von Münchner Löwe | Aug. 16, 2025 | Fußball, Snooker, Tagesrückschau, Tennis
Magischer Ronnie O’Sullivan
Quervergleiche in Sportarten sind immer schwierig, aber meiner Meinung nach zeigt Snooker-Rekordweltmeister Ronnie O’Sullivan die außergewöhnlichsten Leistungen überhaupt, wenn er einen guten oder gar fantastischen Tag hat. Weil Snooker eben auch ein Sport ist, wo der Gegner anders als beim Tennis oder Tischtennis nicht eingreifen/stören kann, sondern nur hilflos auf seinem Stuhl zuschaut, wie der Kontrahent eine Kugel nach der anderen versenkt.
Und manchmal hat der Engländer einen Tag oder einen Moment, an dem er nicht von dieser Welt ist. Wie einst, als er in nur 5:20 Minuten ein Maximum Break schaffte: den Heiligen Gral aller Snookerspieler, nämlich in einer Aufnahme alle roten samt einer schwarzen Kugel zu lochen. https://www.youtube.com/watch?v=e_Oa92CTkmM
Jetzt, am Freitag gelang ihm wieder ein außergewöhnliches Kunststück. Zum erst zweiten Mal in der Snooker-Geschichte überhaupt schaffte er in einem regulären Turnier gleich 2 Maximum Breaks. Leider, muss ich sagen, geschah dies in Saudi-Arabien und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ich stelle mir gerade die unglaubliche Begeisterung etwa bei der WM im Crucible Theatre zu Sheffield vor. Und doch: Wieder mal eine Leistung für die Ewigkeit für den Exzentriker zwischen Genie und Wahnsinn (der Wahnsinn verhindert bei ihm, dass er nicht noch weit mehr WM- und andere Titel gewonnen hat als ohnehin.
Zverev äußerst souverän
An derlei Kunststücke kam der Hamburger Tennisprofi in Cincinnati zwar nicht ganz heran, aber die Leistung beim Masters im Viertelfinale gegen Ben Shelton war trotzdem außergewöhnlich. Hochkonzentriert fertigte er den Amerikaner mit 6:2 und 6:2 ab, obwohl dieser mit dem Rückenwind des Triumphes in Toronto eine Woche zuvor nach Ohio kam. Alexander Zverevs Aufschlag kam fast wie gewünscht (und ist dann praktisch nicht zu retournieren), und er nutzte die Chancen gnadenlos. Gerade gegen Sheltons 2. Aufschlag punktete er fast wie er wollte (79 % Erfolgsquote sind im Männertennis ein absurder Wert).
In dieser Form sehe ich ihn auch heute Nacht gegen Carlos Alcáraz nicht chancenlos (Jannik Sinner im anderen Halbfinale gegen den Sensations-Qualifikanten Terence Atmane aus Frankreich ist da noch mal ein anderer Schnack).
Bei den Frauen mussten die beiden Topgesetzten die Segel streichen: Die sehr fehlerhafte Aryna Sambalenka hatte gegen Lena Rybakina keine Chance, Lokalmatadorin Coco Gauff unterlag Yasmine Paolini in 3 Sätzen. Die Italienerin hat endlich ihre Leichtigkeit wiedergewonnen nach den nicht so geglückten Grand-Slam-Turnieren in Paris und Wimbledon, wo sie dem Druck des Punkte-Verteidigens (jeweils das Finale 2024) nicht gewachsen schien.
Im Halbfinale trifft Rybakina auf Wimbledonsiegerin Iga Swiatek, Paolini bekommt es mit der Russin Veronika Kudemertowa zu tun.
