von Münchner Löwe | Jan. 2, 2026 | NFL
Blick über den Teich, NFL
So., 02:00:San Francisco 49ers – Seattle Seahawks (NFC West)
Da hatten die Spielplan-Tüftler der Liga ein goldenes Händchen. Zum Abschluss der regluären Runde kommt es in San Francisco (So., 02:00) zu einem echten Showdown, wenn die heimischen 49ers auf die Seattle Seahawks treffen. Wer gewinnt, holt sich nicht nur den Divisionssieg der NFC West, sondern auch den Number-One-Spot der Conference und damit ein Freilos für die 1. Play-off-Runde, die nächste Woche beginnt. Wer dagegen verliert, muss auf jeden Fall auswärts ran, allerdings ist zumindest die erste potenzielle Aufgabe in Tampa oder Carolina (* siehe unten) nicht unbedingt erschreckend. Allerdings könnten sich die Klingen schon in der 2. Runde erneut treffen, dann beim Sieger der Partie am Sonntagmorgen.
Wer dieses Finale vorm tatsächlichen Super Bowl 5 Wochen später an gleicher Stelle ebenfalls in San Francisco (genauer: Santa Clara) für sich entscheidet, vermag mir meine Glaskugel nicht wahrzusagen. Für die 49ers spricht der Heimvorteil und die Tatsache, dass sie ihren Kader endlich weitgehend zusamen habven. Für die Seahawks der Umsatand, dass sie sich in der Außenseiterrolle durchaus wohlfühlen. Wenn ich tippen müsste, würde ich auf die 49ers setzen.
Endspiele der Schwachen
Vorm letzten Spieltag sind die Verhältnisse ungewöhnlich klar: Nur zwei andere Partien sind noch von echtem Belang. Absurderweise geht es in den beiden mit Abstand schlechtesten Divisionen in einem direkten Duell um Platz 1 bzw. gegen das Saisonaus.
* Sa., 22:30 Tampa Bay Buccaneers – Carolina Panthers (NFC South)
In einem wahren Schneckenrennen kriechen Bucs und Panhers Richtung Divisionssieg (einer MUSS ihn schaffen). Trotz zuletzt 4 Niederlagen in Folge (!) hat Tampa tatsächlich noch Chancen auf die Play-offs, wenn sie im heimischen „Piratenschiff“ gegen die Panthers gewinnen. Vom Namen her wäre das eine klare Sache, weil der Gegner nach verheerenden Jahren bestenfalls eine Aufbausaison plante und weil die Bucs auch die klangvolleren Profis in ihren Reihen havben, angefangen bei Quarterback Baker Mayfield bis dem grandiosen Wide Receiver Mike Evans. Doch Carolina kann sich aufs Team verlassen und dass es seine Chancen sehr effizient zu nutzen weiß.
Mo., 02:20: Pittsburgh Steelers – Baltimore Ravens (AFC North)
Die Steelers hatten schon den Divisions-Matchball, und verhühnerten ihn auf abenteuerliche Weise. Bei den bisher so katastrophalen Cleveland Browns „gelang“ ihnen eine 6:13-Niederlage (das karge Ergebnis spricht für sich), obwohl Browns Ersatz-Ersatz-Ersatz-Quarterback Sanders (ein Kapitel für sich) den Pittsburgher Verteidigern in absurd amateurhafterweise 2 Bälle in die Arme warf (ein Verteidiger mit Ehre würde diese Bälle nicht als „Interception“ in seine Statistik eintragen). Leider brachte auch die Steelers-Offense nichts zustande, ihr 41-jähriger Quarterback Aaron Rodgers spielte eher wie ein 51-jähriger und bot womöglich eine noch schwächere Leistung (unbeweglich, ungenau, langsam), so dass es nur zu zwei kümmerlichen Field Goals im 2. Viertel reichte. Ansonsten: Nichts, nothing, nada, niente. Die Ravens gewannen zwar ihre Partie gleich mit 41:24 gegen die Green Bay Packers, dies hatten fast ausschließlich ihrem Laufspiel um Ausnahme-Running-Back Derrick Henry zu verdanken, der gleich 4 Touchdowns erzielte und insgesamt 216 Yards erlief.
Beide Partien haben eines gemein: Wer verliert, ist raus aus dem Play-off-Rennen, wer gewinnt, wird mit einem Heimspiel belohnt gegen einen nominell viel stärkeren Kontrahenten. Und dieser Heimvorteil kann extrem beflügeln, wie unzählige Beispiele aus vergangenen Jahren zeigen.
Und sonst?
Enttäuschend für alle Spannungs-Liebhaber: Die Wildcard-Rennen sind sowohl in AFC und NFC schon entschieden, so klar sind die League-Verhältnisse. Mit der Folge, dass fast alle der restlichen 13 Partien höchstens noch statistischen Wert haben. Es gibt noch ein Fernduell um den Sieg (und Freilos) in der AFC. Hier haben die Denver Broncos die besten Karten, die mit einem Erfolg zu Hause gegen die LA Chargers nicht mehr von Platz 1 zu verdrängen sind. In Lauerstellung sind die New England Patriots (zu Hause gegen die Miami Dolphins).
