Abschluss der Champions-League-Vorrunde, Nachtslalom in Schladming, Handball-EM in Skandinavien und viel Liga-Sport. Dazu natürlich die Endphase der Australian Open, die ich gesondert behandle.

 

Slalomfest in Österreich

 

Der Nachtslalom in Schladming gilt als Nonplusultra der Torlauf-Artisten. Unter Flutlicht vor bis zu 50.000 Zuschauern, ein Großteil von ihnen recht angeheitert, wobei ich das „recht“ eher als Euphemismus betrachte. Der Sieg des Österreichers Manuel Feller am Ganslernhang in Kitzbühel war natürlich die beste Werbung, dass dder eine oder andere nationalbewusste Österreicher sich am Mittwoch aufmacht, um live vor Ort vielleicht sogar einen Heimsieg zu bejubeln.
Wie immer im Slalom ist der Kreis der Favoriten riesig. Neben Feller und dem Deutschen Linus Strasser sind gerade die Norweger und Franzosen zu beachten, dazu aber auch Einzelkämpfer wie der Finne Eduard Hallberg, der Bulgare Albert Popov und natürlich auch der Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen.

Als Prolog gibt es schon am heutigen Dienstag den Riesenslalom. Hier ist die grioße Frage: Wie hat Dominator Marco Odermatt die schallende Ohrfeige vom Samstag überstanden, dass er am Samstag auf der Kitzbüheler Streif als zweiter erneut den Sieg verpasste. Kommt er auch nur einigermaßen durch, dürfte ihm der Sieg nicht zu nehmen sein.

 

Crans Montana im Blickpunkt

 

Nur einen Monat nach dem schrecklichen Brand in einem Club in Crans Montana fällt der Skizirkus in diesen Wintersportort im Tessin ein. Der Weltcup-Kalender will es so, und eine Absage ist auch deshalb wohl nie ernsthaft überlegt worden, weil nächstes Jahr in Crans Montana die alpinen Weltmeisetrschaften stattfinden werden und gerade die Abfahrten als unabdingliche Tests gelten.
Also bestreiten die Frauen am Freitag und Samstag Abfahrt und Super-G, ehe am Sonntag mit der Männer-Abfahrt die letzte Generalprobe für die Winterspiele ab 6. Februar über die Bühne geht. Mal sehen, ob die SportlerInnen angesichts des Großereignisses tatsächlich das letzte Risiko gehen.

 

Handballer im Medaillenkampf

 

Bisher haben sich die Deutschen bei der Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen vorzüglich geschlagen. Morgen gegen Frankreich erwartet sie die ultimative Prüfung. Ein Unentschieden reicht für den Aufstieg ins Halbfinale und den Medaillenkampf.
Ich sehe die Chancen dazu nicht schlecht: Denn mit Torwart Andi Wolff steht einer der heerausragenden Akteure dieses Turniers zwischen den Pfosten. Seine Leistung gegen Norwegen, als er zwischendurch das Tor derart vernagelte, dass niemand der Nordeuropäer auch nur noch einen Versuch startete, war eine Außerirdische. Das Problem: Nicht einmal ein Wolff kann derlei beliebig wiederholen.
Handball, Deutschland vs Frankreich, da war doch was! Nämlich das absurde Viertefinale bei den Olympischen Spielen in Paris, als die Franzosen 5 Sekunden vor Schluss den Ball in die Hände der Deutschen beförderten und im wahrsten Sinne des Wortes den Sieg wegwarfen. Revanche ist also angesagt, die Franzosen machten ebenfalls einen vorzüglichen Eindruck (bis auf das eher enttäuschende Remis gegen Spanien). Fünfzig zu Fünfzig würde ich die Chancen sehen.

Klarer Turnier-Favorit sind allerdings die Dänen, zumal sie bis zum Finale im heimischen Herning spielen dürfen. Dem Aussetzer gegen Portugal folgen überzeugende Siege gegen  Frankreich und Deutschland.
Erstaunlich die Konstellation in der anderen Hauptrunden-Gruppe. Zwei Spieltage vor Schluss haben gleich vier Mannschaften 4 Punkte auf dem Konto: Schweden, Island, Kroatien und Slowenien. Ein Freudenfest für Hochrechner, wenn ich tippen müsste: Schweden und Island werden es packen.

 

18 Fußballspiele gleichzeitig

 

Der 8. und letzte Vorrundenspieltag der Champions League steht am Mittwoch anan, zum 2. Mal in der 36er-Liga und zum 2. Mal mit 18 spielen gleichzeitig, nämlich ab 21 Uhr. Fast unmöglich, da komplett den Überblick zu behalten und erst recht, im Vorfeld auf alle Eventualitäten einzugehen. Zumindest aus deutscher Sicht scheint die Lage recht eindeutig.