Liverpool zeigt, wie man würdevoll gedenkt
Noch immer hat der FC Liverpool den Tod seines Stürmers Diogo Jota und dessen Bruder Andre Silva nicht verwunden, und er wird wohl die gesamte Saison nachwirken. In einer eindrucksvollen Zeremonie gedachten Verein und Fans im Stadion an der Anfield Road den beiden Portugiesen. Bilder sagen mehr als Worte, deshalb: https://www.youtube.com/watch?v=HVmbMWUhEaw
Nur eine Anmerkung: (Fast) Komplette Stille von mehr als 60.000 Menschen bei einer Schweigeminute i- unfassbar großartig. Noch Fragen, warum Florian Wirtz unbedingt zu den Reds wechseln wollte?
von Münchner Löwe | Aug. 15, 2025 | Fußball, Leichtathletik, Tagesrückschau, Tennis
Erfolgslauf von Ella Seidel erst im Achtelfinale gestoppt
Die 20-jährige Hamburgerin hat in Cincinnati erste sichtbare Spuren auf der Frauen-Profitour hinterlassen. Sie schaffte zum ersten Mal die Qualifikation für ein Masters-Turnier und besiegte unter anderem die gesetzten US-Amerikanerinnen Emma Navarro und McCartney (was für ein Vorname) Kessler. Sogar das Viertelfinale schien greifbar gegen die Französin Varvara Gracheva (Qualifikantin wie sie selbst), doch nach dem 6:2 im ersten Satz lief gar nichts mehr zusammen bei der jungen Deutschen (1:6, 1:6).
Immerhin kann sie sich mit gut 100.000 Dollar Preisgeld trösten (Planungssicherheit!) und den Sprung auf Patz 105 der Weltrangliste. Vor allem aber: Sie hat ihre unglückliche Verletztung aus Wimbledon gut überstanden, als sie in der 1. Runde auf einer Spielfeldumrandung umknickte und aufgeben musste.
Die Top 3 der Welt (Sabalenka, Gauff, Swiatek) sind allesamt noch vertreten und spielen am heutigen Freitag im Viertelfinale (vs Rybakina, Paoini und Kalinskaya. Dazu das Duell der Ungesetzten zwischen Gracheva und Veronica Kudemertova.
Bei den Männern stehen Jannik Sinner und dem französischen Überraschungs-Qua,lifikanten Terence Atmane bereits im Halbfinale. Atmane besiegte unter anderem Taylor Fritz und Hlger Rune Im Viertelfinale stehen heute noch die Partien Alexander Zverev vs Ben Shelton sowie Carlos Alcáraz vs Alexander Rublew auf dem Programm. Zverev revanchierte sich im Achtelfinale gegen Karim Khachanov für die Nieerderlage in Toronto. Shelton prolongiert seinen Erfolgsrun nach dem Turniersieg in Kanada.
PSG siegt und degradiert den Torwarthelden
Das Supercup-Finale am Mittwoch in Udine zwischen Champions-League-Gewinner Paris Saint Germain und den Tottenham Hotspur (Europa League) wurde erst im Elfmeterschießen entschieden. Dort hatte der französische Dauermeister das bessere Ende für sich. Der Erfolg spielte aber nur eine zweitrangige Rolle. Im Blickpunkt stand und steht die Degradierung des Torwart Gianluigi Donnarumma. Der Italiener hatte mit grandiosen Partien in den K.-.-Runden erst den Triumph in der Champions möglich gemacht, jetzt befdand TrainerLuis Enrique, dass er nicht mehr gut genug für die Nummer 1 sei und gab Nuezugang Lucas Chevalier den Vorzug. Ein böser Affront, und folgedessen fühlt sich Donnarumma „gemobbt“, wie sein Berater klagte. Der sich sofort bei Europas Spitzenclubs umsieht, wo er besser behandelt wird. So zeigt Manchester City großes Interesse, wo Trainer Pep Guardiola mit den Leistungen von Ederson nicht hundertpronzent glücklich ist. Gut 2 Wochen sind es noch, in denne ein möglicher Transfer abgeschlossen werden muss.
