von Münchner Löwe | Feb. 9, 2026 | Winterspiele 2026
Natürlich komme auch nicht nicht um Lindley Vonn herum. Aber ich möchte die Erfolgreichen in den Vordergrund stellen, anders als so viele Zeitungen, sogar diejenigen, die sich Qualitätsmedien nennen.
Wackelfahrt zur Medaille
Das Wort Traumlauf fällt mir jetzt nicht auf Anhieb ein, wenn ich an Emma Aicher denke. Am Anfang wurde sie herumgeschleudert, als wäre sie in eine Waschmaschine geraten und auch danach hatte sie gerade bei den Sprüngen einige Unsicherheiten. Doch das Wichtigste: Die Ski zeigten immer abwärts, und wenn denn eine Abfahrtstrecke Fehler verzeiht, dann die die Tofana hinunter.
Extrem anspruchsvoll zeigte sie sich, eine echte Herausforderung. Als Erste von den Top-Fahrerinnen nahm Breezy Johnson die Fahrt auf und schnell Fahrt auf. Einmal verlor sie allerdings ziemlich die Linie, doch gerade in den kurvigen Teil hatte sie den perfekten Kurs genommen. Hier erarbeitete sie sich den Vorsprung, der letztlich zu Gold reichen sollte. Hier schließt sich der Kreis, denn 2002 hatte sich Johnson auf der Tofana so schwer verletzt, dass sie Olympia streichen musste
Emma Aicher: Ihre Fahrten schauen ja nie sehr schnell aus. Aber in der Ruhe, die sie offenbar von ihrer schwedischen Mutter mitgekommen hat (ich lasse auch kein Klischee aus) liegt nicht nur Kraft, sondern Schnelligkeit. Am Ende fehlten vier Hundertstelsekungen – es ist völlig unsinnig die Fahrt jetzt nach dieser Winzigkeit abzusuchen. Als ich die Zeitlupenaufnahmen sah, fiel mir der wehene Zopf auf, und ich stellte mir die Frage: Muss das in Zeiten sein, wo Aerodynamiker bei Anzug, Stöcke und Ski auch nach den allerkleinsten Verbesserungsmöglichkeiten suchen.
Aicher gebührt jedenfalls Gold für den besten Spruch des Tages: Ich bin ja eigentlich nie nervös und im Ziel jetzt heute – brutal. Also ich ging mir selber schon auf den Sack, weil ich einfach nervös war.“
Fast die größte Hochachtung habe ich vor Sofia Goggia. Sie musste die endlose Pause nach Vonns Sturz ertragen, vielleicht hat sie ihn sogar mitangesehen und die Schreie gehört. Die beiden verstehen sich ja sehr gut. Selbst hat die Italienerin ja auch schon schwere Sturzverletzungen erlitten, weil sie allzu viel Risiko nahm (auch in Cortina). Doch diesmal gelang Goggia eine für ihre Verhältnisse fast ereignisloser Lauf und belohnte sich völlig zurecht mit der Bronzemedaille. Jahrelang war sie ja nach Vonns Rücktritt die beste Abfahrerin im Skizirkus.
Das Drama um Lindsey Vonn
Für die Abergläubischen. Vonn fuhr mit Startnummer 13 und ihre Fahrt war nach 13 Sekunden zu Ende. Schrecklich die Bilder, wie sie es in die Luft stellte und im Schnee liegenblieb. Dass die Ski nicht aufgegangen waren, konnte nichts Gutes verheißen. Die Diagnose lautet Bruch des Unterschenkels, noch glimpflich, wenn ihr mich fragt. Sie wurde bereits zweimal operiert, die Karriere dürfte unwiderruflich zu Ende sein.
Soviel zu den dürren Fakten, und alle stellen sich jetzt die Frage. Konnte das mit gerissenem Kreuzband überhaupt gut gehen, und war es nicht verantwortungslos von den Betreuern, die überehrgeizige Vonn fahren zu lassen. Dazu gebe ich zu bedenken: Lindsey Vonn ist nicht die mit Abstand besten Abfahrerin aller Zeiten geworden, als dass man (etwa ihr Trainer Aksel Lund Svindal) ihr die Fahrt ihres Lebens hätte ausreden können. Auf das sie zwei Jahre hingearbeitet hat: Allein der Umstand, dass die olympische Abfahrt auf der von ihr geliebten Tofana (12 Weltcup-Siege) stattfinden würde, hat sie angeblich erst zu ihrer Rückkehr bewegt.
Zudem: Die Ärzte gaben ihr medizinisches Okay, wenngleich mit Bauchgrimmen. Es wurde ja auch in allen Medien von Medizinern bestätigt, dass diese Fahrt ohne Kreuzband zwar risikobehaftet sei, aber durchaus möglich, auch weil Vonns Beine außergewöhnlich gut trainiert waren. Und machte sie nicht in den Trainings einen guten Eindruck, im Gegensatz etwa zu Emma Aicher, die in einem Lauf mehrere Tore verpasste?
