Was so übrigbleibt

Blick über den Teich, MLB

 

Das Play-off-Rennen spitzt sich 3 Partien vor Saisonende zu. Jedes Team hat also noch eine Dreierserie gegen einen Kontrahenten. Im Wesentlichen geht es um folgende Fragen:

  1. Wer gewinnt die American League, East?

    Das ist von großer Bedeutung, weil der Divisionssieger Freilos in der 1. Play-off-Runde erhält, der Zweite dagegen eine nervenaufreibende und kräftezehrende Wildcard-Serie (best of 3) bestreiten muss (wenigstens zu Hause). Derzeit sind die New York Yankees und Toronto Blue Jays gleichauf. Die Kanadier haben allerdings den besseren direkten Vergleich. Das Restprogramm nimmt sich nicht viel: Die Yankees spielen zu Hause dreimal gegen die Baltimore Orioles, die Blue Jays ebenfalls zu Hause dreimal gegen die Tampa Bay Rays.
    🧠 Yankees (es sind die Yankees!)   ❤️ Blue Jays (es sind die Yankees!)

  2. Wer gewinnt die American League, Central?
    Hier sind die Auswirkungen womöglich noch heftiger: Platz 1 sichert Heimrecht in den Wild-Card-Spielen, Platz 2 könnte das Verpassen de Play-offs bedeuten. Cleveland Guardians und Detroit Tigers gleichauf, und die Guardians haben den direkten Vergleich. Die Guardians haben die nominell einfachere Aufgabe mit 3 Heimspielen vs die Texas Rangers, während die Tigers bei den Boston Red Sox antreten müssen, mit denen man im direkten Duell um einen Wildcard-Platz kämpft🧠 Guardians (diese Aufholjagd)      ❤️ Tigers (Motor City und vor allem Motown-Music, seufz)
  3. Wer holt die Wild-Card-Plätze in der American League?Ein Vierkampf um 3 freie Plätze, wobei der Sieger der AL Central auf jeden Fall den Nr. 3-Spot (und Heimrecht in der WC-Serie) hat: Derzeit führen in dieser Wertung die Red Sox mit einem Sieg vor Guardians/Tigers und einem weiteren vor den Houston Astros. Das Restprogramm:
    Red Sox: Drei Heimspiele gegen die Tigers
    Guardians: 3 Heimspiele gegen die Rangers
    Tigers: Drei Auswärtsspiele bei den Red Sox
    Astros:  Drei Auswärtsspiele bei den LA Angels🧠  Guardians, Red Sox, Astros (es sind die ewigen Astros!)     ❤️ Tigers, Guardians, Red Sox (All but die                                                                                                            ewigen Astros)
  4. Wer gewinnt die American LeagueWichtig, weil Heimvorteil bis in die Conference Series. Entweder die Seattle Mariners oder der Sieger der Eastern Division. Die Mariners brauchen dabei auf jeden Fall einen besseren Rekord als Blue Jays oder Yankees. Recht unwahrscheinlich, weil sie derzeit um einen Siegzurückliegen gegen beide Teams.
    Restprogramm der Mariners: 3 Heimspiele gegen die LA Dodgers

    🧠 Yankees (siehe oben).         ❤️ Mariners (Best Baseball-Publikum)

  5. Wer holt den letzten offenen Wildcard-Platz in der National League?Ein Dreikampf um einen Platz: Die NY Mets führen um einen Sieg gegen die Cincinnati Reds und um ein weiteres gegen die Arizona Diamondbacks (denen ich deshalb nur noch theoretische Chancen gebe). Die Reds hätten den direkten Vergleich gegen die Mets, die Daimondbacks gegen Reds und Mets.Restprogramm
    Mets: 3 Auswärtsspiele bei den Miami Marlins
    Reds: 3 Auswärtsspiele bei den Milwaukee Brewers
    Diamondbacks: 3 Auswärtsspiele bei den San Diego Padres

    Brewers und auch Padres klar stärker als die Marlins, aber diese müssen sich nicht schonen für die Play-offs und können (vielleicht müssen!) bei ihrem Heimabschied frei aufspielen.

