Was für eine Sportwoche! Handball-EM, Australian Open im Tennis (siehe gesondeter Text), Hahnenkammrennen, viel anderer Winter- und Ballsport.
Handball-Cracks droht frühes Aus
Die Deutschen träumen vom EM-Halbfinale, doch schon heute könnte nach dem 3. Vorrundenspiel gegen Spanien das Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen bereits beendet sein. Wenn nämlich Andi Wolff und Co die Partie gegen die Iberer nicht gewinnen. Falls Serbien zuvor gegen Österreich siegreich bleibt, muss der Erfolg sogar mit 3+ Toren Unterschied her. Alles wegen der völlig überflüssigen Niederlage gegen Serbien.
Falls der Hauptrundeneinzug tatsächlich gelingt, warten vier absolute Hochkaräter: neben Co-Gastgeber Dänemark sind das Frankreich sowie wahrscheinlich Norwegen und Portugal. Wenn das mit dem „Man wächst an den Aufgaben“ stimmt, dann steht ausgezeichneten Leistungen nichts mehr entgegen.
Es entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die von Weltklasseschlussmann als „Anti-Handballer“ beschimpften Ösis den Deutschen das Leben erheblich leichter machen können mit einem Erfolg gegen Serbien vor der eigenen Partie mit Spanien. Ein Sieg, und die Ausgangsposition wäre plätzlich sehr viel einfacher, dann genügt ein schnöder Sieg und man hätte auch schon 2 statt 0 Punkte für die hauptrunde. Ob das Austria gelingt, wage ich allerdings angesichts der bisher gezeigten Leistungen zu bezweifeln, ohne dass ich sie des Anti-Handballs bezichtigen würde …
Ob mit Deutschland oder nicht, das Turnier verspricht hochklassig zu werden, zumindest der „Dänen-Zweig“ eben mit Frankreich und Co. Die Halle in Herning ist stimmungsvoll, wie allerdings schon bei der Eishockey-WM muss an der Spielfläche immer wieder gearbeitet werden.
Ansonsten sind die Färöer mein sentimentaler Favorit. Die Spieler von der winzigen Insel (40.000 Einwohner) feierten am Sonntag den ersten EM-Erfolg überhaupt und haben gute Chance aufs Weiterkommen. Mindestens ein Zehntel der Bevölkerung wird am Dienstag in Oslo live vor Ort die Daumen drücken. Herzerwärmend.
Die Streif – immer noch das Maß aller Dinge
Fragt man ambitionierte Skirennläufer und erst recht die verwegenen Abfahrer: Sie würden wahrscheinlich immer einen Sieg in Kitzbühel am Hahnenkamm allen anderen Erfolgen vorziehen, sogar einem Olympiatriumph. Die Streif ist jedes jahr eine Herausforderung, wer hier gewinnt, bekommt nicht nur eine eigene Gondel am Hahnenkamm, sondern hat den Olymp des Skisport erlangt. „Mausefalle“, „Steilhang“, „Hausbergkante“ sind Streckenabschnitte, die jedem Skifan geläufig sind. Entschieden wird das Rennen allerdings weniger an diesen Herausforderungen, sondern in den eher unspektakulären Gleitstücken, wo man es zwar nicht gewinnen, wohl aber (vielelicht auch durch die falsche Skiwahl) verlieren kann. 40.000 Zuschauer werden am Samstag wieder erwartet samt der österreichischen Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Arnie darf natürlich nicht fehlen.
Dem derzeitigen Herrscher der Alpinen fehlt allerdings noch ein Sieg (und die Gondel). Marco Odermatt kam bisher über zweite Plätze am Hahnenkamm nicht hinaus. Auch jetzt gilt er als Favorit, vor allem auch durch seinen erneuten Fabellauf am Lauberhorn, doch in Kitz wachsen plötzlich Leuten Flügel, die sonst eher die zweite Geige spielen. Wie 2025 der Kanadier James Crawford, der völlig überraschend siegte (und seitdem gar nichts mehr auf die Reihe bekommt).
Eingerahmt wird die Abfahrt am Samstag vom Super-G tags zuvor und dem Slalom am Sonntag. Am Ganslernhang gibt es dem bisherigen Saisonverlauf etwa 20 Kandidaten auf dem Triumph, derTriumphator wird ebenfalls mit einer Gondel bedacht. Ob der Münchner Linus Strasser ausgerechnet hier wieder in die Erfolgsspur zurückfindet, ich habe ernsthafte Zweifel. Gerade die Franzosen und Norweger scheinen eine neue Stufe gefunden zu haben.
Für die Frauen stehen nach 2 Speed-Wochenenden wieder technische Wettbewerbe an. Schon am Dienstag in Kronplatz/Italien ein Riesenslalom, am Wochenende im tschechischen Spindlermühle Riesenslalom und Slalom. Vielfahrerin Emma Aicher lässt allerdings zumindest das Rennen in Italien aus, Riesenslalom ist mit Abstand die schwächste Disziplin der jungen Deutschen. Vielleicht gibt aber in ihrer italienischen Heimat Federica Brignone nach ihrem Beinbruch ihr Saison-Debüt. Zumindest im Hinblick auf Olympia in gut zwei Wochen stehen die Startcancen offenbar sehr gut.
