und belegte Rang 23 (wir reden von der mit Abstand besten Skifahrerin der Welt). Wenn nicht alles verrückt spielt (und sie nächste Woche in einem Slalom rausfliegt), bleibt ihr diese Mutprobe beim Weltcup-Finale in zwei Wochen erspart.
Noch ein Wort zu Pirovano. Sie gewann auch die 2. Abfahrt am Samstag, wieder mit nur einem Hunderstel Vrorsprung – diesmal auf die Österreicherin Conni Hütter. 2 Siege auf derselben Abfahrt an 2 nachfolgenden Tagen mit jeweils nur einem Hundertstel Vorsprung: Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon mal gegeben hat. Die italienischen Festspiele im Val di Fassa rundete dann Elena Curtoni mit ihrem Sieg beim Super-G ab.

 

Bei den Männern beschloss das Schicksal, Atle McGrath für den verpasssten Olympiasieg zu entschädigen. Der Norweger, noch einsam im Wald irgendwo bei Bormio nach dem Aus im 2. Duchgang, gewann den Slalom von Kranjska Gora. Zu sagen, es sei ein Hundertstelkrimi gewesen, wäre die Untertreibung des Jahres. McGrath siegte also mit einem Hundertstel vor Landsmann Henrik Kristoffersen. Sein Vorsprung auf den Dritten Lucas Braathen betrug 4/100 Sekunden. Es folgten der Vierte Michael Mat (0.06) und der Münchner Skilöwe Linus Straßer, der als Fünfter gerade mal 9/100 Sekunden Rückstand hatte. Nicht einmal ein Zehntel fehlte also zum Sieg, und deswegen war Straßer auch trotz des verpassten Podestplatzes zufrieden. McGrath aber führt jetzt relativ klar im Slalom-Weltcup; der wäre mehr als ein Ersatz für den verpassten Olympiasieg.

 

Mercedesse bestätigen Favoritenrolle

 

Es herrschte viel Spannung vor dem ersten Formel-1-Lauf in Melbourne. Würde das neue Reglement auch im Rennen klappen? Können die Fahrer überholen? Können sie vielleicht zu leicht überholen? Halten die Boliden? Funktioniert das Energie-Management?
Nach dem ersten Rennen ist es für ein abschließendes Urteil  natürlich noch viel zu früh, aber ich denke, er gibt Grund zum vorsichtigen Optimismus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gerade die ersten Runden, als sich George Russel im Mercedes und Charles Leclerc (Ferrari) mehrmals einander überholten, waren sehr unterhaltsam und eine gute Show. Nachdenklich stimmt allerdings die derzeitige Überlegenheit von Mercedes. Am Ende hatte der Brite Russell die Nase klar vorn vor seinem Teamgefährten Kimi Antonelli, den auch ein total verpatzter Start nicht aus der Bahn warf.
Zweite Kraft scheint tatsächlich Ferrari zu sein. Inwieweit außerdem der Ausnahmefahrer Max Verstappen eine ermeinltiche oder tatsächliche Unterlegenheit seines Red Bulls kompensieren kann, ist eine der vielen Unwägbarkeiten. Nachdem er sein Auto im Qualifying nach einem Defekt an die Wand geworfen hat (im Wortsinn), startete er im Rennen von ganz hinten eine Aufholjagd. Doch diese endete schon auf Rang 6, konnte oder wollte Verstappen nicht mehr, lautete eine der großen Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt.
Ein mehr als solides Debüt feierte Audi. Gabriel Bortolotto ergatterte gleich im ersten Rennen als Neunter Punkte für die Ingolstädter. Die Basis von Sauber, dessen Rennstall Audi übernommen hat, scheint gut genug (fast hätte ich geschrieben: sauber genug, aber wer braucht schon Wortwitze?) für weitere Punktefahrten, dann auch für Nico Hülkenberg.

Der 2. Lauf findet schon am kommenden Sonntag in China statt.

 

Und sonst?

 

  • Aufruhr in Köln. Nämlich durch den Stadionsprecher Michael Trippel, der mehrmals unangenehm auffiel, als er vermeintliche Fehlentscheidungen abfällig kommentierte gegen den heimischen FC und für Borussia Dortmund (Pfui! Widerlich!“). Ein absolutes NoGo! Extrem parteiische Stadionsprecher, die sich eher als Heim-Einpeitscher denn als seriöse Informierer verstehen, sind ohnehin zunehmend eine Plage, aber Trippel hat den Bogen eindeutig überspannt. Das fanden auch die zumindest nach außen hin peinlich-berührten Kölner Vereins-Oberen. Niemand verlangt absolute Neutraltät, aber den ohnehin sehr geforderten Schiri derart in den Senkel zu stellen nach zwar umstrittenen, aber keineswegs komplett falschen Entscheidungen, das geht überhaupt nicht.
  • Biathlon: Was war das denn? Sonne in Kontiolahti? Schöner, weiß-glitzernder Schnee und auch noch Zuschauem? Wo war die uns vertraute finnische Trostlosigkeit, wenn der Biathlon-Weltcup im Dezember im grauen, nassen Nebel auf einer notdürftig präparierten Kunstschee-Loipe vor einem Zuschauer-Nirwana die Rennen absolvierte?
    Inspiriert von diesen herrlichen Bedingungen waren jedenfalls die Sportler, die sich beim ersten Treff nach Olympia engagiert ins Zeug legten. Mit Ergebnissen, die einem irgendwie bekannt vorkamen, denn vorne waren wie gehabt hauptsächlich ausschließllich Franzosen, Norweger und Schweden, „Innen“ inkludiert, so viel Frauentag muss sein.
    Um genau zu sein: Bei den Männern siegten Eric Perrot (Frankreich/Einzel), die norwegische Staffel und Sture Lagreid (Norwegen/Massenstart/), bei den Frauen die schwedische Staffel, Julia Simon (Frankreich/Massenstart) und Elvira Öberg (Schweden/Einzel). Wenn ichs richtig sehe, sprengte nur die slowakische Dritte Paulina Fialkova im Einzel die Podest-Bastion der drei großen Nationen, und diese wird nach der Saison die Karriere beenden …
  • Hoffen mit Sechzig: Aufstieg? Ernsthafte Chancen?? Noch im März??? Nach dieser Saison???? Das Schicksal treibt ein böses Spiel mit mir, lässt mich Löwen-Fan vom Aufstieg träumen (so sweet dreams). Nach 5 Siegen in Folge nur noch 3 Punkte Rückstand auf Rang 3 und die Relegation. Schön ist es nicht, wie die Löwen spielen, aber erfolgreich. Nächsten Samstag folgt ein Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden, ich schreib nix dazu, Angst vorm Jinx … (und dem erfahrungsgemäßen Rückschlag).

