Die Formel 1 startet in die neue Saison, dazu das Masters in Indian Wells (das inoffizielle 5. Grand slam im Tennis), letzte Zuckungen im Wintersport und natürlich Ballsport allüberall.
Alles neu in der Königsklasse
Neue Regeln, viel Ärger. Die Formel 1 will grün werden, das Reglement respektive die Autos wurden für die neue Saison komplett neu gestaltet. Auf einen (sehr einfachen) Nenner gebracht: Hybrid ist das neue Zauberwort. Es ist noch nicht die Formel E, aber gesucht wird nicht unbedingt der schnellste Fahrer (das schnellste Team), sondern diejenigen, die mit Aufladen, Batterie-Handling und Ähnlichem am besten zurechtkommen. Die Begeisterung der Fahrer hält sich darob in Grenzen, mal sehen, was die Zuschauer von dem Ganzen halten.
Welcher Rennstall das am besten hingekriegt hat, darüber kann ich nur spekulieren. Offenbar hat Mercedes einen sehr guten Job gemacht, sie überzeugten in den Tests wie auch Ferrari. Jedenfalls gab es um die Silberpfeile die meiste Aufregung. Die Konkurrenz moniert, dass sie das Reglement arg (über?)strapaziert haben.
Dieses Wochenende geht es wie üblich in Melbourne los (vorausgesetzt, die Boliden und der ganze Staff finden einen Weg nach Down under, weil die Routen über Dubai und die Golfstaaten aus Kriegs-Gründen zurzeit gesperrt sind). Ich mag dieses erste Wochenende sehr gerne, alles groovt sich ein, und der Kurs durch die Metropole hat auch interessante Stellen (zum Überholen).
Wie gesagt: Alte Besitzstände kann man getrost in die Tonne klopfen. Natürlich werden trotzdem die üblichen Verdächtigen wieder vorn sein, weil mehr Geld auch sehr viel Manpower bedeutet. Sehr gespannt bin ich auf Aston Martin. Das neue Auto wurde vom Star-Designer Adrian Newey konzipiert: eigentlich eine Erfolgsgarantie, aber die ersten Tests verliefen sehr ernüchternd
Die deutschen Fans werden natürlich den neuen Rennstall Audi besonders interessiert begutachten. Wunderdinge in Form von Podedstplätzen darf niemand erwarten, aber doch sehr viel mehr als weit Hinterherfahren. Ähnliches gilt für Cadillac: Die Amerikaner haben endlich eine Lizenz für die Formel 1 bekommen, es werden diese Saison also elf statt zehn Teams unterwegs sein.
Der Kalender ist übervoll: Bis 6. Dezember (Abu Dhabi) stehen 24 Rennen an. Allerdings fehlt erneut ein deutscher Grand Prix, die Forderungen der Formel 1 sind so hoch, dass weder Hockenheim noch Nürburgring auch nur annähernd mit einer Schwarzen Null herauskämen.
Tennis-Elite in Indian Wells
Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern haben alle Stars genannt. Je 96 Profis sind im Hauptfeld, das heißt, die Top 32 haben in der 1. Runde ein Freilos. Das Turnier in Kalifornien hat schon länger den inoffiziellen Titel (5. Grand-Slam-Turnier) – bei den Männern aber mit dem Unterschied, dass durchgängig auf 2 statt 3 Gewinnsätze gespielt wird.
Klarer Favorit ist Carlos Alcáraz, in diesem Jahr noch ungeschlagen und in der Weltrangliste deutlich vorne. Jannik Sinner musste letztes Jahr wegen seiner Dopingsperre passen, ist aber auf Hartplatz immer zu beachten. Bei normalen Turnierverlauf dürfte es am Sonntag in einer Woche auf dieses Finale hinauslaufen (weit aus dem Fenster gebeugt, ich weiß). Ein Alexander Zverev, ein Novak Djokovic sowie die heimische US-Garde um Taylor Fritz und Ben Shelton werden etwas dagegen haben. Von den Deutschen sind noch Daniel Altmaier und Jan-Lennard Struff im Hauptfeld. Wenn ich das richtig sehe, hat allerdings kein einziger Deutscher für die Qualifikation genannt. Yannick Hanfmann hat nach seiner Final-Niederlage von Santiago zurückgezogen.
Offener scheint wieder das Feld bei den Frauen: Eine klare Favoritin vermag ich nicht auszumachen. Überpitzt gesagt, kann jede der Top 8 das Turnier gewinnen, aber auch in der 1. Runde ausscheiden. Eva Lys, Laura Siegemund und Tatjana Maria vertreten die deutschen Farben. Auch hier: keine Qualifikantin aus good old Germany.
