von Münchner Löwe | Juli 15, 2025 | Fußball, Leichtathletik, Wochenrückschau
Wimbledon habe ich in einem gesonderten Text behandelt, Tour und Fußball-EM der Frauen schon in die Wochenvorschau gepackt. Ein übersichtlicher Rest bleibt dennoch.
Deutsche rennen wirklich gut
Am Freitag fiel in Monaco ein weiterer deutscher Uralt-Rekord. Mohamed Abdilaahi rannte die 5000 Meter in 12:53,63 Minuten und blieb damit gut eine Sekunde unter der bisherigen Bestleistung, die Olympiasieger Dieter Baumann 1997 in Zürich aufgestellt hatte. Der nächste deutsche Laufrekord über eine Mittel- oder Langstrecke, nachdem zuvor schon Frederik Ruppert (3000 Meter Hindernis) und Robert Farken (1500 Meter, Meile) ewig lang bestehende Marken verbessert hatten.
Ein Glanzlich in Monaco setzte 800-Meter-Olympiasieger Emmanuel Wanyonyi, der die 2 Stadionrunden in 1:41,44 Minuten bewältigte. Insgesamt blieben 6 Läufer unter der 1:43er-Marke. Auch Femke Bol stellte über 400 Meter Hürden mit 51,95 Sekunden eine Weltjahresbestleistung auf, blieb aber fast eine Sekunde unter ihrem Europarekord und anderthalb Sekunden unter dem Weltrekord von Sydney McLaughlin-Levronne (50,37).
Chelsea triumphiert, und Trump feiert mit
Die Club-Weltmeisterschaft fand endlich einen Sieger, und der heißt etwas überraschend FC Chelsea. Die Londoner überrannten im Finale in New York förmlich das favorisierte Paris Saint-Germain. Schon zur Pause hieß es 3:0 durch 2 Treffer von Cole Palmer, der auch das 3:0 brillant vorbereitete. Live vor Ort im MetLive Stadium war auch Donald Trump. Der wurde von FIFA-Boss Gianni Infantino unterwürfigst hofiert und ließ es sich nicht nehmen, bei der Siegerehrung den wahren Siegern die Schau zu stehlen (er blieb viel länger auf dem Podest als vorgesehen). Das weiß ich allerdings nur aus Berichten, selbst angetan habe ich mir nur das Spiel.
Damit ist ein Monat zusätzlicher Fußball auch vorbei. Zurück bleiben sehr erschöpfte Spieler, sehr reiche Vereine (Chelsea sackte insgesamt mehr als 100 Millionen Euro ein), ein zwiespältiges Publikum (in Deutschland wollte nur 1,7 Millionen das Endspiel sehen und damit gerade mal die Hälfte der Anzahl, die zum gleichzeitige Frauen-Vorrundenspiel Frankrech gegen Schweden einschalteten). Infantino allerdings zeigte sich hochzufrieden mit „seinem“ Turnier, das er höchstselbst aus de Taufe gehoben hat. Und ich muss es bei aller Skepsis zugeben: Zumindest in Südamerika war es tatsächlich ein großer Erfolg. Ich persönlcih alledings brauche es in etwa so dringend wie Zahnschmerzen (reingeguckt hab ich natürlich trotzdem 🦁).
Und sonst
- Radsport: Isaac del Toro hat die Österreich-Rundfahrt für sich entschieden, die über 5 zum Teil sehr anspruchsvolle Etappen (14.000 Höhenmeter) führte. Der Mexikaner hatte den Giro als Zweiter beendet und war dort 11 Tage lang in Rosa gefahren.
- Motorrad: Der Marquez-Festspiele fanden auch am Sachsenring ihre Fortsetzung. Der Spanier siegte erneut sowohl im Sprint als auch im Hauptrennen, das durch zahlreiche Stürze geprägt war. Er feietre seinen 69. Sieg in der Königsklasse und übertrumpfte damit den legendären Giacomo Agostini. Das Familienfest machte der jäüngere Bruder Alexis als Zwweiter des Hauptrennens perfekt.
