Die Chiefs nerven weiter

Blick über den Teich, NFL III

Nach dem 3. Spieltag sind immerhin noch 5 Teams ungeschlagen. In der AFC die Buffalo Bills, Pittsburgh Steelers und Kansas City Chiefs, in der NFC die Minnesota Vikings und Seattle Seahawks. Auch wenn es für  Prognosen in Richtung Play-offs oder sogar darüberhinaus noch viel zu früh ist.

Positive Trends

Die Chiefs muss man halt auch schlagen
3 Spiele, 3 Siege, aber dreimal hätte es auch genau umgekehrt laufen können, zum Teil sogar m1üssen. Aber irgendwie zog der Titelverteidiger sich jeweils aus der Schlinge, hielt die Baltimore Ravens und Atlanta Falcon am Spiel-Ende in der eigenen Red Zone ohne Touchdown-Punkte, schaffte gegen die Cincinatti Bengals einen mirakulösen 4. Versuch über 16 Yards. So sehn Sieger und Titelkandidaten aus: in der Crunchtime sich zusammenreißen.

Josh Allen makellos
Der Quarterback der Buffalo Bills gehört seit Jahren zu den besten der Welt. Doch agierte er oft zu fehlerhaft, produzierte unnötige Ballverluste. Ganz anders diese Saison, obwohl ihm mit dem abgewanderten Stephon Diggs der beste Receiver abhandengekommen ist. Auch ohne echte Nummer-1-Anspiel-Station findet er genug Empfänger. Noch keine Interception hat er geworfen, keinen Ball verloren, das hat es bei ihm noch nie gegeben nach 3 spieltagen. Das durchschnittliche Rating ist bei unglaublichen 133,7, nahe der Perfektion. Dass er erst zweimal gesackt wurde, liegt an seiner Stärke, aber auch an der vorzüglichen OLine. Mal sehen, ob die auch gegen bessere Gegner als heute Nacht die Jacksonville Jaguars gilt.

Effektiver Sam Darmold
Dier Spielmacher der Minnesota Vikings ist einer der vielen Quarterbakcs, die sich lange Jahre zwar in der NFL halten, mal als Starter, mal auf der Bank. Diese Saison ist bei ihm der Knopf aufgegangen. 8 Touchdown-Pässe gelangen ihm und auch schon acht Big Plays über 20 Yards. Mit Richard Jefferson hat er aber auch vielleicht den besten Receiver in seinem Team, der nicht nur mit Samthandchen die schwierigsten Bälle aus der Luft pflücktpflückt, sondern danach auch noch sehr viele Yards am Boden gutmacht. Weil auch die Defense stimmt, dürften die Vikings in der NFC ein gehöriges Wort mitreden.

Die Enttäuschungen

Ach Cinci
3 Niederlagen nach 3 Partien, darunter zu Hause gegen die New England Patriots und Washington Commanders. Das hätten auch die größten Pessimisten unter den Bengals-Fans nicht erwartet. Die Partie heute Nacht gegen die Commanders war ein negatives Desaster. 6 Drives startete Washington,f ünfmal schafften sie einen Touchdown, einmal ein Fieldgoal. Nicht ein ewinziges Mal mussten sie punten. Da half es den Bengals nicht, dass sie in der Offensive ebenfalls viel produzierten und ebenfalls nicht einen Ball verloren. Ein bisschen weniger efffizient waren sie halt unter anderem mit einem veschossenen Field Goal.

Cowboys unter Beschuss
Nach dem 19:44-Debakel gegen die New Orleans Saints setzte es am 3. Spieltag gegen die Baltimore Ravens die 2. Heimniederlage in Folge. Die fiel mit 25:28 noch einigermaßen glimplich aus, denn nach dem 3. Viertel führten die Ravens schon mit 28:6, bevor die Texaner alles oder nichts spielten. Diese 15 Minuten sind aber das einzige Pflaster für die klaffenden Wunden in Football-Town.