Ansonsten dürfte der anschließende Montag für die Chefcoaches und Assistenztrainer der schon ausgeschiedenen Teams aufreibender werden als das Geschehen am Sonntag auf dem Feld. Dann ist nämlich der „Overreaction Monday“, an dem traditionsgemäß mehrere Trainer und ganze Trainerstäbe gefeuert werden. Die milliardenschweren Teambesitzer haben sehr oft nämlich einen dünneren Geduldfaden als ein hungriges Kleinkind in der Trotzphase ohne Spielzeug. Gerade in Detroit, Indianapolis, Dallas und Washington brennt die Lunte schon von beiden Seiten, berichten die Löwen-Odds**.
** dies ist KEINE Anspielung auf die Detroit Lions
von Münchner Löwe | Dez. 29, 2025 | Allgemein
Die zeit „Zwischen den Jahren“, wie es so schön heißt. Im Blickpunkt stehen hauptsächlich die Vierschanzentournee (seit ich denken kann) und seit Neuerem Darts-WM. Dazu viel Liga-Betrieb und Wintersport.
Domen, der Dominator
Heute in Oberstdorf das erste Springen der Tournee, und es für die Gesamtwertung als auch fürs huetige Springen einen klaren Favoriten. Domen Prevc, nicht nur klarer Weltcup-Führender, sondern auch souveräner Sieger der gestrigen Qualifikation. Der Slowene scheint sich nur selbst schlagen zu können, sogar mit dem sogenannten Grand Slam (Erfolge auf allen 4 Schanzen) spekuleieren einige Experten. Allerdings war die Tournee für Weltcup-Führende zuletzt nicht imme eine gute Veranstaltung.
Wenn Prevc gewinnt, wäre das etwas Neues. Sein älterer Bruder Peter Prevc steht schon in den Sieger-Annalen der Tournee.
Dort immer zu beachten: Ryoyo Kobayashi, der über die Jahre regelmäßig sehr gut springt und schon dreimal gewonnen hat. Natürlich auch die Ösgerreicher um Titelverteidiger Daniel Tschofenig, Weltcupsieger Stefan Kraft und Jan Hörl. Die deutschen Hoffnungen trägt vor allem Philipp Raimund, gestern zweiter in der Quali (mit gehörigem Abstand zu Prevc).
Achtelfinale im Ally Pally ohne Deutsche
4 Starter aus good old Germany haben bei der Darts-WM die 3. Runde erreicht, alle 4 verloren ihre Matches. Manche desaströs wie Martin Schindler und Ricardo Pietreczko. Neuling Arno Merk schlug sich beim 1:4 gegen Ex-Weltmeister Michael van Gerwen sehr achtbar, und Gabriel Clemens hatte bei hochklassigem Match gegen Luke Humphries schlicht das Pech, dass de Brite ein ganz kleines bisschen mehr Können und Glück hatte. Quervergleiche sind schwierig, aber ich würde mal behaupten, dass Clemens 75 Prozent der anderen Drittrundenteilnehmer geschlagen hätte.
Ganz klarer Titelfavorit ist neben Humphries Luke Littler. Der Weltmeister spaziert geradezu durch seine Matches, zeigt enorme Qualitäten bei allen Kriterien, die ein Dartsspieler so braucht (Durchschnitt weit über hundert, gute Checkquote). Natürlich kann auch de Titelverteidiger mal einen schlechten Tag haben, abe der Weg zur WM führt einige und allein über den 18-jährigen Engländer.
Hält Shiffrins Slalom-Serie
Gestern am Semmering brillierte die Amerikanerin im 2. Durchgang, als sie von Platz 4 mit überragender Laufbestzeit noch auf den ersten Platz vorfuhr und sich den fünften Sieg im fünften Rennen sicherte. Nächsten Sonntag steht in Kranjska Gora schon der 6. Slalom an, und selbstverständlich ist die Shiffrin wieder Top-Favoritin. Camille Rast aus der Schweiz ist ihr allerdings relativ nahe auf die Pelle gerückt; die Schweizerin ist reif für den ersten Saisonsieg. Vielleicht schon im Riesenslalom einen Tag zuvor auf gleiche Piste, wo das Favoritinnenfeld mit der dreifachen Saisonsiegerin Julia Scheib und Alice Robinson aus Neuseeland sowie der unverwüstlichen Schweidn Sara Hector größer ist.
Die Deutschinnen? Haben nach em Slalom-Desaster vom Semmering (Aicher raus, Dürr nur nur 17.) einiges gutzumachen.
Teamspirit im Tennis
United Cup nennt sich die Veranstaltung in 2 australischen Städten (Sydney, Perth), in dem in dem ab Freitag insgesamt 18 Mixed Teams in sechs Gruppen à 3 Mannschaften aufeinandertreffen und bis zum Sonntag in einer Woche einen Sieger küren. Der neueste Schrei der Vorbereitung auf die Australian Open ab 11. Januar, das schöne Sydney-Turnier für Frauen und Männer ist Geschichte.
Das deutsche Team mit Eva Lys und Alexander Zverev trifft in Sydney auf Holland und Polen. Es gibt ein Männer- und ein Frauen-Einzel sowie ein Mixed-Doppel, das die beiden Einzelspiele bilden.
