von Münchner Löwe | Juli 28, 2025 | Wochenvorschau
Schwimm-WM, Beginn der 2. und 3. Liga und Tennis in Kanada, das sind wohl die Höhepunkte der Sportwoche.
Summer Time in Singapur
Im Vorfeld der Schwimm-Weltmeiserschaften stellte Summer McIntosh drei großartige Weltrekorde auf. Jetzt steht zu erwarten, dass die junge Kanadierin in Singapur einige WM-Titel holt und höchstwahrscheinlich die erfolgreichste Starterin wird (zumindest was die Einzeltitel betrifft). Den ersten hat sie schon am Sonntag souverän geholt über 400 Meter Freistil, als sie der Konkurrenz keine Chance ließ. Das männliche Gegenstück ist der Franzose Marchand, mal sehen welche Strecken sich der viermalige Olympiasieger ausgeguckt hat, ob wieder das einzigartige Doppel 200 Meter Schmetterling/200 Meter Brust dazugehört.
Die Deutschen haben ihr Beckengold schon sicher Lukas Märtens über 400 Meter Freistil holte und damit seinen Olympiasieg über dieselbe Strecke bestätigte.
2. Liga – völlig offen
Am Freitag geht es also in Deutschland mit Profifußball wieder los, und wie gehabt macht die 2. Liga den Anfang. Zwar sind die absoluten Quotenbringer HSV und 1. FC Köln in Richtung Oberhaus entschwebt, dennoch darf der Fan wieder eine enorm ausgeglichene Liga erwarten, in der Überraschungen an der Tagesordnung sind. Mindestens ein halbes Dutzend Vereine rechnen sich mehr oder weniger gute Aufstiegs-Chancen aus. Ich persönlich bin sehr gespannt auf Hertha BSC. Auch Fortuna Düsseldorf habe ich auf dem Zettel. Die Bundesliga-Absteiger Bochum und Kiel müssen sich erst mal an den doch anderen Fußball im Ungterhaus gewöhnen. Dark horses gibt es genug, beim 1. FC Nürnberg (mit Trainer Miro Klose) angefangen und beim erst in der Relegation ganz knapp gescheiterten SV Elversberg noch längst nicht aufgehört.
Auch die 3. Liga beginnt: Meine Münchner Löwen haben eine unfassbare Vorbereitungszeit hinter sich, in der sich Eigner Hasan Ismaik vermeintlich „endgültig“ verabschiedet hat; jetzt heißt es: April, April, der Verkauf (besser gesagt: die Übereignung der Anteile) ging schief. Gegenseitige Schuldvorwürfe zwischen der alten Vereinsspitze (zu früh herausgeplatzt?), Ismaik und dem offenbar doch nicht so potenten Käufer fliegen hin und her. Die Aufbruchsstimmung der Münchner, ausgelöst durch die promienten Neuzukäufe im Sturm (Kevin volland, Florian Niderlechner) ist verflogen. Am Freitag dann der Auftakt bei Rot-Weiss Essen und nach der fast erwarteten Niederlage die nächste traurige Saison in der Mittelmäßigkeit.
Absagenflut in Toronto
Wie immer sind die kanadischen Masters-Turniere im Tennis aufgeteilt. Diesmal die Männer in Toronto und die Frauen in Montreal. Während die Frauen mit Ausnahme von Aryna Sabalenka praktisch mit der kompletten Weltspitze am Start ist, mussten die Toronto-Veranstalter eine Absage nach der anderen hinnehmen: Jannik Sinner, Carlos Alcáraz, Novak Djokovic und ein gutes Dutzend ander Profis haben zwar gemeldet, werden aber nicht antreten. Das ist ein Debakel und sollte Folgen haben, dass eine solche Absage nicht ohne Weiteres und vor allem ohne jede Folge möglich ist.
So ist tatsächlich Alexander Zverev an Nummer 1 gesetzt, er trifft zum Auftakt auf den mir völlig unbekannten Australier Walton (Nr. 88). Trotz der Absagen ist das immer noch ein erlesenes Feld unter anderem mit Taylor Fritz, Ben Shelton, Holger Runde und Daniil Medwedew.
