von Münchner Löwe | März 11, 2026 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Gut einen Monat und 16+ Partien läuft noch der Grunddurchgang. Höchste Zeit für eine Vorschau, was da noch passieren kann, wobei die Konstellationen sich im Hinblick aufs Play-off-(Play-In) schon ziemlich verfestigt haben. Sowohl im Osten als auch im Westen haben sich Favoriten kristallisiert. Gut ein Viertel der Liga hat schon abgeschenkt; den betreffenden Teams geht es nur noch darum, möglichst oft zu verlieren, damit die Chancen auf einen Top-Pick in der kommenden Draft steigen (ein sehr vielversprechender Jahrgang, was ich so lese und höre). Übers sogenannte Tanking möchte ich mich jetzt aber nicht auslassen.
Eastern Conference
Die Spitze
Ganz vorn rangieren immer noch die Detroit Pistons, doch dahinter kommen die Boston Celtics mit Wucht. Viele Experten hatten dem Meister von 2024 wenige Chancen eingeräumt, auch weil sie ihren Kader aufgeräumt haben und gute, aber alternde und zu teure Profis weggetradet haben (Porzingis, Holiday, Kornet). Dazu die schwere Verletzung von Jayson Tatum. Doch Abschenken der Saison kam nicht infrage, jetzt ist auch Tatum wieder dabei (noch nicht ganz in Top-Form), aber das wird besser und besser.
Dass sie die Pistons in den verbleibenden Spielen noch von Rang 1 verdrängen, ist zwar nicht sehr wahrscheinlich angesichts des derzeitigen Rückstands von 3,5 Siegen, aber das ist zweitrangig. Die Play-offs sind schon sicher und dort muss man den Rekord-Champion erst mal aus dem Weg räumen.
Ob das etwa dem jungen Team aus Detroit gelingt, erscheint mir fraglich. Hinter den überragenden Cunningham und Duren wird es doch recht dünn, wobei ein Duncan Robinson jenseits der Dreierlinie immer heißlaufen kann.
Fix in den Top 4 würde ich auch die New York Knicks und Cleveland Cavaliers einordnen. Gerade die Cavs haben sich in der Wechselzeit noch klar verstärkt. Harden ist ein Upset gegenüber dem verletzungsanfälligen Garland (Tausch mit den LA Clippers), Schröder und auch Ellis gute Ergänzungen im Kader. Die Knicks wiederum können sich auf ein eingespieltes Team um Brunson, Towns und Amunoby verlassen. Und auf Mitchell Robinson, den Offensiv-Rebound-König.
Kampf um die direkten Play-offs
Wenn ich großzügig bin, kämpfen sechs Teams um 2 Plätze, die anderen vier machen dann in den Play-Ins die übrigen 2 Plätze unter sich aus. Wenn ich mir Bilanz und Form ansehe, spricht vieles für die beiden Teams aus Florida, Miami Heat und Orlando Magic. Dann müsssten Toronto, Philadelphia, Atlanta und Charlotte in die Ehrenrunde.
Gerade das „deutsche“ Team der Magic (Wagner-Brüder, Tristan da Silva) hat sich zuletzt gefangen, zB mit 2 Auswärts-Siegen in Los Angeles bei den Lakers und Clippers. Endlich scheint auch wieder die Verteidigung besser zu funktionieren. Das alles allerdings ohne Franz Wagner, der erneut wegen einer Verletzung ausfällt. Sehr viel spricht leider dafür, dass er im Januar wegen des Berlin Game in seiner Heimatstadt zu früh wieder eingesetzt wurde (Wer kann ihm verdenken, dass er dort unbedingt auflaufen wollte?). Ob und in welcher Form er zurückkehrt, steht noch nicht fest. Allzu sehr scheint man nicht mehr darauf zu vertrauen.
Der traurige Rest
Zumindest die Milwaukee Bucks mit Superstar Giannis Antetokuonmpo kämpfen noch um Rang 10, doch der Abstand wird und wird nicht geringer – im Gegenteil. 4 Teams (ich nenne sie jetzt gar nicht) versuchen nur noch zu verlieren. Natürlich nicht die Spieler auf dem Parkett, aber es gibt Mittel und Wege, sie einzuhegen. So traurig.
Western Conference
Die Spitze
Die große Frage: Retten die Oklahoma City Thunder ihren 2-Siege-Vorsprung ins Ziel oder werden sie noch von den San Antonio Spurs noch abgefangen. Trotz erheblicher Verletzugnsprobleme (zuletzt fehlten Jaylen Williams, Hartenstein, Caruso, Holmgren) hat sich OKC um Shai Gilgeous-Alexander wieder gefangen, gewann 9 der letzten 10 Partien – ebenso wie der texanische Kontrahent um Victor Wembanyama, der zunhmend Verantrwortung übernimmt. Gut möglich, dass diese beiden Teams auch das Conference Final bestreiten, wenn ich so weit vorausgreifen darf (so viele Unwägbarkeiten, weshalb man das eigentlich unterlassen sollte).
Kampf um die Play-offs
5 Teams (Houston, LA Lakers, Minnesota, Denver, Phoenix) rangeln um die Plätze 3 bis 6: Ohne allzu waghalsig zu prophezeien: Der Siebte (das wären zurzeit die Phoenix Suns) wird mit größter Wahrscheinlichkeit die Play-offs über die Play-Ins erreichen.
