von Münchner Löwe | Jan. 29, 2026 | Fußball
LIssabon, Estadio da Luz. Benfica gegen Real, ein Klassiker zweier Traditionsclubs. Es läuft schon die Nachspielzeit, außer in Lissabon sind alle anderen 17 Vorrundenpartien der Champions League an diesem seltsamen letzten Spieltag beendet.
3:2 führt Benfica, doch ein Blick auf die Blitztabelle zeigt, dass dieses Ergebnis nicht reicht für den anvisierten Platz 24 im 36er-Feld, der gerade noch das Weiterkommen bedeuten würde. Das Stadion merkt es, die Zuschauer am Fernseher wissen es eh, nur auf der Benfica-Bank scheint man ahnungslos. Auf dieser sitzt José Mourinho, ruhmüberhäufteTrainer-Legende und unter anderem auch bei Real sehr erfolgreich, jetzt wieder in der portugiesischen Heimat. Verteidigerstratege Mou wechselt sogar Abwehrkräfte ein, das Ergebnis will er halten. Torwart Anatolij Trubin schindet nach einer Parade Sekunden, als er auf dem Rasen liegen bleibt, das Entsetzen auf den Rängen ist groß.
Doch irgendjemand auf der Benfica-Bank hat offenbar noch mal nachgerechnet, jetzt heißt es plötzlich: Nach vorn! Nach vorn! Noch ein Freistoß für Benfica, der baumlange Trubin stürmt mit vor, der großartig getretene Ball fliegt in den Real-Strafraum, direkt auf die Stirn des Schlussmannes und von dort unhaltbar ins Tor.
Da Luz explodiert. Freudentaumel. Aufstieg in die Zwischenrunde statt schnödes Vorrundenaus. Mourinho verliert jegliche Contenance, hüpft vor der Real-Bank auf und ab (er entschuldigt sich später). Die unfassbare Pointe der allerletzten Sekunden der letzten noch laufenden Partie dieser ewig langen Vorrunde. Benfica der Nutznießer der ewig langen Pause in der ersten Halbzeit. Nur deshalb wurde die 2. Halbzeit später angepfiffen, nur deshalb noch gespielt, als es auf allen anderen Plätzen schon vorbei war. Nur deshalb war noch Rechenzeit. Schön für Benfica, blöd gelaufen für Marseille, längst zu Tatenlosigkeit verrteilt.
Weil Sport und Fußball so viele Pointen bereithält: In dieser Zwischenrunde ist einer der zwei möglichen Gegner von Benfica und Mourinho: Real Madrid. Die Königlichen ihrerseits verpassten durch die Niederlage die sicher geglaubte Direkt-Qualifikation fürs Achtelfinale, für sie wird diese Zwischenrunde eher Schmach denn Grund zur Glücksseligkeit – mit der Gefahr der Total-Blamage. Auch der andere potenzielle Gegner hätte zumindest für Mou viel Charme: Es wäre Inter Mailand, auch hier feierte der Trainer große Triumphe, holte 2010 unter anderem die Champions League, welcher Bayern-Fan erinnert sich nicht voller Traurigkeit ans Finale.
Meine Kritik am Format
Die letzten 10, vielleicht sogar 15 Minuten dieser Konferenz waren natürlich fantastisch. Denn nicht nur in Lissabon (letztlich erfolgreich) sondern auch in Limassol und Bilbao (jeweils erfolglos) hätte ein Tor noch viel bewegen können für Paphos und Athletic. Ansonsten war dieser letzte Spieltag mit den 18 gleichzeitigen Partien viel zu unübersichtlich, als dass nur im Entferntesten Spannung hätte aufkommen können jenseits des eigenen Lieblingsclubs. Nicht mal meine Auffassungsgabe und mein Equipment reichten, dass ich immer den Überblick behielt; obwohl ausgestattet mit Fernseher (1 Livespiel), Laptop (Konferenz in Bild), iPad (Live-Tabelle) und iPhone (Live Scores).
