Das war die Woche, die war

Ein Pokalwochenende ohne Sensation, aber mit einem veritablen Skandal, das Tennis-Masters in Cincinnati und eine äußerst stimmungsvolle Reit-WM.

 

Die Schande von Mannheim

 

Der SV Waldhof gegen den 1. FC Kaiserslautern, mehr Hass und gegenseitige Verachtung gehen kaum im deutschen Fußball. Dieser rührt schon aus den 90er-Jahren, als die Waldhöfer völlig überraschend n die Bundesliga aufgestiegen waren.

Man durfte also einiges befürchten seit der Pokalauslosung. Und doch schien die Partie eingiermaßen normal über die Bühne zu gehen mit nur kurzen Unterbrechungen wegen der unseligen Bengalischen Feuer, die ein Fan offenbar zünden muss, damit es schön raucht und stinkt. Doch kurz vor Anbruch der Verlängerung eskalierte die Sache komplett. Die Mannheimer Fans regten sich über eine angebliche Provokation des Lauterers Ritter auf und bewarfen die Gästebank, wo Trainer Torsten Lieberknecht stoisch dastand (das wurde ihm später ernsthaft vorgeworfen …). Als Reaktion zündeten Lauterer Fans Feuerwerkskörper, die sie in den Mannheimer Block fliegen ließen. Das nwiederum hatte einen versuchten Platzsturm der Waldhöfer zur Folge, der ein unfassbares Polizei-Aufgebot samt Pferdestaffel (man war tatsächlich auf alles vorbereitet) Herr zu werden versuchte. Minutenlang war die Partie unterbrochen, weil Mannheimer Fans fortwährend Feuerwerkskörper und andere Gegenstände aufs Feld schossen und warfen, die Mensch und Tier zum Teil nur knapp verfehlten. Für mich ein veritabler Skandal, dass Schiedsrichter Robert Schröder das Spiel dann fortsetzte. in der Verlängerung geschah dann sehr wenig, die Fans hatten sich wieder beruhigt, die Spieler waren eher apathisch, bis Ibrahim Kanaté in der 120. Minute mit einem feinen Schlenzer den Lauterrer Sieg herstellte.

Das allerdings war nebensächlich, alle sprechen nur über die mal wieder unfassbaren Szenen. Während Lauterns Sportdirektor Robert Hengen selbstkritisch anmerkte, die Szenen auf den Rängen „beider Seiten“ seine furchtbar, erging sich die Mannheimer Seite weitgehend in Schuldzuweisungen Sportdirektor Matthias Schober beschuldigte Lauterns Ritter, er habe durch seine „Provokationen“ das Desaster auf den Rängen provoziert. Noch schlimmer war für mich allerdings die indiskutable Reaktion von Gerhard Zuber, der die ganze Sache ins Lächerliche zog, nachdem er zunächst Waldhofs „großartige Fans“ huldigte. „Deswegen haben wir den Rasen gewechselt, damit die Pferde ein schönes Grün zum Grasen haben.“ Die äußerte dieser unselige Mensch nicht in erster Erregung, sondern lange nach den Geschehnissen. Offenbar genügte die Zeit nicht zum Nachdenken. Der DFB sollte diesem unfassbaren Menschen mit einer sehr, sehr langen Stadionsperre  Zeit zur Besinnung geben!

Wie gesagt: Für mich unbegreiflich, dass die Partie nicht komplett abgebrochen wurde. Die Teams müssten aus dem Wettbewerb geschmissen werden (also auch der Sieger Lautern, für den einer der Erstrunden-Verlierer als Lucky Loser nachrücken sollte); vielleicht sogar für mehrere Jahre. damit vielleicht ein Umdenken stattfindet. Wildwest-Szenen wie diese gibt es tatsächlich nur im Fußball, die aber kein echter Fußball-Fan sehen will (leider tun diese aber auch zu wenig dageben). Um es mit Ex-Nationalspiler und dem heutigen Sportdirektor von Legia Warschau Fredi Bobic zu sagen: Offenbar muss erst jemand sterben, damit es wirklich Konsequenzen in Form eines Abbruchs gibt.