Die Überraschungen

Andy Dalton: Nach den beiden verheerenden Offensiv-Leistungen der Carolina Panthers mit dem völlig überforderten Quarterback Bryce Young setzte das Team in Spiel 3 auf Routinier Andy Dalton. Der 36-jährige Routinier führte sein Team tatsächlich zu einem 36:22-Erfolg bei den Las Vegas Raiders und erzielte 3 Touchdown-Pässe. Im den zwei ersten hatten die Panthers, schon vergangene Saison die Lachnummer der Liga mit nur einem Sieg, nur einen Rush-Touchdown und insgesamt 16 Punkte geschafft.
Die Giants: Auch das bis dato sso desaströse Team aus New York feierte den ersten Saisonsieg mit dem 21:15 bei den insgesamt grauenhaften Cleveland Browns. Giants und Panthers bestreiten ja im November das München-Spiel in diesem Jahr, vielleicht wird Not vs Elden nicht ganz so schlimm wie befürchtet.

Aron-Ra St. Brown
Der Receiver der Detroit Lions fing seinen ersten Touchdown in der Saison und insgesamt Pässe für 75 Yards. Das reichte zum knappen 20:13-Erfolg bei den Arizona Cardinals

Und sonst?

  • Spektakel in San Francisco: Die ersatzgeschwächten 49ers verloren ihr Heimspiel gegen die nicht minder ersatzgeschwächten Los Angeles Rams mit 24:27, nachdem sie im 4. Viertel noch mit 24:14 geführt hatten. Bei den 49ers fehlten absolute Stars wie Christian McCaffrey, George Kittle, bei den Rams Super Receiver Cooper Kupp und fast die gesamte OLine. Ein magisches Spiel lieferte Ersatz-Receiver Jauan Jennings, der drei Touchdowns für die 49ers fing und einen unfassbaren Catch im Schlussabschnitt fabrizierte.
  • Defensivschlacht in New Orleans: Von wegen Punkte-Festival zwischen den Saints und den Philadelphia Eagles.  15:12 gewannen die Gäste nach einem wahren Abnutzungskampf. Eagles-Runningback Shaqon Barkley war mit 2 Lauf-Touchdowns un insgesamt 147 Rushing Yards de Matchwinner. Die Defense hielt der bisher so fulimanten Saints-Offense stand und ließ zur einen Touchdown und 2 Fieldgoals zu.

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Willkommen im SAP Garden

Endlich ist es so weit: Nach mehr als zwei Jahren Verspätung  und insgesamt mehr als 4 Jahren Bauzeit wird die supermoderne Multifunktionshalle in München, eröffnet. Grand Opening nennt sich die einwöchige Sause ab Freitag. Da spielt Eishockey-Meister Red Bull München gegen den NHL-Club Buffalo Sabres mit dem gebürtigen Münchner JJ Peterka. Die Sabres bestreiten übrigensnoch in der Nacht zuvor in Ottawa ein NHL-Testspiel, so viel zum sportlichen Wert des Ganzen, für das immerhin Kartenpreise von weit mehr als 100 Euro aufgerufen und bezahlt wurden. Am Samstag folgt der Tag der offenen Tür. Am 3. Oktober schließlich empfangen die Basketballer des FC Bayern gegen Real Madrid zum Euroleague-Heimspiel.
Die neue Halle ganz im Westen des Olympiaparkes, wo früher die Radrennbahn stand, wird Heimstätte für RB München und den FC Bayern Basketball. Die aber werden die meisten Bundesligaspiele und auch einige in der Euroleague weiter in der Rudi-Sedlmaier-Halle im Westpark austragen. Erstzugriff dürften eh die Roten Bullen sein, hat doch noch Sponsor Red Bull mit Didi Mateschitz den Bau initiiert, weitgehend bezahlt und fortgetrieben

Evenepoel vorm zweiten Doppelkunststück

Bei Olympia hat der Belgier das Double Zeitfahren und Einzelrennen schon geschafft. Bei der WM in Zürich legte er gestern mit dem Zeitfahrtitel nach. Am Sonntag dann das Straßenrennen. Tags zuvor ermitteln die frauen ihre Beste, es gibt auch noch diverse Wettbewerbe bei den Junioren und Mixed-Teams im Zeitfahren.

