von Münchner Löwe | Jan. 28, 2026 | Tennis
Australian Open, Viertelfinale
Dass ich kein Fan der Ausgabe des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres bin, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wenn es einmal richtig schiefläuft, dann geht wirklich alles schief.
Wie heute Nacht bei der Partie Lorenzo Musetti gegen Novak Djokovic. Der Italiener war derart haushoch überlegen, dass sogar ich als Djoker-Hater geradezu Mitleid bekommen musste mit dem völlig überforderten Serben. Der einen leichten Fehler nach dem anderen fabrizierte und ein ums andere Mal nur hilflos zusehen konnte, wie die wunderschöne Musettis einhändige Rückhand unerreichbar neben ihm einschlug.
Zwei einseitige Sätze hatte Musetti auf diese Art gewonnen, da ließ er den Physio kommen. Der Oberschenkel zwickte, mal wieder streikte der Körper des geradezu filigranen Italieners. Er versuchte es zwar noch ein paar Games, doch dann musste er frustriert aufgeben, und der reichlich perplexe Djokovic stand plötzlich als Sieger da und tatsächlich erneut im Halbfinale (ich halte ihm zu Gute, dass er nicht in einen Freudentaumel verfiel).
Da schon im Achtelfinale Djokovics Gegner Jakob Mensik von vornerherein nicht spielfähig war, schaffte er das Kunststück, ohne Satzgewinn die beiden vermeintlich so schwierigen Hürden Achtel- und Viertelfinale erfolgreich genommen zu haben. Ich wüsste jetzt nicht, wann es das schon mal gegeben hat in einem Grand-Slam-Turnier.
In der Runde der „besten“ Vier wartet nun wie erwartet Jannik Sinner. Der Titelverteidiger hatte auch gegen den US-Amerikaner Ben Shelton beim 6:3, 6:4, 6:4 keine sonderlich große Mühe: Jeweils ein Break pro Durchgang genügte dem Italiener, nur 4 Breakbälle überhaupt hatte der Ami, die er alle ohne echte Chance vegab. Aufgrund dieser beiden Vorstellungen fehlt mir jegliche Fantasie, wie Djokovic Sinner auf normalen Wege schlagen könnte, zumal die Partie wahrscheinlich für Freitagabend (Ortszeit) angesetzt ist, die Bedingungen also im angenehmen Rahmen sein dürften. Die Wetten sprechen es aus: Wer im Wettbüro seines Vertrauens auf einen Sieg von Sinner 10 Euro setzt, bekommt nicht mal 11 wieder heraus, bei einem Triumph des Djokers wären es 80.
Mehr Spannung verspricht da das zweite Halbfinale: Carlos Alcáraz ist zwar weiter ohne Satzverlust, der Spanier scheint allerdings nicht unverwundbar. Zumindest im jeweils ersten Satz hatte er in seinen Partien immer wieder Probleme, musste ins Tiebreak. Doch zu Fall kam er nie, und danach spielt er befreit wie im Viertelfinale gegen den australischen Lokalmatador Alex De Minaur.
Und doch: Sein deutscher Halbfinale-Kontrahent am Freitag könnte ihm unangenehm werden. Alexander Zverev spielt ein bisher ausgezeichnetes Turnier, auch wenn er wie im Viertelfinale gegen den jungen Learner Tien (ein echter Lichtblick des Turniers) erneut einen Satz abgab. Doch Zverev im Jahr 2026 lässt sich auch durch Satzverluste nicht aus seinem Rezept bringen, auf seinen Aufschlag kann er sich eh verlassen. Vor allem seine Vorhand kommt so gut wie vielleicht noch nie, zumindest nicht seit seinem Comeback nach der schlimmen Fußverletzung bei den French Open 2022 gegen Rafael Nadal.