Weltcups in der Endphase
Ski alpin:
Die Frauen bestreiten von Freitag bis Sonntag in Val di Fassa 2 Abgfahrten und einen Super-G. Sollte Emma Aicher ihre Top-Form nach Italien transportieren und erneut kräftig punkten, könnte sie sogar in den kampf um den Gesamtweltcup eingreifen. Zurzeit beträgt ihr Rückstand auf Mikaela Shiffrin 219 Punkte, das scheint aufholbar (etwa mit zwei zwiten und einem dritten Platz, was ihr immer zuzutrauen ist). Die US-Amerikanerin erwägt deshalb zumindest einen Start, es wäre ihr erstes Speedrennen in dieser Saison überhaupt.
Die Männer haben am Samstag und Sonntag in Kranjska Gora einen Reisenslalom und einen Slalom vor der Brust.
Biathlon:
Nach einer Woche Pause gehts für die Skijäger in Kontiolahti weiter: Frauen und Männer bestreiten von Donnerstag bis Sonntag Einzel, Massenstart und Staffeln. Nicht mehr dabei sind Franziska Preuß und Dorothea Wierer, die nach Olympia ihre Karriere beendet haben. Die Deutsche und die Italienerin werden dem Biathlon-Sport fehlen.
Und sonst?
- Bundesliga: Die Meisterschaft ist für den FC Bayern praktisch entschieden, jetzt konzentriert sich Vieles auf den Abstiegskampf. Und hier vor allem auf das Nord-Duell Wolfsburg gegen den HSV (Sa., 15:30). Die VW-Städter sind plötzlich auf einem direkten Abstiegsplatz, ein weiterer Trainerwechsel noch in dieser Woche ist ziemlich wahrscheinlich, ansonsten wäre das HSV-Spiel noch eine letzte Chance für Daniel Bauer.
Praktisch bedeutungslos ist die Partie zwischen Fast-Meister Bayern vs die praktisch geretteten Gladbacher (Fr., 20:30), Nostalgiker dürften wehmütig an die 70er-Jahre denken, als diese Partie das Nonplusultra der Liga war. - Internationaler Fußball, Spanien: Schon am Dienstag versucht der FC Barcelona im Pokal-Halbfinale das fast Unmögliche: Es gilt im heimischen Camp Nou ein 0:4 gegen Atlético Madrid aufzuholen. Das zweite Halbfinale bestreiten die baskischen Clubs Athletic Bilbao und Real Sociedad San Sebastian. Das San Mames wird brennen (hoffentlich nur sprichwörtlich).
Premier League: Die Liga bestreitet schon während der Woche einen regulären Spieltag (am Wochenende ist die 3. Pokalrunde angesetzt). Der FC Arsenal hat die durchaus heikle Aufgabe bei Brighton an Hove Albion (Mi., 20:30). Manchester City, der einzig verbliebene Konkurrent um den Titel, hat zur selben zeit das vermeintlich einfache Heimspiel gegen den Abstiegkandidaten Nottingham Forest vor sich. - Radsport: Paris-Nizza, das erste ernstzunehmende Etappenrennen des Jahres. Die Fahrt in den Süden ab Sonntag mit einigen Alpenpässen. Immerhin der zweifache Tour-Sieger Jonas Vingegaard hat gemeldet.
Der Dominator der vergangenen Jahre fährt lieber am Samstag den Strade Bianchi, die Generalprobe für Mailand-San Remo eine Woche später. - Wintersport: Finnische Skispiele in Lahti ab Donnerstag. Neben Holmenkollen und Falun das große Wintersportereignis in Skandinavien (Klugscheißermodus: Finnland gehört doch gar nicht zu Skandinavien). Wettbewerbe im Langlauf und Skispringen, dazu noch die Nordisch Kombinierten inklusive der Frauen.
- Basketball: In einem Anflug von Humanität haben Euro-League-Macher diese Woche nur einen Spieltag angesetzt. Der FC Bayern muss in die Hölle von Belgrad, wo die Trauben bei Roter Stern sehr hoch hängen. Die Münchner haben eh nur noch theorertische Chancen aufs Minimal-Ziel Play-Ins (Rang 10).
- Handball: Die Männer-Bundesliga biegt ins letzte Drittel ein. Recht klarer Tabellenführer ist der SC Magdeburg, dahinter streiten 4 Clubs (Berlin, Flensburg, Lemgo und Kiel) um einen verbliebenen Champions-League-Platz, der Rest landet in der European League. Lemgo, das Sensationsteam schlechthin, hat am Donnerstag beim VfL Gummersbach eine enorm schwierige Aufgabe vor sich.
- Rugby: 4. Spieltag der Six Nations. Frankreich bisher noch makellos mit drei klaren Siegen. Gewinnen sie auch am Sonntag in Schottland, ist ihnen der Sieg schon nicht mehr zu nehmen.
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