von Münchner Löwe | Feb. 2, 2026 | basketball, bundesliga, Fußball, Handball, NBA, ski alpin, Tennis
Australian Open, Handball-EM und der Hauch einer Bayern Krise. Dazu letzte Winter-Wettbewerbe vor Olympia.
Alcáraz schafft den Karriere-Grand-Slam
Nix wurde es mit dem Rekord-Triumph von Novak Djokovic. Obwohl er im Finale den ersten Satz gegen Carlos Alcáraz für sich entschid und zumindest teilweise richtig gutes Tennis spielte, der Spanier war doch in den entscheidnden Momenten zu stark und gewann in vier Durchgängen. Damit sicherte er sich nicht nur den insgesamt 7. Grand-Slam-Titel der Karriere, sondern vervollständigte auch so früh wie zuvor noch kein Profi die Sammlung. Je 2 Titel hat er nämlich zuvor in Paris, Wimbledon und Flushing Meadows errungen.
Dem Djoker lieb dagegen der 25. Triumph versagt, mit dem er alleiniger Rekordhalter geworden wäre (es bleibt bei der geteilten Führung mit Margareth Court). Dass er überhaupt das Finale mit seinen 38 Jahren erreichte, spricht für sich, war aber auch glücklichen Umständen geschuldet wie die Verletzung von Lorenzo Musetti im Viertelfinale. Aber allein, wie er sich im Halbfinale gegen Titelverteidiger jannik Sinner durchsetzte, nötigt sogar mir, dem erklärten Nole-Hater, größten Respekt ab. Eine wirklich realistische Chance gebe ich dem Serben, im Juli in Wimbledon.
Bei den Frauen triumphierte Lena Rybakina. Einerseits überraschend, weil die Kasachin bisher nur einen Wimbledontitel aufzuweisen hatte und nur als Nummer 8 ins Turnier ging. Andererseits fast naheliegend. Seit Spätherbst ist Rybakina ungeschlagen, gewann im November souverän das WTA-Finale. Leider habe ich bei meinem Melbourne-Tipp ihrer Niederlage im Vorberereitungsturnier in Brisbane gegen Karolina Muchova zu viel Bedeutung beigemessen …
Beeindruckend jedenfalls, wie sich die über 1,80 Meter große Rybakina im Finale gegen Aryna Sabalenka mit ihrem Aufschlag aus der Affäre rettete. Ein Finale, das tatsächlich über 3 Sätze ging und mehr als 2 Sunden dauerte (2:19). Eine Rarität bei diesem eher spannungsarmen Turnier; gerade die Frauen-Matches waren meist doch eine sehr einseitige und damit auch eintönige Angelegenheit (genauso übrigens wie die Männer-Matches, natürlich ausgenommen die beiden 5-Satz-Thriller im Halbfinale).
Deutscher Erfolgslauf gestoppt
Auch der Kanzler konnte nicht helfen, oder lags gar an Friedrich Merz. Jedenfalls zeigten sich die unbesiegbaren handball-Dänen bei der Heim-EM im Finale auch tatsächlich als unbesiegbar. Zwar hielten die Deutschen eine Halbzeit sehr gut mit und konnten die Partie zeitweise sogar ausgeglichen gestalten, doch letztlich hatten sie gegen Danish Dynamite doch keine Chance und verloren mit 27:34 (zu) deutlich. Immerhin eine klare Steigerung zum Olympiafinale, als vom gleichen Gegner regelrecht demontiert wurden.
Ausgerechnet der dänische Ersatztorhüter Kevin Möller sorgte für die Vorentscheidung. Noch während der 1. halbzeit ersetzte der Keeper der SG Flensburg-Handewitt den eher glücklosen Emil Nielsen, und seine Paraden ebneten den Weg. Er überstrahlte zeitweise sogar Andi Wolff im deutschen Kasten, der gerade im ersten Durchgang nicht ganz an seine vorherigen Weltkassepartien heranreichte.
Erstau licherweise blieb Mölle auch die gesamte 2. Halbzeit im Tor (außer bei einem einigen Siebenmeter). Dass er zum Mann der partie offiziell ausgezeichnet wurde, das hätte vor der partie wohl niemand prophezeit.
Das junge deutsche Team wird mit dem Finaleinzug mehr als zufrieden sein, gerade die Siege gegen Frankreich und Portugal durfte nicht jeder erwarten. Im Endspiel selbst kamen manche nicht an ihr Leistungsvermögen heran, gerade im Angriff Uncins und Knorr. Und wer weiß, wie alles gelaufen wäre, hätte nicht Abwehrchef Kiesler nach einer Würge-Attacke gegen Mthias Gisdel früh mit Rot vom Parkett gemusst.