Und doch: Alcáraz ist klarer Favorit
Einseitige Matches bei den Frauen
4 Partien, 4 mehr oder weniger klare Zweisatzsiege. Kein Spiel dauerte länger als 100 Minuten, wer Spannung wollte, musste gleichzeitig einen Krimi lesen. Den Vogel der Trostlosigkeit schoss Coco Gauff ab. Die Amerikanerin ließ sich von der Ukrainerin Lena Svitolina in 59 Minuten mit 6:1 und 6:2 demontieren. Immerhin: Sie war derart erbost über ihre unterirdische Leistung, dass sie im Kabinengang voller Wut einen Schläger zertrümmerte. Dummerweise hatte sie nicht bedacht, dass auch hier überall Kameras mnontiert sind, die alles registireren. Mit Bedacht hatte sie sich auf dem Platz diesbezüglich zurückgehalten, um kein schlechtes Vorbild abzugeben.
Svitolina spielte sehr ansprechend, musste allerdings auch nicht viel mehr machen, als den Ball im Spiel zu halten. 26 sogenannte unforced Errors fabrizierte Gauff, das Spiel beendete sie bezeichnenderweise mit einem Doppelfehler, den auch die ägyptische Turnier-Anfängerin eines Challengers in Kenia nicht absurder hätte spielen können.
Svitolina trifft heute morgen Früh (MEZ) auf meinen heiß geliebten Schreihals Aryna Sabalenka. Schlimmer als das Zuschauer und Gegnerinnen extrem störende Rumgebrülle ist nur noch die Liebe der Weißrussin zu ihrem Führer Präsident Alexander Lukaschenko, dem willige Kriegshelfer Putins. Svitolinas ukrainische Landsfrau Olexandra Olyinikova warf der Weltranglistnersten vor, sie ignoriere den barbarischen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Mit Sicherheit werden wir auch morgen auf einen Händedruck nach der Partie Svitolina vs Sabalenka verzichten müssen. Fast der größte Aufreger der fast sterilen Frauenkonkurrenz, die ansonsten weitgehend spannungsfrei vor sich hin määndert. Auch die (vermeintlichen) Überraschungen wie Svitolina vs Gauff und Rybakina vs Swiatek laufen ohne jedes Drama ab.
Halbfinale Frauen (Donnerstag)
09:30: Sabalenka – Svitolina
11.:00 (ca.): Rybakina – Pegula
Männer (Freitag)
Die an Nummer 1 bis 4 gesetzten Spieler sind unter sich. Das sagt schon alles.
Alcaraz (1) – Zverev (3)
Sinner (2) – Djokovic (4)
von Münchner Löwe | Jan. 26, 2026 | Tennis
Australian Open, Achtelfinale
Normalerweise ist die Runde der besten 16 sehr spannungsgeladen, bei Frauen und Mönnern. Diesmal: Kein Tennis-Thriller nirgends, nur fast schon geprlegte Langeweile, wie ein Favorit nach dem anderen souverän gewann. Insgesamt standen 15 Partien auf dem Programm (Jakob Mensik trat gegen Novak Djokovic verletzungsbedingt nicht an), nur eine einzige ging in einen Entschedungssatz, in dem sich Coco Gauff dann gegen Karolina Muchova mit 6:3 durchsetzte.
Heute etwa waren 4 Matches angesetzt, drei dauerten weit unter 90 Minuten, am längsten stand noch Amanda Anisimova auf dem Platz, nämlich 98 Minuten, eh ihr Sieg gegen die Chinesin Wang Xin feststand.
Über die Gründe, warum fast alles nach Plan geht, kann ich nur spekulieren. Ein Umstand könnte sein, dass die Temperaturen bis auf den Außreißer am Samstag für australische Verhältnisse sehr angenehm sind, das Wetter also nicht hineinpfuscht.
Rekordverdächtige Zahlen
Im Viertelfinale stehen damit sowohl bei Frauen als auch Männern die besten 6 der Setzliste, ich kann mich nicht erinnern, dass es das schon mal gab. Die große Ausnahme: der US-Amerikaner leander Learner Tien. Im Dezember krönte sich der 20-Jährige zum Junioren-Masters-Champion (gegen überschaubare Konkurrenz), jetzt schaffte er erstmals den Einzug ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Die Leichtigkeit, mit der der fürs Tennis nur 1,83-Meter große Schützling von Michael Chang am Sonntag Daniil Medwedew vom Platz schoss, war beeindruckend. Sein nächster Gegner Alexander Zverev dürfte gewarnt sein.
