von Münchner Löwe | Aug. 21, 2026 | Allgemein
Vorhang auf also für die reichste Liga der Welt. Mit den fettesten Fernsehverträgen national und international, der größten Ansammlung von Top-Stars (trotz Real, Barca und PSG). Obs dann ein Spektakel gibt, ob wir Spannung im Meisterrennen haben, das bleibt abzuwarten. Und ebenso, ob nach Jahren der Dürre auch der Champions-League-Titel wieder auf die Insel kommt (zuletzt ManCity 2023), und damit meine ich nicht die Schotten von Celtic Glasgow.
Heute beginnt es also, wenn Titelverteidiger FC Arsenal im Emirates Aufsteiger Coventry City empfängt. Das Team aus Mittelengland kehrt nach 34 Jahren in die Premier League zurück, zeitweise krebste man in der 4. englischen Liga herum (die euphemistisch League 2 heißt). Der Traditionsclub ist ein Gewinn für die Premier League, ihr Trainer Frank Lampard eine Fußball-Legende. Zumindest beim FC Chelsea, wo er jahrelang Kapitän einer sehr erfolgreichen Mannschaft war, die unter anderem 2012 in München den Champions-League-Titel errang (sehr gerne streue ich Bayern-Fans das Salz in die Wunden, Finale dahoam und so)
Überblick der Meisterschafts-Aspiranten
Arsenal Top-Favorit auf die Titelverteidigung
Die Londoner sind nicht nur heute der haushohe Favorit, sondern für die gesamte Saison. Die Londoner haben den Kader quanititativ, vor allem aber auch qualitativ weiter verstärkt, gerade Bruno Guimaraes und Christos Tzolis könnten eine wesentliche Verstärkung der ohnehin so starken Meistermannschaft darstellen, bei der Kai Havertz endlich mal eine komplikationsfreie Vorbereitung bestreiten konnte.
City ohne Guardiola und Rodri nur Außenseiter
Dagegen hat der härteste Konkurrent deutlich an Substanz verloren. Vor allem der Verlust von Trainer-Guru Pep Guardiola wiegt sehr schwer, und mit Rodri verließ der beste Spieler der WM den Verein in Richtung FC Barcelona. Wobei der Spanier aufgrund zahlreicher Blsssuren in den vergangenen Jahren bei den Cityzens nur sporadisch zum Einsatz kam. Auch die Mittelfeldakteure Reijnders und Bernardo Silva sind nicht mehr dabei, ob das die Neuzugänge Eliott Anderson und Mathys Detourbet kompensieren können, bleibt abzuwarten. Stars wie Schlussmann Gianluca Donnarumma und der außergewöhnliche Torjäger Erling Haaland bürgen allerdings weiter für allerhöchste Qualität und sollten ein echtes Absacken im Klassement vermeiden helfen.
United in Lauerstellung
Die Red Devils haben sich nach Jahren der Agonie zurückgemeldet und als Dritter sicher einen der letztlich fünf Champions-League-Plätze ergattert. Ob jetzt schon mehr drin ist, wage ich aber zu bezweifeln. Zum einen fehlt der Top-Torwart, denn der Belgier Senne Lammens hat noch nicht die Klasse eines Raya (Arsenal), Donnarumma (City) oder das Duo Allison/Mamardashivili vom FC Liverpool. Sehr gespannt bin ich auf Lammens‘ belgischen Landsmann Youri Tielemans, der von Aston Villa kam, die Liga also schon kennt. Auch vorne gibt es überdurchschnittliche Akteure: die beiden ehemaligen Leipziger Sesko und Cunha sowie Rückkehrer Marcus Rashford seien hier genannt.
Liverpool mit neuem Trainer und neuen Investoren
Arne Slot, der Meistercoach von 2025, musste nach einer enttäuschenden Saison schon wieder die Koffer packen, so ist das Geschäft in der reichsten Fußball-Liga der Welt (nicht nur dort). Und auch Mo Salah, im vergangenen Jahrzehnt der wichtigste Akteur auf dem Platz und Publikumsliebling, hat den Club verlassen. Die Reds hoffen, dass der Schwede Alexander Isak und vielleicht sogar der Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké zumindest sportlich die Lücke schließen können. Natürlich bauen sie zudem darauf, dass Florian Wirtz nach einem eher schwierigem ersten Jahr zu dem Unterschiedsspieler wird, der Bayer Leverkusen 2024 zum Bundesliga-Titel geführt wird.
