von Münchner Löwe | Juli 9, 2024 | Tennis
Nicht nur Euro und Copa biegen in die Zielgerade ein, sondern auch das Tennisturnier in Wibledon, wo heute und morgen bei Männer und Frauen die Viertelfinalei stattfinden. Und zwar an beiden Tagen je ein Spiel pro Geschlecht auf Centre Court und Court 1Nicht dabei ist allerdings Alexander Zverev, der gestern im Achtelfinale gegen Taylor Fritz eine 2:0-Satzführung verspielte. Er war allerdings klar gehandicapt durch seine im vorigen Spiel erlittene Knieverletzung. Längst nicht so beweglich wie sonst und klar beeinschränkt beim Aufschlag. Bei einem Nicht-GS-Turnier wäre er höchstwahrscheinlich gar nicht angetreten. Schade für ihn, denn er hat seinen Rasenstil gefunden und mit seinem Aufschlag eine unfassbare und kaum zu verteidigende Waffe gehabt, man verzeihe mir diesen kriegerischen Ausdruck.
Jetzt also die Viertelfinali, und alle, die jetzt noch dabei sind, haben auch die Aufnahme in die Elite 8 des Wimbledon-Clubs geschafft. Ich schau mal aufs Tableau.
Männer
Di., 14.30: Jannik Sinner (ITA/1) – Daniil Medwedew (RUS/5) Centre Court
Sinner hatte die härteste Auslosung mit dem echten Test, als er es bereits in, der 2. Runde mit seinem aufschlagsstarken Landsmann Matteo Berrettini zu tun bekam. Er entledigte sich seiner Aufgaben mit Bravour
Medwedew ist nicht der Rasenspezialist par excellence, aber mit seinem Konterspiel brandgefährlich. Er kann jederzeit Traumbälle spielen. Siehe das Tiebreak im 4. Satz gegen Jan-Lennard Struff
Di., 16:00: Carlos Alcaraz (ESP/2) – Tommy Paul (USA/13) Court 1
Auch Alcaraz hatte schon seinen Tester, als er gegen Francis Tiafoe in den 5. Satz musste. er kann Bälle wie kein anderer spielen und hat das Selbstvertrauen eines Titelverteidigers und frischgebackenen French-Open-Siegers.
Tommy Paul war für viele das Dark Horse schlechthin im Feld, prädestiniert für den ramponierten Rasen in Wimbledon. Ich glaube letztlich aber nicht, dass das für einen Alcáraz reicht.
Mi: Novak Djokovic (Ser/3) – Alex De Minaur (AUS/9) konkrete Ansetzung folgt
Djokovic hatte große Mühe, ins Turnier zu finden, kein Wunder nach der Bänderoperation nur 3 Wochen zuvor. Er hatte das Glück bei der Auslosung, dass ihm gefährliche ungesetzte Spieler wie Berrettini oder Struff erspart blieben und hatte somit Zeit, sich einzuspielen. Jetzt wird er besser und besser, und immerhin hat er schon 7 Wimbledonsiege auf dem Konto. In Bestform ist er noch nicht, aber die kann noch kommen …
Dass er von Alex De Minaur gestoppt wird, wage ich zu bezweifeln. Er ist sicher der Aufsteiger des Jahres, agiert extrem konstant. Aber er hat einfach nicht das Spiel, mit dem er Djokovic wirklich gefährlich werden kann.
Mi.: Taylor Fritz (USA/12) – Lorenzo Musetti (ITA/25)
Taylor Fritz kommt gerade von einem gedrehten Spiel(siehe oben), das er bei allem Respekt vor seiner vorzüglichen Leistung wahrscheinlich gegen einen fitten Zverev nicht gewonnen hätte. Aber er ist in vortrefflicher Form, hat das Vorbereitungsturnier in Eastbourne gewonnen und zeigt tolles Rasentennis.