Das wird Molympico, Dienstag

Pflichtprogramm

 

14:30: Biathlon-Staffel, Männer

 

4 Athleten pro Nation gehen nacheinander (Ablösung per Handauflegen) auf die 7,5 Kilometer, mit Liegend- und Stehendschießen. Je 5 Schüsse auf die Scheiben, wer nicht alle abräumt, bekommt jeweils 3 Nachlader, danach drohen Strafrunden. Immer wieder ein extremer Spannungsmoment, weil beim Stehen schnell die Beine das Zittern anfangen, weil der Puls zu tief sinkt, die berühmte Nähmaschine.

Es gibt 3 klare Favoriten auf die Medaillenränge: Frankreich, Norwegen und Schweden (alphabetische Reihenfolge, nicht meine Bewertung) dürften die Plätze 1 bis 3 unter sich ausmachen, wenn alles normal abläuft. Die Hoffnung der Hinteren (Deutschland, Italien): Wann läuft eine Biathlon-Staffel schon normal ab?

 

16:22/16:41: Eisschnelllauf, Mannschaftsverfolgung Finale, Männer und Frauen

 

2 Teams à 3 Läuferinnen (oder Läufer) laufen gegeneiander 3000 Meter. Möglichst dicht beeinander (sie dürfen sich sogar berühren) und mit Führungswechseln wegen Luftwiderstand. Jede halbe Runde wird der Abstand der Teams gemessen. Wenns knapp ist, ist die Spannung unerträglich.
Zuvor werden noch die Halbfinali ausgetragen;  bei den Frauen USA vs Kanada und Holland vs Japan, bei den Männern Holland vs Japan und USA vs China. Oranje zweimal bowen?, dem Holland-durchsetzen Publikum würde es gefallen …

 

Wird sicher spannend

 

10:00/13:30: Nordische Kombination, Großschnze und 10 Kilometer

 

Ein Sprung und dann wie gehabt die Gundersen-Methode. der Sprungbeste geht als Erster in die Loipe, die Platzierten folgen je nach ihren Sprung-Abständen. Das heißt: Der Erste im Ziel nach 10 Kilomtern ist auch der Goldmedaillen-Gewinner.
Athleten von 3 Nationen haben zuletzt fast alle Weltcups unter sich ausgemacht: Norweger, Deutsche und Österreicher. Tatsächlich AthletEN, denn Frauen sind in der Noko für Olympia nicht vorgesehen. Angeblich zu wenige aus zu wenigen Nationen. Was für eine Sauerei angesciths der lachhaften Rodel-Konkurrenzen mit 5 wettbewerbsfähgien Teams.
Für die Deutschen lief es im ersten Wettbewerb von der Noralschanze wenig berauschend, auch die Trainingsergebnisse vom Großen Bakken sind bestenfalls ordentlich zu nennen. Wieder gut sind die Ösis um Johannes Lamparter und Norge um Öftebrö. Und vielleicht wieder ein Finne, diesmal Herola?

 

12:10: Eishockey, Männer, Zwischenrunde

 

Obs wirklich spannend wird, sei mal dahingestellt. Das deutsche Team trifft auf Frankreich, und die NHL-Profis um Leon Draisaitl sind klarer Favorit. Auch die weiteren Partien Schweiz vs Italien (12:10), Tschechien Dänemark (16:25) und Schweden – Lettland (21:10) dürften für das jeweils erstgenannte Land klare Angelegenheiten werden. Für die heißt es auch: Kraft sparen, denn schon am Mittwoch stehen die Viertelfinali gegen dann ausgeruhte Teams an.

 

Und sonst?

 

  • Bob, Zweier der Männer: Vielleicht sogar ein deutscher Sweep, also Gold, Silber und Bronze für Team Germany. Zumindest führte nach 2 von 4 Läufen Deutschland (Lochner) vor Deutschland (Friedrich) vor Deutschland (Ammour). Zumindest die USA können den Dreier noch verderben.