Apropos schlecht behandelte Torhüter bei Top-Clubs. Der öffentlich ausgetragene Streit des FC Barcelona mit Marc-André ter Stegen scheint offiziell beigelegt. Ter Stegen hart nun doch zugestimmt, dass seine medizinischen Daten nach seiner Rücken-OP an den spanischen Verband weitergeleitet werden. Im Gegenzug hat Barca ihn wieder die Kapitänsrolle zugestanden. Der Vergband seinerseits hat den Verletzungsstatuns auf 4 Monate eingeschätzt, so dass die Katalanen den NeuzugangGarcia als Torwart für die Saison inklusive Champions League benennen dürfen.
Trotz des Burgfriedens scheint es mehr als fraglich, dass der 33-Jährige noch mal ein wichtiges Spiel für Barca bestreiten wird. Um seine Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme zu wahren, müsste er im Winter den Club wechseln. Galatasaray soll weiter interessiert sein.
Mondo bleibt der Überflieger
Beim Meeting in Budapest überquerte der 25-jährige Ausnahme-Athlet mit dem Stab 6,19 Meter, sein mittlerweile 13. Weltrekord, den er Zentimeter für Zentimeter verbessert, was ihm jeweils eine Prämie von 100.000 Dollar einbringt. 6,40 Meter seien auf jeden Fall drin, ließ der Armand Duplantis verlauten.
Eine weitere herausragende Leistung in Budapest schaffte Lokalmatador Bence Halasz, der den Hammer auf 83,18 Meter schleuderte und Olympiasieger Ethan Katzvberg (81,61) auf Platz 2 verwies. Der Jamaikaner brillierte über 200 Meter mit 19,68 Sekunden, die Holländerin Femke Bol mit 52,24 über 400 Meter Hürden.
von Münchner Löwe | Aug. 12, 2025 | basketball, Fußball, Golf, Tennis, Wochenrückschau
Die 2. Liga – das unbekannte (und für mich untippbare) Wesen
Dass das Unterhaus des deutschen Fußballs schwer zum Vorhersagen werden würde, war mir schon klar. Und doch: Dass „meine“ beiden Aufstiegs-Favoriten, die ich mir schwer erkoren hatte, so einen Fehlstart hinlegen würden, kam dann doch überraschend. Fortuna Düsseldorf legte nach dem 1:5 zum Aufakt gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld souverän nach, verlor zu Hause gegen Hannover 96 mit 0:2 und ziert das Tabellenende. Nicht viel besser ergeht es dem Haupstadtclub: Die hochgewetteten Berliner entäuschten im heimischen Olympiastadion mit einem trüben 0:0 gegen den KSC – mit einem Pünktchen auf Rang 14.
Sehr viel besser startete die Arminia, die im August genau da weitermacht, wo sie im Mai aufgehört hat. Ein überzeugendes 2:0 bei Hostein Kiel und damit die Tabellenführung; vor Kurzem hatte die beiden Teams noch 2 Klassen getrennt. ebenso ohne Punktverust sind nach dem 2. Spieltag Darmstadt 98, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig.
Weil es für mich untippbar ist, habe ich den 2. Spieltag bei kicktipp vorsichtshalber ausgelassen, großer Seufzer.
Eine Klasse darunter landeten „meine“ Löwen einen sehr überzeugenden 3:1-Erfolg gegen den VfL Osnabrück. Die beiden mit Vorschusslorbeer überhäuften Angriffs-Neuzugänge Florian Niederlechner und Kevin Volland trafen je einmal. Die Euphorie rund um Gising kennt kaum noch Grenzen, auch eher zurückhaltende Freunde von mir (wie ich so viel Sechzig-Kummer gewöhnt) reden unverblümt vom Aufstieg. Als ob wir nicht alle wüssten, dass Murphys Law zu Sechzig gehört wie der Löwe im Vereinswappen.