ARD – Unterirdische Kommentatoren
Ein Wort zur Fernsehberichterstattung: Die deutschen Spiele wurden in ARD und ZDF gezeigt, und größer könnte der Qualitätsunterschied nicht sein. Im ZDF überzeugten mich Reporter martin Schneider und Experte Sven Christophersen. Voller Sachkenntnis ohnehin, mit viel Engagement, aber jederzeit fair in der Einordnung – was des Gegners Leistung betrifft ebenso wie die der Schiris. Bei der ARD dagegen überboten sich Florian Nass und Jogi Bitter an peinlichem Nationalismus, jede Entscheidung gegen Deutschland war ein Affront, jeder Fehlwurf des Gegners wurde bejubelt (ich übertreibe nur wenig). Alles war immer nur schwarz, rot, geil – absolut zum Fremdschämen. Und letztlich auch gefährlich in einer Sportart, wo die allerwenigsten so regelfirm sind, um das ewige Klammern, Halten, Stoßen, vielleicht auch Würgen richtig einordnen können. Gerade hier bräuchte es eine objektive Anleitung und nicht dumpfbackiges Pro-Deutschland-Gebrüll. Überspitzt gesagt: Mehr Nationalismus sehe ich auch bei einem AfD-Parteitag nicht (nein, ich behaupte nicht, das Nass und Bitter der AfD anhängen. Aber ihre Art der Kommentierung mögen sie bitte überprüfen!).
Die Bayern – plötzlich nervös
Kaum läuft es nicht mehr ganz so flüssig, zeigen die Münchner Fußballer Nerven. Zu besichtigen beim in der Tat aufreibenden 2:2 beim Aufsteiger Hamburger SV. Von Beginn an war viel Hekik im Spiel, Haken und Ösen auf beiden Seiten, und Schiri Harm Osmers zeigte sich in der Zweikampfbewertung in der Tat samft überfordert, allerdings auf beiden Seiten.
In der Endphase, als die Bayern verzweifelt den Siegestreffer versuchten, musste der Frust raus. Bei jedem Pfiff (oder unterlassenem Pfiff) gegen München stürmten mehrere Byyern-Profis auf den unparteiischen ein. Die Regel, dass nur noch der Kapitän protestieren darf, die gilt offenbar nicht mehr (das bedaure ich schon seit einigen Monaten). Sogar Harry Kane, der als Engländer angeblich die Fairness und die Achtung gegen den Referee mit der Muttermilch aufgesogen hat, beteiligte sich am Schiri-Bedrängen.
Nach dem Schlusspfiff ging das Schiri-Bashing erst recht los. Wlchen Bayern man die Reporter auch befragten, zunächst gab es eine Breitseite gegen den Schiri. Der aus meine Sicht bei allen brenzligen Entscheidungen richtig lag (zumindest nicht völlig falsch), sowohl beim Elfer für den HSV unterbliebenen Strafstößen für die Bayern wegen Hand (klar angeschossen) und Foul (nicht genug). Klar, es hat schon Schiris gegeben, die die beiden Strafstöße gegeben hätten und haben, aber wie lautet ein ehernes Grundrechtsgebot: Keine Gleichheit im Unrecht.
Im Laufe der zeit wunderte ich mich, warum sich die Bayern so aufführten. Sie, die doh so souverän durch die Liga cruisen. Doch jetzt sah ich nicht nur extrem unsympathische Profis (sogar der für mich sympathische Kane mutierte zum Bayern-Deppen), sondern geradezu panische Spieler und Verantwortliche. Ob da vielleicht sogar mehr dahintersteckt als 2 verlorene Pünktchen? Weil jeder spürt, dass jetzt, wo es langsam ernst wird, die wunderbare Leixhtigkeit des Seins verschwunden ist ode zumindest auf den rumpeligen Winter-Spielfeldern nicht mehr zum Tragen kommt.
Noch ist das Spekulatius. Noch ist auch de Abstand auf den Zweiten Borussia Dortmund komfortabel (6 Punkte und das uneinholbar bessere Torverhältnis). Aber jetzt noch eine Niederlage gegen das formstarke Hoffenheim und gleichzeitiger Dormund-Sieg – und plötzlich wären beide Teams in Reichweite.
Werder verliert die Nerven
Hier hat die Panik schon zur üblichen Raktion geführt: Einen Tag nach dem 1:1 zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach feuerten die Bremer Verantwortlichen den Coach. Horst Steffen, erst im Sommer vom Zweitligisten SV Elversberg gekommen, muss gehen. Zehn Spiele ohne Sieg – das hat noch nie einem Bundesliga-Coach gut getan. Obwohl nach Auffassung vieler Experten, die viel näher an Werder sind als ich, diesen Schritt für verfrüht halten. Wer den sich windenden Arnd Zeigler, der Stadionsprecher im Weserstadion, gestern bei seiner Sendung sah, weiß von was ich rede. Nur Diplomatie und Achtung vor seinem herzensclub bewahrten die Verantwortlichen vor einer Tirade, da bin ich mir sicher.
Natürlich hat Steffen, der den Noname-Club Elversberg fast in die Bundesliga geführt hätte, nicht alles richtig gemacht. Aber die Sportliche Leitung beging einen Fehle nach dem anderen, vor allem in der Kaderzusammenstellung. Die gipfelte darin, dass sie den durchaus begabten Victor Boniface verpflichtete. Jenen Angreifer, der nur Tage zuvor durch den Medizincheck beim AC mailand gefallen war. Kann man sogar eingehen, dieses Risiko, allerdings bitte mit Netz und dippelten Boden, hier also guten Backups. Diese fehlen komplett, es kam, wie es kommen musste. Boniface fehlt bis zum Ende wegen einer Knieverletzung (das die mailänder moniert hatten), die traurige Bilanz: ein Stürmertor.
