Das war die Woche, die war

Es waren entsetzliche Tage für mich mit der Trump-Wahl, den Nachwirkungen in den Staaten, dem Regierungsknall, dem Knatsch um den Zeitpunkt der Vertrauensfrafge. Das ganze Elend bündelte sich dann gestern im Gespräch Miosga – Scholz. Jetzt weiß jeder, was nichtssagender Scholzismus ist

Gut, dass es den Sport gibt, dass gibt schöne Ablenkung. So glaubte ich, bis mich die entsetzlichen Bilder aus Amsterdam erreichten, als junge Araber eine regelrechte Hetzjagd auf Fans von Hapoel Tel Aviv veranstalteten, die ganz friedlich das Europa-League-Spiel bei Ajax anschauen wollten. Asugerechnet Amsterdam, wo sich Israeli im Herzen Europas normalerweise sehr wohl fühlen. Dass dann Hapoel-Schlachtenbummler per von der israelischen Regierung gecharterten Flugzeuge heimgebracht werden müssen, das passt zu diesen grauenhaften grauen Novembertagen. In denen eine in Kalifornien wohnendeBekannte berichtet, dass sie kaum noch atmen kann bei schlechten Wind angesichts der Waldbrände dort.

Aber damit wende ich mich jetzt tatsächlich zum Sport, der mich allerdings auch nicht vor Freude vom Hocker gehauen hat diese Woche.

 

Musialas Show

 

Zweimal siegte der FC Bayern diese Woche mit 1:0, in der Champions League gegen Benfica, in der Bundesliga bei St. Pauli. Zweimal war Jamal Musiala der Goldtorschütze. Ein wunderbarer Spieler, dem ich auch als Nicht-Bayern-Fan gerne zuschaue mit seinen Kunststücken und plötzlich entdeckter Torgefählichkeit. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Bayern dank ihres Zauberers ein Spiel nach dem anderen gewinnen und in der Bundesliga bereits mit 5 Zählern Vorsprung grüßen. Weil die Titel-Konkurrenz immer wieder Punkte lässt wie Bayer Leverkusen beim 1:1 beim VfL Bochum. Spiele, die der Meister in der vergangenen mit Sicherheit gewonnen hätte.
Und Borussia Dortmund? Gewinnt zwar zu Hause, verliert aber auswärts wie jetzt beim FSV Mainz 05. Als Erklärung reichte der Teamspitze, dass der BVB nach Emre Cans Brutal-Foul-Rot gut eine Stunde zu zehnt spielen musste. Als ob es noch die eine Mannschaft gegeben hätte, die sich auch in Unterzahl zu wehren weiß.
Das Spiel des Tages fand ohne Zweifel in Stuttgart statt, das Eintracht Frankfurt nach einer wilden Schlussphase mit 3:2 für sich entschied. 3:0 führten die Hessen bis zur 85. Minute, als deren Trainer Dino Toppmöllerim Glauben an den vermeintlich sicheren Sieg taktisch wechselte. Es folgte das 1:3, das 2:3 in de Nachspielzeit, und tatsächlich lag der Ball noch einmal im Tor der Frankfurter. Nur eine ganz knappe Abseitsstellung, die erst der VAR feststellte, vehinderte den Ausgleich und eine veritable Diskussion über Toppmöller.

 

Gauffs Tennisjahr endet versöhnlich

 

Die immer noch erst 20-jährige Amerikanerin hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Gerade bei den Grand Slams enttäuschte sich weitgehend, weshalb sie sich im Herbst von ihrem Trainer Brad Gilbet trennte. Mit Matt Daly als neuen Coach ging es schnell aufwärts. Sie siegte baim Masters-Turnier in Peking und sicherte sich jetzt die WTA Finals in Riad durch einen Dreisatzsieg gegen die chinesische Olympiasiegerin Qinwen Zheng. 4.8 Millionen Dollar erhält sie für ihren Coup in Saudi-Arabien, das höchste Preisgeld, das je eine Tennisspielerin bei einem Event einstrich. Die Scheich-Milliarden machen es möglich, wen interesssieren da noch die Menschenrechte und gerade die der Frauen.

