Das war die Woche, die war

Springboks obenauf

Südafrika hat es geschafft und die Rugby-WM in Frankreich durch ein 12:11 im Finale gegen Neuseeland gewonnen. Im Endspiel gelang ihnen nur Punkte nach Straftritts und kein einziger Versuch. Die Neuaseeländer bissen sich am Abwehrriegel die Zähne aus. Es hat sicher schon schönere Spiele gegeben. Damit haben die Südafrikaner alle K.o.-Spiele m it einem Punkt Vorsprung gewonnen. das nennt man wohl Maßarbeit oder wie es ein Kommentar bei aaas.de nicht schöner hätte formulieren können: Ein Bok springt nur so hoch, wie er muss.

Höhepunkte des Turniers waren die beiden nervenzerfetzenden Viertelfinals Irland – Neuseeland und Frankreich – Südafrika. Spannender kann Sport nicht sein. Mein persönlich zweites Jahreshighlight hinter dem Basketball-Halbfinale D – USA und dem Finale D – Serbien. Immer wieder zu bedauern, dass Rugby in Deutschland so gar keine Rolle spielt und sogar Teams wie Georgien und Rumänien um Lichtjahre voraus sind. Vielleicht schaffen sie ja die Quali, wenn die WM 2027 in Australien mit 24 Teams stattfindet, aber auch das ist Stand heute reichlich unwahrscheinlich.

Die Wüste lebt

Das zweite große Sporterteignis für mich sind derzeit die Play-offs im Baseball, wo man schon in den World Series angelangt ist. Diese bestreiten reichlich überraschend die Texas Rangers und die Arizona Diamondbacks, also die Nummer 5 der American Leagueund die Nummer 6 der National League. Noch nie trafen in den WS zwei Teams mit Bundesstaat-Namen aufeinander (es gibt noch die Minnesota Twins und die Colorado Rockies.

Nach zwei Spielen steht es 1:1, jetzt stehen von heute Nacht an 3 Spiele in Phoenix statt. Die letzten beiden würden wieder in Arlington steigen.

Neuer, Neuer, Neuer

Nach knapp elf Monaten Pause ist Manuel Neuer ins Bayern-tor zurückgekehrt, das Medienereignis der Bundesligasaison bisher. Für mich persönlich wird das Ganze sachon extrem hoch gehangen (Zitat Bild: eines der größten Comebacks eines detschen Sportlers aller Zeiten). Und schon scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was Manuel Neuer auch ins Tor der Nationalmannschaft zurückkehren darf, Ter Stegen hin oder her. Wohlgemerkt der Neuer, der eine grauenhafte WM 2022 gespielt hat und in seiner Bestform, die allerdings da schon einige Jahre zurücklag, mindestens vier der fünf Gegentore abgewehrt hätte. Aber der Mann ist sankrosankt, der „Retter“ gegen Algerien und Erfinder eines neuen Trowartspiels. Gnädig wird über sein rot- und elfmeterwürdiges Foul im Endspiel gegen Higuain hinweggesehen.

Er ist ein toller Torwart, aber dieses zumindest in Deutschland gebetsmühlenartige „bester Torwart der Welt“ geht mir auf die Nerven. Das war mal, aber ist eben schon lange her. Gerne darf er mich eines Besseren belehren

Bayer bleibt Spitze

Immer noch grüßt Leverkusen als Tabellenführer, und es gewinnt jetzt auch die heiklen und mühseligen Spiele. Ich will niemanden aus dieser Top-Mannschaft herausheben, aber dieser Florian Wirtz ist schon etwas ganz Besonderes, wie sein unglaubliches Sollo am Sonntag gegen Freiburg unterstrich. Und ein Riesenlob für die Kaderzusammensteller. Vier Neuzugänge, vier absolute Volltreffer (Boniface, Jofmann, Xhaka und Grimaldi) sowie ein Trainer Xavi Alonso, der wie die Faust aufs Auge zur Werkself passt. Aber Bayer ist halt Vizekusen, und deshalb wartet man nur auf unnötige Punktverluste, die bei immer schlechter werdenden Wetter und Plätze und die Ballkünstler eingenordet werden. Und bisher blieb man vom Verletzungspech weitgehend verschont.

