von Münchner Löwe | Nov. 25, 2025 | Fernsehen, Frauen-WM, Fußball, Handball, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Handball-WM der Frauen, die deutschen Fußballfrauen im Nations-League-Finale, plötzlich Spannung in der Fomel 1 und Ski in den USA.
Norwegen auch ohne Eis und Schnee überragend
Stell Dir vor, es ist Heim-WM und niemand darf zugucken. Leider wahr, wie die Handballfrauen gerade feststellen müssen. Morgen beginnen die Titelkämpfe in Deutschland und Holland, aber das lineare Fernsehen bleibt außen vor. ARD und ZDF, die jeden schwachsinnigen Wintersport-Weltcup in epischen Wochenendstrecken übertragen (siehe unten), sind ebenso außen vorgeblieben wie die Privatsender. Reiner Frauensport, wenn es nicht gerade Fußball ist (siehe unten), fristet immer noch ein erbärmliches Dasein.
Ich will eingestehen, dass Frauen-Handball jetzt auch nicht das ist, wofür ich alles stehen und liegen lasse. Aber Welttitelkämpfe, die interessieren dann schon. Auch wenn mit Norwegen, zuletzt dreimal Olympiasieger, die Weltmeisterin schon feststeht – oder sind es doch die Französinnen oder gar Däninnen?
Die Deutschinnen jedenfalls gehören nicht zu den Topfavoritinnen. Viertelfinale wäre schon hübsch, allerdings bei einem (Co)-Heimturnier auch Pflicht. In Deutschland finden Spiele in Stuttgart (deutsche Gruppe), Trier (Vorrunde) sowie in der Dortmunder Westfalenhalle (Hauptrunde) statt. Im Nachbarland gibt es Spiele in s´Hertogenbosch und Rotterdam, wo dann auch das Finalwochenende (13./14. Dezember) ausgetragen wird.
Modus
32 Länder haben sich qualifiziert und spielen in acht Gruppen mit jeweils 4 Teams. Drei Mannschaften steigen in die Hauptrunde auf, die jeweils Tabellenletzten dürfen (müssen?) im Presidents Cup eine Trostrunde ausspielen. In den 4 Hauptrunden á 6 Mannschaften erreichen die beiden besten das Viertelfinale.
Deutschland ist in der Gruppe C gesetzt und trifft jeweils in der Stuttgarter Porsche-Arena auf Island (Mi., 18:00), Uruguay (Fr., 18:00) und Serbien (So., 18:00). Sollte die Hauptrunde (es wäre die Gruppe 2) erreicht werden, trifft das Team um Emily Vogel (bekannter unter dem Mädchennamen Bölk) jeweils in Dortmund auf die 3 besten Vertreter der Gruppe D (Spanien, Montenegro, Färöer und Paraguay). Die Vorrundenpunkte gegen die ebenfalls qualifizierten Mannschaften werden wie gehabt mitgenommen.
Deutsche Aussichten
Ziel ist eine Medaille, Minimalziel das Viertelfinale. Das sollte angesichts der Gegner zu schaffen sein. Island in der eigenen Gruppe und später Spanien sehe ich auf Augenhöhe, gefährlich könnte Montenegro werden. Aber wirklich einschätzen kann ich die Konkurrenz nicht. Knackpunkt wird das Auftaktmatch gegen Island. Spekulatius über den weiteren Turnierverlauf erspare ich mir und Euch.
Favoritinnen
Norwegen war bei Olympia der Konkurrenz um Längen voraus, allerdings ist Welthandballerin Stine Oftedahl Dahmke zurückgetreten. Titelverteidigerin ist Frankreich, dessen junges Team zu großen Leistungen in der Lage ist, allerdings beim heimischen olympischen Turnier 2024 gegen Norge absolut chancenlos blieb. In Dänemark ist Frauenhandball Nationalsport. Zu beachten ist sicher Co.-Gastgeber Holland, 2019 völlig überraschend Weltmeisterin.
Fernsehen (Stream)
Wer alle Spiele sehen will, kommt um sporteurope.tv (früher sportdeutschland) nicht herum. Der Turnierpass kostet schlanke 15,99 Euro (wer legt solch krumme Preise fest?). ARD und ZDF gingen leer aus bei der Vergabe (offenbar ohne großes eigenes Verschulden, aber wirklich mit Verve hat man sich nicht bemüht, auch nicht nachträglich), Rechte an zeitversetzten Übertragungen sicherte sich Eurosport. Für ARD/ZDF bleiben Beiträge fürs Morgen- und Mittags-Magazin …
Fußball-Frauen kämpfen um Titel
Es geht um die Nations League, und in den beiden Endspielen ist mal wieder Spanien der Gegner. Und Espana muss als klare Favoritin gelten mit den beiden brillanten Mittelfeldakteurinnen Bonmati und Putellas sowie einer ganzen Armada von Hochbegabten. Doch schon der Final-Einzug ist ein großer Erfolg für das Team von Bundestrainer Christian Wück. Die Halbfinalerfolge gegen Frankreich durfte man wirklich nicht erwarten.
Das Hinspiel findet am Freitag (20:30) in Kaiserslautern statt. Das ZDF überträgt natürlich live (es geht um Fußball, nicht um schnöden Handball), das Rückspiel ist für Dienstag (2. Dezember) ab 18:30 in Madrid (Stadio Metropolitano, die Heimat von Atlético) terminiert oder für die Daheimgebliebenen in der ARD zu verfolgen.
Mit Rückenwind eines US-Titels kommt die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger in die Heimat.