Der Hamburger selbst hat allerdings seinen Touch gefunden. Auch dank seiner stark verbesserten Vorhand ließ er im Achtelfinale seinen „Angstgegner“ Francisco Cerúndolo keine Chance. Morgen soll übrigens noch heißter werden als am Samstag. Schon jetzt steht fest, dass von Beginn an mit geschlossenem Dach gespielt wird. Ob und wann es auf den Außenplätzen zu Ballwechseln kommt, ist ungewiss, aber das betrifft nur noch die Doppel- und Nachwuchskonkurrenzen.
Frauen, Viertelfinale
Di.: Sabalenka – Jovic (01:30)
Di.: Gauff – Svitolina (09:00)
Mi.: Aninsimova – Pegula (N.N)
Mi.: Swiatek – Rybakina (N.N)
Männer, Viertelfinale
Di.: Zverev – Tien (ca. 03:30)
Di.: Alcáraz – De Minaur (ca. 11:00)
Mi.: Djokovic – Musetti (N.N)
Mi.: Sinner – Shelton (N.N.)
von Münchner Löwe | Jan. 22, 2026 | Allgemein
Souveräne FavoritInnen
Zwei Runden sind jetzt beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres 2026 gespielt, doch der sogenannte Happy Slam ist bisher eine arg dröge Angelegenheit. Zumindest für diejenigen, für die Überraschungen oder wenigstens Nailbiter-Thriller dazugehören. Davon konnte an den ersten 5 Wettkampftagen nicht die Rede sein. Die Favoriten gerieten noch nicht mal ins Stolpern, geschweige denn fielen sie über die Erst- und Zweitrundenhürden.
In Zahlen ausgedrückt: 15 der Top 16 gesetzten Männer sind noch im Turnier. Felix Auger-Alliasime (7) schied als einziger aus, körperlich angeschlagen gab er auf. In der 2. Runde musste nicht einer der verbliebenen 15 Top-16-Spieler mehr als 4 Sätze gehen, am heutigen Donnerstag gab es nur 3-Satz-Begegnungen. Ob Alcáraz, Sinner, ob Djokovic oder Shelton – sie alle cruisten geradezu durchs Turnier.
Mit am spannendsten machte es noch Alexander Zverev, der sowohl gegen den Kanadier Diallo als auch gegen den Franzosen Muller einen Durchgang abgab. Der Hamburger war aber nie ernsthaft in Gefahr, dass ihn eines seiner berüchtigten frühen Aus‘ ereilen würde.
Bei den Frauen das gleiche Bild. Favoritinnensiege, wohin man sieht. Die Überlegenheit war manchmal schon peinlich. Nur die Schweizerin Belinda Bencic tanzte aus der Reihe: Sie verlor am Donnerstag das wahrscheinlich unterhaltsamste Frauen-Match der ersten beiden Runden gegen die unglaublich aufspielende Nikola Bartunkova; eine tschechische Qualifikantin, die mir bis dato völlig unbekannt war, mich aber mit ihrem abwechlungsreichen (Angriffs)Tennis wirklich begeisterte.
Lags vielleicht am Wetter, das die FavoritInnen so souverän agierten? Die gefürchtete australische Sommerhitze ist bisher jedenfalls ausgeblieben, die Sportlerkörper werdens dankbar aufgenommen haben. Erst für Samstag werden 38 Grad erwartet (und am Dienstag gar 40 Grad).
Stan, the Man
Und doch – völlig vertan war die Zeit via Eurosport respektive Discovery+ mit Tennis Down under natürlich nicht. Dafür sorgte etwa ein (ganz) alter Bekannter. Stan Wawrinka erinnerte in seinen beiden höchst unterhaltsamen Matches zunächst gegen Lajos Drere dann gegen Arthur Gea an glorreiche Zeiten: als er dank seiner so wunderschönen einhändigen Rückhand insgesamt drei Grand Slams gewann, darunter 2014 in Melbourne. Als Dank spendierten die Verantwortlichen dem 40-jährigen Schweizer jetzt nicht nur eine Wild Card, sondern Auftritte auf den großen Plätzen. Wo ihn ein Großteil der Fans stürmisch anfeuerten. Ob das dann auch am Samstag gegen Taylor Fritz reicht – ich setze ein kleines Fragmichzeichen.