Champions League auf der Zielgeraden
Der 7. und vorletzte Spieltag ist für Dienstag und Mittwoch angesetzt, und es können tatsächlich Vorentscheidungen fallen. So kann der FC Bayern mit einem Heimsieg über St. Gilloise (Mi., 21:00) die direkte Qualifikation fürs Achtelfinale klarmachen. Wichtige Auswärtspartien haben Eintracht Frankfurt bei Quarabag Agdam (Mi., 18:45), Borussia Dortbund (Tottenham) und Bayer Leverkusen bei Olympiakos Piräus (bveide Di., 21:00). Ich erspare mir große Hochrechnungen, wer wann wie weiterkommt in dieser 36er-Tabellenur soviel: Nur volle Siege helfen wirklich weiter.
Auch in der Europa League gibt es am Donnerstag den 7. Spieltag. Der SC Freiburg (vs Maccabi Tel Aviv/18:45) und de VfB Stuttgart (bei AS Rom/21:00) haben noch Chancen au einen Platz unter den besten Acht.
Zeit für die Flieger
Vor Olympia ist noch Skiflug-WM, nämlich in Oberstdorf. Zeit für so manchen Spezialisten, die sich in die Luft legen und wie ein Adler dahinschweben. Die Slowenen sind meist ganz vorn dabei, nicht nur der Saison-Dominierende Domen Prevc, sondern auch Ante Lanisek und Timi Zajc. Die Deutschen haben an den 3 Wettkampftagen auf der Heini-Klopfer-Schanze (Einzel und Team) höchstens Außenseiter-Chancen. Neben Slowenen gilt es vor allem, auf die Österreicher und Japaner zu achten und den einen oder anderen Norweger. Und natürlich immer, ob auch alle Anzüge regelkonform sind (immer wieder ein Aufreger, zuletzt bei Stefan Kraft aus Österreich).
Der Weltrekord von Domen Prevc (255,5 Meter) scheint mir nicht in Gefahr, Flüge über 230 Meter+ sollten aber schon drin sein, wenn Thermik und Anlauf stimmen, immer auch ein Vabanque-Spiel der Veranwtwortlichen.
Und sonst?
- Bundesliga: Topspiel ist die Partie des zweiten borussia Dortmund beim 1. FC Union. Die Berliner schweben als Neunte zwischen den Welten. Zu weit weg von den internationalen Plätzen einerseits, von den Abstiegsrängen andrerseits.
Zündstoff berspricht die partie von Eintracht Frankfurt gegen 1899 Hoffenheim. Die Hessen erstmals ohne Trainer Dino Toppmöller auf der Bank, Hoffenheim ist so etwas wie das Team der Stunde (FC Bayern natürlich außer Konkurrenz). nach 2 heimsiegen gegen Gladbach und Leverkusen. - England: Topsiiel ist die Partie zwischen Tabellenführer FC Arsenal und Rekordmeister Manchester United. Die Gäste boten zuletzt beim begeisternden 2:0 im Stadtderby gegen City das beste Spiel seit Langem, so entfesselt hab ich Spieler und Fans lange nicht gesehen, und Sir Alex Ferguson sah auf der Tribüne gleich um 10 jahre jünger aus. Arsenal ist also gewarnt, kann alledings angesichts des Vorsprungs von immer noch 7 Punkten einigermaßen beruhigt in die Partie gehen.
- Basketball: Der FC Bayern scheint in der Euroleague konsolidiert, zumindest zu Hause. Zwei Heimspiele stehen diese Woche, und sowohl Partizan Belgrad (Di., 20:30) als auch Valencia (Do., 20:30) erscheinen machbare Gegner. 2 Siege wären acuh notwendig, soll die Aufholjagd in Richtung Play-Ins noch von Erfolg gekrönt sein.
- Wintersport: Nove Mesto hat sich in den vegangenJahren als ein Biathlon Hot Spot erewiesen, auch wenn die TschechInnen nicht ganz vorne mitmischen. Die Stimmung war jedenfalls gigantisch und wird auch ab Donnerstag gigantisch sein (mehr als 30.000 Zuschauer/Tag), wenn Einzel, Single Mixed, Mixed-Staffel und Massenstart auf dem Programm stehen. Es ist das letzte Weltcup-Wochenende vor Olympia, also auch letzte Formüberprüfung und letzte Chance, sich für die Wettbewerbe in Antholz zu qualifizieren.
- US Sport: Die 2 Conference Finals finden am Sonntag statt, in denen die beiden Super-Bowl-Teilnehmer ermittelt werden. Zunaächst empfangen in der AFC die Denver Broncos die New England Patriots (21:00), danach (00:30) in de NFC die Seattle Seahawks die LA Rams. Mehr in einem gesonderten Text am Freitag.
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