Molympico Giorno

Skandal um den Ukrainer Heraskewytsch

 

Das IOC hat den Skeletoni tatsächlich disqualifitziert. Wegen des beanstandeten Helmes, auf dem Bilder von rund 20 der insgesamt 100 ukrainischen Sportler geklebt waren, die im Krieg von Kugeln oder Bomben getötet wurden. Das IOC sah hierin eine – verbotene – politische Botschaft, Verteidiger von Wladislaw Heraskewytsch sprechen von einer – nicht verbotenen – Erinnerung an gute Freunde.
Schon nach den Trainingsläufen mit diesen Helm kündigte das IOC die Disqualifikation an, sollte er diesen auch im Wettkampf benutzen. Hweraskewytsch blieb dabei. Er habe nicht provozieren wollen, sondern nur erinnern, sagte er. Und verwies unter anderem auf den „goldenen“ deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, der bei der Siegerehrung in Peking das Foto seiner verstorbenen Ehefrau in die Kameras hielt (ohne Sanktion, warum auch?).

Zwar sprach offiziell der Skeleton-Verband die Disqualifikion aus, aber sicher nach Absprache mit dem IOC. Insofern war der Auftritt von Kirsty Coventry pure Heuchelei, als sie beim ZDF in Tränen ausbrach. Wenn denn jemand die Disqualifikation hätte verhindern können, dann wohl die IOC-Chefin. Sich hinter angebliche Regeln zu verschanzen – das ist erbärmlich.

Falls Heraskewitsch provozieren und die wieder zunehmende Russland-Freundlichkeit des IOC und der Verbände anprangern wollte, hat er sein Ziel erreicht. Kaum ein akkreditiertes Medium, das jetzt nicht groß berichtete. Wäre er ohne von vornherein ohne Beanstandungen gefahren, hätten die wenigsten die Aktion überhaupt mitbekommen, so weiß die ganze (Sport)Welt davon. Streisand-Effekt at its best.

https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt

Emma Aicher tappt in die Kursfalle

 

Dass der Super-G extrem anspruchsvoll, ja fast bösartig gesetzt war, zeichnete sich schon bei den ersten Läuferinnen ab. Reihenweise fuhren die besten Skiläuferinnen mit zu hohem Tempo in die tricky gesetzten Tor-Kombinationen und schieden aus.

Hirn anschalten war also angesagt, und allein das Podium zeigt, dass Erfahrung extrem nützlich war. Es siegte die Italienerin Federica Brignone (35) vor der Französin Romaine Miradoli (31) und Conni Hütter (33) aus Österreich. Die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann schied ebenso aus wie Emma Aicher, die zwar die erste Klippe gut nahm, an der zweiten aber grandios scheiterte. Sie wirds verkraften nach zwei Silbermedaillen, und ob es für eine Medaille oder gar den Sieg gereicht hätte, wage ich anhand der Zwischenzeiten eher zu berzweifeln. Auch die anderen Abfahrts-Medaillengewinnerinnen Breezy Johnson und Sofia Goggia sahen das Ziel nicht. Goggia schied gar mit der klar besten Zwischenzeit auf, ein typischer Lauf der risikobereiten Italienerin, der letztlich nicht gut gehen konnte.

So gab es tatsächlich das Happy End für Brignone, das kaum jemand für möglich gehalten hatte. Im April hatte sie sich bei einem Sturz bei den nationalen Meisterschaften so ziemlich alles am linken Bein verletzt, was man sich verletzen kann. Schien- und Wadenbeinbruch, dazu Kreuzbandriss. Doch die Italienerin hatte dieses eine Ziel: Heim-Olympia in Cortina, dafür nahm sie alle Qualen und bis zuletzt enorme Schmerzen in Kauf. Noch vor ein paar Tagen lag ihr Start in den Sternen, weil sie zu große Schmerzen hatte, die Ersatzfahrerin stand schon bereit.

Und dann diese Fahrt, maßvoll, wo es nötig war, mit Tempo, wo es der Kurs zuließ. Das ist ja grundsätzlich der Reiz des Super-Gs, der schnell gesteckt ist und ohne Trainingslauf bewältigt werden muss. Doch meines Erachtens hatte es der norwegische Kurssetzer übertrieben. Gerade beim Olympischen Lauf eine Falle nach der anderen aufzustellen (mit für Super-G ungewohnt kurzen Torabständen), kann nicht der Sinn der Sache sein. Schön anzusehen ist es auch nicht, wenn die besten Skifahrerinnen der Welt wie Anfängerinnen die Tore verpassen (in die Garage fahren, wie es so unschön heißt).

 

Das letzte Schießen – eine Qual

 

Dreimal hatte Franziska Preuß beim Einzel fehlerlos je fünf Scheiben abgeräumt, als sie zum letzten Stehendanschlag fuhr. Klar war: Würden erneut alle Scheiben fallen, wäre eine Medaille sicher. Doch die Weltcup-Gesamtsiegerin 2025 zeigte Nerven (oder dachte sie zu viel nach?), sie ist ganz bestimmt nicht die erste, der dieses Malheur passierte. Zwei Strafminuten handelte sie sich ein, Medaillenchance dahin, auch weil sie in der Loipe nicht mehr in der Galaform der vergangenen Saison ist, einige Erkältungen kosteten zu viel Tribut.

So war der Weg frei für Julia Simon. Noch vor Olympia hatte sie Rennen sausen lassen, weil die Laufform überhaupt nicht da war. Die Allerschnellste war sie zwar immer noch nicht in der Loipe, aber was Madame am Schießstand abliefert, ist außergewöhnlich. So schnell wie sie feuert keine Frau die Schüsse ab – und auch nur ganz wenige Männer, wenn überhaupt. Wenn sie dann noch von 20 Versuchen 19 ins Ziel bringt, ist sie schwer zu schlagen. Noch nicht einmal von ihrer überragenden Landsfrau Lou Jeanmonnot, die trotz zweier Fehlschüsse immerhin noch zu Silber lief.