Einen vorzüglichen Eindruck hinterließ auch Marin Cilic, mit 37 ist der Kroate geradezu ein junger Hüpfer im Vergleich zu Wawrinka. Er deklassierte nicht nur den Deutschen Daniel Altmaier (zwei Sätze endeten 6:0), sondern eliminierte auch den viel höher eingestuften Denis Shapovalov. Gelernt ist gelernt.
Deutsches Damen-Desaster
Das „Damen“ nur der Alliteration wegen, bei mir sind es „Frauen“, die Tennis spielen. Am traurigen Abschneiden der Deutschinnen ändert das wenig, als Einzige erreichte Laura Siegemund wenigstens die 2. Runde, in der sie nach teilweise quälend langen dreieinhalb Stunden an der australischen Qualifikantin Maddison Inglis scheiterte. Die Australier halten von Miss Inglis so wenig, dass sie diese nicht mal mit einer Wild Card bedachten (die sonst quais jeder Aussie männlich oder weiblich erhält).
Auch ansonsten herrschte nur deutsche Trübseligkeit, obwohl sie alle keineswegs übermächtige Gegnerinnen hatten. Doch eine Olga Selekhmeteva (Ella Seidel), Petra Marcinko (Tatjana Maria), Sofian Cirstea (Eva Lys) erwiesen sich jeweils als zu stark für die deutsche Kontrahentin in der 1. Runde. Keine von den Bezwingerinnen hat übrigens die 2. Runde überstanden …
Und sonst?
- Fallgrube United Cup: Bei der Mixed-WM vor gut 2 Wochen Perth und Sydney spielten vor allem zwei Akteure groß auf. Belina Bencic gewann für die Schweiz alle 6 Einzel und 5 der 6 Mixed-Doppel, Hubert Hurkacz war bei den Männern das Maß aller Dinge, bezwang unter anderem Zverev und Fritz. Jeweils in der 2. Runde war jetzt Schluss mit lustig, zumindest die Einzelkonkurrenz ist jeweils vorbei für vermeintlich gefährliche „dark horses“, die in Wirklichkeit sehr, sehr dunkel blieben. Wahrscheinlich fehlte „Linda Belinda“ der weise Rat des Landsmannes Wawrinka.
- Neuer Geheimfavorit: Dass der Tscheche Tomaz Machac mit dem Schläger umzugehen weiß (wie so viele seiner Landsmänner und vor allem -Frauen), ist bekannt. Dass der 25-Jährige aber die sehr schwierig erscheinenden Kontrahenten Grigor Dmitrov und Stefanos Tsistsipas mit zwei extrem beeindruckenden Vorstellungen geradezu vom Platz scheuchen würde, überraschte mich dann doch. Der zweifelhafte Lohn für ihn: Ich erhebe ihn zu meinem Geheimfavorit. Angesichts meiner brillanten Tipps in einem Turnier-Bracket kann das nichts Gutes bedeuten für den armen Mann (und Gutes für den kommenden Gegner Lorenzo Musetti?).
von Münchner Löwe | Jan. 19, 2026 | Allgemein
Was für eine Sportwoche! Handball-EM, Australian Open im Tennis (siehe gesondeter Text), Hahnenkammrennen, viel anderer Winter- und Ballsport.
Handball-Cracks droht frühes Aus
Die Deutschen träumen vom EM-Halbfinale, doch schon heute könnte nach dem 3. Vorrundenspiel gegen Spanien das Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen bereits beendet sein. Wenn nämlich Andi Wolff und Co die Partie gegen die Iberer nicht gewinnen. Falls Serbien zuvor gegen Österreich siegreich bleibt, muss der Erfolg sogar mit 3+ Toren Unterschied her. Alles wegen der völlig überflüssigen Niederlage gegen Serbien.
Falls der Hauptrundeneinzug tatsächlich gelingt, warten vier absolute Hochkaräter: neben Co-Gastgeber Dänemark sind das Frankreich sowie wahrscheinlich Norwegen und Portugal. Wenn das mit dem „Man wächst an den Aufgaben“ stimmt, dann steht ausgezeichneten Leistungen nichts mehr entgegen.