Die Besetzung ist gut, aber nicht überragend. Bei den Frauen führen die Polin Iga Swiatek und Coco Gauff aus den USA das Feld an (keine Sabalenka), bei den Männern sind neben Zverev Taylor Fritz (USA) und Felix Auger-Alliasime wohl die prominentesten Namen (Sinner und Alcáraz fehlen dagegen). Insgesamt werden knapp 10 Millionen Dollar ausgeschüttet, dazu gibt es Weltranglistenpunkte (bei den Männern nach Wertigkeit der Gegner und der Runde).
Die Gruppensieger und je ein Gruppenzweiter pro Stadt erreichen das Viertelfinale. Großer Vorteil für die „Sydneys“: Dort finden Halbfinale und Finale statt, woe die „Perthies“ nach ihrenViertelfinali erst mal stundenlang hinfliegen müssen.
Favoriten? USA (Gauff, Fritz), Italien (Paolini, Cobolli) und Polen (Swiatek, Hurkacz). Eva Lys müsste schon über sich hinauswachsen, vielleicht wäre die ebenfalls gemeldete Laura Siegemund als Doppelspezialistin die bessere Option.
Und sonst?
- Internationaler Fußball, England: gleich 2 Spieltage (Dienstag/Donnerstg und Samstag/Sonntag). Der Schalger Arsenal vs Aston Villa sticht heraus (Di., 21:15), wenn der Tabellenführer auf den Dritten trifft, der die letzten 8 Ligaspiele allesamt gewonnen hat (Vereinsrekord). Am Neujahrstag muss Verfolger Manchester City zum Überraschungsneuling FC Sunderland, während Meister Liverpool gegen Leeds United den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen bestätigen will.
Spanien: Das Barcelona-Stadtderby zwischen Espanyol und Barca (Sa., 21:00) hat längst nicht die Brisanz von einem in Madrid oder Mailand. Barca zuletzt unschlagbar, der Vorsprung auf Real Madrid ((Sonntag vs FC Sevilla) beträgt schon 4 Punkte.
Italien: Dreikampf an der Spitze zwischen den Mailände Clubs Inter und Miland sowie der SSC Napoli. Die Neapolitaner haben bei Lazio Rom (So., 12:30!) die schwierigste Aufgabe. Inter zu Hause vs Bologna und Milan (schon mit Niclas Füllkrug?) bei Cagliari eher mit Pflichtaufgaben.
- Wintersport: Die mittlerweile rein italienische Tour de Ski hat schon begonnen, und bei den Männern führt erwartungsgemäß Johannes Klaebo. Bei den Frauen überraschte am Sonntag die Deutsche Coleta Radzek als Sprintzweite hinter der Norwegerin Skystad. Höhepunkt am Sonntag der Anstieg zur Alpe Ciermis, immer wieder für spekatkuläre Bilder gut.
- Basketball: In der BB muss Tabellenführer FC Bayern am Mittwoch in Rostock antreten. Am Freitag folgt in der Euroleague die Heimpartie gegen Maccabi Tel Aviv. Damits den Münchnern nicht langweilig wird, steht am Sonntag noch die Partie in Braunschweig auf dem Programm.
von Münchner Löwe | Dez. 25, 2025 | NFL
Blick über den Teich
Für alle, die nach dem hoffentlich schön verbrachten Heiligen Abend schon genug vom Feiern haben, bringt der Blick über en Teich Verheißungsvolles: ein pickepackevolles NBA- und NFL-Programm über die echten Feiertage.
Und so sehr ich mich auch auf die Relive-Spiele nach einem hoffentlich schönen Maultaschenessen mit der Schwester und Freunden freue, wirklich relevant sind die 5 „Christmas Games“ heute ab 18 Uhr nicht. Klar, es wird ein Stelldichein toller Spieler und toller Teams (die Superstars wie Jokic und Shai und Brunson) und solche, die noch ganz am Anfang ihrer verheißungsvollen Karriere stehen (Wembanyama und Flagg fallen mir als Erste ein). Doch für kein Team wäre eine Niederlage en Desaster, so ärgerlich sie auch sein mag vor der landesweiten Öffentlichkeit.
NFL
Ganz im Gegensatz zum Football. Hier steht ab Donnerstag bis Dienstagmorgen der vorletzte Spieltag der regulären Saison an. Einige Teams sind sicher in den Play-offs, manche stehen unmittelbar davor und brauchen nur noch einen Sieg, und manche kämpfen um die letzte Chance und benötigen 2 Siege (und ggf. dazu noch Hilfe). Die meisten Teams, so ehrlich muss ich dann auch sein, haben sich schon aus dem Play-off-Rennen auch rechnerisch verabschiedet.
AFC
Soviel vorweg. In keiner der 4 Divsionen steht der Divisionssieger fest. Ausgerechnet die Pittsburgh Steelers sind das einzige Team, das auf den Zweiten schon 2 Siege Vorsprung hat, dem in 2 Partien ein Sieg (und sogar ein eher theoretisches Remis) reicht
Eastern Division
Nachdem die New England Patriots eher wundersam auch die Hürde bei den Detroit Lions genommen haben, gehen sie mit einem Erfolg Vorsprung auf die Buffalo Bills in die letzten beiden Partien. Beide Teams müssen noch bei den New York Jets antreten (die Pats diese Woche, die Bills in der nächsten). Außerdem empfanen die Pats diese Woche die Philadelphia Eagles (das klingt zwar schwser, aber diese stehen schon als NFC-East-Sieger fest und können es ruhig angehen). Alles sprich also für die Patriots, die wie die Bills auf jeden Fall das Play-off-Ticket sicher haben (siehe Wild Card). Dolphins und Jets sind raus.
