von Münchner Löwe | Nov. 24, 2025 | bundesliga, Formel 1, Fußball, ski alpin
Doppeldisqualifikation der McLaren, Shiffrin weiter in der eigenen Welt, und Bayern-Talent Lennart Karl macht alle wuschig.
Selbstfaller oder Regie-Anweisung?
Das Glamour-Rennen der Formel 1 in Las Vegas wäre eigentlich kaum einer Erwähnung würdig gewesen. Ohne Spannung, wenige Positions-Kämpfe. Der Sieg von Max Verstappen stand nach dem Fehler von WM-Leader Lando Norris in der Startkurve schon sehr früh fest.
Doch kurze Zeit, nachdem die Zielflagge geschwenkt wurde, kam es zum Ereignis des Wochenendes. Beide McLarens nämlich hielten der Fahrzeugkontrolle nicht stand, die Bodenplatte war an beiden Rennern zu sehr abgenutzt. Folge: Sowohl der Zweitplatzierte Norris als auch der Viertplatzierte Oscar Piastri verlieren alle Punkte, plötzlich hat Titelverteidiger Max Verstappen nur noch 24 Zähler Rückstand auf Norris und liegt gleichauf mit Piastri. Die Aufholjagd des Holländers könnte also tatsächlich noch in den fünften WM-Triumph in Folge münden, was im August wohl jeder für völlig ausgeschlossen gehalten hätte.
Ein glatter Selbstfaller von McLaren also. Tatsache ist allerdings auch, dass dem Vermarkter der Königsklasse Liberty Media diese Doppel-Disqualifikation extrem in die Karten spielt, weil es jetzt eben noch Hochspanung gibt vor den letzten beiden WM-Rennen in Katar und Abu Dhabi. 24 Punkte, das ist nicht mal mehr ein Rennen, und in Doha steht nächstes Wochenende zusätzlich auch noch ein Sprint an. Zumal das Problem mit der abgenutzten Bodenplatte sich auch nicht so einfach aus der Welt schaffen wird. In nicht einmal einer Woche müssen die Papayas das gefürchtete Purpoising (extremes Hoppeln der Boliden) wieder in den Griff bekommen
Noch hat Lando Norris alle Trümpfe in der Hand. Aus eigener Kraft kann ihn Verstappen nicht mehr einholen, wenn der Brite wenigstens dritte Plätze hinter ihm belegt. Aber genau das ist jetzt nicht mehr selbstverständlich. Klar dürfte sein, dass McLaren ab sofort im Zweifel eine Stallorder für Norris und gegen Piastri ausruft. Unfassbar, wie der bis zur Sommerpause so souveräne Piastri jeglichen Speed veloren hat, was sich ja auch in jeder Qualifikation zeigt, in der er chancenlos hinterherfuhr.
Im Titelkampf helfen könnten Verstappen ausgerechnet die ihm nicht wohlgesonnenen Mercedesse, wo man nach der aberwitzigen WM-Entscheidung 2021 immer noch einen gewissen Groll gegen den Holländer hegt: George Russell und Kimi Antonelli jedenfalls sind sauschnell, und zu verschenken hat der deutsche Rennstall im Kampf um Platz 2 in der Teamwertung gegen Red Bull (hinter den weit enteilten McLarens) keinen Punkt.
4 Fahrten, 4 Laufbestzeiten
Es wurde im Skizirkus schon vor Saisonbeginn gemunkelt, dass Mikaela Shiffrin unglaublich gut in Form ist. Ihre Ausnahmestellung im Slalom bewies die Amerikanerin jetzt auch beim 2. Weltcup in Gurgl, den sie erneut mit mehr als einer Sekunde Vorsprung (1,27 sek., um genau zu sein) vor der Zweitplatzierten (erneut Lara Culturi) gewann. Die Bilanz nach 2 Rennen in Levi und Gurgl: 2 grandiose Siege, vier tolle Laufbestzeiten, obwohl zweimal im 2. Duchgang mit der Startnummer 30). Wenn sie nur einigermaßen durchkommt, scheint die mittlerweile 103-fache Weltcupsiegerin zumindest im Slalom unschlagbar – und nach allem, was so berichtet wird, ist ihre Form auch im Riesenslalom enorm stark.
Die Deutschinnen verpassten in Gurgl absolute Top-Plätze. Andererseits sind Platz 7 für Lena Dürr und Rang 9 für Emma Aicher aller Ehren Wert. Zumal Aicher im Kampf um den Gesamtweltcup erneut wichtige Punkte sammelte. Dieser scheint für die Allrounderin jetzt noch greifbarer, denn eine der vermeintlich größten Konkurrentinnen im Kampf um die Große Kristallkugel erlitt einen herben Rückschlag: Die Schweizerin Lara Gut-Behrami zog sich bei einem Trainingssturz einen Kreuzbandriss zu; es droht nicht nur das Saison-Aus, sondern sogar das Karriere-Ende für die 33-Jährige.
Aicher ist zurzeit die einzige im Weltcup-Zirkus, die in allen 4 Disziplinen mit Punkte-Chancen an den Start geht (mal sehen, was Shiffrin nicht doch macht). Bevor ich jetzt allerdings in allzu große Euphorie verfalle, warte ich doch die ersten Speedrennen in Amerika (in 2 Wochen) ab, ob sie nämlich dort ihre Traumform vom März konservieren kann.
Beim Männerslalom in Gurgl gab es einen Premierensieg: Mit einem fulminanten 2. Duchgang raste der Franzose Paco Rassat von Rang 14 auf Rang 1 vor dem nicht minder erstaunlichen Armand Marchant aus Belgien und dem Halbzeitführenden Atle Lie McGrath. Der Münchner Linus Straßer vonm TSV 1860 (also der Skilöwe) sicherte sich als Achter offiziell das Olympia-Ticket, zeigte sich auch gegenüber Levi klar verbessert.