An diesem Spieltag sind übrigens 42 Tore gefallen. Spricht für die Angreifer, aber bestimmt nicht für die Abswehrreihen. Unterhaltsam ist es allemal. Und dass der FCA nach dem Trainerwechsel in zwei Spielen acht Tore schießen würde und plötzlich attraktiven Fußball zeigt, hätte ich in der Form nie für möglich gehalten. Gegenstück ist der 1. FC Union – unfassbar dieser Absturz, auch wenn ich schon damit gerechnet habe, dass ein erneuter Platz 3 schon sehr schwierig werden würde. waren hier die vermeintlich tollen Transfers von Goosen, Volland und Bonucchi nicht kontraproduktiv, weil gegen die bisherige Vereinsraison? Ich darf ja noch fragen …

Theater um Mazraoui

Der Bayern-Profi  hat gespielt gegen Darmstadt, und das vortrefflich, und er kam sogar in die Elf des Tages vom Kicker. Nach einer sehr hektischen Woche um ihn, nachdem er nach dem entsetzlichen und schwerstkriminellen Angriff der Hamas auf Israel seine Sympathie für die palästinensische Sache teilte, ohne den Angriff der Hamas zu verteufeln. Die Bayern hatten zwar ein ihrer Auskunft nach ein intensives Gespräch mit dem Marokkaner, sahen aber von Strafen jedweder Art ab, was ihnen viel Kritik einbrachte, wobei die Art und Weise wie sie den Fall grundsätzlich handhabten, durchaus anerkannt wurde.

Ich bin da zwiegespalten. Auf der einen Seite halte ich die Meinungsfreiheit ein extrem hohes Gut, die ich bis zum Letzten verteidigen würde, auch wenn ich die geäußerte Meinung nicht teilen würde. Andererseits gilt es, den in Deutschland erschreckend hoffähigen und mich zutiefst verstörenden Antisemitismus, nicht zu verwechseln mit auch harter Kritik an Israels Politik, einzudämmen, wo es nur geht.

Großes Tennis

Jannik Sinner gegen Daniil Medwedew in Wien. Dieses Finale war ein hochklassiger Thriller, den man nur genießen konnte. Am Ende siegte Sinner, der in diesem Jahr noch mal einen Riesensprung nach vorn gemacht hat. Jetzt fehlt nur noch der Grand-Slam-Sieg, und da sehe ich in den nächsten Jahren durchaus Chancen, auch gegen einen Alcaraz, Djokovic und dem ganzen Rest.

Der in diesem Jahr so enttäuschende Felix Auger-Aliassine hat sich in Basel eindrucksvoll zurückgemeldet und mit einem Finalsieg gegen Hurkacz seinen Titel verteidigt.

Interessant wird sein, ob Boris Becker seinen neuen Schützling Holger Rune wieder in die Erfolgsspur führt. Dass er so was kann, het er in seiner Zeit mit Djokovic nachhaltig unter Beweis gestellt.

Bellinghams Gala

Der Engländer im Real-Dress schießt alles kurz und klein seit seinem Wechsel nach Madrid. Jetzt erfolgte der erste Ritterschlag, denn seine beiden Tore entschieden den Clasico beim FC Barcelona, obwohl Ilkay Gündogan, auch ein Ex-Dortmunder, Barca in Führung gebracht hatte. Da litt Mick Jagger mit Barca im Olympiastadion (das Camp Nou wird umgebaut für Fantastilliarden). Und weil ich gerade bei Ex-Dortmundern bin: Erling Haland war Matchsieger im Manchester-Derby City – United mit 2 Toren und einen Assist für die Citizens.

Titelverteidiger ganz stark.

Während die MLB in die Zielgerade biegt, stehen die NHL und die NBA erst am Anfang der Saison. Aber schon jetzt deutet sich an, dass die Titelverteidiger Las Vegas Knights und Denver Nuggets auch in diesem Jahr das zu schlagende Team sein werden. Die Knights haben in den ersten 9 Spielen 17 von 18 möglichen Punkten gehlt, die Nuggets sind nach 3 Spielen, immerhin bei den Oklahoma City Thunder, Memphis Grizzlies und gegen die LA Lakers noch ungeschlagen.

In der NHL sind die Edmonton Oilers um Leon Draisaitl sehr schwach in die Saison gestartet. Immerhin gelang ihnen im Freiluftspiel gegen die Calgary Flames ein Sieg gegen den Erzrivalen – vor 55 000 Zuschauern.