Es entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die von Weltklasseschlussmann als „Anti-Handballer“ beschimpften Ösis den Deutschen das Leben erheblich leichter machen können mit einem Erfolg gegen Serbien vor der eigenen Partie mit Spanien. Ein Sieg, und die Ausgangsposition wäre plätzlich sehr viel einfacher, dann genügt ein schnöder Sieg und man hätte auch schon 2 statt 0 Punkte für die hauptrunde. Ob das Austria gelingt, wage ich allerdings angesichts der bisher gezeigten Leistungen zu bezweifeln, ohne dass ich sie des Anti-Handballs bezichtigen würde …
Ob mit Deutschland oder nicht, das Turnier verspricht hochklassig zu werden, zumindest der „Dänen-Zweig“ eben mit Frankreich und Co. Die Halle in Herning ist stimmungsvoll, wie allerdings schon bei der Eishockey-WM muss an der Spielfläche immer wieder gearbeitet werden.
Ansonsten sind die Färöer mein sentimentaler Favorit. Die Spieler von der winzigen Insel (40.000 Einwohner) feierten am Sonntag den ersten EM-Erfolg überhaupt und haben gute Chance aufs Weiterkommen. Mindestens ein Zehntel der Bevölkerung wird am Dienstag in Oslo live vor Ort die Daumen drücken. Herzerwärmend.
Die Streif – immer noch das Maß aller Dinge
Fragt man ambitionierte Skirennläufer und erst recht die verwegenen Abfahrer: Sie würden wahrscheinlich immer einen Sieg in Kitzbühel am Hahnenkamm allen anderen Erfolgen vorziehen, sogar einem Olympiatriumph. Die Streif ist jedes jahr eine Herausforderung, wer hier gewinnt, bekommt nicht nur eine eigene Gondel am Hahnenkamm, sondern hat den Olymp des Skisport erlangt. „Mausefalle“, „Steilhang“, „Hausbergkante“ sind Streckenabschnitte, die jedem Skifan geläufig sind. Entschieden wird das Rennen allerdings weniger an diesen Herausforderungen, sondern in den eher unspektakulären Gleitstücken, wo man es zwar nicht gewinnen, wohl aber (vielelicht auch durch die falsche Skiwahl) verlieren kann. 40.000 Zuschauer werden am Samstag wieder erwartet samt der österreichischen Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Arnie darf natürlich nicht fehlen.
Dem derzeitigen Herrscher der Alpinen fehlt allerdings noch ein Sieg (und die Gondel). Marco Odermatt kam bisher über zweite Plätze am Hahnenkamm nicht hinaus. Auch jetzt gilt er als Favorit, vor allem auch durch seinen erneuten Fabellauf am Lauberhorn, doch in Kitz wachsen plötzlich Leuten Flügel, die sonst eher die zweite Geige spielen. Wie 2025 der Kanadier James Crawford, der völlig überraschend siegte (und seitdem gar nichts mehr auf die Reihe bekommt).
Eingerahmt wird die Abfahrt am Samstag vom Super-G tags zuvor und dem Slalom am Sonntag. Am Ganslernhang gibt es dem bisherigen Saisonverlauf etwa 20 Kandidaten auf dem Triumph, derTriumphator wird ebenfalls mit einer Gondel bedacht. Ob der Münchner Linus Strasser ausgerechnet hier wieder in die Erfolgsspur zurückfindet, ich habe ernsthafte Zweifel. Gerade die Franzosen und Norweger scheinen eine neue Stufe gefunden zu haben.
Für die Frauen stehen nach 2 Speed-Wochenenden wieder technische Wettbewerbe an. Schon am Dienstag in Kronplatz/Italien ein Riesenslalom, am Wochenende im tschechischen Spindlermühle Riesenslalom und Slalom. Vielfahrerin Emma Aicher lässt allerdings zumindest das Rennen in Italien aus, Riesenslalom ist mit Abstand die schwächste Disziplin der jungen Deutschen. Vielleicht gibt aber in ihrer italienischen Heimat Federica Brignone nach ihrem Beinbruch ihr Saison-Debüt. Zumindest im Hinblick auf Olympia in gut zwei Wochen stehen die Startcancen offenbar sehr gut.
