Das wird Molympico, Donnerstag

Kein Skifahren mehr, noch nicht mal  Skispringen, und Biathlon pausiert. Dennoch lockt einiges

 

Pflichtprogramm

 

10/14:00: Nordische Kombination, Team

 

Es gibt Zweiermannschaften, die schöne und so oft so wunderbar dramatische Vierer-Staffel wurde abgeschafft, ganz großer Seufzer.
Jeder absolviert einen Sprung von der Großen Schanze, dann beginnt der Langlauf-Sprint mit den addierten Zeitabständen aus dem Springen. Jeder Athlet 7,5 Kilometer laufen. Jede Nation darf nur ein Team stellen.
Favoriten sind ganz klar die Norweger mit Jonas Öftebro vor Österreich (Lamparter, Stefan Rettenegger oder doch sein Bruder Thomas?).. Normalerweise gehören auch die Deutschen dazu, doch Johannes Rydzek und VincenzGeiger kamen mit der Schanze im Einzel nicht nach Wunsch zurecht. Sehr gut dagegen schnitten die Finnen Eero Hirvonen und Ilkka Herola ab, die sich völlig überraschend in den beiden Einzeldisziplinen (Kleine und Große Schanze) je eine Bronzemedaille schnappten.

 

19:10: Eishockey, Finale der Frauen

 

USA gegen Kanada, mehr geht nicht. Die ewige Final-Paarung der Frauen bei Olympia. Dieses jahr scheinen die Rollen sehr klar verteilt. Während die US-Girls die Konkurrenz in Grund und Boden spielte, hatte Kanada gegen die Schweiz schon erhebliche Mühe, dass sie das Endspiel erreichten. Das (relativ bedeutungslose) Vorrundenspiel der beiden Teams gegeneinander dominierten die USA und gewannen klar mit 5:0. Alles Herberger-Taktik der Ahornblätterinnen?
Zuvor (14:30) bestreiten die Schweiz und Schweden die Partie um Bronze. Die Eidgenössinnnen sind für mich Favorit.

 

Wird sicher spannend

 

13:55: Skibergsteigen, Finale Frauen und Männer

 

Die neue Olympia-Sportart. Mir praktisch unbekannt. In einen Weltcup habe ich reingelugt, überzeugend fand ichs nicht, aber erwähnen will ich es einfach, hab ich 2024 in Paris mit Breaking (desaströs) auch gemacht ….
Ohne Gewähr läuft es folgendermaßen ab: Ein dreigeteilter Lauf, zuerst wird ein noch relativ flaches Stück mit Skiern hochgelaufen. Es folgt ein steilerer Abschnitt, in dem die AthletInnen die Skier abschnallen und in einem umgeschnallten Rucksack verstauen müssen. Im dritten Sektor geht es dann in einem abgesteckten Kurs bergab, selbstverständlich wieder mit Skiern. Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen.
Ds Ganze hat mit einer langen Skitour rein gar nichts zu tun, zumindest nicht die Olympische Disziplin „Sprint“.
Das Finale bestreiten wie so oft je 4 LäuferInnen, die sich am selben Tag zuvor in Vorläufen und Halbfinali qualfizieren.

 

16:30: Eisschnelllauf, 1500 Meter der Männer

 

Meine Lieblingsstrecke, zumindest bei den Einzelstarts. Das Mittelding zwischen Sprint und Langstrecke. Die einen gehen sehr schnell an und hoffen, dass sie sich irgendwie ins ziel retten, die anderen eher langsam, dafür verlassen sie sich auf den Endspurt.
Großer Favorit bei den Männern ist natürlich wieder Jordan Stolz. Das US-Ausnahmeläufer hat schon Gold über 500 und 1000 Meter gewonnen, die 1500 sind sogar seine Spezialstrecke. Natürlich kämpfen auch die Holländer um Edelmetall.
Diese Saison schaffte der Deutsche Finn Sonnekalb den Durchbruch zur absoluten Weltelite. Der 20-Jährige gitl als Ausnahmetalent, doch ob er schon reif für olympisches Edelmetall ist, bleibt abzuwarten. Zumal er kurz nach der Eröffnung gesundheitliche probleme hatte, die sich schon nachteilig auf seinen 1000-Meter-Lauf auswirkten. Beim deutschen Medaillen-Glück der vergangenen Tage wirds wahrscheinlich mal wieder ein vierter Platz, aber seine Karriere startet erst durch.

 

19:05: Curling, Halbfinale Männer

 

Auf zwei Bahnen gleichzeitig werden die 2 Halbfinali ausgetragen. Die Paarungen stehen noch nicht fest, diese ergeben sich erst nach der letzten Runde am Vormittag. Entgegen ersten Meldungen hat das deutsche Team noch theoretische Chancen, die Runde der besten 4 zu erreichen, ein Sieg gegean China am Vormittag vorausgesetzt und andere Unwahrscheinlichkeiten. Hat zumindest ein Dr.Math oder so errechnet, ich erspars mir und Euch.

 

Und sonst?

