Der irre Kick von Pittsburgh

Blick über den Teich, NFL

 

Die letzte Aktion der regulären Saison überhaupt war so etwas wie ein Sinnbild des eher überschaubaren Niveaus. Pittsburgh, das Sunday Night Game zwischen den heimischen Steelers und den Gästen der Baltimore Ravens. Wer gewinnt, schafft den Divisionssieg der AFC North und damit das Play-off-Ticket, wer verliert, ist raus. Do-or-die, nennen das die Amerikaner
Ein mediokrer Schlagabtausch, der doch am Ende all das ausmacht, was diese Sportart so spannend und interessant macht. 2:20 Minuten vor Schluss gehen die Ravens durch einen Touchdown in Führung, zu früh? Zu früh, denn jetzt findet Steelers-Quarterback Aaron Rodgers endlich die Antwort und mit seinen Pässen die eigenen Spieler. 55 Sekunden vor Schluss erreicht sein Zuspiel Austin zum Touchdown und 26:24.
Dann beginnt das Drama: Boswells Versuch zum Extrapunkt wird geblockt. Jetzt würde den Ravens also ein Field Goal zum Sieg reichen, und es sind noch 55 Sekunden zu spielen, also noch ausreichend Zeit. Mit zwei großartigen Pässen überbrückt Ravens-Quarterback Lamar Jackson mehr als 30 Yards. 2 Sekunden stehen auf der Spieluhr, als Tyler Loop aus 44 Yards zum Field Goal antritt. Eine Entfernung, die ein Profi-Kicker der NFL im Schlaf beherrscht. Aber auch in einem feindlich gestimmten unwirtlichen Pittsburgh Stadium, wenn alles davon abhängt? Loop läuft an, Snap und Hold, tausende Male eingeübt, scheinen zu funktionieren, Loop kickt den Ball, doch der segelt weit am rechten Pfosten Vorbei. kein Fieldgoal, kein Sieg der Ravens, keine Play-offs. Die folgenden Nächste des Tyler Loop dürften nicht sehr angenehm gewesen sein.

Der Albtraum jedes Kickers, nämlich aus machbarer Entfernung für das Saison-Aus des Teams verantwortlich zu sein. Kicker, die auf Mannschaftsphotos neben den menschlichen Kolossen wie Hänflinge scheinen, wirken immer wie die Außenseiter ihrer Mannschaft. Dabei ist ihr Fuß, ihre Schussgenauigkeit, mindestens so wichtig wie der wuchtigste Linebacker.

So gewannen also die Steelers, die damit erneut in die Play-offs einzogen. Und der alten Quarterback-Legende Aaron Rodgers mindestens noch ein Play-off-Spiel bescheren daheim gegen die Houston Texans. Rodgers, zwar reichlich unbeweglich, aber immer noch mit einem guten Arm und gutem Auge; wenn er denn Zeit und Muße hat, dann findet er seine Ballempfänger.

 

Play-offs auf dem Sofa

 

Auch in der NFC South wurde der Divisionssieg erst am letzten Spietag vergeben, und es passt zu dieser sportlich furchtbaren Division, dass der Rechenschieber ranmusste. Im direkten Duell gewannen die Tampa Bay Buccaneers zwar gegen die Carolina Panthers und zogen nach Siegen mit dem Konkurrenten gleich. Jetzt hing alles von der an sich völlig bedeutungslosen Pargie Atlanta Falcons vs New Orleans ab. Gewänne Atlanta, würden die Panthers jubeln, bei Remis oder Sieg New Orleans die Bucs. Ich will es kurz und schmerzlich machen. Eine Saints-Interception kurz vor Schluss besiegelte den Sieg der Falcons und damit den Jubel der Panthers. Diese haben trotz einer insgesamt negativen Bilanz (8:9) am Samstag Heimrecht gegen die LA Rams, obwohl diese die Saison mit 13:4 Siegen beendeten. Der Modus, nach dem alle Divisionssieger auf jeden Fall einmal Heimrecht haben sollen, will es so.

