von Münchner Löwe | Aug. 24, 2023 | basketball
Jetzt wird es ernst (nicht nur) für die deutschen Basketball-Männer. Am Freitag beginnt die Weltmeisterschaft in Japan, Indonesien und den Philippinen. Das Ziel der deutschen Mannschaft ist mit dem Medaillenwunsch reichlich ambitioniert aufgrund der Konkurrenz, erscheint andererseits aber auch nicht als utopisch.
Der deutsche Kader
Vier NBA-Spieler bilden das Gerüst. Spielmacher Dennis Schröder von den Raptors, die Wagner-Brüder Franz und Moritz Wagner von den Magic. Vor allem Franz wird mit Vorschusslorbeer überschüttet. Außerdem Verteidiger-Ass Daniel Theis. Ich persönlich bedaure sehr, dass mit Maxi Kleber ein herausragender Defensivspieler und Drei-Punkter-Schütze nicht dabei ist, nachdem ihn Schröder mangelnden Teamgeist vorwarf, weil er für die EM 22 abgesagt hat. Zumindest nach außen wurde das Thema begraben, aber dem Bundestrainer Herbert kann es nicht gefallen haben, dass Schröder hinterrücks seine Nominierung derart in Frage gestellt hat. Dass Kleber dann von sich aus seinen Rückzug bekannt gab, um die Angelegenheit nicht eskalieren zu lassen, spricht für ihn. Er wäre im Kader auf jeden Fall eine Verstärkung gewesen. Indes berechtigen gestandene BBL-Profis wie Dreier-Spezialist Andreas Obst, Nils Giffey und Maodo Lo zu Hoffnungen.
Insbesondere die Testspiele insbesondere gegen Kanada und USA machen Mut. Man sollte sie aber nicht zu hoch hängen. Gerade das Turnier in drei asiatischen Ländern ist voll von Unwägbarkeiten
Die deutsche Gruppe E
Spielort ist das japanische Okinawa. Erster Gegner am Freitag ist Co-Gastgeber Japan, für mich eine unbekannte Größe, die trotz Heimvorteil nur Außenseiter ist, zumal Hashimoto von den Lakers fehlt. Es folgt am Sonntag die Partie gegen Australien, auf dem Papier der stärkste Vorrundenkontrahent. Abschließend geht es am Dienstag gegen Finnland, bestimmt nicht zu unterschätzen, denn unter anderem haben sie Laurie Markkanen dabei, der in der vergangenen Saison in der NBA durchgestartet ist.
Und wie würde es weitergehen?
Deutschland muss unter die besten zwei kommen, sonst bleibt nur noch die Trostrunde. Das müsste drin sein, und Platz 1 in der Gruppe möglichst unbesiegt wäre wichtig, denn die Punkte werden in die Zwischenrunde mitgenommen. Dort kommen zwei Begegnungen gegen die ersten zwei der Gruppe F. Hier spielen Slowenien, sicher am stärksten einzuschätzen mit Superstar Luka Doncic von den Mavericks und gestandenen Profis wie Zoran Dragic. Um den zweiten Platz balgen sich Venezuela, Georgien und Kap Verde, allesamt absolut schlagbar. Gespielt wird abermals in Okinawa, und zwar am 1. und 3. September.
Die zwei besten Teams der Zwischenrunde, insgesamt gibt es vier Gruppen, kommen ins Viertelfinale. Dort würde höchstwahrscheinlich ein echter Brocken landen, denn als Gegner kommen Kanada, Spanien, Frankreich und Brasilien in Betracht. Der „deutsche“ Ast trägt das Viertelfinale am 6. September aus. Die Halbfinals ist am 8. September und das Finale am 10. September. Das Turnier dauert also nur gut zwei Wochen.
Viele Stars fehlen
Es ist fast ein Allstar-Team, das der WM fernbleibt, meist wegen strapaziösen NBA-Saison, die hinter und vor den besten Profis liegt. Die USA müssen fast ohne die gesamte erste Garde auskommen. Also kein LeBron James, kein Steven Curry, kein Kevin Durant, kein Jason Tatum und so fort.. Den Griechen und Serben fehlen mit Giannis und Nikola Jolic die NBA-MVPs der vergangenen drei Jahre, Kanada muss ohne den aufstrebenden Jamal Murray auskommen. Und auch der kommende Superstar der Szene, der Franzose Victor Wenbanyama und Nr. 1 Pick für die anstehende Saison, hat abgesagt. Den hätte ich sehr gerne gesehen. Die Spanier müssen bis auf Hernangomez auf alle NBA-Profis, unter anderem Rickie Rubio, verzichten.
Und wer sind dann die Stars?