Ski Alpin über dem Teich
Männer und Frauen machen zum Auftakt des US-Trips in Copper Mountain Station. Für die Männer gibt es den ersten Super-G-Weltcup (Donnerstag) sowie tags den zweiten Riesenslalom der Saison, am Samstag und Sonntag folgen Riesenslalom und Slalom der Frauen. Als haushohen Favorit sehe ich Marco Odermatt (für Super-G und RS), bei den Frauen führt der Weg zum Sieg allein über Mikaela Shiffrin; im Slalom geradezu unschlagbar, im Riesenslalom allerdings nur eine von vielen Sieganwärterinnen. Siehe der Auftakt im österreichischen Sölden vor einem Monat, wo die Einheimische Julia Scheib triumphierte.
Und sonst?
- Champions League: Wieder mit schön klingenden und schön anzusehenden Partien wie ManCity – vs Leverkusen (Di., 21:00/Prime), Arsenal vs FC Bayern und Atlético vs Inter( beide Mi., 21:00/DAZN). Allerdings jeweils ohne große Bedeutung, höchstens fürs Ego. Das gilt nicht für Eintracht Frankfurt, das ebenfalls am Mittwoch gegen Atalanta Bergamo (21:00/DAZN) unbedingt einen Sieg braucht, um einen Top-24-Platz (und damit die K.-o.-Runde) zu sichern. Ich persönlich kann mit dem Format nix anfangen, es gibt aber Fußball-Fans, die darauf schwören …
- Bundesliga: Es wartet ein durchaus interessantes Freitagsspiel, wenn Borussia Mönchengladbach (zuletzt 3 Siege) den „schärfsten“ Bayern-Verfolger RB Leipzig empfängt. Die Münchner selbst sind am Samstag (15:30) Gastgeber für das derzeit desaströse St. Pauli (zuletzt 8 Ligapleiten in Folge). Echtes Topspiel am Samstag ab 18:30 bei der Partie der Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund.
- Internationale Fußball-Ligen, England: Nächstes London-Derby für den souveränen Tabellenführer FC Arsenal. An der Stamford Bridge bittet der Zweite FC Chelsea zum Tanz (So., 17:30).
Italien: Tabellenführer AS Rom empfängt Meister SSC Neapel (So., 20:45), der als Dritter nur 2 Punkte Rückstand hat und die Roma mit einem Auswärtserfolg ablösen könnte.
- Basketball: Auftakt der WM-Qualifikation für die deutschen Männer mit einem Heimspiel gegen Israel (Do, 19:30/Ulm) und einer Partie am Montag auf Zypern (18:00). Drei Teams der Vierergruppe (für D auch noch Kroatien) erreichen die nächste Runde, das ist Pflicht ür den Titelverteidiger, auch wenn die NBA-Stars Dennis Schröder, Franz Wagner nicht dabei sind.
Zuvor spielt der FC Bayern noch in der Euroleague in Valencia (Di.).
- Wintersport: Nach und nach sind und kommen alle Disziplinen in den Weltcup-Modus. Die Skispringer sind schon heute und morgen in Falun im Einsatz (Normal- und Großschanze) sowie am Wochenende in Ruka.
In Ruka haben auch die SkilangläuferInnen sehr gut zu tun mit Klassik-Einzel (Fr.), Klassiksprint (Sa.) und Massenstart in der Freien Technik (So.).
In Östersund greifen die Biathleten ins Geschehen ein mit Männer/Frauen-Staffeln (Sa.) sowie Single Mixed und Mixed-Staffel (So.). Alles episch bei Eurosport und ARD zu verfolgen. Wer braucht da noch den Presseclub und andere uninteressante Politik-Magazine?
von Münchner Löwe | Sep. 4, 2025 | Handball
Dass ging dann sehr viel schneller als erwartet. Noch gestern schrieb ich über das Zerwürfnis zwischen Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning einerseits und Sportdirektor Stefan Kretzschmar andererseits. In diesen Streit geriet auch Trainer Jaron Siewert, unter dessen Leitung die Füchse ihren ersten Meistertitel überhaupt errangen in der Handball-Bundesliga.
Am Donnerstag ist das Arbeitsverhältnis beendet. Hanning feuerte sowohl Kretzschmar als auch Siewert mit sofortiger Wirkung. Gerade die Trennung von Siewert sei die schweirigste Entscheidung seiner Karriere gewesen, befand das Füchse Urgestein, ohne den der Club in dieser Form nicht existieren würde. Doch erst in der gemeinsamen Ägide mit Kretzschmar und Siewert wurden die Füchse ein Spitzenclub.
Dass das Tischtuch mit Kretzschmar nach dessen Kündigung zum Saisonende zerschnitten war und ein vorzeitiger Ausschluss Ausschluss erfolgte, überrascht nicht; höchstens, dass es noch vor dem Spitzenspiel am Samstag gegen den SC Magdeburg passierte. Warum auch eine Zusammenarbeit mit Siewert praktisch von jetzt auf gleich nicht möglich war, erklärte Hanning nicht explizit. Tatsächlich hatte sich Siewert an die Seite von Kretschmar gestellt und pochte auf personelle Sicherheit über 2026 hinaus, und offenbar reicht das dem Füchse-Urgestein.