Der junge Herr Karl und die überbordende Erwartungshaltung
Was für ein Auftritt des 17-Jährigen Lennart Karl vom FC Bayern beim 6:2 (2:2) zu Hause gegen den SC Freiburg. Mit einem Tor und einer Vorlage (jeweils im Zusammenspiel mit dem Franzosen Michael Olise) hatte er wesentlichen Anteil daran, dass die Münchner noch vor der Pause den frühen 0:2-Rückstand egalisierten und am Ende triumphierten.
Eine wirklich außerordentliche Leistung vor allem in de 1. Halbzeit, das will ich ausdrücklich betonen. Was mir allerdings absolut missfiel, waren die unfassbaren Lobeshymnen, die folgten. Er „muss“ zur Nationalmannschaft, musste ich vielerorts lesen. Bundestrainer Julian Nagelsmann komme an diesenm Juwel nicht mehr vorbei.
Ich finde das maßlos übertrieben: Zum einen hat Lennart Karl gerade mal 9 Bundesliga-Partien absolviert, davon nur 2 von Beginn an. Von konstanter Leistung kann also noch längst nicht die Rede sein. Zum anderen besteht gerade in der Offensive im deutschen Team gerade wenig Bedarf, wie der glanzvolle 6:0-Triumph vor einer Woche gegen die Slowakei zeigte.
Niemand tut Karl mit diesen absurden Forderungen einen Gefallen, und niemandem ist auch gedient. Karls selbst am wenigsten, der erst einmal schauen muss, dass er im Luxuskader der Münchner überhaupt zu seinen Einsätzen kommt und diese mit guten Leistungen nutzt. Den Münchnern nicht, die ihr Juwel langsam reifen und schleifen lassen wollen. Schon am Mittwoch steht für sie der Champions-League-Schlager beim FC Arsenal an. Da ist es keineswegs ausgeschlossen, dass ihn der Gott sei Dank Ruhe bewahrende Trainer Vuncent Kompany erst mal auf der Bank lässt (vor drei Wochen bei PSG spielte Karl keine Sekunde lang). Und was soll das Geschwätz mit der Nationalmannschaft? Die nächsten Länderspiele stehen erst im März an, und sollte Karl bis dahin eine Glanzpartie nach der anderen abliefern, wird Nagelsmann bei all seinen absurden Nominierungen den begabten Angreifer schon von selbst entdecken.
Langweilig, aber kurz gesagt: einfach den Ball flachhalten und Karl erst mal machen lassen.
Und sonst?
- Bundesliga: Härtester Verfolger der einsamen Müncher ist Leipzig, mit 6 Punkten Rückstand. Jene Roten Bullen also, die zum Saison-Auftakt mit 0:6 beim FCB untergegangen waren. Damit ist zur Qualität der Liga schon sehr viel gesagt.
Im Abstiegskampf schaut es mittlerweile für den 1. FC Heidenheim extrem trübe aus. Ein trostloses 0:3 zu Hause gegen Mönchengladbach hält die Ost-Albler auf Rang 18 mit wenig Hoffnung auf Besserung. Andererseits zeigt das Beispiel Gladbach, wie schnell es aufwärts gehen kann. Noch vor 3 Wochen hinter Heidenheim, jetzt 3 Siege hintereinander mit dem erst Interims- jetzt Chefcoauch Eugen Polanski.
Aufreger des Spieltags war das Brutalo-Foul des Mainzers Dominik Kohr an den Hoffenheimer Max Moerstedt, der wie durch ein Wunder nahezu unverletzt blieb. Es folgte völlig zurecht der bereits 9. Platzverweis – Bundesliga-Rekord. „Hard-Kohr“ nennt er sich selbst mit einem gewissen Stolz, aber sein überhartes Einsteigen ist grundsätzlich eine versuchte Körperverletzung und hat mit gesunder Härte nichts zu tun. Eine hoffentlich lange Sperre könnte folgen mindestens bis Jahresende; zudem sollte sein Trainer überlegen, ob er solche Psychopathen auf dem Spielfeld brauchen kann.
- Internationale Ligen, England: Schöner Spieltag für den FC Arsenal: ein letztlich ungefährdeter 4:1-Sieg im Nordlondon-Derby gegen Tottenham, und außerdem patzte der vermeintlich härteste Kontrahent im Titelrennen. Manchester City unterlag mit 1:2 bei Newcastle United, wo Deutschlands junge Sturmhoffnung allerdings keinen Treffer erzielte.
Nur noch trostlos ist die Lage bei Meister FC Liverpool. Gleich mit 0:3 unterlag das völlig verunsicherte Team zu Hause gegen Nachzügler Nottingham Forest. Der Titel ist jetzt schon futsch (11 Punkte Rückstand auf Arsenal). Nach zuletzt 6 Ligapleiten in 7 Partien sind die Reds auf Platz 12 abgestützt, immerhin sind die Champions-League-Plätze in dieser hinter Arsenal extrem ausgeglichenen Liga noch nicht außer Rechweite.
Italien: An der Spitze bleibt es kuschlig eng. Die ersten Fünf trennen gerade mal 3 Punkte (da können deutsche und englische Fans nur neidisch seufzen). Tabelleführer ist, man lese und staune, die AS Rom. Der bisherige Leader Inter verlor das Mailänder Stadtderby gegen Milan mit 0:1 und rutschte auf Rang 4 ab hinter den Lokalrivalen und Titelverteidiger Napoli.
Spanien: Endlich darf der FC Barcelona wieder im Camp Nou spielen, wenngleich noch nicht alle Plätze zugänglich sind. Immerhin 45.000 Zuschauer sahen ein überzeugendes 4:0. Als Zweiter hat Barca nunmehr nur noch einen Punkt Rückstand auf Real, das in Elche nicht über ein auch noch recht glückliches 2:2 hinauskam.
