von Münchner Löwe | Feb. 10, 2026 | Biathlon, ski alpin, Winterspiele 2026
Eine kleine Änderung: Ich befasse mich heute nicht jur mit dem gestrigen Tag, sondern auch mit dem was am Dienstag bis jetzt passiert ist.
Gold für den österreichischen Kurssetzer
Das ist natürlich eine Übertreibung, denn gefahren ist Katharina Huber den Slalom im Teamwettbewerb schon selbst – und das großartig. Aber Martin Pfeifer wurde seinem Ruf gerecht und setzte heute einen Lauf, der äußerst tricky war. Und gerade in dem für Huber maßgeschneiderten (und wahrscheinlich bis zum Erbrechen geübter Torfolge) Teil holte sie dann die entscheidenden Hundertstelsekunden gegenüber der Deutschen Emma Aicher heraus. Am Ende lagen Abfahrerin Ariane Rädler und Slalomartistin Katharina Huber fünf Hundertstelsekunden vor Kira Weidle-Winkelmann/Emma Aicher. Dritte wurden die US-Amerikanerinnen Jaqueline Wiles/Paula Moltzan. Eine herbe Enttäuschung erlebte Mikaela Shiffrin. Alles schien angerichtet für Gold, nachdem ihre Landsfrau Breezy Johnson erneut die beste Abfahrtszeit hingelegt hatte, sie also sogar mit Vorsprung ihren Lauf in Angiff nahm. Doch der mit Abstand besten Slalomfahrerin versagten die Nerven, und sie legte einen für ihre Verhältnisse fast indiskutablen Lauf hin. Das Team fiel noch auf den undankbaren 4. Platz zurück. Shiffrin und Olympia – das war ja in Peking 2022 schon das große Drama, als sie als große Favoritin weder im Riesenslalom noch im Slalom das Ziel erreichte.
„Alles richtig gemacht“, konnten dagegen die deutschen Trainer bilanzieren. Es war ja ein Pokerspiel, mit dem Jolly Joker Emma Aicher, die in Abfahrt und Slalom herausragend ist. Die Frage war: Passt das besser mit der Abfahrerin Kira Weidle-Wnkelmann im Slalom oder mit der Slalomartistin Lena Dürr im Slalom. Man setzte auf Rot Slalom, und Aicher legte dort Laufbestzeit hin, mehr geht nicht. Dass sie erneut nur um Hundertstel Gold verpasste nach Abfahrtssilber, störte da wenig.
Schweizer Triumph bei den Männern
Tags zuvor durfte Franjo van Allmen den zweiten Olympiasieg feiern. Er selbst wurde in der Abfahrt zwar nur Vierter, doch sein Slalompartner Tanguy Nef zauberte einen wahren Traumlauf in den Schnee – das reichte. Silber gewannen zeitgleich die Schweizer Marco Odermatt/Loic Meillard (der eigentlich als der bessere Slalolmfahrer als Nef galt) und Vincent Kriechmayr/Mario Feller aus Österreich. Zum Unglücksraben avancierte Alex Vinatzer. Der italienische Slalomfahrer ging nach der Abfahrtsbestzeit seines Partners Giovanni Franzoni als Letzter in den Slalom, doch der war nach eigener Aussage „mit der Situation überfordert“ und kam nach 18. Laufzeit nur auf Rang 7. „Ich muss mich bei Giovanni entschuldigen.“ Dass es Mikaela Shiffrin ähnlich erging, wird ihm kein Trost sein.
Die Gunst der Schanze genutzt
Dass Philipp Raimund mit der Anlage in Predazzo glänzend zurechtkam, deutete sich schon im Training an, als er mehrmals den besten Sprung hinlegte. Doch Training und Wettkampf sind oft zwei paar Schuhe, und da war die Hypothek, das Raimund vorher noch nie einen Weltcup gewonnen hatte. Doch „Hippe“ (was für ein Spitzname für diesen Vornamen, noch nie gehört) ließ sich nicht beirren: In Durchgang 1 sprang er schon an die Spitze, und auch, als die Konkurrenz im 2. Durchgang sehr gute Weiten hinlegte, ließ er sich nicht beirren: Er verteidigte nicht nur seinen knappen Vorsprung, er baute ihn sogar mit dem wiederum besten Sprung aus. Am Ende lag er 3,4 Punkte vor dem Sensationszweiten Kacpar Tomasiak aus Polen und gar 8,1 vor Gregor Deschwanden und Ren Nikaido, die sich Bronze teilten.
Domen Prevc ging als Sechster leer aus. Beim Saisondominator hatte sich im Training schon abgezeichnet, dass er mit der Schanze nicht so zurecht kam.
Schwer geschlagen auch die Österreicher: Als Bester der erfolgsverwöhnten Adler landete Stefan Embacher auf den siebten Platz.
Apropos Vorname: Ich habe (mit KI) geschaut, ob schon mal ein Namensvetter von mir (Philipp) deutsches Gold bei Winterspielen geholt hat. Es hat keine Treffer gegeben.
Fehlerlos zu Gold, Gedanken beim toten Freund
Es war schon absehbar, dass Norwegens Biathlon-Männer den Rücktritt der Bö-Brüder gut verkraften würden. Beim ersten Einzelwettbewerb über den langen 20-Kilometer-Kanten siegte dann auch ein Landsmann: Johan-Olaf Botn verfehlte keine einzige der 20 Scheiben, und weil er in der Loipe flott genug unterwegs war, lag er im Ziel 15 Sekunden vor dem Franzosen Eric Perrot und 48 für Sture Lagreid, die jeweils einmal danebenschossen.