Ich befinde mich ja in herzlicher Diskussion mit Befürwortern und Gegnern in diesem neuen CL-Format mit 36 Clubs in EINER Tabelle. Die Partien bis zu diesem letzten Spieltag scheinen mir viel zu belanglos. Niederlagen werden oft achselzuckend hingenommen, auch wenn Top-Gegner aufeinanderprallen. Da in einem 36er-Feld nicht jeder gegen jeden spielen kann, muss es Ungerechtigkeiten geben (wer dieses Jahr gegen die überragenend Teams FC Arsenal und/oder FC Bayern spielen musste, hatte einfach Pach gehabt). Und wenn dann am Ende ein Verein genau weiß, dass er trotz einer Führung noch ein Tor braucht, allein weil Reiner Zufall Regie geführt hat, so ist das nur die geringste Ungerechtigkeit.
Das frühere Formal mit 8 Vierergruppen (bis 2024) hatte natürlich auch Schwächen, weil hier die Fronten um den Aufstieg in die K.o.Runde oft früh geklärt waren. Auch hier gab es Ungerechtigkeiten, weil die einen eine sogenannte hammergruppe, die anderen lauter Jausngegner erwischten. Doch wenigstens war innerhalb der Gruppe alles gleich, alles übersichtlich. Der Fan wusste Bescheid. Und es war auch nicht möglich, trotz einer negativen Bilanz die K.o.Runde zu erreichen, wie zB jetzt ein halbes Dutzend Teams wie Benfica, das seit September 3 Siege und 5 Niederlage sammelte und auch ein negatives Torverhältnis hat (10:12).
Deutsches Abschneiden
Dass die Bayern direkt ins Achtelfinale ziehen würden, war schon vor dem letzten Spieltag klar. Trotzdem gab es beim 2:1 bei PSV einen klaren Gewinner,nämlich Schlussmann Jonas Urbig, der mit einigen starken Paraden bestätigte, dass er für die Neuer-Nachfolge bereit ist. Ausgeschieden, auch das stand schon fest, ist Eintracht Frankfurt, das zum Abschluss mit 0:2 gegen Tottenham verlor.
In die Zwischenrunde müssen (oder dürfen, je nach Anschauung) Bayer Leverkusen (3:0 gegen Villarreal) und Borussia Dortmund (0:2 vs Inter). Die Chancen stehen 50:50, dass die beiden Bundesligisten in dieser Zwischenrunde aufeinandertreffen. Ob es dazu kommt oder nicht, klärt sich in der morgigen Auslosung. Die Alternative wären Olympiakos Piräus (Bayer) und Atalanta Bergamo (BVB). Jetzt kann jeder Fußballfreuned für sich entscheiden, was besser ist für den deutschen Fußball: Direktes Duell, ein Team sicher weiter, eines sicher raus. Internationale Duelle: 2 Teams möglicherweise weiter aber eben auch: beide Teams raus.
Ich nehme es eher kölsch: es kütt, wie es kütt …
von Münchner Löwe | Jan. 28, 2026 | Tennis
Australian Open, Viertelfinale
Dass ich kein Fan der Ausgabe des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres bin, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wenn es einmal richtig schiefläuft, dann geht wirklich alles schief.
Wie heute Nacht bei der Partie Lorenzo Musetti gegen Novak Djokovic. Der Italiener war derart haushoch überlegen, dass sogar ich als Djoker-Hater geradezu Mitleid bekommen musste mit dem völlig überforderten Serben. Der einen leichten Fehler nach dem anderen fabrizierte und ein ums andere Mal nur hilflos zusehen konnte, wie die wunderschöne Musettis einhändige Rückhand unerreichbar neben ihm einschlug.
Zwei einseitige Sätze hatte Musetti auf diese Art gewonnen, da ließ er den Physio kommen. Der Oberschenkel zwickte, mal wieder streikte der Körper des geradezu filigranen Italieners. Er versuchte es zwar noch ein paar Games, doch dann musste er frustriert aufgeben, und der reichlich perplexe Djokovic stand plötzlich als Sieger da und tatsächlich erneut im Halbfinale (ich halte ihm zu Gute, dass er nicht in einen Freudentaumel verfiel).