- Basketball: In der BBL kam es zur Wiederauflage des Finals der vergangenen Saison zwischen Ulm und München. Wie einst im Mai behielt der FC Bayern die Oberhand, brauchte aber eine Verlängerung, bis der Sieg feststand. Und doch können auch die Ulmer Hoffnung schöpfen aus ihrem klar verbesserten Auftritt. Sie befinden sich ja gerade in einem Strudel der Niederlagen.
In der Euroleague erfolgte für die Bayern der nächste Rückschlag. Nach starkem 1. Vietel (26:14) unterlagen die Münchner bei Nachzügler Badalona gleich mit 73:95.
- Wintersport: Zum Auftakt des Weltcups sprangen die deutschen Stars Paschke, Wellinger und Geiger weit hinterher. Anderer Formaufbau für die 4-Schanzentournee nach dem Traumstart 2024 und verpatzter Tournee? Wenn es nur so einfach wäre. Immerhin sprangen am Sonntag Felix Hoffmann als Dritter und Philipp Raimund (4.) in die Bresche. Die Siege holten sich am Samstag der Österreicher Daniel Tschofenig (vor 2 Landsleuten) und am Sonntag der unverwüstliche Japaner Ryoyo Kobayashi.
- Tennis: Italiens Männer sicherten sich zum dritten Mal in Folge den Daviscup, obwohl mit Jannik Sinner und Lorenzo Musetti die beiden Topspieler beim Final-Turnier in Bologna fehlten. In die Bresche sprangen Flavio Cobolli und Matteo Berrettini, die auch im Finale gegen Spanien gegen Jaume Munar und Paulo Carreno Busta die Oberhand behielten.
Gegen jenes Spanien hatte das mitfavorisierte deutsche Team im Halbfinale verloren. Alexander Zverev gewann zwar sein Einzel gegen Munar, doch Jan-Lennard Struff vergeigte gegen Carreno Busta, und das so hoch eingeschätzte Doppel Krawietz/Pütz zog gegen Granolliers/Portero den Kürzeren. Eine auf dem Papier klare Titelchance, die da leichtfertig vergeben wurde, aber gespielt wird halt auf dem Platz. Und nur wir Journalisten verteilen die Punkte schon im Voraus.
von Münchner Löwe | Nov. 21, 2025 | Fußball
Die Kontinental-Verbände haben ihre WM-Qualifikation abgeschlossen. 42 der 48 Teilnehmer am Riesenturnier 2026 in Nordamerika stehen fest. 4 europäische Plätze werden in Play-offs noch ausgespielt, dazu zwei interkontinentale Starter.
Im Gedächtnis bleibt das unfassbare Ereignis in Glasgow. Der Hampden Park ist ohnehin eine der stimmungsvollsten Fußball-Arenen der Welt, doch was sich dort am Dienstagabend beim Entscheidungs-Match der Schotten gegen Dänemark abspielte, hat sogar dieses Stadion noch nie gesehen (schreib ich jetzt bis zum Beweis des Gegenteils). Ein Wechselbad der Gefühle durchlebten die Fans nach zweimaliger Führung und zweimaligen Ausgleich. Unbeschreiblicher Jubel der Tartan Army nach Kieran Tierneys Traumtor schon in der Nachspielzeit zum 3:2, nur noch Ekstase nach dem Treffer von der Mittellinie zum 4:2, das den Sieg und das WM-Ticket endgültig sicherte.
https://www.youtube.com/watch?v=TZLKtkb-Lp0
Scott McTominays einzigartiger Fallrückzieher zum 1:0, der jeden Vergleich mit Klaus Fischers Wundertoren in den späten 70ern standhält, geriet da fast schon in Vergessenheit.
Schottland fährt damit zum ersten Mal seit 1998 zu einer WM-Endrunde, das gleiche Kunststück nach so langer Durststrecke vollendete praktisch gleichzeitig Österreich. Das Team des deutschen Teamchefs Ralf Rangnick musste im Praterstadion allerdings lange zittern: Nach dem frühen Rückstand nach einer Ecke (mal wieder), berannte Austria reichlich einfallslos das Tor der Gäste. Ein Treffer von Konni Laimer wurde absurderweise vonm VAR kassiert, weil eine halbe Minute vorher (!) bei der Balleroberung angeblich eine Regelwidrigkeit vorlag. Letztlich war es Bundesliga-Profi Michael Gregrorisch, der einen Lattenabpraller zum 1:1 verwertete. Beim SC Freiburg nurmehr zweite Wahl (wenn überhaupt), erlebte er wie jeder Österreicher den Höhepunkt seiner Karriere. Viele von ihnen verdienen oder verdienten ihr Geld in der deutschen Bundesliga.
Auch im Praterstadion brachen alle Dämme, doch Hampden Park bleibt unerreichbar.
Jubel auch in Curacao und Haiti
In der Nacht zum Mittwoch wurden dann dieMittelamerika-Ticket erreicht (neben den Gastgebern USA, Kanada, und Mexiko). Eines schnappte sich Curacao, eher als Ferieninsel bekannt und für die Drinks. 156.000 Einwohner hat die Insel nach letzter Zählung, weniger hatte noch nie ein WM-Teilnehmer (bisher war das Island/330.000).
Und doch war es eine fast erwartbare Überraschung: Alle Spieler sind in den Niederlanden geboren, spielen zum großen bei europäischen Clubs in den ersten nationalen Ligen, vor allem in der holländischen Eredivise. Angeleitet werden sie von Dick Advocaat, den weitgereisten holländischen Trainer. Der 78-Jährige betreute bereits die WM-Teilnehmer Holland (1994) und Südkorea (2006).
Auch Haiti löste das Ticket nach Amerika. Zum zweiten Mal nach 1974, als der Inselstaat bei der WM 1974 dabei war und drei Partien im Münchner Olympiastadion absolvierte. Dabei faszinierte Schlussmann Henri Francillon mit fantastischen Paraden – und zwar derart, dass sich 1860 München diesen außerordentlichen Torhüter schnappten. Immerhin 5 Zweitliga-Spiele absolvierte der heute 79-Jährige für die Löwen.