 

  • Kür der Frauen: Nach dem Kurzprogramm zu schließen, kämpfen 3 Japanerinnen gegen die US-Amerikanerin Alysa Liu um Gold. Die entscheidenden Küren (Kürs?, ich sag Programme!)  dürften ab etwa 21:30 laufen. Wie immer kommt die Beste aus dem Kurzprogramm Ami Nakai als Letzte der insgesamt 24 Starterinnen.
  • Aerials, Finale Männer: Wie der Name schon sagt, gehen Skifahrer in die Luft und drehen sich. Der Unterschied zu Big Air? Die Schanze scheint kleiner. Und die Aerials waren zuerst da …

 

 

Das wird Molympico, Mittwoch

Pflichtprogramm

 

10/13:30: Slalom der Frauen

 

Normalerweise müsste ich über die Top-Favoritin nicht eine Sekunde nachdenken. Doch Mikaela Shiffrin und Olympia, das ist sei Peking 2022 eine fast verstörende Unerfolgsgeschichte. Dort blieb sie in 6 Starts ohne Medaille, und auch in Cortina will nichts funktionieren. Im Team-Wettbwerb verbremste sie komplett ihren Slalom und fiel noch auf Platz 4 zurück, machdem ihre Partnerin Breezy Johnson mit der besten Abfahrt Gold eigentlich pfannenfertig serviert hatte.
Mittleweile scheint Olympia ein Trauma für Shiffrin, und die große Frage ist, ob sie in ihrer Lieblingsdisziplin Slalom (8 von 9 Rennen diese Saison hat sie gewonnenden Schalter einfach wieder umlegen kann.
Die Konkurrenz wartet nur auf Fehler: Allen voran Camille Rast: Die Schweizerin ist die Einzige, die Shiffrin diese Saison besiegt hat. Auch ihre Landsfrau Wendy Holdener, Lara Colturi aus Albanien (die Mutter Daniela Ceccharelli holte 1998 Super-G-Gold für Italien) und Shiffrins Landsfrau Paula Moltzan rechnen sich gute Chancen aus, wie Katharina Truppe aus Österreich, selbstbewusst Gold aus dem Teamwettbewerb .
Auch  Deutschinnen haben sehr gute Chancen: Emma Aicher hat schon 2 Silber-Medaillen im Gepäck, der Slalomhang liegt ihr. Lena Dürr befindet sich in glänzender Form, wie ihr erster Riesen-Slalodruchgang bewies. Ihr hauptproblem: 2 gleichgute Läufe in den Schnee zu zaubern. Erinnert sei noch einmal an Peking, als sie im ersten Lauf Bestzeit fuhr und im 2. Durchgang auf Rang 4 zurückfiel.

 

14:45: Biathlon, Staffel Frauen

 

Die Frauen müssen nur 6 Kilometer bewältigen. Wie die Männer gehts für jede Läuferin einmal zum Liegend- und einmal zum Stehendschießen, wie gehabt bei Staffeln mit je 3 nachladern.
Für mich recht klare Favoritinnen sind die Französinnen. Lou Jeanmonnot und Julia Simon haben ihre Goldmedaillen schon sicher aus der Mixed-Staffel, Simon siegte außerdem im Einzel, Jeanmonnot holte 2 weitere Medaillen in Einzel und Sprint. Ein kleines Fragezeichen setze ich hinter Justine Braisaz-Bouchet, die am Schießstand hinter den Erwartungen bleibt.
Die Norwegerinnen dürften die schärfsten Konkurrentinnen sein. Wenn sie ihre Schlussläuferin Maren Kirkeeide in Schlagdistanz ins Rennen schicken, ist alles möglich, die Sprint-Olympisiegerin und Vefolgungs-Zweite ist Meisterin des Endspurts.
Die Deutschinnen um Franziska Preuß haben allenfalls Außenseiter-Chancen, gespannt bin ich auf die Schwedinnen, gerade die Öberg-Schwestern Hanna und Elvira können mit den Spielen nicht zufrieden sein.

 

12:10: Eishockey, Deutschland – Slowakei

 

Angesichts der anderen Kaliber (Kanada, USA) sind die Slowaken noch ein „angenehmer“ Gegner. Schwer genug wirds trotzdem, diese tradtionelle Eishockey-Mannschaft zu bezwingen, die immerhin die stark eingeschätzten Finnen zu Beginn des Turniers gleich 4:1 wegschossen. Mannschaftlich präsentieren sich die Slowaken sehr gut, aufzupassen gilt es auf ihren Top-Scorer Juraj Slavkovsy von den Montreal Canadians.
Die Deutschen nahmen die Zwischenrunden-Hürde Frankreich recht souverän mit 5:1, eine Steigerung wird allerdings dringend nötig sein.

Im Laufe des Tages die 3 weiteren Viertelfinali: Kanada – Tschechien (16:40), Finnland – Schweiz (18:10) und USA – Schweden/Lettland (21:10).

 

Wird sicher spannend

 

11:45/12:15: Skilanglauf, Teamsprint Finale Frauen und Männer

 

Gelaufen wird in der Freien Technik, also Skating. Im Finale treffen die 8 besten Zweierteams aufeinander. Insgesamt sind 6 Runden zu bewältigen, jeweils abwechselnd.
Es gibt jeweils einen klaren Favoriten: Schweden bei den Frauen, Norwegen bei den Männern, wo Johannes Klaebo seinen 10. Olympiasieg anpeilt. Härteste Gegner sind die Norwegerinnen und Franzosen, vielleicht auch ItalienerInnen.
2022 gewann übrigens ein deutsches Duo sensationell bei den Frauen: Victoria Carl und Katharina Hennig siegten im Klassischen Stil. Carl fehlt allerdings wegen eines positiven Dopingbefunds (ein Bundeswehr arzt hatte ein falsches Erkältungsmittel gegeben, Carl nicht aufgepasst). Für Deutschland werden somit Laura Gimmler und Carina Rydzek an den Start gehen. Schon de Finaleinzug wäre eine positive Überraschung.

 

21:00: Shorttrack, Staffel 3000 Meter Frauen

 

Südkorea, Kanada, Holland und Italien haben sich fürs A-Finale qualfiziert. 4 Frauen bilden ein Team. Eine ist im Wettkampfmodus auf der Bahn, die anderen halten sich im Innenraum bereit und können jedezeit durch Anschieben abgelöst werden. Das perfekte Durcheinander, Stürze und Behinderungen sind programmiert. Fantastisch zum Anschaun auch ohne jede Ahnung. Im Zweifel gewinnt dann eh Holland, oder?