Sternstundenturnier der Victoria Mboko
Die Kandadierin in Montreal machte ihrem Vornamen alle Ehre und pflügte beim Masters-Turnier in ihrem Heimatland geradezu durchs Feld. Am Ende durfte die 18-Jährige nach dem Finalerfolg gegen Naomi Osaka tatsächlich die Siegestrophäe in die Luft stemen. Zu Jahresbeginn war sie nicht mal unbter den Top 300, jetzt schreitet sie mit Riesenschritten in Richtung Spitze und ist schon auf Rang 24 zu finden – und damit schon gesetzt für die US Open. Insgesamt schaltete Mboko 4 Grand-Slam-Gewinnerinnen aus (Kenin, Gauff, Rybakina und eben Osaka). Sie tat dies mit einer Selbstverständlichkeit, die mich sprachlos machte. Für sie war der Heimvorteil tatsächlich belebend, de sie auchn über schwierigere Phasen hinwegtrug. Eine große Hoffnung fürs Frauentennis hat den eersten ganz großen Abdruck hinterlassen.
Der Turniersieg sprach sich auch in Windeseile nach Toronto herum, wo gleichzeitig Ben Shelton und Karim Khachanov ihr Masters-Finale bestritten. Viele Zuschauer waren allerdings mit dem Handy oder iPad in Montreal, und nach Mbokos vewandelten Matchball brach auch in Toronto lautstarker Jubel aus, der zu einer unvorhergesehenen (kurzen) Pause führte. Shelton hatte dann das bessere Ende für sich und sicherte sich seinen ersten Masters-Erfolg (allerdings in Abwesenheit der beiden Branchengrößen Sinner und Alcáraz). Auch der unterlegene Russe wird mit dem Turnier höchstzufrieden sein. Sein Jahr verlief am Anfang ja äußerst schleppend, schon in Wimbledon zeigte er mit dem Halbfinaleinzug auf, jetzt bezwang er auf dem Weg ins Endpiel unter anderem die Top-10-Spieler Christian Ruud und Alexander Zverev. Der Hamburger wiederum zeigte sich gut erholt vom Wimbledon-Desaster samt Seelen-Offenbarung. Wie gut es tatsächlich um seine psychische Verfassung ist, bleibt abzuwarten. Doch die Trainingswoche bei Toni Nadal auf Mallorca hat ihm auf jeden Fall gutgetan und den Kopf befreit. Seinen Vater Alexander sr. mit griesgrämigsten Gesicht zu ertragen, dafür braucht es wohl eine besondere Mentalität des Wegschauens. Ich fand ihn gruselig.
Testsiege ohne großen Wert
Die deutschen Basketballer haben 2 Spiele gegen Slowenien gewonnen, zwei Partien, die sich jetzt nicht ins kollektive Gedächtnis eingraben werden. Eher gruselig: Im eersten Spiel meinten die Schiedsrichter, dass sie ihren Stempel mit unzähligen Pfiffen, auch viele technische Fouls aufdrückten. Letztlich unanschaubar, und auch das „Rückspiel“ in Mannheim war nicht erhellend. Immerhin – die beiden Erfolge (nur bei der ersten Partie wirkte Slowweniens Topstar Luka Doncic mit) sind verbucht, Franz wagner und auch Dennis Schröder zeigen sich in ansprechender Form. Jetzt wartet mit dem Super Cup in München ein echter Prüfstein mit Partien gegen die Türkei und am Songtag gegen Serbien (mit Nicola Jokic) oder Tschechien.
Und sonst?
- Golf: Justin Rose sicherte sich das erste von 3 Finalturnieren im Fedex Cup. Im Stechen seetzte sich der Brite dank eine dreieinhalb-Meter-Putts am 3. Loch gegen JJ Spaun durch. Mit 4 Bieies auf den letzten 5 Löchern hatte er dieses Stechen erst möglich gemacht. 3,6 Millionen Dollar (das sind 94 Milliarden vietnamesische Dollar) kassierte Rose. In der Fedex-Wertung ist er nun auf Rang 4 vor dem Österreicher Sepp Straka. In Führung liegt Masters-Sieger Scottie Scheffler vor Rory McIlroy und Spaun.