Letzte MLB-Woche

Vor den Play-offs, versteht sich. Die 6 Divisionssieger stehen (praktisch) fest, die insgesamt 6 Wild-Card-Plätze sind noch umkämpft. Spätestens ab Mittwoch gibt es hier ein tägliches Update.

Europa League und Conference League

Wie in der Champions League gibt es bei den beiden kleineren Schwestern jeweils nur noch eine Tabelle, wo jeweils 36 Teams ihre Play-off-Kandidaten ermitteln. Die Bundesliga wird durch Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim (EL) sowie den 1. FC Heidenheim (ConfL) vertreten. Sehr viel Fußball mit wahrscheinlich nicht allzu viel Spannung in der Vorrunde.

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Das Topspiel des Spieltags ist natürlich der Schlager Bayern München gegen Meister Bayer Leverkusen (Sa., 18.30). Cruisen die Bayern weiter ungefährdet durch die Liga? Steht die Werkself-Abwehr weiter offen wie ein Scheunentor?
    Der 1. FC Union will seine bisherige Saison ohne Niederlage in der Partie bei Borussia Mönchengladbach verlängern.
  • Internationaler Fußball: Eine durchaus knifflige Aufgabe wartet auf Meister Manchester City im stimmungsvollen St. James Park bei Newcastle United (Sa., 13.30). Der FC Arsenal empfängt Leicester City (Sa., 16.00).
    Real vs Atlético überstrahlt den Spieltag in La Liga. Beiden Madrider Teams brauchen einen Sieg, um dem FC Barcelona (in Osasuna Sa., 21.00) auf den Fersen zu bleiben.
  • Weltsport: In Chengdou und Hangzhou stehen heute und morgen noch Halbfinale und Finale bei den Tennis-Männern an. Diese beginnen auch ihre Turniere in Tokio und Peking. In Peking sind auch die Frauen am Start – und zwar mit Ausnahme von Iga Swiatek, Lena Rybakina und Danielle Collins  die komplette Weltelite.
    Die Rallye-WM wird in Chile fortgesetzt. Rund um Concepcion stehen 16 Wertungsprüfungen mit 306 Kilometern zumeist auf Schotter auf dem Programm. Der Belgier Thierry Neuville führt das Gesamtklassement an.

Das war die Woche, die war

Was für ein vollgestopftes Wochenende mit Fußball-Topspielen, Formel 1, Tennis, Football  und weiß der Geier was. Der Versuch einer Aufarbeitung. Wie immer, am Montag ohne den US Sport, die morgen zu Ehren kommt, wenn die NFL komplett ist.

Souveräne Bayern, unterhaltsames Bayer

4. Spiel, 4. Sieg für die Bayern. Torverhältnis 16:3 in der Bundesliga und ein 9:2 zum Start in die Champions League gegen dinamo Zagreb. Heile Münchner Welt also für den gemeinsamen Wiesna-Ausflug am Sonntagnachmittag. Vergessen die schmachvolle vergangene Saison, da warja im Nachhinein alles katastrophalk mit dem indiskutablen Thomas Tuchel. Kleine Rückblende in den Herbst 2023. Wirklich ein furchtbarer Saisonstart mit 10 Punkten aus 4 Spielen, die erste Niederlage schon am 12. spieltag bei Eintracht Frankfurt. Was ich sagen will: Keine Frage, der Einstand von Neu-Trainer Vincent Kompany ist mehr als gelungen, aber die wahren Härteproben warten noch, schon am Samstag gegen Meister Bayer Leverkusen in der heimischen Arena. Und letztes Jahr war man lange ebenfalls euphorisch um Harry Kane, der alles kurz und klein schoss. Ruhm ist gerade in München sehr schnell vergänglich.
Ein großer Hoffnungsträger ist Neuzugang Micahel Olise. Ein brillanter Driblanski. Torgefährlich, mannschaftsdienlich. 2 Tore, 2 Vorlagen, viele brillante Aktionen – ein echter Gewinn.
Apropos Bayer Leverkusen. Die Werkself landete zwar ihren dritten Sieg in der Bundesliga, aber das Torverhältnis von 13:9 nach 4 Spielen spricht Bände. sehr unterhaltsam, aber mit so einer Defensive kann man eigentlich nicht Meister werden, denn immer werden Florian Wirtz, Victor Bonifache und Co. nicht 4 Tore schießen wie am sonntag gegen den VfL Wolfsburg. Gegen den VW-Club (ein Thema für sich angesichts der Autokrise) vermied die Alonso den GAU. Wenn es nämlich blöd gelaufen wäre, hääte der Rückstand auf die Bayern vorm Aufeinandertreffen schon 5 oder 6 Punkte betragen und dann eine Niederlage in der Allianz-Arena …