- Tennis: Nach ihrem schnellen Wimbledon-Aus machte sich Tatjana Maria auf nach Newport/USA, wo ein Challenger-Turnier auf Rasen anstand. Dort kam sie immerhin bis ins Finale, wo sie dann allerdings der Amerikanerin Caty McNally unterlag. Immehin sprang Maria in der Weltrangliste auf ihren Bestwert 36.
von Münchner Löwe | Juli 15, 2025 | Golf, Wochenvorschau
Auf in die Pyrenäen
Am heutigen Dienstag ruht die Tour, nachdem sie gestern die erste Bergetappe hinter sich gebracht hat. Allerdings „erst“ im Zentralmassiv, ins Hochgebirge geht es dann diese Woche, nämlich in die Pyrenäen. Am Donnerstag steht die Klettertour noch nach Hautacam an, mit einem Schlussanstieg der Ehrenkategorie. Tags darauf das Einzelzeitfahren hoch nach Peyrasudes, mit der estrem steilen Flughafenrampe. Wo vor zwei Jahren der Österreicher Felix Gall einen Triumph nach einem Soloritt in der damaligen Königsetappe feierte. Den Abschluss des Pyrenäen-triples bildet der Höllenritt nach Superbagneres mit dem legendären Tourmalet quasi als Aufgalopp nach knapp der Hälfte.
Danach sind wir mit Sicherheit noch viel schlauer als jetzt schon. Tadej Pogacar hat zwar gestern sein Gelbes Trikot verloren an den Solokünstler Ben Healy, doch er zeigt sich in blendender Form. Jonas Vingegaard hat zwar beim ersten Zeitfahren rund um Caen mehr als eine Minute verloren, doch damit noch längst nicht die Tour. Auch Pogacar kann mal einen schwächeren Tag erwischen, und Gnade ihm, das passiert in den Pyrenäen oder nächste Woche in den Alpen.
Großartig schlägt sich der Deutsche Florian Lipowitz. Ich glaube, dass es nicht vermessen ist, wenn ich ihn in Paris in den Top 5, vielleicht sogar in den Top 3 einreihe. In den Bergen kommt er glänzend zurecht, auch beim Zeitfahren zeigte er auf. Aber natürlich kann gerade bei einem junngen Fahrer wie ihn (24 Jahre) immer ein Etappeneinbruch erfolgen.
Jetzt wird es ernst für die Fußball-Frauen
Nach dem Desaster gegen Schweden treffen die deutschen Fußballerinnen im Viertelfinale auf Frankreich. Nehme ich die bisher gesehenen Leistungen, sind die Les Bleues klare Favoritinnen. Sie haben ihre „Todesgruppe“ mit England und Hlland ohne Punktverlust übestanden und dabei fast gänzlich überzeugt mit schönen und erfolgreichen Fußball. „Fast“ deshalb, weil sie im Spiel gegen Oranje tatsächlich für kurze Zeit ins Schwimmen geraten sind, ehe die großartige Delphine Cascarino mit einer Vorlage und 2 Toren die Verhältnisse wieder geraderückte.
Die Deutschinnen dagegen enttäuschten bisher: Die Ausfälle von Giulia Gwinn und Lena Oberdorf sind nicht zu ersetzen, denn zurzeit ist das Team nicht mit Weltklassespielerinnen gesegnet. Das beginnt bei der Torhüterin Ann-Katrin Berger und hört beim chancen-vergebenenen Sturm nicht auf. Gerade die linke Abwehrseite schwächelte bisher bedenklich.
Und warum dürfen die Deutschinnen doch hoffen? Zum einen hatten sie gute Phasen wie die erste Viertelstunde gegen Schweden. Außerdem hat Trainer Christian Wück eine Woche Zeit zur Aufarbeitung, wobei ich den Coach bisher nicht als besonders krisenerprobt empfunden habe. Und seine Schönrederei nach dem Schweden-Spiel, als er fast alles auf die Rote Karte von Charlotta Wamser schob, empfand ich fast schon peinlich.