 

Olympia – endlich wieder ein Winterfest in Europa

Es ist soweit. Am Freitag werden die Olympischen Winterspiele im Mailänder Fußballtempel San Siro eröffnet (wenn ich es richtig verstanden haben, mit Schalten in die Berge nach Cortina und Val di Fiemme). Es ist die 25. Auflage, und zum ersten Mal seit 20 Jahren trifft sich die Jugend der Welt wieder in Mitteleuropa: nach Turin 2006 also in der zweiten norditalienischen Metropole. Da in Mailand selbst schlecht abgefahren und Ski gesprungen werden kann (warum eigentlich nicht Big Air auf einer künstlichen Anlage ins San Siro?), rücken die Berge in den Mittelpunkt. Die klassischen Wintersportorte Cortina (Ski alpin Frauen), Bormio (alpine Männer), Antholz (Biathlon) und Val di Fiemme (Skispringen). Alles aus den Weltcups bekannte und bewährte Anlagen, in denen hochklassiger Sport zu erwarten ist und viel Zuschauerbegeisterung. Gerade daran hat es in den vergangenen Ausgaben in Asien doch sehr gefehlt (Ja ich weiß liebe Koreaner, wie fanatisch-fantastisch ihr beim Shorttrack und Eiskunstlaufen wart).

 

 

Was ich vorhabe

 

Auf jeden Fall: eine höchst subjektive, vielleicht auch parteiische Sicht der Dinge der 19 Wettkampftagen (es stehen schon ab Mittwoch Curling-Spiele an …). Ich werde mich echauffieren, Spannung, die ich erlebt habe, hoffentlich reproduzieren, aber auch analysieren und kommentieren. So wie ich es hier seit  zweieinhalb Jahren mache.

Was es hier nicht gibt: Vollständigkeit: einen Ergebnisdienst und die bloße Nachricht „xy hat den Wettbewerb z gewonnen“. Und was fehlt, das fehlt, ohne Begründung. Beschwerden werden gelesen, versprochen! Was für meinen Blog generell gilt (subjektive Auswahl), gilt erst recht für Olympia. Auch wenn Winterspiele längst nicht so ein gedrängtes Programm haben wie die im Sommer, alles kann und will ich nicht sehen, geschweige denn darüber schreiben. Was nicht heißt, dass hier nicht trotzdem plötzlich ein Stück übers Skibergsteigen (immerhin olympische Premiere) erscheint. Oder wenn es im Eiskunstlauf Fabulöses zu berichten gibt wie der Typ, der alle Sprünge vierfach dreht (den gibt es wirklich, nicht dass ich das selbst zählen und erkennen würde …).

Ich erhoffe mir viele Gustostückerl, also lustige, vielleicht auch traurige Begebenheiten (der Skispringer, dessen Ski ohne Skispringer die Schanze runterfahren. Ach ne, das ist doch zu unwahrscheinlich, oder Domen Prevc …). Aufgrund der  lückenlosen Berichterstattung in ARD/ZDF und ihren Streams und Discovery+ sowie die technisch für mich möglicher Ausflüge zum österreichischen und Schweizer Fernsehen (oder Italien?, Kanada?? Neuseeland bei Alice Robinson???) kann ich alles, was ich live verpasst habe, „nachschauen“.

Ich werde sehr viel gucken (adieu, liebe Welt). Im Mittelpunkt steht klar der alpine Skisport (alles) und Biathlon (fast alles), Ski nordisch und Skispringen. Eishockey ist Pflichtprogramm, Männlein wie Weiblein (ganz sicher das Finale Kanada vs USA). Also die ganz klassischen Wintersportarten, hier hab ich auch die meiste Ahnung. Ski Freestyle habe ich mir fest vorgenommen (Buckelpistenfahren ist faszinierend), aucn Snowboard, die Big Aerials könnten ein absoluter Höhepunkt werden. Lieber Eisschnelllauf als Shorttrack (obwohl das manchmal sehr unterhaltsam ist, googelt mal den Namen Stephen Bradbury). Wer hier Schlittensport sucht: Oje. Ansonsten halte ich es mit der Devise: Überraschungen und Vielfalt erfreuen. Hat hier jemand Curling gerufen?

Natürlich hab ich auch immer ein Auge auf Sportpolitisches (hoffentlich wenig) und die Berichterstattung im Fernsehen und hier vor allem die Frage, wie sehr erfreuen oder mich die Reporter und Reporterinnen.

 

Wie ich es vorhabe

 

Die Betonung liegt auf „vorhabe“, denn nix is fix. Paris ’24 ist mein Anhaltspunkt. Ich plane ein tägliches Erscheinen (seufz). Da die Ski- und Biathlonrennen spätestens um 15 Uhr zu Ende sind, bietet sich der frühe Nachmittag zum Schreiben an. Alles hab ich noch nicht bedacht (zB fehlt mir ein Titel, wie ich den ganzen Bums nennen soll), aber im Wesentlichen wird es zwei Teile geben: Im ersten rekapituliere ich das Geschehen seit dem letzten Eintrag, im zweiten schaue ich auf den nächsten Tag mit meinen persönlichen Hinweisen. In meiner idealen Welt gibts auch schon einen kleinen Hingucker auf den übernächsten Tag zwecks besserer Planung.

Ich merke, wie die Vorfreude wächst auf ein Wint4ersportfest. Lasst Euch hier überraschen! Ich überrasche mich wahrscheinlich selbst (und werde jede einzelne Rodelfahrt sezieren. Nicht!).

 

P. S. Dazu noch die Kleinigkeiten wie Super Bowl Sonntagnacht, Champions League und Ballsport.

 

 

München sagt OlympiJa

Letztlich war es ein klarer Bürgerbescheid. 66,4 Prozent der Abstimmenden haben sich für eine Bewerbung ausgesprochen. Ein unerwartet deutliches Vorum nach all den Auguren, die ein ehe knappes Rennen prophezeit haben

 

Was bedeutet das im deutschen Rennen?