Jetzt soll Nicolaj Krickau die Geschicke auf und neben dem Feld leiten. der Däne stieß erst im Sommer vom Ligakonkurrenten Flensburg-Handewitt. Ex-Nationalspieler und Vereinsheld Paul Drux soll als Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Geschäftsführung agieren. Vor allem aber gilt es, die vor allem wg des Kretsche-Rauswurfs aufgebrachten Fans zu beruhigen, ein Sieg gegen den SCM würde da sicher helfen, doch damit allein dürfte es nicht getan sein.
von Münchner Löwe | Sep. 3, 2025 | Fußball, Handball
Der Wechsel von Donnarumma von PSG zu City, Uli Hoeneß findet Worte gegen den Kapitalismus, und Ärger bei den Füchsen vorm Handball-Spitzenspiel
City löst das Torwartproblem
Wobei ich erst jetzt wie viele andere auch erfahren habe, dass Trainer Pep Guardiola auf der Position zwischen den Pfosten ecten Handlungsbedarf sah. Egal, jetzt hat der Ex-Meister die Chance genutzt und den bei Paris St. Germain in Ungnade gefallenen Gianluigi Donnarumma verpflichtet. Wir reden tatsächlich von jenem italienischen Supergoalie (und Europameister), der mit seinen fantastischen Leistungen maßgeblich zum Champions-League-Triumph von PSG beigetragen hat. Mag sein, dass er mit den Fuß nicht allerhöchsten (Manuel-Neuer)-Ansprüchen genügt, dafür beherrscht der 1,97-Meter-Riese die eigentliche Tätigkeit des Schlussmanns, nämlich seinen Kasten mit zum Teil grandiosen Paraden (oft mit der Hand, notfalls per Fuß) sauberzuhalten. Trotz der fantastischen Offensivleute wie Vitinha, Kvaratshkelia und Dembélé – ohne Donnarumma im Kasten wäre Paris nie soweit gekommen.
Damit hat sich deren Trainer Luis Enrique für die neue Spielzeit natürlich angreifbar gemacht: Wehe mit dem zum Nachfolger erkorenen Lucas Chevalier (der mit den Füßen so toll sein soll) klappt es nicht, angesichts der (brutal) schweren Gegner in der Champions League (Barca, Bayern, Tottenham, Atalanta, Bilbao, Leverkusen, Sporting und Newcastle) kann das ein böses Erwachen werden.
Der bisherige Stammkeeper Ederson hat City in Richtung Istanbul verlassen. Dort wird der Brasilianer für Fenerbahce auflaufen, in der aufgemotzten türkischen Liga und der Europa League (u. a. gegen den VfB Stuttgart).
Die Chancen für Stefan Ortega auf Einsätze bei den Cityzens sind damit fast auf null gesunken. Denn hinter Donnarumma ist noch James Trafford einzuordnen.
Also sprach Uli Hoeneß
Ich war fassungslos, was die letzten sechs, acht Wochen im internationalen Fußball los war. Wir (die DFL/d. A.) müssen Stärke zeigen und nicht das Geld der Araber, der amerikanischen Hedgefonds nehmen
Hehre Worte, die der Ehrenpräsident des FC Bayern bei einer Dankesrede sprach, als er bei einer Feier einen Ehrenpreis der Deutschen Fußball Liga erhielt. Die allerdings sehr viel glaubwürdiger wären, wäre Uli Hoeneß in seiner Zeit als Manager und Präsident nicht zum Sinnbild des Raubtier-Kapitalismus‘ avanciert; der die Münchner mit allen erlaubten und auch unerlaubten (Kirch-Millionen) zum alleinigen und auf unabsehbare Zeit unantastbaren Krösus in Deutschland geführt hatte. Der gerne die Millionen aus Katar und Saudi-Arabien mitnahm, die diese als Werbepartner zahlten.
Nur weil jetzt die Premier League, Barca, Real und PSG noch obszönere Fantastilliarden-Summen zahlen (können), bedeutet das ja auch nicht, dass die Bayern plötzlich gönnerhaft werden. Und wenn er die Konkurrenz auffordert, nicht fremdes Geld zu rekrutieren, will er damit natürlich auch die Alleinherrschaft der Münchner in der Bundesliga manifestieren. Nicht dass ein milliardenschwerer Scheich auf die Idee kommt, etwa den HSV oder Borussia Dortmund mit Aber-Millionen zu unterstützen, was nach den jetzigen 50+1-Regularien in Deutschland unmöglich ist.
Also ein eher durchsichtiges Manöver eines Mannes, der alles, aber auch alles im Sinne des Vereins sagt und auch danach handelt. Der, das muss ich allerdings auch sagen, jeden der Bayern-Familie bedingungslos unterstützt, wenn diese unverschuldet in Not geraten sind: Gerd Müller, Lars Lunde und Jürgen Wegmann seien hier genannt. Fast, muss ich einschränken, denn das gilt nicht für die Ex-Bayern Bernal, Matthäus und Hamann …
Kretschmar kündigt Rückzug an
Im Erfolgsfall werden die größten Fehler gemacht: Noch steht nicht fest, ob diese allgemein gültige Lebensweisheit auf Handballmeister Füchse Berlin zutrifft. Tatsache ist jedoch: Stefan Kretzschmar, Handball-Ikone, wird die Hauptstädter mit Ende dieser gerade begonnenen Saison verlassen, wo er als Sportvorstand tätig war. Offenbar im Unfrieden, weil er und Bob Hanning unterschiedliche Auffassungen haben, die jetzt offenbar unüberbrückbar werden.
Wer die beiden Alpha-Tiere Hanning und Kretzschmar kennt (ich tue das allerdings nur aus der Ferne) wundert sich eh, dass es nicht viel früher eskalierend knallte. Offenbar hat die unfassbare Erfolgssaison 24/25 der Berliner einiges kaschiert, die in der ersten Meisterschaft überhaupt und dem Champions-League-Finale mündete. Es gab offenbar Unruhe, die allerdings nie über ein gewisses Grundrauschen hinausging.
