Das wird die Woche, die wird

Sport satt, nämlich Fußball, Handball-EM und Wintersport

 

Bundesligisten im Doppeleinsatz

 

Der kurze Zeit sehr strenge Winter ist offenbar wieder dabei, der Englischen Woche in der Fußball-Bundesliga steht nichts mehr entgegen – außer Tauwetter, siehe Hamburg. Der 17. Spieltag m Dienstag/Mittwoch – nicht zu vergessen das Topspiel zwischen Augsburg und Union am Donnerstag, komplettiert die Hinrunde, die Rückrunde startet am Wochenende. Partien, die es sich vielleicht lohnt zu gucken, sind während der Woche Stuttgart vs Frankfurt (Di., 18:30), eine Art Best of the Rest neben den Großen, HSV – Leverkusen (Di., 20:30, abgesagt wg. Tauwetters) und Köln vs Bayern (Mi., 20:30). Letztere Partie nur unter dem Gesichtspunkt, ob Rib und Rob (Ribéry und Robben) mit Oliseh und Diaz tatsächllich Zauber-Nachfolger gefunden haben und wie hoch letztlich tatsächlich die Hinrunden-Rekordtormarke (zurzeit 63) der Bundesliga-Geschichte gesetzt wird.
Am Samstag zum Topsiel des Tages müssen die Münchner dann nach Leißzig (Sa., 18:30). Mit dabei ist dann wieder aif Leipziger Seite der ivorische Star Yan Diamonde, nachdem die Elfenbeinküste im Viertelfinale des Afrika-Cups gescheitert ist.

Am Wochenende startet dann auch die 2. Bundesliga, und die Jagd auf Schalke beginnt. Der Tabellenführer handelte sich zum Jahresabschluss eine Pleite bei Eintracht Braunschweig ein, der Vorsprung auf Platz 3 (Darmstadt) beträgt immer noch 4 Punkte. Fast standesgemäß geht es für die Knappen mit einem echten Schlager los, denn sie sind am Samstagabend (20:30) im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC zu Gast.

 

Mit Knallhart-Handball zur Medaille?

 

Die Männer-EM beginnt am Mittwoch, und das Ziel des deutschen Teams lautet Edelmetall, vielleicht sogar Gold. Doch die Auslosung hat einen sehr harten Weg beschert. Weniger in der Vorrunde, wenn Österreich, Spanien und Serbien die Gegner sind, das klingt schon knackig genug. Aber wenn die Truppe  ersten Zwei erreicht, trifft sie in der Hauptrunde höchstwahrscheinlich auf Dänemark und Frankreich, dazu vielleicht Aufstreber wie Portugal und  Norwegen.
Richten soll es eine Knallhart-Abwehr und vor allem die Torhüter Andi Wolff (Europameister vor 10 Jahren) und David Späth, die weltweit zu den besten ihres Fachs zählen.
Los geht es am Donnerstag (20:30) gegen Österreich (mit vielen Bundesliga-Akteuren), es folgen die Partien gegen Serbien (Sa., 20:30) und Spanien nächsten Montag.

Klarer Titelfavorit ist Dänemark, der souveräne Olympiasieger von 2024 (auch dank einer Finalgala gegen Deutschland). Frankreich hat vielleicht einen besseren Ruf als Team, das vermag ich nicht einzuschätzen.

 

Winter-Klassiker, wohin man schaut

 

Männer-Abfahrt am samstag in Wengen, klassischer gehts nicht . das 4,2-Kilometer-Rennen mit Hundsschopf, Minschg-Kante, Österreicher-Loch und Schluss-S vor malerischer Postkarten-Kulisse (leider nicht für Dänen mehr) mit den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau. Bei Sonnenschein gibt es nicht Schöneres für die Augen im Ski-Winter. Tags zuvor steht ein Super-G an gleicher Stelle an (stark verkürrzte Strecke), am Sonntag der Spezialslalom.
In den Speedrennen geht der Sieg jeweils nur über marco Odermatt, schon ein Wengen-Spezialist, im Slalom gibt es ein gutes Dutzend Sieganwärter.

Die Frauen lassen diesmal Cortina aus, weil dort in einem Monat die Olympia-Wettbewerbe stattfinden. Stattdessen geht es nach Tarvisio, wo Abfahrt und Super-G angesetzt sind. Chance für Lindsey Vonn, an ihrem Legendenstatus zu basteln, Chance aber auch für Emma Aicher, mit einem Platz ganz vorne Selbstvertrauen für die olympischen Tage zu tanken.