Football-Fest in München

 

Zum zweiten Mal nach 2022 gastierte die NFL in der WM-Arena, und auch wenn mit den New York Giants und Carolina Panthers unterdurchscnittliche Teams ohne große Namen aufkreuzten, der Begeisterung tat das keinen Abbruch. München war vier Tage lang Football-Stadt. Beste Stimmung in der Arena, aber auch zahlreichen Kneipen in der Innenstadt, wo friedliche Menschen feierten. Am Ende siegten die Panthers durch ein Field Goal in der Overtime, sweet Carolin(a) halt.
Die Kansas City Chiefs blieben auch in ihrem 10. Spiel ungeschlagen, und langsam wird es lächerlich, wie sie ihre Partien gewinnen. Die Denver Broncos hatten Sekunden vor Schluss mit einem sehr machbaren Fieldgoal die Chance auf dem Sieg, der Versuch von Will Lutz aus 43 Yard (eine Routineübung in der NFL) wurde geblockt. Der eigentlich zuverlässige Kicker hatte zuvor schon ein Fieldgoal vergeben.
Eine ziemlich absurde Partie gewannen die Detroit Lions bei den Houston Texans. Ihr Quarterback Jared Gauff leistete sich gleich 5 Interceptions. dennoch holten die Lions einen 6:23-Rückstand auf, wiel die Texans-Offense in der 2. Halbzeit praktisch nichts mehr zu Stande brachte (und ebenfalls ein Field Goal verschoss. Besser machte es bei den Lions Kicker Bates, der in der Schlussphase aus 58 respektive 52 Yards erfolgreich war. Amon-Ra St. Brown fing einen Touchdown-Pass und war damit auch im 7. Spiel hintereinander erfolgreich. Die Lions bleiben damit mit 8:1 Siegen das beste Team der NFC.

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Gerade mal 19 Tore fielen am 10. Spieltag. Gleich 3 Partien endeten 0:0, darunter auch die Begegnung FC Augsburg vs 1899 Hoffenheim. Zuwenig für die Kraichgauer Veranwortlichen, die Trainer Pellegrino Materazzo am Montag an die frische Luft setzten. Dabei hatten die Hoffenheimer während der Woche eine durchaus ansprechende Leistung in der Europ League gegen den französischen Spitzenclub Olympique Lyon gezeigt und beim 2:2 auch viel Charakter gezeigt, als sie nach dem 1:2 in der Nachspielzeit noch einmal zurückschlugen. Ein heißer Kandidat auf die Nachfolge ist Christian Ilzer. Der ist gerade Trainer beim österreichischen Meister und jetzigen Tabellenführer Sturm Graz. Wie es der Zufall läuft. Der neue Geschäftsführer Andreas Schicker war bis Herst ebenfalls beim steirischen Champions-League-Teilnehmer tätig.
  • Internationaler Fußball: Der FC Barcelona kassierte in der Primera Division die 2. Saison-Niederlage. Den Siegtreffer gegen enttäuschende Katalanen erzeilte der ehemalige Union-Stürmer Sheraldo Becker.
    Formkrise bei Manchester City: Der englische Meister verlor nach 1:0-Führung mit 1:2 beim von Fabian Hürzeler trainierten Brigthon an Hove Albion. Es war wettbewerbs-übergreifend die vierte Pflichtspiel-Pleite hintereinander, was es in der Ära Pep Guardiola seit 2017 noch nie gegeben hat. Auch in der Champions League bei Sporting lag das Team 1:0 in Führung – und ging mit 1:4 unter..
  • Mannschaftssport: Das deutsche Eishockey-Team belegte beim Deutschland-Cup in Landshut den 2. Platz hinter der Slowakei. Das 2:6 am Samstag gegen die Slowaken wird  vor allem wegen des miserablen Eises in Erinnerung bleiben.Mehr als eine halbe versuchten die Eismeister, die völlig ramponierte Spielfläche von den schlimmsten Löchern zu befreien.
    Zwei Pflichtsiege schafften die deutschen Handballer zum Start der EM-Qualifikation gegen die Schweiz und in der Türkei.
    Der FC Bayern München Basketball
    trumpft in der Euroleague weiter auf. Am Donnerstag gewannen die Münchner im neuen SAP Garden auch ihr 4.Heimspiel und sind gleichauf mit 3 Teams mit 6:2 Siegen Tabellenführer. Auch in der BBL führen sie das Klassement an – mit 5:2 Siegen gleichauf mit ratiopharm Ulm und den Niners Chemnitz.
  • Weltsport: Mit Siegen von Jannik Sinner (vs Alex de Minaur) und Taylor Fritz (Daniil Medwedew) begann das ATP Finale in Turin, bei dem heute Carlos Alcáraz (Casper Ruud) und Alexander Zverev (Alexande Rublew) eingreifen. Medwedew verlor völlig die Nerven, fabrizierte im 1. Satz gleich 3 Doppelfehler zum Satzverlust, warf wiederholt mit Schlägern um sich. Er sei „sauer auf sich selbst“, befand der offenbar mehr als urlaubsreife Russe.
    Auch Rublew hat eine zweifelhafte Aktion hinter sich. Erst beantragte er eine Wildcard fürs Turnier in Metz. Als dann feststand, dass seine Punkte fürs Turiner Finale reichen wüden, zog er seine Teilnahme zurück. Den Sieg in Frankreichsicherte sich Lokalmatador Benajamin Bonzi, während in Begrad Denis Shapavalov erfolgreich war.