Die Ränge 3 und 4 hätten in der ersten Play-off-Runde Heimrecht und sind deshalb so begehrt. Wer das letztlich sein wird: Meine Glaskugel ist trotz neuer Brille sehr trüb. Schemenhaft habe ich die Lakers und Timberwolves im Visier, allerdings hier wie dort mit großem Fragezeichen versehen. Bei LA ist der Elefant im Raum LeBron James. Zurzeit fehlt er mal wieder verletzt, und plötzlich spielen sie besser. Andrerseits: Wer könnte mehr helfen als der so vielen Play-off-Serien gestellte James – trotz des fortgeschrittenens Alters (41).
Die Timberwwolves haben vielleicht das meiste Talent (Anthony Edwards!), aber sie bringen ihre PS nicht auf die Straße, wie der völlig missglückte Auftritt heute Nacht bei den Lakers verdeutlichte.
Ähnliches Hin und Her sehe ich bei den Nuggets (trotz Nikola Jokic!) und Houston Rockets (trotz Kevin Durant!). Deren außerordentliche Leistungen kann das Team plötzlich beflügeln und auf ein ganz anderes Level heben, und dann müssten sich auch Thunder und Spurs warm anziehen.
Die Suns wiederum spielen ohne jeden Druck, wie es scheint. Der 7. Platz ist gesichert.
Die Post-Season-Teams
Die Ränge 8 bis 10 (und damit die verbleibenden Play-In-Plätze) scheinen schon vergeben. LA Clippers, Golden State Warriors und Portland Trail Blazers kämpfen nur noch um die Reihenfolge. Ein Team des Trios wird sogar noch in die Play-offs rutschen (und dort das Schlachtopfer der Thunder oder Spurs werden, oder etwa nicht?). Während die alternden Clippers (Leonhard) und Warriors (Curry, Butler, Green) dem Sonnenuntergang entgegenreiten, scheint die mittelfristige Zukunft der Blazers eher verheißungsvoll, da viele junge Spieler ihren Zenith erst noch erreichen werden.
Der traurige Rest
Memphis, Dallas, New Orleans, Utah und Sacramento: 5 Teams des Grauens und keine Zeile wert..
von Münchner Löwe | März 10, 2026 | Allgemein
Europapokal-Achtelfinale, Formel 1 in China und letzte Zuckungen im Wintersport
Schafft Bayer eine Sensation?
In der Zwischenrunde der Champions League hat sich Bayer Leverkusen mehr schlecht als recht gegen Olympiakos Piräus durchgesetzt, jetzt wartet ein vermeintlich übermächtiger Gegner: Der FC Arsenal hat nicht nur die Gruppenphase ohne Punktverlust überstanden, die Londoner führen auch die Premier League an. Und doch gibt es viel Kritik an den Gunners, weil sie angeblich extrem unattraktiv agieren und allein von ihren fantastischen Eckbällen profitieren. Da mag auch Neid mitspielen, aber tatsächlich finde auch ich die Partien mit dem FC Arsenal meist recht unansehnlich; wie überhaupt die Premier League diese Saison viel an spielerischen Glanz verloren hat.
Bayer ist klarer Außenseiter, zumal die Werkself dieses Jahr auch in der Bundesliga noch ihre Form suchen und um eine erneute Qualifikation für die Königsklasse kämpfen muss.
Derlei Sorgen hat der FC Bayern nicht – im Gegenteil, die Meisterschaft scheint für die Münchner bereits fix zu sein. Also gilt die ganze Konzentration der Champions League. Wozu Atalanta Bergamo in der Lage ist, davon wissen die Dortmunder ein traurig Lied zu singen, als der BVB nach de 2:0-Hinspiel-Erfolg in Norditalien mit 1:4 untergingen. Ob den Bergamasken auch gegen die Bayern ein solcher Coup gelingt, das wage ich zu bezweifeln, obwohl (oder weil?) nicht Manuel Neuer, sondern Jonas Urbig zwischen en Pfosten steht. Der ehemalige Kölner macht seine Sache als Ersatz für den ehemaligen Welttorhüter (Betonung: ehemaliger!) ausgezeichnet. Schon im vergangenen Jahr zeigte er im Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen eine tadellose Leistung.
Von den übrigen Spielen sticht die Auseinandersetzung Real Madrid gegen Manchester City heraus, eine Paarung, die wir gefühlt in jedem Jahr in einer K.-o.-Runde sehen. Ermittelt wird der potenzielle Bayern-Gegner fürs Viertelfinale, beide Teams zeigen zuletzt bestenfalls schwankende Leistungen. Als relativ klarer Favorit gelten dennoch die Cityzens von Trainer Pep Guardiola: Der ehemalige Barca-Coach ist so etwas wie ein Erzrivale der Madrilenen.
Insgesamt 6 englische Teams haben das Achtelfinale erreicht. So viel zum Thema internationaler Wettbewerb
Champions League, Achtelfinale Hinspiele
Di., 18:45: Galatasaray – FC Liverpool
Di., 21:00: Atalanta – FC Bayern
Di., 21:00: Atlético – Tottenham
Di., 21:00: Newcastle – FC Barcelona
Mi., 18:45: Leverkusen – FC Arsenal
Mi., 21:00: Real Madrid – Manchester City
Mi., 21:00: PSG – FC Chelsea
Mi., 21:00: Bodö Glimt – Sporting Lissabon
Jeweils am Donnerstag finden auch die Achtelfinal-Hinspiele in der Europa und Conference League statt. 3 deutsche Teams sind noch im Einsatz. Der VfB Stuttgart empfängt in der EL den FC Porto (18:45). Auch wenn die Portugiesen längst nicht mehr den Glanz vergangener Jahre verströmen, eine durchaus knifflige Aufgabe für die Schwaben. Der SC Freiburg bekommt es mit dem belgischen Vertreter KRC Genk zu tun (21:00).