Im Gegenteil: Die Zukunft scheint rosig: Der zigfache Welthandballer und zurzeit mit Abstand beste Spieler der Welt, Mathias Gisdel, hat noch einen Vertrag bis 2029. Aus der grandiosen Jugend klopfen viele Akteure an den Bundesliga-Kader an. Die Hauptstadt und der gewachsene Verein sind attraktiv für viele in- und ausländische Topspieler. Bob Hanning hat das jahrzehntelang aufgebaut in den verschiedensten Funktionen, doch erst als „Kretsche“ dazu stieß, haben die Berliner den entscheidenden Schritt nach vorne gemacht.
Und jetzt? Knirscht es deutlich. Die Verträge von Kretzschmar und auch Meistertrainer Jaron Siewert laufen 2026 aus, und erstaunlicherweise gab es keine Anzeichen, dass sie verlängert werden. Warum nicht, bleibt Spekulation. Will Hanning den Ruhm nicht teilen? Will er einen namhaften Supercoach, um den Verein in der Hauptstadt noch sexier und attraktiver zu machen?Im harten Kampf um Berliner Aufmerksamkeit gegen Fußballer, Eishackler, Basketballer und -innen, Volleyballer und den ganzen Kulturbetrieb. Bei diversen Ehrungen des Vereins standen die drei Proatgonisten eher weit voneinander entfernt; das konnte Zufall sein, aber auch etwas bedeuten …
Wie sich herausstellte, bedeutete das etwas. Weil sich Kretzschmar außerstande sah, Vertragsverhandlungen zu führen, ohne dass er selbst wusste wissen, wie es mit ihm selbst weitergeht, wird er die Füchse verlassen. Ob das dann tatsächlich erst zum Saisonende geschieht oder Hanning, dessen Geduldsfaden manchmal arg dünn ist, ihn schon früher hinauskomplimentiert (vulgo: feuert), bleibt abzuwarten. Meine Glaskugel behauptet: Kretzschmar wird nicht mehr lange in offizieller Funktion bei den Füchsen tätig sein.
Eines zumindest haben die Protagonisten wahrscheinlich geschafft: Weit über die Handballblase hinaus ist das anstehende Topspiel zwischen den Füschen und dem Meister-Vorgänger (und Champions-League-Triumphator) SC Magdeburg in den Blickpunkt gerückt. Zu sehen am Samstag auch in der ARD, der Fußball-Bundesliga-Pause sei dank.
von Münchner Löwe | Aug. 26, 2025 | Doping, Handball, Wintersport
Nein, jetzt soll es nicht zum xten Mal um die positiv getesteten Jannik Sinner und Iga Swiatek gehen(erst wenn sie die US Open gewonnen haben, aber in der vergangenen Woche hat es 3 Sperren von Sportlern gegeben, die mich an der Gerechtigkeit zweifeln lassen. Nicht dass ich jemanden der vorsätzlichen Bevor- oder Benachteiligung beschuldigen könnte (schon mangels Beweise), aber doch irgendwie auffällig und entlarvend wie absurd gering repektive zeimlich streng das Strafmaß ausggefallen ist. Wobei mir natürlich bewusst ist, dass kein Fall dem anderen gleicht und ich die näheren Umstände nicht kenne.
Norwegischer Anzugsbetrug – praktisch ohne Konsequenz
Es war das Thema der nordischen Ski-WM in Trondheim: die heimlich gefilmte Manipulation der norwegischen Skisprunganzüge, die diese (und damit die Athleten) besser fliegen lassen. Das Ganze wurde am drittletzten Tag aufgenommen, praktisch das ganze Team für das abschließende Springen (und für den Rest der Saison gesperrt. Es gab nichts tzu deuteln, dass hier absichtlich und mit vollem Bewusstsein an den Anzügen maniupuliert wurde – und zwar nachdem sie von unabhängiger Seite freigegeben wurden.
https://blickueberdenteich.de/anzugsskandal-ueberschattet-ein-fantastisches-skifest/
Jetzt der finale Urteilsspruch, nachdem eine Ethik- und Compliancekommission monatelang über dem Fall gebrütet (eher: das Ganze ausbaldowert) hat: Die norwegischen Springer um die Stars Marius Lindvik und Johan-Andre Forfang werden 3 Monate gesperrt. Dazu je 2000 Schweizer Franken und die Verfahrenskosten. Das ist es. Die bereits vollzogene Sperre im März wird angerechnet, so dass beide pünktlich zum Wintersaison-Beginn (und damit auch bei Olympia!) wieder an den Start gehen können.
Für mich ist diese absurd niedrige Strafe ein veritabler Skandal und fast die Einladung für alle Verbände, Regeln wo es nur geht zu missachten. Tatsache belibt doch, dass genau zur Heim-WM den Norwegern eine Möglichkeit einfiel, Anzüge zu manipulieren, nachdem sie von der FIS abgenommen wurden. Und wer glaubt, dass dies erst vor dem letzten Wettbewerb geschah, der glaubt auch an den Weihnachtsmann (der ja nicht weit von Trondheim am Polarkreis hausen soll). Alles spricht also dafür, dass auch in den Wettbewerben zuvor die Skispringer mit manipulierten Anzügen gesprungen sind, Marius Lindvik immerhin zum WM-Titel von der Normalschanze. Und auch die Kombinierer waren extrem erfolgreich, ich denke weiter laut …
Auch wenn eine rückwirkende Strafe ohne „Smoking Gun“ juristisch schwiierig ist: Der vorsätzliche Betrug ist eindeutig und wird auch nicht widerlegt. Warum dann die Springer mit absolut lachhaften 3 Monaten Sperre davonkommen, wird auf ewig das Geheimnis der Kommission bleiben. Sie hätten nichts gemerkt, behaupteten Lindvik und Forfang in der Vernehmung. Was bei jedem befragten Skispringer nur zu Hohngelächter und Unglaube führte, denn gerade die Skispringer sind derartig heikel mit ihrem Matrerial, dass sie jede auch nur geringste Kleinigkeit sofort spüren (es hängt ja auch Leib und Leben davon ab). Wie halt der Tennisspieler, wenn die Besaitung nur um ein halbes Kilo härter oder weicher ist (allerdings nicht lebensbedrohlich). Eine reine Schutzbehauptung, die der Welt-Verband freudig zum Anlass nahm, die Norweger weitestgehend zu schonen. Denn Norge ist der mit Abstand wichtigste Ski-Verband, erst recht bei den Nordischen.