Immerhin: Der DFB ermittelt, hohe Geldstrafen wird es mit Sicherheit geben. Ob es tatsächlich Ausshclüsse gibt, wage ich allerdings zu bezweifeln!

 

Durchmarsch der Bundesliga

 

Alle 16 Teams kamen durch (der FC Bayern und Borussia Dortmund spielen aufgrund des Supercups erst im September). Einen kompletten Durchmarsch des Oberhauses in der ach so gefürchteten 1. Runde hat es zuletzt 2009 gegeben. Nicht mal zittern mussten die meisten Clubs, die das Abenteuer Pokal mittlerweile äußerst ernst nehmen, auch weil hier mit vergleichsweise wenig Aufwand recht viel Geld zu verdienen ist. Einzig Schalke 04 musste gestern in Halle in eine Verlängerung, Mühe hatte auch der 1. FC Union nach zweimaligem Rückstand in Braunschweig. Am Ende siegte schlicht die bessere Klasse der Einzelspieler.

 

Arthur Fils schafft Debüt-Sieg

 

Erstmals siegte der Profi bei einem Tennis-Masters-Turnier. Im Finale von Cincinnati bezwang der Franzose den US-Amerikaner Francis Tiafoe in 3 Sätzen. Eine höchst merkwürdige Partie, denn sie dauerte nicht mal 90 Minuten, was für eine komplette Dreisatz-Partie extrem selten ist, erst recht in einem Finale. Schon länger warte ich auf den Durchbruch des hochveranlagten Arthur Fils, doch immer wieder werfen ihn Verletzungen zurück, zuletzt konnte er wegen anhaltender Hüftbeschwerden nicht bei den French Open antreten, wo die Franzosen so sehnlich auf einen Triumph eines Einheimischen warten.
Jetzt gilt Fils als einer der Anwärter für den Triumph bei den US Open ab Sonntag. Wie allerdings gut 2 Dutzend Männer (ohne große Übertreibung), nachdem Jannik Sinner die Teilnahme für New York schon abgesagt hat und Titelveretidiger Carlso Alcáraz zwar antritt, aber nach 4 Monaten Wettkampfpause nicht in Top-Form sein kann.

Bei den Frauen schaffte Coco Gauff in Cinci den umjubelten Heimsieg und schaffte endlich den ersten Turniererfolg in diesem Jahr. In einem höchst einseitigen Finale bezwang sie ihre Landsfrau Jessica Pegula. Hier gilt Ähnliches wie bei den Männern. Das Favoritinnenfeld für die US Open ist sehr weit, wirklich belastbare Vorhersagen sind hier wie dort nahezu unmöglich (ich versuche es trotzdem, wahrscheinlich am Sonntag).

 

Aachener Festspiele im Reitsport

 

Das Publikum war begeistert über die Leistungen von Ross und Reiter bei der WM, die SportlerInnen waren begeistert über das fachkundige und faire und enthusiastische Publikum. Kurz: Die Reit-WM war ein voller Erfolg. Sie bot spannenden Sport und eben die Fairness gegenüber allen Teilnehmern, die ich im Fußball oft vermisse.
Natürlich wurden die deutschen Erfolge besonders gefeiert. Vor allem den des Springreiter-Quartett, das in einem tollen Wettbewerb am Freitag die Mannschaftswertung für sich entschied. Am Ende hatten Marcus Ehning, Sophie Hinners, Daniel Deußer und Richard Vogel einen klaren Vorsprung auf die Vertretungen aus Belgien und Großbritannien.

Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, zeigte sich 2 Tage später in der Einzelkonkurrenz, als die Deutschen ohne Medaille blieben. Die erneut 40.000 Zuschauer in der Aachener Soers waren natürlich etwas enttäuscht, nichtsdestotrotz feierten sie Weltmeister Steve Guerdat, der mit mit Dynamix vor dem Belgier Thibeau Spits mit Impress Gold gewann. „Aachen hat Maßstäbe für kommende Weltmeisterschaften gesetzt, “ zeigte sich Verbands-Präsident Ingmar de Vos mehr als angetan. Und, wie ich anmerken will, ein echtes Statement für die Olympia-Bewerbung von Rhein/Ruhr, wo die pferde-Wettbewebe eben in Aachen stattfinden sollen.