Bei den Frauen kam es zum Start zum Duell der beiden Deutschinnen Tatjana Maria und Laura Siegemund (die sich über die Qualifikation ins Hauptfeld spielen musste, weil bei der Nennung ihr Viertelfinale von Wimbledon noch nicht eingepreist war). 3:28 Stunden beharkten sich die beiden (37 und 35 Jahre alt), ehe Siegemund sich im Tiebreaker des 3. Satzes durchsetzte. Sie trifft nun auf Madison Keys: Gegen die Australian-Open-Siegerin hatte sie in Wimbledon klar die Oberhand behalten.
Deutsche Finals
Von Donnerstag bis Sonntag gibt es in Dresden die verschiedensten nationalen Meisterschaften von der Leichtathletik über Turnen bis zum 3×3-Basketball und Sportklettern. Alles nahe beieinander und terminlich so abgestimmt, dass die ARD 4 Tage nahezu komplett bis zum Abend übertragen kann. Das Prinzip hat sich bewährt in den vergangenen Jahren, und der Zuseher finden sportliche Perlen, die ihm sonst vielleicht entgehen würden. So stellt sich Coastal Rowing vor, immerhin 2028 in LA olympisch, eine Mischung aus Strandlauf und Rudern (sehr vereinfacht und wahrscheinlich falsch ausgedrückt).
Und sonst?
- Formel 1 in Ungarn: Und die Frage, ob der McLaren von Lando Norris oder der McLaren von Oscar Piastri die Nase vorne hat. Der Rest ist bestenfalls Staffage. Es ist das letzte Rennen vor de dreiwöchigen Sommerpause, in der dann Transfers/Nichttransfers die Spekulationen beherrschen. Max Verstappen: wirklich zu Mercedes???
- Motorsport: Rallye Finnland, früher die 1000-Seen-Rallye. Eine Hochgeschwindigkeits-Rally mit Tausenden Sprüngen (bis zu 50, 60 Meter weit). Vorbei allerdings die Zeiten, wo mit Sicheheit ein Finne gewann, die ganz großen Suomi-Zeiten sind trotz eines Kalle Rovenperä vorbei).
- Leichtathletik: Die Trials in Eugene/Oregon, also die WM-Ausscheidung de Leichtathleten ab Donnerstag. Gesetzt sind nur die Titelverteidiger aus dem Jahr 2023, ansonsten gilt: Top 3 erreichen oder in Tokio Mitte September zusehen.
von Münchner Löwe | Juli 24, 2025 | Fußball
Fußball-EM der Frauen, Halbfinale
Die Deutschinnen haben es nicht geschafft. Gegen den Favoriten Spanien bot das Team von Christian Wück zwar erneut einen großartigen Kampf, doch am Ende setzten sich die Weltmeisterinnen dank ihrer spielrischen Überlegenheit und eines Geniestreichs der Weltfußballerin Aitana Bonmati mit 1:0 nach Verlängerung durch. Aus ganz spitzem Winkel überlistete sie bis dato erneut überragende Schlussfrau Ann-Katrin Berger, die auf eine Hereingabe spekulierte und „ihr“ kurzes Eck offenließ, durch das der genau gezirkelte Ball die Lücke ins Tor fand. Bonmati, deren EM-Einsatz wegen einer Hirnhautentzündung auf der Kippe stand, hatte genau auf dieses Spekulieren spekuliert, wie sie erzählte. Die schwer enttäuschte Berger nahm alle Schuld am Ausscheiden auf sich, was natürlich völlig absurd war aufgrund ihrer starken Leistungen, die das Team erst ins Halbfinale und dort im Spiel gehalten hatten. Gerade in einer Drangphase der Spanierinnen kurz vor der Pause rettete sie mit einigen starken Paraden das torlose Unentschieden.
