Monympia tous les jours

Geländeritt vorm Schloss Versailles, Beachvolleyball unterm Eiffelturm Fechten in den erhabenen Hallen des Grand Palais- und dazu auch noch Sonnenschein. Paris bietet schon.

Statement des US-Teams

Das Sammelsurium der US-NBA-Stars hat gezeigt, dass nicht nur jeder für sich Extraklasse darstellt, sondern auch als Team funktioniert. Gegen die überaus ambitionierten Serben setzten sich die USA letztlich souverän mit 110:84 durch. Anfangs konnten die Serben einigermaßen mithalten, angeführt von Nikola Jokic und Bogdan Bogdanovic, doch spätestens wenn die Bankspieler reinkommen, wird es halt schwierig. Da wirft ein Kevin Durant halt mal 5 von 5 Dreier. Trainer Steve Kerr, selbst ein brillanter Distanzwerfer und überaus erfolgreicher Coach der Golden State Warriors, hat es offenbar geschafft, seine Stars bei Laune zu halten auch bei geringeren Einsatzzeiten, als sie es bei ihren Clubs gewohnt sind. Der serbische Trainer findet ja, dass dieses US-Team besser ist als das legendäre Dream Team 1992 mit Magic Johnson und Michael Jordan – ein Sakrileg. Diese Mannschaft wird ein für alle Mal einmalig bleiben, Vergleiche verbieten sich.

Marchand schwimmt – und die Halle fliegt weg

Der Franzose ist ein Schwimm-Genie, es hat wahrscheinlich noch nie einen gegeben, der in allen Disziplinen Weltklasse ist. Die 400 Meter Lagen sind für ihn prädensteniert, und er lieferte. Er deklassierte die Konkurrenz um mehr als 8 Sekunden, eine Schwimm-Ewigkeit. Die ohnehin sehr stimmungsvolle Halle kochte förmlich über, das Dach flog weg. Und Leon Marchand? War nicht hundert Prozent zufrieden mit sich, denn den angepeilten Weltrekord, den selbstverständlich er selbst hält, verpasste er. Die Anzeichen verdichten sich, dass das Becken nicht das allerschnellste ist, hat es doch noch überhaupt keinen Weltrekord gegeben, höchst ungewöhnlich bei Olympischen Spielen im Schwimmen. Das Becken ist nur 2 Meter tief, bei den Tauchphasen müssen die Aktiven tatsächlich aufpassen, nicht an die Unterwasserkameras zu stoßen.
Weltmeisterin Anelika Köhler verpasste über 100 Meter Schmetterling als Vierte eine Medaille. Sie war untröstlich und voller Ärger. Nämlich darüber, dass eine überführte Dopingsünderin Bronze holte. Zhang gehörte nämlich zu den 21 Chinesinnen und Chinesen, die noch vor den Spielen 2020 positiv getestet wurde und unter fadenscheinigsten Gründen (verseuchtes Essen in der Kantinee) erst vom nationalen Verband, später auch vom IOC exkulpiert wurden. Ein veritabler Skandal, der jegliche Anti-Doping-Kampagnen des IOC ad absurdum führt. Dieses will Geschäfte machen, und die Chinesen undihre Sponsoren zahlen Aber-Millionen, will man nicht verärgern. Die anderen Schwimmer werden dann halt um Medaillen betrogen und stehen auch noch als schlechte Verlierer da, wenn sie sich darüber beschweren.

Pauline Prevot wie Pogacar

Auch im Mountainbike der Frauen durfte Frankreich Gold bejubeln. Pauline Prevot fuhr der Konkurrenz wie gerade Tadej Pogacar bei der Tour auf und davon und siegte mit mehr als 3 Minuten Vorsprung. Es war ein spektakulärer Kurs über Stock und Stein und manch künstlicher Barriere wie Treppenstufen oder ein Fels-Labyrinth. Schöne spektakuläre Bilder, aber leider auch schwere Stürze. Am schlimmsten erwischte es die Französin Loana Lecomte. Sie blieb zunächst bewegungslos liegen, doch die Ärzte konnten Entwarnung geben. „Nur“ eine Gehirnerschütterung und Gesichtsprellungen hat sie erlitten

