Wölfe im Thunder-Sturm chancenlos

Blick über den Teich, NBA und NHL

 

Je ein Finalist in den beiden Ligen steht schon fest. Während die Thunder mit den Minnesota Timberwolves kurzen Prozess machten, benötigten die Florida Panthers bei den Carolina Hurricanes viel Stehvermögen.

 

OKLAHOMA CITY THUNDER – Minnesota Timberwolves (Endstand: 4:1)

 

Keine Spannung, nirgends. Bereits nach einem Viertel war eine Vorentscheidung für OKC (26:9) gefallen, und zur Pause waren alle Messen gesungen (75:32). In der praktisch bedeutungslosen 2. Hälfte gelang es den Timberwolves wenigstens, das Ergegnis in halbwegs erträglichen Grenzen zu halten.
Offensiv ein Offenbarungseid war die Leistung der Gäste im ersten Abschnitt. Gespenstische Zahlen: 9 Punkte, 3/20 Würfe, davon 1/9 Dreier und nur ein einziger Assist. Nur die Abwehr hielt einigermaßen dagegen, die brach dann im 2. Viertel auseinander. Das bis dato so gute Mannschaftsspiel existierte quasi nicht, und die Einzelaktionen führten selten zum Erfolg, dafür zu insgesamt 14 Ballverlusten allein in den ersten 24 Minuten.
Das lag natürlich auch an der vortrefflichen Defensive der Thunder, die offenbar ihre Lehren aus dem äußerst knapp gewonnenen vierten Spiel gezogen und auch umgesetzt haben. Und vorne hatten sie halt den Ausnahmekönner Shai Gilgeous-Alwxander. Da konnten es die Fans verkraften, dass auch bei OKC die Dreier keine Offenbarung waren (5/17).
Wie gesagt: Zur Pause war alles entschieden, große Erkenntnisse aus dem 2. Durchgang habe ich deshalb nicht gewonnen. Immerhin zeigten die Wolves Moral und „gewannen“ sogar mit 62:59.

 

Best3er Mann der Sieger

Shai Gilgeous-Alwxander: Am Ende waren es 34 Punkte, 8 Assists und gleich 4 Steals, die der Kanadier auflegte, obwohl er im Schlussabschnitt nur noch 3 Minuten auf dem Parkett stand.

 

Stark beim Verlierer

Niemand, zumindest nicht in der ersten Hälfte: Im 2. Durchgang deutete Julian Randle an, zu welchen Taten er eigentlich fährig ist (16 Punkte).

 

Zahlereien

0 Punkte hatte Nickell Alexander-Walker auf dem Konto bei immerhin acht Wurfversuchen.
Überhaupt enttäuschten die in Spiel 4 so starken Rollenspieler der Wolves: Jalen McDaniels 5, Donte DiVicenco 6. Ein Lichtblickk war noch Rookie Terrence Shannon mit 11 Zählern.

 

Ausblick der Sieger

OKC als bestes Team der Vorrunde steht standesgemäß im Finale. Egal, ob gegen die Knicks oder Pacers – sie sind dort der klare Favorit und haben auch noch das Heimrecht. Gleichemaßen stark in Abwehr und Angriff, mit vielen Möglichkeiten hier wie dort.

 

Und die Verlierer?

Das Erreichen des Conference Finals ist ein Erfolg de insgesamt jungen Truppe. Allerdings hat Anthony Edwards nicht den entscheidenden Schritt nach vorn gemacht im Vergleich zur vergangenen Saison. Insgesamt hat das Team Potenzial und bedarf höchstens punktueller Vestärkungen. So stellt sich die Frage, ob man mit einem doch limitierten Rudy Gobert (bei all seine Defensivstärke) wirklich titelreif ist. Auf jeden Fall arbeiten muss Cheftrainer Chris Finch an den bedenkenswerten Ballverlusten (ein Zeichen mangelnder Konzentration?), die sich die gesamten Play-offs durchgezogen haben.

