von Münchner Löwe | Feb. 16, 2026 | Allgemein, Biathlon, Winterspiele 2026, Wintersport
Pflichtprogramm
14:30: Biathlon-Staffel, Männer
4 Athleten pro Nation gehen nacheinander (Ablösung per Handauflegen) auf die 7,5 Kilometer, mit Liegend- und Stehendschießen. Je 5 Schüsse auf die Scheiben, wer nicht alle abräumt, bekommt jeweils 3 Nachlader, danach drohen Strafrunden. Immer wieder ein extremer Spannungsmoment, weil beim Stehen schnell die Beine das Zittern anfangen, weil der Puls zu tief sinkt, die berühmte Nähmaschine.
Es gibt 3 klare Favoriten auf die Medaillenränge: Frankreich, Norwegen und Schweden (alphabetische Reihenfolge, nicht meine Bewertung) dürften die Plätze 1 bis 3 unter sich ausmachen, wenn alles normal abläuft. Die Hoffnung der Hinteren (Deutschland, Italien): Wann läuft eine Biathlon-Staffel schon normal ab?
16:22/16:41: Eisschnelllauf, Mannschaftsverfolgung Finale, Männer und Frauen
2 Teams à 3 Läuferinnen (oder Läufer) laufen gegeneiander 3000 Meter. Möglichst dicht beeinander (sie dürfen sich sogar berühren) und mit Führungswechseln wegen Luftwiderstand. Jede halbe Runde wird der Abstand der Teams gemessen. Wenns knapp ist, ist die Spannung unerträglich.
Zuvor werden noch die Halbfinali ausgetragen; bei den Frauen USA vs Kanada und Holland vs Japan, bei den Männern Holland vs Japan und USA vs China. Oranje zweimal bowen?, dem Holland-durchsetzen Publikum würde es gefallen …
Wird sicher spannend
10:00/13:30: Nordische Kombination, Großschnze und 10 Kilometer
Ein Sprung und dann wie gehabt die Gundersen-Methode. der Sprungbeste geht als Erster in die Loipe, die Platzierten folgen je nach ihren Sprung-Abständen. Das heißt: Der Erste im Ziel nach 10 Kilomtern ist auch der Goldmedaillen-Gewinner.
Athleten von 3 Nationen haben zuletzt fast alle Weltcups unter sich ausgemacht: Norweger, Deutsche und Österreicher. Tatsächlich AthletEN, denn Frauen sind in der Noko für Olympia nicht vorgesehen. Angeblich zu wenige aus zu wenigen Nationen. Was für eine Sauerei angesciths der lachhaften Rodel-Konkurrenzen mit 5 wettbewerbsfähgien Teams.
Für die Deutschen lief es im ersten Wettbewerb von der Noralschanze wenig berauschend, auch die Trainingsergebnisse vom Großen Bakken sind bestenfalls ordentlich zu nennen. Wieder gut sind die Ösis um Johannes Lamparter und Norge um Öftebrö. Und vielleicht wieder ein Finne, diesmal Herola?
12:10: Eishockey, Männer, Zwischenrunde
Obs wirklich spannend wird, sei mal dahingestellt. Das deutsche Team trifft auf Frankreich, und die NHL-Profis um Leon Draisaitl sind klarer Favorit. Auch die weiteren Partien Schweiz vs Italien (12:10), Tschechien Dänemark (16:25) und Schweden – Lettland (21:10) dürften für das jeweils erstgenannte Land klare Angelegenheiten werden. Für die heißt es auch: Kraft sparen, denn schon am Mittwoch stehen die Viertelfinali gegen dann ausgeruhte Teams an.
Und sonst?
- Bob, Zweier der Männer: Vielleicht sogar ein deutscher Sweep, also Gold, Silber und Bronze für Team Germany. Zumindest führte nach 2 von 4 Läufen Deutschland (Lochner) vor Deutschland (Friedrich) vor Deutschland (Ammour). Zumindest die USA können den Dreier noch verderben.
von Münchner Löwe | Feb. 15, 2026 | Winterspiele 2026
Pflichtprogramm
10/13:30: Slalom der Männer
Kaum zu glauben, schon der letzte Wettberwerb der Männer im alpinen Skisport. Und wie es aussieht, auch der offenste. Etwa 20 Fahrer kommen für die Medaillenränge infrage, und viele Nationen, die bisher in den Männer-Rennen kaum eine Rolle spielten, haben ein Eisen im Feuer.