Was bleibt, ist ein tatsächlich heroischer Kampf einer angeschlagenen Mannschaft gegen ein spielerisch klar besseres Team. Der durchaus hätte erfolgreich enden könnte, wenn das Team die durchaus vorhandenen Konterchancen schlauer ausgespielt hätte. Und wenn nicht Spaniens Torfrau Cata Coll in der Nachspielzeit einen abgefälschten Schuss aus dem Winkel gekratzt hätte (nicht ganz so spektakulär aber doch ähnlich wie Berger im Viertelfinale gegen Frankreich) und auch den zwar scharfen, aber nicht sonderlich platzierten Nachschuss von Charlotta Wamser entschärfte.
Was bleibt für die Deutschinnen von dieser EM?
Nach dem Weiterkommen gegen Favorit Frankreich im Viertelfinale genoss das Team Heldenstatus. Diese Partie (108 Minuten in Unterzahl und Elferschießen) wird in die deutsche Fußballgeschichte eingehen (Männlein und Weiblein) ähnlich wie etwa das 3:3 im WM-Halbfinale 1982 ebenfalls gegen Frankreich (die Nacht von Sevilla). Und auch das Halbfinale zeigte, dass zumindest kämpferisch das Team absolute Weltspitze ist. Und doch: Bei all den Heldensagen um Berger, Kleinherne, Bühl et all bleibt auch die ernüchternde Erkenntnis, dass spielerisch doch viel im Argen ist. Die Mängel hier, die die beiden Arbeitssiege zum Turnierbeginn gegen Polen und Dänemark noch kaschierten, traten insbesondere beim 1:4 in der Vorrunde gegen Schweden bedenklich auf. Und sowohl gegen Frankreich (bedingt natürlich auch durch die Unterzahl) als auch gegen Spanien verlegte sich das Team fast nur aufs Verteidigen und suchte das Glück im Kontern. Wenn ich mir die fließenden Kombinationen der Spanierinnen, aber auch von Frankreich, England und sogar Italien anschaue, dann fehlt da doch einiges. Insofern war das Halbfinale noch das höchste der Gefühle, noch dazu mit diesem jungen und ersatzgeschwächten Team.
Doch gerade die spielerische Brillanz einer Aitana Bonmati oder Alexia Putellas lässt sich nicht von Jetzt auf Gleich erlernen, die Grundlagen dazu braucht es schon in der Jugend. Keine deutsche Feldspielerin stach spielerisch heraus in diesem Turnier, allenfalls durch Laufbereitschaft und enormen Kampfgeist. Deutsche Tugenden also, die Matthias Sammer bei den Männern vermisst. Aber die große Frage lautet: Gibt sich der deutsche Fan mit dieser Art von Außenseiter-Fußvball zufrieden mit „Hansperterbriegel-“ oder „Griechenland2004-Fußball“, wie die „Zeit“ bemängelt. Wo ist die Wirtzin und/oder eine Musialova?
Und doch: Der positive Eindruck überwiegt. Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass die Deutschen (mal wieder) den Frauen-Fußball entdeckt haben. 14,26 Millionen fieberten am Fernseh-Gerät allein in der ARD mit, alle Zeitungen berichten ausführlichst. Ähnliche Quoten hat es zwar schon bei der Heim-WM 2011 gegeben, doch jetzt scheint mir der Vereins-Unterbau gerade auch international weitaus gestärkter als damals, als die Euphorie schnell wieder verebbte. Allerdings hat die Bundeslgia im Vergleich zu England, Spanien und sogar Frankreich erheblichen Nachholbedarf. Ein erster Schritt wäre es meiner Meinung nach, wenn die Clubs (mittlerweile fast alle den Männer-Bundesligisten angeschlossen) verstärkt in die großen Stadien gingen und nicht nur bei absoluten Höhepunkten. Fußball der Frauen ist mittlerweile zu einer eigenständigen attraktiven Angelegenheit geworden, die refgelmäßig ein entsprechendes Ambiente verdient hätte und nicht ein CL-Spiel auf einem besseren Trainingsgelände.