Champions League auf der Zielgeraden
Der 7. und vorletzte Spieltag ist für Dienstag und Mittwoch angesetzt, und es können tatsächlich Vorentscheidungen fallen. So kann der FC Bayern mit einem Heimsieg über St. Gilloise (Mi., 21:00) die direkte Qualifikation fürs Achtelfinale klarmachen. Wichtige Auswärtspartien haben Eintracht Frankfurt bei Quarabag Agdam (Mi., 18:45), Borussia Dortbund (Tottenham) und Bayer Leverkusen bei Olympiakos Piräus (bveide Di., 21:00). Ich erspare mir große Hochrechnungen, wer wann wie weiterkommt in dieser 36er-Tabellenur soviel: Nur volle Siege helfen wirklich weiter.
Auch in der Europa League gibt es am Donnerstag den 7. Spieltag. Der SC Freiburg (vs Maccabi Tel Aviv/18:45) und de VfB Stuttgart (bei AS Rom/21:00) haben noch Chancen au einen Platz unter den besten Acht.
Zeit für die Flieger
Vor Olympia ist noch Skiflug-WM, nämlich in Oberstdorf. Zeit für so manchen Spezialisten, die sich in die Luft legen und wie ein Adler dahinschweben. Die Slowenen sind meist ganz vorn dabei, nicht nur der Saison-Dominierende Domen Prevc, sondern auch Ante Lanisek und Timi Zajc. Die Deutschen haben an den 3 Wettkampftagen auf der Heini-Klopfer-Schanze (Einzel und Team) höchstens Außenseiter-Chancen. Neben Slowenen gilt es vor allem, auf die Österreicher und Japaner zu achten und den einen oder anderen Norweger. Und natürlich immer, ob auch alle Anzüge regelkonform sind (immer wieder ein Aufreger, zuletzt bei Stefan Kraft aus Österreich).
Der Weltrekord von Domen Prevc (255,5 Meter) scheint mir nicht in Gefahr, Flüge über 230 Meter+ sollten aber schon drin sein, wenn Thermik und Anlauf stimmen, immer auch ein Vabanque-Spiel der Veranwtwortlichen.
Und sonst?
- Bundesliga: Topspiel ist die Partie des zweiten borussia Dortmund beim 1. FC Union. Die Berliner schweben als Neunte zwischen den Welten. Zu weit weg von den internationalen Plätzen einerseits, von den Abstiegsrängen andrerseits.
Zündstoff berspricht die partie von Eintracht Frankfurt gegen 1899 Hoffenheim. Die Hessen erstmals ohne Trainer Dino Toppmöller auf der Bank, Hoffenheim ist so etwas wie das Team der Stunde (FC Bayern natürlich außer Konkurrenz). nach 2 heimsiegen gegen Gladbach und Leverkusen.
- England: Topsiiel ist die Partie zwischen Tabellenführer FC Arsenal und Rekordmeister Manchester United. Die Gäste boten zuletzt beim begeisternden 2:0 im Stadtderby gegen City das beste Spiel seit Langem, so entfesselt hab ich Spieler und Fans lange nicht gesehen, und Sir Alex Ferguson sah auf der Tribüne gleich um 10 jahre jünger aus. Arsenal ist also gewarnt, kann alledings angesichts des Vorsprungs von immer noch 7 Punkten einigermaßen beruhigt in die Partie gehen.
- Basketball: Der FC Bayern scheint in der Euroleague konsolidiert, zumindest zu Hause. Zwei Heimspiele stehen diese Woche, und sowohl Partizan Belgrad (Di., 20:30) als auch Valencia (Do., 20:30) erscheinen machbare Gegner. 2 Siege wären acuh notwendig, soll die Aufholjagd in Richtung Play-Ins noch von Erfolg gekrönt sein.