Furchtbares Unglück

Die Eishockey-Welt trauert um den ehemaligen DEL-Profi der Augsburger Panther Adam Johnson, der nicht mehr zu retten war, nachdem ihm in einem Spiel der englischen Liga eine messerscharfe Kufe den Hals aufgeschlitzt hat. Es gibt offenbar Bilder von dem Unglück, aber die erspare ich mir, und es gibt von mir auch keinen Link. Es musste ja mal passieren, und mich wundert eher, dass es bisher offenbar noch nie zu einem tödlichen Unfall bei solchen Situationen gekommen ist. Ähnlich gefährlich ist ja das Eisschnelllaufen. Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, aber den Hals könnte man besser schützen. In Finnland und Schweden ist ein solcher Halsschutz Pflicht, warum eigentlich nicht weltweit? Ja, natürlich gibt es am Anfang Beschwerden über vermeintliche Unbequemlichkeit, aber im Radsport wird der lange verpönte Sturzhelm nicht mehr ernsthaft diskutiert.

Grässliches in Marseille

Sogenannte Fans in Marseille haben den Bus von Olympique Lyon mit Wurfobjekten aller Art unter Beschuss genommen. Gesichtsverletzungen trug dabei unter anderem OL-Trainer Fabio Grosso, ja der vom Sommermärchen 2006, zu. es gibt ziemlich vestörende Fotos. Das Spiel wurde den Regeln gemäß abgesagt, nichts anderes als die 3 Punkte für Lyon sollte es geben. Mir stellt sich die Frage, warum Marseille ohne große Zwischenfälle Rugby-WM-Spiele über die Bühne bringt, aber im Fußball alles explodiert. Die schon traditionelle Rivalität, ja Feindschaft der beiden Teams im Olympico ist vielleicht eine Erklärung, und dass Fußball ein dankbares Vehikel ist, den Hass auf die ganze Welt Ausdruck zu verleihen.

Das wird die Woche, die wird

Arizona oder Texas

Spätestens in der Nacht zu Sonntag steht der „Weltmeister“ im Baseball fest, also der Sieger der World Series zwischen Texas und Arizona. Weil die Sommerzeit in Europa eine Woche früher endete als in den USA, finden alle Spiele ab kurz nach 1 statt. Prognosen? Sind äußerst schwer. Den Diamondbacks gebe ich allerdings dann gute Chancen, wenn der Bullpen so brilliert wie bis jetzt in der Post Season.

NFL goes Frankfurt

Nach der rauschenden NFL-Deutschland-Premiere im vergangenen Jahr in München finden dieses Jahr sogar zwei Spiele in Deutschland statt, beide in Frankfurt. Am Sonntag trifft Titelverteidiger Kansas City Chiefs auf die Miami Dolphins. Hoffentlich mit einem dann wieder hergestellten Quarterback Patrick Mahomes, der gestern bei der sehr überraschenden Niederlage gegen die Broncos sichtlich an den Nachwirkungen eine Erkältung litt und ohne TD-Pss blieb. Könnte im Waldstadion ein attraktives Spiel werden. Mehr zur NFL morgen in einem gesonderten Beitrag. Cliffhanger: Was ist eigentlich in San Francisco los?

Saisonfinale der Tennis-Frauen

Am Montag begann in Cancun (Gott sei Dank nicht Acapulco) das WTA-Finale der acht besten Tennisspielerinnen der Welt und der acht besten Doppel. Dort ist übrigens Laura Siegemund dabei an der Seite der Russin Vera Zwonarewa. (erstes Spiel morgen gegen Gauff/Pegula). Schön fürs Schneckle, aber eben mit Gmäckle wegen der Herkunft von Zwonarewa. Wo bleibt meine Logik, die sich freut, obwohl ich keine russischen Sportler sehen will bei internationalen Wettbewerben aller Art.

Gipfeltreffen in Dortmund

Am Samstagabend (18.30/Sky) ist es wieder soweit mit dem deutschen Schlager BVB gegen Bayern, den ich mit Bedacht nicht Clasico oder so nenne. Dortmund spielt zwar nicht besonders toll, aber erfolgreich und noch ohne Liga-Niederlage. Und die Bayern? Ich kann sie schlecht einschätzen. In den beiden Spielen gegen ebenbürtige Gegner (RB und Bayer) sahen sie nicht besonders gut aus, und der für Neuer degradiert Sven Ulreich rettet so manchen Punkt. Die Mannschaftsteile harmonieren nicht besonders, aber die Offensive ist halt kaum zu stoppen mit den überragenden Kane, Musiala und Sané.