Die Sensation schlechthin lieferte allerdings Lara Hristova. Die Bulgarin eroberte ohne Schießfehler die Bronzemedaille. Sogar Franziska Preuß fragte ungläubig nach, wer zum Teufel diese 22-jährige junge Frau war, die perfekt schoss und auch in der Loipe recht gut zurecht kam. Besser zum Beispiel als die unglückliche Vanessa Voigt, die bei ebenfalls fehlerfreier Darbietung 13 Sekunden langsamer war und „nur“ Vierte wurde. Platz 4 wäre im Weltcup eine fantastische Platzierung gewesen, bei Olympia gibts nur die symbolische Blech(Holz-)Medaille.

 

Drama um Wennemars

 

Sportlich vielleicht bisher sogar der größte Aufreger der Spiele, für die Eisschnelllauf-Nation Holland sogar ganz bestimmt. In aller Kürze: Joop Wennemars ist über 1000 Meter klar auf Medaillenkurs, doch beim letzten Seitenwechsel übersieht sein Laufpartner Ziwen Lian aus China klar die Vorfahrt und schneidet Wennemars den Weg ab. Der muss abbremsen, verliert bei dem Manöver mindestens eine halbe Sekunde (eher mehr) und der Medaillentraum ist geplatzt. Im Ziel ist der Holländer drauf und dran, dass er Ziwen an die Gurgel gehen  will, der so tut, als sei nichts gewesen. Später wird der Chinese wegen seines klar sportwidrigen Verhaltens disqualfiziert, doch davon kann sich Wennemars natürlich nichts kaufen
Im nächsten Lauf fährt ausgerechnet Ziwens Landsmann Zhongyang Ning zu Bronze mit einer Zeit, die Wennemars ohne Behndeung mit Sicheheit klar unterboten hätte. Nach seinem Protest darf er zwar noch einmal starten, doch nur eine halbe Stunde nach dem ersten Lauf fehlt ihm natürlich die Kraft und er kann die zweit nicht unterbieten. Hinterher beschwerte er sich bitter, dass die Pause viel zu kurz gewesen sei.
Der eine Chinese verhilft dem Landsmann mit einem klar sportwidrigen Verhalten zu Bronze, ich bin tatsächlich geneigt, dass das absichtlich war (leide traue ich mittleweile fast jedem Sportler fast alles zu für einen Vorteil). Das lässt sich natürlich nicht beweisen, ich erinnere aber ungerne an den Formel-1-Fahrer Nelson Piquet jr., der mit voller Absicht einen Unfall verursachte, damit Teamkollege Fernando Alonso das Rennen gewann. Hätte vorher auch niemand geglaubt, dass so etwas möglich ist.
Zumindest am Sieg des überragenden Jordan Stolz gab es nicht die geringsten Zweifel. De Amerikaner siegte mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Holländer Jening de Boo. In dessen Zeitbereich wäre Wennemars ohne Behinderung wohl gefahren.

 

Wenn nur die Kunst zählt

 

Eistanzen ist nicht so meines, obwohl Torvill/Dean natürlich unvegessen sind: Was am Mittwoch aber  die beste Paare aufs Eis zauberten, hat mich dann doch gefesselt, vor allem die US-Amerikaner und die Franzosen. Zunächst Madison Chock und Matthew Bates. Zu „Paint it Black“ tanzten sie einen Torero, in Schwarz gekleidet und roten Tuch. Schnell und ambitioniert wirkte es und ziemlich frisch. Den Gegensatz dazu lieferten Laurence Fornier Beaudry und Guiilaume Cizeron. Sie malten ein Gesamtkunstwerk aufs Eis, nicht ganz so spritzig wie die Amerikaner, aber mit vollendeter Harmonie (was ich aufgrund des klaren Urteils der Jury erst beim zweiten Mal anschauen wirklich zu würdigen weiß, denn ich hätte die Amis vorne gesehen). So ging Gold an Frankreich, und Ceizeron gelang Historisches. Noch nie hat ein Eistänzer Olympiagold mit zwei Partnerinnen gewonnen. 2022 hatte er mit Gabriella Papadakis triumphiert

Wer die Franzosen bewundern will (die Amis sucht ihr bei Youtube)

https://www.eurosport.de/eiskunstlauf/olympia-mailand-cortina/2026/laurence-fournier-beaudry-und-guillaume-cizeron-gewinnen-goldmedaille-gesamtkunstwerk_vid60055020/video.shtml

 

Und sonst?

 

  • Rodeln: Die Doppelsitzer bei Frauen und Männern wurden zu einer italienischen Angelegenheit, die beide Wettbewerbe für sich entscheiden. Bei den Frauen siegten Voetter/Oberhofer vor den deutschen Eitberger/Matschina und Egle/Kipp aus Österreich, bei den Männern Rieder/Kainzwaldn vor den Österreichern Steu/Kindl und den Deutschen Wendl/Arlt. Medaillenvielfalt à la Rodeln. Wenn die von Olympia ausgeschlossenen Kombinierinnen diese einseitigen Konkurrenzen (gerade 11 Frauenpaare waren dabei) gesehen haben, müssen sie sich komplett verschaukelt fühlen. Denn genau die mangelnde Quantität ist eines der Hauptgründe, warum sich Olympia den Kombinierinnen verschließt.
  • Ski Freestyle: Die Australierin Jakara Anthony ist die klar beste Buckelpistenfahrerin der Welt. Im Olympiafinale geriet sie aus dem Rhythmus und musste die Fahrt abbrechen. Den Sieg erbte Elizabeth Lemley, gerade 20 Jahre jung.