Das gilt übrigens auch für mich, der den „normalen“ Frauenfußball (die Bezeichnung ist ziemlich unerwünscht, es heißt ja auch nicht Frauen-Tennis oder gar Damentennis) abseits der Großereignisse recht stiefmütterlich behandelt habe. Ich gelobe Besserung.
Das Endspiel steht noch aus
Weltmeisterin Spanien kann also das Doppel WM/EM perfekt machen, wie ihre Männer 2008 und 2010 (+2012). Dazu braucht es am Sonntag einen Finalerfolg gegen England, in einer Wiederholung des Endspiels 2023 in Sydney. Die Engländerinnen ihrerseits sind die Stehauffrauen dieses Turniers. Zweimal retteten sie sich in Viertel- und Halbfinale gegen Schweden und Italien nach Rückstand bis in die Schlussphase noch in die Verlängerung. Gegen die tapferen Italienerinnen schafften sie dann durch einen berechtigten wie überflüssigen Strafstoß eine Minute vor Schluss die Entscheidung, als Chloe Kelly zunächst scheiterte, dann aber im Nachschuss erfolgreich war. In de regulären Spiezeit gelang erst in der 6. Minute der Nachspielzeit der Ausgleich. Zurück blieben in Tränen aufgelöste Azzurri und ihr glück nicht fassen könnende Lionesses.
Auch im Basler Finale (Sonntag ab 17 Uhr ZDF, SRF, ORF, DAZN) sind die Rollen klar verteilt. Hier die Favoritin Spanien, die jetzt auch wissen, dass sie ganz knappe Partien gewinnen können, dort die Außenseiterin England, die auf weitere geniale Einwechselideen ihrer holländischen Trainerin Sarina Wiegmann hoffen darf: Diese sitzt nur beim 4. WM- oder EM-Finale seit 2019 auf der Bank (besser: an der Seitenlinie). Da kann sie wohl nichts und niemand mehr erschüttern, nicht einmal die brillanten Aitana und Alexia.
von Münchner Löwe | Juli 23, 2025 | MLB, Radsport, Tagesrückschau, Tennis
In eigener Sache: Am Donnerstag werde ich noch mal für knapp eine Woche nach Kressbronn am Bodensee fahren. Ich habe zwar WLan, aber vielleicht nicht so viel Zeit. Allerdings scheint das Wetter gruselig zu werden, so dass ich vielleicht länger als erhofft am Rechner verbringe.
Venus Williams (45) siegt fürs Geschichtsbuch
Vernus Williams darf beim Tennis-Turnier in Washington per Wildcard starten: Was ich als reinen Veranstaltungs-Gag abtat, ist tatsächlich schon eine Erfolgsgeschichte. Mit ihren 45 Jahren gewann sie in der 1. Runde sowohl im Einzel (gegen die US-Landsfrau Peyton Stearns/WTA-Nummer 35!) als auch im Doppel zusammen mit Heather Baptiste gegen Boucard/Ngonoue. Sie ist damit die älteste Siegerin in einem regulären WTA-Turnier-Spiel seit Martina Navratilova (2004 in Wimbledon). Dafür kann ich nicht genug Hochachtung bezeugen für die ältere der Williams-Sisters. In der 2. Runde trifft sie auf die Polin Magdalena Frech, Freche Wortspiele darf sich dann jeder selbst erfinden …
Pogacar weiter souverän
Auch der Mont Ventoux war für den Slowenen auf dem Weg zum Tour-de-France-Sieg kein unüberwindbares Hindernis. Er fuhr taktisch klug (und angeblich nicht 100-prozentig fit) weitgehend am letzten verbliebenen Konkurrenten Jonas Vingegaard und konnte seinen Vorsprung im Schlussspurt 2 weitere Sekunden auf 4:13 Minuten ausbauen. Einen großen Schritt in Richtung Podestplatz machte Florian Lipowitz. Der Deutsche verlor zwar weitere Zeit auf das Duo Pogacar/Vingegaard, konnte aber seinen Konkurrenten um Rang 3 weitere abnehmen. 2:01 Minuten beträgt jetzt schon der Vorsprung auf Platz 4: natürlich keine Garantie für die schweren Alpen-Etappen am Donnerstag und Freitag, aber doch ein Faustpfand. Zumal er von all den Top-Ten-Fahrern zwischen 3 und 10 die beste Form zu haben scheint nach mehr als 2 Wochen Plackerei.