Verpasste Tests – und die Höchststrafe
Betroffen ist die österreichische Weltklasse-Rodlerin Madaleine Egle, eine Kandidatin für eine Medaille 2026 in Cortina. Diese verpasste drei Dopingtests, weil sie nicht oder falsch angegeben hatte, wo sie die Dopinggfahnder für ihre unangekündigten Test antreffen könnten. Das Ganze war schon 2023, seitdem wird verhandelt (Egle durfte währenddessen weiter Wettkämpfe bestreiten) und erst jetzt das Ergebnis: 20 Monate Sperre (also das mehr als sechsfache des bewussten Norweger-Betrugs). Und vor allem: Egle verpasst Olympia, für eine rodlerin fast schon eine existenzielle Katastrophe. Sie beklagt die mangelnde Unterstützung des Welt-Verbandes, de doch eigentlich für die Sportlerinnen da sein müsste, aber nur „sein eigenes Süppchen kocht. Ein Kapitel für sich, denn jeder Olympiasportler muss monatelang im Voraus planen, wo er zu welcher Stunde ist. Kurzfristige Termin-Änderungen müssen gesondert und mit Nachdruck bekannt gegeben werden.
Eine enorme Belastung, die sich die Sportler zum Zweck des fairen Sports freiwillig/unfreiwillig auferlegen. Doch das Leben funkt halt dazwischen, hier eine Flugverspätung, dort eine Unachtsamkeit. Und natürlich auch bewusstes Verstecken, um eine positive Dopingprobe zu verschleiern. Madeleine Egle war nun dreimal innerhalb eines Jahres nicht dort, wo sie behauptet hat, dass sie ist. Aus unterschiedlichen Gründen, wie sie darlegte. Eine kurzfristig geänderte Übernachtung, eine verschobene Reise (plus nicht bedachter Zeitumstellung, ein Ort in LA ohne genaue Adresse). Wobei natürlich schon die Frage gestellt werden darf, warum nicht spätestens nach dem 2. verpassten Test alle Warnlampen bei ihr (und ihrem Tross) aufgeleuchtet haben.
Dennoch bleibt hier der fade Bbeigeschmack, dass eine Sporlterin ohne positive Dopingprobe viel härter angefasst wird als ertappte Sünder, denen man auch die absurdesten Ausreden glaubt (wobei ich doch wieder bei Swiatek und Sinner wäre). Ein Trost bleibt: Die im vergangenen Winter erzielten Sieg- und Platzprämien darf Egle behalten.
Siehe auch https://sport.orf.at/stories/3144826/
Gedopt, freigesprochen und jetzt doch (milde) bestraft
Kurz vorm Bundesliga-Start musste sich der SC Magdeburg nach einem neuen Torwart umschauen. Denn ihr Weltklassekeeper Johannes Portner wird jetzt doch gesperrt. Wegen Dopings, allerdings „nur“ für 4 Monate bis zum 10. Dezember.
Bereits im März 2024 lieferte der Schweizer eine positive Probe ab; gefunden wurde Methamphetamin (bekannt als Crystal Meth). Weil die Menge als zu gering betrachtet wurde, um eine vorsätzliche Einnahme zu unterstellen (Portner erklärte das CM im Blut mit einer Berührung („Abklatschen“ mit einem Fan), wurde er von der HBL freigesprochen und durfte die gesamte letzte Saison mittun (und verhalf dem SCM zum Champions-League-Titel und zum 2. Ligaplatz). Währenddesssen hatte allerdings die Nationale Dopingagentur Einspruch erhoben beim Internationalen Sportgerichtshof, auch wegen der „grundsätzlichen Bedeutung der Handhabung in diesem Fall“. Bevor dieser in der Sache entschied, kam es zur außergerichtlichen Einigung und der vergleichsweise geringen Strafe (normal sind 2 bis 4 Jahre). Diese ist relativ neu und gibt vor allem den gutbezahlten Anwälten gewaltigen Handlungsspielraum (vielleicht waäre auch eine Frau Egle diesebezüglich gut beraten gewesen, aber das ist pure Spekulation).
https://www.sueddeutsche.de/sport/handball-dopingfall-portner-einigung-nada-fragen-li.3300127
3 Fälle, 3 Urteile: Ich weiß, ein sperriges Thema (wie viel leichter, aber auch langweiliger ist da ein 6:0 der Bayern über RB Leipzig).
von Münchner Löwe | Aug. 25, 2025 | basketball, Formel 1, Handball, Tennis, Wochenvorschau
Vorbemerkung: Teil III und IV der Bundesliga-Vorschau sind noch in der Mache. Spätstens Mittwoch ist sie fertig. Aber die Wochenvorschau erscheint mir angesichts der anstehenden US Open und der Basketball-Europameisterschaft wichtiger.