Da schon im Achtelfinale Djokovics Gegner Jakob Mensik von vornerherein nicht spielfähig war, schaffte er das Kunststück, ohne Satzgewinn die beiden vermeintlich so schwierigen Hürden Achtel- und Viertelfinale erfolgreich genommen zu haben. Ich wüsste jetzt nicht, wann es das schon mal gegeben hat in einem Grand-Slam-Turnier.
In der Runde der „besten“ Vier wartet nun wie erwartet Jannik Sinner. Der Titelverteidiger hatte auch gegen den US-Amerikaner Ben Shelton beim 6:3, 6:4, 6:4 keine sonderlich große Mühe: Jeweils ein Break pro Durchgang genügte dem Italiener, nur 4 Breakbälle überhaupt hatte der Ami, die er alle ohne echte Chance vegab. Aufgrund dieser beiden Vorstellungen fehlt mir jegliche Fantasie, wie Djokovic Sinner auf normalen Wege schlagen könnte, zumal die Partie wahrscheinlich für Freitagabend (Ortszeit) angesetzt ist, die Bedingungen also im angenehmen Rahmen sein dürften. Die Wetten sprechen es aus: Wer im Wettbüro seines Vertrauens auf einen Sieg von Sinner 10 Euro setzt, bekommt nicht mal 11 wieder heraus, bei einem Triumph des Djokers wären es 80.
Mehr Spannung verspricht da das zweite Halbfinale: Carlos Alcáraz ist zwar weiter ohne Satzverlust, der Spanier scheint allerdings nicht unverwundbar. Zumindest im jeweils ersten Satz hatte er in seinen Partien immer wieder Probleme, musste ins Tiebreak. Doch zu Fall kam er nie, und danach spielt er befreit wie im Viertelfinale gegen den australischen Lokalmatador Alex De Minaur.
Und doch: Sein deutscher Halbfinale-Kontrahent am Freitag könnte ihm unangenehm werden. Alexander Zverev spielt ein bisher ausgezeichnetes Turnier, auch wenn er wie im Viertelfinale gegen den jungen Learner Tien (ein echter Lichtblick des Turniers) erneut einen Satz abgab. Doch Zverev im Jahr 2026 lässt sich auch durch Satzverluste nicht aus seinem Rezept bringen, auf seinen Aufschlag kann er sich eh verlassen. Vor allem seine Vorhand kommt so gut wie vielleicht noch nie, zumindest nicht seit seinem Comeback nach der schlimmen Fußverletzung bei den French Open 2022 gegen Rafael Nadal.
Und doch: Alcáraz ist klarer Favorit
Einseitige Matches bei den Frauen
4 Partien, 4 mehr oder weniger klare Zweisatzsiege. Kein Spiel dauerte länger als 100 Minuten, wer Spannung wollte, musste gleichzeitig einen Krimi lesen. Den Vogel der Trostlosigkeit schoss Coco Gauff ab. Die Amerikanerin ließ sich von der Ukrainerin Lena Svitolina in 59 Minuten mit 6:1 und 6:2 demontieren. Immerhin: Sie war derart erbost über ihre unterirdische Leistung, dass sie im Kabinengang voller Wut einen Schläger zertrümmerte. Dummerweise hatte sie nicht bedacht, dass auch hier überall Kameras mnontiert sind, die alles registireren. Mit Bedacht hatte sie sich auf dem Platz diesbezüglich zurückgehalten, um kein schlechtes Vorbild abzugeben.
Svitolina spielte sehr ansprechend, musste allerdings auch nicht viel mehr machen, als den Ball im Spiel zu halten. 26 sogenannte unforced Errors fabrizierte Gauff, das Spiel beendete sie bezeichnenderweise mit einem Doppelfehler, den auch die ägyptische Turnier-Anfängerin eines Challengers in Kenia nicht absurder hätte spielen können.