Pikant: Der von uns so geliebte US-Präsident Donnie (ich darf doch Donnie sagen, Mr. Trump?) belegte alle Haitianer (eines der sog. Shithole States) mit einem Einreise-Verbot in die USA, wie übrigens auch alle Iraner, dessen Fußball-Team ebenso qualifiziert ist. Da werden die diplomatischen Drähte glühen. Oder der och viel beliebtere FIFA-Boss Gianni I. verfügt, dass Haiti und Iran in Kanada/Mexiko-Gruppen spielen werden. Weiter, so die allgemeine Hoffnung, werden die beiden Teams eh nicht kommen, und wenn die Schiris dafür sorgen müssen …
Europäische Play-offs
16 Teams spielen vier noch offene Plätze aus. Die Auslosung ergab folgendes für die Halbfinali (26. März) und Finali (31. März).
Wales/Bosnien-Herzegowina vs. Italien/Nordirland
Ukraine/Schweden vs. Polen/Albanien
Slowakei/Kosovo vs. Türkei/Rumänien
Tschechien/Irland vs. Dänemark/Nordmazedonien
Den Italienern droht damit zum dritten Mal in Folge ein Aus in den europäischen Play-Ins. Denn ein mögliches Finale in Wales oderBosnien-H. ist alles andere als ein Vernügen für die nach den b eiden Norwegen-Pleiten eh waidwunde Fußball-Nation.
von Münchner Löwe | Nov. 18, 2025 | Allgemein
Deutschlands Fußballer sind bei der WM dabei, Sinner ist Weltmeister und Mikaela Schiffrin eine Klasse für sich
Fußball-Gala statt WM-Zittern
Was war das Wehklagen groß nach dem mauen 2:0 der deutschen Nationalmannschaft am Freitag in Luxemburg. Die WM sei in Gefahr, und sogar wenn „wir“ uns qualifizieren sollten: „Was zur Hölle wollen wir da?!“, rauschte es durch den Blätterwald.
Und jetzt – 4 Tage und gerade ein Spiel später: „Wir können wirklich Weltmeister werden!“, titeln dieselben Blätter nach der 6:0-Gala gegen die Slowakei. Ein tatsächlich imposanter Auftritt in Leipzig gerade in der 1. Halbzeit, der durchaus zu Hoffnungen Anlass gibt.
Zwischen Euphorie oder Depression, Himmel oder Hölle: Auch nach gut 2 Jahren Amtszeit mit Julian Nagelsmann als Bundestrainer ist die deutsche Mannschaft überhaupt nicht einzuschätzen. Die Wahrheit liegt, wie so oft im Leben, in der Mitte, wobei für mich die positiven Aspekte letztlich überwiegen: nämlich die sehr kreative Offensive, zumal sie mit dem langen Nick Woltemade in der Mitte auch einen im Wortsinn trefflichen Abnehmer gefunden hat.
Julian Nagelsmann verblüffte ja wieder alle Experten und die gefühlten 80 Millionen Bundestrainer, als er Leroy Sané ins Aufgebot holte und ihn sogar zweimal in die Startelf beorderte. Wirklich?? Diesen Sané??? Der Bayern-Versager, der aus reiner Geldgier in die türkische Liga abwanderte, die doch nur knapp besser ist als jene von Gibraltar???? Sané strafte alle Kritiker Lügen, war schon in Luxemburg einer der ganz wenigen Lichtblicke (neben dem zweifachen Torschützen Woltemade). Am Montag in Leipzig war er dann der beste unter vielen guten, der tatsächlich sein Riesen-Potenzial auf den Rasen brachte und plötzlich laut „Kicker“ „außerhalb jeder Diskussion“ steht. So schnell geht das.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Rückenwind des 6:0 zum Jahres-Abschluss und die nach dem 0:2 vom September in Bratislava letztlich souveräne WM-Qualifikation unendlich gut tut. Wobei wahrscheinlich von den unmittelbar Beteiligten niemand auf die Idee kommt, gleich vom Titel zu sprechen. Zumal das 48er-Irrsinnsturnier noch dazu im riesigen Amerika so viele Unwägbarkeiten bereithält. Die immer noch nicht sattelfeste Abwehr wird schon demütig machen.
Eines hoffe ich inständig: Dass keine neuerliche Neuer-Torwart-Diskussion aufflammt. Auf Oliver Baumann war zuletzt immer Verlass (zuletzt 4 Spiele ohne Gegentor und das war vor allem dem Schlussmann zu verdanken, der viele Abwehrschnitzer ausbügelte). Sollte Baumann gesund bleiben, besteht nicht der geringste Anlass, einen Wechsel auf der Torwart-Position vorzunehmen! Nicht für den derzeit verletzten Marc-André Ter Stegen und erst recht nicht für Manuel Neuer! Andererseits ist Nagelsmann für alle Sauereien/Merkwürdigkeiten gut, siehe die absurde Ausbootung von Angelo Stiller, zuletzt einer der Besten im Team.
Sinner jubelt, Alcáraz allerdings auch
Würdiger hätte das Tennisjahr nicht enden können (ich lass jetzt mal den Daviscup diese Woche außen vor). Im Endspiel der ATP Finals, der inoffiziellen Weltmeisterschaft jedes Jahres, trafen in Turin die beiden mit Abstand besten Spieler aufeinander. Diesmal behielt Jannik Sinner in einem zeitweise sehr intensiven, allerdings auch recht fehlerbehafteten Match gegen Carlos Alcáraz die Oberhand. Während der Woche hatten die beiden gezeigt, dass sie der Konkurrenz meilenweit enteilt sind; was auch die Tatsache belegt, dass Sinner und Alcáraz zurletzt alle großen Finals bestritten hatten (Paris/Alcáraz, Wimbledon/Sinner, Flushing Meadows/Alcáraz und eben jetzt Turin).