Es sollte der Lauf ihres Lebens werden. Es war klar, dass sie nicht nur dabei sein wollte, sondern gewinnen (wenigstens eine Medaille). Ich hatte ja prophezeit: Sieg oder Akkia (Hubschraubertransport), und sehr viele, die sie überehrgeizig am Start sahen, ahnte, dass ein Sturz sehr wahrscheinlich war. Der ja unglücklich zustandekam, weil sie ein Tor zu eng nahm und mit der Schulter daran hängen blieb und ersten Analysen zufolge nichts damit zu tun hatte, dass ihr Knie ohne Kreuzband und deshalb instabil war. Vielleicht war es sogar ein Glück, dass sie mit vergleichsweise geringer Geschwindigkeit stürzte und nicht mit 130 Sachen nach dem Tofana-Sprung.
Ich finde die Medien extrem heuchlerisch. Die eigentlich Frau Vonn dankbar sein müssten, weil die Amerikanerin sie eine Woche, ach was: fast 2 Jahre lang lang mit Stoff versorgte. Jetzt zu schreiben, sie hätte gar nicht starten dürfen, finde ich heuchlerisch. Genau wie die Berichterstattung zum Sturz. Dem „Spiegel“ war das eine sofortige Push-Nachricht wert, lange bevor das Rennen zu Ende war. Auch in allen Nachrichtensendungen ging es erst um den Sturz und erst dann um die grandiose Emma Aicher; wer gewonnen hatte, erfuhr man eher beiläufig. Sogar „meine“ SZ kommentierte natürlich Vonns „Irrsinn“. Die Medien gieren nach Sensationen, und Vonn, mit dem Medienzirkus bestens vertraut, „lieferte“.
Wer Vonn kritisiert, kritisiert eigentlich die Disziplin Abfahrt. Nämlich den kompletten Irrsinn, sich mit weit mehr als 100 Sachen eine zum Teil vereiste Piste runterzustürzen. Je mehr Risiko, desto gut. Bei Abfahrtsolympiasieger Franjo van Allmen hält man automatisch die Luft an, so verwegen rast er hinunter. Vor zwei Jahren, als Cyprien Sarrazin mit unfassbarem Risiko einen Doppel-Triumph in Kitzbühel schaffte, da bekannte der damals 32-jährige Vincent Kriechmayr, er sei doch nicht verrückt, so zu fahren. Knapp 10 Monate später stürzte Sarrazin in Bormio so schwer, dass sein Leben ernsthaft in Gefahr war. Es ist sehr fraglich, ob er auf die Abfahrtspisten zurückkommt.
Nicht falsch verstehen: Ich selbst bin von der Abfahrt fasziniert. aber von den Typinnen und Typen auf den schmalen Brettern von Vernunft geleitete Entscheidungen zu erwarten, wäre wirkllich vermessen.
Jetzt wünsche ich Lindsey Vonn nur, dass sie wieder gesundet. Sie hat das Unögliche versucht und dafür teuer bezahlt. Aber wenigstens nicht mit dem Leben oder einer dauernden körperlichen Schaden.
Bronze trotz der Waschmaschine
Die deutschen Biathleten atmen auf. Schon im ersten Wettbewerb schafften sie die ersehnte Medaille, der Rest ist Zugabe. Es war ein Rennen, das wie so oft erst am letzten Schießen entschieden wurde. Die Französin Julia Simon setzte in Rekordzeit einen Treffer dem anderen – Gold. Lisa Vitozzi machte es ihr als italienische Schlussläuferin gleich – Silber. Drama beim Zweikampf um Bronze zwischen der Deutschen Franziska Preuß und der Norwegerin Maren Kirkeeide. Fehler blinkten auf – hier wie dort, und das erstaunlich oft. Am Ende musste Preuß einmal in die Strafrunde, und wirkte sich jur deshalb nicht nachteilig aus, weill ihre Kontrahentein zweimal in die zusätzlichen 50 Meter musste.
Die „Waschmaschine“ habe sie gehabt, berichtete Preuß hinterher. So nennen die Biathleten das Zittern in Beinen und dem ganzen Körper, das sie manchmal ereilt, wenn sie am Schießstand zu lange stehen müssen.
Unfassbar die Schießleistungen der anderen Deutschen, die nicht eine Scheibe verfehlten. Justus Strelow, Philipp Nawrath und Vanessa Voigt trafen alle 10 Scheiben – wie übrigens auch Franzi Preuß beim Liegendschießen.
Und sonst?
- Rodel-Gold: Vier Fahrten, viermal Bahnrekord. Max Langenhan setzte Maßstäbe. Der Deutsche siegte klar vor dem Österreicher Jonas Müller und Dominik Fischnaller aus Italien.
- Ösi-Gold: Snowboarder Benjamin Karl wiederholte seinen Triumph von Paking im Parallel-Riesenslalom. Nach seinem Sieg im Finallauf gegen den Koreaner Sang-Kyum Kim entblätterte er sich wie angekündigt. Gleich vier Schichten musste er abragen, bis der 40-Jährige seinen Adonis-Oberkörper präsentieren konnte. Wie leicht hatte es da Diskusriese Robert harting, der nur ein dünnes Shirt zerfetzen musste.
