Wawrinka und Monfils -Abschied von 2 ganz Großen

Die ersten zwei Runden im Einzel bei den US Open sind absolviert. Während bei den Frauen alles nach Plan läuft und die Top-Gesetzten nahezu geschlossen in die 3. Runde marschierten, hat sich dass Feld bei den Männern schon merklich reduziert

 

Frenetischer Beifall für Wawrinka und Monfils

 

Sehr viel Wehmut ist jetzt schon dabei dabei, wenn ich diese Zeilen schreibe. Denn Stanislav Wawrinka und Gael Monfils waren nicht nur höchst erfolgreiche Profis (Wawrinka mehr, Monfils etwas weniger). Vor allem  begeisterten sie die Fans auf der ganzen Welt mit fantastischem und unglaublich ästhetischem Tennis. Beide mit einer herrlichen einhändigen Rückhand gesegnet, aber ich trete Monfils sicher nicht zu nahe, wenn (nicht nur) ich konstatiere: Eine schönere einhändige Rückhand als die von Stan the Man hat es bei den Männern noch nie gegeben, allenfalls die von Justine Henin (nona).

Jetzt hatten der Schweizer und der Franzose ihr letztes Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier. Die Niederlagen gegen Matteo Berrettini und Learner Tien gerieten aber fast zur Nebensache: Wichtig war, dass sie noch einmal ihr Können zeigen durften, dass sie Abschied nehmen durften von der ganz großen (Grand-Slam-)Bühne. Über die Video-Wand liefen noch mal die besten Szenen, von ihren Erfolgen. Von denen Wawrinka mehr hatte, schaffte doch das Kunststück, dass er trotz der Großen 3 Federer, Nadal und Djokovic gleich dreimal bei Grand Slams triumphierte, unter anderem in New Y>ork 2016. Ein solcher Erfolg blieb Monfils verwehrt, auch wegen zahlreicher Verletzungen, die eine noch größere Karriere verhinderten. Dennoch war er aufgrund seiner spektakulären Spielweise überall Publikumsliebling. Auch die New Yorker drückten ihm gestern Nacht die Daumen, obwohl er gegen ihren Landsmann Tien antrat. Der wiederum wäre der Letzte, der ihnen das übel genommen hätte.

Die beiden werden das Jahr bei kleineren Turnieren ausklingen lassen, der Schweizer Wawrinka etwa zu Hause in Basel. Monfils wiederum hat in New York noch gar nicht fertig, denn seine ukrainische Ehefrau Lena Svitolina ist noch chancenreich im Rennen. Da wird er schon heute Nacht auf der Tribüne die Daumen drücken.

 

Aderlass bei den Top-Männern

 

Das Feld der Weltranglisten-Spitze hat sich schon spürbar gelichtet. So mussten von den Top 8 Felix Auger-Alliasime (3), Novak Djokovic (4) und Alex De Minaur (6) die Segel streichen; ebenso Lorenzo Musetti (13), Arthur Fils (10/gegen Stefan Tsitsipas) und der US-Boy Brandon Nakashima (16), der zuvor bei den Masters-Turnieren in Montreal und Cincinnati so aufgetrumpft hatte. Jetzt fand er in seinem Landsmann Alex Mikkelsen seinen Meister.
Wieder mal ein (Gesundheits)Drama legte Djokovic hin. In seiner Erstrundenpartie gegen den soliden Argentinier Navone kämpfte er mehr mit seiner Fitness denn mit dem Kontrahenten. Übergeben musste er sich auf dem Platz, am Ende hatte der Serbe überhaupt keine Kraft mehr. Es war das erste Erstrundenaus bei einem Grand Slam seit 2006 (!), damals in Melbourne. In New York ist ihm ein derartiges Missgeschick überhaupt noch nicht passiert.
Die körperliche Qualen, die ihn laut eigener Aussage regelmäßig bei anstrengenden Partien befallen: sind sie vielleicht deutliches Zeichen, dass der 24-malige Grand-Slam-Sieger es endlich sein lassen sollte? Der Djoker verneinte das, sein Fernziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Dem objektiven Betrachter fehlt angesichts der Bilder vom Center Court in New York die Fantasie, wie er bis dahin durchhalten will. Andrerseits: Es ist Djokovic, und der ist dann am Besten wenn alle gegen ihn sind …

