Die unendliche Dummheit deutscher Fußball-Fans

Ich versuche mit das gerade vorzustellen. 100+ Euro für die Partie Spanien gegen Frankreich in der Nations League zu bezahlen, um dieses live vor Ort im Stuttgarter Neckarstadion zu sehen. Okay, das kann man machen, es wurde ja aein ganz nettes Spiel …. Aber dann: Habe ich nichts Besseres zu tun, als Marc Cucurella auszupfeifen. Jenen Spanier, der im vergangenen Jahr im EM-Viertelfinale (im Neckarstadion!) jenes ominöse, allerdings vom Unparteiischen-Team nicht geahndete Handspiel beging, das „uns“ Deutschen. den Titel kostete. Sagt ja auch bis heute der Bundestrainer, der geniale Julian Nagelsmann.

So geschehen gestern beim am Ende grandiosen 5:4 der Spanier gegen Frankreich. Doch sehr viele höchstwahrscheinlich deutsche Zuschauer wollten dieses Spektakel nicht einfach nur genießen, sondern pfiffen den lockenköpfigen Spanier bei jeder Ballberührung aus. Nicht nur die ersten 3 oder 5 Minuten, um den immer noch schwärenden Unmut zu äußern, sondern tatsächlich das gesamte Spiel über, also auch dann, als die Partie zu einem epischen Drama wurde. Mitten in die französische Aufholjagd nach dem 1:5 zum 2:5 und 3:5 und 4:5, immer noch die schwachsinnigen, geistesgestörten Pfiffe gegen Cucurella. Die waren schon im vergangenen Jahr schwachsinnig und geistesgestört, als er in Halbfinale und Finale ebenfalls schon gellend nach dem Deutschland-Aus ausgepfiffen wurde (obwohl er ja absolut nichts dafür konnte, dass der Elferpfiff ausblieb). Jetzt, fast ein Jahr später nach der „Untat“, waren sie einfach nur eine einzige Peinlichkeit, die mal wieder zeigten, dass Fußballfans hirnloise Deppen sind, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Kann ich aus erster hand sagen, weil ich lange ebenfalls recht verbohrt war, wenn es um meine Löwen ging … Jetzt bin ich natürlich alt und weise 🦁

 

Ach ja: man kann dem Ganzen natürlich auch so begegnen.

https://www.11freunde.de/international/erneute-pfiffe-gegen-marc-cucurella-uefa-erklaert-deutschland-nachtraeglich-zum-europameister-2024-a-e932644e-cddf-4bfe-aff8-9e5884735749

Ein Zugeständnis – überflüssig wie ein Kropf

Die UEFA in all ihrer Weisheit hat also zugestanden, dass Marc Cucurellas Handspiel im EM-Viertelfinale ein strafbares Handspiel war. Auf dem ersten Blick ist es ja ehrenhaft, einen Schiedsrichterfehler auch zu benennen, doch insgesamt erscheint mir dieses „Geständnis“ überflüssig wie ein Kropf. Warum jetzt (erst)?, stellt sich mir die Frage, also zweieinhalb Monate nach dem Vorfall? Und warum wird das Kriterium „Torchance verhindert“  plötzlich herangezogen, das nachweislich zu diesem Zeitpunkt laut FIFA (und allein die hat das Regel-Sagen) absolut kein Kriterium war. Das wurde ja allüberall auch heftig kritisiert, aber es zählt meines Wissens nach eben erst vor dieser Saison. Mal ganz davon abgesehen, dass die UEFA in ihrem Statement absolut nichts dazu geäußert hat, ob

a) Niklas Füllkrug bei seiner Kopfball-Vorlage auf den Schützen Jamal Musiala nicht doch wie die Fernsehbilder sehr vermuten lassen, im Abseits stand und
b) Florian Wirtz bei Musialas Schuss nicht im verbotenem passiven Abseits stand, weil er dem Torwart die Sicht nahm, womit das Kriterium „Torchance“ wieder wegfallen würde.

Gerade war die Betrugs-Diskussion abgeflaut, die das Land wochenlang beherrschte. Der Schaum vorm Mund eingetrocknet, bzw. notdürftig abgewischt. Die Wut auf Cucurella vorbei, die mit den micht tiefst beschämenden Pfiffen gegen den spanischen Verteidiger im Halbfinale und Endspiel gipfelten. Die warfen ein armseliges Licht auf die deutsche Nicht-Verlieren-Können-Fankultur (zumindest eines unüberhörbar großen Teils von ihr).
Wie es der Teufel will, gastiert Cucurella mit seinem FC Chelsea am 28. November in der Conference League beim 1. FC Heidenheim, da kann der Boulevard wieder hübsch stänkern gegen die“ Hand Lockes“. Allein die Gleichstellung mit Maradonas klar absichtlichem Hand 1986 ist dermaßen übertrieben und lächerlich. Diesen Vegleich stellten und stellen ja auch vermeintliche Qualitäts-Medien wie spiegelonline an, die Cucurellas Aktion und das Nicht-Ahnen in die Reihe der  größten Fußball-Skandale aller Zeiten auflisten.

Was bleibt: Ein Schiri, der jetzt den Schwarzen Peter inne hat, ohne dass er sich wehren durfte und darf. Ein Verband, der sich wie eine Weide im Wind hin- und herbewegt ohne Sinn und Verstand. Eine wieder aufgebrachte Fußball-Nation Deutschland. Schuld sind ohnehin immer die Anderen.