Schweizer Trost am Unglücksort
Die Brand-Katastrophe in Crans Montana ist noch längst nicht verdaut (am Sonntag erlag ein Mann seinen Verletzungen), da machte der Skizirkus im Schweizer Ort Station. Alles natürlich im Zeichen des Unglücks, aber eben auch mit viel sportlichem Wert: zum einen weil in nicht einmal einer Woche die Olympischen Abfahrten anstehen, zum anderen, weil Crans Montana 2027 die alpinen Skiweltmeisteschaften ausrichtet.
Am Freitag schien sich das Unglück, das diesen Ort 2026 ereilt hat, fortzusetzen. Beim Super-G der Frauen stürzten von den ersten 6 Starterinnen drei, darunter Lindey Vonn, die an einer tückischen Strecke in den Schnee musste. Zwar konnte die Amerikanerin aus eigener Kraft ins Ziel schwingen, von dort wurde sie aber per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen – zur Beobachtung. Offenbar hat sie sich eine Knieverletzung zugezogen, nicht an ihrem künstlichen Gelenk allerdings. Ob und in welchem Fitnesszustand sie jetzt nach Cortina reist, ist völlig unklar. Schon am Sonntag steht die Abfahrt von der Tofana auf dem Olympischen Programm, kurz darauf die Kombi-Abfahrt (Dienstag) und Super-G (Donnerstag). Das Rennen wurde nach Vonns Sturz abgebrochen.
Tags darauf strahlender Sonnenschein. Und mit der Schweizerin Marjorie Blanc eine Super-G-Siegerin, die ganz in der Nähe aufgewachsen ist. Blanc, in dieser Saison noch nicht sehr auffällig, legte eine nahezu fehlerfreie Fahrt hin und siegte Sofia Goggia aus Italien und Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson, die für Vonn für die USA in die Bresche sprang. Während Kira Weidle-Winkelmann auf Platz 5 überzeugte, beging Emma Aicher mal wieder einer unfassbaren Leichtsinnsfehler und schied aus.
Van Allmen überragt
Die Abfahrt am Sonntag war ebenfalls eine Schweizer Angelegenheit. Nämlich die von Weltmeister Franjo van Allmen, der die gesamte Konkurrenz förmlich deklassierte. 65 Hundertstelsekunden lag er vor dem Italiener Dominik Paris, das klingt gar nicht sooo viel. Wenn man allerdings bedenkt, dass andrerseits zwischen Paris und dem Zwölften Muzaton sogar nur 63 Hunderstel lagen, dann zeigt das die Ausnahmefahrt. In dieser Form erhebe ich van Allmen zum Favoriten für die Olympia-Abfahrt von der Stelvio diesen Samstag – und bin mit dieser Einschätzung bestimmt nicht allein.
Dennis Schröder – der 11. Verein
Das Gastspiel bei den Sacramento Kings dauerte nur gut drei Monate, jetzt ist der deutsche Welt- und Europameister ein „Cavalier“. Die Cavs aus Cleveland sicherten sich die Dienste des Deutschen, er kommt gemeinsam mit dem äußerst talentierten Keon Ellis aus Kalifornien, für ihn geht DeAndre Hunter nach Sacramento.
Für Schröder ist es die 11. Station – rekordverdächtig (der steht bei 13/ein gewisser Ish Smith, der wirklich so heißt …), aber vielleicht ein Glücksfall. Denn während die Kings das schlechteste Team der gesamten NBA sind und längst keine Chancen mehr haben auf die Play-offs (großer Seufzer des Kings-Fans), ist Cleveland eine äußerst starke Mannschaft. In der vergangenen Saison waren die Cavs im Grunddurchgang das mit Abstand beste Team in der Eastern Conference, sie scheiterten allerdings in der 2. Runde am späeren Finalisten Indiana Pacers, auch weil mit Darius Garland und Evan Mobley zwei wichtige Spieler fehlten. Gerade die Verletzungsanfälligkeit von Spielmacher Garland dürfte die Cavs dazu bewegt haben, sich den deutschen Kapitän zu angeln, der diese Position glänzend ausführt. Anführer ist Donovan Mitchell, einer der elegantesten Profis der Liga, Evan Mobley wurde 2025 zum besten Defense-Spieler gewählt
Es besteht also nicht der geringste Grund zur Häme, die ich hier und dort schon lesen musste.
von Münchner Löwe | Feb. 1, 2026 | Darts, Fußball, Wochenvorschau
Olympische Winterspiele in Mailand (und in den nahegelegenen) ab Freitag und Super Bowl Sonntagnacht zwischen den Seahawks und Patriots – zwei absolute Jahrshöhepunkte, die ich in gesonderten Texten beleuchten werden. Bleibt diese Woche nur noch das Pokal-Viertelfinale und viel Liga-Sport.