 

Und sonst?

 

  • Super-Cup: Erster Titel für den FC Bayern. Die Münchne siegten bei Borussia Dortmund mit 2:0. Neuzugang Brown und Olise erzielten die Tore ür den FCB, für Dortmund war Silva erfolgreich.
  • Internationale Ligen: Der FC Arsenal ist in England der große Gewinner des 1. Spieltag (hört, hört). Die Londoner siegten klar mit 3:0 gegen Aufsteiger Coventry City. Dagegen kam der FC Liverpool bei Newcastle united nicht über ein 2:2 hinaus. Noch über erging es Manchester United und den Tottenham Hotspur, die mit empfindlichen Niederlagen bei Hull City gespektive Brentford starteten. Erster Tabellenführer ist brighton an Hove Albion: Das Team des deutschen Trainers Fabian Hürzeler siegte gleich 4:0 gegen Champions-League-Teilnehmer Aston Villa. Leon Goretzka wird genau hingeschaut haben, denn sein Wechsel zu den Villans steht seit dem Wochenende fest.
    In Spanien heißt der 1. Tabellenführer FC Barcelona, das Elche beim 5:0 nicht den Hauch einer Chance ließ. Unter den Torschützen war auch de Ex-Dortmunder Karim Adeyemi, der etwas überraschend in der Startelf stand. Er hat ja viel Hohn und Spott über sich ergehen lassen, weil Barca doch ein, zwei Nummern zu hoch für ihn sei. Warten wir mal ab!
  • Formel 1: Zum letzten Mal auf absehbare Zeit fand der Grand Prix von Holland in Zandvoort statt, weil die Veranstalter die horrenden Startgebühren nicht zahlen können. Für Lokalmatador Max Verstappen endete das Rennen desaströs, denn schon in der 1. Runde verlor er auf leicht feuchter Strecke die Kontrolle über seinen Red Bull, knallte in die Mauer, blieb aber unverletzt. Es siegte Weltmeister Lando Norris im McLaren vor dem WM-Führenden Kimi Antonelli, der seinen Vorsprung auf seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell auf 59 Punkte ausbaugte.
  • Basketball: Missglückter Test der deutschen Frauen vor der Heim-WM in Berlin ab 4. September. Beim 62:68 gegen Ungarn leistete sich das Team zu viele Ballverluste. Da ist noch viel zu tun bis zum Turnier in anderthalb Wochen, immerhin dürften dann die noch fehlenden Frida Bühner und Leonie Fiebich wieder dabei sein.
    Die deutschen Männe gewannen den Supercup in Hamburg durch zwei Siege gegen Tschechien und Kroatien. Nach klarer Füührung machte es das Team um Kapitän Denis Schröder im Finale gegen Kroatien noch mal spannend, siegte aber mit 96:87.
  • Leichtathletik: Herausragende Leistungen bei den Diamond-League-Meetings in Lausanne und Silesia. Die Einheimische Audrey Werro gewann in Lausanne vor Femke Bol-Broeders, die in 1:55,42 Minuten in ihrem ersten jah nach dem Umstieg gleich einen nationalen Rekord aufstellte.
    In Silesia schleuderte der Litauer die 2-Kilo-Diskusscheibe gleich auf 72,58 Meter, Rekord für die Diamond League und wahrscheinlich auch Bestleistung für Wettkämpfe jenseits von besonders günstigen „Segelwiesen“ wie zurzeit Ramona n den USA. In einem grandiosen Rennen über 400 Meter hatte der Brasilianer Alison de Santos in 46,43 Sekunden (Weltjahresbestleistung) knapp die Nase vor Europameister und Weltrekordler karsten Warholm (46,52). zweimal brillierte auch Mondo Dupbantis, der mit dem Stab in Lausanne 6,21 Meter und in Silesia 6,20 überwand.