In der Conference League schließlich muss der FSV Mainz 05 zum tschechischen Club Sigma Olmütz. Klingt machbar, fordert trotzdem physische und psychische Kräfte, die den Rheinhessen vielleicht im Abstiegskampf abgehen.
Oslo ruft zu den Holmenkollen-Spielen
Das Geschehen rund um die altehrwürdige Schanze gehört immer noch zu den Höhepunkten einer jeden Saison. Das gilt für die komplette Elite der Langläufer, Kombinierer und Skispringer, die sich ein Stelldichein geben. Ein Triumph dort und die persönliche Ehrbezeugung des Königs (der trotz der familiären Turbulenzen live vor Ort sein wird) – das ist fast so viel wert wie ein Olympiasieg.
Für die Kombiniererinnen und Kombinierer sind die Wettbwerbe gleichzeitig auch das Saisonfinale. Als klar Führende gehen die Norwegerin Ida Marie Hagen und der Österreicher Johannes Lamparter in die letzten Wettbewerbe.
Normalerweise sind die Skispung-Wettbwerbe in Oslo Bestandteil der Raw Air, der Serie im Norden. Diese entfällt dieses Jahr allerdings wegen Olympia und dem dicht gedrängten Programm. Als Weltcup-Gesamtsieger steht Domen Prevc schon fest, ein Sieg am Holmenkollen schmückt aber jedermanns Erfolgsliste gewaltig.
Königsklasse in China
Die große Frage lautet: Bestätigt sich der Formel-1-Auftakt in Melbourne, als die Mercedesse von George Russell und Kimi Antonelli die Konkurrenz recht klar distanzierten? In der kurzen Zeit zwsichen den Rennen war es natürlich unmöglich, große Veränderungen an den Fahrzeugen vorzunehmen. Das neue Reglement und die total neuen Autos hinterließen einen gemischten Eindruck. Vor allem der vierfache Weltmeister Max Verstappen erneuerte seine Kritik und schimpfte, er sei sich vorgekommen wie beim Mario Cart. Für ein abschließendes Urteil ist es noch zu früh, aber: Ich persönlich will einen Rennfahrer sehen, de alles aus dem Auto herausholt und nicht einen, der Energie-Management betreibt und schonend vom Gas, wie es die Hybrid-Wagen erfordern. Mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt.
Weils so schön ist, gibt es in Schanghai auch schon den ersten Sprint (Samstag, 04:00), der eigentliche Grand Prix findet dann am Sonntag um 8 Uhr unserer Zeit statt.
Und sonst?
- Bundesliga: Im Blickpunkt steht der Abstiegskampf, in den die halbe Liga noch verwickelt ist – mit mehr (Wolfsburg, St. Pauli, Mainz) und weniger (HSV, 1. FC Union) großen Sorgen. So lautet das Topspiel des Tages das Duell der Aufsteiger HSV gegen Köln (Sa., 18:30) und nicht das Duell der Meister 24 und 25 zwischen Bayer und Bayern (Sa., 15:30). Der VfL Wolfsburg mit dem neuen Trainer Dieter hecking muss zum Champions-League Aspiranten 1899 Hoffenheim (Sa., 15:30), da können die VW-Städter nur positiv überraschen.
- Tennis: Das Masters in Indian Wells geht in die entscheidende Phase. Am Wochenende stehen dann schon die Finali bei den Frauen (Samstag) und Männern (Sonntag) an. Bisher haben sich die FavoritInnen keine Blöße gegeben (Stand: Montagabend), wenn ich vom verletzungsbedingten Ausscheiden von Coco Gauff mal absehe.
- Eishockey: Mit zwei Spieltagen am Freitag und Sonntag wird die Vorrunde der DEL abgeschlossen. Große Spannung sehe ich nicht mehr, allenfalls das Fernduell um Platz 2 zwischen den Straubing Tigers und den Mannheim Adler. Klar auf Platz 1 sind die Köner Haie mit sagenhaften 12 Punkten Vorsprung auf Straubing. Als Absteiger stehen schon länger die Dresdner Eislöwen fest. Die Sachsen können allenfalls noch darauf hoffen, dass der Zweitliga-Meister kein Aufstiegsrecht hat. Das allerdings wird sich erst im April geklärt haben.
- Basketball: Eine äußerst stimmungsvolle Partie wartet auf den FC Bayern. Am Donnerstag empfangen die Münchner in der Euroleague den türkischen Spitzenclub Anadolu Efes – samt stimmgewaltigen Anhang im SAP Garden. Mit Svitislav Pesic haben sich die Bayern konsolidiert, der Weg zumindest in die Play-Ins scheint aber fast aussichtslos.
- Wintersport: Für die Frauen stehen nach 2 Speed-Wochenenden wieder technische Wettbewerbe an. In Are gibt es am Samstag einen Riesenslalom und am Sonntag einen Slalom. Wenn Emma Aicher überhaupt Hoffnungen auf den Weltcup hat, dann müsste sie einerseits im Slalom sehr vorne landen und andererseits auf einen Slalom-Ausfall von Mikaela Shiffrin hoffen (was Emma natürlich nicht macht und Mikaela natürlich auch nicht passiert).
Die Männer bestreiten in Courchevel zwei Super-Gs (Freitag und Sonntag) sowie eine Abfahrt (Samstag). Marco Odermatt kann den eh schon sicheren Weltcup-Gesamtsieg auch rechnerisch festzurren.