Geteiltes Pokal-Viertelfinale
Seit einigen Jahren wird der DFB-Pokal im Viertelfinale schon bei der Geburt getrennt. 4 Spiele an 4 Tagen, aufgeteilt in 2 Wochen. Neuerung diesmal, dass die Wochen aufeinanderfolgen und nicht durch die internationalen Wettbewerbe noch weiter auseinander gerissen werden. Diese Woche kommt es zu den Begegnungen Leverkusen – St. Pauli (Di., 20:45) und Holstein Kiel vs Titelverteidiger VfB Stuttgart (Mi., 20:45, nächste Woche dann Hertha BSC vs SC Freiburg (Dienstag, 10. 2.) und der vermeintliche Topschlager FC Bayern gegen RB Leipzig (Mi., 11.2.) auf dem Programm.
Hertha und der Pokal, das ist eine fast unendliche Leidensgeschichte. Seit 1985 das Endspiel fest in der Hauptstadt ausgetragen wird, hat es die Profimannschaft noch nicht ein einzigeds Mal ins Finale geschafft, jir im Jahr 1993 die sogenannten Amateure, die dann allerdings gegen Bayer Leverkusen mit 0:1 den Kürzeren zogen.
Schier endlose Darts-Liga
Die 8 vermeintlich besten Profis haben ab diesen Donnerstag gut zu tun. Da startet die Premier League das lukrative Einladungsturnier. Insgesamt 16 Spieltage plus ein Finalturnier stehen bis 28. Mai an, jeweils am Donnerstag. Meist in britischen Städten, aber auch mit Abstechern nach Dublin, Rotterdam, Antwerpen und Berlin. .
Der Modus ist seit einigen Jahren unverändert: Es gibt pro Abend Viertelfinale, Halbfinale und Finale, dafür gibt es Punkte, die summiert werden.
Weltmeister Luke Littler ist der ganz klare Favorit. Zu souverän war der Auftritt bei der WM vor gut einem Monat im Ally Pally. Neu dabei sind WM-Finalist Gian va Veen aus Holland (per Geldrangliste) sowie der Engländer John Rock, der eine Wild Card erhielt.
Titelverteidiger ist Luke Humphries. Außerdem dabei sind noch die Waliser Jonny Clayton und Gerwayn Pryce (Letzterer wahrscheinlich, damit es einen Bad Boy gibt sowie Steve Bunting aus England und Ex-Weltmeister Michael van Gerwen aus Holland.
Und sonst?
- Bundesliga: Die etwas schwächelnden Bayern (2 Partien ohne Sieg!) empfangen am Sonntag (17:30) mit 1899 Hoffenheim das derzeit heißeste Team der Liga, in diesem Jahr mit insgesamt 5 Siegen noch ohne Punktverlust. Nominelles Topspiel am Samstagabend ist die Partie von Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen, nur Ignoranten würden das Rheinderby nennen. Mit dem neuen Trainer Riera versucht Eintracht Frankfurt schon am Freitagabend beim 1. FC Union sein Glück, parallel zur Olympischen Eröffnungsfeier im Mailänder Sansiro Stadion, vielleicht ganz gut so.
- England: Am Sonntagabend gibt es einen veritablen Schlager: Meister FC Liverpool empfängt den Titel-Vorgänger Manchester City. Pool kämpft nur noch um Platz 5, der zeimlich sicher die Qualifikation für die Champions League bedeutet (wegen der englischen Überlegenheit in der EC-Jahreswertung), City hat noch eine theoretische Chance auf den Titel bei 7 Punkten Rückstand auf Arsenal, da helfen nur Siege.
Apropos England: Während der Woche finden die Halbfinal-Rückspuel im Liga-Cup statt. Am Diensstag empfängt der FC Arsenal den FC Chelsea (Hinspiel 3:2),, am Mittwoch Manchester City das Woltemade-Team Newcastle United (2:0).
- Basketball: Wieder mal 2 Spieltage in der Euroleague. 2 Heimspiele für den FC Bayern gegen französische Teams, am Dienstag gegen Paris Basketball, am Donnerstag gegen AS Monaco. Nur 2 Siege wahren die winzige Chance auf die Play-Ins.
- Handball: Unfassbar, aber es gibt für die Männer tatsächlich eine spielfreie Woche nach der EM.
- Tennis: Hier ist nix mit Pause, allerdings nehmen sich die Topspieler eine solche. Es gibt Frauen-Turniere in Cluj (Raducanu, Pliskova), Ostrau (Maria, Korpatsch) und Abu Dhabi (Bencic, Alexandrowa, Tauson) sowie bei den Männern in Montpellier (Auger-Aliassime, Cobolli, Wawrinka). Für mich angesichts des Sport-Reichtums tatsächlich Grund, Abstand zu halten.
von Münchner Löwe | Jan. 30, 2026 | Allgemein
Australian Open, Halbfinale
Was habe ich mich beschwert, dass es zu glatt läuft bei den Männern. Nun, angesichts der beiden 5-Satz-Thriller am Freitag bin sicher nicht nur ich besänftigt, sondern jeder Tennis-Fan. 2 Halbfinals, 2 Fünfsatz-Thiriller, zweimal Drama ohne Ende, zweimal siegte nicht unbedingt mein Favorit.
Zunächst Carlos Alcáraz vs Alexander Zverev. Der Weltranglistenerste gegen den Deutschen, der noch nie ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat. Relativ beschaulicher Beginn, Fehler auf beiden Seiten, Carlitos nutzt die erste Aufschlagschwäche zum Break und kurze Zeit später tütet er den ersten Satz ein.