 

Damit sind alle Entscheidungen der NFL gefallen, in den Play-offs werden die Karten neu gemischt. Hier erst mal nur die Ansetzungen, spätestens am Freitag folgt eine genaue Vorschau mit Tipps.
Alle Ppartien werden live bei RTL und DAZN gezeigt. Wer schreiende deutsche Reporter (und das tun sie hier wie dort ausfallend!) nicht erträgt, der kann das Ganze auch auf dem NFL Game Pass verfolgen, wo zwar nicht so laut, dafür umso mehr gequasselt wird. Alles kann der Mensch nicht haben.

 

Die Wild-Card-Spiele

Sa., 22:30: Carolina Panthers – Los Angeles Rams (NFC)
So., 02:00: Chicago Bears – Green Bay Packers (NFC)
So., 19:00: Jacksonville Jaguars – Buffalo Bills (AFC)
So., 22:30: Philadelphia Eagles – San Francisco 49ers (NFC)
Mo., 02:30: New England Patriots – Los Angeles Chargers
Do., 02:30: Pittsburgh Steelers – Houston Texans (AFC)

Freilos für die 1. Runde haben die Seattle Seahawks (NFC) und die Denver Broncos (AFC).

 

 

Horror Super Bowl droht

Blick über den Teich, NFL

Meine Football-Begeisterung hat auch in den Divisional Finals ziemlich gelitten. 4 Spiele, eines mit Spannung, eines verhunzt durch den ein irreguläres Schneefeld, und zwei mehr oder weniger klare Partien machen nicht Lust auf mehr. Und für mich persönlich droht ein Horror-Super-Bowl zwischen den von mir wenig geliebten Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles (für mich die Wahl zwischen Pest und Cholera). Beide genießen in den Conference Finals am Sonntag Heimrecht gegen die Buffalo Bills und Wahsington Commaders und gelten als Favorit.. Dementsprechend kurz halte ich den Rückblick auf die Divisonal Finals

 

AFC

 

Kansas City Chiefs – Houston Texans 23:14

 

Wie gehabt in dieser Saison. Der Gegner der Chiefs hält gut mit, hat seine Chancen, die er vergibt (hier ein Field-Goal-Versuch der Texans zur möglichen 6:3-Führung). Die Abwehr der Chiefs hält allen Angriffen stand. In der Chiefs-Offensive gibt es ein paar wenige  lichte Moment von Patrick Mahomes, der vor allem mit seinem Super-Tight-End Travis Kielce einen großartigen Abnehmer findet. Eine Führung wird erarbeitet und fehlerlos verwaltet. Fertig ist der glanzlose Sieg.
Mahomes reichten 177 erworfene Yards (1 Td), von denen allein Kielce 117 erfing. Insgesamt konnten nur 4-Chiefs-Spieler einen Ball fangen.

Buffalo Bill – Baltimore Ravens 27:25

Auch hier spielten die äußeren Bedingungen eine Rolle: Eisig kalt wars in Buffalo, und gespielt wurde auf einem tiefgefrorenen Feld. Die Bills kamen damit zunächst weitaus besser zurecht. Zwar gingen die Ravens mit ihrem ersten Drive in Führung, doch danach waren die Gastgeber nicht aufzuhalten: 3 Touchdowns in der 1. Halbzeit, während die Ravens eine Interception und ein Lost Fumble produzierten.
Die Ravens gaben sich nicht geschlagen, verkürzten im 3. Viertel durch ein Field Goal und einen Touchdown. Sie hatten einen hoffnungsvollen Drive, doch Marc Andrews fumbelte nach einem tollen Fang über 16 Yards. Ballbesitz Bills anstatt Ravens in der Bills-Hälfte.
Die Ravens gaben nicht auf und hatten im letzten Drive bei 8 Punkten Rückstand die Chance auf den Ausgleich. Jackson passte zu einem weiteren Touchdown, doch die 2-Punkte-Conversion ging schief, weil Andrews das sZuspiel von Jackson nicht fangen konnte. An einem guten Tag hätte der Unglücksrabe das bewerkstelligt

 

NFC

 

Detroit Lions – Washington Commanders

 