Das war die Woche, die war

Es waren entsetzliche Tage für mich mit der Trump-Wahl, den Nachwirkungen in den Staaten, dem Regierungsknall, dem Knatsch um den Zeitpunkt der Vertrauensfrafge. Das ganze Elend bündelte sich dann gestern im Gespräch Miosga – Scholz. Jetzt weiß jeder, was nichtssagender Scholzismus ist

Gut, dass es den Sport gibt, dass gibt schöne Ablenkung. So glaubte ich, bis mich die entsetzlichen Bilder aus Amsterdam erreichten, als junge Araber eine regelrechte Hetzjagd auf Fans von Hapoel Tel Aviv veranstalteten, die ganz friedlich das Europa-League-Spiel bei Ajax anschauen wollten. Asugerechnet Amsterdam, wo sich Israeli im Herzen Europas normalerweise sehr wohl fühlen. Dass dann Hapoel-Schlachtenbummler per von der israelischen Regierung gecharterten Flugzeuge heimgebracht werden müssen, das passt zu diesen grauenhaften grauen Novembertagen. In denen eine in Kalifornien wohnendeBekannte berichtet, dass sie kaum noch atmen kann bei schlechten Wind angesichts der Waldbrände dort.

Aber damit wende ich mich jetzt tatsächlich zum Sport, der mich allerdings auch nicht vor Freude vom Hocker gehauen hat diese Woche.

 

Musialas Show

 

Zweimal siegte der FC Bayern diese Woche mit 1:0, in der Champions League gegen Benfica, in der Bundesliga bei St. Pauli. Zweimal war Jamal Musiala der Goldtorschütze. Ein wunderbarer Spieler, dem ich auch als Nicht-Bayern-Fan gerne zuschaue mit seinen Kunststücken und plötzlich entdeckter Torgefählichkeit. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Bayern dank ihres Zauberers ein Spiel nach dem anderen gewinnen und in der Bundesliga bereits mit 5 Zählern Vorsprung grüßen. Weil die Titel-Konkurrenz immer wieder Punkte lässt wie Bayer Leverkusen beim 1:1 beim VfL Bochum. Spiele, die der Meister in der vergangenen mit Sicherheit gewonnen hätte.
Und Borussia Dortmund? Gewinnt zwar zu Hause, verliert aber auswärts wie jetzt beim FSV Mainz 05. Als Erklärung reichte der Teamspitze, dass der BVB nach Emre Cans Brutal-Foul-Rot gut eine Stunde zu zehnt spielen musste. Als ob es noch die eine Mannschaft gegeben hätte, die sich auch in Unterzahl zu wehren weiß.
Das Spiel des Tages fand ohne Zweifel in Stuttgart statt, das Eintracht Frankfurt nach einer wilden Schlussphase mit 3:2 für sich entschied. 3:0 führten die Hessen bis zur 85. Minute, als deren Trainer Dino Toppmöllerim Glauben an den vermeintlich sicheren Sieg taktisch wechselte. Es folgte das 1:3, das 2:3 in de Nachspielzeit, und tatsächlich lag der Ball noch einmal im Tor der Frankfurter. Nur eine ganz knappe Abseitsstellung, die erst der VAR feststellte, vehinderte den Ausgleich und eine veritable Diskussion über Toppmöller.

 

Gauffs Tennisjahr endet versöhnlich

 

Die immer noch erst 20-jährige Amerikanerin hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Gerade bei den Grand Slams enttäuschte sich weitgehend, weshalb sie sich im Herbst von ihrem Trainer Brad Gilbet trennte. Mit Matt Daly als neuen Coach ging es schnell aufwärts. Sie siegte baim Masters-Turnier in Peking und sicherte sich jetzt die WTA Finals in Riad durch einen Dreisatzsieg gegen die chinesische Olympiasiegerin Qinwen Zheng. 4.8 Millionen Dollar erhält sie für ihren Coup in Saudi-Arabien, das höchste Preisgeld, das je eine Tennisspielerin bei einem Event einstrich. Die Scheich-Milliarden machen es möglich, wen interesssieren da noch die Menschenrechte und gerade die der Frauen.