 

Der Plan der Münchner ist aufgegangen: Als Erster der vier Wettbewerber haben sie jetzt ihren Hut samt Bürgerwillen in den Ring beworfen. Ab sofort kann die Stadt (mit dem Land) planen, nachbessern. Vor allem können sie ab sofort Stimmung machen bei denen im DOSB, die in knapp einem Jahr die Entscheidung treffen, welcher deutsche Bewerber ins Rennen gehen soll.
Schon gibt es Stimmen, dass doch jetzt eh schon alles klar ist und die Gegner viel Steuergeld sparen könnten, wenn sie ihre Interessen begraben und ihre Bewerbung einstampfen. Um sich dann, mit allen, was sie haben, hinter München stellen (das damit deutschlandweit legitimiert wäre).

Witzigerweise ist ausgerechnet die Hamburger „Zeit“ der größte Fanboy Münchens; allein diese Stadt komme ernsthat als Bewerber in Frage, hieß es vor der Abstimmung und heißt es jetzt erst recht. Von verschiedenen Hamburger Autoren wohlgemerkt, ich verweise aber auch: Chefredakteur ist Giovanni Di Lorenzo, ein Mann mit einem ganz großen Münchner Herz. Gibt es da etwa Anweisung von ganz oben?

Hamburg, Berlin und Rhein-Ruhr werden den Gefallen des Einknickens höchstwahrschenlich nicht tun, und auch der DOSB wird das verkündete Verfahren nicht ändern. Und wenn die Städte/Regionen schlau sind, dann nutzen sie das klare Münchner Votum als Rückenwind für ihre Interessen so nach dem Motto: Den Arroganzlingen zeigen wir es, wir bringen noch viel mehr Begeisterung auf die Beine. Ein starkes Votum im Mai wäre dann wiederum näher an der Entscheidung (wohl im September 26). In München beginnt dagegen ab sofort die konkrete Auseinandesetzung mit konkreten Problemen immer mit der Gefahr des Zerredens, des Diskutierens, das bei manch extem umstrittenen Plan (Olympiadorf in in einem unbebautem Gebiet beiDaglfing, Mountainbike in unberührter Landschaft am Tegernsee) auch dringend nötig ist. Immerhin haben auch ein Drittel trotz der klaren Ja-Kampagne sogar in der Wahlbenachrichtigung und vor allem in allen Münchner Medien ihr Kreuz bei „Nein“ gesetzt. Fast 60 Prozent sind erst gar nicht erst wählen gegangen, haben nicht mal die Briefwahl genutzt, obwohl sie dafür nur den schon beigefügten Wahlschein in einen Briefkasten hätten werfen müssen.

Das Rennen ist also längst noch nicht entschieden. München mag die Pole Position errungen haben, aber wie jeder Motorsport-Fan weiß: Das ist noch längst keine Sieg-Garantie.

OlympiJa oder Nolympia – München stimmt ab

Der Bürgerentscheid am Sonntag bringt natürlich noch keine Entscheidung, ob Olympia 2036, 2040, 2044 nach München kommt. Aber ein Nein wäre  für die bayer. Landeshauptstadt das endgültige Aus, zumindest zu meinen Lebzeiten (62 Jahre alt bei einigermaßen guter Gesundheit).
Zur Abstimmung steht: Soll sich München für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben?

Das Procerede bis zum Kandidaten

München ist einer von vier deutschen Kandidaten, die die Spiele haben wollen. Neben München sind das Berlin, Hamburg und Rhein-Ruhr  Der DOSB hat Folgendes verfügt, nachdem die zunächst präferierte deutschlandweite Bewerbung vom IOC abgekanzelt wurde.

  •  4 Städte wurden für gut genug befunden für eine Kandidatur: München, Berlin, Hamburg und Rhein-Ruhr (Mittelpunkt Düsseldorf/Köln
  • Diese Städte sollen darüber abstimmen. Ein Bürgerbescheid dafür ist offenbar nicht zwingende Voraussetzung (ohne diesen kann ichs mir aber nicht vorstellen).
  • Bis Mitte 2026 werden dann die entsprechenden, durchaus belastbaren Konzepte eingereicht
  • Ende des Jahres will der DOSB den deutschen Kandidaten ausrufen. Welche Kriterien ausschlaggebend sind und sogar welche Personen wirklich abstimmen/befinden, das ist noch alles völlig unklar (ein klarer Contra-Punkt, um es vorwegzunehmen.
  • Der deutsche Kandidat geht dann ins internationale Rennen. Jetzt steht schon fest, dass er sich für die Spiele 2036, 2040 und 2044 bewerben soll. Heißt: auch bei einer gescheiterten Kandidatur 2036 (sehr wahrscheinlich) soll es derselbe Kandidat 2040 und gegebenenfalls 2044 versuchen (wie das bei einer Desaster-Niedelage und entsprechenden Hinweisen ist, sei mal dahingestellt).
  • Wann das IOC entscheidet, ist völlig unklar. Auch das Wahlprozedere. Die neue Präsidentin Coventry hat nur geeint, dass sich etwas ändern soll. Das im Hinterzimmer ausgemauschelte „Brisbane 2032“ soll sich nicht wiederholen. Ob man zum alten Verfahren zurückkehrt (Evaluierung der Sportstätten etc.), niemand weiß es

 

Ich habe in den vergangenen Tagen viel gehört, viel Unsinn, viel sinnvolles und sehr viel Gefühl. Ich versuche mal, mit Pro und Contra abzuwägen.
Bei manchen Punkten widersprechen sich die Auguren. Und natürlich sind auch die Interessen unterschiedlich. Ich gehe mal bei meinen Lesern von einer grundsätzlichen Sportzugeneigtheit aus, aber schon in meinem recht engen Freundes- und Bekanntekreis gehen die Meinungen weit auseinander. Klar ist nur eines: die völlige Unklarheit.
Eine Anmerkung: Vieles, was ich zu München sage, gilt vorbehaltlos auch für die anderen deutschen Kandidaten. Was ich hier auf keinen Fall mache: die Konzepte gegeneinander aufwiegen. Es geht nur um die Frage. Kann und soll München sich für Olympische Spiele bewerben? *