Svitolina trifft heute morgen Früh (MEZ) auf meinen heiß geliebten Schreihals Aryna Sabalenka. Schlimmer als das Zuschauer und Gegnerinnen extrem störende Rumgebrülle ist nur noch die Liebe der Weißrussin zu ihrem Führer Präsident Alexander Lukaschenko, dem willige Kriegshelfer Putins. Svitolinas ukrainische Landsfrau Olexandra Olyinikova warf der Weltranglistnersten vor, sie ignoriere den barbarischen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Mit Sicherheit werden wir auch morgen auf einen Händedruck nach der Partie Svitolina vs Sabalenka verzichten müssen. Fast der größte Aufreger der fast sterilen Frauenkonkurrenz, die ansonsten weitgehend spannungsfrei vor sich hin määndert. Auch die (vermeintlichen) Überraschungen wie Svitolina vs Gauff und Rybakina vs Swiatek laufen ohne jedes Drama ab.
Halbfinale Frauen (Donnerstag)
09:30: Sabalenka – Svitolina
11.:00 (ca.): Rybakina – Pegula
Männer (Freitag)
Die an Nummer 1 bis 4 gesetzten Spieler sind unter sich. Das sagt schon alles.
Alcaraz (1) – Zverev (3)
Sinner (2) – Djokovic (4)
von Münchner Löwe | Jan. 27, 2026 | Allgemein
Abschluss der Champions-League-Vorrunde, Nachtslalom in Schladming, Handball-EM in Skandinavien und viel Liga-Sport. Dazu natürlich die Endphase der Australian Open, die ich gesondert behandle.
Slalomfest in Österreich
Der Nachtslalom in Schladming gilt als Nonplusultra der Torlauf-Artisten. Unter Flutlicht vor bis zu 50.000 Zuschauern, ein Großteil von ihnen recht angeheitert, wobei ich das „recht“ eher als Euphemismus betrachte. Der Sieg des Österreichers Manuel Feller am Ganslernhang in Kitzbühel war natürlich die beste Werbung, dass dder eine oder andere nationalbewusste Österreicher sich am Mittwoch aufmacht, um live vor Ort vielleicht sogar einen Heimsieg zu bejubeln.
Wie immer im Slalom ist der Kreis der Favoriten riesig. Neben Feller und dem Deutschen Linus Strasser sind gerade die Norweger und Franzosen zu beachten, dazu aber auch Einzelkämpfer wie der Finne Eduard Hallberg, der Bulgare Albert Popov und natürlich auch der Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen.
Als Prolog gibt es schon am heutigen Dienstag den Riesenslalom. Hier ist die grioße Frage: Wie hat Dominator Marco Odermatt die schallende Ohrfeige vom Samstag überstanden, dass er am Samstag auf der Kitzbüheler Streif als zweiter erneut den Sieg verpasste. Kommt er auch nur einigermaßen durch, dürfte ihm der Sieg nicht zu nehmen sein.
Crans Montana im Blickpunkt
Nur einen Monat nach dem schrecklichen Brand in einem Club in Crans Montana fällt der Skizirkus in diesen Wintersportort im Tessin ein. Der Weltcup-Kalender will es so, und eine Absage ist auch deshalb wohl nie ernsthaft überlegt worden, weil nächstes Jahr in Crans Montana die alpinen Weltmeisetrschaften stattfinden werden und gerade die Abfahrten als unabdingliche Tests gelten.
Also bestreiten die Frauen am Freitag und Samstag Abfahrt und Super-G, ehe am Sonntag mit der Männer-Abfahrt die letzte Generalprobe für die Winterspiele ab 6. Februar über die Bühne geht. Mal sehen, ob die SportlerInnen angesichts des Großereignisses tatsächlich das letzte Risiko gehen.
Handballer im Medaillenkampf
Bisher haben sich die Deutschen bei der Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen vorzüglich geschlagen. Morgen gegen Frankreich erwartet sie die ultimative Prüfung. Ein Unentschieden reicht für den Aufstieg ins Halbfinale und den Medaillenkampf.