Football-Fest in München

 

Zum zweiten Mal nach 2022 gastierte die NFL in der WM-Arena, und auch wenn mit den New York Giants und Carolina Panthers unterdurchscnittliche Teams ohne große Namen aufkreuzten, der Begeisterung tat das keinen Abbruch. München war vier Tage lang Football-Stadt. Beste Stimmung in der Arena, aber auch zahlreichen Kneipen in der Innenstadt, wo friedliche Menschen feierten. Am Ende siegten die Panthers durch ein Field Goal in der Overtime, sweet Carolin(a) halt.
Die Kansas City Chiefs blieben auch in ihrem 10. Spiel ungeschlagen, und langsam wird es lächerlich, wie sie ihre Partien gewinnen. Die Denver Broncos hatten Sekunden vor Schluss mit einem sehr machbaren Fieldgoal die Chance auf dem Sieg, der Versuch von Will Lutz aus 43 Yard (eine Routineübung in der NFL) wurde geblockt. Der eigentlich zuverlässige Kicker hatte zuvor schon ein Fieldgoal vergeben.
Eine ziemlich absurde Partie gewannen die Detroit Lions bei den Houston Texans. Ihr Quarterback Jared Gauff leistete sich gleich 5 Interceptions. dennoch holten die Lions einen 6:23-Rückstand auf, wiel die Texans-Offense in der 2. Halbzeit praktisch nichts mehr zu Stande brachte (und ebenfalls ein Field Goal verschoss. Besser machte es bei den Lions Kicker Bates, der in der Schlussphase aus 58 respektive 52 Yards erfolgreich war. Amon-Ra St. Brown fing einen Touchdown-Pass und war damit auch im 7. Spiel hintereinander erfolgreich. Die Lions bleiben damit mit 8:1 Siegen das beste Team der NFC.

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Gerade mal 19 Tore fielen am 10. Spieltag. Gleich 3 Partien endeten 0:0, darunter auch die Begegnung FC Augsburg vs 1899 Hoffenheim. Zuwenig für die Kraichgauer Veranwortlichen, die Trainer Pellegrino Materazzo am Montag an die frische Luft setzten. Dabei hatten die Hoffenheimer während der Woche eine durchaus ansprechende Leistung in der Europ League gegen den französischen Spitzenclub Olympique Lyon gezeigt und beim 2:2 auch viel Charakter gezeigt, als sie nach dem 1:2 in der Nachspielzeit noch einmal zurückschlugen. Ein heißer Kandidat auf die Nachfolge ist Christian Ilzer. Der ist gerade Trainer beim österreichischen Meister und jetzigen Tabellenführer Sturm Graz. Wie es der Zufall läuft. Der neue Geschäftsführer Andreas Schicker war bis Herst ebenfalls beim steirischen Champions-League-Teilnehmer tätig.
  • Internationaler Fußball: Der FC Barcelona kassierte in der Primera Division die 2. Saison-Niederlage. Den Siegtreffer gegen enttäuschende Katalanen erzeilte der ehemalige Union-Stürmer Sheraldo Becker.
    Formkrise bei Manchester City: Der englische Meister verlor nach 1:0-Führung mit 1:2 beim von Fabian Hürzeler trainierten Brigthon an Hove Albion. Es war wettbewerbs-übergreifend die vierte Pflichtspiel-Pleite hintereinander, was es in der Ära Pep Guardiola seit 2017 noch nie gegeben hat. Auch in der Champions League bei Sporting lag das Team 1:0 in Führung – und ging mit 1:4 unter..
  • Mannschaftssport: Das deutsche Eishockey-Team belegte beim Deutschland-Cup in Landshut den 2. Platz hinter der Slowakei. Das 2:6 am Samstag gegen die Slowaken wird  vor allem wegen des miserablen Eises in Erinnerung bleiben.Mehr als eine halbe versuchten die Eismeister, die völlig ramponierte Spielfläche von den schlimmsten Löchern zu befreien.
    Zwei Pflichtsiege schafften die deutschen Handballer zum Start der EM-Qualifikation gegen die Schweiz und in der Türkei.
    Der FC Bayern München Basketball
    trumpft in der Euroleague weiter auf. Am Donnerstag gewannen die Münchner im neuen SAP Garden auch ihr 4.Heimspiel und sind gleichauf mit 3 Teams mit 6:2 Siegen Tabellenführer. Auch in der BBL führen sie das Klassement an – mit 5:2 Siegen gleichauf mit ratiopharm Ulm und den Niners Chemnitz.
  • Weltsport: Mit Siegen von Jannik Sinner (vs Alex de Minaur) und Taylor Fritz (Daniil Medwedew) begann das ATP Finale in Turin, bei dem heute Carlos Alcáraz (Casper Ruud) und Alexander Zverev (Alexande Rublew) eingreifen. Medwedew verlor völlig die Nerven, fabrizierte im 1. Satz gleich 3 Doppelfehler zum Satzverlust, warf wiederholt mit Schlägern um sich. Er sei „sauer auf sich selbst“, befand der offenbar mehr als urlaubsreife Russe.
    Auch Rublew hat eine zweifelhafte Aktion hinter sich. Erst beantragte er eine Wildcard fürs Turnier in Metz. Als dann feststand, dass seine Punkte fürs Turiner Finale reichen wüden, zog er seine Teilnahme zurück. Den Sieg in Frankreichsicherte sich Lokalmatador Benajamin Bonzi, während in Begrad Denis Shapavalov erfolgreich war.