 

Sportbegeisterung

 

Die Deutschen sind sportfanatisch, lieben den sog. passiven Sport als Zuschauer. Sie sind auch glänzende Organisatoren von Sport-Großereignissen, das haben zahllose Welt- und Europameisterschaften in fast allen Sportarten. Noch bestens in Erinnerung sind die European Games (mehrere Europameisterschaften in einer Stadt). Diese waren ja auch so etwas wie der Strtschuss, dass man doch auch Olympia wagen und stemmen kann. Für mich ist das Eine mit dem anderen allerdings nicht zu vergleichen. Olympia ist mindestens 10 Stufen höher anzusiedeln.
Die deutschen Zuschauer sind auch fair zu allen Teilnehmer-Ländern. Deutsche Ausrichter haben schon mehrere Fairness-Preise abgeräumt. Ausländische Sportler werden (fast) genauso bejubelt wi die Einheimischen. Siehe München 72, wo alle Teenager-Mädchen verliebt waren in Mark Spitz. Publikumsliebling war aber auch die sowjetrussische Turnerin Olga Korbut (Spatz von Minsk). Natürlich werden die Deutschen besonders angefeuert werden, aber alles im Rahmen und nie unfair den anderen gegenüber. So wars auch 1972
Und wer jetzt mit dem ausgepfiffenen Marc Cucurella kommt: Das ist Fußball, das gilt nicht und ist auf keinen Fall übertragbar.
Die deutsche Organisation von Sportereignissen ist wie gesagt schon legendär gut. Man kann davon ausgehen, dass alles rechtzeitig fertig wird. (Von der Bahn rede ich jetzt nicht, ein Sonderkapitel). Vor allem aber kann man davon ausgehen, dass die Münchner „ihre“ Spiele auch annehmen. Das tatsächlich alle Wettbewerbe (und sei es ein Vorrundenspiel im Hockey zwischen Malaysia und Südafrika/ein Beispiel – keinerlei Abwertung) auf regen Zuschauerzuspruch stößt.
Und jeder Münchner, der Olympia partour nicht will: der muss halt die 16 Tage die Stadt verlassen, damit er die Misslichkeiten nicht ertragen muss, die mit den Spielen selbst in die Stadt kommen. Vielleicht kann er ja seine Wohnung/sein Haus teuerst an Olympia-Touristen vermieten … Viele Pariser haben das gemacht, und nach den euphorischen Berichten, wie toll alles sei, sind sie schleunigst wieder zurückgekehrt.
Aber eines ist auch klar: Paris war absolut einmalig und darf nie auch nur ansatzweise der Maßstab sein.

 

Deutsches Auswahlverfahren

 

Sie wollten es so gut machen, und sind dabei jämmerlich gescheitert: Schon jetzt steht fest, dass es auf jeden Fall 3 Verlierer gibt, die allesamt sehr viel (Stuer)geld allein dafür einsezen müssen, umd die nationale Ausscheidung „zu gewinnen“. Warum haben die Funktionäre vorher nicht einen Kandidaten erwählt nach dem Einreichen der Konzepte, der dann mit diesem Zuschlag im Rücken auch ganz andes so einen Bürgerbescheid angehen kann. Nicht minder ärgerlich ist die absolute Intransparent, mit der sich der DOSB umnebelt. Niemand weiß, welche Kriterien ausschlaggebend sind, wer die Entscheidung trifft (nicht mal: wer die Entscheidung trifft, wer die Entscheidung trifft). Alles ein großes Dunkel, das Lug und Trug und Bestechung geradezu herausfordert. aber Funktionäre sind halt absolut verhaltensgestört (siehe auch IOC)

Das IOC

 

Sportfunktionäre: Eine Ansammlung von geldgierigen, sportfeindlichen Menschen, die nur eines im Sinn haben: möglichst viel Geld selbst verdienen. Praktisch und ohne Ausnahme. Wers nicht glaubt, dem nenne ich die Herrschaften Infantino, Ceferin, Bach (endlich aD) Eliasch. Jeder für sich ein Verbrecher nicht zuletzt auch am ihm anvertrauten Sport. Und das sind nur die bekanntesten (und bei aller Korruptheit noch gar nicht die korruptesten). Letztes Beispiel: Der Turnweltverband entschied gegen jede Regel, dass Indonesien als WM-Gastgeber die Sportler einer anderen Nation ausschließen darf (in diesem Fall das verhasste Israel). Die Russen dagegen dürfen teilnehmen. Noch Fragen?
Grundvoraussetzung, dass eine Stadt die Spiele überhaupt bekommt: Absolute Steuerfreiheit für die (Milliarden-Gewinne und keinerlei Risiko Tragen für die Verluste de Stadt. Allein das IOC bestimmt, wo es langgeht. Der OB gibt nicht nur symbolisch den Stadtschlüssel ab. Olympiafirmen übernehmen das Stadtbild, und dann sieht es wirkloich und wahrhaftig furchtbar aus nach deren Werbebannern noch und nöcher. Und jeder Münchner Metzteg, der auch wirbt, wird unerbittlich verklagt. Bei den Spielen selbst gibt es selbstredend freigeräumte Straßen (mindestens eine Olympia-Spur) für die Herren und Damen Funktionäre, die natürlich auch in den 5-Sterne-Hotels nächtigen, wo kein normaler (Olympia-tourist auch nur noch in die Nähe kommt.
Alle Sportstätten müssen vom IOC abgenommen werden. Da kann ich jetzt schon prophezeien, dass von mancher ehe bescheidenen Wahl nicht viel übrig bleibt. Wie überhaupt festzustellen sein wird, dass auch die  Olympia-Organisatoren selbst sehr gerne nach Zuschlag ihre bescheidenen Pläne sehr gerne aufhübschen. Beispiele gibt es zahllose, zuletzt in Brisbane. Ausgerechnet München soll auf diesen Aufhübschungszug nicht aufspringen: Hihihi.