 

Fragezeichen hinter Zverev und Alcáraz

 

Die beiden Top-Gesetzten sind noch im Turnier, aber die Auftritte waren alles andere als souverän. Zverev mutiert zum wahrscheinlich härtesten (und bestbezahlten) Nachtarbeiter in New York. In zwei aufreibenden Night Sessions auf dem Arthur Ashe brauchte er jeweils 5 Sätze, ehe er die keineswegs hochbegabten Lorenzo Sonego und Quentin Halys (nix für ungut) aus dem Turnier nahm. Es war zweimal weit nach Mitternacht, als Zverev ddie Matchbälle verwandelte.
Carlos Alcáraz hatte zwar gegen Safiullin und Faria weit weniger Mühe, und doch bin ich hier fast noch skeptischer. Der Spanier ist sichtlich noch nicht fit; wie auch nach mehr als 4 Monaten Pause wegen der Handverletzung? Sein Spiel ist teilweise immer noch brillant, aber er schlägt bei Weitem schwächer auf als jeder in der Männer-Konkurrenz (wahrscheinlich gibts auch ein paar Frauen, die zurzeit über ein härteres Service verfügen). Die Frage, die nur Alcáraz beantworten kann (und nicht wird). Kann er es nicht besser oder hält er den Aufschlag bewusst zurück und hofft, dass die anderen Fähigkeiten genügen? Eines sollte sich jeder Zweifler (also auch ich selbst) vergegenwärtigen: Der Spanier ist seit jetzt 16 Grand-Slam-Partien ohne Niederlage und in New York Titelverteidiger. Nough said …

 

Die Amis kommen

 

Vorn allen Spielern, die ich näher verfolgt habe (recht viele, aber bei Weitem nicht alle …), machte Taylor Fritz mit zwei äußerst souveränen Siegen den besten Eindruck. Auch seine Landsmänner Ben Shelton (nach Anfangsschwierigkeiten) und Francis Tiafoe scheinen die Atmosphäre zu genießen, wo die Fans so hoffen, dass sie mal wieder einen heimischen Turniererfolg bei den Männern sehen dürfen. Mein Tipp vor der Männer-Konkurrenz lautete: Taylor Fritz. Daran hat sich erst mal nichts geändert.

 

Favoritinnen souverän

 

15 der 16 Top-gesetzten Spielerinnen haben die 3. Runde erreicht. Allein Belinda Benic musste sich der Außenseiterin Julia Putintzewa geschlagen geben, die schon länger den zweifelhaften Ruf als einer der unangenehmsten Kontrahentinnen im Feld genießt. Ansonsten. Mehr oder weniger klare Siege der Sabalenkas, Rybakinas und Gauffs. Die alle noch ohne Satzverlust sind, auch wenn Coco Gauff gestern Nacht gegen Paula Badosa im 2. Durchgang einige Mühe hatte und erst im Tiebreak von einer unerklärlichen und plötzlich auftretenden Aufschlagsschwäche der Kontrahentin profitierte.

 

Taggers Talentprobe

 

Drei Sätze brauchte die letztjährige Finalistin Amanda Anisimova – und zwar gegen eine erst 18-jährige Spielerin, die in den nächsten Jahren viel Aufsehen erregen dürfte: Lilli Tagger gab jedenfalls mehr als eine Kostprobe von ihrem Können ab, die unseren österreichischen Nachbarn viel Hoffnung gibt. Letztlich  war Anisimova ungefährdet, aber es braucht nicht viel Fantasie, um das gewaltige Potenzial der 1,85 Meter großen und dementsprechend aufschlagstarken Tagger zu erkennen. Die als eine der ganz wenigen im Spitzentennis noch eine einhändige Rückhand wagt (nicht vganz wo schön wie die von Stan …). Die große Frage: Wird das künftig ihre Waffe oder Angriffsfläche sein?