Die Biathleten machen bei der zweiten deutschen Traditionsstrecke Station. Nach Oberhof stehen die Rennen in Ruhpolding an mit Staffeln, Sprint und Verfolger. Norweger und Französinnen sind das Maß aller Dinge, SchwedInnen, etwa die Öberg-Schwestern und Samuelson haben auch schon aufgezeigt.

Dem deutschen Team fehlt noch ein Sieg in diesem Winter: Kommt es zu Durchbruch für Weltcup-Titelverteidigerin Franzi Preuß oder gar ein Debüt ganz oben auf dem Stockerl für Philipp Nawrath?

 

Berlin Game der NBA

 

Am Donnerstag ist es so weit. In der Halle am Ostbahnhof gibt es das erste reguläre Match der NBA in Deutschland, wenn die Orlando Magic auf die Memphis Grizzlies treffen. Die Magic sind das „deutsche“ Team der US-Basketball-Liga mit den Nationalspielern Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Ob Franz nach seine Knöchwelverletzung rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten, er macht zwar den Trip mit, doch die Teamführung machte deutlich, dass er auf keinen Fall verheiuzt werden soll, dafür haben die Magic mit ihrem besten Mann noch zu viel vor in dieser Saison. Moritz jedenfalls gab am Sonntag sein Debüt nach mehr als einjähriger Pause wegen Krezbandriss, noch etwas rostig, aber voller Einsatz. Bei da Silva schwankt im zweiten NBA-Jahr die Form, gute und schwache Partien wechseln sich unregelmäßig ab, genauso die Frage, ob sein Dreier fällt oder nicht.
Auch die Grizzlies haben Deutschland-Bezug. Der finnische Trainer Tommy Iisalo coachte lange in der BBL und führte 2023 die Telekom Baskets Bonn in die Finalserie, in der allerdings sich Ulm als besser erwies. Seit Mai ist der Chefcoach bei Memphis und hat sich mit seinem kompromisslosen Verhalten gegen Starspieler Ja Morant zwar nicht dessen Frendschaft, wohl aber Respekt in der Liga verschafft. Amit Orlando und Memphis nicht nurfür ein Spiel nach Europa fliegen, kommt es am Samstag in London zu einer weiteren Partie zwischen diesen beiden Kontrahenten.

 

Und sonst?

 

  • Internationale Ligen, England: Im Blickpunkt steht das Mancester-Stadtderby zwischen City und United (Sa., 13:30). United nach vergleichsweise ansprechendem Start in der Krise. Teammanager Roben Amorim wurde schon gefeuert, aber auch mit neuen Coach flog man im FA-Cup schon in der 1. Runde raus (mit der Folfge, das in dieser Saison nur noch Ligaspiele anstehen). City hat mit 3 zum teil überflüssigen Remis den Abstand zu Arsenal nicht verkürzen können, er beträgt immer noch 6 Punkte. Die Abhängigkeit von den Toren Erling Haalands ist frappierend.
    Spanien: Real trifft auf Levante (Sa., 14:00): Das wäre nicht weiter erwähnenswert, aber die Madrilenen haben nach der Niederlage im Supercup-Endspiel in Dschidda Trainer Xabi Alonso nach einem knappen halben Jahr schon gefeuert (angeboten hätte sich: in der Wüste gelassen …). Jetzt soll es der Coach der 2. Mannschaft, Arbeloa, richten. Wie Alonso war auch Arbeloa ein großartiger Mittelfeldspieler, die beiden haben sogar bei Liverpool gemeinsam gespielt.
  • Basketball: Stimmungsvoll wird es am Donnerstag im SAP Garden, wenn der FC Bayern das griechische Team Panathinaikos Athen empfängt, dessen fans mit Sicherheit für viel Radau sorgen. Die Münchner haben nur noch theoretische Chancen auf die K.-o.-Runde, Panathinaikos kämpf als 7. sogar um einen Top-6-Rang und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale.
  • Tennis: Die Australian Open werfen ihre Schatten voraus. Im Form des Qualifiationsturniers. Drei Runden gilt es zu überstehen, dann haben die Profis die 1. Runde erreicht, und allein das dortige Preisgeld sichet einen Großteil des (Reise)-Budgets fürs Jahr.
    Der junge Deutsche Justin Engel ist schon in der 1. Runde gescheitert. Yannick Hanfmann hatte Glück: Da der Finne Emil Ruusovuori die Teilnahme absagte, rückte er ohne Quali-Müh(l)e ins Hauptfeld nach.
  • Snooker: Das Masters in London ist nach der WM vielleicht das wichtigste Turnier im Jahr und gehört zur „Triple Crown“. Die komplette Weltelite ist folgerichtig am Start. Gespielt wird im Ally Pally, allerdings ist es sehr, sehr, sehr viel ruhiger als vor zwei Wochen bei der Darts-WM an gleicher Stelle.
  • US Sport: In der NFL stehen am Wochenende 4 Partien der Divisional Round auf dem Programm. Mehr dazu in einem gesonderten Text.