Aufregung genug gibt es jenseits des Platzes. Ein Investoren-Team um Amazon-Chef Jeff Bezos hat sich Anteile von der Fenway Group gesichert, die Rede ist von gut 1,5 Milliarden Euro für 30 Prozent. Aufstocken dieses Anteils bis hin zur Mehrheit scheint nicht ausgeschlossen zu sein. Das ausgerechnet der vermeintlich so bodenständige Arbeiter-Club zum Spekulations-Objekt wird, sorgt am Mersey River schon jetzt für viel Aufregung, auch wenn alle Milliardäre beschwichtigen, sie hätten nur das beste für Club und Anhänger im Sinn. Was man halt so sagt …
Rückkehr der Enttäuschten aus London?
Damit meine ich die beiden Clubs FC Chelsea und Tottenham Hotspur, die nach einer katastrophalen Saison das internationale Geschäft verpassten. Wobei die Spurs erst im letzten Moment gar den Abstieg in die 2. Liga verhinderten. Was die Vereinsbosse hier wie dort nicht hindert, jetzt wieder große Töne zu spucken.
Die namhafteste Verstärkung von Chelsea geschah auf der Trainerbank, wo jetzt Leverkusens Meistercoach Xabi Alonso Platz nimmt und beweisen will, dass sein Scheitern bei Real Madrid nicht an seiner Person lag (eher an völlig undisziplinierten Spielern, Vini jr.). Mit Morgan Rodgers kam ein hochveranlagter Mittelfeldspieler von Aston Villa, verlassen hat den Club der bei der WM so überzeugende spanische Weltmeister Marc Cucurella – ein herber Verlust!
Als alter Spurs-Fan (mein Lieblingsclub in der PL) hoffe ich natürlich auf eine weitaus bessere Saison als 25/26. Nicht nur sind die zahllosen Verletzten fast alle wieder fit, erheblich verstärkt wurde das (defensive) Mittelfeld mit Sandro Tonali und Mateus Fernandes. Top-Akteure wie Xavi Simons, James Maddison und Richarlison geben durdchaus zu Hoffnungen Anlass, dass die Champions-League-Plätze zumindest wieder in Reichweite kommen.
Deutsche Trainer-Invasion
Gleich 4 deutsche Coaches (und damit einer mehr als aus England selbst) werden zumindest zu Saisonbeginn das Sagen auf der Bank haben: wie gehabt Fabian Hürzeler (Brighton) und Daniel Farke (Leeds), neu dabei sind Matthias Jaissle (Newcastle) und Rückkehrer Marco Rose (Bornemouth). Vorreiter Jürgen Klopp, der den FC Liverpool zum Titel führte, hat also nach seinem Weggang 2024 durchaus noch Spuren hinterlassen im englischen Oberhaus. Wobei es mehr als vermessen wäre, vom jetzigen Quartett mehr zu erwarten als ein mehr oder weniger früh gesicherter Klassenerhalt. So hat zum Beispiel Newastle United seine Ambitionen gehörig zurückgefahren, wie der Ausverkauf der besten Mittelfeld-Spieler Tonali, Guimaraes und Gordon (für insgesamt fast 300 Millionen Euro) zeigt.
Bornemouth (Platz 7/Europa League) und Brighton (Rang 8/Conference League) haben eine außergewöhnlich gute Spielzeit hinter sich. Diese lässt sich nur schwerlich wiederholen, zumal die Clubs jetzt international gefordert sind (Brighton muss allerdings noch die Qualifikation für die Conference League schaffen/0:0 im Hinspiel in Tromsö).