Aber das ist Zukunftsmusik: Die Gegenwart in New York verspricht ausgeglichenes Spitzentennis. Die Auftritte der Top-Profis lassen in den nächsten Tagen aufregende und offene Partien gegeneinander erwarten. Leider ohne deutsche Beteiligung: Als Letzte verabschiedeten sich gestern Eva Lys (eher chancenlos gegen Mirra Andreewa) und Tatjana Maria (eher unnötig gegen Bartunkova) aus dem Wettbewerb.

DAs war die Woche, die war

Die letzte Tour-Woche und 2 bemerkenswerte Tennis-Turniere

 

Pogacar ungefährdet

 

Wie erwartet, hat Tadej Pogacar ungefährdet die Tour de France gewonnen. Der Slowene zeigte noch einmal sein ganzes Können, als er am Freitag wie von ihm erwünscht die Etappe nach Alpe d’Huez für sich entschied. Und zwar in einer Art und Weise, die einen nur sprachlos zurückließ.

Mit etwa drei Minuten war die Pogacar-Gruppe der Besten im Gesamt-Klassement hinter einem Führungstrio in den sagenumwobenen Anstieg mit den 21 Kehren gegangen, da machte sich Pogacar allein zur Verfolgungsjagd auf und davon. Sekunde um Sekunde knabberte er an Rückstand weg, immerhin gegen einen Weltklasse-Kletterer wie Richard Carapaz. Einen Kilometer vorm Zielstrich der Zusammenschluss, und als der Slowene wegspurtete hatten weder Carapaz noch sein Fluchtgefährte Martinez auch nur den Hauch einer Chance.

Die legendäre Etappe hoch nach Alpe d’Huez fehlte noch in der reichen Erfolgssammlung des Slowenen. Er brauchte für den Anstieg gut eine Minute weniger als der bisherige Rekordhalter Marco Pantani, dem dieses Kunststück in den Hochzeiten des Dopings geglückt war. Gerüchte und Mutmaßungen wollen angesichts der unfassbaren Überlegenheit nicht verstummen, aber bisher ist Pogacar aus allen Dopingkontrollen ohne positven Befund geblieben.

Tags darauf ging es (nach einer mörderischen Etappe mit drei Bergwertungen der höchsten Kategorie noch einmal nach Alped’Huez, diesmal von der anderen, nicht so schweren  Seite. Wieder sprang Carapaz vom Hauptfeld früh weg mit Fluchtgefährten Sepp Kuss. Der in einer rasenden Abfahrt für einen Schreckenmoment sorgte, als er die Kontrolle verlor und zu Sturz kam. Gott sei Dank genau an einer Stelle, wo ein Fangnetz aufgezogen war, sonst wäre er hunderte von Metern in die Tiefe gestürzt. Was einem immer wieder vor Augen führt, welche riesigen Gefahren die Tour-Teilnehmer auf sich nehmen. Da sind die Schlüsselbeinbrüche, die die Spitzenfahrer Monas Vingegaard und Florian Lipowitz erlitten hatten, Tagesgeschäft.

Durch den Sturz verlor der zu diesem Zeitpunkt knapp führende Kuss natürlich alle Chancen auf den Etappensieg. Den schnappte sich Carapaz. Höchstwahrscheinlich auch deshalb, weil Pogacar diesmal auf eine Verfolgungsjagd verzichtete. Diesmal begnügte er sich, seinen hochtalentierten Teamgefährten Isaac del Toro ins Ziel zu eskortieren, auf dass der Mexikaner das Weiße Trikot des besten nachwuchsfahrers absichern könnte. Dies gelang, auch weil dessen Konkurrent Paul Seixas weiter Zeit verlor.
Carapaz feierte aber nicht nur den zweiten Etappensieg in den Alpen, mindestens genauso wichtig war dem Mann aus Ecuador das Bergtrikot, das er dann bis Paris trug.