Dass der Slalom auf dem flachen Endstück der Stelvio ohne große Tücken ausgetragen wird, macht die Prognose nicht einfacher. Der Teamslalom lässt den Schluss zu, dass etwa der Schweizer Tanguy Nef hervorragend mit den Verhältnissen zurechtkommt, auch der Münchner Linus Straßer machte eine vorzügliche Figur. Österreich hofft auf Manuel Feller, Frankreich auf Clement Noel, die Norweger auf das Trio Timon Haugan, Henrik Kristoffersen und Atle McGrath. Sogar die Finnen (Eduard Hallberg) und Bulgarien (Albert Popov) dürfen hoffen. Und natürlich ist auch Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Braathen aus Brasilien sehr zu beachten. Oder someone completely different.
19:00: Skispringen, Super-Team, Männer
Zuierst muss ich ein Verbrechen melden. Nämlich einen Raub des IOC oder der FIS, die einen wunderschönen Nationen-Wettbewerb aus dem Programm geworfen werden: das Teamspringen mit 4 Athleten aus einem Land.
An dessen Stelle rückt ein sogenannter Super-Team-Wettbewerb, mit jeweils nur zwei Vertretern. Und anders als bei den Alpinen darf jedes Land auch nur ein Duo in den Wettbewerb schicken, für Deutschland sind das Olympiasieger Philipp Raimund und Andreas Wellinger, der den Vorzug von Felix Hoffmann erhielt, der seine Form verlor.
Spannend wird es natürlich trotzdem, aber der Mannschaftsgedanke geht halt völlig verloren. Insgesamt 3 Runden stehen an: Für die 2. Runde qualifizieren sich die 12 besten Duos, für die 3. dann noch acht.
Favorisieren würde ich die Japaner, bei den Slowenen stellt sich die Frage, ob Domen Prevc für seinen Partner Ante Lanisek genug Vorsprung herausholt. Österreich scheint auch sehr gut aufgestellt zu sein mit Jan Hörl und Christoph Embacher.
Wird sicher spannend
19:30: Ski Freestyle, Big Air Frauen
Wie im Snowboard, steiler Anlauf – und dann ein Sprung mit mögllichst vielen Schrauben und Saltis. Spektakel ist angesagt und immer schwingt die leichte Beklommenheit mit, dass alles gut geht.
21:04: Monobob Frauen, 4. Lauf
Die Entscheidung, und wie es sich für einen Wettbewerb im Eiskanal gehört, mischt eine Deutsche vorne mit. Nach den 2 Durchgängen vom Sonntag führt Laura Nolte vor zwei US-Amerikanerinnen, eine Medaille ist ihr fast sicher.
Schon um 10 Uhr startet der Zweierbob der Männer, hier ist eigentlich nur die Frage, welcher der beiden Deutschen Johannes Lochner oder Francesco Friedrich gewinnt.
Und sonst:
- Eiskunstlauf, Kür der Paare: Erst am Sonntagabend das Kurzprogramm (warum das so dichtgedrängt ist, wissen die Termingötter). Minerva Hase/Nikita Volodin haben durchaus Medaillenchancen (tatsächlich: außerhalb des Eiskanals). Trotz eines Patzers wurden sie EM-Zweite.
- Eishockey: Die Frauen-Halbfinali stehen an. Alles andere als klare Siege der USA gegen Schweden/16:40 und Kanada vs Schweiz/21:10) wäre eine Riesensensation. In allen bisherigen Frauen-Finals standen sich die beiden amerikanischen Teams gegenüber.
von Münchner Löwe | Feb. 13, 2026 | Winterspiele 2026
Pflichtprogramm
10:00/13:30: Riesenslalom der Männer
Angesichts von 2 Medaillen klingt es absurd, aber bisher sind die Spiele für den Ski-Dominator Marco Odermatt nicht nach Wunsch gelaufen. Gerade der vierte Abfahrtsplatz wurmt den ehrgeizigen Schweizer, Bronze im Super-G und Silber in der Team-Kombi sind da nur ein schwacher Trost. Noch weniger, dass Landsmann Franjo van Allmen dreimal Gold abgeräumt hat ….
Für den Riesenslalom, der die technischen Wettbewerbe einleitet, ist er der Favorit. Zwar ist er in dieser Disziplin nicht mehr ganz so dominant wie noch vor zwei Jahren, doch der Sieg führt nur über den Titelverteidiger bei seiner letzten Gold-Chance. Schärfste Widersacher sind die Norweger um den Altmeister Henrik Kristoffersen, Österreich hofft auf Stefan Brennsteiner, der in dieser Saison regelmäßig Top-Plätze belegt. Nach schwachen Saisonstart habe ich auch den Schweizer Schladming-Sieger Loic Meillard auf der Rechnung. Oder schafft gar Lucas Pinheiro Braathen die erste Winter-Medaille überhaupt für Brasilien?