Das wird Molympico, Freitag

Tatsächlich mal ein Tag ohne die Alpinen und schon wird es dünne. Einen olympiafreien Tag einzulegen, kommt natürlich nicht in die Tüte.

 

Pflichtprogramm

 

19:00: Eiskunstlauf, Kür der Männer

 

Bitte was? Der Löwe verordnet Eiskunstlauf? Ich bekenne mich schuldig, aber ich habe eine Exkulpation. Die heißt Ilja Malinin. Ein US-Amerikaner, der neue Maßstäbe gesetzt hat. Wenn er sein Programm morgen wie geplant durchzieht, dann sehen wir insgesamt 7 Vierfachsprünge (wenn wirs erkennen) und zum Drüberstreuen auch noch einen Rückwärtssalto, der wegen seiner Gefährlichkeit bis vor ein paar Jahren verboten war mit eklatanten Abzügen. Nervenkitzel ist also angesagt.
Wenn Malinin nur einigermaßen durchkommt, wird er auch gewinnen.
Seit einiger Zeit wird umgekehrt zur Platzierung nach dem Kurzprogramm gelaufen. Malinin startet also als Letzter: Wer sich auf ihn beschränken will und vielleicht noch die härtesten Konkurrenten Yumi Kagiyama und Adam Siao Hom Fa (what a name for a French), der muss erst etwa um 21 Uhr oder so einschalten (ohne Gewähr).

 

Wird spannend

 

12:10: Eishockey Männer, Finnland – Schweden

 

Das nordische Duell. Ezrivalen, die Schweden meist besser (großer Seufzer des Suomi-Freundes). Finnland mit einem vertitablen Fehlstart bei der 1:4-Niederlage gegen die Slowakei, Schweden mit einem mühevollen Auftaktsieg gegen Italien. Spannungskiller ist zwar, dass auchd der Verlierer sicher im Turnier bleibt, doch die Rivalität dürfte einigen Pfeffer in die Partie bringen.
Die weiteren Partien: Tschechien – Frankreich (16:40) und Kanada – Schweiz (21:10).
Bei den Frauen sind schon Vietelfinals angesetzt. Aufgrund des heutigen Nachholspiels Kanada – Finnland (bei Team Suomi wütete ein Noro-Virus) stehen die Partien noch nicht endgültig fest.

 

14:00: Biathlon Männer, Sprint

 

10 Kilometer mit zwei Schießübungen. Wer eine Scheibe verfehlt, muss in die Strafrunde. Favoriten mal wieder die Norweger um Einzelsieger Johan Olav Bodn, die Italiener hoffen auf Tommasso Giacomel, die Franzosen auf Eric Perrot. Für die Deutschen hat Philipp Nawrath die besten Chancen, aber es müsste schon alles passen für eine Medaille. Aber beim Biathlon würfelt sich ein Feld durch Fehlschüsse gerne völlig durcheinander.

 

19:30: Snowboard, Halfpipe Männer

 

Unfassbar was die Herren der Schöpfung für waghalsige Sprünge zeigen (ich probiere nicht mal, sie zu benennen oder gar zu bewerten. Unter dreieinhalb Drehungen geht gar nix. Nicht immer geht es gut, für Thrill ist also auch gesorgt.
12 Männer haben sich qualfiziert fürs Finale, jeder zeigt 3 Läufe, der beste geht in die Wertung.

 

21:05: Skeleton Männer

 

Der vierte und entscheidende Lauf in der Eisröhre von Cortina. Bäuchlings auf dem Schlitten rasen sie hinunter, die Kinnspitze nur Zentimeter über dem harten Eis, je tiefer desto gut. Nach den zwei Durchgängen am Donnerstag führt der Brite Matt Weston vor den beiden Deutschen Alexander Jungk und Christopher Grotheer.
Schon zuvor bestreiten die Frauen ihre ersten zwei Läufe, die Entscheidung ist dann am Samstag.

 

Und sonst?

 

Curling: Die Frauen und Männer mit vollem Programm. Insgesamt sind 12 Partien angesetzt. Suchts euch die Lieblinge raus.
Eisschnelllauf: Der ganz lange Kanten der Männer über 10.000 Meter. Jedes der 10 Paare läuft 13 Minuten. Eigentlich nur was für die eisschelllauf-verrückten Holländer, die die Halle wieder in Oranje tauchen.
Skilanglauf: Nur die Frage, mit welchem Abstand Johannes Klaebo den 15 Kilometer-Einuzelstart (13:00) in der klassischen Technik gewinnt und ob es ein komplettes Norge-Podium gibt.

Giorno Molympico

Eine kleine Änderung: Ich befasse mich heute nicht jur mit dem gestrigen Tag, sondern auch mit dem was am Dienstag bis jetzt passiert ist.

 

Gold für den österreichischen Kurssetzer

 

Das ist natürlich eine Übertreibung, denn gefahren ist Katharina Huber den Slalom im Teamwettbewerb schon selbst – und das großartig. Aber Martin Pfeifer wurde seinem Ruf gerecht und setzte heute einen Lauf, der äußerst tricky war. Und gerade in dem für Huber maßgeschneiderten (und wahrscheinlich bis zum Erbrechen geübter Torfolge) Teil holte sie dann die entscheidenden Hundertstelsekunden gegenüber der Deutschen Emma Aicher heraus. Am Ende lagen Abfahrerin Ariane Rädler und Slalomartistin Katharina Huber fünf Hundertstelsekunden vor Kira Weidle-Winkelmann/Emma Aicher. Dritte wurden die US-Amerikanerinnen Jaqueline Wiles/Paula Moltzan. Eine herbe Enttäuschung erlebte Mikaela Shiffrin. Alles schien angerichtet für Gold, nachdem ihre Landsfrau Breezy Johnson erneut die beste Abfahrtszeit hingelegt hatte, sie also sogar mit Vorsprung ihren Lauf in Angiff nahm. Doch der mit Abstand besten Slalomfahrerin versagten die Nerven, und sie legte einen für ihre Verhältnisse fast indiskutablen Lauf hin. Das Team fiel noch auf den undankbaren 4. Platz zurück. Shiffrin und Olympia – das war ja in Peking 2022 schon das große Drama, als sie als große Favoritin weder im Riesenslalom noch im Slalom das Ziel erreichte.