Eine ganz starke Leistung lieferte Remco Evenepoel ab. Der Belgier vom Red-Bull-Team war klar der zweitstärkste Mann im Feld. Endlich zeigte er seine überragenden Fähigkeiten auch im Hochgebirge (diese Fähigkeit hatte er bisher vermissen lassen). An Pogacar kam er zwar nicht heran, alle anderen Konkurrenten hatte der Belgier sicher im Griff.

 

Van der Poels unfassbarer Endspurt

 

Die letzte Etappe in Paris wollte Pogacar noch mal gewinnen. seit 2025 ist ja in die Tour honneur in der Hauptstadt der knackige Anstieg zum Montmartre eingebaut, einer der Glanzpunkte der Olympischen Spiele 2024. Die Gesamtwertung ist vorher neutralisiert, aber der Kampf um den Tagessieg erfährt dadurch noch mal ein unglaubliches Spektakel. So auch am Sonntag. Beim letzten Anstieg setzte sich Pogacar ab, und nur Matthew van der Poel konnte folgen. Etwa 15 Sekunden konnten sie herausfahren, sie wechselten sich perfekt in der Führungsarbeit ab, und lange schien es so, als würden sie tatsächlich durchkommen. Doch das rasende Feld, in dem die Helfer der Sprintspezialisten ein unfassbares Tempo anschlugen kamen dann doch Sekunde für Sekunde näher – ein echter Krimi. Etwa 600 Meter richtete sich Pogacar auf, er konnte nicht mehr. Wohl aber van der Poel, der das Tempo beibehielt. Und doch kam die Meute näher und näher. Irgendwie mobilisierte van der Poel  Kräfte aus seinem Körper, aber als er die Ziellinie übeqwuerrte, da jubelte ein anderer: kurze Verwirrung, dann war klar: Der Belgier Jesper Philippsen feierte nicht selbst, sondern seinen Teamkollegen van der Poel. Nur zur Sicherheit war der Belgier mitgespurtet, damit der Sieg auf jeden Fall im Team blieb. Was für ein faszinierender Schlussakkord dieser faszinierenden Tour.

 

Lilli Tagger zeigt bei den Großen auf

 

Die österreichische Tennisspielerin habe ich seit gut einem Jahr auf dem Zettel. Genauer gesagt, seit dem French-Open-Triumph bei den Juniorinnen 2025. Seitdem geht es stetig aufwärts mit der mittlerweile 18-Jährigen, die sich innerhalb eines Jahres von einem Platz jenseits der 500 in die Top 100 vorgespielt hatte. Jetzt der erste Turnier-Sieg bei den „Großen“, nämlich beim Turnier in Prag. Gewiss, nicht das ganz große Event, längst nicht so gut besetzt wie ein Grand-Slam- oder Masters-Turnier. Aber doch eines mit vielen Lokalmatadorinnen aus Tschechien, dem schier unerschöpflichen Talente-Reservoir.
Das Meisterstück machte Tagger schon am Samstag im Halbfinale, als sie in einer spektakulären Partie Barbora Krejikova bezwang. Ihres Zeichens Wimbledonsiegerin 2024 und auch in Paris hatte sie schon triumphiert. In einer Partie Spitz auf Knopf gewann sie im Tiebreak des 3. Satzes, und quasi zum Drüberstreuen siegte Lilli Tagger auch im Finale gegen Daria Snigur aus der Ukraine.