🧠 Patriots
North
Wie gesagt: Die Steelers haben 2 Siege Vorsprung auf die Baltimore Ravens, am letzten Spieltag kommt es in Pittsburgh noch zum direkten Duell. Um es darauf nicht ankommen zu lassen, müssen die Steelers deshalb unbedingt bei den Cleveland Browns punkten, was angesichts der Schwäche des Kontrahenten eine Pflichtübung sein müsste, ja wenn es nicht die besondere Rivalität gäbe. Die Ravens ihrerseits müssen auf jeden Fall ihre restlichen beiden Spiele gewinnen (am Sonntag bei den Green Bay Packers, viels Spaß dabei), um ihre theoretischen Chancen auf den Divsionssieg zu wahren. Der Wildcard-Platz ist schon perdu. Ganz raus sind die Bengals und Browns.
🧠 Steelers
South
Die Jacksonville Jaguars führen mit einem Spiel (11:4) vor den Houston Texans (10:5). Höchstens Chancen auf die Wild Cards haben die so gut gestarteten Indianapolis Colts (8:7). Es gibt kein direktes Duell mehr, je eines haben Jaguars und Texans für sich entschieden.
Um den Divisionssieg zu sichern, müssen die Jaguars ihre beiden Spiele bei den Colts und gegen die Titans gewinnen. Velieren sie nur eine Partie, würden sie die Texans mit 2 Siegen bei den Los Angeles Chargers (Sa., 22:30) und gegen die Colts überflügeln, aber auch nur dann.
🧠 Jaguars
West
Die Denver Broncos liegen ein Spiel vor den LA Chargers. Am letzten Spieltag kommt es in Denver noch zum diekten Duell (das erste in LA haben die Chargers gewonnen, fürhen also zurzeit im direkten Duell). Zuvor stehen diese Woche noch die Partien Broncos bei den Kansas City Chiefs (ohne Patrick Mahomes kaum wettbewerbsfähig/Fr., 02:15) und Chargers vs Texans (Sa., 22:30) an.
Beide Teams sind sicher in den Play-offs, sicher raus sind Chiefs und Las Vegas Raiders.
🧠 Broncos
Wild Card
2 der 3 Wildcard-Plätze sind vergeben, jeweils an den Zweiten der Divisionen East (Bills/Patriots) und West (Cargers/Broncos). Die klar besten Karten um den letzten Spot haben die Texans: 2 Siege Vorsprung auf die Colts, das muss sich ausgehen.
NFC
East
Die Eagles stehen als Divisionssieger fest, Cowboys, Comanders und Giants ohne Chance auf einen Wildcard-Platz
North
Die Chicago Bears führen mit 1,5 Siegen Vorsprung auf die Green Bay Packers, die ihr Remis in Dallas bei den Cowboys noch bereuen könnten. Ein Sieg bei den San Francisco 49ers, und der nie erwartete Divisionssieg wäre erreicht. Ist angesichts der Gegner allerdings keine Selbstverständlichkeit. Die Packers ihrerseits müssen beide Partien gegen die Baltimore Ravens (So., 02:00) und bei den Minnesota Vikings gewinnen. Sollte das gelingen, hätten sie unabhängig vom Divisionssieg einen Wildcard-Spot sicher.
Die Detroit Lions haben nach ihren Niederlagen zuletzt bestenfalls noch theoretische Chancen auf eine Wild Card, die Vikings noch nicht einmal diese.
🧠 Bears
South
Unfassbar, aber die Carolina Panthers führen die Division weiter an mit einem vor auf die Tampa Bay Buccaneers. Das Restprogramm ist allerdings happig: Gegen die Seattle Seahawks, das zurzeit beste Team der gesamten Liga (So., 19:00) und dann nächste Woche zum möglichen Showdown in Jacksonville. Die wiederum sollten am Sonntag (19:00) bei den Colts mit deren Veteranen-Quarterback Philip Rivers (45) ihrer Favoritenstellung gerecht werden.
Eines ist jetzt schon klar: De Zweite dieser Division wird auf keinen fall einen Wildcard-Platz erringen.
🧠 Buccaneers
West
Was für eine Division! Die drei Teams Seattle Seahawks (12:3), San Francisco 49ers und LA Rams (je 11:4) havben das Play-off-Ticket mindestens über die Wild Card sicher. Das Fiese ist der irre Un terschied zwischen Diviskionssieg und den Plätzen 2 und 3. Wer Rang 1 schafft, dürfte alle Wahrscheinlichkeit nach auf den ersten Platz in der gesamten Conference inne haben mit Freilos in der 1. Runde und Heimrecht bis inklusive Conference Final. Die anderen beiden müssen dagegen im Wildcard-Spiel auswärts bei einem der anderen Divisionssieger antreten (gnädigerweise den beiden schlechtesten).