 

Ansetzung

Fr., 02:00: Indiana Pacers – New York Knicks (3:1)

 

Carolina Hurricanes – FLORIDA PANTHERS 3:5 (1:4)

 

Es begann so gut für die Hurricanes und endete in großer Enttäuschung. Sebastian Aho brachte die Gastgeber mit zwei Treffern in Führung, doch der Titelverteidiger ließ sich nicht beirren. 3 Tore im 2. Durchgang drehten die Partie. Carollina glich zwar noch einmal aus, doch Seth Jarvis nach brillanter Vorarbeit von Alexander Barkov

https://www.nhl.com/gamecenter/car-vs-fla/2025/05/28/2024030315

stellt die Weichen auf Sieg für die Panther, den Sam Bennet mit Schuss ins leere Tor besiegelte.

 

Meine 🇫🇮

Sebastian Aho erzielte 2 Treffer, stand insgesamt fast 24 Minuten auf dem Eis, enorm viel für einen Stürmer. Alexander Barkov gab für die Panthers die Assists zu den letzten beiden Treffern. Anton Lundell erzielte das Tor zum 3:2 für Florida. Nur 3:37 Minuten Einsatzzeit hatte Eero Luostarinen, er musste nach einem Crosscheck noch im 1. Drittel in die Kabine. und kam nicht wieder.

 

Ausblick der Sieger

Zum dritten Mal in Folge stehen die Panthers im Finale, das hatten zuletzt die Nachbarn Tampa Bay Lightning geschafft (2020 bis 2022) und insgesamt erst 9 Teams. Jetzt geht es gegen die Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl (eine Wiederhlung des Finals 2024) oder gegen die Dallas Stars. In beiden Fällen müssten sie zunächst auswärts antreten, das würde auch für ein Spiel 7 gelten.

 

Und die Verlierer

Zum 7. Mal in Folge erreichten die Hurricanes die Play-offs. Nie schieden sie in der 1. Runde aus, nie erreichten sie das Stanley-Cup-Finale. Irgend etwas fehlt immer. Während die Stürmer (Aho, Jarvis, Stankoven) noch einige gute Spielzeiten vor sich haben, sind die wichtigsten Verteidger langsam in die Jahre gekommen.

 

Ansetzung

Fr., 02:00: Dallas Stars – Edmonton Oilers
Die Oilers müssen auf verletzungsbedingt auf den bisher so starken Zack Hyman (wahrscheinlich Saisonende) und auch Conor Brown (zumindest Spiel 5) verzichten

Dreier – wer braucht die denn?

Blick über den Teich, NBA

 

Die Rockets bleiben nach dem Heimsieg gegen die Warriors im Titelrennen, die Lakers haben sich dagegen verabschiedet nach einer insgesamt enttäuschenden Serie gegen die Timberwolves

 

(2) Houston Rockets – (7) Golden State Warriors 131:116 (2:3)

 

Schon im ersten Vietel überrannten die Rockets die zeitweise desaströsen Warriors (5 Ballverluste) und legten 40 Punkte auf, in Play-offs ein irrsinniger Wert. Dies begünstigte natürlich die überdurchschnittliche Trefferquote von 64,7 Prozent der erfolgreichen Würfe. Bei en Warriors lief es erst etwas besser, als Steve Kerr der zweiten Garde eine Chance gab.
Ähnliches Bild im 2. Viertel: Die Rockets trafen nach Belieben, die Warriors suchten nach ihrer Form. So betrug der Vorsprung zur Pause satte 25 Zähler, und den sollten die Rockets im 2. Durchgang sicher verwalten. Den Warriors bleibt die Genugtuung, dass sie das letzte Viertel mit satten 12 Punkten Vorsprung für sich entschieden.

 

Bester Mann

 

Aus dem starken Kollektiv der Rockets (alle Startspieler punkteten zweistellig) ragte Fred van Vleet heraus. 26 Punkte standen für ihn zu Buche, erneut war er von der Dreierlinie stark (4/6).

 

Stark in der Niederlage

Am ehesten noch Moses Moody mit seinen 25 Punkten von der Bank kommend. Es stellt sich halt die Frage, ob er auch in engen Partien so zum Zug kommt.