Den österreichischen Triumph machte Sabine Payer perfekt, die sich erst im Finale der Tschechin Zuzana Maderova geschlagen geben musste, über ihre Silbermedaille hocherfreut war.
von Münchner Löwe | Feb. 8, 2026 | Winterspiele 2026
Zuvor aber wenigstens der Hinweis auf ein weiteres nicht so ganz unwichtiges Sportereignis. Heute Nacht findet der 60. Super Bowl statt zwischen den Seattle Seahawks und New England Patriots. Gespielt wird in Santa Clara nahe San Francisco, was insofern von Glück ist, weil die weite Entfernung zum Weißen Haus zumindest der offizielle Grund ist, warum dieses Mal Präsident Trump der Veranstaltung fern bleibt.
Patriots vs Seahawks, dieses Super Bowl hat es schon einmal gegeben, 2015. Hier entschied eine der umstrittensten Entscheidungen eines Trainers die Partie. 1 Yard vor der Endrunde sagte Pete Carool einen Passspiel an nanstatt, dass er seinem überragendem Running Back Marshall Lynch vertraute. Der Spielzug ging schief, Interception statt Touchdown, und Tom Brady durfte für die Pats jubeln.
Dieses Mal sind die Seahawks haushohe Favorit. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Ausgangsposition vor einem Super Bowl vermeintlich so klar war. Hier die immer dominanten Seahawks, seit Jahren gewachsen, dort die Patriots, eigentlich noch im Umbau und Neuausrichtung seit den fantastischen Brady-Zeiten. Doch ein lächerlich einfacher Spielplan, ein Glücksgriff auf der Quarterback-Position (Drake Maye) und zwei wilde Play-offspiele gegen die sich selbst schlagenden Houston Texans und das das im Schneechaos versunkene Match gegen die Denver Broncos hievten die Pats ins Finale (oder war es doch die reine Klasse?). Wo dann alles passieren kann.
Zurück zu Olympia
Anmerkung: Deutsche in Grün (der Hoffnung?) weil das orange-gelb sehr schwer zu lesen war
Pflichtprogramm
10:30/13:30: Ski alpin, Team-Kombi Männer
Premiere dieses Wettbewerbs, nachdem zuletzt die Mixed-Teamwettbewerbe im Parallelslalom-Format wenig Anklang fanden. Je ein Abfahrer und ein Slalomspezialist bilden ein Team, pro Nation sind bis zu 4 Teams möglich. So gehen die Schweizer mit den beiden Top-Duos Marc Odermatt/Loic Meillard und Franjo van Allmen/Tanguy Nef ins Rennen, beide sind klare Medaillenfavoriten. Die Mannschaften der Österreicher (höchstwahrscheinlich Kriechmayr/Feller) und Italiener stehen offenbar noch nicht fest. Deutschland mit Simon Jocher und Linus Straßer hat bestenfalls Außenseiterchancen (so ein Slalom ist ausfall-anfällig …).
19:00: Skispringen Männer, Normalchance
Wieder geht einer der Prevc-Dynastie als klarer Favorit in den Wettbewerb, nämlich Domen, der jüngste der 3 Brüder neben Silber-Schwester Nika (es gibt noch eine Schwester, die aber erstaunlicherweise mit Skispringen nix am Hut hat. Er dominierte die Saison, triumphierte auch souverän bei der 4-Schanzen-Tournee (die viele wichtiger nehmen als Olympia). Doch gerade Springen von der unüblichen „Kleinen“ Schanze haben ihre Tücken, eben weil diese im Weltcup-Kalender sehr rar gesät sind.
Die 4 Österreicher um Stefan Kraft und Jan Hörl werden allesamt zu beachten sein, ebenso die Japaner um Ryoyo Kobayashi und Ren Nikaido.
Die Deutschen um Felix Hoffmann und Philipp Raimund haben nur Außenseiterchancen.
21:00: Big Air Frauen
Diesmal stimmt es wahrscheinlich eher mit den 3 Drehungen plus Schrauben. Die große Frage: Was macht Anna Gasser. Sie trug bei der Eröffnung die Ösi-Fahne, was vielleicht ein gutes Zeichen ist, denn ihr Partner Benjamin Karl (der sie huckepack nahm), wiederholte am Sonntag seinen Olympiasieg von 2022 im Parallel-Riesenslalom. Auch Gasser ist Titelverteidigerin, allerdings mit ihren 34 Jahren fast schon die „Oma“ (Gasser: „Ich bin gerne Mentorin“) in dieser Konkurrenz der Teenager, die zu der Doppel-Olympiasiegerin aufschauen. Wie bei den Air-Männern sind Japanerinnen und Australierinnen zu beachten und natürlich die US- und Kanada-Girls.
Allerdings hat sich Gasser im Sommer an der Schulter verletzt. München-Bezug, es war die künstliche Welle am Eisbach, die ihr zum Verhängnis wurde.