Musetti habe ich bisher noch nicht gesehen, doch sein Weg ins Viertelfinale war jetzt nicht der schwerste, und er hat trotzdem schon 5 Sätze abgeben in 4 Spielen. Viele warten schon länger auf seinen Durchbruch,
Tipps, Viertelfinale:
Sinner – Medwedew
Alcaraz – Paul
Djokovic – De Minaur
Fritz – Musetti
Halbfinale:
Sinner – Alcaraz
Djokovic – Fritz
Finale: Sinner – Djokovic
Frauen
Di., 14:00: Lulu Sun (NZL/131) – Donna Vekic (CRO/37) Court 1
Was für ein Tennismärchen – für beide. Sun musste durch die Qualifikation, setzte sich dort in der 2. Runde erst im Matchtiebreak des 3. Satzes gegen die Tschechin Gabriela Knutson durch. Und jetzt nahm sie im Achtelfinale die frenetisch angefeuerte Lokalmatadorin Emma Raducanu aus dem Turnier. Toll, wie sie da die Nerven behielt. Jetzt im Vieretlfinale gegen die genauso erstaunliche Donna Vekic, scheinbar ewig schon dabei. Sie gewann in der 2. Runde gegen das russische Wunderkind Mira Andreewa.
Di., 16.30: Jasmine Paolini (ITA/7) – Emma Navarro (ESP/17) Center Court
Die French-Open-Finalistin Paolini hatte im Achtelfinale sicher großes Glück, weil Madison Keys sich bei eigener 5:2-Führung im 3. Satz verletzte und nicht zu Ende spielen konnte. Ich mag Paolinis attraktives Tennis mit den geraden Schlägen ohne großen Spin, ihr Kämpferherz, ihre erkennbare Freude an ihrem Spiel. Die Aufsteigerin des Jahres bekommt es jetzt aber gegen eine sehr gute Rasenspielerin zu tun. Navarro überzeugte mich sehr im Achtelfinale gegen Coco Gauff und warf auch zuvor Naomi Osaka aus dem Turnier.
Mi.: Jelena Ostapenko (LET/14) – Barbora Kreijcikova (TCH/32)
Das Duell zwweier ehemaliger French-Open-Siegerinnen. Zuletzt hier wie dort sehr schwankende Ergebnisse. Kreijikova tat sich ehre im Doppel hervor, zuletzt siegte sie mit Laura Siegemund in Paris und steht mit der Deutschen auch in Wimbledon im Achtelfinale (so wie Ostapenko an de Seite von Ludmilla Kitschenok aus der Ukraine). Ostapenko ist die Alles-oder-nichts-Spielerin. Wenn ihre Bälle ins Feld kommen, wird es für jede Gegnerin schwierig bis unmöglich, aber oft landen sie halt im Nirgendwo.
Mi.: Lena Rybakina (KAZ/4) – Elina Svitolina (UKR/21)
Die klare Turnierfavoritin gegen die Favoritin der Herzen. Hier Rybakina, Wimbledonsiegerin 22, die bisher ziemlich ungefährdet durchs Feld pflügt und nur gegen Siegemund einen Satz abgab, wahrscheinlich eher aus Leichtsinn. Toller Aufschlag, tolle Grundschläge – das ganze Rasenpaket.
Dort Switolina, mit den Gedanken in ihrer ukrainischen Heimat mit all den Gräueln. Sie wird nicht müde, daran zu erinnern, sogar ein schwarzes Zeichen, eher ein Mahnmal, trug sie und durfte sie auch tragen. So blöd das vielleicht klingen mag: Angesichts der furchtbaren Ereignisse in ihrer Heimat kann sie sportlich fast befreit aufspielen, denn was kann bei einem Tennisspiel schon Schlimmeres drohen als eben eine Tennisniederlage und nicht das eigene Leben. Sie spielt ja ausgezeichnet, glänzte etwa gegen Ons Jabeur.
Tipps, Viertelfinale
Sun – Vekic
Paolini – Navarro
Ostapenko – Kreijikova
Rybakina – Svitolina
Halbfinale
Sun – Navarro
Rybakina – Krejikova
Finale: Navarro – Rybakina
von Münchner Löwe | Juli 9, 2024 | EM, Fußball
Heute und morgen stehen bei der EURO und der Copa América die Halbfinali an.Was können wir erwarten, was erhoffen? Bei der EM hoffe ich auf ein Finale Spanien vs Holland und befürchte ein Endspiel Frankreich vs England
Di., 21.00: Spanien – Frankreich in München
Die letzte Partie in der WM-Arena. Die Spanier sind bisher nach Ansicht aller Fachleute und auch Fans die beste Mannschaft im Turnier. 5 Spiele, 5 Siege, lautet die perfekte Bilanz. Und sie haben die aus ihrer Sicht sehr komplizierte Partie gegen Deutschland erfolgreich absolviert, zum ersten Mal in der Geschichte einen EM-Gastgeber besiegt. Mit dem nötigen Glück, aber bestimmt nicht unverdient. Jet aber ich glaube nicht, dass das wirklich ein Problem istzt fehlen mit Carvajal und LeNormand zwei Spieler Gelb-gesperrt sowie der von Toni Kroos rausgefoulte Pedri, aber ich denke, de breite Kader kann das auffangen.