Spiel auf ein Tor im englischen Spitzenspiel

ManCity vs FC Arsenal, mehr und besser geht es nicht in de Premier League. Das 2:2 am Sonntag war ein Spiel der besonderen Art. Noch einigermaßen ausgeglichen in der 1. Halbzeit (mit dem erstaunlichen Ergebnis 1:2), war es am Ende ein Spiel auf das Arsenal-Tor, das auch noch durch eine Rote Karte dezimiert war. Die Londoner verbarrikadierten sich im eigenen Strafraum, City passte wie im Handball drumherum, fand allerdings keine Lücke. Zu wenig Tempo, kein Risiko, keine Schüsse, keine Ideen. Gegenangriffe fanden nicht statt. Als die Arsenal-Fans schon auf den Auswärtssieg hoffen durften, klingelte es doch noch. Eine schnell ausgeführte Ecke überraschte die Londoner, und im dritten Nachfassen drückte Verteidiger John Stones den Ball in der Nachspielzeit über die Linie.

Die Show des Lando Norris

Nach dem Formel-1-Thriller von Baku vor einer Woche gab es dieses Mal die Ein-Mann-Show von Lando Norris im McLaren. Der feierte in Singapur beim Nachtrennen von der Pole einen Start-Ziel-Ziel und deklassierte die gesamte Konkurrenz um mehr als 20 Sekunden. Weltmeister Max Verstappen betrieb Schadensbegrenzung und holte den zweiten Platz. Und dann half ihm noch Daniel Ricchiardo im Schwester-Team Racing Bull. Der holte sich 2 Runden vor Schluss neue Reifen und schnappte Norris noch die schnellste Runde und damit einen WM-Punkt weg. Den er sich selbst allerdings nicht gutschreiben kann, weil er nicht un ter die besten 10 kam. So gerät dieser Zusatzpunkt zur Farce, und dementsprechend angesäuert war auch die McLaren-Spitze, ohne dass man jetzt ein Riesenfass aufmachen wollte.

Rhein Fire gewinnt EFL

Die Düsseldorfer  wiederholten damit ihren europäischen Titel im American Football. Im Finale in der Fußball-Arena aufSchalke gewannen sie das Finale gleich mit 51:20 gegen die Vienna Vikings, die 2022 triumphiert hatten und bis dato in einer makellosen Saison ohne Niederlage geblieben waren. Am Sonntag hatten sie vor 41 000 Zuschauern keine Chance, zu viele Turnover leisteten sie sich. Darunter war auch einer, der bei einem knapperen Ergebnis durchaus große Diskussionen hervorgerufen hätte: Ein Viking-Spieler fing in der eigenen Endzone einen Düsseldorfer Pass ab – Interception – und lief bis zur 30-Yard-Linie. So weit, so normal. Nur sahen die Refs nach dem Ball-Abfangen ein Holding eines anderen Viking-Spieler in der Endzone, und das bestraften sie mit Safety: also zwei Punkte Düsseldorf und erneut Ballbesitz anstatt Ballbesitz Vikings. der mögliche Gamechanger war dahin.