- Fußball: Crystal Palace hat den ersten Titel der neuen Saison in England gewonnen. Im Supercup (Communioty Shield) bezwang der Pokalsieger aus London den Meister FC Liverpool nach Elfmeterschießen
- Ehrungen: Es gibt gleich 2 Fußballerinnen des Jahres. Torhüterin Ann-Katrin Berger und die bei der EM verletzt fehlende Kapitänin Giulia Gwinn kamen bei der Wahl auf die gleiche Stimmenanzahl (hätte ich mal die Einlaadung vom Kicker angenommen, seufz). Bei den Männer wurde wie erwartet Florian Wirtz ausgezeichnet, Trainer des Jahres ist Julian Schuster vom SC Freiburg.
von Münchner Löwe | Aug. 11, 2025 | Fußball, Tennis, Wochenvorschau
Tennis in Cincinnati, 1. DFB-Pokalrunde, Beginn der Premier League.
Wer wird Cincinnati Boy und Girl
Das zweite Masters des amerikanischen Sommer-Doppels geht in die entscheidende Phase. Nachdem sich Frauen und Männer in Kanada noch geteilt haben (Frauen in Montreal, Männer in Toronto), sind sie jetzt in einer umgebauten und hochgelobten Anlage in Cincinnati wiedervereint. Alle schwärmen von den Bedingungen dort, und noch ist auch die Hitze in Ohio erträglich. Die FavoritInnen hier wie dort sind alle noch im Wettbewerb vertreten: Bei den Männern scheinen Sinner und Alcáraz nahezu unangreifbar, auch die Toronto-Finalisten Shelton und Khatchanov gaben sich keine Blöße, ebensowenig Alexander Zverev.
Auch die Frauen scheinen sich nach dem Favoritensterbven von Montreal erholt, die Sabalenkas und Swiateks und Gauffs siegten mühelos. Nicht allerdings ist Montreal-Sensationssiegerin Valerie Mboko und-Finalistin Naomi Osaka.Eine tolle Überraschung gelang der jungen Deutschen Ella Seidel, die ihre viel höher eingeschätzte Fast-Namensnichte Emma Navarro bezwang und jetzt auch gegen McCartney (was für ein Vorname!) Kessler nicht chancenlos ist.
Bielefeld weiter auf Pokal-Mission?
Die Fans der Arminia kommen aus dem Jubeln kaum noch heraus. Nach dem Aufstieg und den Einzug ins Pokalfinale geht der Erfolgslauf in der neuen Saison munter weiter. Nach zwei äußerst überzeugenden Erfolgen gegen Düsseldorf und in Kiel grüßen die Ostwestfalen schon wieder von der Tabellenspitze. da kommt die 1. Pokalrunde gerade recht, wo in einer Neuauflage des Viertelfinals im März Werder Bremen an die Alm kommt (Freitag, 20.45). Für mich wäre es keine Überraschung, würde Bielefeld auch dieses Mal gewinnen (fast frage ich mich eher,wie denn das Pokalfinale so schnöde verloren gehen konnte).
Weiteren Upset-Alarm für Erstligisten sehe ich in Rostock (Hoffenheim), Dresden (Mainz) und vielleicht sogar in Essen (Dortmund).
Grundsätzlich ist die 1. Runde für Bundesligisten immer heikel, weil diese im Gegensatz zu 2. bis 4. Liga noch keine Pflichtspiele absolviert haben.
Dieses Wochenende nicht ins Geschehen eingreifen werden wie gehabt der Pokalsieger VfB Stuttgart und Meister Bayern München. Für diese Clubs steht am Samstag (20:45) im Neckarstadion das Supercup-Finale an.
Wer stoppt den FC Liverpool?