Gewinnen die Seahawks beide Spiele bei den Panthers (So., 19:00) und eine Woche danach bei den 49ers, ist die Sache mit dem Divisonssieg geritzt. Aber auch die 49ers haben den Divisionssieg in der eigenen Hand. Wenn sie nämlich nicht nur die Seahawks nächsten Sonntag im eigenen Stadion schlagen (dort wird übrigens auch der Super Bowl diese Saison ausgetragen), sondern auch diese Woche (Mo., 02:20) gegen die Chicago Bears.
Die Rams müssen also auf mehrere Ausrutscher hoffen, damit das mit den Divisionssieg noch klappt. Voraussetzung ist ohnehin, dass sie ihrerseits ihre Spiele bei den Atlanta Falcons (Di., 02:20) und gegen die Arizona Cardinals gewinnen, was wiederum zu erwarten ist.
🧠 San Francisco 49ers
Wild Card
Zwei Spots der 2 West-Verlierer im Triell 49ers, Seahawks und Rams sind vergeben. Bleibt das nord-interne Duell zwischen Packers und Lions, in dem die Packers besagte 1,5 Siege Vorsprung haben. Ein Sieg der Packers gegen Ravens oder bei den Vikings würde reichen, dann würden auch 2 Erfolge der Lions ebenfalls bei den Vikings und bei den Bears nichst mehr nutzen.
🧠 Packers
Nach diesem Spieltag werden wir erheblich schlauer sein …
von Münchner Löwe | Dez. 21, 2025 | Fußball, NBA, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Die Weihnachtswoche war in meiner Kindheit und Jugend sportliches Brachland. Der Videotext verabschiedete sich und wünschte ein frohes Fest: England und die USA unerreichbar, und hätte nicht am 26. Dezember das Wiener Hallenturnier die Pforten aufgemacht, hätte ich mich tatsächlich länger mit den geschenkten Büchern und Platten beschäftigen müssen …* Ganz hinten für den 30. Dezember leuchtete ganz schwach der Oberstdorfer Auftakt der 4-Schanzen-Tournee (eigens für die Überbrückung der Tage zwischen den Jahren erfunden).
Wie anders ist jetzt: Ein fast volles Programm erwartet uns, sogar mit einer Premiere: Fußball am Heiigen Abend, das hat es meines Wissens noch nie gegeben. Der Afrika-Cup erstmals schon Ende Dezember macht es möglich. Ansonsten viel Wintersport (natürlich auch die Tournee), Fußball in England, US Sport im Überangebot und mittlerweile auch die nicht mehr wegzudenkende Darts-WM aus dem Ally Pally.
Die NBA startet durch
Für viele beginnt die nordamerikanische Basketball-liga erst am 25. Dezember so richtig. Und das, obwohl die Erfahrung lehrt, dass nach den tatsächlich schon gespielten etwa 30 Partien die Fronten schon weitgehend geklärt haben, also weder ein Sprung von unten nach oben gelingt, aber eben auch nicht ein Absturz
Und dennoch: Dank der Rechte-Inhaber werden jedes mehrere Schlager mit den beliebtesten und besten Teams/Profis angesetzt werden, die sich einander messen sollen. Mittlerweile ist das auf 2 Tage aufgeteilt, am 25. Dezember sind es 5 Spiele hintereinander weg ab 18 Uhr MEZ. Wer also schon Weihnachtspause benötigt, kann sich bei Sky gemütlich machen mit den Schlagern
18:00: NY Knicks (Madison Square Garden) – Cleveland
20:30: OKC (Titelverteidiger, MVP Shia Gilgeuos Alexander) – San Antonio Spurs (Wemby!)
23:00: Golden State (Curry) vs Dallas Mavericks (Nowitzki, äh Doncic, äh Flagg (nona))
02:00: LA Lakers (Hollywood, LeBron James) vs Houston (Durant, Top-Team)
04:30: Denver (Jokic) vs Minnesota (Edwards)
Die „2.“ Garde ist dann am 26. Dezember dran, u. a. Pacers (Finalist) vs Boston (Titelträger 2024).
Der berühmte Boxing Day
Nicht-englische Fußball-Trainer wie einst Kloppo, die es in die Premier League zog und zieht, hassen diese Besonderheit. Das irrsinnige Weihnachtsprogramm in den englischen Ligen mit bis zu 4 Partien innerhalb 8 Tagen. Gerade der 26. Dezember (Boxing Day), ist eigentlich reserviert für den Fußball (um den der Familie überdrüssigen Männern eine Zuflucht zu gewähren, wie es heißt). Dieses Jahr ist alles anders, da es ein Freitag ist: Nur Old Trafford ist geöffnet, wenn Manchester United den Woltemade-Club Newcastle United empfängt. Dafür gleich 12 Partien in der 2. Liga, die sich vollmundig Championship nennt. Am Samstag gibt es dann auch in der PL den kompletten Spieltag, unter anderem mit der Begegnung von Tabellenführer Arsenal vs Brighton.
Das Semmering-Doppel
Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es in der Ski-Nation Österreich für die Frauen immer ein Doppel in den technischen Disziplinen. Diesmal wieder am Semmering, wo am Samstag ein Riesenslalom und am Sonntag ein Slalom auf dem Programm stehen. Dann ist auch die zuletzt in Val d’Isere pausierende Weltcup-Führende Mikaela Shiffrin wieder dabei, die im Slalom unschlagbar scheint.