Wird sicher spannend
16:00: Eisschnelllauf, 1000 Meter Frauen
Der lange Sprint. Holland will natürlich zurückschlagen nach dem Desaster der 3000 Meter ohne Medaille. Der große Trumpf heißt Jutta Leerdam, die allerdings ob ihrer Exzentrik nur notgelitten ist. Im Sprint sind traditionell Japanerinnen, Chinesinnen, aber eben auch die Nordamerikanerinnen stark vertreten.
Und sonst?
- Curling: Es geht um die Medaillen, wenn im neuen Mixed-Wettbewerb ab 18:05 die beiden halbfinals anstehen. Bisher alles überragend sind die Briten, die alle 7 Partien gewonnen haben. Gute Chancen, dabei zu sein haben auch Italiener und das US-Team, das entscheidet sich erst in den letzten Vorrundenpatien am Sonntag.
- Eishockey: Die deutschen Frauen treffen im 3. Vorrundenspiel auf Frankreich. Ein Sieg, und das Viertelfinale ist ganz nah, wo dann allerdings die USA oder Kanada eine Nummer zu groß sein dürften.
- Rennrodeln: Die ersten zwei Läufe stehen auf dem Programm. Die Deutschinnen um Julia Tauplitz sind Gold-Favoritinnen, die Hauptgegnerinnen kommen aus Österreich (Hannah Prock, Lisa Schulte). Ob deren Trainer nach Georg Hackl nach seinem schweren Sturz an der Bahn dabei sein kann, wird sich zeigen.
von Münchner Löwe | Feb. 8, 2026 | Allgemein
Großer Sieger der besten Olympia-Abfahrt
Kaiserwetter, eine perfekt präparierte Stelvio, die sich schwierig aber nicht unfahrbar präsentierte – alles war bereit für ein Skifest. Und es wurde eine der besten Abfahrtsveranstaltungen der Geschichte, vielleicht die Beste, die es je bei Olympia gegeben hat.
Ein Zweikampf Schweiz gegen Italien war erwartet wurde, und die Startnummernvergabe verhieß zusätzliche Spannung, als habe Hitchcock und nicht der Zufall bei der Auslosung Pate gestanden. Zunächst die Schweizer, Odermatt setzte mit der „7“ eine Bestzeit, aber Zweifel kamen mir auf, weil er in ein paar Passagen doch recht viel Zeit verloren hatte. Diese Zweifel bestätigten sich schon beim nächsten Läufer: Franjo van Allmen, seines Zeichens Weltmeister und zurzeit der Verwegenste der Verwegenen, raste wie vom Teufel verfolgt die so schwierigen 3500 Meter (900 Meter Höhenunterschied) hinunter. Schon jetzt ikonisch ist das Bild, wie er am San-Pietro-Sprung abhob zu einem enormen Luftstand und erst bei 53 Metern wieder landete, wie uns die eingeblendeten Zahlen verrieten. 7 Zehntel hatte er im Ziel, das musste doch reichen, oder Matt?
https://www.eurosport.de/ski-alpin/olympia-mailand-cortina/2026/franjo-von-allmen-pulverisiert-zeit-von-teamkollege-marco-odermatt-in-der-abfahrt-von-bormio_vid60053055/video.shtml
Aber am Ende der ersten Startgruppe (wie immer von 6 bis 15) kam noch die italienische Fraktion. Zuerst Giovanni Franzoni, der junge Heißsporn, der dieses Jahr unter anderem mit einem Sieg in Kitzbühel in die Weltelite gestürmt war. Er war in den Zwischenzeiten immer knapp dran an van Allmen, aber am Ende fehlten doch zwei Zehntel. Danach Dominik Paris, der 2-Meter-Riese, mittlerweile 36 Jahre alt. Die Stelvio liebt er, hier hat er in Abfahrt und Super-G schon 5 Weltcup-Triumphe gefeiert. Bei vielleicht nicht ganz so perfekten Licht gelang ihm ein großartiger Lauf, der ihn auf Rang 3 hievte und Odermatt aus den Medaillenrängen schubste. Dementsprechend sparsam schaute der Skidominator. Reif für Gold war hingegen Dominik Paris‘ Kommentar: Gar nicht schlecht sei es gewesen, dass die Sicht nicht so gut gewesen ist, da habe er die gefährlichen Buckel und Wellen nicht sehen müssen.
Spätestens, als die ebenfalls hochgewetteten Italiener Mattia Cassia und Florian Schieder im Ziel waren, stand fest: Franjo van Allmen ist neuer Olympiasieger. Der zurzeit beste Abfahrer der Welt hat sich mit Gold belohnt (was wahrlich nicht immer der Fall ist). Der Schweizer ist damit der Erste seit seinem Landsmann Bernhard Russi (1970/Gröden und 1972/Sapporo), der als amtierender Abfahrts-Weltmeister zu Olympiagold fuhr.