Dieses Wochenende beginnt auch die neue Spielzeit in der englischen Premier League mit der Begegnung von Meister FC Liverpool gegen den Außenseiter FC Bornemouth. Nach dem souveränen Titel sind die Reds erneut klarer Favorit, zumal sie sich mit 3 heruasragenden Bundesliga-Profis verstärkt haben: Florian Wirtz und Jeremy Frimpong kamen von Bayer Leverkusen, Hugo Ekitiké von Eintracht Frankfurt. Zudem scheint der Wechsel von Alexander Isak von Newcastle United nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Die Premier League ist mittlerweile mt großen Abstand die schillerndste nationale Liga der Welt, auch weil hier am Besten gezahlt wird. So spielt ein Granit Xhaka lieber für den Aufsteiger (und damit natürlichen Abstiegskandidaten) FC Sunderland denn für deutschen Spitzenclub Bayer Leverkusen (sicher nicht weil die nordenglische Stadt so wunderschön wäre (das Stadion allerdings und die Stimmung dort sind toll). Auch Top-Angreifer Benjamin Sesko spielt lieber für Manchester United (trotz dessen katastrophensaison (24/25) als für RB Leipzig (naja, das ist auch sehr viel klangvoller).
Als Meisterschschafts-Favoriten sehe ich neben den Reds auch den FC Arsenal, das sich mit Grökeres einen heruasragenden Torjäger geangelt hat und (natürlich) auch Ex-Champions Manchester City mit Trainer Pep Guardiola.
Anmerkung: Vielleicht raffe ich mich noch zu einem ausführlichen Vorbericht auf
Und sonst?
- Leichtathletik: Diamond League in Silesia (16. August).
- Golf: 2. von 3 Finalturnieren in der Fedex-Wertung mit den Top 50 im Cape Valley Club.
- Motorrad: WM-Läufe in Spielberg in MotoGP, Moto2 und Moto3
von Münchner Löwe | Aug. 8, 2025 | Politik
Es stand zu befürchten: Frauke Brosius-Gersdorf hat den Druck auf ihre Person nicht mehr ausgehalten und hat ihren Rückzug als Kandidatin bekannt gegeben. Ihre Begründung lautet unter anderem: Sie wolle die Regierung nicht belasten mit ihrer umstrittenen Personalie und auch nicht das Amt des Verfassungsgerichts. Außerdem wurde der Druck auf ihre Person mit Beleidigungen weit unter der Gürtellinie offenbar unerträglich, und auch ihr Ruf als exzellente Juristin hat großen Schaden erlitten, weil das Gehetze und Geraune auch um ihre Doktorarbeit kein Ende nehmen wollte.
Das Statement im Wortlaut:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/frauke-brosius-gersdorf-so-begruendet-die-juristin-ihren-verzicht-a-0fd8e20a-ad80-4640-bf0f-8b557a4bb9d2
Die Schande der Union
Dass die Diskussion um Frauke Brosius-Gersdorf so eskaliert ist, liegt einzig und allein am geradezu schamlosen Verhalten der Union. Allen voran Fraktions-Chef Jens Spahn, der eine Mehrheit versprach bei der Wahl vor knapp einem Monat, dieses Versprechen aber nie halten konnte. Zum einen, weil der Egomane völlig unfähig ist zur Menschenführung, zum Zusammenführen auch unterschiedlicher Meinungen. Weil er auch wegen seines ans Kriminelle grenzenden Versagens in der Maskenaffäre viel Zeit damit verbrachte, seine eigene Haut zu retten.
Oder, meines Erachtens viel wahrscheinlicher: Er hat die kritische Stimmung in der Fraktion gegen Frauke Brosius-Gersdorf wohl erkannt, aber die Wahl mit Absicht und aus purem Eigennutz torpediert. Um den rechten Flügel in Fraktion und Parteien (CDU und CSU) zu stärken und das erste Signal zu geben, dass dieser rechte Teil, der immer weiter nach rechts wandert (Saskia Ludwig!) sehr gerne mit der AfD zusammenarbeiten, wenn nicht gar eine Koalition eingehen würde. Mit ihm als sehr wichtiger Person, als Kanzlker oder Vizekanzler.