Die deutschen Männer haben den Anschluss an die Weltspitze geschafft: Fabian Gratz und Armin Grammel sind sicher für Top-10-Plätze gut, Medaillen wären allerdings eine Riesenüberraschung.
12:00: Langlauf, 4x 7,5 Kilometer der Frauen
Ich hab wegen der schwedischen Alleinherrschaft in der Loipe gezögert, ob ich die die Frauenstaffel als „Pflichtprogramm“ benenne. Doch Staffeln haben ihre faszinierenden eigenen Gesetze, es wäre fatal, nurEinzelergebnisse zu addieren. Andrerseits ist Sverige vor allem wegen der überragenden Frida Karlsson derart dominierend, dass alles andere als Gold eine veritable Sensation wäre. Norwegen allerdings könnte jederzeit gefährlich werden und die Amerikanerinnen um Jessica Diggins habe ich zumindest für Bronze auf dem Zettel.
Für die Deutschinnen lief Olympia bisher überhaupt nicht nach Plan, die Staffel ist fast schon die letzte Gelegenheit zur Rehabilitation.
14:45: Biathlon, Sprint der Frauen
Jede Läuferin läuft einzeln 7,5 Kilometer und absolviert ein Liegend- und ein Stehendschießen. Frankreich zum Dritten bei den Frauen? Die Form von Julia Simon und Lou Jeanmonnot ist jedenfalls großartig. Franzi Preuß braucht 2 fehlerlose Schießübungen, dann hat sie Chancen. Die Schwedinnen haben bisher enttäuscht – wie auch ihre Landsmänner. Können die Öberg-Schwestern Hanna und Elvira zurückschlagen?
18:45: Skispringen Männer, Großschanze
Kann Domen Prevc nach seinem „Nuller“ vom kleinen Bakken zurückschlagen, immerhin schon mit Gold bedacht im Mixed-Wettbewerb? Der Sieg führt nur über den Slowenen (obwohl die Schnze ihm noch Kummer bereitet), ansonsten die übrigen Verdächtigen: die starken Österreicher um Jan Hörl wollen endlich die erste Sprung-Medaille und die Japaner (Nikaido, Kobayashi). Ob der Goldjunge Philipp Raimund seinen Coup wiederholt? Die Trainingsleistungen geben durchaus Anlass zur Hoffnung. Remember Simon Ammann, wenns läuft, dann läuft es.
Wird sicher spannend
11:46: Doppel-Moguls, Frauen
Neu im Programm. Buckelpiste mit 2 Frauen gleichzeitig auf der Piste. Wenn ichs richtig sehe, stehen 5 K.-o.-Runden an.
13:10: Shorttrack, Mixed Staffel
Allein der Hektik wegen. Die Ablösung der Läufer erfolgt per Schleudergriff wie im 6-Tage-Rennen der Radfahrer. Der Athlet, der ins Rennen geschickt wird, kommt von innen, die Ablösungen werden also ein Total-Gewusel. 3000 Meter sind zu absolvieren auf der ganz kurzen Runde, Stürze und andere Unwägbarkeiten gehören dazu, die aber meist glimpflich verlaufen. Die Favoriten sind im Zweifel (ich bin bar jeder Ahnung) Holland, Japan, Südkorea und Kanada.
17:00: Eisschnelllauf, 500 Meter Männer
Die 500 Meter werden seit längerer Zeit in 2 Läufen absolviert. Grund: Aufgrund der enormen Geschwindigkeit ist es ein Riesennachteil, in der zweiten Kurve die Innenbahn zu haben. Die große Frage lautet: Schafft der Amerikaner Jordan Stolz auch im kurzen Sprint 2 Goldfahrten. Japaner und Kanadier dürften ihm das Leben schwer machen. Auf jeden Fall ein kurzes Vergnügen mit den Männern mit den ganz dicken Oberschenkeln.
Und sonst?
- Eishockey: Das Viertelfinale der Frauen wird komplettiert, folgende Paarungen: Tschechien – Schweden (Fr., 16:40), USA – Italien (Fr., 21:10), Kanada – Deutschland (Sa., 16:40), Finnland – Schweiz (Sa., 21:10)
Deutschland hofft auf eine Sensation, doch wie das gelingen soll, sehe ich nicht gegen die Eishockey-Großmacht.