Im 2. Satz wird Zverev stärker, gerade sein 1. Service bereitet dem Spanier unlösbare Probleme. Selbst schafft er ein Break, doch gerade beim Game, als er beim Stand von 5:3 auf den Satz aufschlägt, verlässt ihn der Aufschlag, gegen den überragenden Retournspieler Alcáraz darf man sich so etwas nicht leisten. Break Alcáraz, Zverev verzweifelt und gleich noch mal Break Alcáraz und gleich darauf die 2:0-Satzführung. Wohl niemand in der Rod-Laver-Arena und an den Bildschirmen, der jetzt noch viel Chips auf den Hamburger gesetzt hätte.
Doch die Tennisgötter wollten Drama. Dieses bahnte sich an, als Alcáraz plötzlich sehr viel langsamer agierte und beim eigenem Aufschlag nicht mehr hochsprang. Typischer Fall von Krämpfen, der verzweifelte Alcáraz wankte, war sichtlich gehandicapt, nahm sich eine Pause und rief den Physio. Wass den Regeln zuwiderläuft, denn nach denen darf man wegen einer körperlichen Erschöpfung kein medical timeout nehmen, diese Erschöpfung ist gewissermaßen im Spiel impliziert. Der Stuhlsichiedsrichter gewährte sie dennoch, wegen eine „Adduktorenverletzung“, wie es später zur (lahmen) Begründung hieß.
Zverev regte sich auf, doch er besann sich und gewann diesen am Ende sehr merkwürdigen Satz im tiebreak. Merkwürdig deshalb, weil sich Alcáraz zwar kaum bewegen konnte, Zverev aber nicht so recht wusste, wie er mit dieser Bewegungslosigkeit umgehen sollte. Aus dem Stand knallte Alcáraz einige unerreichbare Bälle, aber irgendwie rettete sich Zverev im Tiebreak.
Der vierte Satz wogte dann hin und her mit dem sich zunehmend erholten Alcáraz. Zverev aber hatte jetzt sein Spiel gefunden und gewann auch diesen Durchgang im Tiebreak. Und als er im fünften Satz als Erster ein Break schaffte, schien er tatsächlich auf der Siegesstraße.
Wenn nur diese verdammte Müdigkeit nicht gewesen wäre, kein Wunder, denn zu diesem Zeitpunkt waren weit mehr als viereinhalb Stunden gespielt. Längst war der Aufschlag des Deutschen nicht mehr so wuchtig und effizient. Dennoch schaffte es Zverev, irgendwie seinen Aufschlag zu halten, weil Alcaraz – auch nicht mehr der Frischeste – einige glasklare Breakmöglichkeiten vergab. Und weil Zverev mit einem unfassbaren Vorhandschuss (mein Schlag des Turniers) aus dem Lauf das Game zum 5:3 machte. Andrerseits tat er beim Aufschlag des Spaniers viel zu wenig, um sich noch ein weiteres Break zu besorgen.
Das sollte sich rächen. Beim Stand von 5:4 schlug Zverev zum Match auf, doch diesmal ließ sich Alcáraz gegen das immer schwächere Service die Chance nicht entgehen – Break. Zverev war tatsächlich gebrochen (Break, gebrochen, hihi), auch wenn es nominell Unentschieden stand sah jeder im Stadion und vor den Fernsehgeräten, dass Zverev ein geschlagener Mann war. Der verwandelte Matchball von Alcáraz war dann nur noch die offizielle Bestätigung, dass alles vorbei war. 5:26 Stunden hatte das Drama gedauert, so lange wie noch nie ein Halbfinale bei den Australian Open. Und noch viel länger werden sehr viele Menschen erregt über dieses Spiel mit so vielen Wendungen reden. „We call it a Klassiker“.
Der unfassbare Djokovic
Das ewig lange Zverev-Match hatte zur Folge, dass das zweite Halbfinale zwischen Titelverteidiger Jannik Sinner und Novak Djokovic erst um kurz vor 22 Uhr Ortszeit begann und kurz vor 2 Uhr nachts endete.
Sinner startete furios, gleich mit einem Break, und sicherte sich ohne Probleme den ersten Satz. Doch Djokovic wollte sich nicht kampflos ergeben wie bei den letzten Aufeinandertreffen in den Grand-Slam-Halbfinals, als er keine Schnitte sah. Sein Aufschlag kam konstant gut und bereitete dem Italiener erhebliche Probleme. Mit dem dritten Breakball nahm der Serbe selbst Sinner den Aufschlag ab und konnte dieses Break trotz bester Chancen von Sinner zum Satzausgleich transportieren.
Satz 3 ging dann wiederum an Sinner, der vierte Durchgang an den Djoker. Und das nächste Drama begann mit dem Titel „Jannik Sinner – oder wie vergebe ich Breakchancen“: je nach Fanlager Komödie oder Tragödie.