Bei seiner Zieleinfahrt gedachte Botn mit zum Himmel gerecken Händen seines Landsmanns und Trainingskollegen Sivert Guttorm Bakken. Botn hatte ihn im Dezember leblos in einem Hotelzimmer gefunden, mit einer Atemmaske über dem Mund. Noch immer ist der Tod nicht aufgeklärt. „Ich habe auf der letzten Runde kaum an mich selbst gedacht, meine Gedanken und Gefühle für Sivert kamen direkt nach dem letzten Schießen.“
Wer soll diesen Klaebo schlagen
Die Überlegenheit war absurd. Im Sprint, eigentlich eine wirklich knappe Angelegenheit, lief der Norweger Johannes Hoesflot Klaebo in der ganz eigenen Liga. Als hätte er einen Motorantrieb, lief er der Konkurrenz auf und davon. Viel fehlte nicht, und er hätte sich sogar die Zeit nehmen können, sich vor dem Zieleinlauf noch eine norwegische Fahne zu schnappen. Silber holte der ersstaunliche Amerikaner Ben Ogden vor Klaebos Landsmann Oskar Opstad Vike.
Vier Wettbewerbe stehen für Klaebo noch an, und angesichts seiner Sonderklasse ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er nicht vier weitere Goldmedaillen holt (wie 2025 bei der WM in Trondheim.
Bei den Frauen dagegen erwarte ich einen schwedischen Durchmarsch. Nach dem Doppelerfolg im Skiathlon durch Frida Karlsson und Ebba Andersson überließ beim Sprint Team Sverige dem Rest der Welt noch nicht mal die Bronzemedaille. Es siegte Linn Svahn vor Jonna Sundling und Maja Dahlqvist.
Und sonst
- Gasser chancenlos: Die zweifache Olympiasiegerin im Big Air hatte im Finale nichts mehr zu melden. Mit unfassbaren Sprüngen siegte die Japanerin Kokomo Murase vor Zoi Sadowski Synnot aus Neuseeland und Seunggeun Yu. Die Österreicherin Anna Gasser hatte die ersten beiden Sprünge verpatzt, aber auch wenn alles geklappt hätte, eine Medaille wäre wohl außer Reichweite geblieben.
- Gold für Holland: Im dritten Wettbewerb gab es für die Eisschnelllauf-Nation endlich die ersten Medaillen. Jutta Leerdam siegte vor Landsfrau Femke Kok und der Japanerin Miho Tagaki. Um Leerdam hatte es reichlich Wirbel gegeben: Das Glamourgirl war mit einem Privatflugzeug samt Top-Verpflegung eingeschwbt und hatte Pressekonferenzen geschwänzt.
von Münchner Löwe | Feb. 9, 2026 | Winterspiele 2026
Natürlich komme auch nicht nicht um Lindley Vonn herum. Aber ich möchte die Erfolgreichen in den Vordergrund stellen, anders als so viele Zeitungen, sogar diejenigen, die sich Qualitätsmedien nennen.
Wackelfahrt zur Medaille
Das Wort Traumlauf fällt mir jetzt nicht auf Anhieb ein, wenn ich an Emma Aicher denke. Am Anfang wurde sie herumgeschleudert, als wäre sie in eine Waschmaschine geraten und auch danach hatte sie gerade bei den Sprüngen einige Unsicherheiten. Doch das Wichtigste: Die Ski zeigten immer abwärts, und wenn denn eine Abfahrtstrecke Fehler verzeiht, dann die die Tofana hinunter.
Extrem anspruchsvoll zeigte sie sich, eine echte Herausforderung. Als Erste von den Top-Fahrerinnen nahm Breezy Johnson die Fahrt auf und schnell Fahrt auf. Einmal verlor sie allerdings ziemlich die Linie, doch gerade in den kurvigen Teil hatte sie den perfekten Kurs genommen. Hier erarbeitete sie sich den Vorsprung, der letztlich zu Gold reichen sollte. Hier schließt sich der Kreis, denn 2002 hatte sich Johnson auf der Tofana so schwer verletzt, dass sie Olympia streichen musste
Emma Aicher: Ihre Fahrten schauen ja nie sehr schnell aus. Aber in der Ruhe, die sie offenbar von ihrer schwedischen Mutter mitgekommen hat (ich lasse auch kein Klischee aus) liegt nicht nur Kraft, sondern Schnelligkeit. Am Ende fehlten vier Hundertstelsekungen – es ist völlig unsinnig die Fahrt jetzt nach dieser Winzigkeit abzusuchen. Als ich die Zeitlupenaufnahmen sah, fiel mir der wehene Zopf auf, und ich stellte mir die Frage: Muss das in Zeiten sein, wo Aerodynamiker bei Anzug, Stöcke und Ski auch nach den allerkleinsten Verbesserungsmöglichkeiten suchen.
Aicher gebührt jedenfalls Gold für den besten Spruch des Tages: Ich bin ja eigentlich nie nervös und im Ziel jetzt heute – brutal. Also ich ging mir selber schon auf den Sack, weil ich einfach nervös war.“
Fast die größte Hochachtung habe ich vor Sofia Goggia. Sie musste die endlose Pause nach Vonns Sturz ertragen, vielleicht hat sie ihn sogar mitangesehen und die Schreie gehört. Die beiden verstehen sich ja sehr gut. Selbst hat die Italienerin ja auch schon schwere Sturzverletzungen erlitten, weil sie allzu viel Risiko nahm (auch in Cortina). Doch diesmal gelang Goggia eine für ihre Verhältnisse fast ereignisloser Lauf und belohnte sich völlig zurecht mit der Bronzemedaille. Jahrelang war sie ja nach Vonns Rücktritt die beste Abfahrerin im Skizirkus.
Das Drama um Lindsey Vonn
Für die Abergläubischen. Vonn fuhr mit Startnummer 13 und ihre Fahrt war nach 13 Sekunden zu Ende. Schrecklich die Bilder, wie sie es in die Luft stellte und im Schnee liegenblieb. Dass die Ski nicht aufgegangen waren, konnte nichts Gutes verheißen. Die Diagnose lautet Bruch des Unterschenkels, noch glimpflich, wenn ihr mich fragt. Sie wurde bereits zweimal operiert, die Karriere dürfte unwiderruflich zu Ende sein.