Gleichzeitig hatten die Männer immer ihre Abfahrt (und Super-G) in Bormio. Doch diesen Winter nicht, weil die so schwierige Stelvio olympische Weihen genießt in knapp 2 Monaten (wenns denn Schnee gibt …). Als Ersatz gibt es nur einen Super-G am Samstag in Livigno. Die Terminplanung bei den Männern ist eh absurd: Nach dem Italien-Fünfer von vergangenen Donnerstag bis Montag (Slalom in Madonna) gibt es danach bis zum 7. Januar nur diesen einen Super-G in Livigno. Nicht dass die strapazierten Herrschaften diese Pause sich nicht redlich verdient hätten.
Darter in der entscheidenden Phase
Nach dem nicht enden wollenden Prolog der ersten 2 Runden (an insgesamt 12 Wettkampftagen! und von mir weitgehend ignoriert) geht es nach Weihnachten Schlag auf Schlag mit dem Pfeilewerfen. Noch eine eher schleppende 3. Runde, danach aber Achtel-, Viertel-, Halbfinale bis zum WM-Endspiel am 3. Januar in rasender Abfolge. Viele Erkenntnisse habe ich bisher nicht gewonnen, die Top-Favoriten wie Weltmeister Luke Littler, dessen 2024er-Vorgänger Luke Humphries und auch Michael van Gerwen sind alle noch dabei. Genau wie aus deutscher Sicht Ricardo Petreczko, der am Samstag in einem Thriller den höher eingeschätzten Dave Chisnell aus dem Turnier nahm.
Natürlich – die Tournee
Das Jahreswend-Ereignis in Deutschland (Oberstdorf, Garmisch) und Österreich (Innsbruck, Bischofshofen) hat trotz der Konkurrenz wenig von seiner Bedeutung verloren. Tournee-Sieger genießen höheres Ansehen als die oft zufälligen Triumphatoren bei WMs und sogar Olympia (die sich trotzdem gut vermarkten).
Die vergangene Tournee war eine rein österreichische Angelegenheit. Dreifach-Gesamt-Erfolg, und in den 4 Springen gabe es nur einen Nicht-Austria-Podestplatz, den der Schweizer Gregor Deschwanden in Garmisch ergatterte, also der Schanze, die Österreichern traditionell nicht liegt ….
Ob sich diese Total-Triumph dieses Jahr (1. Springen am 29. in Oberstdorf) trotz durchau starker Austria-Adler wiederholt, erscheint mir doch äußerst fraglich. Zum einen scheint mir die Konkurrenz viel breiter aufgestellt, weil zum Beispiel die Slowenen beschlossen haben, dass es in einer Olympia-Saison vielleicht ratsam wäre, nicht erst zu den Skifliegen ab Mitte Januar gut in Form zu sein. Mit der Folge, dass Domen Prevc in den vergangenen Weltcups der Konkurrenz auf und davonflog. Was allerdings nix heißen muss für die Tournee, wie deutsche Frühformler vergangener Jahre (und in der Tournee eher zurückgeblieben) traurig bestätigen werden.
Apropos Deutschland: Seit Sven Hannawalds Grand Slam 2001/02 hat kein hiesiger Springer die Tournee gewonnen. Dass sich das ändert, ist trotz guter Platzierungen etwa von Philipp Raimund noch unwahrscheinlicher als ein Österreich-Durchmarsch.
Die Frauen sind übrigens zum letzten Mal bei diesem Großereignis nicht dabei. Ab 26/27 sollen sie tatsächlich auch springen dürfen, was jahrelange Lobby-Arbeit am Ende doch bewirken kann …
Wer wird Afrikas Bester?
Der Afrika-Cup beginnt heute, wenn die marokkanischen Gastgeber in Rabat die Kormoren-Auswahl empfangen. Für Europa von doppelter Bedeutung. Zum einen fehlt fast jedem Spitzenteam mndestens ein herausragendewr Profi, der eben für sein afrikanisches Land antritt wie etwa Mo Salah für Ägypten. Vor allem abe ist der Afrika-Cup ein Vorspielen der WM-Nationen, die zumindest bei den Fans doch sehr viele unbekannt sind. Afrika-Cup und WM in eine Saison, das ist nicht üblich und nur Terminveschiebungen geschuldet. Man wird sehen, wie die Naitonen diese pausenlose Hetzjagd verkraften. Mich würde jedenfalls nicht wundern, wenn die Teams im Huli in Amr3eika nicht mehr auf der Höhe ihrer Schaffenskraft wären.
Zum Turnier selbst: Die Gastgeber sind selbstreden zumindest Mit-Favorit, auch wegenihres tollen Abschenidens bei der WM 2022 in Katar, als sie Vierte wurden (jemals die beste Platzierung aus Aufrika beim Weltturnier). Auf dem Zettel habe ich auch die ivorischen Titelverteidiger. Sehr stark in der Abwehr und mit dem Leipziger Himmelsstürmer Diomande. Die Ivorer sind natürlich für deutsche Fans besonders interessant, weil sie Gruppengegner in der 2. WM-Partie Houston sein werden.