Und sonst?

2. Pokalrunde, Männer-Tennis in Paris, Ligen all über all auf dem Feld und in den Hallen, national und international. Und die Frauen mit Horst Hrubesch kämpfen um ein Olympia-Ticket via Nations League. Heute auf Island, Rudi remember.

 

 

Spiel der Rekorde

Blick über den Teich, MLB

Es steht jetzt schon fest. Die World Series werden nicht per Sweep entschieden _ wie immer seit den Giants 2012 dieses Kuststück gelang

Rangers – Diamondbacks 1:9 (1:1)

3 Inning lang war es ein grandioses Pitching Duell zwischen Jordan Montgomery (Rangers) und Melvin Kelly. Beide kamen mit unterdurchnittlich wenigen Pitches aus (die Regel, die ich mal gelernt habe, waren etwa 15/Inning). Aber im 4. Inning musste Montgomery einen Homerun durch Gabriel Moreno und ein RBI-Double von Lourdes Gurriel  hinnehmen. Zwar verkürzte Mitch Garver im 5. Inning, doch das war es mit der Rangers-Herrlichkeit. Die Backs dagegen tobten sich mit insgesamt 7 Runs in den letzten 3 Innings weidlich aus.

Ein Sieg der gesamten Mannschaft, denn jeder der Starting Line Up schaffte mindestens einen Hit. Am Ende standen 16 (!) zu Buche, die zweitmeisten in der WS-Geschichte (Red Sox 17/2007, Spiel1). Vier Hits bei 4 At Bats schaffte Bobby Pham, zum dritten Mal in dieser Post Season, das hat bisher nur Albert Pujols geschafft. Und mit seinem 5. und letzten At Bat produzierte Ketel Marte einen Single un d verlängerte damit seinen Hitting Streak auf 18 Spiele. Damit ist er alleiniger Rekordhalter, noch dazu bei seinem Post-Season-Debüt.

Und auch die Pitcher waren grandios, ließen insgesamt nur 4 Hits und einen Walk zu. SP Kelly pitchte 7 starke Innings mit nur 3 zugelassenen Hits und 1 Run. Dabei schaffte er 9 Strikeout bei keinem Walk, eine solche oder gar bessere Quote  haben bisher auch nur eine Handvoll Spieler in den WS geschafft. Und der Bullpen ist schon die gesamte Post Season ein  echter Trumpf, auch wenn er das gestrige Spiel verloren hat.

Heute fliegt de Tross nach Phoenix, wo Dienstag- bis Donnerstagfrüh auf jeden  Fall 3 Spiele anstehen, bevor es dann eventuell zurück nach Arlington geht.Die Partien beginnen jeweils schon kurz nach 1 Uhr MEZ, also eine Stunde früher als bisher.

 

Eine nete Zusammenfassung der Besonderheiten dieser Partie findet sich hier

https://www.mlb.com/news/stats-facts-game-2-of-2023-world-series

 

Ausgerechnet Sewald patzt

Blick über den Teich, MLB und NBA

World Series

Rangers – Diamondbacks 6:5/11 Inn. (1:0)

Es war das erste Spiel in der diesjährigen Post season, das in Extra Innings ging. Und wer anders als der zurzeit frittenheiße Ardolis Garcia sorgte im unteren 11. Inning mit einem Walk-off Homerun für die Entscheidung.

Dass es überhaupt soweit kam, lag an dem Blown Save von  Diamondbacks Closer Paul Sewald, der im 9. Inning beim Stand von 5:3 erst Leody Tavarez per Walk auf die erste Base ließ und dann einen Homer von Cofrey Seager zum 5:5 hinnehmen musste. Ausgerechnet Sewald, der bis dato in der Post Season nahezu makellos geblieben war.

Die Rangers waren im ersten Inning mit 2:0 durch RBIs von Evan Carter und Garcia in Führung gegangen. Durch 3 Runs im 3. Inning gingen die Backs in Führung, die die Rangers im unteren 3. Inning ausglichen. Im 4. und 5. Inning schafften die Diamondbacks durch einen Homer von Tommy Pham und ein Double von Ketel Marte zwei Punkte, diese Führung hatte dann bis zum 9. Inning Bestand.