Die Franzosen bestechen durch eine famose Defensive, mit Maignan haben sie sicher den besten Torwart der verbliebenen vier Teams. Das Verteidiugungsrezept von Trainer Didier Deschamps funktioniert, auch wenn vorne weit nicht alles so läuft wie er sich das wahrscheinlich vorgestellt hat. Was wiederum damit zusammenhängt, dass Kylian Mbappé seiner Glanzform weit hinterherläuft und obendrein ihn seine Nasenbeinbruch-Maske sichtlich und in seiner Sicht behindert. Schön anzusehen ist das wahrlich nicht, aber erfolgreich.
Tipp: Spanien
Mi., 21:00: England – Holland in Dortmund
Wie Frankreich, aber alles eine Klasse schwächer, behaupte ich jetzt mal böse. Die Abwehr ist nicht sicher, der Sturm nicht gefährlich, und die Stars wirken fast lustlos. Oder ist das alles Taktik von Fuchs Gareth Southgate? Dass sie den Gegner fast einschläfern wie die Schweizer im Viertelfinale, die am Ende genauso paralysiert waren wie England selbst. Und das Traurige ist: Sie können ja, wenn sie wollen respektive dürfen. Die 5 Minuten nach dem eher zufälligen Rückstand gegen die Schweiz waren genaus das England, dem so viele den Titel nach 1966 wünschen würden. Da haben sie gezeigt, was in ihnen steckt.
Und die Holländer? Noch so ein Fragezeichen des Turniers. Wetterwendisch wie kaum ein anderes Turnier. Sie haben mit Gazpo, Depay und dem meist von der Bank kommenden Malen fantasiereiche und torgefährliche Angreifer, gute Abwehrleute, gefährliche Standards. Andererseits immer wieder Aussetzer. Welces Oranje werden wir morgen sehen?
Tipp: Holland
Mi., 02:00: Argentinien – Kanada in New York
Beide Teams benötigten im Viertelfinale ein Elfmeterschießen, wobei bei der Copa es außer im Finale keine Velängerungen gibt. Argentinien ist gegen den einzig verbliebenen WM-Gastgeber 2026 klarer Favorit. Messi scheint wieder fit, Martinez trifft (fast) nach Belieben. Kanada ist jetzt schon die positive Überraschung mit dem Münchner Anführer Alphonso Davies.
Die Partie gabe es schon mal bei dieser Copa. Im Eröffnungsspiel gewann Argentinien letztlich ungefährdet mit 2:0
Tipp: Argentinien
Do., 02:00: Kolumbien – Uruguay in Charlotte
Kolumbien ist für mich die spielstärkste Mannschaft der Copa. James Rodriguez knüpft dabei an seine Topform der WM 2014 an, als er Torschützenkönig wurde. Glänzender Ballverteiler, das Hirn und Herz der technisch perfekten und auch robusten Kolumbianer. Die Urus haben immerhin Brasilien rausgekegelt, wenn auch erst im Elferschießen. Faustpfand ist die Defensive, allerdings fehlt morgen Nacht Araujo vom FC Barcelona wegen einer Muskelverletzung. Bester Mann ist Fernando Valverde von Real Madrid
Tipp: Kolumbien
von Münchner Löwe | Juli 8, 2024 | Wochenvorschau
Fußball-Entscheidungen in Europa und Amerika
Sowohl bei der EURO als auch der Copa stehen diese Woche die Halbfinali am Dienstag und Mittwoch sowie die jeweiligenEndspiele am Sonntag statt
Di., 21.00: Spanien – Frankreich Mi., 02:00: Argentinien – Kanada
Mi., 21:00: England – Holland. Do., 02:00: Kolumbien – Uruguay
Mehr dazu morgen
Tour in die Pyrenäen
Knapp ist es noch in Frankreich. Vielleicht eine Vorentscheidung fällt am Wochenende bei zwei schweren Pyrenäen-Etappen hinauf nach Pla d´Adet (Sa.) und Plateau de Beille (So.). Giro-Sieger Tadej Pogacar führt mit 33 Sekunden vor Renco Evenepool und 1:15 Minuten vor Titelverteidiger Jonas Vingegaard. Auch Primoz Roglic ist mit 1:36 Abstand noch in Lauerstellung.