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Im Spitzenspiel überfuhr der VfB Stuttgart den BVB mit 5:1 und fügte den Westfalen die erste Saisonniederlage zu. Herrlich die Spielfreude bei den Schwaben, keine schöne Rückkehr ins Neckarstadion für die Ex-Stuttgarter Waldemar Anton (wurde herzlich ausgepfiffen) und Guirrassy, dem wenigstens der Ehrentreffer gelang. am Tabellenende sicherten sich der VfL Bochum und Holstein Kiel (2:2 im direkten Duell) sowie der FC St. Pauli (0:0 gegen RB Leipzig) die ersten Punkte
  • Nationaler Fußball: Alarm auf Schalke. Die Gelsenkirchener verloren am Freitagabend gegen Darmstadt 98 nach 3:0-Führung noch mit 3:5. Am Tag darauf war die Zeit von Trainer Karel Geraerts abgelaufen genau so wie die von Sportdirektor Marc Wilmots. Mittlerweile steht Schalke in der 2. Liga auf Platz16.
    In der 3. Liga siegte 1860 München bei Arminia Bielefeld. Thore Jacobsen traf aus 60 (logisch!) Metern. Thore des Jahres, kalauert es überall, also auch hier.
  • Internationaler Fußball: In Spanien gelang dem FC Barcelona mit dem 4:1 in Villarreal im 6. Ligaspiel der 6. Sieg. Überschattet wird der Triumpf von der schweren Verletzung des deutschen Nationaltorwarts Marc-Andre ter Stegen. Mit einem Patellasehnenriss fällt der Schlussmann für die gesamte Saison aus.
    Das Mailänder Derby gewann Milan gegen Inter mit 2:1. Tabellenführer in einer sehr ausgeglichenen Serie A ist der FC Turin.
  • Nationale Ligen: Im Handball kassierten Meister SC Magdeburg und der Zweite Füchse Belin nicht unbedingt erwartete Niederlagen. Die Bördestädter verloren zu Hause dem THW Kiel mit 24:29 und betrieben am Ende sogar noch Ergebniskosmetik. Hannover-Burgdorf mit dem überragenden Nationalspieler Uncins (11 Tore) erwies sich als zu stark für den Hauptstadtclub
    Zum Start der DEL gelangen den beiden Topfavoriten Eisbären Berlin und RB München jeweils 2 Siege und grüßen schon vond er Tabellenspitze.
    Dagegen bezog in der BBL der FC Bayern Basketball mit dem 70:78 in Ludwigsburg im 2. Spiel schon eine Niederlage
  • Weltsport: Remco Evenepoel weiter auf Erfolgskurs. Der Belgier gewann am Sonntag bei der Straßen-WM in Zürich das Zeitfahren. Wie bei Olympia siegte er vor dem Italiener Filippo Ganna. Bei den Frauen holte die Australierin Grace Brown den Titel vor der Holländerin Demi Vollering.
    Den Laver-Cup der Tennisprofis gewann das Team Europa mit 13:11 gegen das Team Welt. Carlos Alcáraz sorgte im letzten Spiel mit seinem Sieg über Taylor Fritz für die entscheidenden Punkte. der gesundheitlich angeschlagene Alexander Zverev gewann am Sonntag etwas überraschend gegen Francis Tiafoe und trug damit ebenfalls zum Sieg bei. Besonderheit: Zum letzten Mal betreuten Björn Borg (Europa) und John McEnroe (Welt) die Teams. Für mich persönlich bleibt der Laver Cup ein Muster ohne Wert im überfrachteten Tennis-Kalender. Nicht im Ansatz zu vergleichen mit dem Kontinental-Wettstreit Ryder Cup im Golf.
    Laura Siegemund verlor im Finale von Hua Hin der Slowakin Rebecca Smarkova, die ihren ersten Turniersieg auf der WTA-Tour feierte.
    Billy Horschel gewann die BMW Championship der Golfer in Wentworth. De Amerikaner siegte im Stechen gegen Rory McIlroy aus Nordirland und dem Südafrikaner Thriston Lawrence.