Das war die Woche, die war

Offensiv-Spektakel und ofene Fragen

Zweiter gegen Erster, Eintracht Frankfurt gegen Bayern München, das versprach viel und hielt fast alles. 3:3 ist ein merkwürdiges Ergebnis, aber letztlich vedient. Die Münchner waren hochüberlegen, hatten teilweise mehr als 75 Prozent Ballbesitz, ihre Tore fielen fast zwangsläufig, wobei mit Min Jae Kim und Dayot Upamecano zwei Verteidiger erfolgreich waren, während der vermeintliche Goalgetter Harry Kane ohne Abschluss blieb und zu allem Überfluss auch noch angeschlagen das Feld vorzeitig verlassen musste.
Doch in die Offensiv-Herrlichkeit, die die 3 Treffer nur unzureichend widerspiegeln, auch aufgrund der vortrefflichen Leistung von Eintracht Schlussmann Kaua Santos, der den verletzten Stammtorwart Kevin Trapp (fast) vergessen lässt, mischt sich Befremden in die defensive Anfälligkeit. Jeder wusste oder ahnte sehr wissend, dass sich die Franfurter aufs Konter verlegen würden, auch dank ihrer großartigen und pfeilschnellen Angreifer Omar Marmoush und Hugo Ekitiké. Und auch wenn die Bayern viele der Konter durch schnelles Gegenpressing im Keim erstickten, ein paar mal kamen sie halt durch hatten gegen die letzten verteidigenden Mohikaner Upamekano und Kim eher leichtes Spiel. Und da auch Manuel Neuer außerstande war, auch nur einen der 3 Schüsse zu entschärfen, stand m Ende ein 3:3 auf der Ergebnistafel. Alles kein Problem außer das Ergebnis, wiegelte Sportvorstand Max Eberl ab. Aber die frage darf schon gestellt werden, ob ein Team nicht wenigstens in der Nachspielzeit mit wenigstens ein bisschen Verteidigung einen Vorsprung über die Zeit spielen sollte. Die nächsten Gegner zu Hause heißen nach der durch Länderspiele bedingten Pause VfB Stuttgart und FC Barcelona. Dort treffen sie das Tor bisweilen auch ganz hübsch.
Noch ein statistisches Schmankerl: Die von mir hinreichen entwürdigten extended Goals wiesen bei Eintracht Frankfurt den Wert 0,89 auf. Bei drei Toren nach Schüssen frei vor Neuer eine wirklich erstaunliche Zahl (pro Tor nicht einmal 30 Prozent?).