    🧠 Ich wage keine Vorhersage (Löwen-Männer sind halt Feiglinge!)
    ❤️ Diamondbacks (Mein Team vor der Saison: Und es es wäre das unfassbare Comeback eines Teams,         das sich selbst aufgegeben hat und deshalb im Juli die besten Spieler (Suarez, Naylor) weggab).

 

 

Si tacuisses

 

Ich denke, das ist der größte, es ist nicht Raub, das würde ich nicht sagen. Aber es ist der größte moralische Schaden, der einem Menschen zugefügt werden kann (Mounir Nasraoui, Vater Lamine Yamal)

Miserables Verlieren im Sport, da macht keiner den Spaniern etwas vor, zumindest anlässlich persönlicher Ehrungen. Die halten sich tatsächlich für etwas Besseres, zumindest im Fußball, wo alles um sie zu kreisen hat, wobei ich zwischen Barca (Mes que un Club) und Real (DIE Königlichen) nicht den geringsten Unterschied mehr mache. Und um es gleich anzumerken: Was der national-besoffene deutsche Fan immer noch gegen Mark Cucurella (Handspiel! Kein Elfer! EM-Betrug!) veranstaltet, ist an Peinlichkeit und Erbärmlichkeit nicht zu übertreffen (nicht dass ich von Bayern-Fans was anderes als totales Deppentum erwarten würde).

Der wunderbare Fußballprofi Lamine Yamal vom FC Barcelona hat also nicht den Ballon d’Or gewonnen. Anstatt dem Sieger Ousmane Dembélé vom Champions-League-Sieger Paris St. Germain zu gratulieren, wütete Papa Yamal wie ein abservierter Liebhaber. Einfach nur peinlich und abstoßend, aber vielleicht hatte er eine Wette laufen, dass er noch viel schlechter verlieren kann als die Verantwortlichen des Erzrivalen Real Madrid. Diese  blieben mit dem gesamten Team vor einem Jahr beleidigt der Ehrung fern, weil nicht ihr Spieler Vinicius Junior ausgezeichnet wurde, sondern Rodri von Manchester City, ein Spanier wohlgemerkt! Und das, obwohl bei der Veranstaltung zum Beispiel ihr Trainer Carlo Ancelotti als Coach des Jahres ausgezeichnet wurde. Funfact: Besagter Vinicius Junior spielt derzeit im Team höchstens eine Auswechselrolle.
Zurück zu Yamals Sugar-Daddy. Anstatt auf den Knien zu danken, dass sein mittlerweile 18-jähriger Sohn ein fußballerisches Ausnahmetalent ist, diskreditiert er ihn auf schamlose Weise. Denn natürlich fällt ein derartiger Arroganz-Anfall und das Verächtlich-Machen des tatsächlichen „Siegers“ Dembélé auch auf Lamine Yamal zurück. Und wenn der Daddy-Trottel (sorry!) dann noch großmäulig ankündigt, nächstes Jahr werde der Sohn „auf jeden Fall!“ die Wahl gewinnen, dann schadet er ebenfalls extrem: Zumal die Wahl 26 ohnehin allein durch die WM im Juli dvor beeinflusst werden wird.

P. S. Für mich hätte Mittelfeldmann Vitinha die Wahl verdient gehabt. Nicht nur der brillante Taktgeber von PSG, sondern auch von Nations-League-Sieger Portugal.