Lollobrigida – für einen Tag bekannter als Gina Nazionale
Gleich der erste Tag bescherte den italienischen Gastgebern Gold. Nämlich in der Eisschnelllaufhalle. Der Siegername ist schon preiswürdig: Francesca Lollobrigida, tatsächlich einen Großnichte von Gina Nazionale. 3000 Meter, ihre Spezialdisziplin. Sie startete relativ verhalten, doch mit zwei unfassbar schnellen Runden am Ende (jetzt hatte auch Eurosport-Reporter/eher -Zumutung Matthias Stach mitgekriegt, dass sie schnell war) pulverisierte sie den Olympischen Rekord auf 3:54,28 Minute. Eine Zeit auf der angeblich so schwierig zu fahrende Bahn, an der sich die verbleibenden 4 Starterinnen die Zähne ausbeißen sollten.
Francesca Lollobrigida, was für ein Name, was für eine Geschichte. Sie begann als Inline-Skaterin, ehe sie relativ spät auf Eis wechselte, wo sie schnell in die Weltelite stürmte. In Peking 2022 wurde sie schon Zweite über 3000 Meter und Dritte im Massenstart, jetzt also der unwiderstehliche Goldlauf.
Geburtstag hatte sie am Samstag auch noch, sie wurde 35 Jahre jung. Die bisherige Saison war absolut nicht nach Wunsch gelaufen nach einer Virusinfektion, sie wollte schon alles hinwerfen, aber Olympia in der Heimat war dann doch ein zu verlockendes Ziel der Mutter eines fast dreijährigen Sohnes. Tommasso war dann auch der Erste, den Lollobrigida nach dem Goldlauf suchte und herzte. Die nächsten ikonischen Olympia-Bilder.
Die die Eisschnelllauf-verrückten Holländer mit gemischten Gefühlen ansehen dürften. Einerseits sind sie fair genug, um auch anderen tollen Sportlern Erfolge zu gönnen, andererseits mussten sie mit ansehen, wie ihre Oranje Meisjes um mehrere Sekunden an den Medaillen vorbeifuhren. Silber holte sich die Norwegerin Ragne Wiklund, Bronze Valerie Maltais. Erste Stimmen der Kritik werden schon laut, ob nicht die knallharte Olympia-Ausscheidung ein Fehler gewesen ist, die nächsten Wettbewerbe werden es zeigen.
Nika Prevc schlägt sich tatsächlich selbst
„Der Zweite ist der erste Verlierer“. Wer nach dem Skispringen von der Normalschanze in die zutiefst enttäuschten und tränenreichen Augen von Nika Prevc schaute, der weiß, dass in diesem eigentlich unverschämten Spruch viel Wahrheit steckt. Die hochfavorisierte Slowenin, die noch im Probedurchgang allen davongesprungen war, musste sich mit Silber zufriedengeben. Zweimal hatte sie den Absprung verpasst, sie war jeweils zu früh dran, und es war nur ihrem außergewöhnlichen Gefühl in der Luft zu verdanken, dass es überhaupt noch zum zweiten Platz reichte. Tröstlich war es nicht, wie ein Häufchen Elend ließ die 20-Jährige die Siegerehrung über sich ergehen.
Gold ging an Norwegen: Anna Odine Ström (ein Name, den Landsmann Knut Hamsun nicht besser hätte erfinden können für eine Heldin) lieferte zwei tadellose Sprünge ab, mit denen sie Prevc um 1,2 Punkte distanzierte. Dritte wurde die Japanerin Nzumi Mayurama. Die deutschen Starterinnen mussten schon nach dem verpatzten ersten Durchgang alle Medaillenhoffnungen begraben, immerhin steigerte sich Selina Freitag und kam nach sehr ordentlichem zweiten Durchgang noch auf Rang 7, leider in der Olympischen Welt, wo nur Edelmetall zählt, ein Muster ohne Wert.
Trost für Nina Prevc und andere Geschlagene: Erstmals gibt es für die Frauen auch einen Wettbewerb von der Großschanze, dazu auch noch die Entschedungen im Zweierteam und Mixed. Es ist also durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrcheinlich, dass wir Prevc noch ganz oben auf dem Stockerl seen werden.
Und sonst?
von Münchner Löwe | Feb. 6, 2026 | Winterspiele 2026
Alles Lindsey oder was? Nein, denn es wartet auch eine Mixed-Biathlon-Staffel und wahrscheinlich sogar deutsches Rodel-Gold. Zu sehen diesmal bei ZDF und Eurosport.
Pflichtprogramm
11:30: Abfahrt der Frauen
Sie hat es wirklich getan. Lindsey Vonn hat trotz des Kreuzbandrisses vor einer Woche tatsächlich zwei Trainingsläufe auf der Tofana in Angriff genommen und die Strecke ohne größere Probleme und sogar recht schnell gemeistert. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen (das tun andere in aller Ausführlichkeit), außer: Drama-Queen, aber voller Respekt.
Wie es dann tatsächlich um die Amerikanerin bestellt ist, bleibt abzuwarten. Eine große Gegenspielerin wird Sofia Goggia sein. Wenn die italienische Draufgängerin, die im Zweifel ebenfalls alles riskieren wird, ohne Zwischenfälle durchkommt, sehe ich sie ganz vorne. Egal ob Vonn oder Goggia, der alte Skirennspruch „Sieg oder Akkia“ liegt mir auf der Zunge.