Für Leeds United und Farke zählt erneut nur der Klassenerhalt, in dieser Preisklasse dürfte dann auch Coventry City anzusiedeln sein.
von Münchner Löwe | Aug. 27, 2025 | Fußball, Gymnastik
Varfolomeev räumt erneut 5 Titel ab
Schande über mich, dass ich erst jetzt Deutschlands Sportllerin des Jahres würdige für ihr grandioses Wochenende, an dem sie gleich fünfmal WM-Gold erturnte. Wie vor 2 Jahren, als sie ebenfalls das Quintuple schaffte. In Rio triumphierte die Olympiasiegerin von Paris (dort gab es nur die Entscheidung im Mehrkampf) im Einzelmehrkampf, mit dem Team und an den Geräten Ball, Band und Keule. Den totalen Triumph verpasste sie, weil sie bei ihrer Reifenkür und bei einer dieser für Normalmenschen unwirklichen Pirouetten tatsächlich das Gleichgewicht verlor, sich abstützen musste und aufgrund der Punkteabzüge gar ohne Medaille blieb. Es war die erste Einzel-Entscheidung des Sonntags, und es spricht für die immer noch erst 18-Jährige, dass sie nicht die Nerven verlor, sondern die drei anderen Kür-Übungen in gewohnter Bravour absolvierte.
Dabei war 2025 ein durchaus kompliziertes, anstrengendes Jahr. Neben dem wöchentlichen Trainingspensum von 36 Stunden holte sie den Realschulabschluss nach (wg Olympia 2024 hatte sie ein Jahr pausiert) und bestand obendrein auch noch die Führerschein-Prüfung, offenbar keine Selbstverständlichkeit angesichts der Durchfallquaoten. Wenn sie also 2024 zur Sportlerin des Jahres gewählt wurde, was oder wer spricht gegen eine erneute Auszeichnung. Vielleicht Weitspringerin Malaika Mihambo sollte sie im September in Tokio WM-Gold holen – möglichst mit Weltrekord.
Nächstes Jahr gibt es für Varfolomeev und das deutsche Team eine Heim-WM, genauer in Karlsruhe Frankfurt/Main (danke Hotte). In Varfolomeevs Schatten ist eine schlagkräftige Truppe zusammengewachsen, die Teamgold eroberte. Zudem sicherte sich Varmolomeevs Schmidener Vereinskollegin Anastasia Simakova Bronze mit dem Reifen.Dann wird die mediale Begleitung ungleich höher sein als jetzt, als im linearen Live-Fernsehen gar nichts zu sehen war und die Streams sich auch im eher schlecht auffindenden Netz der Netze versendeten.
Siegtorschütze mit gerade 16 Jahren
In einem tollen und hin und her wogenden Schlagabtausch gewann Meister FC Liverpool bei Newcastle United mit 3:2. Den entscheidenden Treffer erzielte der gerade 16-jährige Rio Ngomoha in der 10. Minut der Nachspielzeit mit einem überlegten Schlenzer ins Eck. Er avancierte damit zum jüngsten Ligatorschützen des ruhmreichen Liverpool FC. Unauffällig blieb dagegen der Ex-Leverkusener Rekord-Einkauf Florian Wirtz bei den Reds, während Hugo Ekitiké schon seinen zweiten Treffer für die Reds schoss.
Die Partie hatte besondere Brisanz, weil Liverpool und Newcastle um United-Spieler Alexander Isak streiten. Der Schwede hat zwar noch einen Vertrag bei den Magpies, will aber unbedingt zu Pool wechseln und „streikt“, damit es doch noch zu einem Wechsel kommt. Bisher allerdings hat Newcastle alle Angebote (angeblich bis zu 140 Millionen Euro) abgeleht. Die Transferfrist endet am Sonntag, wir werden sehen.
von Münchner Löwe | Aug. 16, 2025 | Fußball, Snooker, Tagesrückschau, Tennis
Magischer Ronnie O’Sullivan
Quervergleiche in Sportarten sind immer schwierig, aber meiner Meinung nach zeigt Snooker-Rekordweltmeister Ronnie O’Sullivan die außergewöhnlichsten Leistungen überhaupt, wenn er einen guten oder gar fantastischen Tag hat. Weil Snooker eben auch ein Sport ist, wo der Gegner anders als beim Tennis oder Tischtennis nicht eingreifen/stören kann, sondern nur hilflos auf seinem Stuhl zuschaut, wie der Kontrahent eine Kugel nach der anderen versenkt.