„Alles richtig gemacht“, konnten dagegen die deutschen Trainer bilanzieren. Es war ja ein Pokerspiel, mit dem Jolly Joker Emma Aicher, die in Abfahrt und Slalom herausragend ist. Die Frage war: Passt das besser mit der Abfahrerin Kira Weidle-Wnkelmann im Slalom oder mit der Slalomartistin Lena Dürr im Slalom. Man setzte auf Rot Slalom, und Aicher legte dort Laufbestzeit hin, mehr geht nicht. Dass sie erneut nur um Hundertstel Gold verpasste nach Abfahrtssilber, störte da wenig.

 

Schweizer Triumph bei den Männern

 

Tags zuvor durfte Franjo van Allmen den zweiten Olympiasieg feiern. Er selbst wurde in der Abfahrt zwar nur Vierter, doch sein Slalompartner Tanguy Nef zauberte einen wahren Traumlauf in den Schnee – das reichte. Silber gewannen zeitgleich die Schweizer Marco Odermatt/Loic Meillard (der eigentlich als der bessere Slalolmfahrer als Nef galt) und Vincent Kriechmayr/Mario Feller aus Österreich. Zum Unglücksraben avancierte Alex Vinatzer. Der italienische Slalomfahrer ging nach der Abfahrtsbestzeit seines Partners Giovanni Franzoni als Letzter in den Slalom, doch der war nach eigener Aussage „mit der Situation überfordert“ und kam nach 18. Laufzeit nur auf Rang 7. „Ich muss mich bei Giovanni entschuldigen.“ Dass es Mikaela Shiffrin ähnlich erging, wird ihm kein Trost sein.

 

Die Gunst der Schanze genutzt

 

Dass Philipp Raimund mit der Anlage in Predazzo glänzend zurechtkam, deutete sich schon im Training an, als er mehrmals den besten Sprung hinlegte. Doch Training und Wettkampf sind oft zwei paar Schuhe, und da war die Hypothek, das Raimund vorher noch nie einen Weltcup gewonnen hatte. Doch „Hippe“ (was für ein Spitzname für diesen Vornamen, noch nie gehört) ließ sich nicht beirren: In Durchgang 1 sprang er schon an die Spitze, und auch, als die Konkurrenz im 2. Durchgang sehr gute Weiten hinlegte, ließ er sich nicht beirren: Er verteidigte nicht nur seinen knappen Vorsprung, er baute ihn sogar mit dem wiederum besten Sprung aus. Am Ende lag er 3,4 Punkte vor dem Sensationszweiten Kacpar Tomasiak aus Polen und gar 8,1 vor Gregor Deschwanden und Ren Nikaido, die sich Bronze teilten. 
Domen Prevc ging als Sechster leer aus. Beim Saisondominator hatte sich im Training schon abgezeichnet, dass er mit der Schanze nicht so zurecht kam.
Schwer geschlagen auch die Österreicher: Als Bester der erfolgsverwöhnten Adler landete Stefan Embacher auf den siebten Platz.

Apropos Vorname: Ich habe (mit KI) geschaut, ob schon mal ein Namensvetter von mir (Philipp) deutsches Gold bei Winterspielen geholt hat. Es hat keine Treffer gegeben.

 

Fehlerlos zu Gold, Gedanken beim toten Freund

 

Es war schon absehbar, dass Norwegens Biathlon-Männer den Rücktritt der Bö-Brüder gut verkraften würden. Beim ersten Einzelwettbewerb über den langen 20-Kilometer-Kanten siegte dann auch ein Landsmann: Johan-Olaf Botn verfehlte keine einzige der 20 Scheiben, und weil er in der Loipe flott genug unterwegs war, lag er im Ziel 15 Sekunden vor dem Franzosen Eric Perrot und 48 für Sture Lagreid, die jeweils einmal danebenschossen.
Bei seiner Zieleinfahrt gedachte Botn mit zum Himmel gerecken Händen seines Landsmanns und Trainingskollegen Sivert Guttorm Bakken. Botn hatte ihn im Dezember leblos in einem Hotelzimmer gefunden, mit einer Atemmaske über dem Mund. Noch immer ist der Tod nicht aufgeklärt. „Ich habe auf der letzten Runde kaum an mich selbst gedacht, meine Gedanken und Gefühle für Sivert kamen direkt nach dem letzten Schießen.“

 

Wer soll diesen Klaebo schlagen

 

Die Überlegenheit war absurd. Im Sprint, eigentlich eine wirklich knappe Angelegenheit, lief der Norweger Johannes Hoesflot Klaebo in der ganz eigenen Liga. Als hätte er einen Motorantrieb, lief er der Konkurrenz auf und davon. Viel fehlte nicht, und er hätte sich sogar die Zeit nehmen können, sich vor dem Zieleinlauf noch eine norwegische Fahne zu schnappen. Silber holte der ersstaunliche Amerikaner Ben Ogden vor Klaebos Landsmann Oskar Opstad Vike.
Vier Wettbewerbe stehen für Klaebo noch an, und angesichts seiner Sonderklasse ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er nicht vier weitere Goldmedaillen holt (wie 2025 bei der WM in Trondheim.