Soviel zu den dürren Fakten, und alle stellen sich jetzt die Frage. Konnte das mit gerissenem Kreuzband überhaupt gut gehen, und war es nicht verantwortungslos von den Betreuern, die überehrgeizige Vonn fahren zu lassen. Dazu gebe ich zu bedenken: Lindsey Vonn ist nicht die mit Abstand besten Abfahrerin aller Zeiten geworden, als dass man (etwa ihr Trainer Aksel Lund Svindal) ihr die Fahrt ihres Lebens hätte ausreden können. Auf das sie zwei Jahre hingearbeitet hat: Allein der Umstand, dass die olympische Abfahrt auf der von ihr geliebten Tofana (12 Weltcup-Siege) stattfinden würde, hat sie angeblich erst zu ihrer Rückkehr bewegt.
Zudem: Die Ärzte gaben ihr medizinisches Okay, wenngleich mit Bauchgrimmen. Es wurde ja auch in allen Medien von Medizinern bestätigt, dass diese Fahrt ohne Kreuzband zwar risikobehaftet sei, aber durchaus möglich, auch weil Vonns Beine außergewöhnlich gut trainiert waren. Und machte sie nicht in den Trainings einen guten Eindruck, im Gegensatz etwa zu Emma Aicher, die in einem Lauf mehrere Tore verpasste?
Es sollte der Lauf ihres Lebens werden. Es war klar, dass sie nicht nur dabei sein wollte, sondern gewinnen (wenigstens eine Medaille). Ich hatte ja prophezeit: Sieg oder Akkia (Hubschraubertransport), und sehr viele, die sie überehrgeizig am Start sahen, ahnte, dass ein Sturz sehr wahrscheinlich war. Der ja unglücklich zustandekam, weil sie ein Tor zu eng nahm und mit der Schulter daran hängen blieb und ersten Analysen zufolge nichts damit zu tun hatte, dass ihr Knie ohne Kreuzband und deshalb instabil war. Vielleicht war es sogar ein Glück, dass sie mit vergleichsweise geringer Geschwindigkeit stürzte und nicht mit 130 Sachen nach dem Tofana-Sprung.
Ich finde die Medien extrem heuchlerisch. Die eigentlich Frau Vonn dankbar sein müssten, weil die Amerikanerin sie eine Woche, ach was: fast 2 Jahre lang lang mit Stoff versorgte. Jetzt zu schreiben, sie hätte gar nicht starten dürfen, finde ich heuchlerisch. Genau wie die Berichterstattung zum Sturz. Dem „Spiegel“ war das eine sofortige Push-Nachricht wert, lange bevor das Rennen zu Ende war. Auch in allen Nachrichtensendungen ging es erst um den Sturz und erst dann um die grandiose Emma Aicher; wer gewonnen hatte, erfuhr man eher beiläufig. Sogar „meine“ SZ kommentierte natürlich Vonns „Irrsinn“. Die Medien gieren nach Sensationen, und Vonn, mit dem Medienzirkus bestens vertraut, „lieferte“.
Wer Vonn kritisiert, kritisiert eigentlich die Disziplin Abfahrt. Nämlich den kompletten Irrsinn, sich mit weit mehr als 100 Sachen eine zum Teil vereiste Piste runterzustürzen. Je mehr Risiko, desto gut. Bei Abfahrtsolympiasieger Franjo van Allmen hält man automatisch die Luft an, so verwegen rast er hinunter. Vor zwei Jahren, als Cyprien Sarrazin mit unfassbarem Risiko einen Doppel-Triumph in Kitzbühel schaffte, da bekannte der damals 32-jährige Vincent Kriechmayr, er sei doch nicht verrückt, so zu fahren. Knapp 10 Monate später stürzte Sarrazin in Bormio so schwer, dass sein Leben ernsthaft in Gefahr war. Es ist sehr fraglich, ob er auf die Abfahrtspisten zurückkommt.
Nicht falsch verstehen: Ich selbst bin von der Abfahrt fasziniert. aber von den Typinnen und Typen auf den schmalen Brettern von Vernunft geleitete Entscheidungen zu erwarten, wäre wirkllich vermessen.
Jetzt wünsche ich Lindsey Vonn nur, dass sie wieder gesundet. Sie hat das Unögliche versucht und dafür teuer bezahlt. Aber wenigstens nicht mit dem Leben oder einer dauernden körperlichen Schaden.
Bronze trotz der Waschmaschine
Die deutschen Biathleten atmen auf. Schon im ersten Wettbewerb schafften sie die ersehnte Medaille, der Rest ist Zugabe. Es war ein Rennen, das wie so oft erst am letzten Schießen entschieden wurde. Die Französin Julia Simon setzte in Rekordzeit einen Treffer dem anderen – Gold. Lisa Vitozzi machte es ihr als italienische Schlussläuferin gleich – Silber. Drama beim Zweikampf um Bronze zwischen der Deutschen Franziska Preuß und der Norwegerin Maren Kirkeeide. Fehler blinkten auf – hier wie dort, und das erstaunlich oft. Am Ende musste Preuß einmal in die Strafrunde, und wirkte sich jur deshalb nicht nachteilig aus, weill ihre Kontrahentein zweimal in die zusätzlichen 50 Meter musste.
Die „Waschmaschine“ habe sie gehabt, berichtete Preuß hinterher. So nennen die Biathleten das Zittern in Beinen und dem ganzen Körper, das sie manchmal ereilt, wenn sie am Schießstand zu lange stehen müssen.