 

 

Fiebich und Sabally auf Titelmission

Was für ein fantastisches Jahr hat der deutsche Basketball hinter sich. Erst der Titelgewinn der Männer bei der WM in Asien, die Qualifikation beider Teams (Frauen und Männer) für Olympia, wo sie trotz der jeweils verpassten Medaille gute bis sehr gute Auftritte hinlegten, der grandiose Triumph der 3×3-Frauen in Paris. Fehlt nur noch der Triumph in eine US-Profiliga
Den könnten jetzt Leonie Fiebich und Nyara Sabally in der WNBA, der Frauen US-Liga, mit ihren New York Liberty schaffen. Heute beginnen die Play-offs, und die New Yorkerinnen gehen als bestes Team des Grunddurchgangs als Mitfavoritinnen in die Post Season. Die beiden Deutschinnen sind jetzt nicht die  Stars der Mannschaft wie reanna Steward und Sabrina Ionescu, aber wichtige Rollenspielerinnen, die von der Bank kommend frischen Wind bringen. Fiebich bringt sich in ihrer Rookie-Saison immer mehr und besser ein, Sabally räumt unter den Brettern auf.  In der 1. Runde greffen sie in einer Best-of-3-Serie (immer eine heikle Angelegenheit) auf die Atlanta Dreams, ab dem Halbfinale geht es Best-of-5-Serien weiter.
Natürlich ist die Meisterschaft kein Selbstgänger. Titelverteidiger Las Vegas Aces mit Liga-Top-Scorerin A´ja Wilson ist ebenso zu beachten wie die Minnesota Lynx und Phoenix Mercury. (Sicher nicht nur mein) Dark Horse sind die Indiana Fever mit Caitlin Clark, der so gehypten Collegespielerin, wo sie zahllose Rekorde aufgestellt hat. Nach einem kapitalen Fehlstart kamen die Fever und Clark stärker und stärker in Fahrt, und wahrscheinlich hat es Clark auch gutgetan, dass sie bei Olympia nicht dabei war, obwohl das für sie sicher schmerzhaft war.
Keine Frage, die WNBA ist im Aufwind. Natürlich ist der Abstand zur NBA noch riesig und wird in absehbarer Zeit nicht mal ansatzweise aufzuholen sein. Doch meines Erachtens ist es nur noch eine Frage der Zeit, dass auch hier zumindest sechststellige Jahresverdienste an der Tagesordnung sind.
In den Play-offs nicht dabei ist die beste deutsche Spielerin. Satou Sabally mit den Dallas Wings haben die Endrunde verpasst. Sabally selbst griff erst gegen Saisonende wieder ins Liga-Geschehen ein. Sie bezahlte damit ihren heroischen Einsatz bei der Olympia-Qualifikation in Brasilien, als sie trotz sehr lädierter Schulter auflief, danach aber mehrere Monate aussetzen musste. Ohne ihre Top-Spielerin schieden die Texanerinnen als zweitschlechtestes Team hinter den Los Angeles Sparks mit nur 9 Siegen bei 31 Niederlagen sang- und klanglos aus.

Hochamt der Satire bei Markus Lanz

Über Markus Lanz und seinen Talk ist schon viel gemeckert worden. Er lasse die Gäste nicht ausreden, habe seine vorgefasste (Union-nahe) Meinung, von der er sich aufs Verrecken nicht abbringen lässt. Und doch gelingt es ihm jede Woche, dreimal in der Woche meist hochkarätige Gäste in seinen Talk einzuladen.