In seiner italienischen Heimat war Sinner den entscheidenden Hauch besser als sein Gegner, den allerdings offenbar auch eine leichte Oberschenkelblessur behinderte. Er hat seine Lektionen gerade aus der Pleite in New York gelernt, spielt variabler und streut vermehrt Netzangriffe in sein Spiel. In der Halle, wo kein Wind und keine Sonne und andere Wetter-Widrigkeiten stören, ist er nun seit 2 Jahren unbesiegt.
Andererseits hat auch sein Kontrahent Grund zum Jubeln: Der Spanier Alcáraz schließt das jahr als Nummer 1 der Weltrangliste ab, obwohl er (wie bisher jedes Jahr) im Herbst nicht mehr richtig auf Touren kam. Natürlich profitiert er in dieser Hinsicht auch von der dreimonatigen Dopingsperre, die Sinner im Frühjahr ausfasste.
Dem Rest bleibt die sehr vage Hoffnung, dass Sinncaraz schon den Zenith ihres Könnens erreicht haben. Doch bei Lichte betrachtet ist das sehr unwahrscheinlich, da die beiden mit 24 und 22 jahren noch sehr jung sind und sich gegenseitig anstacheln. Mich würde es nicht wundern, wenn Sinner und Alcáraz im Jahr 2026 alle 4 Grand-Slams bestreiten würde, einen anderen Sieger als die beiden in einem dieser großen Turniere kann ich mir gerade nur sehr undeutlich vorstellen.
Ach Zverev
Womit ich beim klar besten deutschen Spieler bin. Alexander Zverev verpasste mit der Niederlage gegen Felix Auger-Alliasime das Turiner Halbfinale. Dennoch beschließt er 2025 als „Best of the rest“ als Weltranglisten-Dritter. Und doch wird der Hamburger enttäuscht sein, vor allem mit seinen Auftritten bei Grand-Slam-Turnieren mit dem Tiefpunkt des Erstrunden-Ausscheidens in Wimbledon. Dass er jetzt einen unnützen Kleinkrieg gegen Chefkritiker Boris Becker scharmützelt, scheint wenig hilfreich. Wie viele andere Experten auch moniert Becker, dass Zverev einen fast undurchdringbaren Familien-Kokon gesponnen hat; dass vielleicht auch deshalb sein oft zu passives Spiel kein Update erfährt. Dazu sei anzumerken, dass sich Boris Becker himself mehr oder weniger deutlich als der Chefberater des Zverev-Clans angeboten hat, natürlich auch, um selbst im Gespräch zu bleiben.
Tatsache ist aber auch, dass sich Zverev allen Tipps von außen verwehrt: Papa Alexander und Bruder Mischa sind weiter die Hauptansprech-Partner. was immerhin zu Platz 3 der Weltrangliste reicht, aber halt nicht zu einem Grand-Slam-Triumph. Vergessen scheint jedenfalls Zverevs eigener Hilferuf nach dem Turnier in Wimbledon, als er nach dem Aus gegen Arthur Rinderknech andeutete, endlich auf fremde Hilfe zurückzugreifen. Ob es dafür allerdings genügt, dass er für 10 Tage nach Mallorca gefahren ist, um dort Tipps und Tricks von Toni Nadal zu erhalten – das wage ich zu bezweifeln.
Shiffrin in der eigenen Slalom-Welt
Nach dem Slalom von Levi hatte Mikaela Shiffrin vor allem ein Problem: Wie nennt sie bitte ihr Rentier, das sie als Prämie erhalten hat? Es ist nämlich schon ihr neuntes, das sie in ihrer Karriere für ebenso viele Triumphe in Finnland bekommen hat. Nach einer Nacht hatte sie den Geistesblitz: Winkie soll sie heißen, so war der Spitzname der Frau Mama in der Kindheit.
Im Slalom zuvor sahen wir wieder die „alte“ Mikaela (immerhin schon 28 …), die die übrige Weltspitze um mehr als 1,5 Sekunden distanzierte, also eine halbe Ewigkeit: spritzig vom ersten Tor an, extrem sicher auf dem Ski, angriffslustig. Der schwere Sturz von Killington vor einem Jahr, als sie sich eine Torstange in den Bauch rammte, scheint tatsächlich überwunden. Wer will sie in dieser Form im Slalom schlagen?, lautet die Frage ohne schlüssige Antwort.
Fortan, so scheint es, geht es im Slalom nur noch um Platz 2, und da mischen erfreulicherweise zwei Deutschinnen kräftig mit. Die junge Emma Aicher, die in Levi als Dritte (noch hinter der Albanerin Lara Culturi) zum ersten Mal überhaupt im Weltcup auf ein Slalom-Podest fuhr, und die erfahrene Lena Dürr, die auf Platz 4 landete (und mal wieder den 2. Durchgang etwas verbremste).
Aicher wiederum lässt die deutschen Skifans vom Gesamtweltcup träumen, wenn sie ihre grandiose Form in den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G vom März (2 Siege, ein 2. Platz) über den Sommer gerettet hat.
Bei den Männer gab es eine Premiere: Lucas Pinheiro Braathen schaffte als erster Brasilianer einen Weltcup-Sieg: im Skifahren und soweit ich recherchieren konnte, im Wintersport überhaupt. Lucas Pinheiro ist natürlich kein gebürtiger Brasilianer, als Lucas Braathen gewann er für Norwegen bis 2023 fünf Weltcup-Rennen, bevor er sich mit dem Verband zerstritt und anach einem Sabbatical die Staatsbürgerschaft seine Mutter annahm. Den Tränen war er nahe nach „der schwierigen Zeit“. Für die Skifans ist seine Rückkehr (die schon 2024 erfolgte) ein Segen.
