Zum Ersten, zum Zweiten, van Allmen
Der König der Alpinen ist gekrönt. Abfahrts- und Team-Olympiasieger Franjo van Allmen war auch im Super-G nicht zu schlagen und eroberte die dritte Goldmedaille.
Als der Schweizer mt der Startnummer 7 nur knapp mit knappen Vorsprung auf den Außenseiter Ryan Cochran-Siegle den ersten Platz übernahm, da begann das Zittern. Viele dachten, das sei nicht genug, aber mir imponierte die Fahrt, zumal Cochran Siegle einen fehlerfreien Lauf auf die etwas weicher gewordene Stelvio-Piste hingezaubert hatte. Am Ende reichte es für den US-Amerikaner zur eher unerwarteten Silbermedaille („Ich bin schockiert“), weil auch der hochgewettete Marco Odermatt wieder kleine Fehler einbaute und sich mit Bronze zufriedengeben musste. „Natürlich wollte ich Gold, aber wenn ich bedenke, dass der Vierte (Nils Allegre/d. A.) nur drei Hundertstel hinter mir war, muss ich zufrieden sein.“
In seiner Heimat hat ihn jetzt aber erst mal van Allmen den Rang abgelaufen. Der gelernte Zimmerer ist offenbar ein Mann der großen Rennen, denn vor einem Jahr krönte er sich schon zum Abfahrtsweltmeister. Großes Pech hatte der italienische Lokalmatador Dominik Paris, dem nach einem Schlag die Bindung aufgegangen war. Es ist der ewige Konflikt der Techniker, genau die richtige Festigket der Bindung einzustellen. Sie soll beim Sturz aufgehen, sonst aber bitte nicht.
Anders als Bode Miller vor Jahren bei einer Ski-Weltmeisterschaft fuhr Paris nicht auf einem Ski die Stelvio hinunter. Von diesem (brotlosen) Kunststück des Amerikaners schwärmen heute noch alle Ski-Fans.
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Öftebrö – ein würdiger Riiber-Nachfolger
Unfassbar, diese Norweger. Auch den Rücktritt des Herrschers der Nordischen Kombination Jarl Magnus Riiber haben sie aufgefangen – wie im Biathlon. Jens Luraas Öftebrö sicherte sich Gold vor dem Österreicher Johannes Lamparter und dem Sensations-Finnen Eero Hirvonen.
Schon nach dem Springen war relativ klar, dass Öftebrö das Gold kaum zu nehmen sein würde, denn der bekannt gute Langläufer war schon nach der ersten Teildisziplin ganz vorn zu finden.
In der 2. Runde bildete sich eine 7er-Spitzengruppe, in der auch der Deutsche Vincenz Geiger kämnpfte – trotz offfensichtlich nicht den allerbesten Skiern unter den Füßen. Er brach dann in der Schlussrunde regelrecht ein, offenbar hatte er in der Vorbereitung auch mit gesundheitlichen S Problemen zu kämpfen, das ewige Dilemma der langlaufenden Wiintersportler im kalten Freien.
In der Schlussrunde erhöhte Öftebrö das Tempo, einmal konnte Lamparter noch aufschließen, beim zweiten Mal war er dem Tempo nicht gewachsen, sicherte sich aber den zweiten Platz vor demerstaunlichen Hirvonen. Der hatte seit Jahren nicht mehr so ein gutes Ergebnis vorzuweisen, der Sportart kann es nur gut tun, dass eine vierte nation in die Phalanx Norwegen, Deutschand, Österreich eingebrochen ist.
Die Kombinierer kämpfen ja um ihre Olympische Zukunft. Als einzige Sportart haben in Italien nur Männer Wettbewerbe, das Klagen der IOC-Granden ist deutlich vernehmbar. Zu unattraktiv sei das, und es gebe zu wenig konkurrenzfähige Nationen.
Dass die Frauen nicht dabei sind, empfinde ich als Skandal. Erst seit ein paar jahren finden Weltcups statt, und in dieser Zeit ist die Konkurrenz enorm gestiegen und vielleiczt sogar höher als bei den Männern. Auf der einen Seite will man den Frauen die Kombination schmackhaft machen, auf der anderen Seite schmeißt man ihnen die Olympische Tür zu. Es fehlt dann ja nicht nur das einmalige Erlebnis, auch Förderungen, Werbepartner etc. sind dann gefährdet. Auch sind manche Schanzen in ersnthafter gefahr, wenn sie in Zukunft nur noch von den Sprung-Spezialisten benutzt werden.
Slowenien souverän zum Mannschafts-Gold
Jetzt haben alle 4 skispringenden Prevc-Geschwister wenigstens eine olympische Medaille. Im Mixed-Team gewann Slowenien klar vor Norwegen und Japan. Das deutsche Team um Einzel-Olympiasieger Philipp Raimund blieb ohne Medaille. Nach eigener Aussage verkief die Godfeier nicht spurenlos.
Neben Nika Vokan und Ante Lanisek trugen auch Nika und Domen Prevc zum Triumph bei. In Peking 2022 siegte Peter Prevc mit dem slowenischen Mixed-Team und holte mit Cene Prevc auch noch Silber mit der slowenischen Mannschaft. Der Triumphzug muss noch lange nicht zu Ende sein, es warten noch die Wettbewerbe von der Großschanze.
Es gibt noch eine Schwester. Erstaunlicherweise tanzt die 16-jährige Ema Ballett lieber Ballett weit entfernt von Skisprungschanzen. Auch beim olympischen Triumph der beiden Geschwister war sie nicht live vor Ort; sie zog einen Schulausflug in London vor. Die junge Dame weiß, Prioritäten zu setzen. Auch Cene hat sich von der Skisprung-Szene verabschiedet und ist in der Heimat als Stand-Up-Comedian bekannt (geblieben).
Und sonst
- Nächstes Rodelgold für Deutschland: Julia Taubitz setzte 4 blitzsauberre Läufe in die Eisrinne und siegte vor der Lettin Elina Bota und der Amerikanerin Ashley Arquharason. Sie machte damit ihr Missgeschick von Peking wett, als sie ebenfalls als hohe Favoritn einen Lauf komplett verhaute und ohne Medaille blieb. Pech hatte Merle Malou Fraebel, die mit einem schweren Patzer im 3. Lauf alle Chancen einbüßte.
- Curling: Das schwedische Mixed-Team holte sich etwaas überraschend Gold. Im Finale siegte Sverige mit 6:5 über die USA. Die Sportart wird uns die gesamten Spielke begleiten, denn es stehen noch die Wettbewerbe bei den Frauen und Männern an.
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