- Skeleton Frauen: Bäuchlings den Eiskanal runter, der vierte und entscheidende Lauf. Die beste nach drei Läufen startet im Finaldurchgang als Letzte, wie gehabt bei solchen Entscheidungen.
von Münchner Löwe | Feb. 12, 2026 | Biathlon, Mailand, ski alpin, Winterspiele 2026
Skandal um den Ukrainer Heraskewytsch
Das IOC hat den Skeletoni tatsächlich disqualifitziert. Wegen des beanstandeten Helmes, auf dem Bilder von rund 20 der insgesamt 100 ukrainischen Sportler geklebt waren, die im Krieg von Kugeln oder Bomben getötet wurden. Das IOC sah hierin eine – verbotene – politische Botschaft, Verteidiger von Wladislaw Heraskewytsch sprechen von einer – nicht verbotenen – Erinnerung an gute Freunde.
Schon nach den Trainingsläufen mit diesen Helm kündigte das IOC die Disqualifikation an, sollte er diesen auch im Wettkampf benutzen. Hweraskewytsch blieb dabei. Er habe nicht provozieren wollen, sondern nur erinnern, sagte er. Und verwies unter anderem auf den „goldenen“ deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, der bei der Siegerehrung in Peking das Foto seiner verstorbenen Ehefrau in die Kameras hielt (ohne Sanktion, warum auch?).
Zwar sprach offiziell der Skeleton-Verband die Disqualifikion aus, aber sicher nach Absprache mit dem IOC. Insofern war der Auftritt von Kirsty Coventry pure Heuchelei, als sie beim ZDF in Tränen ausbrach. Wenn denn jemand die Disqualifikation hätte verhindern können, dann wohl die IOC-Chefin. Sich hinter angebliche Regeln zu verschanzen – das ist erbärmlich.
Falls Heraskewitsch provozieren und die wieder zunehmende Russland-Freundlichkeit des IOC und der Verbände anprangern wollte, hat er sein Ziel erreicht. Kaum ein akkreditiertes Medium, das jetzt nicht groß berichtete. Wäre er ohne von vornherein ohne Beanstandungen gefahren, hätten die wenigsten die Aktion überhaupt mitbekommen, so weiß die ganze (Sport)Welt davon. Streisand-Effekt at its best.
https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt
Emma Aicher tappt in die Kursfalle
Dass der Super-G extrem anspruchsvoll, ja fast bösartig gesetzt war, zeichnete sich schon bei den ersten Läuferinnen ab. Reihenweise fuhren die besten Skiläuferinnen mit zu hohem Tempo in die tricky gesetzten Tor-Kombinationen und schieden aus.
Hirn anschalten war also angesagt, und allein das Podium zeigt, dass Erfahrung extrem nützlich war. Es siegte die Italienerin Federica Brignone (35) vor der Französin Romaine Miradoli (31) und Conni Hütter (33) aus Österreich. Die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann schied ebenso aus wie Emma Aicher, die zwar die erste Klippe gut nahm, an der zweiten aber grandios scheiterte. Sie wirds verkraften nach zwei Silbermedaillen, und ob es für eine Medaille oder gar den Sieg gereicht hätte, wage ich anhand der Zwischenzeiten eher zu berzweifeln. Auch die anderen Abfahrts-Medaillengewinnerinnen Breezy Johnson und Sofia Goggia sahen das Ziel nicht. Goggia schied gar mit der klar besten Zwischenzeit auf, ein typischer Lauf der risikobereiten Italienerin, der letztlich nicht gut gehen konnte.
So gab es tatsächlich das Happy End für Brignone, das kaum jemand für möglich gehalten hatte. Im April hatte sie sich bei einem Sturz bei den nationalen Meisterschaften so ziemlich alles am linken Bein verletzt, was man sich verletzen kann. Schien- und Wadenbeinbruch, dazu Kreuzbandriss. Doch die Italienerin hatte dieses eine Ziel: Heim-Olympia in Cortina, dafür nahm sie alle Qualen und bis zuletzt enorme Schmerzen in Kauf. Noch vor ein paar Tagen lag ihr Start in den Sternen, weil sie zu große Schmerzen hatte, die Ersatzfahrerin stand schon bereit.
Und dann diese Fahrt, maßvoll, wo es nötig war, mit Tempo, wo es der Kurs zuließ. Das ist ja grundsätzlich der Reiz des Super-Gs, der schnell gesteckt ist und ohne Trainingslauf bewältigt werden muss. Doch meines Erachtens hatte es der norwegische Kurssetzer übertrieben. Gerade beim Olympischen Lauf eine Falle nach der anderen aufzustellen (mit für Super-G ungewohnt kurzen Torabständen), kann nicht der Sinn der Sache sein. Schön anzusehen ist es auch nicht, wenn die besten Skifahrerinnen der Welt wie Anfängerinnen die Tore verpassen (in die Garage fahren, wie es so unschön heißt).