Jagd auf Carlito
Die zweite Wimbledonwoche steht an. Während ich bei den Frauen Lena Rybakina klar favorisiere, weil sich die Top 3 Iga Swiatek, Coco Gauff sowie Aryna Sabalenka schon verabschiedeten, ist das Mänerfeld mE sehr offen. Schon in einem möglichen Halbfinale könnte Titelverteidiger und French-Open-Sieger Carlos Alcaraz auf den Weltranglistenersten und Australian-Open-Gewinner Jannik Sinner treffen. Sascha Zverev ist noch ohne Satzverrlust, und ein großes Fragezeichen steht immer noch hinter der wahren Form von Novak Djokovic, der in den ersten drei Runden zwar seine Müh und Not hatte, letztlich jedoch doch ungefährdet schien. Und was machen Tommy Paul und Daniil Medwedew?
Laura Siegemund ist noch im Frauendoppel vertreten mit Barbora Krejikova, mit der sie gerade die French Open gewonnen hat.
Und sonst
– Die Bundesligateams haben nehmen spätestens am Mittwoch das Training wieder auf. Neuzugänge sind noch zu erwarten. Beziehungsweise prominente Abgänge. Bei der EURO hat sich bisher allerdings kein Spieler als kommender Superstar ins Schaufenster gestellt, doch die Scouts werden schon auf den einen oder anderen Profi aus Georgien, albanien und so aufmerksam geworden sein, die bisher noch nicht so im Blickpunkt standen.
– Die olympischen Sportarten ruhen weitgehend, die Qualifikation ist abgeschlossen. Jetzt ist Feintuning im Training angesagt und Tests in den Mannschaftssportarten. Freitag in 2 Wochen ist schon die Eröffnungsfeier in Paris, ob wie geplant auf dem Wasser, entscheidet der Wasser(zu)stand der Seine.
von Münchner Löwe | Juli 8, 2024 | Wochenrückschau
Abseits der EURO hat es noch sehr viel Sport gegeben mit dem Höhepunkt eines für mich völlig unerwarteten Weltrekordes im Frauen-Hochsprung
Höhenflug einer Ukrainerin
Dass Jaroslawa Mahutschich eine Weltklasse-Hochspringerin ist, war bekannt. Und doch war ich bass erstaunt, als gestern Abend die Nachricht aufploppte, die Ukrainerin sei Weltrekord gesprungen beim Diamond-League-Meeting in Paris. Mit 2,10 Metern verbesserte sie die 37 Jahre alte Bestmarke von Stefka Kostadinowa um einen Zentimeter, eine Höhe, die fast in Stein gemeißelt schien. „Endlich habe ich die Ukraine in die Leichtathletikgeschichte geschrieben“, jubelte sie. Damit ist die 22-jährige Welt- und Europameisterin auch klare Favoritin für Olympia, dann allerdings im Stade de France und nicht im heimeligen Charlety Stadium.
Das zu Bestleistungen förmlich einlud: Die Ausnahmeläuferin Faith Kipyegon aus Kenioa verbesserte in ihrem erst zweiten Saisonrennen den eigenen Weltrekord über 1500 Meter auf 3:49,04 Minuten. Im Schlepptau stellte Jessica Hull aus Australien mit 3:50,83 einen Kontinentalrekord ein und ist Nummer 2 der Welt. Höhepunkt abseits der Weltrekorde war das 800-Meter-Rennen, in dem Djamal Sedjati aus Algerien in 1:41,56 siegte, die ersten Drei unter 1:42 blieben und in der ewigen Rangliste nunmehr die Plätze 3 bis 5 hinter den Ausnahmeläufern David Rudisha und Wilson Kipketer belegen. Insgesamt blieben 8 Läufer unter 1:44 und stellten eine persönliche Bestleistung auf.