Galaktisch infantil schlechte Verlierer

Der großartige  spanische Mittelfeldstratege Rodri ist zum Weltfußballer erkoren und in Paris mit dem Ballon d´Or geehrt worden. Endlich einmal kein Torjäger wie die ewigen Messis und Ronaldos, die sich mehr als ein Jahrzehnt die Trophäe abwechselnd mehr oder weniger glücksstrahlend abgeholt haben. Nur Luka Modric 2018, Desttructivus Corona 2020 und Karim Benzema 2021 brachen in die Phalanx der beiden Superstürmer ein. Der letzte Defensivspieler mit dieser Ehrung war 2006 (!) Italiens WM-Kapitän Fabio Cannavaro. Rodri ist vielleicht nicht der reinfühligste Fußballer auf dieser Erde, aber der mit einem enormen Fußball-IQ gesegnet, gepaart mit unglaublicher Zweikampfstärke und außerdem mit einem veritablen Schuss. Nicht ohne Grund wurde er bei der EM in Deutschland zum besten Spieler auserwählt.
So freudestrahlend Rodri, zurzeit auf Krücken wegen eines Kreuzbandrisses, die Trophäe entgegennahm, ein übler Missklang übertönte die Veranstaltung im Theatre de Chatele. Es fehlte nämlich komplett die 50 Personen starke Abordnung von Real Madrid. Ein eigens gecharterter Flug aus der spanischen Hauptstadt  storniert, man blieb beleidigt zu Hause. Das Wahlkommittee hatte es gewagt, nicht Vinicius Junior, den brasilianischen Stürmer der Königlichen den Goldenen Ball zu geewähren. Ein Affront, tobte Präsident Florentino Perez, der via Hausblatt Marca extrem Werbung für den begabten, aber längst noch nicht vollendeten Angreifer zu machen. Und so gut er für Real mittlerweile spielt, bei der Copa Amerika im Sommer blieb er fast unsichtbar in einem desaströsen brasliankschen Team.
Nun gehört es zum guten Brauch, dass die Wahl des besten Spielers der Welt nicht von allen Seiten gutgeheißen wird. Ich erinnere an die beleidigten Weiß Leberwürschte aus München, weil das Gremium vor 2 Jahren nicht Robert Lewandowski (damals noch bei Bayern), sondern (mal wieder) Lionel Messi bedacht hatte. Aber offenbar ganz kurzfristig voll und ganz dieser Veranstaltung im nicht sehr weiten Paris fernzubleiben, entspricht wahrhaft nicht der Grandezza, die sich Real (nicht ganz zu Unrecht) anhaftet. Das blütenweiße Trikot hat hässliche Flecken bekommen. Zumal ansonsten ja einiges an Ehrungen abfiel für die Königlichen. Bestes (Männer)Team, Carlo Ancelotti Trainer des Jahres, Neo-Madrilene Kylian Mbappé bester Torjäger (gemeinsam mit Harry Kane). Und auch bei der Spielerwahl ist es ja nicht so, dass die Madrilenen übergangen wurden. Platz 2 ging an Vini junior, Platz 3 an Jude Bellingham, Platz 4 an Dani Carvajal. Mag sein, dass sich die Herrschaften gegenseitig Stimme und Punkte weggenommen haben. Dass dann die Real-Nationalspieler nicht dabei waren, als ihr spanischer Kapitän ggeehrt wurde, ist nur noch zum drüberstreuen.
Schade, dass Carlo Ancelotti, dieser großartige Trainer und Mensch, es nicht wagte, sich der Vereinsdoktrin zu widersetzen und persönlich die Wahl plus Trophäe entgegenzunehmen. Vor ein paar Wochen hatte er sich ja schon den Zorn des geldgierigen vereins-Oberen Perez zugezogen, als er den Boykott der unsinnigen, aber sehr geldigen Vereins-WM im Somme ankündigte. Jetzt siegte offenbar die Lust am Arbeitsplatz vor Sportsgeist. sportsgeist, den der gesamte Verein samt den Club-Postillien aufs Traurigste vermissen ließen.

Noch ein Wort zu den Frauen: Beste Spielerin wurde Aitana Bonmati vom FC Barcelona. Den Socrates-Preis ging an Jenni Hermoso. Die Spanierin, vor einem Jahr in den Schlagzeilen wegen der Kussanffäre bei der WM-Siegerehrung, wurde für ihre Rolle in der #SeAcabó-Bewegung geehrt, einer Kampagne, die die Grenzen des Fußballs überschreitet und zu einem Symbol für den Kampf um Gleichheit und Respekt gegenüber Frauen im Sport geworden ist.