https://www.spiegel.de/sport/olympia/olympia-2032-brisbane-baut-doch-neues-stadion-proteste-a-1bfc7fc6-6c91-4350-8633-32aece41f45b

Meine Verachtung für  jeden (!) Funktionär (Ösi Schröcksnadel fällt mir grade schreckensbleich noch ein) könnte größer nicht sein nach mehr als 50 Jahren Sportfantum. Den Leuten ist nicht einen Millimeter zu trauen, und man gebe ihnen nie auch nur den kleinen Finger.
Für viele ist das übrigens schon das Totschlagargument, gegen Spiele zu sein. Und es gibt diesbezüglich auch kein Wort dagegen, außer dem „Wir schaffen es trotzdem“.

 

Das Konzept

 

Ist auf Nachhaltigkeit aus. 90 Prozent der Sportstätten stehen schon, müssen aber zum Teil sehr teuer renoviert werden. Über das Olympiastadion und dessen Einmaligkeit muss ich hoffentlich nicht reden (es geht ja nicht um Fußball), der brandneue SAP Garden ist genauso bereit wie die Olympiahalle, die Rudi-Sedlmaier-Halle (arg betagt, aber funktionstüchtig. Bekannt von 72: Rudern in Oberschlieißheim, Reiten in Schloss Nymphenburg, Kanuslalom im Eiskanal von Augsburg (Problem hier: trägt die Isar überhaupt genug Wasser). Rugby im Grünwalder hat großen Charme (und würde dem Löwen-Stadion sehr gut tun.
Die Straßen-Radrennen soll quer durch München und deren schönsten Plätze gehen, ebenso die Marathonläufe

Ansonsten behilft man sich mit provisorischen stationären Sportstätten, die danach wieder abgebaut werden. Spektakulär (aber auch angreifbar wg der Kosten) wird das Bassin für die Beckenschwimm-Wettbewerbe. Dies soll der noch gar nicht fertiggestellten Halle in Freising geschehen, deren Eröffnung für 209 geplant ist). Dieses Bassin auf Zeit hat sich bewährt, so bei Olympia 2024 in Paris und bei Weltmeisterschaften im Melbourner Tennisstadion. Die Kosten dürften allerdings eklatant sein.

Für mich die heikelste Sportstätte ist das Mountainbiken rund um Bad Wiessee. Dort müsste offenbar enorm in die Natur eingegriffen werden für die rasanten Berg- und Talfahrten.

 

Olympisches Dorf

 

Einer der Punkte, die mich richtig stören. Es soll auf einem derzeit noch unbebauten Gebiet im Nordosten (angrenzend an Daglfing) entstehen. Dort soll ohnehin ein Wohnkomplex gebaut werden für 14.000 neue Einwohner. Allerdings gibt es heftigen Protest, weil das ohnehin schon so versiegelte München noch weiter versiegelt wird. Die Natur unrettbar zerstört wird, die aber Lebensraum vür Tiere und Pflanzen gibt.
Die Befürchtung der Kritiker: ein Ja zu Olympia würde diesen Protest  zunichtemachen.

Die Befürworter argumentieren, das die schon bestehenden Siedlungen wie Daglfing und Englschalking durch eine verlängerte U4 besser angebunden werden. Für mich kein Argument, weil man die U-Bahn auch ohne Olympia bauen könnte. Und pfiffige Gegner argumentieren folgendermaßen: Da ein endgültiges Ja zu Olympia sich bestimmt noch mindestens 7 bis 10 jahre hinzieht, würde es bis zu eine Bebuauung sogar länger dauern, als wenn man das jetzt gleich in Angriff nehmen würde.

 

Die Stadtentwicklung 

 

Was will München, wie will München sich in den nächsten Jahren entwickeln. Für viele ist das alles jetzt schon viel zu voll, zu teuer, zu lästig. Man steht jeden Tag im Stau oder muss sich zu Stoßzeiten in eine volle U-Bahn ((öffentliche Vekehrsmittel) quetschen. Die Befürchtung: Olympia macht alles noch teurer, noch mehr Menschen streben hierher. Schon jetzt sind auch Wohnungen in Vororten extrem teuer geworden. Der Vorwurf: Ein paar wenige werden finanziell extrem profitieren, aber es droht die Geriatrierung. Schon jetzt ist die Innenstadt fürchterlich, weil ein alteingesessenes Unternehmen nach dem anderen schließen muss wegen der abartig hohen Mieten.

Anderen kann München gar nicht groß genug und attraktiv genug werden. Olympia sei doch die beste Werbung auch für den Tourismus. Da halte ich dagegen: München hat das jährliche Oktoberfest, mehr Werbung geht nicht, und die Gefahr des Overtourism ist auch in München gegeben (wie Barcelona: übrigens gerade nach Olympia 92).