Offenbar ist Tagger jetzt der Sprung in die Elite gelungen (bei aller Vorsicht). Mit 1,85 Metern ist sie einer der Längsten im Feld, ihr Aufschlag dementsprechend eine echte Waffe, obwohl sie wahrlich nicht muskelbepackt ist. Der Paradeschlag ist die wunderschöne einhändige Rückhand (leider im Aussterben begriffen, erst recht bei den Frauen), mir der sie unerreichbare Bälle schlagen kann.
Taggers großes Glück: Mit der Italienerin Francesca Schiavone hat sie eine erfahrene Trainerin: eine ehemalige Topspielerin ebenfalls mit einer einhändigen Rückhand; die Tagger perfekt anleitet, und auch das Umfeld scheint geerdet. Es geht nicht um den schnellen Triumph, sondern an das langsame Heranführen ans Spitzentennis. Wo dann die Grenze ist, bleibt abzuwarten. Dass ihr gegenwärtiges Ranking von Platz 45 schon der Plafond ist, glauben allerdings nicht mal die schlimmsten Pessimisten, die Top Ten scheinen zumindest mittelfristig bei allen Unwägbarkeiten auf jeden Fall drin. Ich werde den Weg der Lilli Tagger weiter verfolgen.

 

Bei Korpatsch geht endlich der Knopf auf

 

Tamara Korpatsch gab als Riesentalent auch Anlass zu den größten Hoffnungen. Aber viele Verletzungen verhinderte die große Tennis-Karriere. Doch jetzt, mit 31Jahren, belohnte sich die Deutsche dafür, dass sie stets drangeblieben ist, dass sie trotz vieler Rückschläge nie aufgegeben hate. In Hamburg schaffte sie am Sonntag den Turniersieg, durch einen Finalsieg gegen die Ungarin Anna Bondar.

Geradezu märchenhaft war die Woche der Tamara Korpatsch verlaufen mit Siegen unter anderem gegen die weit höher eingestuften und auch eingeschätzten Kalinina und Sherif. Der Lohn: Etwa 30.000 Dollar Prämie und der Sprung auf Rang 46, einen Platz also hinter Tagger. Und somit die Gewissheit, zumindest für ein jahr bei allen wichtigen Turnieren im Hauptfeld zu stehen.

 

Und sonst?

 

  • Formel 1: Den ersten Erfolg als Weltmeister feierte Lando Norris. Im Budapest gewann er vor dem viermaligen Champions Max verstappen und Kimi Antonelli, der seine WM-Führung auf 50 Punkte (das entspricht zwei Rennsiegen) ausbaute. Jetzt folgt eine pause von einem Monat.
  • Leichtathletik: Glanzpunkte der Deutschen Meisterschaften waren die 400-Meter-Rennen. Ohne Hürden triumphierte Emil Ageykum in 47.65 Sekunden, mit denen er dem bisherigen Meisterschaftsrekord von Harald Schmid aus den 80er-jahren unterbot.
    Noch überraschender kam für mich die Top-Zeit von Jean Paul Bredau. Ohne Hürde brauchte er für die Srtadionrunde nur 44,72 Sekunden, so schnell war in Deutschland seit 20 Jahren niemand mehr gewesen, als Ingo Schult die Welteligte aufmischte.
    Ageykum und Brelau sind auch zwei echte Trümpfe für die Europameisterschaften in drei Wochen, und in der 400-Meter-Staffel dürften beide gesetzt sein.
  • Fechten: Die WM in Honkong brachte einen unerwarteten Erfolg für Deutschland. Säbel-Weltmeisterin wurde völlig überraschend Larissa Eifler. Es ist der erste Titel für Deutschland seit 2014 (Säbel-Männer in Kasan) und gar die erste Einzelmeisterschaft seit 2010, als Peter Joppich mit dem Florett erfolgreich war. Ein sehr heller Lichtblick in einer Sportart, die einst zu den Medaillengaranten auch bei Olympia zählte, zuletzt aber komplett jenseits der Öffentlichkeit lief.
  • Volleyball: Fast vergessen hätte ich einen absoluten Höhepunkt. In einem grandiosen Finale der Nation League im chinesischen Macau (großer Seufzer) setzten sich die Türkinnen in vier Sätzen gegen Brasilien durch. Was die Südamerikanerinnen an Abwehrarbeit verrichteten, war  outstanding und jenseits des Begreifens (meines jedenfalls), aber gegen die türkische Star-Angreiferin Melissa Vargas war am Ende doch kein Kraut gewachsen.
    Sehr und genießt!