Aus der NBA stechen Shai Gilgeous-Alexander, Luca Doncic und das französische Verteidigungs-Monster Rudy Gobert heraus neben der jungen US-Garde. Sehr gespannt bin ich, wie sich Franz Wagner schlägt, ob er nach seiner guten EM sogar noch einen Schritt weitergeht. Bei den Spaniern sind die Altstars um Llull nicht totzukriegen.
Meine Favoriten
Selbstredend trotz der vielen prominenten Absagen die USA, die aus dem schier unerschöpflichen Reservoir immer noch einen schlagkraftigen Kader zusammengebastelt haben, aus dem mE Brunsun, Edwards, Bridges und der Rookie of the Year der NBA, Banchero von den Magic, hervorstechen. Zumal haben sie mit Steve Kerr einen Top-Coach an der Seitenlinie, der weiß, wie man ein Team zum Titel coacht. Und alle haben noch nicht so viel gewonnen, dürften also hungrig sein. Aus der oberen Tableauhälfte sind trotz allem die Serben und Griechen zu beachten.
Mein nicht mehr so geheime Geheimfavorit ist Kanada mit vielen NBA-Profis, darunter der brillante Gilgeous-Alexander, der eine Monstersaison hingelegt hat. Nie zu unterschätzen sind die Spanier. Sie haben die meiste Erfahrung, wissen, wie man Titel holt und sind eingespielt. Weltmeister, Europameister, und Real Madrid ist der amtierende Euroleague-Champion, man weiß eigentlich nicht, warum. Spanien muss man einfach erst mal schlagen. Frankreich mit Gobert und einer Handvoll NBA-Profis schätze ich nicht ganz so stark ein. Ein Fehler?
Und wo kann ich es schauen
In Deutschland ist jede Partie bei magenta.tv bzw Magenta Sport zu sehen, die deutschen Partien kostenlos. Nicht auszuschließen ist bei erfolgreichem deutschen Turnierverlauf eine Sublizenz wie ab dem EM-Viertelfinale 22 an RTL. Die Answurf-Zeiten sind natürlich suboptimal am Morgen und frühem Nachmittag.
Viel Vergnügen
von Münchner Löwe | Aug. 14, 2023 | Allgemein, basketball, Frauen-WM, Fußball, Radsport, Tennis
Transferwahnsinn feiert fröhliche Umstände
Harry Kane ist jetzt also ein Bayer nach einem am Ende schier unerträglichen Hin und her. 100 Millionen plus etwaige Boni sind ein Brett.. Nicht einmal 24 Stunden nach der Vertragsunterzeichnung in der Nacht zum Samstag gab er sein Debüt. Während ihm der Münchner Boulevard zum Einstand einen Gnaden-Dreier gab, erhielt er vom Kicker eine 5. „Nur 3 Ballkontakte“, notierte das Fachblatt. Das kann also nur besser werden.
Und auch sonst ging es hoch her. Den Vogel schoss – mal wieder – der FC Chelsea ab, der den 21-jährigen Mittelfeldmann Moses Caicedo für sage und schreibe 116 Millionen Euro von Brighton loseisteund damit den ebenfalls sehr interessierten FC Liverpool ausstach. Etwaige Boni nicht eingerechnet, weswegen er zum teuersten Transfer der Premier League aufsteigen dürfte. Wohlgemerkt – Calcedo ist 21 und hat bisherinternational noch sehr wenige Spuren hinterlassen. But what shells, wie der Engländer nicht sagt.
Schließlich verdichten sich die Anzeichen, dass Frankfurts Kolo Muani sich in Richtung P’SG verabschiedet. Geschätzte Abööse wären 100 Millionen. Noch ziert sich die Eintracht, aber bei dieser Summe …
Und noch mal die Bayern, deren Torwartsuche skurille Züge annimmt. Was so ein Skiunfall von Neuer so bewirkt. Angeblich war man sich mit Kepa einig, doch dann musste sich Reals Courtois unbedingt das Kreuzband reißen, und Kepa folgte dem Ruf der spanischen Heimat und heuerte bei den Madrilenen an. Also Rulli von Ajax? War ein vielvesprechender Kandidat, doch auch er fällt mit einer schweren Verletzung erst mal aus. Jetzt ist guter Rat – vielleicht tatsächlich – teuer. Es stehen unter anderem der marokkanische WM-Held Bono, der allerdings 20 Millionen kosten würde, und David de Gea zur Verfügung. Theroretisch ist der sehr gut, aber er hat seit mehr als einem Jahr kein wichtiges Spiel mehr bestritten.
Ach ja, und Neymar zieht es in die Wüste nach Saudi Arabien. Ich würde ihm keine Träne nachweinen.
Mancini wirft hin – für 40 Millionen per anno?