Und manchmal hat der Engländer einen Tag oder einen Moment, an dem er nicht von dieser Welt ist. Wie einst, als er in nur 5:20 Minuten ein Maximum Break schaffte: den Heiligen Gral aller Snookerspieler, nämlich in einer Aufnahme alle roten samt einer schwarzen Kugel zu lochen. https://www.youtube.com/watch?v=e_Oa92CTkmM
Jetzt, am Freitag gelang ihm wieder ein außergewöhnliches Kunststück. Zum erst zweiten Mal in der Snooker-Geschichte überhaupt schaffte er in einem regulären Turnier gleich 2 Maximum Breaks. Leider, muss ich sagen, geschah dies in Saudi-Arabien und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ich stelle mir gerade die unglaubliche Begeisterung etwa bei der WM im Crucible Theatre zu Sheffield vor. Und doch: Wieder mal eine Leistung für die Ewigkeit für den Exzentriker zwischen Genie und Wahnsinn (der Wahnsinn verhindert bei ihm, dass er nicht noch weit mehr WM- und andere Titel gewonnen hat als ohnehin.
Zverev äußerst souverän
An derlei Kunststücke kam der Hamburger Tennisprofi in Cincinnati zwar nicht ganz heran, aber die Leistung beim Masters im Viertelfinale gegen Ben Shelton war trotzdem außergewöhnlich. Hochkonzentriert fertigte er den Amerikaner mit 6:2 und 6:2 ab, obwohl dieser mit dem Rückenwind des Triumphes in Toronto eine Woche zuvor nach Ohio kam. Alexander Zverevs Aufschlag kam fast wie gewünscht (und ist dann praktisch nicht zu retournieren), und er nutzte die Chancen gnadenlos. Gerade gegen Sheltons 2. Aufschlag punktete er fast wie er wollte (79 % Erfolgsquote sind im Männertennis ein absurder Wert).
In dieser Form sehe ich ihn auch heute Nacht gegen Carlos Alcáraz nicht chancenlos (Jannik Sinner im anderen Halbfinale gegen den Sensations-Qualifikanten Terence Atmane aus Frankreich ist da noch mal ein anderer Schnack).
Bei den Frauen mussten die beiden Topgesetzten die Segel streichen: Die sehr fehlerhafte Aryna Sambalenka hatte gegen Lena Rybakina keine Chance, Lokalmatadorin Coco Gauff unterlag Yasmine Paolini in 3 Sätzen. Die Italienerin hat endlich ihre Leichtigkeit wiedergewonnen nach den nicht so geglückten Grand-Slam-Turnieren in Paris und Wimbledon, wo sie dem Druck des Punkte-Verteidigens (jeweils das Finale 2024) nicht gewachsen schien.
Im Halbfinale trifft Rybakina auf Wimbledonsiegerin Iga Swiatek, Paolini bekommt es mit der Russin Veronika Kudemertowa zu tun.
Liverpool zeigt, wie man würdevoll gedenkt
Noch immer hat der FC Liverpool den Tod seines Stürmers Diogo Jota und dessen Bruder Andre Silva nicht verwunden, und er wird wohl die gesamte Saison nachwirken. In einer eindrucksvollen Zeremonie gedachten Verein und Fans im Stadion an der Anfield Road den beiden Portugiesen. Bilder sagen mehr als Worte, deshalb: https://www.youtube.com/watch?v=HVmbMWUhEaw
Nur eine Anmerkung: (Fast) Komplette Stille von mehr als 60.000 Menschen bei einer Schweigeminute i- unfassbar großartig. Noch Fragen, warum Florian Wirtz unbedingt zu den Reds wechseln wollte?
von Münchner Löwe | März 11, 2024 | bundesliga, Fußball
Die Erwartungen an das Premier-League-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Manchester City waren schon enorm. Meisterschaftsduell und noch dazu vielleicht die letzte Begegnung der die Fußballwelt im vergangenen Jahrzehnt extrem prägenden Trainern Jürgen Klopp und Pep Guardiola.