Lewis kann ja doch noch siegen
Und zwar beim Heim-Grand-Prix in Silverstone nach 59 Rennen Pause. Mit einer taktischen Meisterleistung gewann Hamilton vor Max Verstappen und Lando Norris. Es war sein 104. Erfolg insgesamt und der 9. in Silverstone. So oft hat noch nie ein Fahrer bei ein und dem selben Grand Prix gewonnen. Endlich ist wieder Spannung in der Formel 1, auch wenn verstappen ziemlich sicher Weltmeister wird. Aber die Total-Überlegenheit seines Red Bulls ist passé: Je nach Strecke sind Mercedes McLaren und auch Ferrari mehr oder weniger ebenbürtig. Mein Fahrer des Rennens war Oscar Piastri, den nur ein zu später Boxenstopp ein besseres Ergebnis als Platz 4 kostete. Einen tollen sechsten Platz schaffte Nico Hülkenberg im Haas, Best of the Rest, immerhin vor Größen wie Fernando Alonso, aber auch Charles Leclerc und Sergio Perez, die ihr Rennen völlig vergeigten, allerdings auch aufgrund unglücklicher Boxen-Entscheidungen.
Freie Fahrt für Lena Rybakina?
Fast scheint es, wenn ich mir das Frauen-Tableau in Wimbledon so anschaue. Iga Swiatek ist ebenso ausgeschieden wie Coco Gauff, und Aryna Sabalenka musste kurzfritig absagen. Der verbliebene Rest sind Außenseiter, allein Jelena Ostapenko und Barbora Krejikova haben schon ein GS-Turnier gewonnen, allerdings auf Sand in Paris und das ist auch schon lange her. Riesenpech hatte Madison Keys, die im Achtelfinale gegen die abermals erstaunliche Yasmine Paolini 5:2 bei eigenem Aufschlag führte sich dann aber eine Leistenverletzung zuzog und wenig später aufgeben musste. Die Amerikanerin hätte ich sonst sehr auf dem Zettel gehabt, aber Oliver Faßnacht hat sie ja schon vor Jahren verjinxt, als er Haus und Hof darauf verwettete, sie würde nie in Wimbledon gewinnen, obwohl sie mit die beste Aufschlägerin im Frauenfeld ist.
Bei den Männern haben sich die Favoriten mehr oder weniger souverän durchgespielt. Mühe hatten alle schon außer Sascha Zverev, der noch ohne Satzverlust ist auf dem für ihn bisher so ungeliebten Rasen. Mal sehen, ob und wie ihn die Sturzverletzung in den nächsten Runden behindert. Sein Aufschlag funktioniert jedenfalls bestens, er ist nach 3 Matches noch ohne Service-Verlust. Novak Djokovic müht sich, die Auslosung meint es sehr gut mit ihm und so muss ich leider auch ihn auf der Rechnung haben.
Pogacar vorn, aber nicht sehr weit
Die erste Alpenetappe, ein Zeitfahren und ein ekliges Teilstück haben die Fahrer der Tour de France in de ersten Woche hinter sich, und die Favoriten sind vorn. Tadej Pogacar fährt in Gelb aber die härtesten Konkurrenten Remco Evenepool und Jonas Vingegaard sind noch in Schlagdistanz. Am Wochenende geht es in die Pyrenäen, dann sind wir klüger. Auf jeden Fall aber scheint Pogacars Team dieses Jahr sehr viel stärker zu sein als die vergangenen Jahre.
Eine sehr traurige Nachricht ereilte uns von der parallel stattfindenden Österreich-Rundfahrt. Der Norweger Andre Drege kam bei der Abfahrt vom Großglockner bei hoher Geschwindigkeit zu Sturz und erlitt tödliche Verletzungen. Immer wieder ein Mahnmal, wie gefährlich dieser Ritt auf zwei Rädern ohne Knautschzone ist.
Brasilien scheitert im Elferschießen
Parallel zur EM ermittelt auch Amerika sein bestes Fußball-Land. Die Copa, früher eine rein südamerikanische Angelegenheit, ist zum kontinentalübegreifenden Turnier gewachsen. Das diesmal in den USA stattfindet, quasi als Generalprobe für die WM 2026. Mit Eigenheiten. Gespielt wird nämlich in Football-Stadien, und die Maße der Spielfelder sind deshalb kleiner als die Regeln eigentlich vorschreiben. Das soll bei der WM anders werden. Gespielt wird teilweise bei großer Hitze (Miami, Kansas City) und in voll klimatisierten überdachten Arenen (Las Vegas, Dallas). Wie bei der WM sehen wir extrem ausgeglichene K.o.-Spiele, in denen die Teams das letzte Risiko scheuen. 3 der 4 Viertelfinali wurden erst im Elfmeterschießen entschieden (bei der Copa gibt es keine Verlängerung). Argentinien und Kanada siegten im Elfmeterschießen gegen Ecuador und Venezuela, Brasilien unterlag Uruguay. Nur Kolumbien siegte in der regulären Spielzeit mit 3:0 gegen Panama. Das Team um den aufblühenden James Rodriguez, dem Star der WM 2014, sehe ich als Favorit.