Spitzenclubs suchen Spitzenform

Was haben Meister Leverkusen, der Zweite VfB Stuttgart und der Champions-League-Finalist und derzeitige Tabellenführer der Königsklasse Borussia Dortmund gemeinsam? Es flutscht nicht so richtig.
Nehmen wir Bayer, den ungeschlagenen Titelträger. 2:0 führten sie nach 8 Minuten gegen Holstein Kiel, man durfte sich sorgen um den Aufsteiger. Ein weiteres Tor von Boniface wurde wg hauchzarten Abseits zurückgenommen, und die Herrlichkeit schwand von Minute zu Minute. Vor der Pause durfte Max Geschwill nach einer Holtby-Ecke völlig ungehindert am Fünfmeterraum einköpfen, in der 2. Halbzeit verursachte Jonathan Tah in bemitleidenswert hilfloser Art einen Elfmeter, den Lewis Holtby verwandelte. In de Schlussphase hatten die Kieler sogar die größte Torchance, die aber Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky mit einem vfantastischen Reflex abwehrte. „Uns fehlt der letzte Biss“, moserte der Finne.
Zu mosern hatten auch die Dortmunder – drei Tage nach der 7:1-Gala in der Champions League gegen Celtic. Beim 1. FC Union zeigten sie in der 1. Halbzeit eine unterirdische Leistung. Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck verursachte täppisch einen Elfmeter, den Kevin Vogt verwandelte zu seinem ersten Treffer nach fast 10 Jahre (damals mit dem 1. FC Kön auch gegen den BVB. Der steigerte sich im zweigten Durchgang, aber mehr als der Treffer des Ex-Unioners Jonas Ryerson sprang nicht mehr heraus. Es grummelt vernehmlich am und um den Borsigplatz.
Der VfB Stuttgart bleibt ebenfalls hinter den Top-Leistungen der vergangenen Saison zurück, zumindest manchmal. Wie am Sonntag, als die sehr kriselnde TSG Hoffenheim ein 1:1 aus. Und schon das Unentschieden kam letztlich glücklich zu Stande durch einen Elfmeter, den Ermedin Demirovic erst im Nachschuss verwandelte. Scheint eine Stuttgarter Spezialität zu sein, den Gleiches gelang vor Wochenfrist Enzo Millot.

Trainereffekt bei Coco Gauff

Die Tennisspielerin hatte knapp einem Monat bekanntgegeben, dass sie künftig auf die Dienste von Brad Gilbert verzichte. Matt Daly soll neuen Schwung bringen. Gilbert hatte sie zwar im vergangenen Jahren bis zum US Open Titel gecoacht, aber in diesem Sommer wollte es nicht so recht laufen. Beim ersten großen Turnier ohne den Ex-Profi mit den üblen Tricks (Winning ugly heißt sein Buch) gewann die Amerikanerin gleich das Masters-Turnier von Peking, bei dem bis auf Iga Siatek die komplette Weltelite am Start war. Ihr erster Triumph seit Januar! Nachdem sie im Turnier durchaus ihre Mühe hatte und unter anderem im Achtelfinale von einer Aufgabe von Naomi Osaka profitierte, zeigte sie gegen die Tschechin Karolina Muchova eine herausragende Leistung, die fürs Saisonfinale vieles erhoffen lässt. Muchova ihrerseits kehrt mit Riesenschritten zurück in die Weltelite, wo sie mit ihrem wunderbaren vielseitigen Spiel einfach hingehört.
Die Männer sind bei Masters in Schanghai noch mitten im Turnier. Mit dabei ist auch Alexander Zverev, obwohl er geradde erst eine Lungenentzündung auskuriert hat und sichtlich noch nicht vollends auf dem Damm ist. Angeblich aber kann aktives Spielen keine gravierenden Spätfolgen zeitigen, wollen wir das mal glauben und hoffen.
Jannik Sinner steht im Achtelfinale: Seine Doping-Affäre ist ja jetzt beim CAS anhängig. Dort lässt man sich aber offenbar zeit, was ich unerträglich finde für alle Beteiligten. Für Sinner, weil er das Damoklesschwert einer Sperre über sich hat, vor allem aber für die Konkurrenz, der Sinner mit seinen Siegen Punkte und Geld wegnimmt. Ich würde schon hoffen, dass spätestens  bis zu den ATP Finals in Turin so oder so eine Entscheidung getroffen wird.