- Wintersport: Nove Mesto hat sich in den vegangenJahren als ein Biathlon Hot Spot erewiesen, auch wenn die TschechInnen nicht ganz vorne mitmischen. Die Stimmung war jedenfalls gigantisch und wird auch ab Donnerstag gigantisch sein (mehr als 30.000 Zuschauer/Tag), wenn Einzel, Single Mixed, Mixed-Staffel und Massenstart auf dem Programm stehen. Es ist das letzte Weltcup-Wochenende vor Olympia, also auch letzte Formüberprüfung und letzte Chance, sich für die Wettbewerbe in Antholz zu qualifizieren.
- US Sport: Die 2 Conference Finals finden am Sonntag statt, in denen die beiden Super-Bowl-Teilnehmer ermittelt werden. Zunaächst empfangen in der AFC die Denver Broncos die New England Patriots (21:00), danach (00:30) in de NFC die Seattle Seahawks die LA Rams. Mehr in einem gesonderten Text am Freitag.
von Münchner Löwe | Jan. 18, 2026 | Tennis
Das erste Grand-Slam-Turnier ist eröffnet. Seit Sonntag laufen die Australian Open und meine hoffnungsvollen Gedanken zu Alexander Zverev, naja, sind nicht Makulatur. Der Hamburge hat das knifflige Auftaktlos gegen den aufschlagstarken Kanadier Gabriel Diallo nach verlorenem ersten Satz recht sicher in vier Durchgängen für sich entschieden.
Ob es sich für ihn allerdings mit dem erhofften ersten Major-Triumph ausgeht, ist nach Lage der Dinge doch eher zu bezweifeln. Maß aller Dinge sind die „Unbesiegbaren Zwei“, also Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. In den vergangenen 2 Jahren haben sie die Grand-Slam-Titel unter sich aufgeteilt, zuletzt standen sie sich in drei Finali gegenüber(Paris/Alcáraz, Wimbledon/Sinner und NewYork/Alcáraz.
Der Vorsprung zum Rest erscheint sehr groß, wobei ich zumindest hinter dem Spanier zumindest winzige Fragezeichen setze. Zum einen ist er in Melbourne nie so recht klargekommen, Viertelfinali waren das höchste der Gefühle wie 2025, als er an Novak Djokovic scheiterte. Zum anderen bleibt abzuwarten, wie er die von ihm focierte trennung zu seinem Trainer Juan Carlos Ferrero verkraftet, der ihn in den vergangenen sieben Jahren zu seiner aufsehenerregenden Karriere verhalf.
Sinner ist nicht nur für mich der mehr oder weniger klare Turnierfavorit. Zuletzt siegte er zweimal Down under, vor allem 2025 geradezu ungefährdet wie im einseitigen Finale gegen Zverev. Nichts deutet darauf hin, dass er seit seinem Masters-Triumph in Turin an Form verloren hätte.
Best of the rest
Als Erstes nenne ich Novak Djokovic. 38 Jahre zählt der Serbe mittlerweile und doch muss ihn jder bei jedem Grand Slam auf dem Zettel haben. 2025 erreichte er bei allen vier Turnieren das Halbfinale, scheiterte allerdings viermal. Mittleweile fokussiert er sich nahezu ausschließlich auf die Grand Slams, der 25. Triumph (und der alleinige Einzelrekord) ist noch ein Ziel des Unersättlichen. Doch ob sein Körper mitspielt und 7 Best-of-5-Matches verträgt. Zweifel seinen erlaubt.
Alexander Zverev, der Weltranglistendritte, wäre der natürliche Top-Herausforderer. Vergangenes Jahr kam er in Melbourne tatsächlich ins Finale, da Tunier legt ihm also. Doch das restliche Jahr verlief alles andere als oin seinem Sinn: nur ein Turniersieg (in München), viele unnötige Niederlagen wie das Erstrundenaus gegen Rinderknech in Wimbledon. Der erste Auftritt war jetzt wacklig, doch das muss nicht unbedingt etwas heißen.
Dran sind eigentlich die US-Amerikaner. Taylor Fritz etwa spielt beeindruckendes Tennis, aber zum ganz großen Wurf fehlt immer etwas (zumindest im Vergleich zu „Sincaraz“). Noch begabter erscheint mit Ben Shelton, aber der ist sehr unkonstant, trotz seines grandiosen Aufschlags.