Ich sehe die Chancen dazu nicht schlecht: Denn mit Torwart Andi Wolff steht einer der heerausragenden Akteure dieses Turniers zwischen den Pfosten. Seine Leistung gegen Norwegen, als er zwischendurch das Tor derart vernagelte, dass niemand der Nordeuropäer auch nur noch einen Versuch startete, war eine Außerirdische. Das Problem: Nicht einmal ein Wolff kann derlei beliebig wiederholen.
Handball, Deutschland vs Frankreich, da war doch was! Nämlich das absurde Viertefinale bei den Olympischen Spielen in Paris, als die Franzosen 5 Sekunden vor Schluss den Ball in die Hände der Deutschen beförderten und im wahrsten Sinne des Wortes den Sieg wegwarfen. Revanche ist also angesagt, die Franzosen machten ebenfalls einen vorzüglichen Eindruck (bis auf das eher enttäuschende Remis gegen Spanien). Fünfzig zu Fünfzig würde ich die Chancen sehen.
Klarer Turnier-Favorit sind allerdings die Dänen, zumal sie bis zum Finale im heimischen Herning spielen dürfen. Dem Aussetzer gegen Portugal folgen überzeugende Siege gegen Frankreich und Deutschland.
Erstaunlich die Konstellation in der anderen Hauptrunden-Gruppe. Zwei Spieltage vor Schluss haben gleich vier Mannschaften 4 Punkte auf dem Konto: Schweden, Island, Kroatien und Slowenien. Ein Freudenfest für Hochrechner, wenn ich tippen müsste: Schweden und Island werden es packen.
18 Fußballspiele gleichzeitig
Der 8. und letzte Vorrundenspieltag der Champions League steht am Mittwoch anan, zum 2. Mal in der 36er-Liga und zum 2. Mal mit 18 spielen gleichzeitig, nämlich ab 21 Uhr. Fast unmöglich, da komplett den Überblick zu behalten und erst recht, im Vorfeld auf alle Eventualitäten einzugehen. Zumindest aus deutscher Sicht scheint die Lage recht eindeutig.
- Der FC Bayern ist schon direkt im Achtelfinale und hat bereits vor dem Gastspiel bei der PSV Eindhoven einen Top-4-Platz sicher, für die Setzung in den K.-o.-Runden von einer gewissen Wichtigkeit.
- Eintracht Frankfurt kann auch mit einem noch so hohem Sieg die K.-o.-Runde nicht mehr erreichen.
- Bayer Leverkusen braucht zum Abschluss einen Heimsieg gegen Nachzügler Villarreal. Dann hätte die Werkself mit Sicherheit die Zwischenrunde erreicht, in die Top 8 kann sie nicht mehr vorstoßen. Bei einem Remis und erst recht einer Niederlage beginnt eine elende Rechnerei. Ein Weiterkommen wäre dann aber eher (Remis) unwahrscheinlich respektive sehr unwahrscheinlich (Niederlage).
- Borussia Dortmund hat zumindest die Zwischenrunde praktisch sicher. Bei einem Sieg gegen Inter können die Dortmund sogar noch aufs Vorpreschen in die Top 8 hoffen, da müsste allerdings einiges zusammenkommen. Für alle, die zu Dortmund halten hilft da nur: Neben dem Spiel auch einen Live-Ticker und möglichst auch noch eine Live-Tabelle bereithalten. Der echte Fußball-Fan ist schon längst multitaskingfähig, nämlich auf 4 Geräten: 1 Live-Spiel des Lieblingsvereins, 1 Konferenz, Live Results, Live Tabelle.
Wirklich relevant sind eh nur die Plätze 8 und 24. Die Top 8 stehen direkt im Achtelfinale, die Ränge 9 bis 24 spielen acht weitere Achtelfinalisten in zwei weiteren Partien aus (also noch mehr Spielstress). Es geht wie erwartet eng her. Zwischen Platz 6 und 15 ist nur ein Pünktchen Unterschied.