Und was passierte? Ein fanrtastisches Fußballerlebnis mit allem, was dazugehört. Gänsehautstimmung, elektrisierende Spannung von der ersten bis zur letzten Minute. Grandiose Einzelleistungen, Aussetzer, wunderbare Verteidigungen. Bestes Anschauungsmaterial, um irgendjemanden zu erklären, warum ihr dem Fußball frönt. Und dann als Thrill, wie es sich zuz einem guten Drehbuch halt gehört, am Ende eine mehr als strittige Entscheidung. Elfer oder nicht für Pool. Der Schiri sagte nein nach Konsultation des VAR. Für mich war der Tritt des City-Verteidigers strafstoßwürdig, aber der Schiri wollte diese rassige Partie halt aktiv nicht entscheiden: Und noch eine Pointe.Ansonsten zeigte Mr. Oliver eine vorzügliche Leistung Wenn Pool und City sich streiten, freut sich der Dritte, nämlich der FC Arsenal, der jetzt die Tabellenführung innehat knapp vor Liverpool und ManCity.Es geht weiter mit viel Spannung: in drei Wochen trifft City auf Arsenal.
Natürlich gab es auch Helden: tragische wie Liverpools Stürmer Luis Diaz, der ein unglaubliches Pensum absolvierte, aber im Abschluss eher unglücklich agierte. Oder City-Torwart Ederson, der nicht nur den Elfmeter zum Ausgleich nicht nur durch eine überflüssige Aktion verursachte, sondern sich dabei auch noch verletzte und ausgewechselt werden musste. Sein Vertreter Stefan Ortega, aus der Bundesliga wohlbekannt, machte seine Sache hervorragend. Er und noch mehr der fantastische Verteidiger Kyle Walker, an dem ja die Bayern vor der Saison so baggerten, retteten letztlich das Remis. Die packenden Duelle Diaz vs Walker waren allein das Zuschauen wert.
Letztlich kann Jürgen Klopp trotz des Ärgers über den verweigerten Elfmeter („Was hat der denn im Kaffeee gehabt?“)mit dem Punkt zufrieden sein. Unglaublich, welche Spieler er bei der Verletztenflut der Reds (u. a. fehlten Alisson, Trent Alexander Arnold, Diogo Jota, Konaté und Thiago) aus der eigenen Jugend ausgegraben hat. Ein Quansah, ein Eliot, ein Bradley spielten fast fehlerfrei, dabei mutig und abgeklärt. Guardiola dagegen zeigte durch eine grandiose Variante, dass man Eckbälle sehr wohl trainieren kann. Nicht nur die flache Hereingabe von Kevin de Bruyneauf John Stones überraschte die Pool-Abwehr, entscheidend war das perfekte Freiblocken von Ake, der die Verteidger neutralisierte.
Was bleibt, sind durchweg positive Erinnerungen an ein fantastisches Fußballspiel. Und auch ein bisschen Wehmut, dass Klopp erst mal dem Fußball Lebewohl sagt. Apropos: Ich hätte absolut nichts dagegen, wenn er auch aus den zig Werbespots verschwinden würde; was zuviel ist ist zuviel.
Die Fans mit ihrem infernalischem Lärm, aber Gott sei Dank aktionsabhängig und nicht nur monotones Singen, hatten erheblichen Anteil daran, dass dieses Spiel zum Spektakel wurde. Und Anfield zeigte, dass „Youll never walk alone“ hier zu Hause ist und nur hier und vielleicht noch im Glasgower Celtic Park. Immer wieder tatsächlich Gänsehaut, sogar an einem PC.
Gut eine Stunde danach der deutsche Kontrapunkt. Bayer Leverkusen gegen VW, äh, VfL Wolfsburg. Nur eine Mannschaft, angreifen will. Aber wenig inspiriert trotz aller Klasse schienen die Leverkusener mir. Dienst nach Alonso-Vorschrift. Schön, dieses Ballkreiseln, aber wenig Zug zum Tor. Eines fiel dann doch nach einer wunderbaren Kombination. In der 2. Halbzeit dasselbe Bild, vielleicht mit noch weniger Tordrang. Und der VfL? Eine makaber schlechte Leistung. Okay, gut verteidigt, aber was Eigenes, gar was Produktives? Bestenfalls Ansätzchen, aber nie zwingend. Der DAZN-Reporter brachte es auf den Punkt: Der VfL spielt, als würde er noch auf ein Rückspiel hoffen. Man akzeptierte also die knappe Niederlage, und erst der fulminante Direktschuss von Florian Wirtz brachte wenigstens noch ein bisschen Leben in die eingeschlafene Partie.
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