  • Der FC Bayern ist  schon direkt im Achtelfinale und hat bereits vor dem Gastspiel bei der PSV Eindhoven einen Top-4-Platz sicher, für die Setzung in den K.-o.-Runden von einer gewissen Wichtigkeit.
  • Eintracht Frankfurt kann auch mit einem noch so hohem Sieg die K.-o.-Runde nicht mehr erreichen.
  • Bayer Leverkusen braucht zum Abschluss einen Heimsieg gegen Nachzügler Villarreal. Dann hätte die Werkself mit Sicherheit die Zwischenrunde erreicht, in die Top 8 kann sie nicht mehr vorstoßen. Bei einem Remis und erst recht einer Niederlage beginnt eine elende Rechnerei. Ein Weiterkommen wäre dann aber eher (Remis) unwahrscheinlich respektive sehr unwahrscheinlich (Niederlage).
  • Borussia Dortmund hat zumindest die Zwischenrunde praktisch sicher. Bei einem Sieg gegen Inter können die Dortmund sogar noch aufs Vorpreschen in die Top 8 hoffen, da müsste allerdings einiges zusammenkommen. Für alle, die zu Dortmund halten hilft da nur: Neben dem Spiel auch einen Live-Ticker und möglichst auch noch eine Live-Tabelle bereithalten. Der echte Fußball-Fan ist schon längst multitaskingfähig, nämlich auf 4 Geräten: 1 Live-Spiel des Lieblingsvereins, 1 Konferenz, Live Results, Live Tabelle.

Wirklich relevant sind eh nur die Plätze 8 und 24. Die Top 8 stehen direkt im Achtelfinale, die Ränge 9 bis 24 spielen acht weitere Achtelfinalisten in zwei weiteren Partien aus (also noch mehr Spielstress). Es geht wie erwartet eng her. Zwischen Platz 6 und 15 ist nur ein Pünktchen Unterschied.

 

Und sonst?

 

  • Buundesliga: Schon heute stehen zwei Nachholspiele auf dem Programm: RB Leipzig und 1899 Hoffenheim können mit Erfolgen bei St. Pauli und Werder Bremen die Champions-League-Plätze 3 und 4 festigen. An mehr wird wohl niemand denken trotz des ersten Bayern-Strauchlers. Die Münchner müssen dann am Samstag im Volksparkstadion zeigen, dass sie die Niederlage gegen Augsburg gut verkraftet haben. Die Partie ist zwar das nominelle Topspiel des Spieltages, das ist aber eher eine Reminiszenz an die 80er-Jahre, als die beiden Teams auf Augenhöhe waren. Jetzt trifft ein Abstiegskandidat auf den designierten Meiser (nona).
    Borussia Dortmund will den gelungenen Start ins Jahr (3 Siege, 1 Unentschieden) am Sonntag verlängern. Im heimischen Westfalenstadion scheint der Tabellenletzte 1. FC Heidenheim ein mehr als machbarer Kontrahent zu sein.
  • England: Tabellenführer FC Arsenal scheint die Galaform verloren zu haben: Der Vorsprung auf Manchester City und Aston Villa beträgt nur noch 4 Punkte, kein allzu bequemes Ruhepolster. Am Samstag müssen die Gunners zu Leeds United: das Stadion an der Elland Road ist ein heißes Pflaster, ein Sieg Pflicht, denn am Sonntag dürften Villa (vs Brentford) und City (bei Tottenham) mit Siegen nachlegen.
  • Basketball: Der FC Bayern setzt das  nahezu aussichtslose Unterfangen „Play-Ins-erreichen“ in der Euroleague fort. Am Donnerstag steht die Partie bei Maccabi Tel Aviv an. Gespielt wird, zumindest lauf „flashscore“, tatsächlich in Israel, nämlich in Jerusalem. Nur ein Sieg hilft den Münchnern, wenn sie im Kampf wenigstens um Platz 10 noch eingreifen wollen.
  • Wintersport: Auch für die Skispringer sind kurz vor Olympia noch Wettbewerbe angesetzt, nämloich von der Großschanze von Winterberg. Diese lässt Weiten von bis zu 150 Metern zu, das kommt dem Skifliegen schon sehr nahe. Man muss sehen, ob kurz vor Olympia tatsächlich auch alle Top-Springer am Start sind.