🇩🇪🇦🇹 👓
Pech hatte Slalom-Kanutin Ricarda Funk. Mit der besten Halbfinalzeit aller Teilnehmerinnen hatte sie sich fürs Finale qualifiziert und durfte Medaillenhoffnungen hegen. Auf dem Weg dahin verpasste sie allerdings ein Tor und kassierte 50 Strafsekunden. Ein kleiner Trost, wenn man so will: Auch ohne diesen Fauxpas hätte es nicht zu einer Medaille gereicht, und Gold für die Australierin Jessica Fox war nach deren Traumfahrt gerade im unteren Teil ohnehin außer Reichweite.
Mehr als eine Talentprobe lieferte Mountainbikerin Laura Stigger, die als Sechste bisher das beste österreichische Ergebnis bei Olympia herausfuhr. Lange hielt sie sich in der ersten Verfolgungsgruppe hinter Prevot, musste dann aber abreißen lassen.
Einen brillanten Ritt durchs Gelände absolvierte Vielseitigkeitsreiter Michael Jung auf Chipmunk, der vor dem abschließenden Springen heute Nachmittag in Führung liegt, allerdings darf er sich dort nur einen minimalen Zeitfehler leisten, wenn die Britin Laura Collett fehlerlos bleibt. Dagegen haben sich die Hoffnungen auf eine Mannschaftsmedaille zerschlagen, weil Christoph Wahler kurz vor Schluss stürzte.

Und sonst?
– Fecht-Spektakel im Grand Palais: Dabei behielt im Degen-Einzel der Japaner Koki Kano die Nerven und siegte in der tobenden Halle sicher gegen den Lokalmatadoren Yannick Borel mit 15:7.Im Frauen-Florett gab es durch Lee Kiefer und Lauren Scruggs einen US-amerikanischen Doppelerfolg. Die Deutsche Anne Sauer scheietrte im Viertelfinale an der späteren Bronzemedaiilen-Gewinnerin Alice Volpi aus Italien.
– Jugend forsch: Die erste Skateboard-Entscheidung mutierte zum Mädchen-Wettbewerb.Es siegte die Japanerin Coco Yoshizawa(15) vor ihrer Landsfrau Liz Akawa (16) und Rayssa Leal (15) aus Brasilien. Das Podest ist richtig alt gegenüber dem von Tokio (13, 13, 16). Schon witzig, dass das in meiner Jugend aufgekommene Skateboarding (also in den 70ern) immer noch so trendig ist.

 

 

Das wird monympia, Montag

Nach dem ersten lebhaften Wochenende beruhigt sich das Geschehen en wenig. Nichtsdestotrotz gibt es Schmankerln.

Montag, 29/07

Pflichtprogramm
16.00: Tischtennis, Mixed, Halbfinale und Finale. Immer spektakulär anzuschauen. Fest in asiatischer Hand. Welches Paar dann letztlich gewinnt, ist fast zweitrangig
19.00: Turnen, Männer, Mannschaftsfinale. Spektakuläres, Teil 2. Hat mit Schulturnen nichts mehr zu tun. Die Muskelshow ist allerdings nicht jedermanns Sache
20.40/21.41: Schwimmen, 200 Meter Freistil, Männer: Ich mag die 200er-Strecken im Freistil, weil hier die Sprinter und Mittelstreckler aufeinandertreffen. Lukas Märtens hat nach seinem Olympiasieg gestern über die 400 Meter den Vorlauf souverän gemeistert. Heute Abend noch das Halbfinale. Eine Schwimm-Augenweide ist der Rumäne David Popivici, mein Favorit. Arjiane Titmus könnte das Doppelgold 200/400 Meter schaffen.