- Motorsport: Die Kenya Rallye war früher ein echtes Abenteuer, wo die Fahrer nicht nur in der Wüste um Sekunden kämpften, sondern jederzeit damit rechnen mussten, dass die dortigen Bewohner auftauchten (ein Zusammenstoß mit einem Löwen oder Elefanten ist wenig ersprießlich für alle Beteiligten). Das Ganze wird seit Längerem zwar entschärft mit abgesteckten Strecken, ist aber immer noch eine herausforderung für Mensch und Maschine. Nach 2 WM-Läufen in Monte Carlo und Schweden führt der Brite Elfyn Evans (60 Punkte) vor Oliver Solberg aus Schweden (47), ja Schweden und nicht Norwegen wie Papa Petter Solberg.
von Münchner Löwe | März 9, 2026 | Biathlon, Formel 1, Fußball, ski alpin, Wochenrückschau
Trainer-Rauswurf in Wolfsburg, Aicher-Blackout im Fassa-Tal, Mercedes-Triumph in Australien.
Den Wölfen bleibt nur Heulen und Zähneklappern
Der fast unaufhaltsame Abstieg des VfL Wolfsburg geht weiter. Nach dem eher erbärmlichen 1:2 gegen den Hambuger SV zogen die VW-Verantwortlichen (naja in Wirklichkeit sinds hoffentlich doch noch die Club-Oberen) erneut die Notbremse und feuerten Trainer Daniel Bauer. Außerdem schic kten sie den komplett überforderten Peter Christensen in die Wüste – ein Schritt, den Wohlmeinende mit dem Club (die gibts tatsächlich) schon viel früher getan hätten. Wenn nämlich jemand den durch und durch missratenen Kader (trotz der VW-Fantastilliarden) zu verantworten hat, dann der Sportdirektor.
Jetzt soll ein guter Bekannter helfen: Dieter Hecking, der erklärte Feuerwehrmann der Liga. Den VfL führte er 2015 zum Pokalsieg, ich war damals live vor Ort im Berliner Olympiastadion und später bei der Pk, als er stolz die „King“-Kappe aufsetzte, die seine Kinder für ihn gebastelt/gekauft hatten. Die Kinder sind jetzt junge Erwachsene, und die Situation beim VfL nicht mehr annähernd fröhlich-heiter, sondern vielleicht so bedrohlich wie noch nie in mittlerweile 29 Jahren Bundesliga-Zeit. Ich gönne ja niemanden den Abstieg (als leidgeprüfter Löwen-Fan weiß ich, wie weh dann noch Häme tut), aber wenn der VfL nicht mehr in der Bundesliga wäre, ihr würde wenig bis nix fehlen.
4 Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf den Relegationsplatz 16, das Unterfangen wird extrem knackig.
Aicher top – Aicher nachlässig
3 Speedrennen waren fürs Wochenende im Val d Fassa angesetzt. Für Emma Aicher begann es fast perfekt, als sie sie in der 1. Abfahrt Zweite wurde, nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen von der Italienerin Laura Pirovano, die ihren ersten Weltcupsieg überhaupt landete.
Doch Aichers Aufhol- und Punktejagd wurde jäh aufgehalten, vielmehr stoppte sie selbst. Nämlich durch einen eklatanten Fehler in der 2 Abfahrt, durch den sie nur Rang 12 belegte. Noch ärger erging es ihr im Super-G am Sonntag. Ein Tor offenbar hatte sie (mal wieder) offenbar völlig falsch besichtigt, und die 22-Jährige schied aus. Ein typischer Aicher-Fehler. So nonchalant-lässig und trotzdem schnell sie die Pisten herunterfährt, als würde sie einen besseren Trainingslauf absolvieren, so täppisch wirken ihre Torfehler. In drei Super-Gs ereilte sie in diesem Jahr dieses Schicksal; Dreimal dachte ich: Das kann doch gar nicht wahr sein, hier rauszufliegen.
Die durchaus vorhandenen Chancen auf den Gesamtweltcup haben sich damit so gut wie zerschlagen. Niemand wird darob glücklicher sein als Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin war schon sichtlich nervös geworden, traute sich mit zittrigen Knien auf die Super-G-Strecke und belegte Rang 23 (wir reden von der mit Abstand besten Skifahrerin der Welt). Wenn nicht alles verrückt spielt (und sie nächste Woche in einem Slalom rausfliegt), bleibt ihr diese Mutprobe beim Weltcup-Finale in zwei Wochen erspart.
Noch ein Wort zu Pirovano. Sie gewann auch die 2. Abfahrt am Samstag, wieder mit nur einem Hunderstel Vrorsprung – diesmal auf die Österreicherin Conni Hütter. 2 Siege auf derselben Abfahrt an 2 nachfolgenden Tagen mit jeweils nur einem Hundertstel Vorsprung: Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon mal gegeben hat. Die italienischen Festspiele im Val di Fassa rundete dann Elena Curtoni mit ihrem Sieg beim Super-G ab.
Bei den Männern beschloss das Schicksal, Atle McGrath für den verpasssten Olympiasieg zu entschädigen. Der Norweger, noch einsam im Wald irgendwo bei Bormio nach dem Aus im 2. Duchgang, gewann den Slalom von Kranjska Gora. Zu sagen, es sei ein Hundertstelkrimi gewesen, wäre die Untertreibung des Jahres. McGrath siegte also mit einem Hundertstel vor Landsmann Henrik Kristoffersen. Sein Vorsprung auf den Dritten Lucas Braathen betrug 4/100 Sekunden. Es folgten der Vierte Michael Mat (0.06) und der Münchner Skilöwe Linus Straßer, der als Fünfter gerade mal 9/100 Sekunden Rückstand hatte. Nicht einmal ein Zehntel fehlte also zum Sieg, und deswegen war Straßer auch trotz des verpassten Podestplatzes zufrieden. McGrath aber führt jetzt relativ klar im Slalom-Weltcup; der wäre mehr als ein Ersatz für den verpassten Olympiasieg.