 

 

NFL erstmals in Berlin

Blick über den Teich

 

Die Indianapolis Colts gegen die Atlanta Falcon im Olympiastadion. Auf diesen Leckerbissen können sich die gut 70.000 Live-Zuschauer erfreuen und via RTL oder DAZN auch alle Football-Freunde schon an einem Sonntagnachmittag via TV (Kick-off (15:30 Uhr).

Erstmals gastiert die NFL in der Hauptstadt nach den Deutschland-Spielen in den vergangenen Jahren in Frankfurt/Main und München. Es gibt aber durchaus eine Football-Historie in Berlin, einerseits mit dem NFL-Europe-Teame Thunder anfangs der Nuller-Jahre. Zum anderen gab es schon in 90ern das eine oder andere Testspiel vor der regulären Saison.

Erstaunlicherweise gibt es für die als „Berlin Game“ angepriesene Partie noch reguläre Karten: wer also 250 Euronen (für billige Plätze) oder 375 (gehoben) oder gar 800 (Luxus) übrig hat plus Zeit für einen Hauptstadt-Trip, bitte sehr. „Erstaunlich“ deshalb, weil in den Jahren zuvor die Partien in Deutschland völlig überzeichnet waren; beim ersten Munich Game waren es angeblich 3 Millionen Karten-Wünsche (inklusive meiner erfolgloser einer). Naja, de Reiz des Neuen, Football in Europa ist etwas dahin.

Ich bin eh zwiegespalten, wass die Europe Games (außerdem jedes Jahr bis zu 4 in London in den verschiedenen Fußball-Arenen) betrifft. Einerseits natürlich toll für die Europäer, andererseits ist die Reise über den Teich schon eine enorme Zusatzbelelastung für die Spieler und den gesamten Staff, auch wenn sie äußest luxuriös per Privatflugzeug reisen.
Vor allem aber werden die NFL Games (und auch die der NBA) in Europa von den Fußball-Vereinen immer gerne als Beispiel genommen, wenn sie ihre Ligaspiele in Miami oder Perth austragen wollen. Die gleichen Fans, die begeistert die NFL-Reisen gutheißen, rümpfen die Nase, wenn die Fußball-Clubs genau das gleiche vorhaben. Das passt vorne und hinten nicht zusammen. Letztlich ist nämlich der Grund derselbe: neue Märkte, also noch mehr Geld zu generieren.

 

Colts – Falcons

 

Die Berliner haben Glück, denn mit den Colts kommt eines der absoluten Überraschungsteams der Liga an die Spree, die erst 2 Niederlagen, dafür gleich 7 zum Teil überzeugende Siege auf dem Konto haben. Damit gehören sie zu den besten Mannschaften der AFC. Sie sind der klare Favorit gegen die Falcons, die bisher nicht wirklich überzeugen konnten, durchaus aber zu Überraschungen in der Lage sind (3:5).
Eine erstaunliche Wandlung hat vor allem Colts-Quarterback Daniel Jones, der nach bitter enttäuschenden Jahren bei den New York Giants plötzlich aufdreht. 14 Td-Pässen stehen nur 6 Interceptions gegenüber, insgesamt brachte er in den 9 Partien Pässe für mehr als 2400 Yards an den eigenen Mann.

 

Lokal-Matador: ein waschechter Österreicher

 

Dass es für Jones so gut läuft, leigt auch an der starken Offensive Line, die ihm den Rücken freihält. Und hier tur sich mit Bernhard Raimann als Left Tackle besonders hervor. Der im burgenländischen Steinbrunn geborene Österreicher gehört mittlerweile zu den besten Männern auf der anspruchsvollen Position des Left Tackles, der den Quarterback auf dessen schwachen Seite beschützt. Dies gelingt dem 28-Jährigen in seiner 4. Saison immer besser, die 25 Millionen Dollar per annum, die er kassiert scheinen eine gute Investition zu sein.