 

Ausblick

Die Warriors brauchen eine erhebliche Steigerung ihrer Starspieler Stephen Curry und Jimmy Butler, die beide einen eher furchtbaren Tag hatten. Gerade bei Curry ist das sehr wahrscheinlich.

 

(3) Los Angeles Lakers – (6) MINNESOTA TIMERWOLVES 96:103 (Endstand: 1:4)

 

Der erste Upset der diesjährigen Play-offs, also ein Weiterkommen des schechter gesetzten Teams. Dass die Timberwolves in der LA-Halle gewannen, ist eigentlich in diesen Basketball-Zeiten absurd. Denn ihre Dreierquote war eine absolute Katastrophe. Gleich 47-mal versuchten sie es aus der Ferne, ganze 7-mal waren die Spieler dabei erfolgreich. 14,7 Prozent Quote – da wäre mancher Oberligist ins Grübeln kommen. Beispielhaft Anthony Edwards. Der wagte (anders kann ich das gar nicht mehr nennen) es 11-mal, und traf nicht einmal in den Korb.
Und doch siegten sie am Ende fast komfortabel, weil die Lakers ihr hausgemachtes Problem absolut nicht in den Griff bekamen. Und dieses Problem heißt nach dem Trade von Anthony Davis: Länge unter dem Korb, vor allem auch unter dem eigenen Korb. 54:37 lautete am Ende das Rebound-Verhältnis, und der lange Rudy Gobert auf Wolves-Seite bedankte sich für die Lufthohein mit einem Dunk nach dem anderen. Lakers-Coach JJ Reddick wird sich schon fragen lassen müssen, warum er seinen Center Jaxson Hayes nicht eine Minute lang spielen ließ. Der hätte vielleicht wenigstens foulen können und den eher freiwurfschwachen Franzosen an die Linie schicken können …
Und so retteten sich die Wolves trotz des venagelten Korbs zum Sieg, obwohl die Lakers im 3. Viertel, ohnehin ihre Spezialität, kurz sogar in Führung gingen.

 

Bester Mann

Rudy Gobert: Der Franzose muss sich ja viel Kritik anhören. Nicht mehr zeitgemäß sei sein Spiel, nur auf tumbes Zerstören unterm eigenen Korb ausgelegt. Nun denn: Der „rückständige“ Gobert legte 27 Punkte auf (viele praktisch ungestört unterm Korb) und schnappte sich 24 Rebounds, davon 9 am offensiven Brett. Beides Top-Werte des Teams, wo sich im 4. Viertel noch Julius Randle mjit schwierigen Treffern letztlic h zum Matchwinner aufschwang.

 

Stark in der Niederlage

Rui Hachimura: Der Japaner zeigte eine exzellente Vorstellung, zum einen in der Verteidigung (gemeinsam mit Austin Reaves gegen Edwards), aber vor allem auch in der Offensive, wo er 23 Punkte sammelte, dabei 5 von 8 Dreier verwandelte.

 

🇩🇪👓

Maxi Kleber durfte zum ersten Mal für die Lakers ran. In 5 Minuten verwandelte er 2 Freiwürfe, scheiterte aber mit einem wichtigen Dreier.

 

Ausblick des Siegers

Die Timberwolves warten auf den Sieger der Serie Rockets/Warriors. Gegen beide Teams sehe ich beste Chancen, zumal sich ein derartiges Dreier-Desasgter nicht wiederhoen dürfte. Kommen die Warriors weiter, hätten sie zudem sogar Heimvorteil

 

Und die Verlierer?

Es wird nicht ohne Umbruch gehen, zumal LeBron James nicht älter wird. Unglaublich genug, welch großartige Leistungen er immer noch zeigt, aber auch er kann das Alern nicht besiegen. Klar ist, dass sich die Lakers auf dem Markt nach einem sehr guten Big Man umsehen werden (müssen!). Luka Doncic wird der Spieler sein, um den das Team aufgebaut wird. Die Lakers sind immer noch eine sehr feine Adresse, und der Pazifik nicht das Schlechteste zum Wohnen.