Unfassbar die Schießleistungen der anderen Deutschen, die nicht eine Scheibe verfehlten. Justus Strelow, Philipp Nawrath und Vanessa Voigt trafen alle 10 Scheiben – wie übrigens auch Franzi Preuß beim Liegendschießen.
Und sonst?
- Rodel-Gold: Vier Fahrten, viermal Bahnrekord. Max Langenhan setzte Maßstäbe. Der Deutsche siegte klar vor dem Österreicher Jonas Müller und Dominik Fischnaller aus Italien.
- Ösi-Gold: Snowboarder Benjamin Karl wiederholte seinen Triumph von Paking im Parallel-Riesenslalom. Nach seinem Sieg im Finallauf gegen den Koreaner Sang-Kyum Kim entblätterte er sich wie angekündigt. Gleich vier Schichten musste er abragen, bis der 40-Jährige seinen Adonis-Oberkörper präsentieren konnte. Wie leicht hatte es da Diskusriese Robert harting, der nur ein dünnes Shirt zerfetzen musste.
Den österreichischen Triumph machte Sabine Payer perfekt, die sich erst im Finale der Tschechin Zuzana Maderova geschlagen geben musste, über ihre Silbermedaille hocherfreut war.
von Münchner Löwe | Feb. 8, 2026 | Winterspiele 2026
Zuvor aber wenigstens der Hinweis auf ein weiteres nicht so ganz unwichtiges Sportereignis. Heute Nacht findet der 60. Super Bowl statt zwischen den Seattle Seahawks und New England Patriots. Gespielt wird in Santa Clara nahe San Francisco, was insofern von Glück ist, weil die weite Entfernung zum Weißen Haus zumindest der offizielle Grund ist, warum dieses Mal Präsident Trump der Veranstaltung fern bleibt.
Patriots vs Seahawks, dieses Super Bowl hat es schon einmal gegeben, 2015. Hier entschied eine der umstrittensten Entscheidungen eines Trainers die Partie. 1 Yard vor der Endrunde sagte Pete Carool einen Passspiel an nanstatt, dass er seinem überragendem Running Back Marshall Lynch vertraute. Der Spielzug ging schief, Interception statt Touchdown, und Tom Brady durfte für die Pats jubeln.
Dieses Mal sind die Seahawks haushohe Favorit. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Ausgangsposition vor einem Super Bowl vermeintlich so klar war. Hier die immer dominanten Seahawks, seit Jahren gewachsen, dort die Patriots, eigentlich noch im Umbau und Neuausrichtung seit den fantastischen Brady-Zeiten. Doch ein lächerlich einfacher Spielplan, ein Glücksgriff auf der Quarterback-Position (Drake Maye) und zwei wilde Play-offspiele gegen die sich selbst schlagenden Houston Texans und das das im Schneechaos versunkene Match gegen die Denver Broncos hievten die Pats ins Finale (oder war es doch die reine Klasse?). Wo dann alles passieren kann.
Zurück zu Olympia
Anmerkung: Deutsche in Grün (der Hoffnung?) weil das orange-gelb sehr schwer zu lesen war
Pflichtprogramm
10:30/13:30: Ski alpin, Team-Kombi Männer
Premiere dieses Wettbewerbs, nachdem zuletzt die Mixed-Teamwettbewerbe im Parallelslalom-Format wenig Anklang fanden. Je ein Abfahrer und ein Slalomspezialist bilden ein Team, pro Nation sind bis zu 4 Teams möglich. So gehen die Schweizer mit den beiden Top-Duos Marc Odermatt/Loic Meillard und Franjo van Allmen/Tanguy Nef ins Rennen, beide sind klare Medaillenfavoriten. Die Mannschaften der Österreicher (höchstwahrscheinlich Kriechmayr/Feller) und Italiener stehen offenbar noch nicht fest. Deutschland mit Simon Jocher und Linus Straßer hat bestenfalls Außenseiterchancen (so ein Slalom ist ausfall-anfällig …).
19:00: Skispringen Männer, Normalchance
Wieder geht einer der Prevc-Dynastie als klarer Favorit in den Wettbewerb, nämlich Domen, der jüngste der 3 Brüder neben Silber-Schwester Nika (es gibt noch eine Schwester, die aber erstaunlicherweise mit Skispringen nix am Hut hat. Er dominierte die Saison, triumphierte auch souverän bei der 4-Schanzen-Tournee (die viele wichtiger nehmen als Olympia). Doch gerade Springen von der unüblichen „Kleinen“ Schanze haben ihre Tücken, eben weil diese im Weltcup-Kalender sehr rar gesät sind.
Die 4 Österreicher um Stefan Kraft und Jan Hörl werden allesamt zu beachten sein, ebenso die Japaner um Ryoyo Kobayashi und Ren Nikaido.
Die Deutschen um Felix Hoffmann und Philipp Raimund haben nur Außenseiterchancen.
21:00: Big Air Frauen
Diesmal stimmt es wahrscheinlich eher mit den 3 Drehungen plus Schrauben. Die große Frage: Was macht Anna Gasser. Sie trug bei der Eröffnung die Ösi-Fahne, was vielleicht ein gutes Zeichen ist, denn ihr Partner Benjamin Karl (der sie huckepack nahm), wiederholte am Sonntag seinen Olympiasieg von 2022 im Parallel-Riesenslalom. Auch Gasser ist Titelverteidigerin, allerdings mit ihren 34 Jahren fast schon die „Oma“ (Gasser: „Ich bin gerne Mentorin“) in dieser Konkurrenz der Teenager, die zu der Doppel-Olympiasiegerin aufschauen. Wie bei den Air-Männern sind Japanerinnen und Australierinnen zu beachten und natürlich die US- und Kanada-Girls.
Allerdings hat sich Gasser im Sommer an der Schulter verletzt. München-Bezug, es war die künstliche Welle am Eisbach, die ihr zum Verhängnis wurde.