Ansonsten ist das Afrika-Turnier mit 24 Teams für mich eine Wundertüte, meistens nicht sehr torreich. Sehr körperlicher Fußball mit manch technischem Gustostückerl. Wers sehen will (zB am Heiligen Abend gleich 4 Spiele), Sportdigital überträgt alle Spiele
Und sonst?
- Internationale Ligen, Italien: Voller Spieltag auch in der Serie A. Heraus sticht die Partie der Champions-League-Teilnehmer Atalanta gegen Meiser Inter am Sonntag.
- Basketball: Die Euroleague macht tatsächlich Pause. Schlager der BBL ist am Sonntag die Partie von Meister Byern München gegen den Sensationsaufsteiger Gladiators Trier, der auf Platz 2 steht.
- Handball: Die HBL gibt sich die Ehre mit einem vollen Spieltag am 26. und 27. Dezember, allerdings ohne Topschlager. Die Hallen werden erfahrungsgemäß trotzdem voll sein.
- American Football: Der vorletzte Spieltag der Saison steht an. Zum letzten Mal verteilt auf mehrere Tage Donnerstag, Samstag bis Montag (Ortszeit). Mehr dazu in einer speziellen Vorschau (vor allem Rückschau auf diese Woche) hoffentlich noch vor Weihnachten.
- Wintersport: Nächsten Sonntag beginnt die Tour de Ski. Mittlerweile ist das Mehr-Nationen-Event allerdings eine rein italienische Veranstaltung, zunächst in Toblach und mit Ende wie gehabt mit dem Anstieg heianuf zur Alpe ciemis. Im Zweifel gewinnt eine Schwedin und ein Norweger, vielleicht auch umgekehrt …
von Münchner Löwe | Dez. 19, 2025 | NFL, ski alpin
2 Ereignisse, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen ein unfassbares Football-Match, zum anderen einen Überraschungs-Sieger beim Super-G in Gröden, den nur diese Strecke und dieser Ort kreiern kann
Seattle Seahawks – Los Angeles Rams 38:37 (OT)
Von diesem Spiel werden sie noch lange reden, in seattle wie LA und wahrscheinlich in der gesamten NFL-Blase weltweit.
Schon vor der Partie war die Erwartungshaltung groß, trafen doch die beiden besten Teams der NFC aufeinander, beide in der Division West: Es ging also auch um einiges: den Divisonstitel, der gleichzeitig auch den Platz 1 der gesamten Konferenz und somit Freilos in der ersten Play-off-Runde bedeuten könnte.
Drei Viertel war es ein durchaus unterhaltsames Spiel mit einem glänzend aufgelegten Rams-Quarterback Matthew Stafford, aber auch ein paar schönen Spielzügen von den Seahawks in ihrem regnerischen Seattle. Doch als Darmold Anfang des 4. Viertels beim Stand von 14:30 den Ballin die Hände eines gegnerischen Verteidigers warf (2. Interception der Partie), schien die Messe gesungen. Wer von den Seahawks-Fans enttäuscht den Fernseher ausgemacht hat, wird sich bis an sein Lebensende darüber ärgern.
Denn es folgte ein unfassbares Comeback: Punt-Return-Touchdown plus 2-Point-Conversion zum 22:30. In der nächsten Angriffsserie der Seahawks ein fabulöser Touchdown-Pass von Darmold auf Barner zum 28:30. Es folgte ein erneuter Versuch einer 2-Point-Conversion und einer der absurdesten Spielzüge, die ich (und sehr viele Football-Fans) gesehen habe. Darmold passte, ein Rams-Verteidiger wurde getroffen, und der Ball fiel auf den Boden und rollte in die Endzone. Seahawks-Spieler Chgarbonnet klaubte das Lederei eher pflichtschuldig auf, und übergab es an die Schiris. Plötzlich Aufregung, denn Darmold hatte den Ball ja nach hinten gepasst, so dass er nach den Football-Regeln „frei“ war. Quasi ohne es zu wollen, hatte Charbonnet, der ausgezeichnete Running Back, die Conversion verwertet, und die Seahawks glichen aus.
Kurze Zeit später Overtime, und diese wird erst seit dieser nach einer abermals veränderten Regel gespielt. Kurz gesagt: Jedes Team ist wenigstens einmal im Ballbesitz; früher war es so, dass das erste Score, seit paar Jahren: der erste Touchdown schon das Endergebnis darstellte, ohne dass die verteidigende Mannschaft die Möglichkeit einer Antwort gehabt hätte. Wie gesagt das ist jetzt anders. Und sollte irgendein Traditionalist den Sinn dieser Regel bezweifeln, möge er an dieses Spiel erinnert werden.
Der brillante Rams-Receiver Nacua (wahrscheinlich der beste der Liga) verwertete einen 41-Yard-Pass von Stafford zum Touchdown – 37:30 für die Rams. Also brauchten die Seahawks in ihrer Angriffsserie ebenfalls einen Touchdown. Und der Routinier Darmold agierte wie ein ganz Großer, führte die Seahawks übers gesamte Feld: In der Endzone fand er den ebenfalls fantastischen Wide Receiver Smith-Njigba (wahrscheinlich de zweitbeste der Liga) zum Touchdown – 3:13 Minuten vor Ablauf der Overtime.