Sabalenka und Sinner die Gejagten bei den US Open
Das letzte Grand-Slam-Turnier ist seit Sonntag im Gange: Titelverteidiger sind Aryna Sabalenka und Jannik Sinner, und sowohl die Weißrussin als auch der Italiener sind wieder (mit) zu favorisieren.
Bei den Männern scheint die Sache ohnehin klar: Alles andere als ein erneutes Grand-Slamfinale zwischen Sinner und dem Spanier Carlos Alcáraz wäre eine faustdicke Überraschung. Ein kleines Fragezeichen steht hinter dem Fitnesszustand von Sinner, der das Finale vor 10 Tagen in Cinicnnati aufgeben musste und seine Teilnahme am Mixed-Turnier vergangene Woche absagte. Doch offenbar ist wieder alles in Ordnung, und auf Hartplatz ist er noch stäker einzuschätzen als auf ´Rasen und Sand.
Gibt es überhaupt Kandidaten, die für das Top-Duo zum Stoöperstein werden können? Ich denke da in erste Linie an Ben Shelton, dem Masters-Sieger von Toronto. Sehr gut gefallen hat mit zuletzt auch Karim Khachanow, seit Wimbledon (Halbfinale) in Topform. Stark verbessert zeigte sich auch Alexander Zverev, gerade zuletzt in Toronto. Auch bei ihm allerdings steht ein kleines gesundheitliches Fragezeichen, obwohl er sich vor dem Turnier äußerst optimistisch zeigte.
Top-Favoritin bei den Frauen ist Wimbledonsiegerin Iga Swiatek, die auch ihre Generalprobe in Cincinnati mit einem Turniererfolg absolvierte und einen starken Hartplatz-Eindruck hinterließ. Sabalenka darf man natürlich nie unterschätzen, doch dieses Jahr läuft es bei den Grand-Slam-Turnieren wahrlich nicht nach Plan für die Nummer 1 der Weltrangliste.
Unter Druck stehen die US-amerikanischen Lokalmatadorinnen Coco Gauff (Siegerin 23), Jessica Pegula (Finalistin 24) und Mdison Keys (AO-Siegerin 25), die alle eine eher enttäuschende Hartplatzsaison erleben. Mein (recht) darkes Horse ist Lena Rybakina, wenn, ja wenn die Kasachin ihr Spiel zusmmenbekommt.
Kampf um Europas Krone
Die Basketballer suchen Europas Beste. Wie so oft bei vergangenen Turnieren zunächst in 4 Austragunsländen (Finnland, Lettland, Polen, Zypern) für 4 Gruppe à 6 Teams. Die K.o-Runde findet dann in Lettland statt.
Deutschland spielt in der „finnischen“ Gruppe, in der herrlichen Eishockey-Halle zu Tampere. Die Mannschaft um die NBA-Stars Franz Wagner und Dennis Schröder gehört zu den Favoriten, zumindest auf eine Medaille. In den Testspielen zeigten die Spieler schon gutklassigen Basketball, mit der Luft nach oben. Gruppengegner sind ab Mittwoch Montenegro, Schwede, Litauen, Großbritannien und Gastgeber Finnland. Die besten 4 jeder Gruppe erreichen das Achtelfinale.
Klarer Titel-Favorit ist allerdings Serbien. Sie haben mit Nikola Jokic nicht nur den besten Basketballer der Welt im Team, sondern auch ansonsten eine enorm eingespielte truppe mit gfast allen NBA-Stars. So ist Nkola Topic zum beispiel sehr zu beachten. Im Kampf um die Medaillen sehe ich die Deutschen mindestens auf Augenhöhe mit Frankreich, der Türkei. Griechenland (trotz Giannis Antetokuonpo) und Slowenie (Luka Donic) scheint mir in der Tiefe zu schwach, doch die genannten Superstars können jede Partie auch fast alleine gewinnen.
Verstappens Heimspiel
Nach der Sommerpause geht es wieder rund in der Formel 1. Auf dem Dünenkurs in Zandvoort wird sich alles um den niederländischen Lokalmatadoren Max Verstappen drehen. Allerdings ist der vierfache Weltmeister bestenfalls Außenseiter um den Rennsieg (den WM-Titel hat er eh schon abgeschrieben. Ganz vorn sind höchstwahrscheinlich wieder die beiden McLarens von Lando Norris und Oscar Piastri, wobei völlig offen ist, wer von den beiden in Holland und am Ene in der WM ganz vorne sein wird. Wie immer nach einer längeren Pause bleibt die spannende Frage, wer (ohne Tests) vielleicht etwas gefunden hat an Fahrzeig und Abstimmung. Spannend könnte noch der 2 in der Teamwertung hinter McLaren werden im letzten Saisondrittel.
Auf zur Füchsejagd
Als zweite große Ballsportart eröffnet die HBL am Donnerstag ihre Saison. Drei mehr oder weniger klare Titelfavoriten haben sich herauskristallisiert. Meister Füchse Berlin, Champions-League-Sieger SC Magdeburg und (eher aus Gewohnheit?) der THW Kiel. Ich sehe den SCM ganz leicht vorn, der tiefere Kader könnte den Ausschlag geben. Voraussetzung natürlich, die Bördestädter leisten sich nicht wieder so überflüssige Punktverluste wie im Herbst 24, als sie sich den (zu) großen Rückstand einhandelten. Bei den Füchsen wird es vor allem wieder Welthandballer Mathias Gidsel richten müssen. Dass der Däne dazu in der Lage ist, hat er in der Meister-Saison eindrucksvoll bewiesen.