Mindestens genauso versagt hat Parteichef Friedrich Merz. Dem der Fall Brosius-Gersdorf völlig egal war (wie überhaupt die Niederungen der Innenpolitik ihm ziemlich gleichgültig zu sein scheinen). Merz ist mit der Kanzlerschaft am Ziel seiner Träume, jetzt kann er den starken Außenpolitiker mimen (mit mäßiegm Erfolg). Allein die Tatsache, dass er den ultrarechts denkenden selbstbezogenen Spalter Spahn zum Fraktionsvorsitzenden (der eigentlich einen soll) beförderte, zeigt, wes Geistes Kind Merz selbst ist. Die gemeinsame Abstimmung im Januar mit der AfD war natürlich kein Zufall, sondern ein rechter Versuchsballon, der dann allerdings (noch?) nicht besonders gut ankam).
Schamlos auch jene Unioner, die „aus Gewissensgründen“ eine Wahl von Brosius-Gersdorf zur Verfassungsgerichtsrichterin ablehnten. Klar, sie vertritt gerade in der Abtreibung und was das AfD-Verbot betrifft Positionen, die denen der Union widersprechen mögen. Aber genau das ist die Stärke des höchsten Gerichts und macht das hohe Ansehen auch in der Bevölkerung aus: Dass hier eine heteregogene Masse an höchstfähigen Juristen in der Sache diskutieren: im Idealfall nur dem Grundgesetz und den daraus folgenden Leitlinien verpflichtet und nicht irgendeinem Parteibuch.
Zudem bewegt sich Brousius-Gersdorf mit ihren Ansichten (Abtreibung soll in den ersten 3 Monaten per se rechtmäßig sein, AfD-Verfahren, wenn es Gründe dafür gibt) wahrlich nicht im radikalen Gebiet, wie ihr vorgeworfen muss, sondern im allgemeinen Konsens, in Jurisprudenz und auch in der Gesellschaft. Vor allem aber hat sie im vergangenen Monat gezeigt, dass es ihr um die juristische Sache geht und sie höchstwahrscheinlich nicht ewig verbohrt an ihren Ansichten festhält. Was wäre sie eine Bereicherung gewesen für Karlsruhe, für fruchtbare Diskussionen dort; froh können dagegen alle Potsdamer StudentInnen sein, wo sie jetzt weiter lehrt.
Zu schlechter Letzt bleibt auch das Verhalten jeder Unionisten zu hinterfragen, die mit der Personalie Brosius-Gersdorf als Verf.-Richterin zumindest offiziell offenbar keine Probleme gehabt hätten, die die Wahl mitgetragen hätten. Nach allem, was ich gelesen habe, gab es „nur“ 50, höchstens 100 AbweichlerInnen, also nicht mal die Hälfte der Fraktion. Wo waren die Stimmen der anderen? Wo waren vor allem diejenigen aus dem Wahlausschuss (5 aus der Union!), die ihre Wahl guthießen? Sie schweigen dröhnend, haben es also zugelassen, dass eine Minderheit ihrer Fraktion bestimmte, wo es langgeht. Aber wie schrieb schon Erich Kästner: „An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch diejenigen, die es geschehen lassen.“
Das Versagen der SPD
In ihrem beachtenswerten und höchst respektablen Statement zum Rückzug hat sich Brosius-Gersdorf ausdrücklich für den Rückhalt der SPD bedankt, die sie bis zuletzt unterstützt habe. Bei Lichte betrachtet war diese Unterstützung allerdings nicht genug. Die SPD hatte weder die Kraft noch den Willen, diese ihre Wahlentscheidung mit letzter Entschlossenheit durchzudrücken. Sie fand kein Mittel gegen die nicht nachlassenden Beleidigungen des rechtsradikalen Mileus, kein Mittel gegen den Versager Spahn und dessen rechte Getreue. Sie scheute davor zurück, die Wahl ihrer Kandidatin zum Lackmustest der Koalition zu machen. Teils aus Anständigkeit und um des Koalitionsfriedens willen, teils natürlich aus purer Machtgier. Um weiter in der Regierung zu bleiben, ist Parteichef Lars Klingbeil praktisch jedes Mittel recht, was bedeutet da schon eine Personalie des höchsten deutschen Gerichtes? Um es noch mal zu betonen: „Schuld“ am Desaster trägt einzig und allein die Union, aber die Verteidigung der SPD war halt nur halbherzig und letztlich inkonsequent.