Und sonst?
- Buundesliga: Schon heute stehen zwei Nachholspiele auf dem Programm: RB Leipzig und 1899 Hoffenheim können mit Erfolgen bei St. Pauli und Werder Bremen die Champions-League-Plätze 3 und 4 festigen. An mehr wird wohl niemand denken trotz des ersten Bayern-Strauchlers. Die Münchner müssen dann am Samstag im Volksparkstadion zeigen, dass sie die Niederlage gegen Augsburg gut verkraftet haben. Die Partie ist zwar das nominelle Topspiel des Spieltages, das ist aber eher eine Reminiszenz an die 80er-Jahre, als die beiden Teams auf Augenhöhe waren. Jetzt trifft ein Abstiegskandidat auf den designierten Meiser (nona).
Borussia Dortmund will den gelungenen Start ins Jahr (3 Siege, 1 Unentschieden) am Sonntag verlängern. Im heimischen Westfalenstadion scheint der Tabellenletzte 1. FC Heidenheim ein mehr als machbarer Kontrahent zu sein.
- England: Tabellenführer FC Arsenal scheint die Galaform verloren zu haben: Der Vorsprung auf Manchester City und Aston Villa beträgt nur noch 4 Punkte, kein allzu bequemes Ruhepolster. Am Samstag müssen die Gunners zu Leeds United: das Stadion an der Elland Road ist ein heißes Pflaster, ein Sieg Pflicht, denn am Sonntag dürften Villa (vs Brentford) und City (bei Tottenham) mit Siegen nachlegen.
- Basketball: Der FC Bayern setzt das nahezu aussichtslose Unterfangen „Play-Ins-erreichen“ in der Euroleague fort. Am Donnerstag steht die Partie bei Maccabi Tel Aviv an. Gespielt wird, zumindest lauf „flashscore“, tatsächlich in Israel, nämlich in Jerusalem. Nur ein Sieg hilft den Münchnern, wenn sie im Kampf wenigstens um Platz 10 noch eingreifen wollen.
- Wintersport: Auch für die Skispringer sind kurz vor Olympia noch Wettbewerbe angesetzt, nämloich von der Großschanze von Winterberg. Diese lässt Weiten von bis zu 150 Metern zu, das kommt dem Skifliegen schon sehr nahe. Man muss sehen, ob kurz vor Olympia tatsächlich auch alle Top-Springer am Start sind.
von Münchner Löwe | Jan. 26, 2026 | Tennis
Australian Open, Achtelfinale
Normalerweise ist die Runde der besten 16 sehr spannungsgeladen, bei Frauen und Mönnern. Diesmal: Kein Tennis-Thriller nirgends, nur fast schon geprlegte Langeweile, wie ein Favorit nach dem anderen souverän gewann. Insgesamt standen 15 Partien auf dem Programm (Jakob Mensik trat gegen Novak Djokovic verletzungsbedingt nicht an), nur eine einzige ging in einen Entschedungssatz, in dem sich Coco Gauff dann gegen Karolina Muchova mit 6:3 durchsetzte.
Heute etwa waren 4 Matches angesetzt, drei dauerten weit unter 90 Minuten, am längsten stand noch Amanda Anisimova auf dem Platz, nämlich 98 Minuten, eh ihr Sieg gegen die Chinesin Wang Xin feststand.
Über die Gründe, warum fast alles nach Plan geht, kann ich nur spekulieren. Ein Umstand könnte sein, dass die Temperaturen bis auf den Außreißer am Samstag für australische Verhältnisse sehr angenehm sind, das Wetter also nicht hineinpfuscht.