Das letzte Schießen – eine Qual
Dreimal hatte Franziska Preuß beim Einzel fehlerlos je fünf Scheiben abgeräumt, als sie zum letzten Stehendanschlag fuhr. Klar war: Würden erneut alle Scheiben fallen, wäre eine Medaille sicher. Doch die Weltcup-Gesamtsiegerin 2025 zeigte Nerven (oder dachte sie zu viel nach?), sie ist ganz bestimmt nicht die erste, der dieses Malheur passierte. Zwei Strafminuten handelte sie sich ein, Medaillenchance dahin, auch weil sie in der Loipe nicht mehr in der Galaform der vergangenen Saison ist, einige Erkältungen kosteten zu viel Tribut.
So war der Weg frei für Julia Simon. Noch vor Olympia hatte sie Rennen sausen lassen, weil die Laufform überhaupt nicht da war. Die Allerschnellste war sie zwar immer noch nicht in der Loipe, aber was Madame am Schießstand abliefert, ist außergewöhnlich. So schnell wie sie feuert keine Frau die Schüsse ab – und auch nur ganz wenige Männer, wenn überhaupt. Wenn sie dann noch von 20 Versuchen 19 ins Ziel bringt, ist sie schwer zu schlagen. Noch nicht einmal von ihrer überragenden Landsfrau Lou Jeanmonnot, die trotz zweier Fehlschüsse immerhin noch zu Silber lief.
Die Sensation schlechthin lieferte allerdings Lara Hristova. Die Bulgarin eroberte ohne Schießfehler die Bronzemedaille. Sogar Franziska Preuß fragte ungläubig nach, wer zum Teufel diese 22-jährige junge Frau war, die perfekt schoss und auch in der Loipe recht gut zurecht kam. Besser zum Beispiel als die unglückliche Vanessa Voigt, die bei ebenfalls fehlerfreier Darbietung 13 Sekunden langsamer war und „nur“ Vierte wurde. Platz 4 wäre im Weltcup eine fantastische Platzierung gewesen, bei Olympia gibts nur die symbolische Blech(Holz-)Medaille.
Drama um Wennemars
Sportlich vielleicht bisher sogar der größte Aufreger der Spiele, für die Eisschnelllauf-Nation Holland sogar ganz bestimmt. In aller Kürze: Joop Wennemars ist über 1000 Meter klar auf Medaillenkurs, doch beim letzten Seitenwechsel übersieht sein Laufpartner Ziwen Lian aus China klar die Vorfahrt und schneidet Wennemars den Weg ab. Der muss abbremsen, verliert bei dem Manöver mindestens eine halbe Sekunde (eher mehr) und der Medaillentraum ist geplatzt. Im Ziel ist der Holländer drauf und dran, dass er Ziwen an die Gurgel gehen will, der so tut, als sei nichts gewesen. Später wird der Chinese wegen seines klar sportwidrigen Verhaltens disqualfiziert, doch davon kann sich Wennemars natürlich nichts kaufen
Im nächsten Lauf fährt ausgerechnet Ziwens Landsmann Zhongyang Ning zu Bronze mit einer Zeit, die Wennemars ohne Behndeung mit Sicheheit klar unterboten hätte. Nach seinem Protest darf er zwar noch einmal starten, doch nur eine halbe Stunde nach dem ersten Lauf fehlt ihm natürlich die Kraft und er kann die zweit nicht unterbieten. Hinterher beschwerte er sich bitter, dass die Pause viel zu kurz gewesen sei.
Der eine Chinese verhilft dem Landsmann mit einem klar sportwidrigen Verhalten zu Bronze, ich bin tatsächlich geneigt, dass das absichtlich war (leide traue ich mittleweile fast jedem Sportler fast alles zu für einen Vorteil). Das lässt sich natürlich nicht beweisen, ich erinnere aber ungerne an den Formel-1-Fahrer Nelson Piquet jr., der mit voller Absicht einen Unfall verursachte, damit Teamkollege Fernando Alonso das Rennen gewann. Hätte vorher auch niemand geglaubt, dass so etwas möglich ist.
Zumindest am Sieg des überragenden Jordan Stolz gab es nicht die geringsten Zweifel. De Amerikaner siegte mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Holländer Jening de Boo. In dessen Zeitbereich wäre Wennemars ohne Behinderung wohl gefahren.