1. Beim Stand von 1:0 hat Sinner 2 Breakchancen, Djokovic wehrt ab und gewinnt den Aufschlag zum 1:1.
2. Beim Stand von 2:1 hat Sinner 3 Breakchancen, Djokovic wehrt ab und gewinnt den Aufschlag zum 2:2.
3. Zwei problemlose Aufschlagspiele – 3:3
4. Sinner kassiert das Break zum 3:4, Djokovic nutzt dabei die allererste (und letztlich einzige) Chance im Satz .
5. Beim Stand von 4:3 für Nole hat Sinner 3 Breakchancen, Djokovic wehrt ab und gewinnt den Aufschlag zum 5:3.
6. Djokovic führt 5:4, vergibt 2 Matchbälle in Folge, einen davon mit unfassbar schwachen Volley bei sperrangelweitem Platz. Noch mal Hoffnung für den Titelverteidiger? Nein. Djokovic bleibt stoisch, lässt einen Service-Winner folgen, und den dritten Matchball verwandelt er. Und wie Alcáraz im ersten Halbfinale sinkt er in die Knie, als habe er schon das Turnier gewonnen. Wobei dieses unfassbare Match dem 38-jährigen Djoker schon wie ein Turniersieg vorkommen musste.
Ach, die Frauen spielten auch …
Nämlich am Donnerstag. Ich machs kurz und schmerzlos – analog zu den kurzen und höchstens für die Verliererinnen schmerzhaften Partien. Aryna Sabalenka und Lena Rybakina setzten sich praktisch ungefährdet in je zwei Sätzen gegen Elina Svitolina und Jessica Pegula durch. Keine große Geschichte zu erzählen *
Ein kleiner, böser Vergleich der Halbfinali
Frauen: 2 Spiele, 4 Sätze, Spielzeit insgesamt 2:56 Stunden (2 schon vergessene Partien)
Männer: 2 Spiele, 10 Sätze, Spielzeit insgesamt 9:36 Stunden (2 unvergessliche Tennis-Klassiker)
Ansetzungen der Finali
Frauen, Sa., 09:30: Sabalenka – Rybakina (alle Sympathien für Lena)
* eine kleine Geschichte gabs beim Sabalenka-Match dann doch. Ich hab mich hier ja schon öfter über das meines Erachtens unsportliche Rumgeschreie von Sabalenka mokiert, das sie auch gezielt einsetzt, um die Gegnerin zu stören. Nun, tatsächlich erteilte die großartge Stuhlschiedsrichterin Louise Engzell Sabalenka wegen eines besonders fiesen Schreis verwarnt und erntete ungläubige Blicke. Ich hoffe auf eine Wiedeholung im Finale, gerne auch mit Punkt- und Spielabzug.
Männer, So., 09:30: Alcáraz – Djokovic (all but Nole)
von Münchner Löwe | Jan. 29, 2026 | Fußball
LIssabon, Estadio da Luz. Benfica gegen Real, ein Klassiker zweier Traditionsclubs. Es läuft schon die Nachspielzeit, außer in Lissabon sind alle anderen 17 Vorrundenpartien der Champions League an diesem seltsamen letzten Spieltag beendet.
3:2 führt Benfica, doch ein Blick auf die Blitztabelle zeigt, dass dieses Ergebnis nicht reicht für den anvisierten Platz 24 im 36er-Feld, der gerade noch das Weiterkommen bedeuten würde. Das Stadion merkt es, die Zuschauer am Fernseher wissen es eh, nur auf der Benfica-Bank scheint man ahnungslos. Auf dieser sitzt José Mourinho, ruhmüberhäufteTrainer-Legende und unter anderem auch bei Real sehr erfolgreich, jetzt wieder in der portugiesischen Heimat. Verteidigerstratege Mou wechselt sogar Abwehrkräfte ein, das Ergebnis will er halten. Torwart Anatolij Trubin schindet nach einer Parade Sekunden, als er auf dem Rasen liegen bleibt, das Entsetzen auf den Rängen ist groß.
Doch irgendjemand auf der Benfica-Bank hat offenbar noch mal nachgerechnet, jetzt heißt es plötzlich: Nach vorn! Nach vorn! Noch ein Freistoß für Benfica, der baumlange Trubin stürmt mit vor, der großartig getretene Ball fliegt in den Real-Strafraum, direkt auf die Stirn des Schlussmannes und von dort unhaltbar ins Tor.
Da Luz explodiert. Freudentaumel. Aufstieg in die Zwischenrunde statt schnödes Vorrundenaus. Mourinho verliert jegliche Contenance, hüpft vor der Real-Bank auf und ab (er entschuldigt sich später). Die unfassbare Pointe der allerletzten Sekunden der letzten noch laufenden Partie dieser ewig langen Vorrunde. Benfica der Nutznießer der ewig langen Pause in der ersten Halbzeit. Nur deshalb wurde die 2. Halbzeit später angepfiffen, nur deshalb noch gespielt, als es auf allen anderen Plätzen schon vorbei war. Nur deshalb war noch Rechenzeit. Schön für Benfica, blöd gelaufen für Marseille, längst zu Tatenlosigkeit verrteilt.
Weil Sport und Fußball so viele Pointen bereithält: In dieser Zwischenrunde ist einer der zwei möglichen Gegner von Benfica und Mourinho: Real Madrid. Die Königlichen ihrerseits verpassten durch die Niederlage die sicher geglaubte Direkt-Qualifikation fürs Achtelfinale, für sie wird diese Zwischenrunde eher Schmach denn Grund zur Glücksseligkeit – mit der Gefahr der Total-Blamage. Auch der andere potenzielle Gegner hätte zumindest für Mou viel Charme: Es wäre Inter Mailand, auch hier feierte der Trainer große Triumphe, holte 2010 unter anderem die Champions League, welcher Bayern-Fan erinnert sich nicht voller Traurigkeit ans Finale.