Und sonst?
- Handball: Paukenschlag des SC Magdeburg: Im Speitzenspiel der Männer-Bundesliga gewannen die Bördestädter klar bei der SG Flensburg-Handewitt. Vielleicht schon die Voerentscheidung im Titelrennen, obwohl noch nicht mal ein Saisondrittel absolviert ist. Aber wer soll den Champions-League-Sieger stoppen? Eine perfekt eingespielte Truppe ohne jede Schwäche und auch breit genug aufgestellt, damit sie etwaige Ausfälle kompenieren kann. Auch das Monsterprogramm scheint fast spurlos vorüberzugehen, denn in der Champions League hat der Titelverteidiger ebenfalls alle 7 Spiele gewonnen.
- Basketball: Zwei unglückliche Niederlagen kassierte der FC Bayern in der Euroleague. Tragische Figur in Paris und Efes war jeweils Spencer Dinwiddie: In Paris vergab er in seinen Freiwurf zum Ausgleich; vielleicht sogar absichtlich, weil er auf den Rebound spekulierte?. Auch in Efes landerte sein potenziell siegbringender Wurf nur am Ring. Damit sind die Münchner nach einem 3-Siege-Zwischen-Spurt wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. De Weg mindestens in die Play-Ins (Rang 10) ist in dieser extrem fordernden 20er-Monsterliga noch sehr lang und steinig.
- Motorrad: Ausnahmsweise keinen spanischen Sieg gab es zum Saison-abschluss de MotoGP in Valencia. In de Höle des Espana-Löwen gewann der Italiener Marco Bezzecchi. Als Weltmeister stand schon länger Marc Marquez fest, der für das Rennen in der Heimat verletzungsbedingt pausieren musste. Die Gastgeber hielten sich am Sonntag mit Siegen in der Moto2 (Izan Guevara) und Moto3 (Adrian Fernandez) schadlos.
- Eisschnelllauf: Der Amerikaner Jordan Stolz hatte in Salt Lake City einen starken Weltcup-Auftakt und gewann die Rennen über 1000 und 1500 Meter. Aus deutscher Sicht erfreulich: Der gerade mal 18 jahre alte Finn Sonnekalb katapultierte sich über 15000 Meter mit Junioren-Weltrekord (1,41,33 Minuten/bleichzeitig deutscher Rekord) in die Weltspitze.
von Münchner Löwe | Nov. 17, 2025 | Formel 1, ski alpin, Tennis, Wintersport, Wochenvorschau
Formel 1 in Las Vegas und Davis-Cup-Endrunde in Bologna. Selbstverständlich auch viel Liga-Fußball in sämtlichen Mannschaftsportarten. Und der Wintersport bricht langsam ein wie der Witner …
Favorit Deutschland für den Daviscup?
Letzter echter Tennis-Höhepunkt des Jahres ist das Daviscup-Finale, wo die besten acht Teams diese Woche in Bologna aufeinandertreffen. Geht es allein nach Nennungen und Form, könnte die deutsche Mannschaft durchaus ein Wörtchen im Kampf um den Titel mitsprechen; erst recht nach der Absage der italienischen Superstars Jannik Sinner und Lorenzo Musetti.
Mit Alexander Zverev ist ein sehr starker Einzelspieler am Start, und das Doppel Krawietz/Pütz ist gerade im Daviscup eine Punkte-Bank.
Viertelfinal-Gegner ist am Donnerstag Argentinien, in der Halle längst nicht so stark wie auf Asche. Im Falle eines Sieges würde im Halbfinale der Sieger zwischen Spanien und Tschechien warten, wobei das Antreten von Carlos Alcáraz für Espana noch nicht fix ist.
Die weiteren Viertelfinals lauten Italien vs Österreich (die Gastgeber sind auch ohne Sinner und Musetti, dafür Cobolli und Berrettini und dem Weltklasse-Doppel Vavassori/Bolelli klarer Favorit gegen den klarsten aller Außeenseiter) sowie Frankreich (u. a. mit Humbert, Rinderknech und Doppelspezialist Herbert)) vs Belgien.
Da scheint tatsächlich einiges drin für das deutsche Team von Michael Kohlmann, aber gespielt wird immer noch auf dem Platz ….
Vegas ohne Glanz
Formel 1 in Las Vegas, das klingt nach viel Glamour und Glanz. Doch zumindest in den vergangenen Jahren haben die Fernsehzuschauer davon sehr wenig mitbekommen. Gerade im Flutlicht erschien die Glamour-Katze Vegas doch sehr grau. Mal schauen, ob sie das am Wochenende besser hinbekommen.
Sportlich spricht plötzlich alles für McLaren-Fahrer Lando Norris, der die WM-Wertung klar anführt vor seinem schwächelnden Teamkollegen Oscar Piastri und Titelverteidiger Max Verstappen. 24 respektive 49 Punkte hat der Brite Vorsprung auf die letzten verbliebenen Konkurrenten im Titelkampf, das ist ein (fast) beruhigendes Polster 3 Rennen vor Ultimo (nach vegs noch Katar und Abu Dhabi). Wie 2024 erfolgt das Rennen am Samstag (Ortszeit), also am Sonntagmorgen um 5 Uhr MEZ.
Beacher im australischen Frühsommer
Im australischen Adelaide ermitteln die BeachvolleyballerInnen ihre Weltmeister. Eine ewig scheinende Vorrunde ist beendet, jetzt kommen die K.o-Spiele, und in denen geht es Schlag auf Schlag bis zu den Finali am Sonntag. Alle sieben deutschen Teams haben die Endrunde erreicht, schaun wir mal, was daraus wird.