Wird sicher spannend
16:00: Eisschnelllauf, 1000 Meter Frauen
Der lange Sprint. Holland will natürlich zurückschlagen nach dem Desaster der 3000 Meter ohne Medaille. Der große Trumpf heißt Jutta Leerdam, die allerdings ob ihrer Exzentrik nur notgelitten ist. Im Sprint sind traditionell Japanerinnen, Chinesinnen, aber eben auch die Nordamerikanerinnen stark vertreten.
Und sonst?
- Curling: Es geht um die Medaillen, wenn im neuen Mixed-Wettbewerb ab 18:05 die beiden halbfinals anstehen. Bisher alles überragend sind die Briten, die alle 7 Partien gewonnen haben. Gute Chancen, dabei zu sein haben auch Italiener und das US-Team, das entscheidet sich erst in den letzten Vorrundenpatien am Sonntag.
- Eishockey: Die deutschen Frauen treffen im 3. Vorrundenspiel auf Frankreich. Ein Sieg, und das Viertelfinale ist ganz nah, wo dann allerdings die USA oder Kanada eine Nummer zu groß sein dürften.
- Rennrodeln: Die ersten zwei Läufe stehen auf dem Programm. Die Deutschinnen um Julia Tauplitz sind Gold-Favoritinnen, die Hauptgegnerinnen kommen aus Österreich (Hannah Prock, Lisa Schulte). Ob deren Trainer nach Georg Hackl nach seinem schweren Sturz an der Bahn dabei sein kann, wird sich zeigen.
von Münchner Löwe | Feb. 6, 2026 | Winterspiele 2026
Alles Lindsey oder was? Nein, denn es wartet auch eine Mixed-Biathlon-Staffel und wahrscheinlich sogar deutsches Rodel-Gold. Zu sehen diesmal bei ZDF und Eurosport.
Pflichtprogramm
11:30: Abfahrt der Frauen
Sie hat es wirklich getan. Lindsey Vonn hat trotz des Kreuzbandrisses vor einer Woche tatsächlich zwei Trainingsläufe auf der Tofana in Angriff genommen und die Strecke ohne größere Probleme und sogar recht schnell gemeistert. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen (das tun andere in aller Ausführlichkeit), außer: Drama-Queen, aber voller Respekt.
Wie es dann tatsächlich um die Amerikanerin bestellt ist, bleibt abzuwarten. Eine große Gegenspielerin wird Sofia Goggia sein. Wenn die italienische Draufgängerin, die im Zweifel ebenfalls alles riskieren wird, ohne Zwischenfälle durchkommt, sehe ich sie ganz vorne. Egal ob Vonn oder Goggia, der alte Skirennspruch „Sieg oder Akkia“ liegt mir auf der Zunge.
Im Gegensatz zu den Männern sind auch zwei Deutschinnen mitten drin im Medaillenrennen. Hier die reine Speed-Spezialistin Kira Weidle-Winkelmann, die in diesem Winter wieder zu alter Form gefunden hat. Dort die Allrounderin Emma Aicher. die so ruhig, ja gelassen fährt (die Schwedin in ihr?), dass man ihr nie ansieht, wie schnell sie eigentlich unterwegs ist. Allerdings hatte sie im Training so ihre Schwierigkeiten mit der anspruchsvollen Tofana, traditionell eine der Strecken im Kalender, wo Erfahrung hilft. Zum einen weil der Tofana-Schuss echte Überwindung kostet, zum anderen weil diese lange Passagen mit den weiten schnellen Kurven fast einmalig sind im Rennkalender.
Eine andere US-Amerikanerin ist dagegen mehr als ein Gehemtipp: Breezy Johnson, ihres Zeichens Abfahrtsweltmeisterin und prädestiniert für Großereignisse. Es würde mich wirklich nicht wundern, wenn sie allen den Rang ablaufen würde. Ausnahmsweise dagegen habe ich weder eine Österreicherin noch eine Schweizerin auf dem Medaillen-Zettel, Marjorie Blanc vielleicht ausgenommen. Irre, das hier zuzugeben, aber vielleicht dankt man mir in Austria (doch Conni Hütter?) meine Unfähigkeit der Vorhersage.
14:05: Biathlon, Mixed-Staffel
Seit 2014 ist diese Disziplin olympisch. Je 2 Männer und 2 Frauen bilden ein Team, jeder Läufer absolviert 6 Kilometer und muss liegend und stehend je fünfmal schießen. Wie in den „normalen“ Staffeln gibt es 3 Nachlader pro Schießübung, wenn dann noch Scheiben stehen, gehts ab in die Strafrunde (und ein großer Seufzer durchs Antholzer Rund).
Die Idee des Verbandes: Auch kleinere Nationen sollen chancenreich an einer Staffel teilzunehmen. Die Realität sieht dann allerdings so aus, dass die erfolgreichen Biathlon-Nationen auch hier die Medaillen abräumen.
Die französische Staffel gilt als klarer Favorit, das größte Problem war, gerade bei den Frauen die richtige Auswahl zu treffen. Lou Jeanmonnot ist zwar unbestritten, aber dass sich die Trainer offenbar für Julia Simon entschieden und nicht für die in der Loipe so schnelle Justine Braisaz-Bouchet, mag überraschen
Härtester Konkurrent dürfte Norwegen sein, obwohl in dieser Saison die überragenden Boe-Brüder Tarjej und vor allem Johannes-tignes nicht mehr dabei sind. Doch das Reservoir scheint unendlich, und mit Schlussläuferin Maren Kirkeeide hat Norge einen echten Trumpf im Ärmel, wenn es am Ende eng werden sollte.