Wenn nur die Kunst zählt
Eistanzen ist nicht so meines, obwohl Torvill/Dean natürlich unvegessen sind: Was am Mittwoch aber die beste Paare aufs Eis zauberten, hat mich dann doch gefesselt, vor allem die US-Amerikaner und die Franzosen. Zunächst Madison Chock und Matthew Bates. Zu „Paint it Black“ tanzten sie einen Torero, in Schwarz gekleidet und roten Tuch. Schnell und ambitioniert wirkte es und ziemlich frisch. Den Gegensatz dazu lieferten Laurence Fornier Beaudry und Guiilaume Cizeron. Sie malten ein Gesamtkunstwerk aufs Eis, nicht ganz so spritzig wie die Amerikaner, aber mit vollendeter Harmonie (was ich aufgrund des klaren Urteils der Jury erst beim zweiten Mal anschauen wirklich zu würdigen weiß, denn ich hätte die Amis vorne gesehen). So ging Gold an Frankreich, und Ceizeron gelang Historisches. Noch nie hat ein Eistänzer Olympiagold mit zwei Partnerinnen gewonnen. 2022 hatte er mit Gabriella Papadakis triumphiert
Wer die Franzosen bewundern will (die Amis sucht ihr bei Youtube)
https://www.eurosport.de/eiskunstlauf/olympia-mailand-cortina/2026/laurence-fournier-beaudry-und-guillaume-cizeron-gewinnen-goldmedaille-gesamtkunstwerk_vid60055020/video.shtml
Und sonst?
- Rodeln: Die Doppelsitzer bei Frauen und Männern wurden zu einer italienischen Angelegenheit, die beide Wettbewerbe für sich entscheiden. Bei den Frauen siegten Voetter/Oberhofer vor den deutschen Eitberger/Matschina und Egle/Kipp aus Österreich, bei den Männern Rieder/Kainzwaldn vor den Österreichern Steu/Kindl und den Deutschen Wendl/Arlt. Medaillenvielfalt à la Rodeln. Wenn die von Olympia ausgeschlossenen Kombinierinnen diese einseitigen Konkurrenzen (gerade 11 Frauenpaare waren dabei) gesehen haben, müssen sie sich komplett verschaukelt fühlen. Denn genau die mangelnde Quantität ist eines der Hauptgründe, warum sich Olympia den Kombinierinnen verschließt.
- Ski Freestyle: Die Australierin Jakara Anthony ist die klar beste Buckelpistenfahrerin der Welt. Im Olympiafinale geriet sie aus dem Rhythmus und musste die Fahrt abbrechen. Den Sieg erbte Elizabeth Lemley, gerade 20 Jahre jung.
von Münchner Löwe | Feb. 12, 2026 | Biathlon, Eishockey, Winterspiele 2026
Tatsächlich mal ein Tag ohne die Alpinen und schon wird es dünne. Einen olympiafreien Tag einzulegen, kommt natürlich nicht in die Tüte.
Pflichtprogramm
19:00: Eiskunstlauf, Kür der Männer
Bitte was? Der Löwe verordnet Eiskunstlauf? Ich bekenne mich schuldig, aber ich habe eine Exkulpation. Die heißt Ilja Malinin. Ein US-Amerikaner, der neue Maßstäbe gesetzt hat. Wenn er sein Programm morgen wie geplant durchzieht, dann sehen wir insgesamt 7 Vierfachsprünge (wenn wirs erkennen) und zum Drüberstreuen auch noch einen Rückwärtssalto, der wegen seiner Gefährlichkeit bis vor ein paar Jahren verboten war mit eklatanten Abzügen. Nervenkitzel ist also angesagt.
Wenn Malinin nur einigermaßen durchkommt, wird er auch gewinnen.
Seit einiger Zeit wird umgekehrt zur Platzierung nach dem Kurzprogramm gelaufen. Malinin startet also als Letzter: Wer sich auf ihn beschränken will und vielleicht noch die härtesten Konkurrenten Yumi Kagiyama und Adam Siao Hom Fa (what a name for a French), der muss erst etwa um 21 Uhr oder so einschalten (ohne Gewähr).
Wird spannend
12:10: Eishockey Männer, Finnland – Schweden
Das nordische Duell. Ezrivalen, die Schweden meist besser (großer Seufzer des Suomi-Freundes). Finnland mit einem vertitablen Fehlstart bei der 1:4-Niederlage gegen die Slowakei, Schweden mit einem mühevollen Auftaktsieg gegen Italien. Spannungskiller ist zwar, dass auchd der Verlierer sicher im Turnier bleibt, doch die Rivalität dürfte einigen Pfeffer in die Partie bringen.
Die weiteren Partien: Tschechien – Frankreich (16:40) und Kanada – Schweiz (21:10).