Spannende Momente
09.30: Rudern, Halbfinale Männer und Frauen. Besonders die Einer und Achter sind einen Blick wert.
21.00: Rugby, Frauen, Viertelfinale: Die 7er-Variante hat mich angefixt, und die Frauen werden nicht weniger attraktiv spielen, da bin ich sicher. Die Begegnungen werden heute und morgen Nachmittag ermittelt. Mal sehen, ob auch die Fiji-Frauen so gut sind wie ihre männlichen Pedants.Schon mal für Dienstag: Halbfinale (16.00) und Finale (19.00) werden Pflichtprogramm.
14.00: Tennis,, 2. Runde, Djokovic – Nadal, so früh sind die beiden wohl noch nie aufeinandergetroffen. Nadalwegen seiner Verletzungen ungesetzt. Der beste Sandplatzspieler aller Zeiten (14-mal sieger in Paris)  gegen den 24-maligen GS-Gewinner Djokovic.
14.10: Mountainbike Männer. Über Stock und Stein, bergauf und bergab. Geschicklichkeit, Mut und Steuerküsste sind gefragt.
17.10: Kanuslalom, Canadier, Männer: Der Kurs gefällt mir sehr. Er erscheint mir auch fair. Fehler vermeiden und dennoch schnell sein.

Appetizer
19.00: Windsurfen in Tahiti, Männer. Bisher von mir unentschulddbar und sträflich vernachlässigt. Die Athleten suchen die Monsterwelle. Die Bilder praktisch mitten aus dem Ozean 15 000 Kilometer entfernt sind an Grandiosität, sagt man so?, nicht zu überbieten. Gefahrenmomente dazu eingepreist, aber die Herrschaften wissen meist, was sie tun. Dazu die herrlichen Bilder aus dem Pazifik.

🇩🇪Deutsch🇦🇹österreichische 👓
13.30:  b Deutschland vs Belgien. Allein dass die Deutschinnen dabei sind, ist ein Riesenerfolg, den sie sich beim Wahnsinnsturnier in Brasilien redlich verdienten. .Sie haben allerdings mit Europameister Belgien und den Top-Gold-Favoritinnen USA (dazu die starken Japanerinnen) eine sehr schwere Gruppe erwischt. Leider ist eine ihrer besten Spielerinnen, Satou Sabally, nach ihrer schweren Schulterverletzung, zwar dabei, aber erkennbar nicht hundertprozentig fit.
19.45: Hockey Frauen, Deutschland vs Holland. Nach dem eher leichten 2:0 gegen Japan heute treffen die Olympiasiegerinnen von 2004 auf den Dauerrivalen Holland, eine der Hockey-Nationen bei Frauen und Männern

 

 

Monympia tous les jours

Das war der Samstag, der war

Dupont, der Held

antoine Dupont war schon vor Olympia eine französische Sportlegende. Er gilt als bester Rugbyspieler der Welt. Im vergangenen Jahr sollte er sein Team bei der Heim-WM zum Titel führen, im traditionellen 15er-Rugby. Das misslang, auch weil er angeschlagen war.
Für die Spiele sattelte er um auf das viel schnellere 7er-Rugby. Nicht zuletzt dank seiner Geistesblitze erreichte Frankreich das Finale gegen das unbesiegbare Fiji, bis dato bei Olympia in 17 Spielen unbesiegt und zweimaliger Goldmedaillengewinner. Er kam erst in der 2. Halbzeit, da stand es Unentschieden. Und mit Dupont kam die Wende. Einen Versuch legte er mit einem fantastischen Lauf und blitzgescheitem Zuspiel vor, zwei weitere Versuche gelangen ihm selbs. Fiji hatte dem nichts entgegenzusetzen. Frankreich hatte vor der mit 80 000 Zuschauern größtmöglichen Kulisse im Stade de France schon am ersten Olympiatag sein erstes Gold, besser konnte es für die Gastgeber nicht laufen. Dupont aber ist jetzt endgültig im französischen Olymp angelangt. Und die Spiele haben hach der grandiosen Feier am regnerischen Freitag auch die sportliche bestens hingekriegt – und ab heute soll ja auch die Sonne scheinen.