Persönlich bin ich aufs Auftreten des Tennis-Genie Alexander Bublik sehr gespannt, der im vergangenen Jahr pltzlich die Ernsthaftigkeit seines Sportes erkannt hat und gleich 4 Turniere gewann. Lokalmatador ist Alex De Minaur, dem nimmemüden Australier fehlt allerdings ein echter Gewinnschlag, Laufstärke allein reicht dann halt doch nicht, oder?
Rührselig wird es bei den Auftritten von Stan Wawrinka. De Schweizer triumphierte 2014 in Melbourne, jetzt hat er sein letztes Jahr auf der Profitour angekündigt. Jede Partie von ihm dürfte ein Ereignis werden. Taschentücher bereithalten für den Mann mit der schönsten (einhändigen) Rückhand. Ähnliches gilt für Gael Monfils.
Ich tippte Gauff
Leichtsinnig Dämlich wie ich bin, habe ich mich an einem Wettspiel für die AO beteiligt und schon das ganze Turnier durchgetippt. So leicht es mir fiel bei den Männern Sinner (als Alternative Alcáraz), so schwer war bei den Frauen. Am Ende stand zu meinem eigenem Erstaunen Coco Gauff auf dem Siegerzettel, doch bei näherem Nachdenken könnten dort auch ein halbes Dutzend anderer Frauen augetaucht sein. Für Gauff spricht, dass sie Grand-Slam-Turniere „kann“, bisher 2 Siege, zuletzt 2025 in Paris. Die Amerikanerin hat ein aggessives Spiel und keine echte Schwäche (wenn sie ihren Aufschlag im Griff hat).
Die Konkurrenz ist riesig, beginnt natürlich bei der Weltranglistenersten Aryna Sabaenka (US Open 2025), geht über Iga Swiatek (Wimbledon 2025) zu Amanda Anisimova (jeweils die Finalistin). Oder wiederholt gar Titelverteidigerin Madison Keys ihr Husarenstück (da allerdings habe ich ernsthafte Zweifel)? Sehr stark schätze ich Lena Rybakina ein. Die Schweizerin Belinda Bencic hat gerade bei der Mixed-WM einen derart vorzüglichen Eindruck hinterlassen, dass sie mehr als eine Geheimfavoritin ist.
Die Frauen-Konkurrenz ist auch deshalb tricky, weil es wie bei ganz normalen Turnieren über 2 Gewinnsätze geht. Ein schlechter Tag kann also schlechter kaschiert und ausgebügelt werden. Gefährliche Außenseiterinnen wie Karolina Muchova, Jessica Pegula und Mirra Andreewa warten nur auf ihre Chance.
Deutsche hoffen von Runde zu Runde
Im vergangenen Jahr wurde Lucky Lys geboren, natürlich nur im übertragenem Sinn. In der Qualifikationeigentlich gescheitert, rückte sie als sog. Lucky Loser ins Hauptfeld nach, gewann auch dank glücklicher Auslosung 3 Runden und scheiterte dann chancenlos an Iga Swiatek. Viele Weltranglisten, die es jetzt zu verteidigen gilt, aber die Auslosung meint es erneut nicht schlecht mit ihr mit dem Auftakt Sorana Cirstea und danach der zurzeit recht erratischen Naomi Osaka (wenn die japanerin allerdings den Ball trifft, dprfte es aussichtslos werden).
Auch bei Laura Siegemund und der nimmermüden Mama Tatjana Maria (sie kanns wahrscheinlich selbst nicht mehr hören) wäre jeder Rundengewinn ein Erfolg, mehr als das Achtelfinale erscheint allerdings utopisch.
Dsa gilt auch für die beiden Männer neben Zverev, Jan-Lennard Struff und Yannik Hanfmann. Letzterer gewann in der 1. Runde gegen Svajda, jetzt bekommt er es allerdings mit Alcáraz zu tun. Struff trifft zunächst auf Kopriva, danach wäre Taylor Fritz eine wohl unüberwindliche Hürde.
Wenn ich mir allerdings meine Tipps so anschaue: Es kommt sowieso anders, als ich denke. Vergnüglich wirds allemal!
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