Bei den Frauen dagegen erwarte ich einen schwedischen Durchmarsch. Nach dem Doppelerfolg im Skiathlon durch Frida Karlsson und Ebba Andersson überließ beim Sprint Team Sverige dem Rest der Welt noch nicht mal die Bronzemedaille. Es siegte Linn Svahn vor Jonna Sundling und Maja Dahlqvist.

 

Und sonst

 

  • Gasser chancenlos: Die zweifache Olympiasiegerin im Big Air hatte im Finale nichts mehr zu melden. Mit unfassbaren Sprüngen siegte die Japanerin Kokomo Murase vor Zoi Sadowski Synnot aus Neuseeland und Seunggeun Yu. Die Österreicherin Anna Gasser hatte die ersten beiden Sprünge verpatzt, aber auch wenn alles geklappt hätte, eine Medaille wäre wohl außer Reichweite geblieben.
  • Gold für Holland: Im dritten Wettbewerb gab es für die Eisschnelllauf-Nation endlich die ersten Medaillen. Jutta Leerdam siegte vor Landsfrau Femke Kok und der Japanerin Miho Tagaki. Um Leerdam hatte es reichlich Wirbel gegeben: Das Glamourgirl war mit einem Privatflugzeug samt Top-Verpflegung eingeschwbt und hatte Pressekonferenzen geschwänzt.

 

 

Das wird die Woche, die wird

Sport satt, nämlich Fußball, Handball-EM und Wintersport

 

Bundesligisten im Doppeleinsatz

 

Der kurze Zeit sehr strenge Winter ist offenbar wieder dabei, der Englischen Woche in der Fußball-Bundesliga steht nichts mehr entgegen – außer Tauwetter, siehe Hamburg. Der 17. Spieltag m Dienstag/Mittwoch – nicht zu vergessen das Topspiel zwischen Augsburg und Union am Donnerstag, komplettiert die Hinrunde, die Rückrunde startet am Wochenende. Partien, die es sich vielleicht lohnt zu gucken, sind während der Woche Stuttgart vs Frankfurt (Di., 18:30), eine Art Best of the Rest neben den Großen, HSV – Leverkusen (Di., 20:30, abgesagt wg. Tauwetters) und Köln vs Bayern (Mi., 20:30). Letztere Partie nur unter dem Gesichtspunkt, ob Rib und Rob (Ribéry und Robben) mit Oliseh und Diaz tatsächllich Zauber-Nachfolger gefunden haben und wie hoch letztlich tatsächlich die Hinrunden-Rekordtormarke (zurzeit 63) der Bundesliga-Geschichte gesetzt wird.
Am Samstag zum Topsiel des Tages müssen die Münchner dann nach Leißzig (Sa., 18:30). Mit dabei ist dann wieder aif Leipziger Seite der ivorische Star Yan Diamonde, nachdem die Elfenbeinküste im Viertelfinale des Afrika-Cups gescheitert ist.

Am Wochenende startet dann auch die 2. Bundesliga, und die Jagd auf Schalke beginnt. Der Tabellenführer handelte sich zum Jahresabschluss eine Pleite bei Eintracht Braunschweig ein, der Vorsprung auf Platz 3 (Darmstadt) beträgt immer noch 4 Punkte. Fast standesgemäß geht es für die Knappen mit einem echten Schlager los, denn sie sind am Samstagabend (20:30) im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC zu Gast.

 

Mit Knallhart-Handball zur Medaille?

 

Die Männer-EM beginnt am Mittwoch, und das Ziel des deutschen Teams lautet Edelmetall, vielleicht sogar Gold. Doch die Auslosung hat einen sehr harten Weg beschert. Weniger in der Vorrunde, wenn Österreich, Spanien und Serbien die Gegner sind, das klingt schon knackig genug. Aber wenn die Truppe  ersten Zwei erreicht, trifft sie in der Hauptrunde höchstwahrscheinlich auf Dänemark und Frankreich, dazu vielleicht Aufstreber wie Portugal und  Norwegen.
Richten soll es eine Knallhart-Abwehr und vor allem die Torhüter Andi Wolff (Europameister vor 10 Jahren) und David Späth, die weltweit zu den besten ihres Fachs zählen.
Los geht es am Donnerstag (20:30) gegen Österreich (mit vielen Bundesliga-Akteuren), es folgen die Partien gegen Serbien (Sa., 20:30) und Spanien nächsten Montag.

Klarer Titelfavorit ist Dänemark, der souveräne Olympiasieger von 2024 (auch dank einer Finalgala gegen Deutschland). Frankreich hat vielleicht einen besseren Ruf als Team, das vermag ich nicht einzuschätzen.

 

Winter-Klassiker, wohin man schaut

 

Männer-Abfahrt am samstag in Wengen, klassischer gehts nicht . das 4,2-Kilometer-Rennen mit Hundsschopf, Minschg-Kante, Österreicher-Loch und Schluss-S vor malerischer Postkarten-Kulisse (leider nicht für Dänen mehr) mit den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau. Bei Sonnenschein gibt es nicht Schöneres für die Augen im Ski-Winter. Tags zuvor steht ein Super-G an gleicher Stelle an (stark verkürrzte Strecke), am Sonntag der Spezialslalom.
In den Speedrennen geht der Sieg jeweils nur über marco Odermatt, schon ein Wengen-Spezialist, im Slalom gibt es ein gutes Dutzend Sieganwärter.