Und die Deutschen? Haben durchaus Medaillenchancen, vor allem neben Schweden und Gastgeber Italien. Weltcupsiegerin Franzi Preuß ist wie Philipp Nawrath gesetzt zu sein, ansonsten haben die Trainer die freie Auswahl zwischen guten, aber nicht überragenden Aktiven. Die Frage wird sein, ob sie eher auf verlässliche SchützInnen (Vanessa Voigt) oder starke LäuferInnen (Janina Hettich) setzen. Angesichts der eher kurzen Strecke scheinen die Schützen im Vorteil, siehe auch Frankreich und Simon.
Wird sicher spannend
09/13:30: Snowboard, Parallel-Riesenslalom, Frauen und Männer
Leicht wirds den lässigen Leuten auf den Boards nicht gemacht. Zunächst die Qualifikation, in der die Frauen und Männer einen Kurs auf Zeit fahren. Die jeweils 16 Besten qualifizieren sich fürs Achtelfinale, in dem es dann Frau vs Frau (Mann vs Mann) Runde für Runde bis ins Finale geht. Wenn ich es richtig sehe, gibt es in jeder Runde nur einen Lauf, der schnellere der Qualifikation darf dann wählen, ob es der rote oder der blaue Kurs ist (was meist schon die halbe Miete ist, denn 2 völlig gleich schnelle Parcours sind praktisch unmöglich zu setzen).
18:34! Rennrodeln, Einer, Männer
Italienische Pünktlichkeit. Ehre, wem Ehre gebührt: Felix Loch kann tatsächlich zum dritten Mal Einzel-Olympiasieger werden und würde mit der deutschen Rodel-Legende Georg Hackl gleichziehen. Ausgerechnet Hackl könnte diesem Erfolg einen Strich durch die Rechnung machen, denn die von ihm trainierten Österreicher um Lukas Müller gelten neben Lochs Landleuten (Max Langenhan) als größte (ich sag fast einzige) Goldfavoriten. Hundertstel, vielleicht gar tausendstel werden im Eiskanal von Cortina entscheiden. Wers mag …
19:30: Eiskunstlauf, Team:
Am Abend kommen dann die Fans des Eiskunstlaufs auf ihre Kosten – und dies tatsächlich in Mailand selbst. Team-Entscheidung bedeutet, dass die besten sechs Mannschaften mit einem Paar, einer Frau und einem Mann antreten (nicht gleichzeitig, versteht sich). Wenn ich das richtig sehe, wären das 18 Weltklasseküren. Und der Eistanz? Da wird die Kür schon tags zuvor geboten, offenbar das hässliche Entlein im glamurösen Eiskunstlauf.
Und sonst:
- Skiathlon der Männer (13:00): Die nehmen im Gegensatz zu den Frauen (siehe Samstag) sogar je 15 Kilometer klassisch und frei in Angriff. Alles andere als ein Sieg des Norwegers Johannes Klaebo wäre eine riesige Überraschung.
von Münchner Löwe | Feb. 6, 2026 | Allgemein, Mailand, Winterspiele 2026
Anmerkung: So lang wie diesmal wird es nicht mehr werden können, wenn Ski und Rodel erst mal gut, sprich los sind. Trotzdem noch mal der Hinweis: Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Das gilt vor allem auch für meine FavoritInnen.
Pflichtprogramm
11:30: Abfahrt der Männer (ARD und Eurosport)
Paukenschlag mit der 1. Entscheidung überhaupt, oder: Das Beste kommt zuerst. Die Abfahrt gilt als Königsdisziplin der Alpinen, und für Österreicher wie Schweizer ist das vielleicht sogar der wichtigste Wettbewerb der gesamten Spiele. Hier ein Triumph, und die Bilanz ist schon mal gerettet. Wie 1976 in Innsbruck, als ebenfalls die Männer-Abfahrt der erste olympische Wettbewerb war. Alle Last lag auf Franz Klammer, der gewinnen MUSSTE! Tagelang gab es kein anderes Thema als seine Skier, ob er mit einem Lochmodell starten würde oder nicht (er tat es nicht). Irgendwie behielt der Kärntner die Nerven beisammen, stürzte sich verwegen den Patscherkofel hinunter und fing mit Startnummer 15 den führenden Bernhard Russi noch ab. Österreich jubelte, die Spiele waren gerettet!
Ganz so viel Seelenheil werden die Italiener hoffentlich nicht in ihre 4 Abfahrer legen, aber das Quartett gilt auf der schwierigen, wenngleich diesmal nicht ganz so eisigen Stelvio nach Bormio hinunter mit Sicherheit zu den Favoriten. Ob Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni, der 2-Meter-Riese Dominik Paris und die jederzeit zu beachtenden Mattia Cassia und Florian Schieder. Die Trainingszeiten sind zwar mit Vorsicht zu genießen, aber gerade Franzoni und Cassia trumpften mit Bestzeiten in den ersten beiden Läufen.
Und doch: Gold geht wohl nur über die Schweizer Franjo van Allmen und Marco Odermatt. Mich hat van Allmen zuletzt bei der Abfahrt in Crans Montana schwer beeindruckt, als er die Konkurrenz förmlich deklassierte, über Odermatts Ausnahmetalent auf (Abfahrts)-Skiern brauche ich hier nicht zu diskutieren.
Echte Außenseiter haben auf der anspruchsvollen Stelvio erfahrungsgemäß nichts zu melden, aber natürlich gilt es bei Großereignissen, immer auch die Nordamerikaner zu beachten, egal ob aus den USA (Ryan Cochran Siegle) oder Kanada (James Crawford, Cameron Alexander).
Und die Österreicher? Wandelt einer auf den Spuren vom Klammer Franz? Wenn überhaupt, dann Vincenz Kriechmayr, aber schon eine Medaille wäre ein Riesenerfolg.
Wer hier Deutsche vermisst: Ich such‘ auch noch … Luis Vogt ist ja nicht dabei (Platz 8 in Kitz war zu spät und zu wenig, grummel).