Vor allem aber: Die Deutschinnen lieben Frankreich als Gegner. Sie haben in der Vergangenheit nie eine wichtige Partie gegen den westlichen Nachbarn verloren.
Die 4 Spiele des Viertelfinals ziehen sich übrigens gewaltig hin. Pro Tag steht immer nur eine Partie an, nämlich:
Mi., 21:00: Norwegen – Italien
Do., 21:00: England – Schweden
Fr., 21:00: Spanien – Schweiz
Sa., 21:00: Frankreich – Deutschland
Golfelite kämpft um Open-Sieg
The Open Championship, und zumindest jeder Golf-Fan, weiß was gemeint ist. Nämlich das einzige Mahor-Turnier, das in Europa, genauer gesagt in Großbritannien ausgetragen wird. Dieses Jahr geht es in der 153. Auflage nach Nordirland (Royal Potrush Club), natürlich ein Links-Kurs auf dem Kurs des im Royal Portrush Cluban der Küste und damit schwer beeinflusst von Wind (und Regen?). Favoriten zu benennen, ist mir unmöglich, natürlich sind alle Blicke gerichtet auf den nordirischen Nationalhelden Rory McIlroy. Der Masterssieger scheiterte allerdings 2019 auf eben jenem Kurs bereits am Cut. -glänzend n Form ist auch der Amerikaner Scottie Scheffler, der Sieger der US Open (vor McIlroy). Dahinter lauern gut zwei Dutzend herausragende Golfprofis auf den großen Coup. Abschlagen werden ab Donnerstag auch die Deutschen Stephan Jöger und Matti Schmid sowie der Österreicher Sepp Straka.
Und sonst?
- Die Schwimm-WM in Singapur. In dieser Woche allerdings noch ohne Beckenschwimmen, dafür die Disziplinen Springen, Synchron und Freiwasser. Die Letztgenannten müssen allerdings wegen der schlechten Wasser-Qualität erst mal warten.
- Leichtathletik: Am Samstag trifft sich ein Teil der Elite beim Diamond-League-Meeting in London. Das Starterfeld ist erlesen, mal sehen, wo es eine Übertragung gibt. Vielleicht sogar in einem Stream bei ARD oder ZDF.
- Tennis: Ein Teil des Trosses fliegt nach Amerika, ein Teil bleibt in Europa, und viele (vor allem TopspielerInnen) pausieren vor der anstrengenden Hardplatz Saison. Die Männer haben Turniere in Gstaad (Ruud, Bublik), Bastad (Cerundolo, Griekspoor) und Los Cabos (Rublew, Davidowich Fokina, Shapovalov). Alexander Zverev hat wie erwartet die Teilnahme in Gastaad abgesagt, trainiert lieber auf Mallorca, wo ihn Toni Nadal unterstützt). Die Frauen spielen in Hamburg (Alexandrowa, Yastremska). Auch viele Deutsche sind am Start, auch Tatjana Maria nach einen US-Abstecher nach Newport). Allerdings nicht Wimbledon-Viertelfinalistin Laura Siegemund und auch nicht Eva Lys, die wegen einer erneuten Rheuma-Attacke absagen musste. Schade, hier wären einige Punkte drin gewesen bei dem eher bescheidenen Feld.
von Münchner Löwe | Juli 14, 2025 | Tennis
Wimbledon-Wahnsinn, die Endspiele
Die Sieger heißen also Iga Swiatek und Jannik Sinner. Die Polin spazierte geradezu durchs Turnier, gerade zum Ende. Sinner hatte deutlich mehr Mühe und revanchierte sich eindrucksvoll an Carlos Alcáraz, gegen den er vor gut einem Monat noch das Paris-Finale nach 3 vergebenen Matchbällen verloren hatte.