Rekordverdächtige Zahlen
Im Viertelfinale stehen damit sowohl bei Frauen als auch Männern die besten 6 der Setzliste, ich kann mich nicht erinnern, dass es das schon mal gab. Die große Ausnahme: der US-Amerikaner leander Learner Tien. Im Dezember krönte sich der 20-Jährige zum Junioren-Masters-Champion (gegen überschaubare Konkurrenz), jetzt schaffte er erstmals den Einzug ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Die Leichtigkeit, mit der der fürs Tennis nur 1,83-Meter große Schützling von Michael Chang am Sonntag Daniil Medwedew vom Platz schoss, war beeindruckend. Sein nächster Gegner Alexander Zverev dürfte gewarnt sein.
Der Hamburger selbst hat allerdings seinen Touch gefunden. Auch dank seiner stark verbesserten Vorhand ließ er im Achtelfinale seinen „Angstgegner“ Francisco Cerúndolo keine Chance. Morgen soll übrigens noch heißter werden als am Samstag. Schon jetzt steht fest, dass von Beginn an mit geschlossenem Dach gespielt wird. Ob und wann es auf den Außenplätzen zu Ballwechseln kommt, ist ungewiss, aber das betrifft nur noch die Doppel- und Nachwuchskonkurrenzen.
Frauen, Viertelfinale
Di.: Sabalenka – Jovic (01:30)
Di.: Gauff – Svitolina (09:00)
Mi.: Aninsimova – Pegula (N.N)
Mi.: Swiatek – Rybakina (N.N)
Männer, Viertelfinale
Di.: Zverev – Tien (ca. 03:30)
Di.: Alcáraz – De Minaur (ca. 11:00)
Mi.: Djokovic – Musetti (N.N)
Mi.: Sinner – Shelton (N.N.)
von Münchner Löwe | Jan. 25, 2026 | NFL
Blick über den Teich, NFL
Die gute Nachricht zuerst: Die beiden Conference Finals in AFC und NFC können stattfinden. Der große Wintersturm samt Eiseskälte, der einige Bundesstaaten der USA mit voller Wucht traf und weitgehend lahmlegte, hat offenbar einen Bogen um die Spielstätten Denver und Seattle gemacht. Dort wird es zwar auch recht unangenehm, aber es bleibt alles im Rahmen.
Ermittelt werden heute Abend also die beiden Super-Bowl-Kontrahenten, die in 2 Wochen in Santa Clara nahe San Francisco den diesjährigen Champion ausspielen. Ich würde sagen: Alles ist völlig offen, jedem der 4 verbliebenen Teams gebe ich heute Siegchancen. Favorit in 2 Wochen wird auf jeden Fall das NFC-Team sein.
So., 21:00: Denver Broncos – New England Patriots (AFC)
Beim mühsamen Sieg in der Divisional Round über die Buffalo Bills hat sich Broncos-Quarterback Bo Nix in einem der letzten Spielzüge so schwer am Knöchel verletzt, dass er heute fehlt (und auch in einem potenziellen Super Bowl). Das ist natürlich ein Riesennachteil, denn niemand weiß, wie gut sein Ersatz Jarrett Stidham ist, der in dieser Saison bei genau vier Snaps auf dem Feld stand und dabei nicht einen einzigen Pass warf. Der Vorteil: Auch der Gegner aus New England hat keine Ahnung, was ihn erwartet. Die Defensiv-Vorbereitung der Pats-Coaches stelle ich mir interessant vor. Etwa mit Stidhams Vorstellungen aus College-Zeiten? Es wäre auch nicht das erste Mal, wenn ein Backup plötzlich das Spiel seines Lebens abliefert (allerdings auch nicht garantiert).
Die Pats übersprangen in der Runde zuvor die Hürde Houston Texans. Nicht wegen einer überragenden Offensiv-vorstellung, sondern weil Texans Quarterback CJ Strout einen indiskutablen Tag hatte und in der 1. Halbzeit gleich fünfmal den Ball zum Gegner warf. Da schadeten die eigenen 3 Ballverluste nichts. Eines dürfte heute in der Höhe von Denver klar sein: Der hochgelobte Patriots-Quarterback Drake Maye braucht in seinem ersten Play-off-Auswärtsspiel einen weitaus besseren Tag, dass er dazu in der Lage ist, hat er in dieser Saison schon gezeigt.