18:40, Skispringen Frauen, Normalschanze
Es gibt eine klare Favoritin. Nika Prevc aus Slowenien kann sich übertrieben gesagt nur selbst schlagen, was ihr in dieser Saison allerdings höchst selten gelungen ist. Die erst 20-Jährige aus der Prevc-Dynastie (ihr jüngster älterer Bruder Domen ist diese Saison bei den Männern das Um und Auf) dominiert auf kleinen und großen Schanzen die Konkurrenz nach Belieben. Aber gerade bei Olympia hat man schon die tollsten Überraschungen gesehen, man denke nur an den Sensationspoloen Woyzech Fortuna (sic!), der 1972 vom Winde begünstigt den heimischen und klar favorisierten Japanern auf und davon flog, eine Bö hatte ihn davongetragen.
MIt neuem Reglement (Windkorridor und Handicap-Punkten) versuchen Regelhüter seit ein paar Jahren zu verhindern, dass es eine komplette Windlotteri gibt, doch schiebt es von hinten, dann hat eben auch eine Nika Prevc keine Chance, wenns bei der anderen von vorn trägt.
Und dann? Dürfen sich auch Deutsche Hoffnungen machen. Wie Carola Vogt, die bei der Frauen-Premiere 2014 n Sotschi triumphierte. Jetzt rechnen sich vor allem Katharina Schmid und Selina Freitag Medaillenchancen aus. Schmid hat allerdings schon am Tag zuvor eine nicht zu unterschätzende Belastung vor sich. Sie trägt nämlich bei de Eröffnung die deutsche Fahne, hoch oben in Predazzo im bergigen Anteil dieser Eröffnungsfeier. Eine tolle Ehre, gewiss, aber eben auch eine Ehre, die Kräfte und Konzentration nimmt (vielleicht aber auch beflügelt?). Die Japanerinnen habe ich auf dem Zettel und auch die Österreicherin Lisa Eder
Gesprungen wird auf der ungebauten WM-Schanze von Predazzo. Dieser Umbau sorgt für erheblichen Unmut, weil im Sommer beim ersten herantasten mehrere Springerinnen stürzten, manche dbei so schwer, dass sie wegen Kreuzbandrissen die Saison beenden mussten (nicht jede ist eine Lindsey Vonn). Jetzt hat man nachgebessert, und tatsächlich verliefen die Trainings jetzt weitgehend störungsfrei.
Wird sicher spannend
13:00: Skiathlon der Frauen
Ein noch relativ neuer Langlauf-Wettbewerb. Die Nordischen Skisportler sind sehr tradtionsverbunden. Deshalb ist der Diagonalschritt noch nicht verschwunden, obwohl das Skaten, also die Freie Technik viel schneller ist (keiner käme allerdings auch auf die Idee, das Brustschwimmen abzuschaffen, weil Kraulen schneller ist). Skiathlon verbindet die beiden Techniken Los geht es im Massenstart im sog. Klassischen Stil (Diagonal), nach 10 Kilometern dann der Wechsel zur Freien Technik (Skating). Weil man hier andere Skier braucht als dort (anderes Wachs, andere Länge, anderer Schliff), gibt es einen Ski- und Stöckewechsel in einer klar festgelegten Zone: immer hübsch anzusehen, aber schon manche Hoffnung ist an einem total missglückten „Boxenstopp“ zerschellt.
Klare Favoritin ist Jonna Sundling (wie wahrscheinlich in allen Langlaufwettbewerben). Die Schwedin hat bei der letzten WM in Trondheim mächtig abgeräumt, und das im „feindlichen“ Norwegen. In dieser Saison hat sie sich allerdings nicht sehr oft sehen lassen, fehlte etwa bei der Tour de Ski. Dort triumphierte Jessie Diggins, die Amerikanerin gilt im Skiathlon als einige seriöse Kontrahentin. Dahinter kämpfen die restlichen Schwedinnen (Ebba Andersen?), natürlich die Norwegerinnen um die Medaillen. Sehr zu beachten ist die Österreicherin Theresa Stadlober, die vor 4 jahren in dieser Disziplin Bronze holte (die große Frage hier: was macht Mama Roswitha Stadlober, für die als ÖSV-Präsidentin eigentlich die Männer-Abfahrt Pflicht ist?).
19:30: Big Air Männer
Spannung bedeutet hier weniger Fingernägelkauen, wer gewinnt (mir wurscht, welcher Aussie), sondern ob wie alle Athleten ihre artistischen Sprünge landen können. Ein visuelles Highlight der Spiele, in dem die Australier (!) und Nordamerikaner den Ton angeben.
Mit dem Snowboard fahren sie (in wenig sportlich aussehende Pluderhosen gewandet, man ist ja locker) ein gutes Stück bergab, eine Schanze wirft sie hoch in die Luft, und dann beginnen sie zu saltieren und schraubeln, dass es eine wahre Lust ist. Der Reporter behauptet mitzuzählen und brüllt „1080“ oder mittlerweile auch „1440“ in den Äther. Uns Zuschauern wird schon beim Zuschauen schwindlig, doch die Sportler finden sich (meist) gut in den Lüften zurecht und landen mehr oder weniger sicher im Schnee. Danach unbedingt lächeln, wie beim Eiskunstlauf, denn hier wie dort entscheiden Kampfrichter und verteilen Noten, die dann mit dem Schweirigkeitsgrad (je höher, desto besser) verrechnet werden.
Eine Besonderheit: Alle Wettbewerber haben sich ganz doll lieb und klatschen, wenn dem Kontrahenten mal was ganz Dolles gelungen ist. Eine große, glückliche Sport-Familie.
Und sonst?
- Die Eishockey-Frauen sind schon mitten im Turnier. Deutschland hat das erste Spiel gegen Schweden verloren, jetzt (12:10) steht die Partie gegen Japan an.