Selbst brachten die Diamondbacks allerdings gegen den Bullpen der Rangers gar nichts zu Stande.In insgesamt 6.1 Innings schafften sie gerade zwei mickrige Hits. Heute um 02:03 (Achtung, das ist noch die Sommerzeit) findet in Arlington die zweite Partie statt. SP sind Mongomery für die Rangers und Kelly für die Diamondbacks.

NBA

Luka Doncic legte ein zweites überragendes Spiel hin. Beim  125:120 seiner Dallas Mavericks gegen die Brooklyn Nets gelangen ihm 49 Punkte bei einer Wurfquote von 16 aus 25. Unter anderem versenkte er 9 Dreier bei 14 Versuchen. 4 Dreier in Folge gelangen dem Slowenen im Schlussabschnitt, in dem die Mavs den kanppen Rückstand umwandelten.

Die Wagner-Brüder hatten ihren Anteil am 102:97 der Oralndo Magic bei den Portland Trail Blazers. Franz gelangen 23 Punkte, Moritz 17 Punkte und 9 Rebounds. Mit zwei Siegen ist der Start des Teams geglückt.

Den ersten Sieg fuhren die Spurs mit dem 126:122 gegen die Rockets ein. Victor Wembanyama gelang mit 21 Punkten und 12 Assists sein erstes double Double. Und diesmal kam er mit nur 2 Fouls aus. Immer noch nicht außerirdisch, aber schon eine klare Steigerung.

Ich habe bei Dazn heute im relive mir das nba360 bei DAZN angeschaut, also eine Konferenz aus letztlich 6 Spielen. Doch ich bin von diesem Format nicht überzeugt. Klar, sie versuchen dahin zu schalten, wo es vemeintlich spannend wird, aber so bekommt der Zuseher von der Entwicklung wenig mit. Nicht geholfen hat dazu, dass das Kommentatorenduo oft am Spielverlauf der gezeigten Partie völlig vorbeikommentierte.

Gut dass es nba.com gibt, wo man die Ergebnisse verbergen kann, wenn man die Spiele relive sehen will. Kleine Einschränkung. Zumindest in der Partie-Übersicht wird eine eventuelle Overtime angezeigt. Ich weiß also, wenn es eine Overtime gegeben hat (dann ist die reguläre Spielzeit Wumpe von der Spannung her), aber genauso, wenn es keine gegeben hat, was zugegebenermaßen nur bei einem letzten Angriff einer mit 3 Punkten zurückliegenden Mannschaft wirklich die Spannung nimmt.

Heute zeigt DAZN ab 3 Uhr Suns gegen Jazz. Und Sonntagabend kommt es zum Schlager der hochgewetteten Oklahoma Thunder gegen Titelverteidiger Denver Nuggets. Parallel gegen die NFL, der Zweitschirm ist Dein Freund.

 

Irrsinn in Sölden

Es ist wieder soweit. Wie immer in den vergangenen Jahren findet am letzten Oktoberwochenende auf dem Rettenbachferner in Sölden die ersten Skirennen der anstehenden Saison. Am Samstag ein Riesenslalom der Frauen, am Sonntag der der Männer.

Und wie immer in den vergangenen Jahrfen diskutiert die Skibranche und andere über den Sinn und Unsinn dieser Veranstaltung. Angeblich braucht es den frühen Saisonstart, um dem Kunden das Skifahren schmackhaft zu machen. Auf dass er ins nächste Sportgeschäft rennt, sich mit den neuesten Modellen eindeckt (Skier, Schuhe, Anzug etc) und dann möglichst auch noch per Telefon oder online einen Skiurlaub bucht.

Die Wirklichkeit ist allerdings alles andere einladend für ein Ski-Abenteuer. Das einzig Abenteuerliche sind mittlerweile die abenteuerlich astronomischen Preise, die so ein Skiurlaub mit sich bringt. Equipment, Unterkunft und die Skipässe – und das vielleicht noch mit der Familie – das geht ins Geld. Und ein dürres weißes Schneeband in Sölden mit viel grau-braunen Geröll drumherum soll dazu animieren?