Monsterverträge in der NBA
Jayson Tatum erhält 315 Millionen Dollar in 5 Jahren, JLeBron James bleibt bei den Lakers, für 104 Mio Dollar/2Jahre. Er hätte auf Gehalt verzichtet, aber LA sah sich außerstande, adäquate Spieler zu verpflichten, also nimmt James das Geld und macht sich eine schöne Zeit ohne großen Stress.
Auch zwei Deutsche kassieren mächtig ab. Franz Wagner bei den Orlando Magic 224 Mio Dollar in den nächsten 5 Jahren (im besten Fall sogar 270 Mio). Isaiah Hartenstein wechselt zu den Oklahoma City Thuner für 81 Mio/3 Jahre. Dagegen wird Mo Wagner mit nur 22 Mio/2Jahre regelrecht abgespeist …
Der Unterschied zu den anderen Sportarten auch in den USA (außer die Top-Quarterbacks in der NFL) ist frappierend. Nur mal zum Vergleich: Conor McDavid, der beste Eishockeyspieler der Welt und der NHL, erhält gerade mal 12,5 Millionen Dollar/Jahr, das ist in der NBA fast schon die Untergrenze für einen Stammspieler.
Und sonst
– die EURO soll nicht fehlen: change.org, ansonsten für sehr ernste Petitionen eine Anlaufstelle (bedrohte Journalisten im Iran, Todesurteile in den USA usf), will das Spiel Spanien gegen Deutschland wegen der vermeintlich klaren Benachteiligung (Klarer Elfer für Deutschland!) wiederholen lassen. 300 000 Fans haben unterschrieben, die meisten hoffentlich doch nur just for fun. Ich persönlich würde auch gerne das eine oder andere Spiel meiener Löwen wiederholen lassen…Googelt mal 1981 Bielefeld gegen 60, mein wahrgewordener Alptraum.
– Olympia-Basketball komplettiert: In 4 Turnieren sicherten sich die Männer aus Spanien, Brasilien, Puerto Rico und Griechenland die letzten Tickets. Brasilien ist damit Gruppengegner der deutschen Weltmeister.
– Anne Haug in Topform: Die Triathletin siegte in Roth in 8:02:38 Stunden, inoffizielle Weltbestzeit. Den abschließenden Marathonlauf absolvierte sie in 2:38 Stunden (nachdem sie zuvor 4 Kilometer geschowmmen und 180 Kilometer geraelt ist). Bei den Männern siegte Magnius Ditlev ebenfalls in Weltbestzeit (7:23:24).
– Isabell Werth bei Olympia: Die 7-malige Dressur-Olympiasiegerin wurde vom deutschen Verband nominiert und wird zum 7. Mal dabei sein. In Paris bzw Schloss Versailles gibt es bei den Reitern offenbar nur noch Dreierteams, auch in den Mannschaftswettbewerben.
von Münchner Löwe | Juli 7, 2024 | EM, Fußball
Viertelfinale, Tag 2
Der Minimalistenfußball feiert weiter unfreuliche Urständ. England steht damit im Halbfinale. Dort treffen die Three Lions auf Holland, das die Türkei in einer unterhaltsamen Partie nach Rückstand noch ausschaltete.
England – Schweiz 5:3 nach Elfmeterschießen
England siegt nach Penalties, und damit ist schon viel gesagt, denn diese Art der Entscheidung liegt den Briten gar nicht. Die 120 Minuten zuvor waren doch sehr ermüdend. Allen wäre viel erspart geblieben, wenn man sich das gar nicht erst angetan hätte. Die Engländer bauen weiterhin erfolgreich auf ihre Abwehr, die Schweizer waren schlicht zu feige, vielleicht auch, weil Granit Xhaka mit einem Bändereinriss gehandicapt war. Chancen waren somit an den Fingern einer Hand abzuzählen, und wenn ein Finger fehlte, machte das auch nichts.