Bei den Frauen sind schon Vietelfinals angesetzt. Aufgrund des heutigen Nachholspiels Kanada – Finnland (bei Team Suomi wütete ein Noro-Virus) stehen die Partien noch nicht endgültig fest.
14:00: Biathlon Männer, Sprint
10 Kilometer mit zwei Schießübungen. Wer eine Scheibe verfehlt, muss in die Strafrunde. Favoriten mal wieder die Norweger um Einzelsieger Johan Olav Bodn, die Italiener hoffen auf Tommasso Giacomel, die Franzosen auf Eric Perrot. Für die Deutschen hat Philipp Nawrath die besten Chancen, aber es müsste schon alles passen für eine Medaille. Aber beim Biathlon würfelt sich ein Feld durch Fehlschüsse gerne völlig durcheinander.
19:30: Snowboard, Halfpipe Männer
Unfassbar was die Herren der Schöpfung für waghalsige Sprünge zeigen (ich probiere nicht mal, sie zu benennen oder gar zu bewerten. Unter dreieinhalb Drehungen geht gar nix. Nicht immer geht es gut, für Thrill ist also auch gesorgt.
12 Männer haben sich qualfiziert fürs Finale, jeder zeigt 3 Läufe, der beste geht in die Wertung.
21:05: Skeleton Männer
Der vierte und entscheidende Lauf in der Eisröhre von Cortina. Bäuchlings auf dem Schlitten rasen sie hinunter, die Kinnspitze nur Zentimeter über dem harten Eis, je tiefer desto gut. Nach den zwei Durchgängen am Donnerstag führt der Brite Matt Weston vor den beiden Deutschen Alexander Jungk und Christopher Grotheer.
Schon zuvor bestreiten die Frauen ihre ersten zwei Läufe, die Entscheidung ist dann am Samstag.
Und sonst?
Curling: Die Frauen und Männer mit vollem Programm. Insgesamt sind 12 Partien angesetzt. Suchts euch die Lieblinge raus.
Eisschnelllauf: Der ganz lange Kanten der Männer über 10.000 Meter. Jedes der 10 Paare läuft 13 Minuten. Eigentlich nur was für die eisschelllauf-verrückten Holländer, die die Halle wieder in Oranje tauchen.
Skilanglauf: Nur die Frage, mit welchem Abstand Johannes Klaebo den 15 Kilometer-Einuzelstart (13:00) in der klassischen Technik gewinnt und ob es ein komplettes Norge-Podium gibt.
von Münchner Löwe | Feb. 11, 2026 | Winterspiele 2026
Zum Ersten, zum Zweiten, van Allmen
Der König der Alpinen ist gekrönt. Abfahrts- und Team-Olympiasieger Franjo van Allmen war auch im Super-G nicht zu schlagen und eroberte die dritte Goldmedaille.
Als der Schweizer mt der Startnummer 7 nur knapp mit knappen Vorsprung auf den Außenseiter Ryan Cochran-Siegle den ersten Platz übernahm, da begann das Zittern. Viele dachten, das sei nicht genug, aber mir imponierte die Fahrt, zumal Cochran Siegle einen fehlerfreien Lauf auf die etwas weicher gewordene Stelvio-Piste hingezaubert hatte. Am Ende reichte es für den US-Amerikaner zur eher unerwarteten Silbermedaille („Ich bin schockiert“), weil auch der hochgewettete Marco Odermatt wieder kleine Fehler einbaute und sich mit Bronze zufriedengeben musste. „Natürlich wollte ich Gold, aber wenn ich bedenke, dass der Vierte (Nils Allegre/d. A.) nur drei Hundertstel hinter mir war, muss ich zufrieden sein.“
In seiner Heimat hat ihn jetzt aber erst mal van Allmen den Rang abgelaufen. Der gelernte Zimmerer ist offenbar ein Mann der großen Rennen, denn vor einem Jahr krönte er sich schon zum Abfahrtsweltmeister. Großes Pech hatte der italienische Lokalmatador Dominik Paris, dem nach einem Schlag die Bindung aufgegangen war. Es ist der ewige Konflikt der Techniker, genau die richtige Festigket der Bindung einzustellen. Sie soll beim Sturz aufgehen, sonst aber bitte nicht.
Anders als Bode Miller vor Jahren bei einer Ski-Weltmeisterschaft fuhr Paris nicht auf einem Ski die Stelvio hinunter. Von diesem (brotlosen) Kunststück des Amerikaners schwärmen heute noch alle Ski-Fans.
https://www.youtube.com/watch?v=QHxmVRXoVMA
Öftebrö – ein würdiger Riiber-Nachfolger
Unfassbar, diese Norweger. Auch den Rücktritt des Herrschers der Nordischen Kombination Jarl Magnus Riiber haben sie aufgefangen – wie im Biathlon. Jens Luraas Öftebrö sicherte sich Gold vor dem Österreicher Johannes Lamparter und dem Sensations-Finnen Eero Hirvonen.