Meine Kritik am Format
Die letzten 10, vielleicht sogar 15 Minuten dieser Konferenz waren natürlich fantastisch. Denn nicht nur in Lissabon (letztlich erfolgreich) sondern auch in Limassol und Bilbao (jeweils erfolglos) hätte ein Tor noch viel bewegen können für Paphos und Athletic. Ansonsten war dieser letzte Spieltag mit den 18 gleichzeitigen Partien viel zu unübersichtlich, als dass nur im Entferntesten Spannung hätte aufkommen können jenseits des eigenen Lieblingsclubs. Nicht mal meine Auffassungsgabe und mein Equipment reichten, dass ich immer den Überblick behielt; obwohl ausgestattet mit Fernseher (1 Livespiel), Laptop (Konferenz in Bild), iPad (Live-Tabelle) und iPhone (Live Scores).
Ich befinde mich ja in herzlicher Diskussion mit Befürwortern und Gegnern in diesem neuen CL-Format mit 36 Clubs in EINER Tabelle. Die Partien bis zu diesem letzten Spieltag scheinen mir viel zu belanglos. Niederlagen werden oft achselzuckend hingenommen, auch wenn Top-Gegner aufeinanderprallen. Da in einem 36er-Feld nicht jeder gegen jeden spielen kann, muss es Ungerechtigkeiten geben (wer dieses Jahr gegen die überragenend Teams FC Arsenal und/oder FC Bayern spielen musste, hatte einfach Pach gehabt). Und wenn dann am Ende ein Verein genau weiß, dass er trotz einer Führung noch ein Tor braucht, allein weil Reiner Zufall Regie geführt hat, so ist das nur die geringste Ungerechtigkeit.
Das frühere Formal mit 8 Vierergruppen (bis 2024) hatte natürlich auch Schwächen, weil hier die Fronten um den Aufstieg in die K.o.Runde oft früh geklärt waren. Auch hier gab es Ungerechtigkeiten, weil die einen eine sogenannte hammergruppe, die anderen lauter Jausngegner erwischten. Doch wenigstens war innerhalb der Gruppe alles gleich, alles übersichtlich. Der Fan wusste Bescheid. Und es war auch nicht möglich, trotz einer negativen Bilanz die K.o.Runde zu erreichen, wie zB jetzt ein halbes Dutzend Teams wie Benfica, das seit September 3 Siege und 5 Niederlage sammelte und auch ein negatives Torverhältnis hat (10:12).
Deutsches Abschneiden
Dass die Bayern direkt ins Achtelfinale ziehen würden, war schon vor dem letzten Spieltag klar. Trotzdem gab es beim 2:1 bei PSV einen klaren Gewinner,nämlich Schlussmann Jonas Urbig, der mit einigen starken Paraden bestätigte, dass er für die Neuer-Nachfolge bereit ist. Ausgeschieden, auch das stand schon fest, ist Eintracht Frankfurt, das zum Abschluss mit 0:2 gegen Tottenham verlor.
In die Zwischenrunde müssen (oder dürfen, je nach Anschauung) Bayer Leverkusen (3:0 gegen Villarreal) und Borussia Dortmund (0:2 vs Inter). Die Chancen stehen 50:50, dass die beiden Bundesligisten in dieser Zwischenrunde aufeinandertreffen. Ob es dazu kommt oder nicht, klärt sich in der morgigen Auslosung. Die Alternative wären Olympiakos Piräus (Bayer) und Atalanta Bergamo (BVB). Jetzt kann jeder Fußballfreuned für sich entscheiden, was besser ist für den deutschen Fußball: Direktes Duell, ein Team sicher weiter, eines sicher raus. Internationale Duelle: 2 Teams möglicherweise weiter aber eben auch: beide Teams raus.
Ich nehme es eher kölsch: es kütt, wie es kütt …
von Münchner Löwe | Jan. 28, 2026 | Tennis
Australian Open, Viertelfinale
Dass ich kein Fan der Ausgabe des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres bin, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wenn es einmal richtig schiefläuft, dann geht wirklich alles schief.
Wie heute Nacht bei der Partie Lorenzo Musetti gegen Novak Djokovic. Der Italiener war derart haushoch überlegen, dass sogar ich als Djoker-Hater geradezu Mitleid bekommen musste mit dem völlig überforderten Serben. Der einen leichten Fehler nach dem anderen fabrizierte und ein ums andere Mal nur hilflos zusehen konnte, wie die wunderschöne Musettis einhändige Rückhand unerreichbar neben ihm einschlug.
Zwei einseitige Sätze hatte Musetti auf diese Art gewonnen, da ließ er den Physio kommen. Der Oberschenkel zwickte, mal wieder streikte der Körper des geradezu filigranen Italieners. Er versuchte es zwar noch ein paar Games, doch dann musste er frustriert aufgeben, und der reichlich perplexe Djokovic stand plötzlich als Sieger da und tatsächlich erneut im Halbfinale (ich halte ihm zu Gute, dass er nicht in einen Freudentaumel verfiel).