Max Kepler mit dem 11. Homerun
Der Berliner drosch den Ball beim 4:1 seiner Philadelphia Phillies gegen die Boston Red Sox über den Zaun. Ein seltenes Erfolgserlebnis für ihn als Schlagmann. Sein Durchschnitt beträgt traurige 0.207 (in den letzten 7 Spielen gar nur 3 von 21 (0.143). Wenn ich bedenke, dass er gegen linkshändige Werfer gar nicht erst eingesetzt wird, weil er mit denen überhaupt nicht zurechtkommt, ist das jenseits von Gut und Böse. Fast ein Wunder, dass er noch einen Platz in der Line Up findet (er hat den schlechtesten Schnitt der derzeitigen 9 Phillies-Schlagmänner zu Beginn). Allerdings ist sein Fielding ohne Fehl und Tadel (nur 1 Error), das zählt natürlich auch.
von Münchner Löwe | Juli 21, 2025 | bundesliga, Fußball, Radsport, Schwimmen
Anmerkung: Zur EM der Fußballfrauen habe ich mch schon in einem gesonderten Text befassthttps://blickueberdenteich.de/deutsche-fussballfrauen-beamen-uns-zurueck-in-die-80er-jahre/
Pogacar unaufhaltsam
3 Pyrenäen-Etappen, dreimal beherrschte Tadej Pogacar das Geschehen, auch wenn am Samstag in Superbagneres der fürs Gesamtklassement uninteressante Holländer Arensmann als Erster durchs Ziel fuhr. Besonders beim Anstieg nach Hautacam am Donnerstag bewies der Slowene seine Ausnahmeklasse, als er zwischen sich und dem Zweiten Jonas Vingegaard mehr als 2 Minuten legte. Ich sehe nicht, wer dem Titelverteidiger das Gelbe Trikot für Paris noch streitig machen kann, vorausgesetzt natürlich, er bleibt gesund.
Hinter Pogacar und Vingegaard hat sich Florian Lipowitz ins Rampenlicht gefahren und gleichzeitig ins Weiße Trikot des besten Jungprofis. Der deutsche ehemalige Biathlet zeigt sich bisher als klare Nummer 3, erst recht nach der Aufgabe von Remco Evenepoel, der allerdings vorher schon Schwächen zeigte. Beeindruckend, wie er am Berg mit den allerbesten mithält, dazu noc h hervorragende Qualität im Zeitfahren. Klar, ein Schwächeanfall kann den noch Unerfahrenen Fahrer jederzeit passieren (gerade am Mont Ventoux am Dienstag), aber es sieht sehr gut aus für den erst 24-Jährigen. Seine besten Jahre hat er zudem noch vor sich.
Wellbrock unbesiegbar
4 Freiwasser-Wettbewerbe bei der Schwimm-WM in Singapur, viermal stand Florian Wellbrock ganz oben auf dem Siegerpodest. Der Magdeburger triumphiert über 5 und 10 Kilometer, in einem Ausscheidungsrennen und mit der gemischten Staffel (zusammen mit seinen Magdeburger TeamkollegInnen Isabell Gose, Celine Rieder und Oliver Klemet). Das hat es bei einem Großereignis noch nie gegeben – und das ein Jahr nach dem für ihn völlig verpatztem Olympia. Wellbrock wollte nach dem Desaster schon aufhören, fand aber in seiner Trainingsgruppe und Chef Bernd Berkhahn neue Motivation. Der sich ja schon seit längerer Zeit auch internationale SpitzenschwimmerInnen anschließen. So gewann die Australierin Moesha Johnson die Titel über 5 und 10 Kilometer. Auch der neue 400-Meter-Weltrekordler Lukas Märtens gehört im übrigen dieser Gruppe an. Dieser wird dann nächste Woche bei der Becken-WM starten, wie auch Florian Wellbrock über 1500 Meter.