    https://www.youtube.com/watch?v=upj4RRXEtvc

 

 

Das war die Woche, die war

Fußball und Tennis, heißt es hier. Baseball (Dodgers vs Blue Jays) in epischer Länge in gesondeten Texten. zuletzt

https://blickueberdenteich.de/ein-venezolaner-rettet-die-baseball-ehre-der-usa/

Münchner machen die Liga lächerlich

 

Bayern vs Bayer – das war in den vergangenen 2 Spielzeiten das Nonplusultra zwischen 2 Teams auf Augenhöhe. Vorbei, dass wussten alle schon vor dem Anpfiff, weil Münchens Trainer Vincent Kompany völlig freiwillig auf das 250-Millionen-Trio Kane-Olise-Diaz verzichtete. Der gestreckte Mittelfinger in Richtung Bundeslgia, wie langweilig das alles ist. Noch erschütternder war dann allerdings der Auftritt der Leverkusener, gegen die jeder Angsthase ein Hasardeur. Ergeben warteten die Werks-Kicker in de eigenen Hälfte auf die Schlachtung, heißt Gegentore, die dan auch fast zwangsläufig durch Gnabry (nach brillantem Zuspiel von Bischof), Jackson (mit dem SZ-gezählten 5. Ballkontakt) und ein Eigentor fielen. Nada, niente, nix: So trostlos ist wohl noch nie eine Rekordserie zu Ende gegeben, nämlich die von insgesamt 36 (!) Partien ohne Auswärts-Niederlage. Niederschmetternd dann auch de Auftritt von Fernando Carro tags darauf, der ein zunächst ausgeglichenes Spiel gesehen haben wollte tatsächlich auch noch (immerhin zutreffend) darauf hinwies, das RB Leipzig doch 0:6 in München vdeloren habe, man also besser sei als die Sachsen. Beschämend in jeder Hinsicht.
Der Gipfel der Demütigung dann in der sonst ereignislosen 2. Halbzeit: Auf einen Schlag brachte Kompany seine 250-Millionen-Spieler: Er brauchte sie nicht, aber er konnte es halt.
Gefühlt sind die Münchner damit schon Meister, obwohl es „nur“ 5 Punkte Vorsprung sind (plus das Fantastillliarden-Torverhältnis) auf, tatsächlich!, Leipzig, das leicht und locker mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart gewann. Insgesamt war es ein grauer (grausamer!) Bundesliga-Spieltag mit viel Mittelmaß, was für den November und Dezember Arges verheißt.

 

Sinner wieder die Nummer 1

 

Nach dem Turniersieg von Wien war der Italiener auch beim Masters in Paris (fast) ungefährdet. Mit dem Erfolg im Finale gegen den starken Kanadier Felix Auger-Alliasime verbuchte er den 5. Titel der Saison (trotz der dreimonatigen Doping-Zwangspause zwischen Februar und Mai) und Nummer 23 insgesamt. Damit eroberte er auch die Spitze der Weltrangliste zurück, weil der völlig indisponierte Carlos Alcáraz sein Auftaktmatch gegen Cameron Norrie verlor. Allerdings ist dieser Status bis zum Jahresende gefährdet, weil Alcáraz vor dem ATP Finale kaum Punkte zu verteidgen hat im Gegensatz zu Titelverteidiger Sinner.
Alexander Zverev hatte im Halbfinale beim 0:6, 1:6 nicht den Hauch einer Chance, war allerdings gehandicapt. Mut machen dürfte dem Hamburger sein Viertelfinal-Erfolg gegen „Angstgegner“ Daniil Medwedew nach Abwehr von 3 Matchbällen. Gegen den Russen hatte er zuvor fünfmal in Serie verloren.