 

Der öffentliche Nahverkehr

 

Kein Zweifel, ein Olympiazuschlag ( schon das Ja, als deutscher Vertreter sich zu bewerben, würde die jetzt schon geplanten (U9 zum Hauptbahnhof) oder im Bau befindlichen Strecken (2. Stammstrecke) extrem beflügeln. Die Blamage wäre zu groß, dass man damit nicht fertig werden würde. Andererseits ist es ja auch nicht so, dass sie beim Bau der Stammstrecke trödeln, schneller als schnell geht manchmal halt nicht (wenn man das Leben in de Stadt nicht für Jahre völlig zum Stillstand bringen will). Die oft ins Feld geführten Zuschüsse von Bund und Land fließen ohnehin und ein bisschen sollten sich alle auch ehrlich machen: Wenn sich eine neue Linie nicht trägt, dann ist es absolut sinnlos, sie nur wegen Olympia zu bauen. Dafür könnte man das Geld viel besser woanders gebrauchen

 

Das Geld

 

Wie viel der Spaß Olympia wirklich kostet? Niemand weiß es. Die kolportierten Zahlen reichen von 5 bis 10 Milliarden, und nicht nur wg de Inflationdarf man da gerne noch mindestens die Hälfte draufpacken. Niemand weiß welche Anforderungen das IOC wirklich stellt und welche Anforderungen es (etwa in punkto Sicherheit) braucht. Kein Vorwurf: schon die Auguren für 2026 sind unklar (Krieg USA vs Venezuela?). Wer soll ernsthaft wissen, wie die Welt 2036, 2040 oder gar 2044 aussieht? Eine Gleichung mit so vielen Unbekannten.

 

Die weichen Kriterien

 

Kalkuliere ich kühl und objektiv, dann müsste ich klar mit „Nein“ stimmen. Aber: dieses dauernde Neinsagen für jedes komplizierte Vorhaben (und das ist es auf jeden Fall) hängt mir zum Hals raus. Einfach mal wagen, Ja sagen, schauen, was wird; wird schon Schiefgehen, und sicher gibt es das eine oder andere Detail, worüber ich mich zu Tode aufrege (und sei es nur das Triumpfgeheul des Volldeppen Markus Söder (die Münchner/bayerische  Großspurigkeit gegenüber den anderen deutschen (und dann wahrscheinlich auch internationalen) Mitbewerbern ist zum Fremdschämen, als könnten die alle gar nichts.
Für mich als Sportfan stellt sich die Frage: Ist ein Live-Erlebnis noch mal im Olympiastadion (Weitsprung der Frauen Heide Rosendahl remember, wenn schon, denn schon), SAP-Garden (NBA-Stars fordern Europa) nicht allen Unbill wert? Vielleicht auch, um diese so eingeschlafene, vezagte, schreckliche Nation und deren mutlosen Bürger wieder aufzuwecken. Und nota bene auch die heute Jugendlichen, für die ein Heim-Olympia (egal ob München oder Berlin etc.) das Größte wäre. Vielleicht sogar die Faustballer oder Rhönradfahrer, weil jdes Gastgeberland ein paar Wettbewerbe dazupacken darf.

Ich denke an mein großartiges Olympia-Erlebnis 1972 mit Papa an der Seite im Olympiastadion, als Heide Rosendahl den Weitsprung gewann (sehr weit von meinem Platz auf der gegenüberliegenden Seite bei meinen damals schon schlechten Augen). Dort wurde ich vielleicht geprägt für mein Sportfan-Leben (auch wenn ich schon vorher im Grünwalder ein paar Bundesliga-Spiele der Bayer, ja der Bayern! gesehen habe, zu denen mich Papa ebenfalls hinschleppte).

Meine Vision: 2044 noch mal als hoffentlich rüstiger 80-Jähriger das live in „meinem“ München zu sehen: Ja, das wäre super, trotz IOC, Bausünden. Es ist ein egoistisches Ja, denn ich bin leider der ziemlich klaren Ansicht, dass Olympia für München und die Münchner insgesamt eher schädlich denn nützlich ist.

 

* Anmerkung: Dieser Text ist völlig anders geworden, als ursprünglich geplant. Und der Münchner Löwe fand, dass es gut sei (

 

Das wird die Woche, die wird

Ski-Weltcup, und der echte Clasico. Und die Münchner stimmen am Sonntag ab, ob sie Olympia in ihrer Heimatstadt haben wollen, irgendwann einmal.
Ach ja: In der Nacht zu Mittwoch beginnt die NBA, in der zu Samstag die World Series. Beides hier in gesonderten Texten zu verfolgen.

 

Ja is scho wieder Weihnachten Skifahren?

 

Wie immer am letzten Oktober-Wochenende geben sich die Skifahrer in Sölden die Ehre. Besser gesagt die besten Riesenslalomfahrerinnen (Samstag) und Riesenslalom-Fahrer (Sonntag), die recht kurze, aber selektive Strecke am Rettenbachferner in Angriff nehmen. Federica Brignone und Marco Odematt sind die Teitelverteidiger im Gesamtweltcup, doch da es ein Olympia-Winter ist,  stehen natürlich alle Rennen in Zeichen von Cortina respektive Bormio. Brignone wird nach ihrem schweren Sturz im April bei den italienischen Meisterschaften (Schien- und Wadenbeinbruch) laut eigener Aussage ohnehin erst „frühestens Mitte Januar“ wieder in die Wettbewerbe einsteigen können.
Ein 2. Comeback nach 2024 wagt Marcel Hirscher, das mit einem Kreuzbandriss abrupt endete. Ob und in welcher Form er in Sölden antritt, vielleicht weiß er es selber.