Eintracht Frankfurts nächster Goldesel – der Transfermarkt
Eintracht Frankfurt gibt Stürmer Hugo Ekitiké an den FC Liverpool ab, für die stolze Summe von 95 Millionen Euro. Die nächste Irrsinnssumme, die der Bundesligist einstreich: Erst im Januar wechselte Omar Marmoush für 80 Millionen zu Manchester City, und vor 2 Jahren wechselte Kolo Muani für 95 Millionen zu PSG. 300 Millionen in 2 Jahren – Sportdirektor Markus Krösche ist ein waher Geldesel. Ersatz haben die Frankfurter schon gefunden: Jonathan Burkhardt wechselt vom Ligakonkurrenten Mainz an den Main.
Die Reds wiederum verpflichteten mit dem Franzosen bereits den dritten namhaften Bundesliga-Profi nach Florian Wirtz und Jeremy Frimpong, die beide von Bayer Leverkusen kamen.
Und die Bayern? Sind bei ihren Wunschtransfern Nick Woltemade (Stuttgart) und Luis Diaz (Liverpool) nicht groß weitergekommen. Zumindest bei Diaz haben sich die Chancen wegen des Ekitiké-Transfers verbessert, zumal der Kolumbianer sein Interesse hinterlegt hat. Verhärtete Fronten dagegen bei Woltemade. Der deutsche Senkrechtstarter will ja unbedingt zu den Münchnern, es hakt „nur noch“ an der Ablösesumme. Und was macht der Profi in solchen Fällen. Schickt den Berater vor, der jammert. Es sei ungehörig, dass die Stuttgarter bei einer Bundesliga-internen Rekordsumme von 55 Millionen noch nicht mal verhandeln wollen (er verschweigt natürlich, dass er bei einem derartigen Transfer kräftig verdienen würde, sehr viel mehr als bei einer schnöden Vetragsverlängerung oder -Aufbesserung). Dumm gelaufen, hättest Du mal vergangenes Jahr eine Ausstiegsklausel in Woltemades Stuttgart-Vertrag eingebaut, aber wer hätte diese Leistungs-Explosion schon vorhergesagt? Das Ganze zeigt mal wieder anschaulich, wie verwerflich das Fußballgeschäft ist, wo Verträge (Woltemade bis 2028!) nichts mehr zählen.
Zverev trainiert mit Toni Nadal
Das wäre ein Paukenschlag, wenn Toni Nadal den Deutschen länger betreuen würde. Zunächst gab es vergangene Woche „nur“ gemeinsame Trainingseinheiten dem Mann, der Rafael Nadal zu einer Tennislegende formte. Ob mehr daraus wird, bleibt abzuwarten, doch Zverev könnte vom unermesslich großen Wissen Toni Nadals extrem profitieren. Viel fehlt Zverev ja nicht zu einem Grand-Slam-Triumph (auch wenn derzeit Carlos Alcáraz und Jannik Sinner unerreichbar scheinen). Nadal gilt als Disziplin-Fanatiker (Zverev als eher unpünktlich, oh, oh), Widerspruch duldet er kaum, erst recht nicht von Angehörigen. (Papa und Bruder Zverev, oh, oh). Wie geschrieben, alles bisher nur Spekulatius, zumal niemand verlässlich weiß, ob sich Toni Nadal eine Tour-Begleitung rund um die Welt noch mal antun will. Charme hätte eine wie auch imme geartete Zusammenarbeit auf jeden Fall, und sie wäre für Zverev die Ideallösung.
Und sonst?
- Motorrad: Marc Marquez, wer sonst? Der spnische MotoGP-Fahrer holte sich auch in Brünn das Double Sprint und Normalrennen – zum fünften Mal in Folge. Dem WM-titel steht wohl nicts mehr entgegen.