Ob es allerdings für die Colts in ihrer Cinderella-Season zum großen Wurf Super-Bowl-Teilnahme reicht, wage ich zu bezweifeln angesichts der mächtigen AFC-Konkurrenz aus Buffalo, Kansas City und auch Denver und tatsächlich wieder New England.

 

Fazit zur Saison-Hälfte

 

Mittlerweile haben die Teams 8 repektive 9 Spiele ihrer insgesamt 17 absolviert, es ist also genau Saison-Halbzeit: höchste Zeit für ein Fazit der von mir bisher recht vernachlässigten NFL. Ich gebe zu: echte Begeisterung kann bei mir gerade nicht aufkommen, zu sehr beeinflussen Verletzungen von ganz wichtigen Spielern das Geschehen.

 

AFC

 

Für mich den besten Eindruck machen die Buffalo Bills mit ihrem Quarterback Josh Allen. Zuletzt überzeugten sie gegen das AFC-Team der vergangenern Jahre schlechthin, Kansas City Chiefs, dem sie beim 28:21 wenig Chancen ließen und am Ende doch froh sein mussten, dass Chiefs-Houdini Patrick Mahomes nicht noch ein Zauberwurf gelang. Damit habe sie immerhin 2 Siege Vorsprung auf KC (plus den direkten Vergleich), der ihnen in einem Play-off-Aufeinandertreffen den Heimvorteil geben würde.
Allerdings müssen sie sich in ihrer Division East hartnäckiger Konkurrenz erwehren. denn nach 4 Jahren Schaffenspause (Neustrukturierung) sind die New England Patriots wieder ein ernstzunehmender Gegner. Also die Pats, die bis vor 4 jahren mit Trainer-Guru Bill Belichek und QB-Legende Tom Brady unüberwindbar für die Bills waren.

In der AFC North sind tatsächlich die Pittsburgh Steelers ganz vorn. Ob jetzt trotz oder wegen Alt-Quarterback Aaron Rodgers, das ist die große Frage. Immerhin macht die Packers-Legende sehr wenige Fehler und trifft mit seinen Pässen sehr gut die eigenen Leute (den starken Arm hat er jedenfalls noch). Andererseits leben die Steelers vor allem (traditionsgemäß) von ihrer außerordentlichen Defense. Und in ihrer Division haben sie das Glück, dass die Konkurrenten Baltimore Ravens (Lamar Jackson) und Cincinnati Bengals (Joe Burrow) auf der Quarterback-Position nicht zu kompensierende Ausfälle hatten bzw. haben.

 

Auf dem besten Weg zum Diviosions-Sieg sind außerdem die Indinapolis Colts (South) und Denbver Broncos (West), wobei ich hier die Chiefs noch längst nicht abschreiben würde.

 

NFC

 

East

Planen für die Play-offs können die Philadelphia Eagles (6:2), die bereits einen Respektabstand vor den Dallas Cowboys (3:5) haben. Acuh wenn noch nicht alles nach Wunsch läuft, Ausnahmespieler wie Jalen Hurts, Shaqin Barklay und Devonta Smith machen den Offensiv-Unterschied, und die Defense ist eh eine Bank.

 

North

 

Für alle 4 Teams ist noch alles drin. Zuletzt überzeugten die Minnesota Vikings (4:4) mit ihrem Sieg über die Detroit Lions (5:3). An der Spitze die Green Bay Packers (5-2-1), und auch die Chicago Bears (5:3) mischen noch munter mit. Bei den Packers wechsln sich übezeugende Siege (zB 35:25 vs Steelers) mit erschütternden Niederlagen (10:13 vs Panthers) ab. Am Ende könnte der Heimvorteil im eiskalten Lambeau Field die notwendigen Siege einbringen.

 

South

An der Spitze die überzeugenden Tampa Bay Buccaneers (6:2), vor den erstaunlichen Caronia Panthers, n den vergangenen Jahren die Lachnummer der gesamten Liga. Doch das Team überrascht immer wieder, so dass gar nichts mehr überraschen sollte, nicht mal eine Play-off-Teilnahme (naja).
Sehr durchschnittlich die Falcons (3:5), ein Fall für den Psychater sind die inferioren New Orleans Saints (1:8).

 

West

Ein hübscher Dreikampf an der Spitze zwischen Seattle Seahawks (6:2), LA Rams (6:2 mit dem unverwüstiglec hen Quarterback Matthew Stafford und den verletzungsgeplagten San Francisco 49ers (6:3). Ich wage null Prognose, zumal mit den Arizona Cardinals auch noch ein gefährlicher Divisons-Gegner jederzeit für eine Überraschung gut ist.