Das war die Woche, die war

Offensiv-Spektakel und ofene Fragen

Zweiter gegen Erster, Eintracht Frankfurt gegen Bayern München, das versprach viel und hielt fast alles. 3:3 ist ein merkwürdiges Ergebnis, aber letztlich vedient. Die Münchner waren hochüberlegen, hatten teilweise mehr als 75 Prozent Ballbesitz, ihre Tore fielen fast zwangsläufig, wobei mit Min Jae Kim und Dayot Upamecano zwei Verteidiger erfolgreich waren, während der vermeintliche Goalgetter Harry Kane ohne Abschluss blieb und zu allem Überfluss auch noch angeschlagen das Feld vorzeitig verlassen musste.
Doch in die Offensiv-Herrlichkeit, die die 3 Treffer nur unzureichend widerspiegeln, auch aufgrund der vortrefflichen Leistung von Eintracht Schlussmann Kaua Santos, der den verletzten Stammtorwart Kevin Trapp (fast) vergessen lässt, mischt sich Befremden in die defensive Anfälligkeit. Jeder wusste oder ahnte sehr wissend, dass sich die Franfurter aufs Konter verlegen würden, auch dank ihrer großartigen und pfeilschnellen Angreifer Omar Marmoush und Hugo Ekitiké. Und auch wenn die Bayern viele der Konter durch schnelles Gegenpressing im Keim erstickten, ein paar mal kamen sie halt durch hatten gegen die letzten verteidigenden Mohikaner Upamekano und Kim eher leichtes Spiel. Und da auch Manuel Neuer außerstande war, auch nur einen der 3 Schüsse zu entschärfen, stand m Ende ein 3:3 auf der Ergebnistafel. Alles kein Problem außer das Ergebnis, wiegelte Sportvorstand Max Eberl ab. Aber die frage darf schon gestellt werden, ob ein Team nicht wenigstens in der Nachspielzeit mit wenigstens ein bisschen Verteidigung einen Vorsprung über die Zeit spielen sollte. Die nächsten Gegner zu Hause heißen nach der durch Länderspiele bedingten Pause VfB Stuttgart und FC Barcelona. Dort treffen sie das Tor bisweilen auch ganz hübsch.
Noch ein statistisches Schmankerl: Die von mir hinreichen entwürdigten extended Goals wiesen bei Eintracht Frankfurt den Wert 0,89 auf. Bei drei Toren nach Schüssen frei vor Neuer eine wirklich erstaunliche Zahl (pro Tor nicht einmal 30 Prozent?).