Schon nach dem Springen war relativ klar, dass Öftebrö das Gold kaum zu nehmen sein würde, denn der bekannt gute Langläufer war schon nach der ersten Teildisziplin ganz vorn zu finden.
In der 2. Runde bildete sich eine 7er-Spitzengruppe, in der auch der Deutsche Vincenz Geiger kämnpfte – trotz offfensichtlich nicht den allerbesten Skiern unter den Füßen. Er brach dann in der Schlussrunde regelrecht ein, offenbar hatte er in der Vorbereitung auch mit gesundheitlichen S Problemen zu kämpfen, das ewige Dilemma der langlaufenden Wiintersportler im kalten Freien.
In der Schlussrunde erhöhte Öftebrö das Tempo, einmal konnte Lamparter noch aufschließen, beim zweiten Mal war er dem Tempo nicht gewachsen, sicherte sich aber den zweiten Platz vor demerstaunlichen Hirvonen. Der hatte seit Jahren nicht mehr so ein gutes Ergebnis vorzuweisen, der Sportart kann es nur gut tun, dass eine vierte nation in die Phalanx Norwegen, Deutschand, Österreich eingebrochen ist.
Die Kombinierer kämpfen ja um ihre Olympische Zukunft. Als einzige Sportart haben in Italien nur Männer Wettbewerbe, das Klagen der IOC-Granden ist deutlich vernehmbar. Zu unattraktiv sei das, und es gebe zu wenig konkurrenzfähige Nationen.
Dass die Frauen nicht dabei sind, empfinde ich als Skandal. Erst seit ein paar jahren finden Weltcups statt, und in dieser Zeit ist die Konkurrenz enorm gestiegen und vielleiczt sogar höher als bei den Männern. Auf der einen Seite will man den Frauen die Kombination schmackhaft machen, auf der anderen Seite schmeißt man ihnen die Olympische Tür zu. Es fehlt dann ja nicht nur das einmalige Erlebnis, auch Förderungen, Werbepartner etc. sind dann gefährdet. Auch sind manche Schanzen in ersnthafter gefahr, wenn sie in Zukunft nur noch von den Sprung-Spezialisten benutzt werden.
Slowenien souverän zum Mannschafts-Gold
Jetzt haben alle 4 skispringenden Prevc-Geschwister wenigstens eine olympische Medaille. Im Mixed-Team gewann Slowenien klar vor Norwegen und Japan. Das deutsche Team um Einzel-Olympiasieger Philipp Raimund blieb ohne Medaille. Nach eigener Aussage verkief die Godfeier nicht spurenlos.
Neben Nika Vokan und Ante Lanisek trugen auch Nika und Domen Prevc zum Triumph bei. In Peking 2022 siegte Peter Prevc mit dem slowenischen Mixed-Team und holte mit Cene Prevc auch noch Silber mit der slowenischen Mannschaft. Der Triumphzug muss noch lange nicht zu Ende sein, es warten noch die Wettbewerbe von der Großschanze.
Es gibt noch eine Schwester. Erstaunlicherweise tanzt die 16-jährige Ema Ballett lieber Ballett weit entfernt von Skisprungschanzen. Auch beim olympischen Triumph der beiden Geschwister war sie nicht live vor Ort; sie zog einen Schulausflug in London vor. Die junge Dame weiß, Prioritäten zu setzen. Auch Cene hat sich von der Skisprung-Szene verabschiedet und ist in der Heimat als Stand-Up-Comedian bekannt (geblieben).
Und sonst
- Nächstes Rodelgold für Deutschland: Julia Taubitz setzte 4 blitzsauberre Läufe in die Eisrinne und siegte vor der Lettin Elina Bota und der Amerikanerin Ashley Arquharason. Sie machte damit ihr Missgeschick von Peking wett, als sie ebenfalls als hohe Favoritn einen Lauf komplett verhaute und ohne Medaille blieb. Pech hatte Merle Malou Fraebel, die mit einem schweren Patzer im 3. Lauf alle Chancen einbüßte.
- Curling: Das schwedische Mixed-Team holte sich etwaas überraschend Gold. Im Finale siegte Sverige mit 6:5 über die USA. Die Sportart wird uns die gesamten Spielke begleiten, denn es stehen noch die Wettbewerbe bei den Frauen und Männern an.
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