Mercedesse bestätigen Favoritenrolle
Es herrschte viel Spannung vor dem ersten Formel-1-Lauf in Melbourne. Würde das neue Reglement auch im Rennen klappen? Können die Fahrer überholen? Können sie vielleicht zu leicht überholen? Halten die Boliden? Funktioniert das Energie-Management?
Nach dem ersten Rennen ist es für ein abschließendes Urteil natürlich noch viel zu früh, aber ich denke, er gibt Grund zum vorsichtigen Optimismus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gerade die ersten Runden, als sich George Russel im Mercedes und Charles Leclerc (Ferrari) mehrmals einander überholten, waren sehr unterhaltsam und eine gute Show. Nachdenklich stimmt allerdings die derzeitige Überlegenheit von Mercedes. Am Ende hatte der Brite Russell die Nase klar vorn vor seinem Teamgefährten Kimi Antonelli, den auch ein total verpatzter Start nicht aus der Bahn warf.
Zweite Kraft scheint tatsächlich Ferrari zu sein. Inwieweit außerdem der Ausnahmefahrer Max Verstappen eine ermeinltiche oder tatsächliche Unterlegenheit seines Red Bulls kompensieren kann, ist eine der vielen Unwägbarkeiten. Nachdem er sein Auto im Qualifying nach einem Defekt an die Wand geworfen hat (im Wortsinn), startete er im Rennen von ganz hinten eine Aufholjagd. Doch diese endete schon auf Rang 6, konnte oder wollte Verstappen nicht mehr, lautete eine der großen Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt.
Ein mehr als solides Debüt feierte Audi. Gabriel Bortolotto ergatterte gleich im ersten Rennen als Neunter Punkte für die Ingolstädter. Die Basis von Sauber, dessen Rennstall Audi übernommen hat, scheint gut genug (fast hätte ich geschrieben: sauber genug, aber wer braucht schon Wortwitze?) für weitere Punktefahrten, dann auch für Nico Hülkenberg.
Der 2. Lauf findet schon am kommenden Sonntag in China statt.
Und sonst?
- Aufruhr in Köln. Nämlich durch den Stadionsprecher Michael Trippel, der mehrmals unangenehm auffiel, als er vermeintliche Fehlentscheidungen abfällig kommentierte gegen den heimischen FC und für Borussia Dortmund (Pfui! Widerlich!“). Ein absolutes NoGo! Extrem parteiische Stadionsprecher, die sich eher als Heim-Einpeitscher denn als seriöse Informierer verstehen, sind ohnehin zunehmend eine Plage, aber Trippel hat den Bogen eindeutig überspannt. Das fanden auch die zumindest nach außen hin peinlich-berührten Kölner Vereins-Oberen. Niemand verlangt absolute Neutraltät, aber den ohnehin sehr geforderten Schiri derart in den Senkel zu stellen nach zwar umstrittenen, aber keineswegs komplett falschen Entscheidungen, das geht überhaupt nicht.
- Biathlon: Was war das denn? Sonne in Kontiolahti? Schöner, weiß-glitzernder Schnee und auch noch Zuschauem? Wo war die uns vertraute finnische Trostlosigkeit, wenn der Biathlon-Weltcup im Dezember im grauen, nassen Nebel auf einer notdürftig präparierten Kunstschee-Loipe vor einem Zuschauer-Nirwana die Rennen absolvierte?
Inspiriert von diesen herrlichen Bedingungen waren jedenfalls die Sportler, die sich beim ersten Treff nach Olympia engagiert ins Zeug legten. Mit Ergebnissen, die einem irgendwie bekannt vorkamen, denn vorne waren wie gehabt hauptsächlich ausschließllich Franzosen, Norweger und Schweden, „Innen“ inkludiert, so viel Frauentag muss sein.
Um genau zu sein: Bei den Männern siegten Eric Perrot (Frankreich/Einzel), die norwegische Staffel und Sture Lagreid (Norwegen/Massenstart/), bei den Frauen die schwedische Staffel, Julia Simon (Frankreich/Massenstart) und Elvira Öberg (Schweden/Einzel). Wenn ichs richtig sehe, sprengte nur die slowakische Dritte Paulina Fialkova im Einzel die Podest-Bastion der drei großen Nationen, und diese wird nach der Saison die Karriere beenden …
- Hoffen mit Sechzig: Aufstieg? Ernsthafte Chancen?? Noch im März??? Nach dieser Saison???? Das Schicksal treibt ein böses Spiel mit mir, lässt mich Löwen-Fan vom Aufstieg träumen (so sweet dreams). Nach 5 Siegen in Folge nur noch 3 Punkte Rückstand auf Rang 3 und die Relegation. Schön ist es nicht, wie die Löwen spielen, aber erfolgreich. Nächsten Samstag folgt ein Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden, ich schreib nix dazu, Angst vorm Jinx … (und dem erfahrungsgemäßen Rückschlag).
von Münchner Löwe | März 5, 2026 | Allgemein
Um es vorwegzunehmen. Ich war immer ein klarer Verfechter des VAR, also Video Assistant Referee, der am Bildschirm die schlimmsten Fehler der Schiedrichter auf dem Feld korrigieren würde. Also keine Phantomtore hier, nicht gepfiffene Schwalben dort. an Deutlichkeit nicht zu übersehen heißt es: Nur klare Fehlentscheidungen können überprüft werden.