Einen schönen Erfolg feierte die 17-jährige Lilli Tagger aus Österreich. Die erst 17-Jährige erreichte in Jiujiang erstmals ein Finale der WTA-Tour, das sie allerdings gegen die Russin Anna Blinkowa verlor. Immerhin verbuchte sie Siege gegen die höher eingeschätte Victoria Golubic (Schweiz) und die Deutsche Tamara Korpatsch. Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann die junge Frau (Respektgröße 1,85) mit der so wunderschönen einhändigen Rückhand zum echten Faktor in der Profitour wird. Ihre Trainerin Francesca Schiavone wird den richtigen Weg schon weisen.

 

Und sonst?

 

  • England: Souverän bleibt der FC Arsenal Tabellenführer  nach dem 2:0 beim FC Burnley: Kein einziger Schuss kam aufs Tor der Londoner. Apropos London: Das Stadtderby zwischen Tottenham und Chelsea entschied der Clubweltmeister (Chelsea) für sich und ist nun mit Repektabstand auf Arsenal (7 Zähler) punktgleich mit den Spurs.De FC Livepool beendete mit dem 2:0 vs Aston Villa die Rekord-Pleitenserie von 5 Partien in Folge.
    3. Liga: 1860 kann Tabellenführer: Vor 2 Wochen besiegten die Löwen den MSV Duisburg, jetzt folgte ein 3:0 gegen Energie Cottbus. Über das leider kaum eine sprach, weil ein Volltrottel in der 2. Halbzeit glaubte, den Gästespieler mit Affenlauten und rassistischen Brüllereinen zu bedenken. Trost für mich: Die Kurve reagierte, identifizierte den Täter, der abgeführt wurde und brüllte ihrerseits: „Nazis raus!“ Sportlich wäre es jetzt halt hübsch, wenn Sechzig auch gegen Nicht-Spitzenreiter bestehen könntgen, wie wäre es nächsten Sonntag bei Jan Regensburg?
  • Handball: Die deutschen Männer trugen 2 Länderspiele gegen Island aus, die schon als Tests für die EM im Januar firmieren. Es gab in Nürnberg ein 42:31 und in München ein 29:31. Ich selbst halbe nix gesehen, aber: Nach der überzeugenden Leistung am Donnerstag mit einem überragenden Juri Knoll schlichen sich am Sonntag viele Fehler ein und einem eher schwächelnden Juri Knoll. Trainer Alfred Gslasson scheint alledings insgesamt noch viel Arbeit zu haben, allerdings sieht er seine Spiele erst Mitte Dezember wieder.
  • Basketball: Die bayern haben in der Euroleague 2 Heimsiege gelandet. Nach dem Erfolg gegen Real Madrid
    https://blickueberdenteich.de/ganz-kurzzeitig-ein-vip-beim-basketball/
    folgte gegen Virtus Bologna ein letztlich überzeugendes 86:70. NBA-Neuzugang Spencer Dinwiddie gab dabei sein Debüt und schaffte immerhin 6 Punkte und 3 Assists.
  • Leichtathletik: Ein ganz Großer des Marathons hat sein letztes Rennen bestritten. Eliud Kipchoge lief die 42,195 Kilometer (ohne um den Sieg mitzurennen) und hat damit alle großen Stadt-Marathons absolviert. Der 40-Jährige hielt mit seinen 2:01,09 lange den Weltrekord und war in einem allerdings inoffiziellen (Labor-Rennen in Wien (mehrere, sich abwechselnde und zwischedurch pausierende Tempomacher) als bis dato einziger Mensch unter der 2-Stunden-Marke geblieben.
    Den Sieg in New York sicherte sich Benson Kipruto. Bemerkenswert der Frauen-Streckenrekord bei widrigen Verhältnissen: Die Kenianerin Helen Obiri blieb in 2:19,51 Sekunden fast 3 Minuten unter der bisherigen Bestmarke.