Iga Swiatek – Amanda Anisimova 6:0, 6:0
Eine sogenannte Brille hat es in einem Wimbledon-Finale seit mehr als 100 Jahren nicht mehr gegeben. Swiatek hatte kein Mitleid mit der völlig überforderten und am Ende der Partie aufgelösten Amerikanerin und erteilte ihr die Höchststrafe. In der modernen Tennis-Ära (seit 1968) hat es das bisher erst einmal gegeben, als 1987 Sgteffin Graf gegen Natascha Zwerewa mit 6:0, 6:0 gewann. Insgesamt hatte Swiatek ein grandioses Turnier, wie folgende Zahlereien bestätigen.
- In den 7 Spielen hat sie einen Satz abgegeben, den ersten in der 2. Runde gegen McNally, danach 6:2, 6:1.
- Nur in 2 ihrer 6 Zweisatzsiegen musste sie über 7:5 gehen. Ansonsten je einmal 6:4/6:3 und insgesamt achtmal 6:0 bis 6:2 (aloso insgesamt zehmnmal).
- Im Halbfinale und Finale insgesamt 4 Games abgegeben, das hats in Wimbledon noch nie gegeben, sag ich jetzt mal.
- Die höchstgesetzte Gegnerin war Anisimova als Nr. 13.
- Insgesamt nur 3 gesetzte Gegnerinnen. Neben Anisimova waren das Tauson/23 im AF und Samsonowa/19 im Viertelfinale. Die Kehrseite des amüsanten Favoritensterbens zu Beginn des Turniers.
Vor allem hat Swiatek ihre Allergie gegen Rasen-Tennis eindrucksvoll abgelegt, die sie in den vergangenen Jahren früh scheitern ließ. Nach einem äußerst durchwachsenen Frühjahr und dem schnellen Aus in Paris befand sie sich tatsächlich in einer Schaffenskrise. Wohl dem, der sich so daraus befreit. Und ein Extralob für Andrea Petkovic, die diesen Triumph in ihrer Wimbledon-Vorschau vorhergesagt hat. Mal sehen, was das Jahr noch bringt, das gilt auch für Anisimova: Wenn ihre Finaltränen getrocknet sind, wird sie auf ein extrem erfolgreiches Turnier zurückblicken, das sie in die Top Ten der Weltrangliste spülte.
Jannik Sinner – Carlos Alcáraz 4:6, 6:4, 6:6, 6:4
Das Ergebnis spiegelt gar nicht die Überlegenheit des Italieners vor allem in den Sätzen 3 und 4 wider. In jedem Durchgang gelang ihm das erste Break, nur im ersten Satz fand Alcáraz eine Antwort. Danach war er dem immer durchvollerem Spiel von Sinner fast ausgeliefert.
Das Spiel reichte längst nicht an das epische Duell der beiden vor einem Monat heran. Das war auch nicht zu erwarten, denn diese Partie gehört jetzt schon mindestens zu den Top 5, die die Tenniswelt je gesehen hat. Beide agierten äußerst fehlerhaft, was natürlich auch daran lag, dass sie im Angesichts der Stärke des Gegenübes sehr viel riskierten. Und da machte Sinne schlicht den besseren Job. In manchen Ballwechslen (so bei den jeweiligen Satzbällen in Durchgang 1 und 2 blitzte das Ausnahmekönnen der beiden auf.
Im 4. Satz bäumte sich der Spanier noch mal auf, erzwang beim Stand von 3:4 2 Satzbälle, die Sinner souverän abwehrte. Aber insgesamt spielte er nicht so frei bei diesem Turnier, die zahlreichen Satzverluste (schon im Auftaktmatch gegen Fognini musste er über die volle Distanz gehen) sind vielleicht Beleg dazu.