Meine Freude darob wird auch nach sieben Jahren Woche für Woche auf eine harte Probe gestellt. Weil die Schiedsrichter im Kölner Keller (noch: Bundesliga) und sonstwo vor ihren Bildschirmen für ständigen Unmut sorgen. Sie greifen mE viel zu oft ein (gefühlt: immer, wenn irgendetwas vermeintlich nicht passt) und oft auch falsch. ihre Entscheidungen sind nicht stringent und auch losgelöst von der Spielleitung (streng oder locker?). Millimeter-Abseits (wo ist das schöne im Zweifel für den Angreifer geblieben?) per kalibrierter Linie (die trotz Halbautomatik nicht die allein seligmachende Wahrheit ist) und die immer konfusere Handspiel-Auslegung (ich versuche gar nicht erst, sie zu verstehen) tun ihr Übriges. Die Überprüfung dauert ewig (warum kein Zeitlmit? Wenn nach 2 oder meinetwegen Minuten kein fehle feststellbar, bleibts bei der ursprünglichen Entscheidung). Niemand traut sich mehr zu jubeln, weil der Torpfiff allenfalls ein vorläufiger ist.
Immerhin ein Gutes hatte das Ganze bisher: die Eingriffe durften nur bei 3 speziellen Situationen (vereinfacht: Tor, Elfmeter, Rote Karte) erfolgen. Wer die FIFA und ihre irrlichternden Entscheider (es sind tatsächlich ausschließlich Männer) kennt und fürchtet, ahnte, dass es dabei nicht bleiben würde. Und tatsächlich: In der vergangeen Woche trat das IFAB (das Regelkomitee der FIFA, mehr siehe unten) zusammen und gebar den nächsten Blödsinn, ich kann es leider nicht anders sagen. Künftig wird der VAR auch Eckbälle überprüfen. Angeblich soll das ganz schnell gehen, also kaum länger, als es ohnehin dauert, bis der Ball wieder im Spiel ist. Auf dem ersten Blick mag es tatsächlich einfach erscheinen, ob der Verteidiger oder Stürmer zuletzt am Ball gewesen ist. Das Gegenteil sehen wir bei jedem NBA-Spiel. Dort dürfen nämlich die Trainer eine solche Aus-Entscheidung mittels Challenge anfechten. Dann sehen wir in Super-Zeitlupe einen zwischen Spieler A und Spieler B hin und her flippernden Ball und erkennen auch viel: die toll definierten Arme, die breiten Schultern und/oder die riesigen Hände der Kombatanten. Was wir meist auf keinen Fall sicher erkennen: Wer denn jetzt zuletzt am Ball war? Nicht anders wird es im Fußball sein: die wirklich strittigen Fälle wird auch der VAR nicht lösen können (aber er wird notgedrungen so tun). Der ehemalige deutsche Top-Schiedsrichter Felix Brych hatte das bewährte Mittel: Im Zweifel gibt es Abstoß. Denn ein zu Unrecht nicht gegebener Eckball (also Abstoß) wird nie so viel Ärger machen wie ein zu Unrecht gegebener Eckball, der unmittelbar zu einem Tor führen kann (wie wir grade allzuoft sehen). Und was ist mit etwaigen Regelverstößen vorm Eckball? Wie weit soll „zurückgespult“ werden? Wird dann ein nicht gegebenes Foul gepfiffen? Alles völlig unklar, wie das gehandhabt werden soll. Es ist typisch für die von Kriminellen geführte FIFA, ein eh schon komplett verfahrenes Ding wie den VAR noch komplizierter und langwieriger zu machen.
Auch die anderen Regeländerungen sind beim näheren Betrachten alles andere als zielführend.
- So darf der VAR jetzt auch bei einer 2. Gelben Karte für den Spieler X einschreiten, die ja eine Gelb-Rote Karte und damit den Ausschluss zur Folge hat. In der Therorie muss der VAR also bei jedem Foul (eigentlich ja: Zweikampf) eines Gelb-belasteten Spielers prüfen, ob ein Foul erneut Gelb-würdig war (das ist zumindest die letzte Konsequenz). In der Praxis soll er wohl nur einschreiten, ob eine zweite Gelbe Karte zurecht gezogen wurde (wenn ichs halbwegs richtig verstanden habe). Weiter völlig außen vor bleibt dabei, ob denn die erste Gelbe Karte, auch weiterhin nicht überprüfbar, zu Recht oder zu Unrecht gezogen wurde (wobei dieses in vielen Fällen auch eine reine Ermessensentscheidung des Schiris ist). Ich bin wirklich gespannt, wie das umgesetzt wird.
- Um das Zeitspiel einzugrenzen, soll der Ball wieder schneller im Spiel sein, das wäre tatsächlich toll. Mit der Folge, dass künftig auch bei Einwürfen und Abstößen die 8-Sekunden-Regel gelten soll. Werden diese überschritten, soll das Recht am Ball wechseln (Einwurf der anderen Mannschaft, Ecke Team B statt Abstoß Team A). Klingt gut, aber dem Schiedsrichter obliegt jeweils die Aufgabe, die letzten 5 Sekunden per Finger anzuzeigen (zurückzählt). Also eine weitere Pflicht, obwohl die Schiris jetzt schon mit dem immer schnelleren Spiel überfordert scheinen (ich sags sehr, sehr freundlich).
Es gäbe ja eine ganz einfache, zugegebenermaßen revolutionäre, Möglichkeit, das Zeitspiel zumindest folgenlos zu machen: die effektive Spielzeit (2x 30 oder 2x 35 Minuten). Entweder wie im Basketball bei jeder Unterbrechung oder wie im Handball bei längeren Pausen (etwa nach Verletzungen, bei Auswechslungen) auf Zeichen des Schiris (das berühmte „T“). Die effektive Spielzeit hätte den höchst erfreulichen Nebeneffekt, dass die Nachspielzeit wegfiele (und hier die Nachspielzeit der Nachspielzeit). Fußball ist weiterhin die einzige Sportart, wo es allein im Ermessen des Schiris liegt, wann wirklich Schluss ist (den Sonderfall Rugby und „letzter Angriff“ lasse ich jetzt außen vor). Das wiederum ist der Urquell von sehr vielem und sehr großem Unmut Woche für Woche.