- Erste Entscheidung im Eisschnelllauf: Die Frauen bestreiten die 3000 Meter. Im Zweifel wird Oranje (Niederlande) bowen sein.
von Münchner Löwe | Feb. 4, 2026 | Olympia, Winterspiele 2026
Es ist soweit. Am Freitag werden die Olympischen Winterspiele im Mailänder Fußballtempel San Siro eröffnet (wenn ich es richtig verstanden haben, mit Schalten in die Berge nach Cortina und Val di Fiemme). Es ist die 25. Auflage, und zum ersten Mal seit 20 Jahren trifft sich die Jugend der Welt wieder in Mitteleuropa: nach Turin 2006 also in der zweiten norditalienischen Metropole. Da in Mailand selbst schlecht abgefahren und Ski gesprungen werden kann (warum eigentlich nicht Big Air auf einer künstlichen Anlage ins San Siro?), rücken die Berge in den Mittelpunkt. Die klassischen Wintersportorte Cortina (Ski alpin Frauen), Bormio (alpine Männer), Antholz (Biathlon) und Val di Fiemme (Skispringen). Alles aus den Weltcups bekannte und bewährte Anlagen, in denen hochklassiger Sport zu erwarten ist und viel Zuschauerbegeisterung. Gerade daran hat es in den vergangenen Ausgaben in Asien doch sehr gefehlt (Ja ich weiß liebe Koreaner, wie fanatisch-fantastisch ihr beim Shorttrack und Eiskunstlaufen wart).
Was ich vorhabe
Auf jeden Fall: eine höchst subjektive, vielleicht auch parteiische Sicht der Dinge der 19 Wettkampftagen (es stehen schon ab Mittwoch Curling-Spiele an …). Ich werde mich echauffieren, Spannung, die ich erlebt habe, hoffentlich reproduzieren, aber auch analysieren und kommentieren. So wie ich es hier seit zweieinhalb Jahren mache.
Was es hier nicht gibt: Vollständigkeit: einen Ergebnisdienst und die bloße Nachricht „xy hat den Wettbewerb z gewonnen“. Und was fehlt, das fehlt, ohne Begründung. Beschwerden werden gelesen, versprochen! Was für meinen Blog generell gilt (subjektive Auswahl), gilt erst recht für Olympia. Auch wenn Winterspiele längst nicht so ein gedrängtes Programm haben wie die im Sommer, alles kann und will ich nicht sehen, geschweige denn darüber schreiben. Was nicht heißt, dass hier nicht trotzdem plötzlich ein Stück übers Skibergsteigen (immerhin olympische Premiere) erscheint. Oder wenn es im Eiskunstlauf Fabulöses zu berichten gibt wie der Typ, der alle Sprünge vierfach dreht (den gibt es wirklich, nicht dass ich das selbst zählen und erkennen würde …).
Ich erhoffe mir viele Gustostückerl, also lustige, vielleicht auch traurige Begebenheiten (der Skispringer, dessen Ski ohne Skispringer die Schanze runterfahren. Ach ne, das ist doch zu unwahrscheinlich, oder Domen Prevc …). Aufgrund der lückenlosen Berichterstattung in ARD/ZDF und ihren Streams und Discovery+ sowie die technisch für mich möglicher Ausflüge zum österreichischen und Schweizer Fernsehen (oder Italien?, Kanada?? Neuseeland bei Alice Robinson???) kann ich alles, was ich live verpasst habe, „nachschauen“.
Ich werde sehr viel gucken (adieu, liebe Welt). Im Mittelpunkt steht klar der alpine Skisport (alles) und Biathlon (fast alles), Ski nordisch und Skispringen. Eishockey ist Pflichtprogramm, Männlein wie Weiblein (ganz sicher das Finale Kanada vs USA). Also die ganz klassischen Wintersportarten, hier hab ich auch die meiste Ahnung. Ski Freestyle habe ich mir fest vorgenommen (Buckelpistenfahren ist faszinierend), aucn Snowboard, die Big Aerials könnten ein absoluter Höhepunkt werden. Lieber Eisschnelllauf als Shorttrack (obwohl das manchmal sehr unterhaltsam ist, googelt mal den Namen Stephen Bradbury). Wer hier Schlittensport sucht: Oje. Ansonsten halte ich es mit der Devise: Überraschungen und Vielfalt erfreuen. Hat hier jemand Curling gerufen?
Natürlich hab ich auch immer ein Auge auf Sportpolitisches (hoffentlich wenig) und die Berichterstattung im Fernsehen und hier vor allem die Frage, wie sehr erfreuen oder mich die Reporter und Reporterinnen.
Wie ich es vorhabe
Die Betonung liegt auf „vorhabe“, denn nix is fix. Paris ’24 ist mein Anhaltspunkt. Ich plane ein tägliches Erscheinen (seufz). Da die Ski- und Biathlonrennen spätestens um 15 Uhr zu Ende sind, bietet sich der frühe Nachmittag zum Schreiben an. Alles hab ich noch nicht bedacht (zB fehlt mir ein Titel, wie ich den ganzen Bums nennen soll), aber im Wesentlichen wird es zwei Teile geben: Im ersten rekapituliere ich das Geschehen seit dem letzten Eintrag, im zweiten schaue ich auf den nächsten Tag mit meinen persönlichen Hinweisen. In meiner idealen Welt gibts auch schon einen kleinen Hingucker auf den übernächsten Tag zwecks besserer Planung.
Ich merke, wie die Vorfreude wächst auf ein Wint4ersportfest. Lasst Euch hier überraschen! Ich überrasche mich wahrscheinlich selbst (und werde jede einzelne Rodelfahrt sezieren. Nicht!).
P. S. Dazu noch die Kleinigkeiten wie Super Bowl Sonntagnacht, Champions League und Ballsport.
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