Und die Broncos? Zumindest nach außen hat Stidham das volle Vertrauen der Trainer, was soll Chefcoach Seaxn payton auch sagen? Inwieweit sich dieses Vertrauen in den Spielzügen in der Offensive widerspiegelt, das ist die große Frage. Eines allerdings ist klar: Nur mit Laufspiel und guter Verteidigung wird es gegen die Patriots nicht gehen. Der Heimvorteil ist nicht zu vernachlässigen, auch nicht die Höhe Colorados. Dennoch:
🧠 Patriots (der Quarterback machts dann halt doch)
❤️ Broncos (eher notgedrungen, weil mir die extrem nevende Pats-Siegesserie mit Tom Brady noch im Magen liegt und längst nicht lange genug vorbei ist.
Mo., 00:30: Seattle Seahawks – Los Angeles Rams (NFC)
Nach Meinung fast aller Auguren und Experten wird der Sieger dieser Partie in 2 Wochen auch die vince-Lombardy-Trophäe in die Luft stemmen. Nur wer das sein wird, darüber gehen die Meinungen auseinander, falls sich besagte Experten überhaupt zu einem Tipp herablassen (auch was die erwartbare Qualität der Auseinandersetzung heute Nacht wird).
Die beiden Divisionsrivalen aus Seattle und LA trafen in dieser Saison schon zweimal aufeinander, zweimal war es äußerst knapp. Zuletzt im November setzten sich die Seahawks in einem gleichsam absurden wie unterhaltsamen Shootout gegen die Rams durch, was ihnen den Heimvorteil bescherte. Ob es heute erneut zu einem Offensiv-Feuerwerk kommt, wage ich eher zu bezweifeln, Play-offs machen die Trainer eher vorsichtig, und gerade die Seahawks mit ihrem Quarterback Sam Darmold werden vesuchen, ihre große Anzahl von Ballverlusten zu minimieren. Zumindest in der Theorie heißt das: lieber einen gefährlichen Pass weniger, die Defense wirds dann schon richten. Apropos Darmold: Einst sogar von den darbenden New York Jets mit Schimpf und Schande davongejagt, zeigte er letztes Jahr in Minnesota und eben jetzt in Seattle, dass er doch mehr ist als nur ein brauchbarer Quarterback. Eher einer, mit dem man 10+ Spiele/Saison gewinnt.
Ginge es allein nach dem besten Spieler auf dem Feld, wäre die Sache klar: Seahawks Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba klaubt praktisch jeden Ball aus der Luft, der auch nur in seine Nähe kommt, egal wie irre seine Laufwege zuvor auch waren. Die Rams-Verteidigung erscheint mir auch nicht so sattelfest, als dass sie alle Passversuche von Darmold verhindern könnte. Verzichten müssen die Gastgeber allerdings auf ihren Running Back Zach Charbonnet, zuletzt durchaus ein tragendes Element in der Offensive.
Auf der anderen Seite ist Rams Spielmacher Matthew Stafford trotz seiner mittlerweile 37 Jahre immer noch einer der besten der Liga, verfügt mit Puca Nacua und Davante Adams ebensfalls über exzellente Ballfänger – und überdies kann das Laufspiel um Kyren Williams jeden Gegner überrennen, sogar die beinharte Defense der Seahawks.
Eine völlig offene Partie also: die im Zweifel von Unwägbarkeiten wie verschossene Field Goals (und überhaupt die Special Teams) entschieden werden könnte. Außedem die große Frage: Können die wahnsinnigen Seattle-Fans, die mit ihrem Ddüsenjet-Lärm und Trampeln im eigenen Stadion schon kleine Erdbeben ausgelöst haben (wirklich gemessen!), am Ende den kleinen, aber feinen Unterschied ausmachen?
🧠 Seahawks (ich vertraue aufs Erdbeben …)
❤️ Seahawks (Sam Darmold, der Verkannte)
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