Im Gegensatz zu den Männern sind auch zwei Deutschinnen mitten drin im Medaillenrennen. Hier die reine Speed-Spezialistin Kira Weidle-Winkelmann, die in diesem Winter wieder zu alter Form gefunden hat. Dort die Allrounderin Emma Aicher. die so ruhig, ja gelassen fährt (die Schwedin in ihr?), dass man ihr nie ansieht, wie schnell sie eigentlich unterwegs ist. Allerdings hatte sie im Training so ihre Schwierigkeiten mit der anspruchsvollen Tofana, traditionell eine der Strecken im Kalender, wo Erfahrung hilft. Zum einen weil der Tofana-Schuss echte Überwindung kostet, zum anderen weil diese lange Passagen mit den weiten schnellen Kurven fast einmalig sind im Rennkalender.
Eine andere US-Amerikanerin ist dagegen mehr als ein Gehemtipp: Breezy Johnson, ihres Zeichens Abfahrtsweltmeisterin und prädestiniert für Großereignisse. Es würde mich wirklich nicht wundern, wenn sie allen den Rang ablaufen würde. Ausnahmsweise dagegen habe ich weder eine Österreicherin noch eine Schweizerin auf dem Medaillen-Zettel, Marjorie Blanc vielleicht ausgenommen. Irre, das hier zuzugeben, aber vielleicht dankt man mir in Austria (doch Conni Hütter?) meine Unfähigkeit der Vorhersage.
14:05: Biathlon, Mixed-Staffel
Seit 2014 ist diese Disziplin olympisch. Je 2 Männer und 2 Frauen bilden ein Team, jeder Läufer absolviert 6 Kilometer und muss liegend und stehend je fünfmal schießen. Wie in den „normalen“ Staffeln gibt es 3 Nachlader pro Schießübung, wenn dann noch Scheiben stehen, gehts ab in die Strafrunde (und ein großer Seufzer durchs Antholzer Rund).
Die Idee des Verbandes: Auch kleinere Nationen sollen chancenreich an einer Staffel teilzunehmen. Die Realität sieht dann allerdings so aus, dass die erfolgreichen Biathlon-Nationen auch hier die Medaillen abräumen.
Die französische Staffel gilt als klarer Favorit, das größte Problem war, gerade bei den Frauen die richtige Auswahl zu treffen. Lou Jeanmonnot ist zwar unbestritten, aber dass sich die Trainer offenbar für Julia Simon entschieden und nicht für die in der Loipe so schnelle Justine Braisaz-Bouchet, mag überraschen
Härtester Konkurrent dürfte Norwegen sein, obwohl in dieser Saison die überragenden Boe-Brüder Tarjej und vor allem Johannes-tignes nicht mehr dabei sind. Doch das Reservoir scheint unendlich, und mit Schlussläuferin Maren Kirkeeide hat Norge einen echten Trumpf im Ärmel, wenn es am Ende eng werden sollte.
Und die Deutschen? Haben durchaus Medaillenchancen, vor allem neben Schweden und Gastgeber Italien. Weltcupsiegerin Franzi Preuß ist wie Philipp Nawrath gesetzt zu sein, ansonsten haben die Trainer die freie Auswahl zwischen guten, aber nicht überragenden Aktiven. Die Frage wird sein, ob sie eher auf verlässliche SchützInnen (Vanessa Voigt) oder starke LäuferInnen (Janina Hettich) setzen. Angesichts der eher kurzen Strecke scheinen die Schützen im Vorteil, siehe auch Frankreich und Simon.
Wird sicher spannend
09/13:30: Snowboard, Parallel-Riesenslalom, Frauen und Männer
Leicht wirds den lässigen Leuten auf den Boards nicht gemacht. Zunächst die Qualifikation, in der die Frauen und Männer einen Kurs auf Zeit fahren. Die jeweils 16 Besten qualifizieren sich fürs Achtelfinale, in dem es dann Frau vs Frau (Mann vs Mann) Runde für Runde bis ins Finale geht. Wenn ich es richtig sehe, gibt es in jeder Runde nur einen Lauf, der schnellere der Qualifikation darf dann wählen, ob es der rote oder der blaue Kurs ist (was meist schon die halbe Miete ist, denn 2 völlig gleich schnelle Parcours sind praktisch unmöglich zu setzen).