Was also tun?, war nun die Überlegung der Seahawks-Trainer. Ein Extra-Kick würde die Partie nur ausgleichen, und die Rams mit ihrer tollen Offensive hätten noch genug Zeit, in einer weiteren Angriffsserie zu punkten, jetzt würde sogar ein Field Goal reichen. Also eine erneute Conversion, weitaus unsicherer als ein Extra-Kick. Aber mit dem Riesenvorteil, dass ein Gelingen auch den Sieg bedeuten würde. Die Coaches entschieden auf Risiko, beide Teams verzögerten mit Auszeiten die Ausführung, doch dann war es soweit: der auf jeden Fall letzte Spielzug der Partie, erfolgsversprechend, aber nicht erfolgsgarantiert, das gibt es relativ selten im Football. Darmold nahm Maß feuerte das Ei mit Schmackes knapp an Freund und Feind vorbei in Richtung Mitspieler Saubert, der es auch zum Sieg festhielt. Riesenjubel im Seattle Stadion.
Der Erfolg der Seahawks bedeutet jetzt einen klaren Vorteil im Kampf um den Divisonssieg. Doch auch für die Rams ist der Kampf um die Super-Bowl-Teilnahme noch längst nicht vorbei, denn mindestens über die Wild Cards haben sie ebenfalls schon die Play-offs erreicht. Nicht wundern würde mich, wenn beide Teams das Conference Finale spielen würden, in dem der Superbowl-Teilnehmer der NFC ermittelt wird (der nach jetziger Lage der Dinge gegen den AFC-Kandidaten auch klar favorisiert wäre.
Super-G der Männer in Gröden
Wie ich schon in meiner Vorschau geschrieben habe, ist die „Saslong“ ein echter Klassiker, seit Jahrzehnten fester Bestandsteil im Rennkalender immer kurz vor Weihnachten. Mauer, Kamel, Chaslat-Wiesen – jeder Skifan kennt diese herrlich anzusehenden Passagen. Und jeder Skifan weiß auch, dass das Ergebnis gerade bei strahlendem Sonnenschein wie amheutigen Freitag auch weit nach den besten Fahrern noch kippen kann: Wenn nämlich die Sonne über den Langkofel herauskriecht, einen Teil der Strecke in plötzlich gleißendes Licht taucht und überdies den Schnee auch schneller macht (nicht fragen, glauben …).
Und doch – als der überragende Marco Odermatt eine fantastische Bestzeit hinlegte, die auch nach den sehenswerten Fahrten von Guiseppe Franzoni aus Italien und Nils Allegre aus Frankreich Bestand hatte, da schien der nächste Triumph des Schweizers besiegelt. Bis Jan Zabystran die Saslong in Angriff nahm: Der 27-jährige Tscheche ist einer der vielen mutigen gungen Männer, die sich Jahr für Jahr auf die schwierigsten Abfahrten wagen, ohne ans Siegerpodest auch nur zu schnuppern. Zabistran hatte gleich tolle Zwischen-Zeiten, im Ziel verstummten die Interviews mit dem vermeintlichen Sieger und Platzierten, und alle starrten auf die Piste respektive Riesenmonitore. Als der Tscheche auch ohne erkennbaren Fehler die Chaslat-Wiesen passierte, war die Sensation zum Greifen nah, und tatsächlich hatte Zabystran im Ziel satte 22 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Odermatt. Als er auf die Anzeigentafel guckte, schien er zunächst gar nicht zu begreifen, was diese grün leuchtende „1“ bedeutete, erst mit Verspätung setzte (immer noch ungläubiger) Jubel ein. „Ein verrückter Tag. Ich hatte noch nie grünes Licht, wenn ich im Ziel war“ bekannte der Tscheche
Und tatsächlich reichte es zum Sieg, obwohl noch weitere Läufer mit Startnummer weit jenseits der 40 noch glänzend unterwegs waren. Die Gratulation von Odermatt schien ehrlich: Schlussendlich hat jeder, der seine Chance nutzt, es auch verdient. Deshalb Gratulation an Jan. Aber klar fuchst es einen ein bisschen.“
Odermatt weiß selbst, wie wichtig die vemeintlichen Statisten fürs große Ganze sind, die aus so einem Skirennen erst ein Spektakel werden lassen. Und auch wenn der Tscheche (wahrscheinlich) bessere Verhältnisse vorgefunden hat, nutzen musste er die Chance, und das tat er beeindruckend und eben viel besser als die Läufer mit ähnlich guten Bedingungen.
Odermatt, der gestrige Sieger der Kurz-Abfahrt, wird es verschmerzen. Im Gesamtweltcup liegt er schon 383 (!) Punkte vor dem Zweiten Hendrik Kristoffersen, die nächste Große Kristallkugel scheint ihm jetzt schon sicher. Auch in den Spezialwertungen Abfahrt, Super-G und Riesenslalom hat er bereits die Nase vorn. Und morgen kann er auf der ihm wie auf den Leib geschneiderten Salsong den nächsten Sieg einfahren, oder kommt ihm dann erneut ein Fahrer mit Startnummer 30 oder später zuvor?
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