Das ist allerdings auch die einzige Hoffnung der Konkurrenz, dass in den kommenden Jahren es nicht zur ewigen Wiederholung Sinner-Alcáraz kommt. Spielen beide auch nur annähern ihr bestes Tennis, kommt da keiner heran. Tja wäre Novak Djokovic ein paar Jährchen jünger, dann könnte er Sinner/Alcáraz sicher ärgern. Unfassbar genug, dass er mit seinen 38 Jahren in allen 3 Grand Slams dieses Jahres das Halbfinale erreichte.
Ein (Doping)Fakt zum Nachdenken
Sowohl bei Swiatek als auch bei Sinner fanden die Dopingfahnder im vergangenen Jahr positive Proben. Sowohl Swiatek (3 Wochen) als auch Sinner (3 Monate) kamen mit vergleichsweise glimpflichen Strafen davon, Sie überzeugten zumindest die zuständigen Sportrichter von ihrer Unschuld und den äußerst unglücklichen Umständen, die zu einem positiven Befund führten. Normalerweise hätten beide in diesem Jahr (also auch nicht in Wimbledon!) Turniertennis spielen dürfen. Erstaunlich die Nonchalance, ja Gleichgültigkeit, wie dieser Fakt in der Berichterstattung praktisch ausgeblendet wird. Aber Hauptsache, alle verdächtigen die Radsportler und vor allem Tadej Pogacar bei der Tour de France, die gerade läuft.
Wimbledon bei Amazon
Ich gebe zu: Ich habe Jeff Bezos nicht boykottiert und die Übertragung bei Amazon nicht nur stundenlang verfolgt, sondern regelrecht genossen. Wie im Vorjahr hatte der Streamingsender ein Riesenaufgebot an Top-Reportern und Top-Experten nach London beordert. Live vor Ort ist so eine Übertragung (der Tennistag ging immer über mindestens 10 Stunden) schlicht zwei Klassen besser, als wenn der Großteil aus einem Müncher Studio erfolgt, wie es leider Eurosport seit Jahren betreibt, sogar bei den French Open direkt vor der Pariser Haustür.
Die schon erwähnte Andrea Petkovic verdient als Beste vieler Guten den Preis des Münchner Löwen. Leider nicht dotiert, aber das hat die Tennis-Millionärin auch nicht nötig, hoffe ich doch schwer. Petkovic sticht gegen die ebenfalls sehr guten Barbara Schett (ich liebe ihren österreichischen Dialekt), Sabine Lisicki (ein bisschen viel ohh und ahhh und uhhh), Michael Stich (erzählt manchmal ein bisschen sehr viel auch in die Ballwechsel) sowie all die anderen, die das Wort bekamen.
Herausragend auch die Moderatorin Katharina Kleinfeld. Ihre unterhaltenden und gleichsam informativen gerade am Ende des Wimbledon-Tages begeisterten mich. Auch die Kommentatoren störten nicht (das ist bei mir schon ein Sonderlob): Jonas Friedrich gebührt ein weiterer Löwen-Preis. Ihn würde ich noch vor Marcel Meinert ansiedeln.
von Münchner Löwe | Juli 12, 2025 | Tennis
Wimbledon-Wahnsinn, die Frauen
Das Turnier der Überraschungenhat dann doch noch eine Überraschungs-Finalistin bekommen. Während sich nämlich die eine Top-Favoritin Iga Swiatek souverän in 3 Sätzengegen die völlig überforderte Belinda Bencic durchsetzte, musste die andere verbliebene Top-Favoritin Aryna Sabalenka der Amerikanerin Amanda Anisimova. Wenngleich bei nähewrer Betrachtung das Aus der Belorussin nicht ganz so sensationell daherkommt, weil sie ja schon im Viertelfinale gegen Laura Siegemund vor dem Ausscheiden war.