18:34! Rennrodeln, Einer, Männer
Italienische Pünktlichkeit. Ehre, wem Ehre gebührt: Felix Loch kann tatsächlich zum dritten Mal Einzel-Olympiasieger werden und würde mit der deutschen Rodel-Legende Georg Hackl gleichziehen. Ausgerechnet Hackl könnte diesem Erfolg einen Strich durch die Rechnung machen, denn die von ihm trainierten Österreicher um Lukas Müller gelten neben Lochs Landleuten (Max Langenhan) als größte (ich sag fast einzige) Goldfavoriten. Hundertstel, vielleicht gar tausendstel werden im Eiskanal von Cortina entscheiden. Wers mag …
19:30: Eiskunstlauf, Team:
Am Abend kommen dann die Fans des Eiskunstlaufs auf ihre Kosten – und dies tatsächlich in Mailand selbst. Team-Entscheidung bedeutet, dass die besten sechs Mannschaften mit einem Paar, einer Frau und einem Mann antreten (nicht gleichzeitig, versteht sich). Wenn ich das richtig sehe, wären das 18 Weltklasseküren. Und der Eistanz? Da wird die Kür schon tags zuvor geboten, offenbar das hässliche Entlein im glamurösen Eiskunstlauf.
Und sonst:
- Skiathlon der Männer (13:00): Die nehmen im Gegensatz zu den Frauen (siehe Samstag) sogar je 15 Kilometer klassisch und frei in Angriff. Alles andere als ein Sieg des Norwegers Johannes Klaebo wäre eine riesige Überraschung.
von Münchner Löwe | Feb. 6, 2026 | Allgemein, Mailand, Winterspiele 2026
Anmerkung: So lang wie diesmal wird es nicht mehr werden können, wenn Ski und Rodel erst mal gut, sprich los sind. Trotzdem noch mal der Hinweis: Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Das gilt vor allem auch für meine FavoritInnen.
Pflichtprogramm
11:30: Abfahrt der Männer (ARD und Eurosport)
Paukenschlag mit der 1. Entscheidung überhaupt, oder: Das Beste kommt zuerst. Die Abfahrt gilt als Königsdisziplin der Alpinen, und für Österreicher wie Schweizer ist das vielleicht sogar der wichtigste Wettbewerb der gesamten Spiele. Hier ein Triumph, und die Bilanz ist schon mal gerettet. Wie 1976 in Innsbruck, als ebenfalls die Männer-Abfahrt der erste olympische Wettbewerb war. Alle Last lag auf Franz Klammer, der gewinnen MUSSTE! Tagelang gab es kein anderes Thema als seine Skier, ob er mit einem Lochmodell starten würde oder nicht (er tat es nicht). Irgendwie behielt der Kärntner die Nerven beisammen, stürzte sich verwegen den Patscherkofel hinunter und fing mit Startnummer 15 den führenden Bernhard Russi noch ab. Österreich jubelte, die Spiele waren gerettet!
Ganz so viel Seelenheil werden die Italiener hoffentlich nicht in ihre 4 Abfahrer legen, aber das Quartett gilt auf der schwierigen, wenngleich diesmal nicht ganz so eisigen Stelvio nach Bormio hinunter mit Sicherheit zu den Favoriten. Ob Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni, der 2-Meter-Riese Dominik Paris und die jederzeit zu beachtenden Mattia Cassia und Florian Schieder. Die Trainingszeiten sind zwar mit Vorsicht zu genießen, aber gerade Franzoni und Cassia trumpften mit Bestzeiten in den ersten beiden Läufen.
Und doch: Gold geht wohl nur über die Schweizer Franjo van Allmen und Marco Odermatt. Mich hat van Allmen zuletzt bei der Abfahrt in Crans Montana schwer beeindruckt, als er die Konkurrenz förmlich deklassierte, über Odermatts Ausnahmetalent auf (Abfahrts)-Skiern brauche ich hier nicht zu diskutieren.
Echte Außenseiter haben auf der anspruchsvollen Stelvio erfahrungsgemäß nichts zu melden, aber natürlich gilt es bei Großereignissen, immer auch die Nordamerikaner zu beachten, egal ob aus den USA (Ryan Cochran Siegle) oder Kanada (James Crawford, Cameron Alexander).
Und die Österreicher? Wandelt einer auf den Spuren vom Klammer Franz? Wenn überhaupt, dann Vincenz Kriechmayr, aber schon eine Medaille wäre ein Riesenerfolg.
Wer hier Deutsche vermisst: Ich such‘ auch noch … Luis Vogt ist ja nicht dabei (Platz 8 in Kitz war zu spät und zu wenig, grummel).
18:40, Skispringen Frauen, Normalschanze
Es gibt eine klare Favoritin. Nika Prevc aus Slowenien kann sich übertrieben gesagt nur selbst schlagen, was ihr in dieser Saison allerdings höchst selten gelungen ist. Die erst 20-Jährige aus der Prevc-Dynastie (ihr jüngster älterer Bruder Domen ist diese Saison bei den Männern das Um und Auf) dominiert auf kleinen und großen Schanzen die Konkurrenz nach Belieben. Aber gerade bei Olympia hat man schon die tollsten Überraschungen gesehen, man denke nur an den Sensationspoloen Woyzech Fortuna (sic!), der 1972 vom Winde begünstigt den heimischen und klar favorisierten Japanern auf und davon flog, eine Bö hatte ihn davongetragen.
MIt neuem Reglement (Windkorridor und Handicap-Punkten) versuchen Regelhüter seit ein paar Jahren zu verhindern, dass es eine komplette Windlotteri gibt, doch schiebt es von hinten, dann hat eben auch eine Nika Prevc keine Chance, wenns bei der anderen von vorn trägt.