Märtens besiegt den Schwimmfluch

Seit 1988 (!) warten die deutschen Schwimmer auf eine olympische Goldmedaille. Damals stand die Mauer noch, als Uwe Dassler (Ost) und Michael Groß (West) in Seoul aufs Siegespodest schwammen. Seitdem viel Pleiten, Pech und Pannen, auch meist bei den Frauen, auch wenn Britta Steffen 2008 zweimal Gold holte.
Das Wasser war zu hart, das Licht zu hell, die Badehose zu eng – die Ausreden waren schon legendär. Der Boulevard hetzte gerne, titelte „Franzi van Speck“, als „Gold“- Franziska van Almick, die nie olympisches Gold eroberte, in Sydney nicht ganz so durchtrianiert wirkte.
Und jetzt? Schwamm Lukas Märtens einfach zu Gold über 400 Meter. 22 Jahre ist er alt, man durfte ihn aufgrund seiner Leistungen durchaus zu den Favoriten rechnen, erst recht nach dem beeindruckendem Vorlauf am Vormittag. Im Finale schwamm zog er mit einem wunderbar anzusehenden Stil erst mal allen davon. Die bange Frage stellt sich dann immer: Ist er zu schnell angegangen? Tatsächlich wurde es am Ende noch richtig spannend, als der Australier Elijah Winnington bedrohlich aufkam. Viel länger hatte das Rennen tatsächlich nicht mehr dauern dürfen, aber so reichten 43 Hundertstelsekunden zum Sieg. Erstes deutsches Gold beim ersten Schwimm-Wettbewerb überhaupt.
Märtens hat noch nicht genug: Er will auch über 200 und 800 Meter starten. Der große Druck ist weg, auch fürs gesamte deutsche Schwimmteam, das sich am ersten Wettkampftag außerordentlich gut schlug mit einigen persönlichen Bestleistungen. Wird ein Olympia-Becken gar zu einem Erfolgsbecken?
An die Australier und Amerikaner werden sie allerdings bei Weitem nicht herankommen. Die mit so viel Spannung erwarteten Staffeln waren jeweils eine klare Angelegenheit für die Australierinnen (vor den USA) und den US-Boys (vor Australien). Und die Australierin Ariarne Titmus hatte über 400 Meter Freistil die Nase klar vorn vor der erst 17-jährigen Summer McIntosh aus Kanada und der amerikanischen Schwimm-Legende Katie Lesecky. Die US-Amerikanerin hat seit 2012 schon 7 Goldmedaillen gesammelt und 3 aus Silber. bronze ist für die 21-malige Weltmeisterin tatsächlich Premiere.

🇩🇪Deutsch🇦🇹österreichische 👓

Insgesamt war der erste Tag fürs deutsche Team überaus erfreulich, auch wenn es keine weiteren Medaillen. Dafür Siege mit Bällen. Die Basketballer erwartungsgemäß gegen Japan, die Handballer nicht unerwartet gegen Schweden, die Volleyballer völlig überraschend gegen den Olympiazweiten Japan in einem tollen Fünfsatz-Krimi, in dem das Team sogar einen Matchball abwehrte.
Auch Angie Kerber war erfolgreich, zeigte im Duell der Mütter vielleicht ihre beste Leistung nach der Mutterschaftspause – und das auf von ihr nicht gerade geliebten Sand in Roland Garros. Aber offenbar hat sie die Eröffnungsfeier mit der von ihr heiß verehrten Celine Dion beflügelt. Und die Tatsache, dass Olympia ihr letzter großer Auftritt als Tennisspielerin ist. Weiter geht eswohl  morgen gegen die Rumänin Jaqueline Christian
Eine herbe Enttäuschung gab es hingegen für den Österreicher Felix Auböck. Der machte sich über 400 Meter durchaus Hoffnungen, und mit seiner im Juni bei seinem EM-Titel geschwommene Zeit hätte er um Medaillen mitgekämpft. Aber er verpatzte den Vorlauf vollständig, schwamm eine für ihn indiskutable Zeit. Da ist in der Vorbereitung gründlich etwas schiefgelaufen.
Und auch die Zeitfahr-Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer haderte. Mit dem Regen, der den kurvigen Kurs in eine Rutschbahn vewandelte. Sie stürzte mehrmfach, wie so viele andere Fahrerinnen auch, und fuhr mit beleidigter Schulter, herrlich diese österreichischen Ausdrücke, als 33. ins Ziel. Christine Schweinbeger machte es als Zehnte zwar erheblich besser, vergoss ob der verpassten Medaille dennoch bittere Tränen.

Und sonst?
– Gewann der Belgier Renco Evenepoel erstes Zeifahr-Gold für die Radsportnation Belgien. Der Tour-Dritte distanzierte den Spezialisten Filippo Ganna und seinen Landsmann Wout van Aert.
– 6 Punkte Abzug für Kanadas Fußballerinnen. Diese drakonische Strafe erhält der Olympiasieger, weil das Trainerteam den Gegner Neuseeland per Drohnen ausspioniert hat. Trainierin Bev Priestman wurde von der FIFA für ein Jahr gesperrt. Damit ist das Weiterkommen sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Team Canada müsste alle drei Spiele gewinnen und dann hoffen, als einer der 2 besten Dritten aufzusteigen.