Spitzenclubs suchen Spitzenform

Was haben Meister Leverkusen, der Zweite VfB Stuttgart und der Champions-League-Finalist und derzeitige Tabellenführer der Königsklasse Borussia Dortmund gemeinsam? Es flutscht nicht so richtig.
Nehmen wir Bayer, den ungeschlagenen Titelträger. 2:0 führten sie nach 8 Minuten gegen Holstein Kiel, man durfte sich sorgen um den Aufsteiger. Ein weiteres Tor von Boniface wurde wg hauchzarten Abseits zurückgenommen, und die Herrlichkeit schwand von Minute zu Minute. Vor der Pause durfte Max Geschwill nach einer Holtby-Ecke völlig ungehindert am Fünfmeterraum einköpfen, in der 2. Halbzeit verursachte Jonathan Tah in bemitleidenswert hilfloser Art einen Elfmeter, den Lewis Holtby verwandelte. In de Schlussphase hatten die Kieler sogar die größte Torchance, die aber Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky mit einem vfantastischen Reflex abwehrte. „Uns fehlt der letzte Biss“, moserte der Finne.
Zu mosern hatten auch die Dortmunder – drei Tage nach der 7:1-Gala in der Champions League gegen Celtic. Beim 1. FC Union zeigten sie in der 1. Halbzeit eine unterirdische Leistung. Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck verursachte täppisch einen Elfmeter, den Kevin Vogt verwandelte zu seinem ersten Treffer nach fast 10 Jahre (damals mit dem 1. FC Kön auch gegen den BVB. Der steigerte sich im zweigten Durchgang, aber mehr als der Treffer des Ex-Unioners Jonas Ryerson sprang nicht mehr heraus. Es grummelt vernehmlich am und um den Borsigplatz.
Der VfB Stuttgart bleibt ebenfalls hinter den Top-Leistungen der vergangenen Saison zurück, zumindest manchmal. Wie am Sonntag, als die sehr kriselnde TSG Hoffenheim ein 1:1 aus. Und schon das Unentschieden kam letztlich glücklich zu Stande durch einen Elfmeter, den Ermedin Demirovic erst im Nachschuss verwandelte. Scheint eine Stuttgarter Spezialität zu sein, den Gleiches gelang vor Wochenfrist Enzo Millot.

Trainereffekt bei Coco Gauff

Die Tennisspielerin hatte knapp einem Monat bekanntgegeben, dass sie künftig auf die Dienste von Brad Gilbert verzichte. Matt Daly soll neuen Schwung bringen. Gilbert hatte sie zwar im vergangenen Jahren bis zum US Open Titel gecoacht, aber in diesem Sommer wollte es nicht so recht laufen. Beim ersten großen Turnier ohne den Ex-Profi mit den üblen Tricks (Winning ugly heißt sein Buch) gewann die Amerikanerin gleich das Masters-Turnier von Peking, bei dem bis auf Iga Siatek die komplette Weltelite am Start war. Ihr erster Triumph seit Januar! Nachdem sie im Turnier durchaus ihre Mühe hatte und unter anderem im Achtelfinale von einer Aufgabe von Naomi Osaka profitierte, zeigte sie gegen die Tschechin Karolina Muchova eine herausragende Leistung, die fürs Saisonfinale vieles erhoffen lässt. Muchova ihrerseits kehrt mit Riesenschritten zurück in die Weltelite, wo sie mit ihrem wunderbaren vielseitigen Spiel einfach hingehört.
Die Männer sind bei Masters in Schanghai noch mitten im Turnier. Mit dabei ist auch Alexander Zverev, obwohl er geradde erst eine Lungenentzündung auskuriert hat und sichtlich noch nicht vollends auf dem Damm ist. Angeblich aber kann aktives Spielen keine gravierenden Spätfolgen zeitigen, wollen wir das mal glauben und hoffen.
Jannik Sinner steht im Achtelfinale: Seine Doping-Affäre ist ja jetzt beim CAS anhängig. Dort lässt man sich aber offenbar zeit, was ich unerträglich finde für alle Beteiligten. Für Sinner, weil er das Damoklesschwert einer Sperre über sich hat, vor allem aber für die Konkurrenz, der Sinner mit seinen Siegen Punkte und Geld wegnimmt. Ich würde schon hoffen, dass spätestens  bis zu den ATP Finals in Turin so oder so eine Entscheidung getroffen wird.