Erste Pflöcke im Wintersport
Bereits das 3. Rennwochenende steht für die Alpinen an. Im österreichischen Gurgl gibt es nach Levi erneut einen Slalom für Frauen (Samstag) und Männer (Sonntag). Die große Frage: We kommt Mikaela Shiffrin am nächsten, die nach ihrem schweren Sturz vor einem Jahr und einer zähen Rückkehr jetzt zu alter Überform gefunden hat. Die beiden Deutschinnen Emma Aicher und Lena Dürr sind als 3. und 4. glänzend in den Slalom gestartet, nachdem es im Riesenslalom in Sölden erwartungsgemäß noch nicht so richtig lief.
Schon ein Weltcup-Höhepunkt wartet auf die Eisschnellläufer: das Sahneeis von Calgary ermöglicht erfahrungsgemäß Topzeiten für alle Starter. Mit Finn Sonnekalb haben die Deutschen nach langer Zeit wieder einen Weltklassespringter, der am Samstag beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City mit einem Junioren-Weltrekord über 1500 Meter aufhorchen ließ.
Die Skispringer wiederum eröffnen ihre Saison in Lillehammer. Mal sehen, ob Deutsche und Österreicher wieder si glänzend in die Saison starten wie im vergangenen Jahr.
Und sonst
- Bundesliga: Nach den gefühlt andauernden Pausen für Länderspiele geht es jetzt bis Weihnachten ohne lästige Unterbrechung weiter. Die interessanteste Partie des 11. Spieltags dürfte das Aufeinandertreffen der beiden Bayern-Verfolger (allerdings schon Respektabstand( Dortmund und Stuttgart werden. Die Münchner ihrerseits haben mit dem SC Freiburg eine durchaus knifflige Heimaufgabe (beide Partien: Sa., 15:30). Angebliches topspiel des Wochenendes ist das Aufeinandetreffen de Traiditionsclubs 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt (Sa., 18:30).
- Internationaler Fußball, England: Im Mittelpunkt steht das Nordlondon-Derby zwischen Arsenal und Tottenham (So., 17:30). Meiser Liverpool muss zuhause gegen Nachzügler Nottingham Forest unbedigt gewinnen, eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe wartget auf den Zwieten Manchester City bei Newcastle United und den deutschen Nationalspieler Nils Woltemade (Sa., 18:30).
Italien: Inter vs Milan (So., 20:45, SanSiro): Wer wird die Mailänder Nummer 1. Der Erste trifft dabei auf den Dritten der Serie A, das Stadtderby ist also auch von Titel-Relevanz.
- Basketball: Der FC Bayern muss in der Euroleague nach Spanien zu Baskonia (Fr., 20:30). Nach den beiden überflüssigen Niederlagen in Paris und Efes sollten die Münchner beim baskischen Nachzügler unbedingt gewinnen.
In der BBL kommt es für den Meister am Sonntag in Ulm zur Wiederauflage des Finals vom Mai. Allerdings ist ratiopharm außer Form, hat zuletzt viermal in Folge in der Liga verloren.
- Handball: Wer soll den SC Magdeburg noch stoppen?. ist die bange HBL-Frage nach dem überzeugenden 35:31 beim vermeintlich härtesten Gegner SG Flensburg-Handewitt. Äußerst unwahrscheinlich, dass der Champions-League-Sieger zu Hause über Wetzlar stolpert – bei allem Respekt. Eher ist zu befürchten, dass die Flensburger am Freitag in Melsungen weiter Federn lassen.
von Münchner Löwe | Nov. 16, 2025 | Fußball
Ein Spieltag steht von Sonntag in den sogenannten European Qualifiers für die Endrunde der Fußball-WM 2026 in Nordamerika noch an. Viele haben ja gedacht, dass angesichts der höheren Teilnahmezahl (16 von insgesamt 48) die Qualifikation langweilig werden würde. Das Gegenteil ist der Fall: 3 echte Endspiele gibt es noch in den 12 Gruppen um Platz 1, und allein der löst das direkte Ticket nach Mexiko, USA und Kanada. Nicht einmal die Deutschen, historisch gesehen mit Abstand das beste eurpäische Team in WM-Qualifikationen, sind schon sicher dabei; zumindest reicht der Nagelsmann-Truppe morgen in Leipzig gegen die Slowakei ein Remis.
Die Gruppen im Einzelnen: Der Erste löst das Ticket nach Amerika, der Zweite muss in ein Qualifikationsturnier im März, wo insgesamt noch vier weitere Plätze ausgespielt werden. Das kommen noch einige Teams über die Nations League dazu, was ich hier aber erst mal außer Acht lasse
Gruppe A (1. Deutschland 12/+7, 2.Slowakei 12/+4, 3. Nordirland 6, 4. Luxemburg 0
Deutschland und die Slowakei sind punktgleich an der Spitze, die Deutschen haben das bessere Torverhältnis. damit genügt am Montag in Leipzig (20:45) ein Remis. Das ist eine bessere Ausgangsposition, als nach dem verheereenden 0:2 im Hinspiel in Bratislava zu erwarten war. Aber die keineswegs überragenden Slowaken ließen ihrerseits in Nordirland Federn.
Zwar tat sich das Nagelsmann-Team am Freitag beim 2:0 in Luxemburg äußerst schwer, Rückschlüsse auf die Form lassen sich aber mE nicht schließen. Zumal auch die Slowaken beim Erfolg in der Nachspielzeit gegen Nordirland alles andere als überragend auftraten. Ein enorm wichtiger Sieg übrigens, denn damit sicherte das Team Platz 2 ab, der bei einem Remis in ernsthafter Gefahr gewesen wäre.
Für die Deutschen wäre ein Sieg zum Abschluss trotzdem wichtig: Nur so wäre gesichert, dass das GTeeam bei der WM-Auslosung als Gruppenkopf gesetzt ist.
