von Münchner Löwe | Okt. 6, 2023 | MLB, NBA, NFL
Blick über den Teich, NFL, MLB und NBA
NFL
Was wurde über Justin Fields gelästert. Der Quarterback der Chicago Bears könne zwar hervorragend laufen, aber nicht vernünftig werfen. Dieses Urteil hat er in der Nacht zum Freitag erst mal konterkariert mit einer tadellosen Vorstellung. Beim 40:20 seiner Bears bei den Commanders warf er vier Topuchdownpässe und insgesamt für 282 Yards ohne Interception. Nicht schlecht für einen, der angeblich nicht werfen kann. Schon im 1. Viertel schaffte er 115 Yards, Bestwert der Bears seit zig Jahren.Schon in der vergangenen Woche zeigte er gegen die Broncos eine tadellose Leistung mit 4 Touchdownpässen und sogar 335 Yards. Dass die Bears das Spiel verloren, lag also weniger an ihm. Offenbar hat ihn jetzt der Trainer, auch auf sanften Druck auch von Fields selbst, von der Leine gelassen, er dankt es mit großartigen Leistungen
Mann des Tages war allerdings DJ Moore, dem grandiose 230 Receiving Yards und 3 Touchdowns gelangen. Solche Abnehmer wünscht man sich als Quarterback, zumall wenn sie wie Moore nach dem Catch mit dem Ball noch einige Yards hinzufügen.. Die Bears schafften also endlich ihren ersten Saisonsieg, für die Play-offs wird es wahrscheinlichnicht reichen, aber für attraktive Spieler allemal.
MLB
Jetzt stehen die Ansetzungen der jeweils ersten drei Spiele der Divisional Series fest
Samstag
19.00: Orioles – Rangers
22:40: Astros – Twins
00:07: Braves – Phillies
03:20: Dodgers – Diamondbacks
Sonntag
22:07: Orioles – Rangers
02:03: Astros – Twins
Montag
00:07: Braves – Phillies
03:07: Dodgers – Diamondbacks
Dienstag
22:07: Twins – Astros
02:03: Rangers – Orioles
Mittwoch
Diamondbacks – Dodgers und Phillies – Braves sind noch nicht exakt terminiert. Das erste Spiel ist um 22 Uhr.
NBA
Zumindest die Springerpresse meldet, dass Pro7 Maxx jeweils am Sonntag um 19 oder 21 Uhr ein Spiel aus den USA übertragen will. Nur dieses eine Spiel pro Woche. Für mich ergibt das überhaupt keinen Sinn, denn jedes Team bestreitet pro Woche drei oder vier Spiele. Man kann also mit diesem einen Spiel die Saison nicht im Ansatz verfolgen. Im Gegensatz zur NFL, wo der Sonntag der Hauptspieltag und es eben pro Woche für jedes Team nur ein Spiel gibt. Man wollte halt auf den deutschen Euphoriezug aufspringen, und sicher gibt es Menschen, die bei einem Raptors-Spiel mit Dennis Schröder oder gar die Magic mit den Wagners schauen wollen, wie sich die Weltmeister schlagen. Aber was ist, wenn sie nicht dabei sind, wass bei 32 Teams eher wahrscheinlich ist? Ansonsten ist so ein einziges Spiel nämlich reine Unterhaltung ohne großen sportlichen Wert. Und spätestens, wenn es gegen Ende der Partie zig Auszeiten und Freiwurforgien die Partie bis ins Unerträgliche strecken, sieht Otto Normalseher, wie mühselig es ist, ein NBA-Spiel live zu verfolgen. Relive heißt deshalb für mich das Zauberwort (übrigens im gesamten US Sport), da kann man die Werbeblöcke hübsch überspringen. Bin echt gespannt auf die Quoten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie an die von attraktiven Spielfilmen heranreichen.
von Münchner Löwe | Sep. 8, 2023 | basketball, NBA
So, eine gute Dreiviertelstunde hatte ich jetzt Zeit, meine Nerven wieder runterzubekommen nach diesem Basketballkrimi der Deutschen im WM-Halbfinale gegen die USA. 113:111 – mit so einem Ergebnis durfte niemand rechnen, weder mit dem Sieger noch mit dieser Punkteflut. Und genau diese Ungewissheit, wie es jetzt wirklich ausgeht, ist das Faszinierende am Sport und eben auch speziell im Basketball in einer spannenden Schlussphase wie heute.