Monympia tous les jours

Das Beste kam zum Schluss

Was für eine tolle Idee, die Eröffnungsfeier nicht im Stadion, sondern auf der Seine und später vor all den Sehenswürdigkeiten abzuhalten. Und die Franzosen haben es ausgekostet; die 4 Stunden waren mit Sicherheit zu viel, aber  die ergreifende und fantastische letzte Stunde entschädigte mich doch für manche Längen.

Gerade der Schluss des Fackellaufs, als französische, aber auch internationale Sportlegenden das olympische Feuer einander übergaben, war berührend. Wunderbar zum Beispiel, Rafael Nadal einzugliedern. Der ist zwar Spanier, aber als 14-maliger Gewinner der French Open in Roland Garros ein halber Pariser. Als dann der 100-jährige im Rollstuhl sitzende Charles Coste, ältester noch lebender französischer Olympiasieger, die Fackel an Marie-José Perec, dreimalige Goldmedaillengewinnerin, und den zweimaligen Judo-Champion Teddy Riner übergab war er da, der magische olympische Moment. Die beiden entzündeten letztlich das Feuer –  in der Dunkelheit illuminiert vom laserbeleuchteten Eiffelturm. Und die Idee, dass das Feuer nicht wie üblich in einer Schale brennt, sondern eingedenk der Montgolfier-Brüder in einem 7 Meter Durchmesser großen Ring an einem Ballon hängend zu entzünden, ist nur als brillant zu bezeichnen. Da schwebt der Ballon jetzt über dieser wunderbaren Stadt. Als dann Celine Dion in ihrem ersten großen Auftritt nach einer schweren Krankheit auf dem Eiffelturm stehend ein Lied von Edith Piaf zum allerbesten gab, da blieb bei manch hartgesottenem Reporter kein Auge trocken. So rang Eurosport-Legende Sigi Heinrich sichtlich um Fassung und um Worte, obwohl er seit 30 Jahren Eröffnungs- und Schlussfeiern kommentiert und vermeintlich alles gesehen hat. Wunderbar sein Spruch ein paar Stunden vorher: Die Seine ist sauberer als so mancher Athlet.

Aber das Spektakel war zu lang, und leider hatte der Wettergott kein Einsehen. Pünktlich zu Beginn begann es zu regnen, die Bootsfahrt mit den Athleten noch bei Tageslicht wurde dadurch doch sehr beeinträchtigt. Meine Anmerkung: So ein Einmarsch in ein Stadion hat zumindest für die Zuschauer doch mehr Grandezza als ein Blick auf fähnchenschwingende Athleten in großen und kleinen Schiffen. Aber für die Athleten war es wahrscheinlich ein unvergessliches Erlebnis, auf der Seine entlang der ganzen Sehenswürdigkeiten zu schippern. Ansonsten gab es einen Querschnitt durch die französische und Pariser Kultur mit all den Facetten und Hinweise auf die größten Persönlichkeiten des Landes.. Viel Tanz, viel Musik, nicht immer mein Geschmack, herrliche und nicht so herrliche Darbietungen. Manch Kunststück fiel  dem Dauerregen zum Opfer.

Insgesamt lässt sich sagen: Ein wunderbarer Auftakt in einem wunderbaren Ambiente. Jede Eröffnungsfeier hat ihre spezial Moments, ich denke gerade an den Rocket Man von LA 1984 oder den Fallschirmsprung von James Bond mit der Queen 2012 ins Olympiastadion. Aber dieses Gesamtkunst wird unvergessen bleiben. Und die Stadt Paris hat fantastische Werbung für sich gemacht. Da muss ich hin!

Das wird monympia, Sonntag

Erst noch ein Nachtrag zum Samstag: Die Rugby-Halbfinals stehen fest.
Sa., 16.00: Fiji vs Australien und Frankreich vs Südafrika. Ab 19 Uhr dann Spiel um Platz 3 und das Finale.