 

Der echte Clasico

 

Nachdem die Bayern den „deutschen Clasico“ am Ende recht mühsam gegen Borussia Dortmund für sich entschieden haben, kommt es am Sonntag zum „echten Clasico“, also der Auseinandersetzung in der Primera Division zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Ganz unprätentiös für 15:45 Uhr hat La Liga den Schlager angesetzt (wie schon öfter in den vergangenen Jahren), die Partie spricht für sich und wird die Fußball-Freunde schon aus der ganzen Welt anlocken (DAZN in Deutschland). Barca und Real sind gut, aber nicht überragend in die Saison gestartet, führen die PD allerdings schon wieder an.
Nicht auf der Trainerbank sitzen wird allerdings der deutsche Barca-Coach Hansi Flick. Er handelte sich am Samstag beim harterkämpften 2:1 gegen den katalonischen Rivalen FC Girona in der Schlussphase erst Gelb, dann Gelb-Rot ein und muss gesperrt für den Innenraum mit einem Platz auf der Tribüne vorlieb nehmen. Da hat er wenigstens beste Aussicht aufs Geschehen. Verletzt fehlen wird bei Barca Robert Lewandowski, der angeblich Abwanderungspläne hegt, bei Real muss Antonio Rüdiger passen, der im April beim Cup-Finale zwischen den beiden Teams völlig die Beherrschung velor. Jetzt allerdings ist der Nationalverteidiger verletzt …

 

Das ACH-Tennis-Doppel

 

„ACH! steht für Österreich (Austria) und die Schweiz (CH), hier also für die parallel ausgetragenen Hallenturniere in Wien und Basel. Wie in den Jahren zuvor haben sich fast alle Weltklassespieler für das eine oder andere Turnier entschieden (nicht: Carlos Alcáraz und Novak Djokovic, die pausieren), weil hier wichtige Punkte im Race fürs Saisonfinale in Turin verteilt werden, das die besten acht Profis des Jahres erreichen.
Wimbledon- und Melbourne-Sieger Jannik Sinner steht als Teilnehmer dafür schon längst fest, er wird dennoch das Feld von Wien anführen. Dort gewann er 2023, was die stolzen Wiener als endgültigen Durchbruch in die Weltspitze werten. Alexander Zverev ist an Nummer 2 gesetzt vor Alex De Minaur und Lorenzo Musetti. Daniel Altmaier hat die zweifelhafte Ehre, dass er sein Erstrundenmatch gegen Sinner bestreiten darf. Vielleicht ist dieser noch müde vom Geldzählen nach seinem Triumph in Saudi-Arabien, wo er dafür 6 Millionen Dollares kassierte … Nicht ganz so viel Preisgeld erhielt zwar Daniil Medwedew für den Erfolg in Almaty, Rückenwind gibt er dem Russen allemal und auch ein paar Punkte auf dem Weg nach Turin.
In Basel führen die beiden US-Amerikaner Taylor Fritz und Ben Shelton das Feld an. Mit dem Turniersieg von Stockholm reist Christian Ruud in die Schweiz. Auch der Kanadier Felix Auger-Alliasime (Brüssel) kann einen gerade errungenen Turnier-Triumph vorweisen.

 

OlympiJa oder NOlympia

 

Vor dieser Frage stehen die Münchner nächsten Sonntag, wenn sie aufgefordert sind, im Wahllokal ihres Vertrauens das Kreuzerl an der richtigen Stelle zu machen. Ihre Entscheidung ist Grundvoraussetzung dafür, ob es überhaupt 2036 oder 2040 oder gar erst 2044 Olympische Spiele in der Landeshauptstadt geben wird. Es gibt für mich (auch ganz persönlich) Gründe pro und contra. Welche für mich letztlich den Ausschlag geben, habe ich auch eine Woche vor Abgabeschluss (18 Uhr, Ende der Sommerzeit nicht vergessen!) noch nicht endgültig entschieden. Am Freitag oder Samstag werde ich hier meine Pro- und Contraliste und Anmerkungen dazu erstellen. Natürlich ist auch die Briefwahl möglich, aber diejenigen haben ihre Wahl eh schon getroffen und den Bogen schon abgeschickt.

 

Und sonst?

 

  • Champions League: Schon der 3. Spieltag und wieder mit 18 Partien von denen jene von Bayer Leverkusen gegen Titelverteidiger PSG herausragt (Di., 21 Uhr, Amazon Prime). Auch vom Namen her interessant klingen Arsenal – Atlético (Di., 21.00), Eintracht Frankfurt – Liverpool (mit Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké und Flo Wirtz, aber mit 4 Niederlagen en suite im Gepäck) sowie Real – Juve (beide Mi., 21.00), einem CL-Endspiel von 1998 (1:0 für Real mit Jupp Heynckes auf der Bank …).
  • Bundesliga: Nominelles Top-Spiel (Sa., 18:30) ist die Partie zwischen BVB und Köln. Der FC Bayern gastiert schon um 15:30 Uhr bei der kriselnden Borussia aus Mönchengladbach. Bayer Leverkusen darf sich am Sonntag (15:30) gegen den SC Freiburg versuchen.
  • Internationale Ligen: Ungewöhnliche Anstoßzeit in der Premier League, wenn am Samstag um 21 Uhr der FC Brentford den FC Liverpool empfängt.
    Italien:  Napoli – Inter, das Meisterduell der vergangenen beiden Jahre (Sa., 18:00). Beide Clubs grüßen punktgleich von der Tabellenspitze (gemeinsam mit der Roma). Überhaupt Riesenspannung in der Serie A, man könnte neidisch werden, bis man die oft maroden Stadien erblickt …
  • Tennis: Die Frauen spielen in Tokio, wo Lena Rybakina den letzten offenen Platz fürs Saisonfinale in Riad näherkommen will. Außerdem dabei ist auch Eva Lys nach souverän überstandener Qualifikation. In Guangzhou versucht Tatjana Maria ihr Glück.
  • Formel 1: Ohne Unterbrechung geht es von Austin nach Mexiko. Die McLarens zur Unzeit in der Schaffenskrise? Oder: Etwa DOCH Max Verstappen?
  • Turn-WM in Indonesien: Allerdings ohne die AthletInnen aus Israel, die die muslimischen Gastgeber ausgeschlossen haben. Weder Weltverband noch CAS sehen darin ein größeres Problem, ich finde das einen unfassbaren Skandal (sowohl den Ausschluss als auch de praktisch nicht vorhandene Protest der Turngemeinde), auf den ich morgen oder Dienstag noch mal eingehen werde.