Völlig überraschend ist Roberto Mancini als italienischer Nationaltrainer mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Unter seiner Ägide holte die Squadra Azurra den EM-Titel 2021, verpasste aber die WM 2022. Trotzdem war er mit allen Vollmachten bis hinunter zu den Juniorenteams ausgestattet. Kolportiert wird, dass er als saudischer Nationaltrainer anheuert, angeblich für die Kleinigkeit von 40 Millionen Euro per anno, das zehnfache, was er jetzt verdient.
Pokal macht nicht nur Freude
Für die Erstligisten Werder Bremen, VfL Bochum und dem FC Augsburg hat sich das Thema nach Pleiten gegen niederklassige Vereine bereits erledigt. Am Montag kam dann noch das desaströse 0:3 von Darmstadt 98 beim Regionalligisten FC Homburg, Spezialist im Pokal, hinzu. Da gilt es, einiges aufzuarbeiten.
Kopecky feiert drei Rad-Titel, Deutsche Rad-Künstler räumen ab.
Ein Star der am Sonntag beendeten Rad-WM in Glasgow mit fast 200 Entscheidungen war die Belgierin Laura Kopecky. Nach ihren Titel auf der Bahn im Punktefahren und dem Ausscheidungsrennen gewann sie am Sonntag auch das Straßenrennen. Sie revanchierte sich damit an Demi Voltering, die vor knapp einem Monat die Tour de France vor ihr für sich entscheiden konnte – vor Kopecky
Während die Deutschinnen auf der Straße keine Rolle spielten, räumten sie bei den Kunstrad-Wettbewerben alle Titel ab. Radball, Einer, Zweier – eine deutsche Domäne fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Remember selige Sportschau-Zeiten.
Sinner und Pegula jubeln in Kanada
Yannick Sinner hat endlich seinen ersten Msasters-Titel gewonnen. Im Endspiel von Toronto bezwang er den Australier Alex de Minaur klar in zwei Sätzen und meldete seine Ansprüche für die US Open an. Gleiches gilt für Jessica Pegula in Montreal. Sie bezwang im Finale Samsonowa, nachdem sie zuvor ihre US-amerikanische Landsfrau Coco Gauff und die Weltranglistenerste Iga Swiantek bezwungen hatte. Caroline Wozniacki feierte nach dreieinhalb Jahren ihr Comeback. Nach dem Sieg über Birell erwies sich die Hürde Vondrousova, immerhin Wimbledonsiegerin als zu hoch. Doch die zweifache Mama ist voller Ehrgeiz.
Ehrung der Woche
Dirk Nowitzki ist jetzt offiziell in der Hall of Fame im Basketball. In einer ergreifenden Zeremonie wurde er am Samstag in Sprigfield geehrt, im Beisein der gesamten Familie. Auch die europäoischen Ikonen Tony Parker unbd Pau Gasol erhielten die Ehre. Was für eine geile Generation, die unter anderem mit Giannis und Luca Magic würdige Nachfolger hat. Und Nowitzki gehört für mich zu den drei größten Sportlern, die Deutschland je hervorgebracht hat. Und der sympathiste ist er sowieso.
Das wird die Woche, die wird
Am Samstag beginnen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Budapest. Die deutschen Medaillenhoffnungen sind an den Fingern einer Hand abzulesen, erst recht nach den Absagen von Weitspringerin Malaika Mihambo und Stabhochspringer Liga Bahre sowie Langstrecklerin Konstanze Klosterhalfen, die aber ohnehin ohne Form war. Mehr dazu am Donnerstag oder Freitag.
Die Frauen-WM trägt Dienstag und Mittwoch die Halbfinals zwischen Schweden und Spanien sowie Australien und England aus (siehe voriger Beitrag) Am Wochenende dann das Spiel um Platz 3 und am Sonntag in Sidney das Finale.
Die Bundesliga der Männer öffnet ihre 61. Saison mit der Partie am Freitag zwischen Werder und dem FC Bayern. Beide sind wahrlich nicht nach Wunsch in die Saison gestartet (Werder Pokalaus, Bayern-Klatsche im Super-Cup). Der Verlierer hat gleich hübsche Sorgen. Auch Italien startet in die Saison. Die Ligen in Frankreich, Spanien und England bestreiten schon den zweiten Spieltag
Im Tennis treffen sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in Cincinatti. Hier wie dort ist fast die komplette Weltelite am Start -. ein letzter Formtest vor den US Open ab 28. August.
Und die Golfer biegen in die Zielgerade ihrer Fed-Ex-Saison ein. Die BMW Championships ab Donnerstag sind das vorletzte Turnier. 50 Profis sind dabei, die besten 30 qualifizieren sich fürs Finale. Geld gibt es zu Hauf.
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