- Rallye: Der Schwede Oliver Solverg (im eigenen Oliver-Solberg-Team) gewann die Rallye Estland vor dem Lokalmatoadoren Ott Tänak. Tänak führt die WM-Wertung mit einem Punkt Vorsprung auf Elfyn Evans an.
- Schwimm-WM: Gold für die Österreichischen Schwestern Ekaterini und Eirini Alexandri im Synchron-Schwimmen. Ihre Drillingsschwester Vasiliki wurde im Einzel Vierte und Fünfte.
- Golf: Scottie Scheffler siegte überlegen bei den Open Championships. 4 Schläge Vorsprung hatte der US Boy auf Landsmann Harris English. Scheffler holte sich damit den zweiten Major-Titel des Jahres und den vierten insgesamt. Nur die US Open fehlen noch in seiner Sammlung.
- Tennis: Turniersiege holten sich Luciano Darderi in Bastad, Alexander Bublik (Gstaad) und Denis Shapovalov (Los Cabos) sowie Lois Boisson (Hamburg) und Irina-Camelia Begu im heimischen Iasi/Rumänien.
von Münchner Löwe | Juli 20, 2025 | Formel 1, Radsport, Tennis, Wochenvorschau
In eigener Sache: Am Donnerstag (das Wetter, seufz) fahre ich noch mal an den Bodensee. Ob und wie ich Sport genieße, weiß ich noch nicht. Entscheidung in der Tour, Beginn der Hartplatz in Amerika und die Formel-1-Ardennenfahrt in Spa – das sind die großen Höhepunkte der Woche. Den Frauenfußball habe ich schon beleuchtet.
Pogacar einsam – bis nach Paris?
Nach dem Ritt über die Pyrenäen über 3 äußerst anspruchsvolle Etappen hat sich das Feld der Tour de France. Ganz vorne Tadej Pogacar, mehr als 4 Minuten dahinter Jonas Vingegaard, und dahinter führt der deutsche Jungprofi Florian Lipowitz das übrige Feld an und überdies die Wertung des besten Jungprofis, das ihm das Weiße Trikot bescherte. Eine Vorentscheidung gewiss, aber es warten noch schwere Aufgaben. Schon am Dienstag nach dem Ruhetag folgt der Schlussanstieg zum sagenumwobenen Mont Ventoux. Wenn es da wirklich heiß wird (bis zu 40 Grad sind da möglich), spendet der kahle Berg mit seinem Mondkratern keinerlei Schatten.
Lipowitz etwa kennt den Ventoux noch gar nicht, zumindest nicht wettkampfmäßig. Vielleicht hat er wie Tausende Hobby-Radsportler den Berg privat bezwungen. Lipowitz ist jedenfalls die große Überraschung, wenngleich er sein immenses Können schon vergangenen Herbst bei der Vuelta und vor gut einem Monat beim Crerium Dauphiné gezeigt hat. Aber dass er jetzt beim absoluten Jahreshöhepunkt quasi ohne Schwäche durch Frankreich hetzt, das beeindruckt schon sehr und gibt für die folgenden Jahre zu den schönsten Hoffnungen Anlass, wenn denn die Pogacars und Vingegaards genung haben sollten.
Neben dem Ventoux wartet auf die Fahrer in der abschließenden Woche noch das Rendezvous mit den Alpen. Am Donnerstag geht es aufs Dach der Tour mit der Zielankunft auf dem Col de Loze (2304 Meter), nachdem die Fahrer zuvor schon den Col de la Madeleine erklimmen müssen. Tags darauf eine weitere Begankunft in La Plagne, der Wintersportstation.
Etwas Besonderes haben sich die Verantwortlichen für die Schlussetappe in Paris (nach einem Jahr Pause wegen Olympia) ausgedacht. Wie bei den Spielen führt die Strecke über den Montmartre. Ob hier allerdings Attacken geritten werden, wage ch zumindest im Hinblich aufs Gesamtklassement zu bezweifeln.