Ein großartiges Offensiv-Spektakel. Warum die Lions verloren? Zu viele Ballverluste und eine fast unwirklich gute Vorstellung von Commanders-Quarterback Jayden McDaniels. Fast fehlerlos blieb der Rookie, passte für 299 Yards und 2 Touchdowns. Auf der anderen Seite hatte Jared Goff einer seiner schwachen Tage (weswegen es immer wieder Zweifel an ihm gibt). Dreimal passte er den Ball in die Hände des Gegners. Ein weiterer Schlüssel zum Sieg war, dass die Commanders spätestens in der 2. Halbzeit ein Mittel zwischen dem bis dato überragenden Lions-Running Back Jahmir Gibbs fanden.
Damit bleibt es dabei: Noch nie waren die Lions Gastgeber in einem Conference Final. So gut wie diese Sason standen die Chancen noch nie.

 

Philadelphia Eagles – Los Angeles Rams 28:22

 

Heftiger Schneefall war angesagt, und heftiger Schneefall verwandelte das Spielfeld in Philadelpha in ein rutschiges Schneefeld. Es gibt ja Football-Fans, die derlei Schneespiele lustig und unterhaltsam finden, doch für mich ist das nur ein irreguläres Fehlerfestival und zudem noch extrem gefährlich für die eh schon gefährdete Gesundheit der Spieler. Benachteiligt ist vor allem ein Team wie die Rams, die eher auf Passpiel setzen.
So bleibt das berühmt-berüchtigte „What if“. Hätten die Rams bei vernünftigen Bedingungen ihren letzten potenziell siegreichen Drive in einen Touchdown vewandelt? Wird werden es nie erfahren.
Ich will damit nicht behaupten, dass der Sieg der Eagles völlig unverdient war. Ihr Runnig Back Shaqon Barkley brillierte einmal mehr mit 205 erlaufenen Yards (und 2 Tds). Doch  noch beeindruckender fand ich Rams-Quarterback Matthew Stafford, der trotz der widrigen Bedingungen 324 Yards und zwei Touchdowns erwarf.

 

Das ergibt folgendes Programm für die Conference Finals.

So., 21:00: Eagles – Commanders
Mo., 00:30: Chiefs – Bills

Entscheidung in der Eiseskälte

Blick über den Teich, NFL

 

Die 4 Divisional Finbals stehen dieses Wochenende an, und wie es aussieht, wird es zumindest für die AFC-Partien eine äußerst frostige Angelegenheit. Die Wettervorhersage prophezeit für die Spiele in Kansas City (vs Houston) -5 Grad und für die morgige Partie Buffalo vs Bastimore gar zweistellige Minusgrade. Das wirkt sich natürlich auch aufs Spiel aus, denn bei kühlen Temperaturen sind vor allem die Ballfänger gehandicapt.

 

Sa., 22.30: Kansas City Chiefs – Houston Texans (AFC)

 

Das scheint eine kalre Angelegenheit zu werden für den Titelverteidiger. Die Chiefs haben nicht nur die beste Bilanz aller NFL-teams, sie sind auch in praktisch allen wichtigen Kategorien vor den Texans einzuordnen. Einzige kleine Unwägbarkeit. KC hat vor ganzen dreieinhalb Wochen die letzte ernsthafte Partie bestritten. Auf der einen Seite gut für das Auskurieren von Blessuren, andererseits kan natürlich auch der Spielrhythmus verloren gegeangen sein. Im Notfall hilft den Chiefs Quarterback Patrick Mahomes aus der Patsche der in den Play-offs leistungsmäßig immer noch eine Schippe drauflegt.
Wenn die Texans überhaupt eine Chance haben wollen, muss die Offense praktisch fehlerlos agieren inklusive einiger Big Plays, für die QB CJ Strout durchaus gut ist. Und dass die Defense gegnerische Anggriffsreihen stoppen kann, musste im Wild-Card-Spiel Chargers-Quarterback Justin Hewrbert leidvoll erfahren, der gleich 4mal dien Ball in die Hände eines Texans-Verteidigers warf. Letztlich fehlt mir aber die Fantasie, wie das die Texans im kalten Arrowhead-Stadion bewerkstelligen wollen. Mein Daumendrücken allein wird kaum helfen.