Die Partie Anisimova vs Sabalenka verlief ganz ähnlich: Ein eher locer gewonnener 1. Satz von Anisimova, die klare Antwort von der Weißrussin im zweiten, und ein enger entscheidender dritter Durchgang. In dem dann eben Anisimova noch mehr Kräfte hatte als 2 Tage zuvor Siegemund und deshalb die nicht ganz in Top-Form befindliche Sabalenka elimieren konnte.
Was für eine Rückkehr von Anisimova: ein 17-jähriges Wunderkind, dem die Experten eine große Zukunft vorhersagten. Es wurden gar Vergleiche mit Serena Williams angestellt; maßlos übertrieben wie die ewigen Vergleiche jeder einigermaßen talentierten duetschen Akteurin mit Stefanie Graf. dass Leben hatte andere, sehr unschöne Pläne. Der Tod des Vaters warf die damals 18-Jährige zurück. Sie spielte zwar weiter auf Der Tur, aber große Erfolge blieben aus. Es folgte ein Burnout, eine lange Pause. Vor einem Jahr kehrte sie in Wimbledon zurück, verlor dort gegen eine Qualifikantin. Sie blieb dran, und nach und nach kehrten die Erfolge zurück: Turnier-Sieg bei den Qatar Open, und beim Vorbereitungsturnier erreichte sie unter anderem gegen Emma Navarro und Olympiasiegerin Qinwen Zheng das Finale, wo sie der erstaunlichen Deutschen Tatjana Maria unterlag.
In Wimbledon zeiogt sie sich von der besten Seite, wobei sie durchaus auch kämpfen musste wie im Achtelfinale beim Dreisatzerfolg gegen Linda Noskova.
Jetzt also die Krönung gegen Swiatek: Die Polin hat ihre Abneigung gegen Rasentennis souverän abgelegt, war in ihren 6 Spielen ins Endspiel nahezu ungefährdet. Nur einen Satz hat sie bisher in Wimbledon abgegeben, eher aus Fahrlässigkeit gegen Caty McNally. Sie muss deshalb als Favoritin gelten, mein Tennisherz schlägt allerdings für Amanda Anisimova, und sei es nur, dass ich mit meinem progmnostizierten „ova“-Turniersieg recht habe, der sich allerding ejher auf Osteuropäerinnen und vor allem Tschechinnen bezog.
Bleich geht es los, ich bin gespannt.
von Münchner Löwe | Juli 10, 2025 | Tennis
Wimbledon-Wahnsinn, Viertelfinale
Frauen
Mit Abstand das spannendste der 4 Partien war die von Laura Siegemund gegen Aryna Sabalenka. Die 37-jährige Schwäbin hatte die Nummer 1 der Weltrangliste ganz nah an einer Niederlage, führte im 3. und entscheidenden Satz mit 3:1. Doch beim Stand von 15:15 und Aufschlag Sabalenka vergab Siegemunde einen nahezu sicheren Punkte, da ging ein Ruck durch die Weißrussin. Zwar schaffte Siegemund tatsächlich noch mal ein Break zum 4:3, doch dann hatte sie nichts mehr zuzusetzen. Sie war mit den Kräften sichtlich am Ende, und Bälle, die zuvor noch knapp im Feld landeten, segelten jetzt ins Aus
Dennnoch ein tolles Spiel und ein fantastisches Turnier für die Deutsche, die so anders spielt und so schlau. Ideal auf Rasen ist ihre Schnibbelei, wo die Bälle kaum noch „aufstehen), und die Sabalenka (sowie die Konkurrentinnen zuvor) regelrecht in den Wahninn blieben. So bleibt als Trost ein Scheck von mehr als 400.000 Dollar sowie der Eintritt in den exklusiven Club der „Top 8“, den jede(r) Viertelfinalist(in) erhhält (sowie alle Halbfinalisten im Doppel und Finalisten im Mixed).