Dass die Schweizer trotzdem in Führung gingen durch Breel Embolo, war erstaunlich genug. Und plötzlich spielte England den Fußball, den alle Welt an ihnen schätzt: druckvoll, mit Power. Leider mit schnellem Erfolg, muss ich sagen, eil Saka mit einem herrlichen Schuss Yann Sommer überwand, denn danach fielen sie gleich wieder in ihre Lethargie zurück. Am Ende zählten gnädige Statistiker 3:3 Schüsse aufs Tor. Die Szene des Spiels. Xherdans fantastische Ecke direkt aufs Tor, mit der er leider nur das Lattenkreu traf.
Am Ende bauten alle auf ein Elfmeterschießen, das dann die Engländer ohne Fehlschuss für sich entschieden, weil Akanji mit einem ganz schwachen Versuch an Jordan Pickford scheiterte. Mich hat da tatsächlich gewundert, dass der Schweizer Trainer Murat Yakin fürs Shootout keinen Torwartwechsel vornahm, und nicht auf Gregor Kobel setzte, der eine weit bessere Elferbilanz hat als Sommer. Es gibt Trainer, die so etwas schon gemacht haben.
Mann der Partie
Bukayo Sako: Nicht nur wegen des Tores. Noch der einfallsreichste in einem einfallslosen Ensemble auch mit sehr starker Defensivarbeit.
Stark trotz der Niederlage
Granit Xhaka: Trotz seines Handicaps der spiritus rector. Schade, dass sich die Schweizer nicht mehr zugetraut haben.
Ausblick des Siegers
England steht im Halbfinale als Meister der Effizienz. Die Abwehr erscheint sicher, und vorne haben sie Ausnahmespieler. Zumindest in der Theorie. Das Finalae muss noch nicht Endstation sein, befürchte ich.
Und die Verlierer
Gute Leistungen gegen Deutschland und vor allem gegen Italien. Auf dem Papier klingt ein K.-o.-Aus gegen England gar nicht so schlecht, aber da war mehr drin.
Holland – Türkei 2:1
Sicher das unterhaltsamste Spiel auch wegen der unvergleichlichen Stimmung auf den Rängen (auf die beschämenden Wolfsgrüße will ich hier nicht eingehen). Da spielten zwei Mannschaften, die wenigstens die kontrollierte Offensive (und manchmal auch mehr) wagten. Die Türken waren in der ersten Halbzeit bestimmend, ihre Führung durchaus verdient. Im zweiten Durchgang war es die erwartete Abwehrschlacht, wie am Dienstag gegen Österreich. Doch die Holländer hatten mehr Glück/Können vorm Tor und drehten die Partie noch durch fast zwangsläufige Treffer von Stefan de Vrij und Cody Gakpo. Gakpo? Nein, die UEFA benannte Müldür als Eigentorschütze. In der Hinsicht macht sich der Verband einen regelreichten Spaß draus, warum auch immer.
Mann des Spiels
Wout Weghorst! Warum? Mit dem zur Pause eingewechselten Stürmer hatte Oranje einen steten Gefahrenherd, der die Türken vor fast unlösbare Probleme stellte. Und dann war da noch seine Rettungstat vorm eigenen Strafraum, als er am Boden liegend gerade noch den Ball vor einem einschussbereiten Türken zur Seite spitzelte. Die Verteidigungstat des Turniers. 05:17 https://www.youtube.com/watch?v=8EMJPNRtThI
Stark trotz der Niederlage
Arda Güler: Was für ein wunderbarer Fußballer.Das türkische Juwel.
Ausblick des Siegers
Als Gruppendritter im Halbfinale, und warum eigentlich nicht mehr. Der Kader gibt das auf jeden Fall her: viel offensives Potenzial und eine meist sichere Abwehr. Und ein Frimpong sitzt sogar nur auf der Bank
Und die Verlierer?
Die Mannschaft mit dem meisten Herzblut. Nie erlahmender Elan. Auch gestern. Diesmal nicht nur in einer veritablen Abwehrschlacht, sonden am Ende auch mit dem Mute der Verzweiflung, der um ein Haar sogar noch die verlängerung gebracht hätte. Sie können stolz sein auf dieses Team.
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