Und dann? Dürfen sich auch Deutsche Hoffnungen machen. Wie Carola Vogt, die bei der Frauen-Premiere 2014 n Sotschi triumphierte. Jetzt rechnen sich vor allem Katharina Schmid und Selina Freitag Medaillenchancen aus. Schmid hat allerdings schon am Tag zuvor eine nicht zu unterschätzende Belastung vor sich. Sie trägt nämlich bei de Eröffnung die deutsche Fahne, hoch oben in Predazzo im bergigen Anteil dieser Eröffnungsfeier. Eine tolle Ehre, gewiss, aber eben auch eine Ehre, die Kräfte und Konzentration nimmt (vielleicht aber auch beflügelt?). Die Japanerinnen habe ich auf dem Zettel und auch die Österreicherin Lisa Eder
Gesprungen wird auf der ungebauten WM-Schanze von Predazzo. Dieser Umbau sorgt für erheblichen Unmut, weil im Sommer beim ersten herantasten mehrere Springerinnen stürzten, manche dbei so schwer, dass sie wegen Kreuzbandrissen die Saison beenden mussten (nicht jede ist eine Lindsey Vonn). Jetzt hat man nachgebessert, und tatsächlich verliefen die Trainings jetzt weitgehend störungsfrei.
Wird sicher spannend
13:00: Skiathlon der Frauen
Ein noch relativ neuer Langlauf-Wettbewerb. Die Nordischen Skisportler sind sehr tradtionsverbunden. Deshalb ist der Diagonalschritt noch nicht verschwunden, obwohl das Skaten, also die Freie Technik viel schneller ist (keiner käme allerdings auch auf die Idee, das Brustschwimmen abzuschaffen, weil Kraulen schneller ist). Skiathlon verbindet die beiden Techniken Los geht es im Massenstart im sog. Klassischen Stil (Diagonal), nach 10 Kilometern dann der Wechsel zur Freien Technik (Skating). Weil man hier andere Skier braucht als dort (anderes Wachs, andere Länge, anderer Schliff), gibt es einen Ski- und Stöckewechsel in einer klar festgelegten Zone: immer hübsch anzusehen, aber schon manche Hoffnung ist an einem total missglückten „Boxenstopp“ zerschellt.
Klare Favoritin ist Jonna Sundling (wie wahrscheinlich in allen Langlaufwettbewerben). Die Schwedin hat bei der letzten WM in Trondheim mächtig abgeräumt, und das im „feindlichen“ Norwegen. In dieser Saison hat sie sich allerdings nicht sehr oft sehen lassen, fehlte etwa bei der Tour de Ski. Dort triumphierte Jessie Diggins, die Amerikanerin gilt im Skiathlon als einige seriöse Kontrahentin. Dahinter kämpfen die restlichen Schwedinnen (Ebba Andersen?), natürlich die Norwegerinnen um die Medaillen. Sehr zu beachten ist die Österreicherin Theresa Stadlober, die vor 4 jahren in dieser Disziplin Bronze holte (die große Frage hier: was macht Mama Roswitha Stadlober, für die als ÖSV-Präsidentin eigentlich die Männer-Abfahrt Pflicht ist?).
19:30: Big Air Männer
Spannung bedeutet hier weniger Fingernägelkauen, wer gewinnt (mir wurscht, welcher Aussie), sondern ob wie alle Athleten ihre artistischen Sprünge landen können. Ein visuelles Highlight der Spiele, in dem die Australier (!) und Nordamerikaner den Ton angeben.
Mit dem Snowboard fahren sie (in wenig sportlich aussehende Pluderhosen gewandet, man ist ja locker) ein gutes Stück bergab, eine Schanze wirft sie hoch in die Luft, und dann beginnen sie zu saltieren und schraubeln, dass es eine wahre Lust ist. Der Reporter behauptet mitzuzählen und brüllt „1080“ oder mittlerweile auch „1440“ in den Äther. Uns Zuschauern wird schon beim Zuschauen schwindlig, doch die Sportler finden sich (meist) gut in den Lüften zurecht und landen mehr oder weniger sicher im Schnee. Danach unbedingt lächeln, wie beim Eiskunstlauf, denn hier wie dort entscheiden Kampfrichter und verteilen Noten, die dann mit dem Schweirigkeitsgrad (je höher, desto besser) verrechnet werden.
Eine Besonderheit: Alle Wettbewerber haben sich ganz doll lieb und klatschen, wenn dem Kontrahenten mal was ganz Dolles gelungen ist. Eine große, glückliche Sport-Familie.
Und sonst?
- Die Eishockey-Frauen sind schon mitten im Turnier. Deutschland hat das erste Spiel gegen Schweden verloren, jetzt (12:10) steht die Partie gegen Japan an.
- Erste Entscheidung im Eisschnelllauf: Die Frauen bestreiten die 3000 Meter. Im Zweifel wird Oranje (Niederlande) bowen sein.
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