Doch so lustig wie am Donnerstag war es selten, weil er sich ins Fach der Satire wagte. Geladen waren zwei Schauspieler, die den CSU-Generalsekretär Martin Blume und Grünen-Flaggschiff Anton Hofreiter mimten, dazu Spiegel-Chefredakteurin Melanie Amann als Mediatorin. Gerade der Blume-Bua spielte seine Rolle grandios, überzeichnete fantastisch den Hass der CSU auf die Grünen. Wie ein Panther saß er jederzeit sprungbereit auf seinem Stuhl. Ich wartete förmlich darauf, wie er Hofreiter und dessen Partei nicht nur seinen Worten („unfähig, an allem Schuld, nur Verbote“) an die Gurgel ging, sondern auch mit den Händen. Und gleichzeitig geradezu maliziös offen ließ, was der auserkorene (ausbaldowerte?) Kanzlerkandidat Friedrich Merz denn nun besser könne als Markus Söder. So geht das: Der vermeintlich gute Verlierer Blume (in Vertretung von  Söder: Ich bin fein damit) lässt mit seiner ganzen Körpersprache wissen, wie sauer er über den Merz-Deal ist.
Aber auch Hofreiter wurde glänzend gespielt. wie er in der besten bayerischen Art Blume auflaufen ließ. Grandios auch der Einfall des Gag-Schreibers, als Hofreiter bekannte, er sein mit einigen Union-Leuten per Du, darunter auch CSU-Leuchtturm Alexander Dobrindt, dem er Intelligenz (!) bescheinigte. Wie da dem Blume die Sprache und Spucke wegblieb, einfach köstlich.
Markus Lanz spielte toll mit, versuchte es immer wieder mit ernsthaften Fragen wie: „wird die Union wirklich nicht mir den Grünen koalieren, wirklich auf keinen Fall, lieber in Opposition gehen?“. Natürlich beantwortete die Huber-Mine diese Frage nicht (das gehört sich nicht für einen Politiker, wie das Drehbuch richtig erkannte., Vielmehr polterte er, eine Dreier-Kolition werde es aufgrund der extrem starken Union (Lachtränen) und ebenfalls starken SPD (da übertrieb der Drehbuchschreiber meines Erachtens ein wenig) nicht geben.

Und auch das Ernsthafte, das war ja das Tolle an der Sendung, dass sie sich ziemlich an der Realität hielt, wurde gut über die Bühne gebracht. Etwa als der Hofreiter Toni bekannte, wie ihn der Hass, der ihn in Bayern überall entgegenbläst, belastet. Entfacht wurde der laut Hofreiter durch den Söder-Spruch, Hofreiter und seine Grünen gehörten nicht zu Bayern. Wie der Toni diese entkräftete, indem er in den schönsten Original-Ton Süd verfiel (hier fehlten allerdings die Untertitel, das könnt ihr besser, liebes ZDF, remember Wasi 1985), grandios. Bemerkenswert subtil war dann, wie ausgerechnet ein Grüner die bayerische Polizei ausdrücklich lobte, die ihn dankenswerterweise vorm Mob schützte. Wunderbar, wie Blume erst beteuerte, wie leid ihm das täte und dass Gewalt gegen Parlamentarier überhaupt nicht gehe, um sofort zu wettern, die Grünen seien  an diesem Hass allein Schuld (Heizungsgesetz!) und natürlich nicht der diffamierende Söder-Sager, den er weder dementierte noch bestätigte.

Eine rundum gelungene Sendung also. Die Figur der Amann habe ich allerdings nicht begriffen. Sie wirkte so ernsthaft verzweifelt, als sich Hofreiter-Blume karikaturreif-übertrieben gegenseitig ins Wort fielen. So geht Fernsehen, lieber Luke Mockridge. Man kann absurde Leute wie Markus Blume bloßstellen, ohne sie zu beleidigen.

Discaimer: Und wer waren die fantastischen Blume und Hofreiter-Mimen? Das war tatsächlich die Sensation des Abends. Sie spielten sich selbst. Chapeau, so viel Selbstironie hätte ich vor allem Martin Blume wirklich nicht zugetraut in diesen schweren Zeiten.