Tennis goes America
Den Beginn der US-Hartplatzsaison (mit einem Abstecher nach Kanada) macht wie gewohnt das Turnier in Washington. Sowohl Frauen als auch Männer schlagen in der US Hauptstadt auf. Bei den Frauen führt Jessica Pegula vor ihrer US-Landsfrau Elena Navarro und der Kasachin Lena Rybakina die Setzliste an. Am Start ist auch Tatjana Maria, die damit zum dritten Mal innerhalb von 3 Wochen den Atlantischen Ozean überquert (London-Newport-Hamburg-Washinton). Sie startet gegen eine Qualifikantin. Bei den Männern ist Taylor Fritz der nominelle Favorit vor Lorenzo Musetti und Holger Rune. Während Alexander Zverev noch pausiert, hat die deutsche Nummer 2 Daniel Altmaier gemeldet. Die Aufgabe gegen den Italiener Matteo Arnaldi ist Knifflig, scheint aber nicht unlösbar.
Auch in Europa ist noch einiges geboten: Die Männer haben Sandplatz-Turniere in Kitzbühel (Bublik, Baez) und Umag (Francisco Cerundolo, Darderi) vor sich, die Frauen messen auf >Hartplatz sich in Prag (Noskova, Srmakova). In Kitz haben Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff die Qualifikationgeschafft, Justin Engel bekommt aufgrund seiner tollen Leistungen als Junior ein spezielles Startrecht.
Spa, die Wunderschöne
Nicht nur die Radsportler fahren bergauf und bergab, auch die Motorsportler. So trifft sich die Formel 1 am Wochenende in Spa-Franchorchamps jeder legendäre Kurs durch die belgischen Ardennen mit der berühmt-berüchtigten Eau Rouge (bergauf scheinbar in den endlossen Himmel), wo der begnadete Stefan Bellof bei einem Tourenwagenrennen tödlich verunglückte. Trotzdem ist Spa neben Montreal meine Liblingsstrecke im Formel-1-Kalender.
Klarer Favorit sind wieder die beiden McLarens von Oscar Piastri und Lando Norris, der mit den beiden Siegen zuletzt in Silverstone und Spielberg den Abstand auf mickrige 8 Punkte verkürzte. Eine Teamorder verbietet sich da, zumal der Abstand auf den Dritten Max Verstappen schon komfortable 69 Zähler beträgt.
Und sonst
- Die Fußball-Teams fornieren sich langsam: Im Training sind bis auf die Club-WM-geplagten Bayern und Dortmunder schon längst alle Teams. Aber an allen Kadern wird noch fleißiog gebastelt. Die Stürmersuche bei den Bayern steht im Vordergrund, doch weder der Wechsel von Woltemade (Stuttgart) noch von Diaz (Liverpool) sind zuletzt nähergekommen. Allerdings dürfte der FC Liverpool nach de Verpflichtung von Etikite eher bereit sein, den wechswselwilligen Kolumbianer abzugeben.
- Schwimm-WM in Singapur: Nach den Freiwasserwettbewerben (und dem Florian-Wellbrock-Gold-Quadrupel) haben die Schwimmer eine Woche Pause, ehe ab nächsten Sonntag die Beckenstrecken (insgesamt 42!) warten. Mal sehen, wie sich der Magdeburger von den Strapazen im mehr als 30 Grad warmen Meer erholt. In dieser Woche kommt es zu zahlreichen Entscheidungen im Wasser- und Artistikschwimmen, dazu Wasserball und Klippenspringen (Samstag, Sonntag).
- Leichtathletik: Ab morgen beginnen die US Trials in Eugene/Oregon. Das Prinzip ist bekannt: Nur die ersten Drei jeder Disziplin fahren zur WM nach Tokio im September. Aufatmen können alledings die amtierenden Weltmeister, die ein persönliches Startrecht genießen unabhängig von Abschneiden in Eugene.
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