Der THW dürfte nur ins Titelrennen eingreifen, wenn die Top 2 in Probleme geraten (was angesichts des extrem dichten Programms/Champions League) in der besten und auch ausgeglichensten nationalen Liga der Welt nicht ausgeschlossen ist. Allerdings ist Abwehrriese Pascal Wiencek (Karriere-Ende) nicht mehr dabei. Ansonsten dürften auch die MT Melsungen und die SG Flensburg-Hadewitt sehr zu beachten sein.
Und sonst
- Bundesliga: FC Augsburg – FC Bayern. Das Topsiel am Samstagabend ist tatsächlich eines zwischen 2 beeindruckenden Siegern zum Auftakt. Die Münchner taten sich beim nächsten Bundesliga-Nachbarn fast immer schwer. Und der FCA ist unter Neu-Trainer Sandro Wagner bundesweit vielleicht so sehr im Gespräch wie noch nie.
Ansonsten sticht tatsächlich eine Partie in Sinsheim hervor, wenn mit der heimischen TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt 2 weitere Sieger des 1. Spieltags aufeinandertreffen.
- Internationaler Fußball: Alle nennenswerten Ligen haben die Saison mittlerweile aufgenommen. In England kommt es jetzt schon zum Spitzenspiel zwischen Meister Liverpool und Vizemeister FC Arsenal (So., 17:30/Sky).
In Frankreich empfängt Olympique Lyon das Team von Olympique Marseille (So., 20:45)/DAZN), vor gut einem Jahrzehnt das Hitzigste, was es im französischen Fußball gab.
- Europäische Wettbewerbe: Jeweils die Rückspiele in der letzten Quailifikationsrunde. Einziger deutscher Vertreter ist FSV Mainz, das am Donnerstag im heimischen Stadion ein 1:2 bei Rosenborg Trondheim aufholen muss.
Die computergestützte Auslosung der Gegner in den jeweiligen 36er-Gruppen erfolgt am Donnerstag (Champions League) und Freitag (Europa League, Conference League).
- Leichtathletik: Abschluss de Diamond League in Zürich an gleich 2 Veranstaltungstagen (Mittwoch, Donnerstag). Dlie letzte ganz große Generalprobe vor der WM Mitte September in Tokio. Vor allem auch Zahltag für die Gesamtsieger in den Disziplinen (einen diesbezüglichen Überblick erspare ich mir und Euch).
- Motorsport: Die Rallye-WM macht in Paraguay Station. Zum ersten Mal firmiert diese Rallye als WRC-WMN-Lauf. gefahren wird vornehmlich auf toren Schotterstraßen in der Region Itapuá entlang des Flusses Paraná. Der Kampf um den WM-Tiel verspricht Hochspannung:4 Fahrer (Elfyn, Revenperä, Ogier und Tanak) sind innerhalb von 13 Punkten.
von Münchner Löwe | Juni 16, 2025 | Formel 1, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Freudentag für Mercedes
Silbern sind die Stuttgarter Formel-1-Renner ja schon länger nicht mehr, dafür endlich mal wieder Pfeile. Zumindest dieses Wochenende in Montreal, diesen herrlichen Stadtkurs, vielleicht die schönste Rennstrecke im Kalender. George Russell fuhr nicht nur auf die Pole Position, er nutzte diesen Vorteil auch zu einem Start-Ziel-Sieg. Das Top-Ergebnis rundete Jungstar Kimi Antonelli auf, der als Dritter erstmals aufs Podium fuhr. Dazwischen Weltmeister Max Verstappen im Red Bull.
Bis der Rennsieg allerdings offiziell war, dauerte es fünfeinhalb Stunden. Red Bull hatte Protest gegenRussell eingelegt, weil sich dieser in einer Gelb-Phase kurz vor Schluss nicht regelkonform verhalten hätte. Um 3 Uhr morgens unserer Zeit dann die Bestätigung: alles Okay, Protest unbegründet. Wenn sich die Königsklasse nicht auf Dauer lächewlich machen will, dann muss so etwas einfach schneller gehen.
Und die McLarens? Verpassten das Protest, sorgten auber für den Renn-Aufreger des Sonntags. Kurz vor Schluss meinte der Fünftplatzierte Lando Norris, er müsste sich mit Gewalt an dessen Teamkollegen und WM-Führenden Oscar Piastri vorbeizwängen. Es kam, wie es kommen musste, Norris kollidierte mit Piastri und musste den Wagen abstellen (deshalb die Gelbphase). Piastri hatte Glück, dass er im Rennen blieb und rettete den vierten Platz. Zum wiederholten Mal machte Norris einen dämlichen Fehler, zum wiederholten Mal bat er um Entschuldigung, aber Besserung ist nicht in Sicht. Mal sehen, wie lange das die McLaren-Bosse noch dulden. Eine Teamorder scheint fast unerlässlich.