Der Unsinn dagegen ist reich gefüllt, vor allem der ökologische. Skifahren in Europa, das wird bald in Zeiten des Klimawandels nicht mehr lange möglich sein, wenn überhaupt dann nur auf den Gletschern, denn schon melden einige niedriger gelegenen Orte, dass es selbst für die Schneekanonen langsam zu warm wird. Aber mit Verrnunft darf man dem Skiverband und ihrem geldigierigen Präsidenten Johan Eliasch wirklich nicht kommen. Der plant ja auch jeweils zwei Abfahrten für Männer und Frauen vom Matterhorn nach Italien ungeachtet der Tatsache, dass diese Veranstaltung im vergangenen Jahr den Wetterunbill zum Opfer fiel. Denn wenn überhaupt dieses Rennen auch nur annähernd gefahrlos stattfinden soll, braucht es Laborbedingungen: beste Sicht, kein  Wind und eine vernünftige Schneeauflage. Die Chancen, dass das klappt, sind auch in diesem Jahr hicht gerade rosig; offenbar weiß sich die Natur zu wehren. Einen anderen Unsinn lässt sich Eliasch nicht ausreden. Gleich zweimal jagt er in dieser Saison  den Männertreoss nach Amerika und wieder zurück, wen interessiert da schon der ökologische Fingerabdruck?

Dass es also unvernünftig ist in Sölden, weiß jeder. Aber leider sagt keiner der Riesenslalomspezialisten seine Teilnahme ab, weswegen deren Proteste natürlich an Glaubwürdigkeit verlieren. Aber so ist das bei fast allen Sportarten. Man mault gegen die Veranstaltung hier und dem Fuzßballturnier dort in der Wüste, und doch – es sind natürlich alle dabei, soifern sie sich spoftlich qualifiziert haben.

Braatens Rückzug

Die Nachricht heute überschattete den Rennauftakt morgen und am Sonntag. Der norwegische Skistar Lucas Braaten hat seinen sofortigen Rückzug vom aktiven Sport bekanntgegeben. Mit gerade mal 25 Jahren und das bei bester Gesundheit. Grund ist der schon lange währende Streit mit dem norwegischen Verband um die Vermarktungsrechte. Braaten will für eine schwedische (auch das noch, der Erzfeind) Firma werben. Der Verband untersagt das strikt und drohte im Falle des Zuwiderhandelns mit einer empfindlichen Geldstrafe. Schon Aksel Lund Svindal und Henrik Kristoffersen hatten diesbezüglich großen Stress mit dem Verband, dem jetzt das wohl größte Technikertalent verlorengeht. Insgesamt 5 Weltcupsiege und die kleine Weltcupkugel im Slalom in der vergangenen Saison – und das ist erst der Anfang. Und Braaten war noch dazu ein äußerst charismatischer Zeitgenosse, ein Typ, den die Branche dringend braucht

Vorerst gibt es also nur Verlierer, aber es gibt Hoffnung, dass wir den brillanten Skifahrer auch rennmäßig wieder bestaunen dürfen. Im Skizirkus sind Nationenwechsel relativ einfach und schnell zu bewerkstelligen. Und Braaten besitzt ja auch die brasilianische Staatsbürgerschaft. Da wird er das wohl nicht ganz ernstgemeinte das wird zumindest Miriam Gössner-Neureuther hoffen Heiratsangebot von Felix Neureuther, nicht in Anspruch nehmen müssen. Erstes Wintergold also für Brasilien 2026 in Cortina – ich würde es den Norwegern gönnen.

Irdisches NBA-Debüt

Blick über den Teich, NBA

Das Interesse war gigantisch. Zum NBA-Debüt von Victor Wembanyama hatten sich so viele Journalisten akkreditieren lassen wie sonst nur für die Finals. Endlich zeigte sich der als Außerirdische gepriesene Franzose bei einem NBA-Spiel. Und das Debüt war, naja, durchwachsen. Zumiondest wenn man auf die nackten Zahlen schau. 15 Punkte, davon immerhin 9 im letzten Viertel, 5 Rebounds und 1 Block. Aber eben auch fünf Ballverluste und 5 Fouls – und am Ende gingen seine Spurs im Texas-Derby gegen die Dallas Mavericks auch noch als Verlierer vom Platz.

Und doch war es ein Erlebnis, den 2,24-m-Riesen zuzuschauen. Eine unglaubliche Geschmeidigkeit, ein tolles Ballhandling – vereinzelt und im Schlussabschnitt immer häufiger blitzte das außergewöhnliche Talent auf. Wenn er sich erst an die NBA gewöhnt hat, wird er auch nicht mehr so schnell in Foul-Trouble kommen. Ich bin höllisch gespannt auf die nächsten Spiele. nba.com ist Dein Freund.

Meine Saisonvorschau schaffe ich erst morgen.