All diese Änderungen treten ab Juni 2026 in Kraft. Die WM-Spiele 2026 ab 8. Juni sind also der erste Versuchsballon, ob und wie diese gehandhabt werden, es bleibt also null Zeit fürs Justieren, und die möglichen Problemfelder der Änderungen habe ich ja aufgezählt. Die Kombattanten des wichtigsten Turniers eines 4-Jahres-Zeitraum sind also die Versuchskaninchen, ob es klappt. „Interessant“ ist noch das freundlichste Wort, das mir dazu einfällt.
IFAB – ein beonderer Fall für sich
Steht für International Football Association Board: also das internationale Gremium, das sämtliche Regeländerungen berät und beschließt. Einmal im Jahr (Ende Februar/Anfang März) kommen die Vertreter für ein Wochenende meist in einem schicken Resort auf einer britischen Insel zusammen.
Das entscheidende Gremium besteht immer aus acht Männern (Frauen sind nicht per se ausgeschlossen, es war aber noch nie eine dabei). Gleich 4 Vertreter kommen aus Großbritannien, seit jeher je einer aus England, Schottland, Wales und Irland. Weil die Briten als Mutterland des Fußball gelten und die Grundregeln aufgestellt haben im späten 19. Jahrhundert, soll nichts über ihren Kopf entscheiden werden. Klang schon immer etwas schräg, wird umso schräger, weil die Briten im Weltfußballs schon längst die Herrschaft abgegeben haben. Aber da sieht sich die FIFA plötzlich der Tradition verpflichtet, die sie sonst so gerne mit Füßen tritt (sic). Die anderen vier Mitglieder stellt die FIFA, der Präsident (zurzeit also Gianni Infantino einer von ihnen). Um eine Regeländerung durchzusetzen bedarf es sechs Stimmen. Eine Besonderheit gibt es außerdem noch. Die 4 FIFA-Mitglieder müssen en bloc abstimmen, also mit einer Stimme sprechen, die Briten dürfen splitten.
Die Besonderheit der Zusammensetzung ist natürlich komplett antiquiert. Sie hat allerdings den unbestreitbaren Vorteil, dass Modetrends sich eben nicht sofort in veränderten Regeln wiederfinden.
Natürlich handeln diese 8 Herrschaften nicht im luftleeren Raum. Es gibt eine Unzahl von Beratern (ehemalige Spieler und Trainer). Oft gibt es tatsächlich Versuchsanordnung in einer (nicht zu wichtigen) Liga, in der auch unterschiedliche Ansätze der Regelauslegung ausprobiert werden.
von Münchner Löwe | März 3, 2026 | bundesliga, Fußball, ski alpin, Wintersport, Wochenrückschau
Olympia-Nachwehen im Wintersport und natürlich Fußball.
Dortmunds Abgesang für diese Saison
Champions-League-Aus und das Ende der (eh nur geringen) Meisterschaftsträume. Borussia Dortmund erlebte eine Woche zum Vergessen. Insbesondere das 1:4 bei Atalanta Bergamo (nach 2:0 im Hinspiel) hallt bestimmt noch eine Weile nach, nicht nur, weil die fest eingeplanten Achtelfinal-Einnahmen in Höhe von 11 Millionen Euronen plus ausverkauftem Wetfalenstadion jetzt fehlen. Der insgesamt desaströse Auftritt zeigte, dass es dem BVB an allem fehlt, was eine echte europäische Spitzenmannschaft ausmacht. Die Einstellung war vielleicht sogar noch in Ordnung, die fehlende Klasse eines Bensebaini oder Can oder Guirassy oder Beier erschütternd. Atalanta ist sicher ein sehr gutes Team, aber doch nach dem Europa-League-Triumph von 2024 arg gerupft. Zuletzt verließ Lookman, der dreifache Torschütze im Finale gegen Bayer Leverkusen, den Verein in Richtung Atlético Madrid. In der Serie A sind die Bergamasken gerade mal Siebter, die erneute Qualifikation für die Champions League scheint schon außer Reichweite.
Doch gegen Dortmund drehten sie den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel. Fast problemlos, wie es schien. Die haarsträubenden Abwehrfehler des BVB taten das Übrige, und das absurde Zustandekommen des letztlich entscheidenden Elfmeters in der letzten Minute der Nachspielzeit darf als Blaupause eines für die absolute Spitze nicht wettbewerbsfähigen Kaders herangenommen werden. Ein völlig sinnloser Chip von Schlussmann Gregor Kobel in die Füße eines Italieners, und eine noch sinnlosere KungFu-Grätsche von Benebaini im Strafraum führten zum Strafstoß und dem Knock out.
Am Samstag folgte zwar ein sehr ansehnliches Spiel gegen den Branchenprimus FC Bayern, am Ende aber siegten die Münchner nach dem munteren und von beiden Seiten sehr engagiert geführten Schlagabtausch mit 3:2 und entschieden die Meisterschaft. Nein, noch nicht rechnerisch, aber angesichts von 11 Punkten Vorsprung und dem uneinholbar besseren Torverhätlnis hat kein vernünftiger Mensch noch Zweifel am Titel.