🧠 Chiefs            ❤️ Texans

 

So., 02:00: Detroit Lions – Washington Commanders (NFC)

 

Gespielt wird in einem überdachten Dome, also unabhängig vom Unbill des Wetters über Detroit. Auch hier sehrJahmyr Gibbs, J ich eine klare Favoritenstellung der Gastgeber. Allein wegen ihrer kaum zu stoppenden Offensive um QB Jared Goff mit so vielen Möglichkeiten, sei es über die Luft (Amon-Ra St. Brown) oder übers Laufspiel (Jahmyr Gibbs, David Montgomery). Einziges kleines Fragezeichen ist die durch Veletzungen ziemlich gebeutelte Defensive, doch einige Spieler sind zurückgekommen. Allerdings haben die Commanders nichts zu velieren, Jayden Daniel schaffte mit einer fast fehlerlosen Leistung den ersten Auswartssieg eines Rookie-Quarterbacks. Dennoch:

🧠 Lions          ❤️ Lions

 

So., 21,00: Philadelphia Eagles – LA Rams (NFC)

 

Für mich etwas überraschend haben die Rams in der Wildcard die Minnesota Vikings aus dem Weg geräumt. Doch die Eagles scheinen, noch dazu im heimischen Stadion, ein ganz anderes Kaliber, auch wenn es nicht ganz so kalt werden sollte. Die große Frage, die das Rams-Trainerteam wahrscheinlich die ganze Woche beschäftigte: Wer stoppt denn eigentlich unstoppbaren Eagles RB Shaqin Barklay, der als vierter Spiler in der regulären Saison die 2000-Yards-Marke knackte, obwohl er das letzte Spiel wegen Schonung gar nicht dabei war. Der grandiose Ballträger wid formidabel unterstürtzt durch die beste OLine der Liga, die immer wieder Lücken reißt. Und falls die Wege für Barkley doch veschlossen sind, kann Quarterback Jalen Hurts slebst die Beine in die Hand nehmen.
Die Rams ihrerseits haben allerdings ein extrem starkes Receiver-Corps um Cooper Kupp, Puca Nacua und Tigght End Tyler Higgins, das viel Unheil anrichten kann. Der erfahrene QB Matthew Stafford hat sie wie das gesamte Team während der Saison enorm gesteigert und knüpft fast an seine Form 2022 an, als er die Rams zum Super-Bowl-Triumph führte. Trotzdem wiegt der Heimvorteil in einem wahrscheinlich ungemütlichen Philadelphia schwer.

🧠 Eagles           ❤️ Rams

 

So., 00:00: Buffalo Bills – Baltimore Ravens (AFC)

 

Da vermeintlich Beste kommt zum Schluss der Divisional Finals. Hier sehe ich keinen echten Favoriten. Beide Teams haben viele Stärken und wenige Schwächen. Es ist das Duell der beiden QuarterbacksJosh Allen (Bills) und Lamar Jackson, die aller Wahrscheinlichkeit nach das Rennen um den MvP unter sich ausmachen.Joe Burrow von den Cincinnati Bengals ist vielleicht noch bedsser, aber sein Team war lange desaströs.
Josh Allen hat seine Fehlerquote extrem minimiert, obwohl ihm nicht die allerbesten Receiver zur Verfügung stehen. Eine Schlüsselrolle dürfte Running Back James Cook zukommen, der im Wildcard-Spiel gegen die Denver Broncos 120 Yards erlief und dabei 5 Yards/Versuch zurücklegte. An seinen Ravens Counterpart Derrick Henry kommt er bei all seiner Klasse nicht heran, der gerade in den vergangenen Partien von niemanden zu stoppen war. Lamar Jackson hat während der Saison einen neuen Laufrekord für Quarterbacks aufgestellt. Er hat zudem sein Passspiel sehr verbessert. Bleibt seine vergleichsweise magere Play-off-Statistik, gerade auch auswärts. Und doch: In diesem Spiel sehe ich am ehesten einen Auswärtssieg, vorausgesetzt, die Ravens-Receiver übertölpeln die Bills-Abwehr. Und da würde ein fitter Zay Flowers extrem helfen.

🧠 Ravens.     ❤️ Bills