Tipp: Deutschland wird vor der Slowakei landen
Gruppe B (1. Schweiz 13/+12, 2. Kosovo 10/+1, 3. Slowenien 3, 4. Schweden 1)
Es kommt zwar noch zum direkten Duell zwischen Kosovo und der Schweiz, aber die Eidgenossen können für die WM planen. Denn die Kosovaren müssten mit 7 Toren Unerschied gewinnen, das ist natürlich unmöglich. Riesenerfolg für das kleine Land, dass sie in dieser nominell starken Gruppe die weit höher eingeschätzten Slowenen und Schweden (die größte Enttäuschung der gesamten Quali) klar hinter sich gelassen haben.
Gruppe C (1. Dänemark 11, 2. Schottland 10, 3. Griechenland 6, 4. Belarus 1)
Echtes Endspiel in Glasgow. Die Dänen verabsäumten es durch das völlig überraschende 2:2 zu Hause gegen das bis dato punktelose Belarus eine bessere Ausgangsposition. Jetzt brauchen sie im gefürchteten Hampden Park zumindest ein Remis für den Gruppensieg. Allerdings sind die Schotten auch nicht gerade in Glanzform, wie das 2:3 in Griechenland zeigt. Es wird ein Nervenspiel mit völlig offenem Ausgang.
🧠 Dänemark ❤️ Schottland (diese fantastischen Fans hätten es verdient!)
Gruppe D (1. Frankreich 13, 2. Island 7/+4, 3. Ukraine 7/-3, 4. Aserbaidschan 1
Frankreich hat das Ticket sicher: Im Kampf um Platz 2 hat die Ukraine gegen Island ein Heimspiel, muss dieses aber wegen des Krieges auf neutralem Platz (Warschau) austragen. Die Truppe braucht einen Sieg, dieser ist ihr auch zuzutrauen.
🧠 ❤️ Ukraine (der kleinste Trost hilft dem gebeutelten Land)
Gruppe E (1. Spanien 15/+19, 2. Türkei 12/+5, 3. Georgien 3, 4.Bulgarien 0).
Es kommt zum direkten Duell zwischen Spanien und der Türkei. Gespielt wird am Dienstag in Sevilla, die Gäste müssten mit 8 Toren Unterschied gewinnen, um Espana noch abzufangen.
Gruppe F (1. Portugal 10, 2. Ungarn 8, 3. Irland 7, 4. Armenien 3)
Die Portugiesen verpassten durch die Niederlage am Donnerstag in Irland den vorzeitigen Gruppensieg und müssen deshalb vorm Heimspiel heute gegen Armenien gewinnen, um Platz 1 zu sichern. Dass sollte machbar sein. Hochspannung vorm direkten Duell um Ragng 2 zwischen Ungarn und Irland in Budapest, wobei den gastgebern ein Remis genügt.
🧠 Portugal wird Erster, Ungarn Zweiter ❤️ Irland auf 2 (trotz der wunderschönen Stadt Budapest halte ich auch
hier zu den Fans auf der Insel).
Gruppe G (1. Niederlande 17/+19, 2. Polen 14/+6, 3. Finnland 10, 4. Malta 5, 5. Litauen 3
Nur in de Theorie kann Polen (auf Malta) 3 Punkte und 13 Tore gegen Holland (vs Litauen) aufholen.
Gruppe H (1. Österreich 18, 2. Bosnbien-Herzegeowina 16, 3. Rumänien 10, 4. Zypern 8, 5. San Marino 0)
Alles ist gerichtet fürs Endspiel im Wiener Ernst-Happel-Stadion am Dienstag (20:45), wo Austria ein Unentschieden für den Gruppensieg genügt. Das Rangnick-Team durfte nach dem 2:0 auf Zypern am Samstag sogar vom vorzeitigen WM-Ticket träumen, doch späte Tore zum 3:1 gegen Rumänien sicherten den Bosniern nicht nur das Endspiel in Wien, sondern die sichere Teilnahme an den Play-offs.
🧠 ❤️ Österreich (ich bin austriaphil und trotzdem optimistisch …)
Gruppe I (1. Norwegen 21/+29, 2. Italien 18/+12, 3. Israel 9, 4. Estland 4, 5. Moldawien 1)
Um es kurz zu machen: Italien wird nicht mit 9:0 oder höher gegen Norwegen gewinnen, und Norge noch abzufangen. Wahrscheinlich wären die arg kritisierten Azzurri schon zufrieden, wenn sie in Mailand (So., 20:45) nicht wieder so eingehen würden wie beim 0:3 im Osloer Hinspiel. Platz 2 ist zumindest sicher.
Gruppe J (1. Belgien 15/+15, 2. NOrdmazedonien 13/+9, 3. Wales 13/+4, 4. Kasachstan 4, 5. Liechtenstein 0)
Belgien wird den Gruppensieg zu Hause gegen Lichtenstein sichern, den es beim trostlosen Remis in Kasachstan noch versäumt hat. Ein echtes Endspiel um Platz 2 in Cardiff zwischen Wales und Nordmazedonien.
🧠 Belgien (klar) und Wales (Heimvorteil bringt den Sieg) ❤️ Wales (mal wieder die Fans …)
Gruppe K (1. England 21, 2. Albanien 14, 3. Serbien 10, 4. Lettland 5, 5. Andorra 1)
Alles ist klar: Nur eine Frage ist offen. Schafft das englische Tuchel-Team in Albanien auch den achten Zu-Null-Sieg im achten Quali-Spiel?
Gruppe L (1. Kroatien 19, 2. Tschechien 13, 3. Färöer 12, 4. Montenegro 9, 5. Gibraltar 0)
Kroatien fährt nach Amerika, Tschechien zur Relegation trotz der gruseligen Niederlage gegen die Färöer und anderen trostlosen Auftrtten.
Afrika
Wem das noch nicht reicht, kann heute nach Rabat/Marokko schauen. Dort kämpfen Nigeria und DR Kongo (So., 20:00/Sportdigital) um den afrikanischen Platz für die interkontinentale Quaifikation im März unter anderem gegen Bolivien.
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