Sonntag, 28/07, ZDF und Eurosport

Olympia – das ist auch Abwechslung. Und deshalb gibt es hier auch Vorschläge, die vielleicht seltsam anmuten, aber bestimmt mehr als einen Blick wert sein könnten.

Pflichtprogramm

20.30: Schwimmen, 400 Meter Lagen, Männer.  Der erste Einzelauftritt von Leon Marchand, dem französischen Superschwimmer. Der alle Disziplinen beherrscht und wahrscheinlich bei 15 Rennen teilnehmen könnte mit Medaillenchancen, wenn es der Zeitplan nur zuließe. Dementsprechend der Top-Favorit überdie 400 Meter Lagen, wo alles gefordert wird, inklusive Kondition.
17:11: Bogenschießen, Finale der Frauen. Ja wirklich, das kann wirklich spannend werden. Im Gegenschatz zum Pistolenschießen sieht man hier alles, auch die körperliche und geistige An- und Entspannung. Und es ist ein wunderbarer Gegenpol zu manch hektischm Wettbewerb.
Team Südkorea ist hoher Favorit, aber die Deutschen können gefährlich werden, werden bei CNN sogar als Goldkandidat gehandelt.
17.45: Kanuslalom, Kajak Frauen. Genau diese Hektik gibt es wahrscheinlich beim Kanuslalom. Ein wilder Ritt durch tobendes Wasser mit Wirbeln und Stromschnellen durch einen Stangenwald. Mit Toren, die aufwärts gefahren werden, mit Toren, die rückwärts gefahren werden. Nur rückwärts-aufwärts habe ich noch nicht gesehen. Wäre doch ganz luschtig. Wird aber auch so spannend zu verfolgen sein.

Spannende Momente
10.30: Vielseitigkeit, Geländeritt. Sicher der spektakulärste Teil der Prüfung im Reitsport. Im Idealfall gibt es einen für Teiter und Pferd anspruchsvollen, aber nicht zu anspruchsvollen Kurs. Möglichst auch mit Alternativen, die etwas länger dauern, aber leichter zu bewältigen. Es ist ein Gelände mit stehenden, aber im Idealfall losen Hindernissen, auch über das Wasser wird es gehen. Leider gibt es immer wieder Unfälle, weil die Reiter sich oder ihr Pferd überschätzen, aber ein gelungener Ritt ist eine Augenweide; auch ein nicht Pferdenarr wie ich (trotz meines Namens), ist die Einheit Pferd/Reiter zu erkennen.
14.30: Mountainbike, Frauen: Mit dem Mountainbike durchs Gelände, mit steilen Anfahrten und Abfahren über Stock und Stein. Angeblich wird es ja trocken, sonst käme der Glitschigkeitsfaktor noch dazu.
17.15: Basketball, Männer, Serbien – USA: Die USA mit der Top-Auswahl der NBA mit Superstars wie LeBron James, Steph Curry und Anthony Edwards gegen den Vizeweltmeister Serbien mit der Zugabe Nikola Jokic, nach Ansicht vieler Experten der beste Basketballer der Welt. Es würde mich nicht groß wundern, wenn wir dieses Spiel im Finale noch mal sehen würden.

Appetizer
Ab 9 Uhr: Geräteturnen, Frauen: Letztlich nur wegen Simone Biles, eine der schillerndsten Sportlerinnen der Welt. Die Amerikanerin ist seit Jahren die beste Turnerin, das war sie auch schon vor den Spielen 2020, als sie allerdings mit den Nerven völlig am Ende war und Tokio fast fluchtartig verließ. Sie ging lange in sich, und dürfte wieder gefestigt genug sein, um viele Medaillen zu holen. Viel wichtiger aber, dass sie mit sich selbst zu Rande kommt.

🇩🇪🇦🇹 Deutsch-österreichische 👓
12.00: Beachvolleyball, Frauen: Das beste deutsche Paar Svenja Müller und Cilja Tillmann trifft auf die französischen Lokalmatadorinnen Clemence Vieira/Aline Chamereau.
21.00: Fußball Frauen, Deutschland – USA. Vielleicht schon ein Wahrsager, wo das Team von Horst Hrubesch steht. De Auftakt mit dem 3:0 gegen Australien war schon mal vielversprechend..