Eine Anmerkung zu Sabalenka: Ihr Geschrei nach jedem ihrerSchläge ist unerträglich. Mich wundert, dass die Gegnerinnen nicht viel heftiger protestieren, denn die müssen sich doch gestört fühlen. Meine Lust, ihre Spiele anzuschauen, tendiert mittlerweile gegen Null, dabei spielt sie grandioses Tennis. So viele Regeln gibt es, warum nicht eine Anti-Schrei-Regel
Die anderen Partien waren mehr oder weniger klare Angelegenheiten. Amanda Anisimova krönte ihr Comebackjahr nach Burnout mit dem Halbfinaleinzug. Gegen Pawljuteschnkova machte es die Amerikanerin spanner als nötig, vergab 3 Matchbälle in Folge und musste ins Tiebreak. Dort wehrte sie insgesamt 5 Satzbälle ab und verwertete dann den insgesamt 5. Matchball zum Sieg.
Die (längst nicht mehr geheime) Geiheimfavoritin Iga Siatek setzte den souveränenen Erfolgslauf fort und ließ Ludmilla Samsonowa letztlich keine Chance. Sie wird am Donnerstag im Halbfinale auf die Schweizerin Belinda Bencic treffen. Die Schweizerin zeigt das beste Turnier nach der Geburt ihrer Tochter und eliminierte etwas überraschend die Rusin Mirra Andreewa, die schlicht planlos war gegen das sehr solida, aber keineswegs überragende Spiel von Bencic
Ansetzungen Halbfinale
Do. 14:30: Sabalenka – Anisimova
Sabalenka ist Favoritin, aber Anisimova hat mir sehr gut gefallen
danach: Swiatek – Bencic
Offenbar hat Swiatek ihre Freude am Rasentennis entdeckt. Ich sehe sie recht klar favorisiert gegen Bencic, die eh schon ein tolles Turnier hinter sich hat
Männer
Nach den vielen mehr oder weniger großen Überraschungen zu Beginn des Turniers lässt sich sagen: Die Besetzung des Halbfinals entspricht fast den Erwartungen. Sprich: Die absoluten Topspieler haben sich durchgesetzt.
Den schwierigsten Run hatte dabei Taylor Swift, der in der 1. Runde gegen Giovanni Mphetsi-Perricard fast schon draußen war, sich dann aber von Runde zu Runde steigerte und jetzt auch den gefählrichen Russen Karim Katschanow in 4 Sätzen besiegte. 4 Durchgange benötigte auch Novak Djokovic gegen den Außenseiter Flavio Cobolli. Nachdem der 7-fache Wimbledon-Triumphator den ersten Durchgang abgegeben hatte, steigerte er sich enorm und gewann die folgenden 3 Sätze gegen den nie aufgebenden Italiener.
Dessen Landsmann Jannik Sinner kam gegen Ben Shelton sogar in 3 Sätzen durch. Und doch: Jeder Durchgang war enorm knapp, und hätte der Amerikaner bei wichtigen Punkten etwas mehr Glück (und Können/Konzentration) auf seiner Seite gehabt, wäre es vielleicht noch knappe zugegangen.
Völlig problemlos löste dagegen Titelverteidiger und Turnierfavorit Carlos Alcáraz das Halbfinal-Ticket. Er erteilte dem britischen Lokalmatadoren Cameron Norrie eine Tennis- Lehr- ja Trainerstunde und brauchte für den Dreisatz-Sieg nur gut 100 Minuten.
Ansetzungen Halbfinale
Fr., 14:30: Alcáraz – Fritz
danach: Djokovic – Sinner
Ich würde Alcáraz und Djokovic leicht favorisieren, wen. sie denn ihr bestes Tennis auf den Center Court bringen. Fritz hat seine Klasse auf Rasen schon oft gezeigt (2 Siege in Vorbereitungsturnieren), jetzt kriegt er die PS auch auf den Wimbledonrasen. Und zu welchen Taten Sinner fähig ist, bewies er zuletzt beim jetzt schon legendären Finale in Paris gegen Alcáraz, als er 3 Matchbälle vergab und am Ende erst im Tiebreak des 5. Satzes verlor.
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