Einen traurigen Moment hatte Lewis Hamilton: Der Ferrari-Fahrer überfuhr ein Murmeltier und verletzte es tödlich. Das ging dem erklärten Tierfreund nahe: „Grausam, schlimm, das ist mir hier noch nie passiert.“ Zudem trug auch der Wagen einen deutlichen Schaden am Unterboden davon, aber Hamiltons Trauer galt tatsächlich glaubwürdig dem Murmeltier
Magdeburger Handballer obenauf
Nach der verpassten Meisterschaft (vor allem im Herbst wurden zu viele Punkte verloren) rehalbilitierte sich der SCM und holte sich die Champions League. Nach dem aufreibenden Halbfinalsieg gegen den FC Barcelona mit einem Treffer in letzter Sekunde gewann er das deutsche Duell gegen die Füchse Berlin am Ende fast ungefährdet. Die starke Abwehr und ein zeitweise fast unbezwingbarer Schlussmann Sergej Hernandez (ein Spanier!) waren die Schlüssel zum Erfolg. Die Berliner waren sichtlich ermüdet von der Saison, auch Matthias Gidsel kam nicht zur Geltung, und das obwohl er im Halbfinale tags zuvor nach nur 9 Minuten eine (umstrittene!) Rote Karte gesehen hatte. Der Tank war einfach leer beim Welthandballer und dem ganzen Team.
Unwürdig war die Spielfläche: Nicht nur weil sie über und über mit Werbung gepflastert war (augenkrebserregend). Vor allem in den Halbfinals war das Parkett tückisch glatt, die Spieler rutschen wiederholt aus (so auch Gidsel vor seiner Roten Karte, als er in einen Gegenspieler hineinrutschte). Niemand hat sich verletzt, also noch mal gutgegangen. Aber Fehler suchen und aufarbeiten, bitte schön!
Mama Maria – ein Tennismärchen
37 Jahre ist Tatjana Maria mittlerweile alt, inzwischen zweifache Mutter, doch vom Tennis hat sie immer noch nicht genug. Allerdings hatte sie bisher ein verheerend schlechtes Jahr, bevor sie sich auf zum Londoner Queensclub aufmachte zu ihrem Liblingsbelag Gras. Qualifikation musste sie vorvergangenes Wochenende spielen. Sie gewann zwei Partien, und dann begannein märhcenhafter Siegeszug gegen Teile der Weltelite. Schon die Siege gegen Leyla Fernandez und Karolina Muchova kamen überraschend. Im Viertelfinale fertigte sie die ehemalige Wimbledonsiegerin Lena Rybakina ebenso in zwei Sätzen ab wie im Halbfinale die amtierende Australian-Open-Championesse Madison Keys, beide ausgesprochene Rasenspezialistinnen. Da war im Endspiel die Aufgabe Amanda Anisimova fast einfach zu nennen, auch hier gewann geradezu leicht und locker in nur 84 Minuten.
Maria ist ja der Schrecken all der Haudraufinnen mit ihrem völlig unüblichen Schnibbelstil. Sie spielt ja neben der Rückhand auch die Vorhand sehr gerne mit Unterschnitt, verteilt die Bälle klug und ist eine wahre Verteidigungskünsterin. Dazu verfügt sie über einen besonders auf Gras extrem gefährlichen Aufschlag.
Der größte Einzelerfolg für Maria, die ihr erstes 500er-Turnier für sich entschied (zuvor 3 kleinere Veranstaltungen). 2021 war sie mit ihrer unorhodoxen Spielwiese schon mal ins Wimbledon-Halbfinale gestürmt, aber dieser Turniersieg ist meines Erachtens noch bedeutender. Vor den Augen ihrer Familie, dem Ehemann Charles-Édouard und der 11-jährigen Tochter Charlotte, die ihr verblüffend ähnlich sieht und der allgemein sehr großes Tennistalent beschieden wird. Bleibt für sie allerdings fast zu hoffen, dass sie nicht ähnlich verkorkst spielt wie die Frau Mama 👩. Natürlich führte der erste Weg von Maria zur Familie, wo auch die jüngere Tochter Cecilia selig im Kinderwagen schlafend erst mal geherzt wurde.
214.000 Dollar füllen die Reisekasse auf, jetzt geht es nach Nottingham, wo mit Petra Kvitova eine zweifache Wimbledonsiegerin in der 1. Runde wartet. Die ist erst 35 Jahre alt, also eine Springinsfeldin, aber seit 7 Juli 2024 ebensfalls stolze Mama eines Jungen.
Und sonst?
- Fußball: Die deutschen U-21-Männer stehen im Viertelfinale. Dem 3:0 gegen Slowenien am Donnerstag folgte am Sonntag ein 4:2 (nach 4:0) gegen Tschechien.
- Tennis: Alexander Zverev bleibt ohne Turniersieg auf Rasen. Der Hamburger verlor das Finale in Stuttgart gegen Taylor Fritz, die fünfte Niederlage gegen den US-Boy hintereinander. „Du darfst nicht mehr herkommen“ scherzte Zverev bei der Siegerehrung.
Weitere Turniersiege schafften in s´Hertogenbosch (Niederlande) die Belgierin Elise Mertens und Gabriel Diallo aus Kanada.
- Basketball: Der FC Baydern hat das erste von maximal 5 Spielen im BBL-Finale gewonnen. Das 82:66 klingt viel deutlicher, als die lange sehr ausgeglichene Partie tatsächlich war.
- Leichtathletik: Mondo Duplantis hat beim Heim-Meeting in Stockholm seinen eigenen Weltrekord auf 6,28 Meter gesteigert. Sein Landsmann Andreas Almgren überraschte mit einem unglaublichen Europarekord von 12:44,27 Minuten. Robert Farken schaffte nach seinem 1500-Meter-Rekord auch über die Meile eine neue nationale Bestleistung.
- Golf: JJ Spaun gewann die US Open, das 3. Major-Turnier des Jahres. Mit einem Putt aus 30 Metern machte er den Triumph am Oakmont Coutry Club in Pennsylvania perfekt. Er blieb als einziger aller Teilnehmer unter Par auf dem wohl schwierigsten Kurs der Tour, obwohl es nirgends Wasser gibt.
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