Die Frauen lassen diesmal Cortina aus, weil dort in einem Monat die Olympia-Wettbewerbe stattfinden. Stattdessen geht es nach Tarvisio, wo Abfahrt und Super-G angesetzt sind. Chance für Lindsey Vonn, an ihrem Legendenstatus zu basteln, Chance aber auch für Emma Aicher, mit einem Platz ganz vorne Selbstvertrauen für die olympischen Tage zu tanken.

Die Biathleten machen bei der zweiten deutschen Traditionsstrecke Station. Nach Oberhof stehen die Rennen in Ruhpolding an mit Staffeln, Sprint und Verfolger. Norweger und Französinnen sind das Maß aller Dinge, SchwedInnen, etwa die Öberg-Schwestern und Samuelson haben auch schon aufgezeigt.

Dem deutschen Team fehlt noch ein Sieg in diesem Winter: Kommt es zu Durchbruch für Weltcup-Titelverteidigerin Franzi Preuß oder gar ein Debüt ganz oben auf dem Stockerl für Philipp Nawrath?

 

Berlin Game der NBA

 

Am Donnerstag ist es so weit. In der Halle am Ostbahnhof gibt es das erste reguläre Match der NBA in Deutschland, wenn die Orlando Magic auf die Memphis Grizzlies treffen. Die Magic sind das „deutsche“ Team der US-Basketball-Liga mit den Nationalspielern Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Ob Franz nach seine Knöchwelverletzung rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten, er macht zwar den Trip mit, doch die Teamführung machte deutlich, dass er auf keinen Fall verheiuzt werden soll, dafür haben die Magic mit ihrem besten Mann noch zu viel vor in dieser Saison. Moritz jedenfalls gab am Sonntag sein Debüt nach mehr als einjähriger Pause wegen Krezbandriss, noch etwas rostig, aber voller Einsatz. Bei da Silva schwankt im zweiten NBA-Jahr die Form, gute und schwache Partien wechseln sich unregelmäßig ab, genauso die Frage, ob sein Dreier fällt oder nicht.
Auch die Grizzlies haben Deutschland-Bezug. Der finnische Trainer Tommy Iisalo coachte lange in der BBL und führte 2023 die Telekom Baskets Bonn in die Finalserie, in der allerdings sich Ulm als besser erwies. Seit Mai ist der Chefcoach bei Memphis und hat sich mit seinem kompromisslosen Verhalten gegen Starspieler Ja Morant zwar nicht dessen Frendschaft, wohl aber Respekt in der Liga verschafft. Amit Orlando und Memphis nicht nurfür ein Spiel nach Europa fliegen, kommt es am Samstag in London zu einer weiteren Partie zwischen diesen beiden Kontrahenten.

 

Und sonst?

 

  • Internationale Ligen, England: Im Blickpunkt steht das Mancester-Stadtderby zwischen City und United (Sa., 13:30). United nach vergleichsweise ansprechendem Start in der Krise. Teammanager Roben Amorim wurde schon gefeuert, aber auch mit neuen Coach flog man im FA-Cup schon in der 1. Runde raus (mit der Folfge, das in dieser Saison nur noch Ligaspiele anstehen). City hat mit 3 zum teil überflüssigen Remis den Abstand zu Arsenal nicht verkürzen können, er beträgt immer noch 6 Punkte. Die Abhängigkeit von den Toren Erling Haalands ist frappierend.
    Spanien: Real trifft auf Levante (Sa., 14:00): Das wäre nicht weiter erwähnenswert, aber die Madrilenen haben nach der Niederlage im Supercup-Endspiel in Dschidda Trainer Xabi Alonso nach einem knappen halben Jahr schon gefeuert (angeboten hätte sich: in der Wüste gelassen …). Jetzt soll es der Coach der 2. Mannschaft, Arbeloa, richten. Wie Alonso war auch Arbeloa ein großartiger Mittelfeldspieler, die beiden haben sogar bei Liverpool gemeinsam gespielt.
  • Basketball: Stimmungsvoll wird es am Donnerstag im SAP Garden, wenn der FC Bayern das griechische Team Panathinaikos Athen empfängt, dessen fans mit Sicherheit für viel Radau sorgen. Die Münchner haben nur noch theoretische Chancen auf die K.-o.-Runde, Panathinaikos kämpf als 7. sogar um einen Top-6-Rang und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale.
  • Tennis: Die Australian Open werfen ihre Schatten voraus. Im Form des Qualifiationsturniers. Drei Runden gilt es zu überstehen, dann haben die Profis die 1. Runde erreicht, und allein das dortige Preisgeld sichet einen Großteil des (Reise)-Budgets fürs Jahr.
    Der junge Deutsche Justin Engel ist schon in der 1. Runde gescheitert. Yannick Hanfmann hatte Glück: Da der Finne Emil Ruusovuori die Teilnahme absagte, rückte er ohne Quali-Müh(l)e ins Hauptfeld nach.
  • Snooker: Das Masters in London ist nach der WM vielleicht das wichtigste Turnier im Jahr und gehört zur „Triple Crown“. Die komplette Weltelite ist folgerichtig am Start. Gespielt wird im Ally Pally, allerdings ist es sehr, sehr, sehr viel ruhiger als vor zwei Wochen bei der Darts-WM an gleicher Stelle.
  • US Sport: In der NFL stehen am Wochenende 4 Partien der Divisional Round auf dem Programm. Mehr dazu in einem gesonderten Text.