Für die Dortmunder ist die Saison damit faktisch beendet: International sind sie nicht mehr vertreten, im Pokal ebenfalls ausgeschieden. Meister können sie nicht mehr werden, aus den Champions-League-Plätzen können sie angesichts von 8 Punkten Vorspurng auf Platz 5 auch nur noch in der Theorie fallen. Bleiben also nur das Pseudo-Ziel Platz 2 (klar, etwas höhere Prämien und ansehen) und für die Nationalmannschafts-Aspiranten zehn Partien zum Vorspielen, damit sie Julian Nagelsmann erwählt. Ein Kriterium des Bundestrainers dabei: jedes Tor frenetisch bejubeln.
Atalanta jetzt gegen Bayern
Für insgesamt 5 deutsche Teams geht es ab nächster Woche international weiter. Das mögliche deutsche Duell in der Champions League fällt aus, denn die Losfee bescherte dem FC Bayern Dortmund-Bezwinger Atalanta und Bayer Leverkusen bekommt es mit dem FC Arsenal zu tun, eine wahthaft herkulische Aufgabe für die Werkself gegen den englischen Tabellenführer.
In der Europa League qualifizierte sich der VfB Stuttgart fürs Achtelfinale und trifft dort auf den FC Porto (mehr klingender Name als wirklich formstark). Der zuvor schon gesetzte SC Freiburg bekommt es mit dem belgischen Vertreter KRC Genk zu tun.
Der FSV Mainz schließlich ist in der Conference League noch dabei: Der Achtelfinal-Gegner heißt Sigma Olmütz aus Tschechien. Klingt machbar, die zwei Partien sind aber doch störend im Abstiegskampf.
Emma Aicher auf Punktejagd
Die zweifache Silbermedaillengewinnerin kam mit reicher „Beute“ zurück von den Rennen in Soldeu/Andorra. In der Abfahrt wurde sie Fünfte, einen Super-G gewann sie und in einem wurde sie Zweite. Macht insgesamt satte 225 Zähler. Damit halbierte sie den Rückstand auf die Weltcup-Führende Mikaela Shiffrin, die Speedrennen in dieser Saison fast ausschließlich auslässt. Jetzt beträgt der Rückstand auf die Slalom-Olympiasiegerin „nur“ noch 219 Punkte, am nächsten Wochenende stehen im Val die Fassa noch mal 3 Speedrennen an (offenbar wieder ohne Shiffrin), in denen Emma Aicher weiter aufholen (sogar überholen?) kann. Etwaige Hochrechnungen sind noch zu früh, aber mir kann niemand erzählen, dass sie nicht von der Deutschen selbst angestellt werden …
Gerade bei ihrem Sieg am Samstag zeigte Aicher ihr unfassbares Skigefühl und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch eine Chance. Warum nicht bei Olympia?, schoss es mir durch den Kopf, dann hätte sie auch noch eine Goldene um den Hals hängen.
Und sonst?
- Aufstand im Bundesliga-Keller: St. Pauli schien schon abgeschlagen, jetzt landeten die Hamburger bei
Bayer Levekusen 1899 Hoffenheim einen 1:0-Überraschungssieg und verließen die Abstiegsränge. Auch Werder Bremen siegte nach zuvor 13 Partien ohne vollen Erfolg. Ob das mühsame 2:0 gegen das abgeschlagene Heidenheim (damit wohl sicherer Absteiger) wirklich die Kehrtwende ist, wird sich zeigen. Trübe schaut es mittlerweile für den VfL Wolfsburg aus (nicht dass ich und der gemeine Fußballfan darüber besonders unglücklich wären). Trotz des deprimierenden 0:4 beim VfB Stuttgart und dem Absturz auf Rang 17 halten die Vverantwortlichen (die wahren Schuldigen an diesem Desaster!) an Trainer Daniel Bauer fest, die Partie nächsten Samstag gegen den HSV dürfte aber die letzte Chance des Cheftrainers sein, der erst im November im Amt ist.
- Hanfmanns Erfolgslauf: Der deutsche Tennisprofi kann auf eine sehr erfreuliche Woche in Santiago zurückblicken. Beim Turnier in der chilenischen Hauptstadt wurde er erst im Finale von einem sehr gut aufspielenden Darderi gestoppt. zuvor hatte er völlig überraschend den Argentinier Francisco Cerundolo aus dem Turnier genommen.
Weniger gut lief es für Alexander Zverev. Beim Turnier in Acapulco war schon in der 2. Runde Schluss, der Serbe Kecmanovic erwies sich als zu stark. Den Sieg im mexikanischen Urlaubsort (fernab der Anschläge) sicherte sich mit Cobolli ein weiterer Italiener.
Weitere Turniererfolge in dieser Woche feierten die Frauen Peyton Stearns (Austin) und Cristina Bucsa (Merida) sowie Daniil Medwedew in Dubai.
- Die Flugshow des Domen Prevc: Olympia verlief für den Slowenen nicht nach Wunsch, trotz der Goldmedaille im Mixed-Teamspringen. Auf der Flugschanze am Kulm zeigte er wieder seine Ausnahmeklasse. Er gewann am Wochenende beide Tageswertungen und stellte mit 245,5 Metern einen neuen Schanzenrekord auf
Apropos Kulm: Erstmals durften auch Kombinierer auf eine Flugschanze. Johannes Lamparter nutzte die Gelegenheit und segelte auf 235 Meter. Allerdings musste er mit den Händen in den Schnee greifen (Volksmund: er rodelte), es wurden also viele Wertungspunkte abgezogen. Den Sieg in der Kombination schnappte ihn deshalb im Langlauf noch Ilkka Herola weg. Der finnische Aufschwúng bei den Kombinierern (3 Olympia-Meaillen) fand also eine würdige Fortsetzung.
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