Da schon im Achtelfinale Djokovics Gegner Jakob Mensik von vornerherein nicht spielfähig war, schaffte er das Kunststück, ohne Satzgewinn die beiden vermeintlich so schwierigen Hürden Achtel- und Viertelfinale erfolgreich genommen zu haben. Ich wüsste jetzt nicht, wann es das schon mal gegeben hat in einem Grand-Slam-Turnier.
In der Runde der „besten“ Vier wartet nun wie erwartet Jannik Sinner. Der Titelverteidiger hatte auch gegen den US-Amerikaner Ben Shelton beim 6:3, 6:4, 6:4 keine sonderlich große Mühe: Jeweils ein Break pro Durchgang genügte dem Italiener, nur 4 Breakbälle überhaupt hatte der Ami, die er alle ohne echte Chance vegab. Aufgrund dieser beiden Vorstellungen fehlt mir jegliche Fantasie, wie Djokovic Sinner auf normalen Wege schlagen könnte, zumal die Partie wahrscheinlich für Freitagabend (Ortszeit) angesetzt ist, die Bedingungen also im angenehmen Rahmen sein dürften. Die Wetten sprechen es aus: Wer im Wettbüro seines Vertrauens auf einen Sieg von Sinner 10 Euro setzt, bekommt nicht mal 11 wieder heraus, bei einem Triumph des Djokers wären es 80.
Mehr Spannung verspricht da das zweite Halbfinale: Carlos Alcáraz ist zwar weiter ohne Satzverlust, der Spanier scheint allerdings nicht unverwundbar. Zumindest im jeweils ersten Satz hatte er in seinen Partien immer wieder Probleme, musste ins Tiebreak. Doch zu Fall kam er nie, und danach spielt er befreit wie im Viertelfinale gegen den australischen Lokalmatador Alex De Minaur.
Und doch: Sein deutscher Halbfinale-Kontrahent am Freitag könnte ihm unangenehm werden. Alexander Zverev spielt ein bisher ausgezeichnetes Turnier, auch wenn er wie im Viertelfinale gegen den jungen Learner Tien (ein echter Lichtblick des Turniers) erneut einen Satz abgab. Doch Zverev im Jahr 2026 lässt sich auch durch Satzverluste nicht aus seinem Rezept bringen, auf seinen Aufschlag kann er sich eh verlassen. Vor allem seine Vorhand kommt so gut wie vielleicht noch nie, zumindest nicht seit seinem Comeback nach der schlimmen Fußverletzung bei den French Open 2022 gegen Rafael Nadal.
Und doch: Alcáraz ist klarer Favorit
Einseitige Matches bei den Frauen
4 Partien, 4 mehr oder weniger klare Zweisatzsiege. Kein Spiel dauerte länger als 100 Minuten, wer Spannung wollte, musste gleichzeitig einen Krimi lesen. Den Vogel der Trostlosigkeit schoss Coco Gauff ab. Die Amerikanerin ließ sich von der Ukrainerin Lena Svitolina in 59 Minuten mit 6:1 und 6:2 demontieren. Immerhin: Sie war derart erbost über ihre unterirdische Leistung, dass sie im Kabinengang voller Wut einen Schläger zertrümmerte. Dummerweise hatte sie nicht bedacht, dass auch hier überall Kameras mnontiert sind, die alles registireren. Mit Bedacht hatte sie sich auf dem Platz diesbezüglich zurückgehalten, um kein schlechtes Vorbild abzugeben.
Svitolina spielte sehr ansprechend, musste allerdings auch nicht viel mehr machen, als den Ball im Spiel zu halten. 26 sogenannte unforced Errors fabrizierte Gauff, das Spiel beendete sie bezeichnenderweise mit einem Doppelfehler, den auch die ägyptische Turnier-Anfängerin eines Challengers in Kenia nicht absurder hätte spielen können.
Svitolina trifft heute morgen Früh (MEZ) auf meinen heiß geliebten Schreihals Aryna Sabalenka. Schlimmer als das Zuschauer und Gegnerinnen extrem störende Rumgebrülle ist nur noch die Liebe der Weißrussin zu ihrem Führer Präsident Alexander Lukaschenko, dem willige Kriegshelfer Putins. Svitolinas ukrainische Landsfrau Olexandra Olyinikova warf der Weltranglistnersten vor, sie ignoriere den barbarischen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Mit Sicherheit werden wir auch morgen auf einen Händedruck nach der Partie Svitolina vs Sabalenka verzichten müssen. Fast der größte Aufreger der fast sterilen Frauenkonkurrenz, die ansonsten weitgehend spannungsfrei vor sich hin määndert. Auch die (vermeintlichen) Überraschungen wie Svitolina vs Gauff und Rybakina vs Swiatek laufen ohne jedes Drama ab.
Halbfinale Frauen (Donnerstag)
09:30: Sabalenka – Svitolina
11.:00 (ca.): Rybakina – Pegula
Männer (Freitag)
Die an Nummer 1 bis 4 gesetzten Spieler sind unter sich. Das sagt schon alles.
Alcaraz (1) – Zverev (3)
Sinner (2) – Djokovic (4)
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