Das Kuschen der Medien
Über die indiskutablen Fake News rechtsradikaler AfD-Blätter wie Nius und auch der Springer-Hetzer will ich mich gar nicht mehr auslassen. Aber gerade die Medien, die Frauke Brosius-Gersdorf eigentlich wohlgesonnen sind, tragen eine nicht unerhebliche Mitschuld, dass die Juristin letztlich hingeschmissen hat. Was habe ich mich vor Wochen über Kommentare in der „Zeit“ und in der „SZ“ geärgert, die Brosius-Gersdorf den Rückzug nahegelegt haben, um vermeintlich größeren Schaden von der Republik abzuwenden. Anstatt sich vorbehaltlos auf ihre Seite zu stellen, und ihre schamlosen KritikerInnen (Doro Bär, Markus Söder, Saskia Ludwig et all) bloßzustellen. Es mag verständlich sein, wenn die SZ-Autorin sachlich bleibt und vielleicht sogar vernünftige Gründe für einen Rückzug anführt. aber wenn der „Gegner“ ein derart schmutziges, unanständiges Spiel spielt, muss man halt ein bisschen drastischer werden und Spahn eben als völlig „untragbar“ bezeichnen.
Wohin das „Sachlich-bleiben“ führt, sehen wir gerade in den USA. Donald Trump lügt und betrügt fortwährend, und die Demokaraten wussten und wissen nichts dagegen vorzubringen. Gleiches ist jetzt hier zu befürchten. Der rechte Mob hat gesiegt (siehe das ekelhafte Triumphgeheul bei Nius und der Springer-Hetzer). Was hindert die Union, dieses gleiche schmutzige, unmoralische Spiel wieder und wieder zu spielen?, bis sie „ihr“ Verfassungsgericht beisammen hat. Der Supreme Court und dessen entsetzliche Verhältnisse ist offen das Ziel, egal mit welchen Mitteln.
Das traurige Fazit
- Eine sehr fähige Juristin wurde aus unsachlichen (sehr harmloses Wort für diese Hetzjagd) Gründen ums Amt einer Verfassungsrichterin gebracht. Sie musste ungeheuerliche Beleidigungen von Kirche und dem rechtsradikalen Mob inklusive großer Union-Teile ertragen und es bleibt zu hoffen, dass sie ihre Lehrtätigkeit ohne nachhaltigen Schaden fortführen kann. Aber das Ganze wird sie nicht so einfach aus den Kleidern schütteln können wie einen Sandausflug ans Meer.
- Der recht(sradikal)e Mob der Union hat gesiegt. Wie groß der Anteil derer tatsächlich ist, der lieber heute als morgen eine Koalition mit der AfD statt SPD eingehen will, vermag ich nicht zu sagen. Aber die rechte Saat ist angelegt, zum Teil schon aufgegangen: Schwarz-blau (oder gar blau-schwarz?) scheint nur eine Frage der Zeit. Böse gesagt bleibt aber anzumerken: Viel schlimmer als dieser Kanzler und dieser lächerliche bayer. Ministerpräsident kann es kaum werden. Und wie schnell eine Partei ganz nach rechts abdriftet, sehen wir bei den Republikanern in den USA.
- Die SPD muss sich ernsthaft hinterfragen: Koalition um jeden Preis oder doch das Bewahren des Urkerns der Partei und sei es zum Preis, in die Opposition zu gehen zu müssen? Ein erstes Indiz wird die Auswahl von der nächsten Kandidatin sein (Union-kompatibel oder doch eigenständig).
So viel dann auch zu meinem Plan, dass dieser Blog unpolitisch bleiben soll.
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