Jetzt es gab aus deutscher Sicht ein Happy End und den Einzug ins WM-Finale. Freut mich wirklich für die Jungs. Und ich bin wahrlich nicht deutschtümelnd in dieser Beziehung, wie jeder, der mich nur ein bisschen kennt, bestätigen wird.
Klar, bei den US-Boys fehlten die absoluten Superstars wie Stephen Curry, Kevin Durant und LeBron James. Aber das war immer noch eine Top-Auswahl der NBA, der besten Liga der Welt. Jeder der eingesetzten Spieler dort ist in seinem Club führend. Dazu ist Trainer Steve Kerr mehrfacher Meistercoach und war außerdem ein brillanter Spieler mit etlichen NBA-Titeln. Und sie haben ja heute keinesfalls enttäuscht, hatten eine grandiose Trefferquote, zeigten wiederholt ihr außergewöhnliches Können.
Nein, die Deutschen brauchen sich diesen Erfolg nicht eine Sekunde miesmachen zu lassen. Was mich am meisten beeindruckte, war, dass sie ihr hochklassiges Spiel praktisch die ganze Zeit durchgehalten haben.
Es war eine tolle Mannschaftsleistung, in der alle eingesetzten Spieler ihren wichtigen Beitrag geleistet haben. Aber es waren drei Spieler neben Franz Wagner, der ist sowieso outstanding, die mich besonders fasziniert haben. Da ist zum einen Andi Obst. Die Bayern-Fans wissen, dass er an einem guten Tag praktisch aus jeder Position treffen kann. Aber das in einem WM-Halbfinale gegen ausgebuffte NBA-Profis zu zeigen, das ist schon grandios. Letztlich war es sein unglaublicher Dreier kurz vor Schluss trotz großer Bedrängnis, der die Partie entschied. Steve Kerr, selbst in seiner aktiven Zeit ein grandioser Distanzschütze, hatte ja vor ihm gewarnt. Jetzt wird er ihn wahrscheinlich gleich mit zu seinen Golden State Warriors mitnehmen 😀.
Zum Zweiten will ich Daniel Theis nennen. Er hatte eine furchtbare Saison, weil er kaum eingesetzt wurde wegen Verletzungen. Jetzt zeigte er vorne und hinten eine überragende Leistung. Kämpfte unermüdlich, trieb immer wieder an, debattierte mit den Schiedsrichtern (nie so weinerlich wie Doncic, wohlgemerkt). Ein echter Leader.
Und last but not least Dennis Schröder. Wie er zurückkam nach dem furchtbaren Spiel gegen Lettland, das er selbst selbst als das schlechteste seiner Karriere bezeichnete, war fantastisch. Kritik, Hohn und Spott – und zwar nicht nur wegen dieses Spiels, sondern, dass er in wichtigen Spieln generell untertauche, musste er sich von manchen Kritikern über sich ergehen lassen. Dabei hatte er zuvor Klasseleistungen gezeigt und wesentlichen Anteil, dass die Deutschen überhaupt so weit kamen. Trainer Gordie Herbert und das Team sagten ihm offenbar die richtigen Worte. Nicht nur traf er diesmal fast ausschließlich die richtigen Entscheidungen. Er übernahm in wichtigen Situationen auch Wurf-Verantwortung. Und für mich fast das Beste: Im Schlussabschnitt, als die Amerikaner ihn beim Ballvortrag hart bedrängten, leistete er sich nicht einen Ballverlust. Das macht einen Spielmacher aus.
Und jetzt? Wartet Serbien. Und eine fast schon jetzt kitschige Geschichte steht damit fest. Denn die Serben werden von Svetislav Pesic trainiert. Und der wiederum führte die Deutschen 1993 bei der EM zum ersten und einzigen Titel.
Das Wichtigste wird sein, von diesem emotionalen Höhepunkt wieder runterzukommen. Wie schwer das sein kann, haben die deutschen Fußballer beim WM-Triumph 2014 gezeigt. Nach dem unglaublichen 7:1 gegen Gastgeber Brasilien mühten sie sich zu einem glücklichen 1:0 im Finale gegen Argentinien. Am Sonntag wissen wir mehr. Übrigens überträgt neben Magenta Sport auch das ZDF (14.40 Uhr). Eine entsprechende Pressemitteilung verteilte der Sender übrigens kurz nach 16 Uhr, also bevor das Halbfinale beendet war. Dieser Jinx-Versuch ging schief …
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